GG-Angespielt: Sherlock Holmes - Crimes & Punishments

PC 360 PS3
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Benjamin Braun 282290 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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25. Januar 2013 - 13:14 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
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Frogwares hat Arthur Conan Doyle und seine Romanfigur Sherlock Holmes schon immer sehr ernst genommen. Bereits sechsmal hat die französisch-ukrainische Spieleschmiede den Meisterdetektiv knifflige Fälle lösen lassen und zuletzt in Das Testament des Sherlock Holmes (GG-Test: 7.5) die dunkle Seite Holmes' ins Zentrum der Handlung gerückt. Bereits Ende dieses Jahres will Frogwares den Mann mit der Pfeife in Sherlock Holmes - Crimes and Punishments ein weiteres Mal auf PC, Xbox 360 und Playstation 3 in Ermittlungen stürzen. Anders als sonst hat sich Frogwares diesmal Doyles Sherlock-Holmes-Kurzgeschichten als Inspirationsquelle gewählt. Allerdings weniger in inhaltlicher Hinsicht als viel mehr für die Grundstruktur des Abenteuers. In Crimes and Punishments gilt es nämlich acht einzelne Fälle zu lösen, die von einer Rahmenhandlung zusammengehalten werden. Das Besondere dabei: Sherlock Holmes kann auch zu falschen Schlussfolgerungen kommen, was nicht nur das Ende der Geschichte, sondern auch den Ruf des Detektivs beeinflusst. Wir haben uns Sherlocks neues Abenteuer ausführlich vorstellen lassen.

Es geht um Sie, Holmes

Wie beinahe üblich wird auch Sherlock Holmes - Crimes and Punishments in der Baker 221b starten. Holmes und sein Freund Dr. Watson sind dort versammelt, während der Detektiv einen Brief von Inspektor Lestrade liest. Der bitte um Holmes' Hilfe im Mordfall an Lord Brackenstall. Der Adlige scheint von einer Einbrecherbande getötet worden zu sein, doch Holmes bringt schnell in Erfahrung, dass Brackenstall ein wahrer Tyrann war und nicht mal seine Familie gut auf ihn zu sprechen ist. Was also ist wirklich in Abbey Grange passiert? Moment, Abbey Grange? Richtig, Frogwares orientiert sich bei den acht Fällen an den Kurzgeschichten Doyles, die Anfang des 20. Jahrhunderts im Strand Magazine erschienen sind. Frogwares hat aber nicht einfach die Geschichten in Spielform umgesetzt, sondern in Crimes and Punishments vielmehr die Fehlbarkeit des Detektivs in den Mittelpunkt gerückt. Während wir also wie gewohnt den Schauplatz nach Hinweisen untersuchen, Fingerabdrücke von Gläsern nehmen oder Zeugen befragen, gibt es bei den Schlussfolgerungen einen großen Unterschied. Das nicht von allen geliebte Deduction Board zwingt den Spieler nun nicht mehr zu der einen, richtigen Lösung, sondern lässt es zu, dass Holmes einen Unschuldigen verdächtigt und diese Information an Inspektor Lestrade weitergibt.
Das soll zwar nicht dazu führen, dass Lestrade Holmes bei den übrigen Fällen nicht mehr um Mithilfe bittet, wird aber den Ausgang der Handlung und Holmes' Ruf etwa bei der Polizei beeinflussen. Ein interessantes Konzept, von dem sich Frogwares einen höheren Wiederspielwert verspricht.
Lord Brackenstall wurde ermordet. War es tatsächlich eine Einbrecherbande?

Kein Watson, weniger Minigames

In Das Testament des Sherlock Holmes waren unzählige Minispiele enthalten, bei denen wir kleine Puzzle- oder Schalterrätsel lösen mussten. Viele davon leider nicht gerade von der einfallsreichen Sorte, sondern Marke Standard. In Crimes and Punishments soll das ganz anders sein. Zwar wird es auch hier ab und zu Rätsel in Minispielform geben, Frogwares will sich aber deutlich stärker auf die eigentliche Ermittlerarbeit fokussieren. Dr. Watson werden die Spieler nicht mehr steuern können. Er bleibt zwar Holmes' ständiger Begleiter, nimmt aber nur indirekt am Geschehen teil. Aber das gilt nicht für jeden "Charakter". Im ersten Fall in Abbey Grange kommt zum Beispiel Holmes' Hund Toby zum Einsatz, den Kenner des Vorgängers noch gut in Erinnerung haben dürften. Ihn braucht ihr, um einer Geruchsspur zu folgen, die aus seiner Perspektive optisch sichtbar ist. Gesteuert wird auch Holmes neues Abenteuer wie zuletzt wahlweise aus First- oder Third-Person-Perspektive.
In Crimes and Punishments kann Holmes auch Unschuldige der Tat bezichtigen.

Unreal-Technik im Gepäck

Frogwares zeigte sich so stolz auf seine neue Engine, die erstmals in Das Testament des Sherlock Holmes zum Einsatz kam. Nicht zu Unrecht, denn wenigstens auf PC und Xbox 360 konnte sich das Spiel mehr als sehen lassen. Auch wegen Problemen, mit der eigenen Engine ein vergleichbares Ergebnis auf der Playstation 3 zu erreichen, hat sich Frogwares diesmal für die Lizenzierung der Unreal Engine 3 entschieden. Einen gewaltigen Qualitätssprung konnten wir in der von uns gesehenen PC-Fassung zwar nicht feststellen, insbesondere bei der dynamischen Beleuchtung von Charakteren und Umgebung ist aber eine klare Verbesserung zu erkennen. Inwieweit die Unreal Engine die Grafik der Konsolenversionen, allen voran die der PS3-Fassung aufwerten könnte, bleibt in jedem Fall abzuwarten.
Im neuen Holmes-Abenteuer kommt Unreal-Technik zum Einsatz. Mit Erfolg?

Ausblick: Könnte spannend werden

Trotz mancher Schwächen hat Frogwares im vergangenen Jahr mit Das Testament des Sherlock Holmes eines ihrer besten Adventures mit dem britischen Meisterdetektiv abgeliefert. Da sich Crimes and Punishments weitestgehend von den zuletzt oft einfallslosen Minispielen verabschieden will, halten wir eine Steigerung in spielerischer Hinsicht für wahrscheinlich. Das Spannendste am Konzept des neuen Krimi-Abenteuer ist für uns aber die Möglichkeit, Holmes auch zu sinnvollen, aber eben doch falschen Schlussfolgerungen kommen zu lassen. Wir sind jedenfalls sehr gespannt darauf, wie sich eine Falschbeschuldigung auf den Fortgang und das Ende auswirkt.
Bei der grafischen Umsetzung machen wir uns wenig Sorgen, denn schon die letzten Abenteuer von Frogwares zeigten ein authentisches zeitgenössisches Abbild Londons. Eine Steigerung bei der technischen Umsetzung vor allem auf den Konsolen dürfte dank der etablierten Unreal-Technik im Rahmen des Möglichen liegen. Wenigstens bei den Beleuchtungseffekten ist schon jetzt eine höhere Wertigkeit zu erkennen. Noch bis Ende dieses Jahres soll es Gewissheit werden, wenn Sherlock Holmes - Crimes and Punishments für PC, Xbox 360 und Playstation 3 erscheint. Eine WiiU-Version wird es nach aktueller Planung nicht geben.
Dennis Kemna 15 Kenner - 3850 - 25. Januar 2013 - 13:30 #

Sehr schön, ich spiele gerade noch einmal die alten "The Lost Files" dank Stay Forever. Da kann ich da ja gleich weitermachen.

Dann noch ein Inhaltlicher Fehler im Text:
Toby ist nicht Holmes Hund. Der gehört Mr.Sherman aus Menagerie in der Pinchin Lane!

Benjamin Braun Redakteur - 282290 - 25. Januar 2013 - 14:10 #

Das stimmt, da Holmes ihn im Spiel aber bei sich zuhause hat, gehe ich davon aus, dass Frogwares ihn zu Holmes' eigenem Hund gemacht hat.

Dennis Kemna 15 Kenner - 3850 - 25. Januar 2013 - 14:23 #

BLASPHEMIE! Ich fühle mich sehr in meiner kultischen Anbetung meines geliebten fiktiven Charakters beleidigt und verlange Änderung und wiedergutmachung.

Oder...

Ich nehme es einfach hin und freue mich weiter auf das Spiel und die neue Staffel Sherlock von der BBC.

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 64880 - 25. Januar 2013 - 18:16 #

Die wird aber (leider) noch etwas auf sich warten lassen, vor 2014 gibt dat nix. Der Hobbit hat Vorrang!

Fischwaage 17 Shapeshifter - 6765 - 25. Januar 2013 - 13:35 #

Also "Das Testament des Sherlock Holmes" war für mich auf der Xbox 360 ne herbe Enttäuschung. Das Spiel hatte eine Performance jenseits von Gut und Böse und war noch dazu langweilliger als alles bis dato gespielte. Ich mach da nen grossen Bogen rum.

Benjamin Braun Redakteur - 282290 - 25. Januar 2013 - 14:07 #

Hast Du es von Disc gespielt?

Fischwaage 17 Shapeshifter - 6765 - 25. Januar 2013 - 16:15 #

Habe es installiert, wie eigentlich jedes Spiel!
Aber man hat deutlich gemerkt wie die Framerate grade bei der Ego Ansicht stark in die Knie gegangen ist wenn man z.B. vom Boden schnell nach oben geschaut hat.

Lief auf jeden Fall alles andere als flüssig und fürn Adventure is das echt arm.

Rebbot 10 Kommunikator - 522 - 25. Januar 2013 - 18:58 #

Mir sind absolut keine dem Spielspaß oder der Atmosphäre abträglichen Performance-Probleme ausgefallen. Klar ist das Spiel technisch kein Meisterstück, und flüssiger hätte es sicher auch sein können, aber es war jederzeit spielbar.

Inhaltlich war es dagegen IMHO ein Rückschritt im Vergleich zum Ripper, aber für SH-Fans immer noch eine klare Kaufempfehlung.

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 25. Januar 2013 - 14:21 #

Die Möglichkeit, falsche Schlußfolgerungen zu ziehen, hätten die Holmes-Spiele schon immer haben sollen. Das Erimtteln und Ziehen von Schlüssen hätte schon immer zentraler Bestandteil der Sherlock-Holmes-Spiele sein müssen, und die Möglichkeit, zu versagen, gehört nunmal zu einem Spiel.
Um mich gleich mal in Stimmung zu bringen, werde ich mir mal wieder die alte Granada-Serie mit Jeremy Brett reinfahren. :)
www.youtube.com/watch?v=T2vgHK96N8Y

Dennis Kemna 15 Kenner - 3850 - 25. Januar 2013 - 14:30 #

Zu eine Spiel gehört versagen, aber nicht zu Holmes. Das passt nicht zu dem von Doyle geschaffenen Character. Ich gebe Christian Schmidt recht (http://wp.me/P1JlyM-dt). Sherlock Holmes kann man nur entweder als Watson spielen sollte um zumindest die selbe Ebene zu erreichen oder aber eine Regie artige Steuerung des gesamten Geschehens nutzen sollte. Holmes macht keine falschen Anschudigungen die behielt er immer für sich. Weicht den Character zu sehr auf und der ist das wichtigeste. Kein guter Schritt also.

Benjamin Braun Redakteur - 282290 - 25. Januar 2013 - 15:08 #

Im Spiel wirst Du ein Versagen von Holmes ja verhindern können, was dann ja dein oberstes Ziel sein dürfte. Von daher ist das für mich kein Verrat an der Figur, wie es in einem Film oder einer Serie, an dem bzw. der Du nichts mehr ändern kannst, wäre. Von daher finde ich den Ansatz gar nicht schlecht. Für mich ist der Anreiz auf diese Weise (wenn es in etwa so funktioniert, wie ich mir das denke) besonders groß, alles richtig zu machen und besonders genau hinzusehen.

BruderSamedi 16 Übertalent - P - 4666 - 25. Januar 2013 - 19:41 #

Im Endeffekt lässt du aber Holmes möglicherweise etwas falsches sagen, weil du als Spieler irgendein Detail übersehen hast. Am Ende hast du nur die falschen verhaftet und "dein" Holmes würde keine Fälle mehr übertragen bekommen. Die Filme (so ich sie kenne) funktionieren ja eigentlich auch so, dass Holmes immer die richtigen Ideen hat. Was mMn funktionieren würde, ist, als Watson zu versuchen, da mit ihm gleichzuziehen - selber Anreiz, bei einem guten Spieler dann vllt. eine starke Aufwertung von Watson, aber keine Abwertung/Verdummung von Holmes.

Benjamin Braun Redakteur - 282290 - 25. Januar 2013 - 21:26 #

Ja schon, aber der Spieler sorgt dann eben dafür, dass etwas ist, was eigentlich nicht sein kann.

burdy 14 Komm-Experte - 2688 - 25. Januar 2013 - 15:11 #

Nur ist ein Charakter mit makeln deutlich spannender als ein unfehlbarer. Und es ist find ich ein sehr interessanter Aspekt, dass jemand glaubt unfehlbar zu sein und darum die Möglichkeit gar nicht in Betracht zieht, dass er sich irrt.

Olphas 24 Trolljäger - - 47006 - 25. Januar 2013 - 16:54 #

Ich fand vor allem vs. Jack the Ripper und Testament trotz aller nicht zu leugnender Probleme der Serie toll. Von diesem Teil höre ich hier zum ersten Mal und freue mich jetzt schon drauf.

BruderSamedi 16 Übertalent - P - 4666 - 25. Januar 2013 - 19:48 #

Einen höheren Wiederspielwert bei einem Adventure? Vor allem, da bis auf ein paar Dialoge oder Cutscenes die Rätsel und Abläufe wohl die selben bleiben. Ich halte das bei den großen langen Rollenspielen ja schon für gewagt, da alle zweimal durchschicken zu wollen, aber ich denke hier würde ich mir alternative Enden nach einmaligem Durchspielen einfach bei Youtube anschauen und gut ist's :)

Chuck Morris 13 Koop-Gamer - 1887 - 25. Januar 2013 - 20:33 #

Hmm fehlt nur noch ein Wirtschaftspart indem man wenn man die Fälle falsch macht und keine mehr kriegt kein Geld mehr hat und auf der Straße leben muss usw. Vielleicht Gadgets die man mit GEld kaufen kann oder irgendetwas anderes wäre doch lustig deine eigene Dummheit macht dich arm.

Benjamin Braun Redakteur - 282290 - 25. Januar 2013 - 21:30 #

Man bekommt die Fälle alle, egal wen Holmes beschuldigt. Der Punkt ist ja wohl der, dass seine Schlussfolgerung in jedem Fall Sinn ergibt, da es für verschiedene Tathergänge Indizien gibt. Aber da muss man einfach mal abwarten, was Frogwares sich da genau gedacht hat. Allzu sehr ins Detail gegangen sind sie ja noch nicht. Ich traue den Eintwicklern auch zu, dass Holmes Schlussfolgerungen nur zunächst als falsch erscheinen, wenn der Spieler die falsche Wahl trifft, er im Rahmen der Handlung aber später in jedem Fall recht bekommt. Dass es also eine "richtigere" Lösung gibt, was dann am Ende aber eben nur den Handlungsverlauf leicht verändert und (wahrscheinlich) mit den entsprechenden Achievements belohnt wird.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 26. Januar 2013 - 0:28 #

Die Hörspiel Folge von Abbey Grange hab ich tausendmal gehört ^^

Ich verzichte, Watson !

Red237 18 Doppel-Voter - P - 11159 - 26. Januar 2013 - 12:55 #

Irgendwann war mir die grafische Aufmachung der Sherlock-Holmes-Spiele einfach zu altbacken. Obwohl mir die ersten ganz gut gefallen haben bin ich irgendwann ausgestiegen. Und dieses SH jagt Arsene Lupine habe ich irgendwann mal ausprobiert, weil es nur 2,50 gekostet hat, hat mich in meiner Meinung nur bestätigt.

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