Scharfschütze vs. Afrikakorps

Sniper Elite 3

Steckbrief
PCPS3PS4360Xbox One
Action
3D-Action
ab 18
16
Rebellion
505 Games
26.06.2014
Amazon (€): 44,94 (Xbox One), 52,99 (PlayStation 4), 36,99 (360), 36,99 (PS3), 24,99 (PC)
Gamesrocket (€): 18.49 (Download) 15.72 (GG-Abonnenten)
Gamecards: Xbox, PS
Größere Levels als im Vorgänger, mehrere Lösungswege, schlauere Gegner und noch realistischere Scharfschützen-Action – mit ihrem dritten Teil von Sniper Elite hat sich Rebellion einiges vorgenommen. Wir haben uns in einer Preview-Version nach Nordafrika begeben und dort den Deutschen und den Italienern den Kampf angesagt.
Christoph Vent 12. April 2014 - 20:19 — vor 32 Wochen aktualisiert
Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Von den einen geliebt, von den anderen verhasst: Die Soldatenklasse des Snipers sorgt vor allem in Multiplayer-Partien immer wieder für Unmut unter den Spielern. Nicht selten wird das Lauern abseits des Schlachtfelds als reines Campen abgestempelt. Doch entscheiden die Scharfschützen häufig auch über Sieg oder Niederlage, etwa wenn sie aus der Ferne einen wichtigen Punkt bewachen. In Solokampagnen gehören Snipermissionen oft zu den Highlights. Hoch oben in einem Kirchturm zu hocken und den idealen Zeitpunkt für den Schuss abzuwarten, sorgt immer wieder für Spannung. Das erkannte auch Rebellion und widmete dem Sniper 2005 sogar sein eigenes Spiel. In diesem Sommer geht die Reihe in die dritte Runde – wir haben uns Sniper Elite 3 vorab angesehen.

Wie in den Vorgängern schlüpfen wir in die Rolle des Amerikaners Karl Fairburne, der für das OSS, einen Vorläufer der heutigen CIA, tätig ist. Dieses Mal sind wir aber nicht mehr im Berlin des Zweiten Weltkriegs unterwegs, sondern in Nordafrika. Wir sollen das Geheimnis um eine geheime Superwaffe der Nazis lüften, warum auch immer die an einem minderwichtigen Kriegsschauplatz eingesetzt werden soll. Als Feinde werden uns deutsche und italienische Soldaten gegenüberstehen. Trotz der heiklen Thematik wird Sniper Elite 3 auch in Deutschland ungeschnitten "ab 18" erscheinen. Verfassungswidrige Symbole müssen keine entfernt werden, da sie auch in der internationalen Fassung nicht auftauchen. Lediglich der Vorbesteller-DLC, in dem es erneut Hitler an den Kragen geht, wird bei uns nicht angeboten.

Sniper und Fernglas
Mit dem Fernglas inspizieren wir die Umgebung. Markieren wir einen Gegner, bleibt er durch Deckungen sichtbar.
Obwohl Sniper Elite 3 streng genommen ein normaler Shooter ist, fällt ein Vergleich zu Genrevertretern wie Call of Duty - Ghosts (GG-Test: 8.5) zunächst schwer. Der erste Unterschied ist die Perspektive: Wir steuern Karl nicht aus der Egosicht, sondern aus der Schulterperspektive. Lediglich, wenn wir mit dem Snipergewehr zielen, sehen wir direkt durch seine Augen.

Der weitaus größere Unterschied zu gewöhnlichen Militärshootern ist aber unsere Vorgehensweise: Anstatt blind vorzustürmen, schleichen wir uns fast schon wie Sam Fisher in
Splinter Cell Blacklist (GG-Test: 8.5) in geduckter Haltung Meter für Meter nach vorne. Immer im Anschlag ist dabei unser Fernglas, das eine noch wichtigere Rolle als das Distanzgewehr spielt. Mit dem Feldstecher spüren wir, meist hinter einem Fels versteckt, im Schatten hockend oder zwischen Grasbüscheln liegend, Feinde auf. Auf Knopfdruck markieren wir Gegner und sehen sie danach selbst durch Hindernisse hindurch.

In eine dieser Situationen kommen wir gleich zu Beginn des von uns angespielten Abschnitts, dem Halfaya Pass in Ägypten. Dort sehen wir hinter einer Felsformation leichte Bewegungen. Ein Gegner? Oder doch nur Pflanzen, die sich im Wind wiegen? Der Blick durch das Fernglas bestätigt unsere Befürchtung: Es ist eine MG-Stellung. Ein schneller Druck auf die Schultertaste, und schon können wir den Gegner nicht mehr aus den Augen verlieren. Das ist die ideale Gelegenheit, die Durchschlagskraft unseres Scharfschützen-Gewehrs zu testen. Hierfür müssen wir allerdings auf zwei Faktoren besondere Rücksicht nehmen. Zum einen wäre da die realistische Flugkurve: Je weiter wir von unserem Zielobjekt entfernt stehen, desto höher müssen wir halten. Zum anderen spielt der Wind eine entscheidende Rolle, dessen Flugrichtung und Stärke wir an herumfliegenden Partikeln ablesen. Über solche Feinheiten werdet ihr euch aber erst auf dem höchsten der Schwierigkeitsgrade ernsthafte Gedanken machen müssen: Selbst auf der dritten von vier Stufen zeigt euch eine rote Box komfortabel an, wo die Kugel einschlagen wird.

Anspruchsvolles Zielsystem
Sollten wir einmal so nah und unbemerkt an einen Feind herankommen, lassen wir die Schusswaffen stecken.
Zum Selbstläufer wird das Snipern aber auch mit Hilfsmitteln nicht. Denn jetzt müssen wir noch den idealen Zeitpunkt für einen Schuss finden. Hierfür atmen wir auf Knopfdruck aus, und erst sobald unsere Lunge geleert ist, drücken wir den Abzug durch. Wichtig: Gleich der erste Schuss sollte tödlich sein, ansonsten schlägt der Getroffene Alarm. Allerdings hört sich das leichter an, als es sich in Wirklichkeit darstellt, denn die meisten Feinde stehen nur kurz still, ehe sie weitergehen.

Damit unser Schuss akustisch nicht geortet werden kann, beziehen wir auch die Umgebung mit ein. An einigen Stellen manipulieren wir etwa Stromgeneratoren, die fortan alle paar Sekunden ein lautes Störsignal senden. Passen wir unseren Schuss nun genau mit dem Geräusch ab, bleiben wir zunächst unbemerkt. Nicht fehlen darf die Killcam, für die die Sniper-Elite-Reihe bekannt ist. Setzen wir einen besonders sauberen Treffer, verfolgen wir den Flug der Kugel in Zeitlupe mit. Der Einschlag in den menschlichen Körper wird zusätzlich mit einer Röntgen-Kamera in Szene gesetzt. So "erleben" wir bis ins kleinste Detail, wie das Projektil die Schädeldecke unseres Kontrahenten in Stücke zerreißt oder seine Lunge zerfetzt. Die explizite optische Darstellung ist sicher nicht jedermanns Geschmack, zumal es auch noch Bonuspunkte gibt, wenn wir etwa die Wirbelsäule treffen.

Katz und Maus
In der Praxis entwickelt sich Sniper E
Anzeige
lite 3 immer wieder zu einem Katz-und-Maus-Spiel. So gelingt es uns nicht immer, unsere Distanzschüsse zu verbergen. Und spätestens wenn eine patrouillierende Wache des Weges kommt und wir die Leiche nicht rechtzeitig in einer dunklen Ecke verstecken konnten, fliegt unsere Tarnung auf. Das Zauberwort in diesem Fall heißt Relocation, also Standortwechsel  und zwar im besten Fall nach jedem abgegebenen Schuss. An unserem Miniradar sehen wir zudem, ob sich die Deutschen und Italiener lediglich in Alarmbereitschaft befinden (gelb) oder aber intensiv nach uns suchen (rot). Eine weitere Anzeige verrät uns, wie weit wir vom Gefahrengebiet verschwinden sollten, um in Sicherheit zu gelangen.

Die Wachsamkeit der Gegner können wir uns auch zu Nutzen machen und sie absichtlich in eine Falle locken. Mit Steinchen lotsen wir sie beispielsweise in eine dunkle Ecke, wo wir sie hinterrücks mit einem Messer erledigen. Oder wir schießen aus der Ferne auf ein Ölfass, dessen Explosion alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Wir können auch den Tank eines Lkw in die Luft jagen und so umstehende Feinde gleich mit in den Tod reißen.
Nachdem wir dieses Scharfschützen-Nest infiltriert haben, nutzen wir es für unsere eigenen Zwecke. Die Gegner sind bereits in Alarmstellung, unsere genaue Position haben sie aber noch nicht ermittelt.
Azzi (unregistriert) 12. April 2014 - 20:50 #

Hab den Vorgänger gespielt, grösstes Drecksspiel ever.

RyuKawano 11 Forenversteher - Abo - 611 EXP - 13. April 2014 - 0:57 #

Du lieferst aber auch top Argumente warum und wieso ... ääähhhh nicht.
Ich fand beide Vorgänger sehr abwechslungsreich.
Das der dritte Teil in die Wüste geht freut mich.

Azzi (unregistriert) 13. April 2014 - 8:40 #

Ok Argumente: Spielt sich wie Moorhuhn, Null Sniperfeeling, Null taktisches Vorgehen. Spielspass liegt unter dem von Moorhuhn. Diese Zerfetzende-Organe-Cam ist was für degenerierte "Boh-ist-Blut-cool" Kiddies und bringt nichts sinnvolles ins Spiel.

Zusammenfassend war Sniper Elite V2 so ziemlich das schlechteste Spiel an das ich mich erinnere. Selbst das CoD wo man auf nem Gaul gegen ein Panzer reitet war da noch ein echter Höhepunkt.

Philley 15 Kenner - Abo - 3684 EXP - 13. April 2014 - 9:05 #

Aus irgendeinem Grund stimme ich Dir ja ungern zu, aber V2 fand ich auch wirklich, wirklich langweilig. Technisch okay, aber nach 10min hatte man auch schon alles gesehen und getan. Ab da hat wurde das ganze nur zigmal wiederholt.

BIGIISSxRx 11 Forenversteher - Abo - 686 EXP - 13. April 2014 - 9:09 #

ab V2 war es eben kein Sniper elite mehr. In teil 1 hatte man viel offene welt und man konnte sich wirklich taktisch anschleichen. Teil 2 war sehr viel action lastiger. Man konnte nicht mehr an einheiten vorbei ohne das man sie auch wirklich alle abgeschossen hat.

bsinned 16 Übertalent - Abo - 4562 EXP - 12. April 2014 - 21:13 #

Ich kenne die Reihe gar nicht, aber tendenziell liest sich das ganz interessant.

Crizzo Community-Moderator - Abo - 10185 EXP - 12. April 2014 - 21:49 #

Also ich hab Teil 1 gespielt. Das schleichen und lautlose Zuschlagen hatte schon was. die Bullet-Cam war da noch akzeptabel. Was sie hier mit der "Röntgen"-Cam machen, ist echt sehr Gore-geil und mMn völlig unnötig.

Zudem sollten sie die KI in den Griff bekommen. In Teil 1 liefen zwei im dialogbefindliche Soldaten ihre Runde. Schaltete man einen aus, wurde der Dialog trotzdem fortgesetzt.... :/

Ganon 20 Gold-Gamer - Abo - 21988 EXP - 15. April 2014 - 13:32 #

Ich hab von Teil 1 damals die deutsche Version gespielt, die hatte keine Killcam. Ich wusste aber gar nicht, dass da was fehlt und hab es auch nicht vermisst. So was gehört in ein Max Payne, aber nicht in ein eher ernsthaft angelegtes Sniper-Spiel.

Maverick 21 Motivator - Abo - 28848 EXP - 12. April 2014 - 22:59 #

Da mir Sniper Elite 1+2 mir vom Gameplay beide eigentlich zugesagt haben, werde ich bei entsprechender Qualität des Titels auch den 3. Teil mal spielen. Ist aber für mich kein Titel, für den ich den Vollpreis zahlen würde, da warte ich ab, bis dieser günstiger ist.

Mazrim_Taim 14 Komm-Experte - Abo - 2577 EXP - 12. April 2014 - 23:04 #

Habe Sniper Elite 2 gezockt und hat Laune gemacht.
Auch die Zombie Ableger machen (im CoOP) Spass.
Nach 1-2 Bullet-Cam und der "Röntgen"-Cam hat man den Ausschalter für diese "Features" gesucht.
Vollpreis zahle ich schon lange nicht mehr für Spiele.
Sobald für ~max. 10€ schlage ich zu.

MaxSchmerz (unregistriert) 13. April 2014 - 0:24 #

Ist bekannt, ob der Coop-Modus Splitscreen unterstützt?

supersaidla 15 Kenner - Abo - 2784 EXP - 13. April 2014 - 0:47 #

Kann man da auch jemanden das linke Ei abschießen? Wenn nicht hoffe ich auf ein DLC. Nen Headshot schafft doch jeder Erstklässler ;)

keimschleim 14 Komm-Experte - 2345 EXP - 13. April 2014 - 2:09 #

Da man anscheinend Hitler nicht erschießen kann (Wüste), würde ich nicht drauf tippen.

Philley 15 Kenner - Abo - 3684 EXP - 13. April 2014 - 9:13 #

Ist doch ne Fortsetzung. Da wird alles größer und besser.
Diesmal kann man ZWEI Hitler erschießen (macht sogar 4, Verzeihung... man munkelt, dass doch nur zwei Eier)

Zaunpfahl 18 Doppel-Voter - Abo - 9966 EXP - 14. April 2014 - 13:47 #

Außerhalb des deutschsprachigen Raums gibt es diese Möglichkeit per DLC auch für den zweiten Teil. Obs Bonuspunkte für Körperteile außer dem Kopf gibt weiß ich aber nicht ;)

UT1987 09 Triple-Talent - 244 EXP - 13. April 2014 - 20:18 #

Hoffe es gibt wieder Zombie Army im Coop :)

oojope 15 Kenner - 2826 EXP - 13. April 2014 - 22:32 #

Klingt doch alles ganz interessant, ist aber nichts, was ich zwingend zum Release (bzw. Vollpreis) haben muss. Bin gespannt wie der Titel letztendlich wird!

Scando 16 Übertalent - Abo - 5655 EXP - 15. April 2014 - 14:10 #

Der zweite Teil hat mir sehr gut gefallen. Die Zombie-Ableger weniger...

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