Offener Brief von Mick Schnelle

"Lieber Christian Schmidt"

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Paradox Interactive
05.08.2011
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Nachdem ein langjähriger GameStar-Mann kurz nach seinem Ausscheiden aus Chefredaktion und Verlag auf Spiegel Online seiner eigenen Zunft gehörig die Leviten gelesen hat, fühlt sich ein noch dienstälterer Spieleredakteur zu einer Antwort genötigt. Das Wort hat Mick Schnelle, der mit Schmidt einige Jahre bei GameStar zusammenarbeitete.
Mick Schnelle 7. September 2011 - 12:21 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Lieber Christian,

ich möchte dich beglückwünschen! Denn deine Kolumne (von Spiegel Online reißerisch zur "Abrechnung" erhöht) hat mich wirklich geärgert, wie kaum ein anderer Artikel in letzter Zeit. Warum? Weil er all das in den Dreck zieht, wofür ich, und zahllose fleißige Kollegen, seit 20, teilweise auch fast 30 Jahren arbeiten: verlässliche Spieletests für Genrefans zu verfassen, sie vor Fehlkäufen zu bewahren und ihnen zudem Monat für Monat (oder in den Zeiten von Online sogar Tag für Tag) ein spannendes und spaßiges Leseerlebnis über ihr Lieblingshobby zu bereiten. Ja, werter Christian, den letzten Satz solltest du dir ausdrucken und in deinem Elfenbeinturm an die Wand hängen. Das Wort "Lieblingshobby" solltest du vielleicht noch unterstreichen.
 
"Videospiele sind auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft"
So, so, Videospiele sind also auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft. Und was soll uns das sagen? Dass du selbst die Schmuddellecke "Spiele-Fachzeitschrift" endlich hinter dir lassen kannst? Oder meinst du damit etwa, dass es immer mehr Spieler gibt, die allesamt ein Magazin brauchen? Denen man am besten noch ein paar Lifestyle-Artikel bietet, damit auch Mitte-der-Gesellschaftsleser was vom Heft haben? Nein, lieber Christian, dem liegt ein gewaltiger Denkfehler zugrunde.

Autos haben schon lange den Weg in die Mitte der Gesellschaft gefunden, dennoch würde niemand einer Auto, Motor, Sport, einer Auto Bild oder den Autotests bei Spiegel Online vorwerfen, dass sie sich ausgiebig mit den technischen Daten der Wagen beschäftigt, Vergleiche mit Konkurrenzmodellen anstellt oder Fachausdrücke verwendet, um ihre Leserschaft zu informieren. Denn: Es sind immer nur Enthusiasten, die sich für eine Fachzeitschrift interessieren. Welcher Social-Gaming-Facebook-Freund braucht denn eine eigene Zeitschrift um dreimal am Tag bei Mafia Wars irgendwas anzuklicken? Welcher Wimmelbild-Fan eine Komplettlösung?
 
"Die Redaktionen irren, wenn sie diese
Ultras als ihre Kernklientel verstehen"
Die, die ich Enthusiasten nenne, nennst du Hardcore-Gamer und, schlimmer noch, verächtlich "Ultras". Ultras ist übrigens ein Begriff, der für die teils gewaltbereiten Elemente unter Fußball-Fanatikern gebraucht wird -- du scheinst Core Gamer ja wirklich so mal gar nicht zu mögen! Ich nenne die Adressaten von Spieletests hingegen meine Zielgruppe. Das sind die Jungs und Mädels, oder, wir werden alle älter, Männer und Frauen, die gern am PC oder mit Konsole spielen. Die aber nicht bei ein paar Minuten Sims Social hängenbleiben, sondern sich mit ihren Spielen intensiv auseinandersetzen. Die das gern machen, allein, mit mehreren, als Hobby. Diejenigen, die wissen wollen, was als nächstes kommt. Diejenigen, die aber auch darauf achten, dass sie keinen Ramsch kaufen. Dazu gehört aber auch der Unterhaltungsaspekt.

Der Schlüssel zum erfolgreichen Spielejournalismus heißt: „Von Freunden für Freunde.“ Die Freunde sind dabei aber nicht etwa die Industrie-Heinis, sondern die Leser. Die Leser begreifen die Redakteure gern als Kumpels, die ihnen Rat erteilen, an deren Meinung sie sich auch mal reiben, und die sie gleichzeitig auch unterhalten. Man muss seine Leser schon mögen, Christian, und sich keine andere Zielgruppe herbeierträumen, nur weil man sich selbst vielleicht schämt, bei abendlichen Stehempfängen auf die Frage nach dem Beruf "Naja, ähm, Spiele testen halt..." sagen zu müssen.
 
Unsere Leser, das sind die Menschen, über die sich der bereits "in der Mitte der Gesellschaft angekommene" Sender RTL lustig macht. Das sind die Leute, die stundenlang abwarten, um auf der Gamescom Diablo 3 für ein paar Minuten spielen zu können. Das sind Enthusiasten wie wir, Menschen die Hefte kaufen und Artikel mehrfach lesen. Wer auf die "Mitte der Gesellschaft" schielt, hat nicht genügend Selbstbewusstsein, zu seiner (sehr großen!) Nische zu stehen. Klar, wir wollen alle "dazu gehören", nicht die Minderheit sein und so weiter. Aber muss man sich deswegen schämen, nicht fürs Feuilleton zu schreiben, sondern für ein Fachmagazin und ein Fachpublikum?
 
"Spieletests verlieren ihren Servicewert"

Lieber Christian, Spielepreise liegen, vielleicht hast du es nach vielen Jahren der kostenlosen Bemusterung vergessen, zwischen 40 und 50 Euro beim PC, Konsolenspiele irgendwo zwischen 60 und 70 Euro. Ja, F2P ist am Kommen, ja, zu Cent-Beträgen verkaufen sich manche iPhone Apps multimillionenfach. Aber wir reden hier doch von richtigen Spielen, von Spielen für Enthusiasten!
 
Für die meisten Spieler sind 40 bis 70 Euro kein Pappenstil. Und wer kauft schon gern einen hochgradig beworbenen Mist, bei dem der Marketingabteilung mal wieder der Gaul durchgegangen ist? Und genau da sind Fachmagazine nach wie vor unendlich wichtig. Von uns werden gute und vor allem über Jahre verlässliche Wertungen erwartet, die den Test of Time überstehen. Die Einordnung eines Titels in einen lebendigen, funktionierenden Wertungskanon, sprich Wertungstabellen. Auch wenn das von Publisherseite gern vehement bestritten wird. Aber dann frage ich mich, warum sind diese Herrschaften immer so heiß darauf, die Wertungen zu erfahren und darüber rumzudiskutieren?
 
Dieses Wissen ist eigentlich völlig logisch, es ist nur bei der einen oder anderen Redaktion seit Jahren sträflich vernachlässigt worden. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mir vor fünf Jahren aus der neuen GameStar-Chefredaktion der Satz "Wertungen sind unwichtig" um die Ohren gehauen wurde. Dieser Weg wurde seitdem konsequent fortgesetzt. Fehlwertungen größerer und großer Titel häuften sich just in diesem Magazin. Wir alle erinnern uns an The Witcher, das Silent Hunter 5-Debakel oder die Gothic 3-Lobhudelei, um nur einige zu nennen. Dass so etwas vom Zielgruppenleser (also deinen als "Ultras" Geschmähten) auf Dauer kaum goutiert wird und letztlich zu Abwanderungen führt – wen wundert's.
 
"Stundenlöhne wie im Reinigungsgewerbe"

In diesem Bereich deines Traktats hast du völlig Recht. Was heutzutage für Artikel bezahlt wird, ist erbärmlich und hat Leute wie mich dazu gezwungen, sich einen anderen Brot- und Butterbereich zu suchen. Das Spieletesten nur noch als schönes Hobby fortzusetzen. Und die Ersetzung richtiger Redakteure durch Praktikanten in vielen Redaktionen ist ähnlich erbärmlich.

Was ich nicht verstehe: Bis vor wenigen Wochen warst du selbst Teil dieses Systems und als Mitglied der Chefredaktion von GameStar an einer Stelle tätig, wo du dich über Jahre hinweg für Änderungen hättest einsetzen können. Vielleicht ein höheres Budget für freie Autoren erstreiten. Vielleicht dafür sorgen, dass aus Praktikanten durch gezielte Ausbildung kompetente Redakteure werden. Eine Ausbildung, für die übrigens meines Wissens bei GameStar du verantwortlich warst. Wie dem auch sei: So wurde es zumindest früher gemacht, und so hat sich das auch sehr bewährt. So funktioniert nun mal das Fachredakteurstum. Das sind stets Spezialisten, die den journalistischen Teil quasi dazu lernen. Und meist keine "gelernte Schreiber", die sich herablassen, in die Niederungen des Fachjournalismus hinabzusteigen.
 
Zu meiner Zeit als Jungredakteur wurden Neueinsteiger übrigens jahrelang zur Bayerischen Journalisten-Akademie geschickt, damit sie diese fehlenden Teile des Handwerks lernen. Macht Ihr das heute nicht mehr? Und wenn ja, warum nicht? Du hattest es jahrelang in der Hand. Dass du nach deinem Ausstieg bei GameStar jetzt so drauf eindrischt, finde ich als jemand, der auch mal ein paar böse Worte über die IDG-Geschäftsleitung verloren hat, dennoch merkwürdig.
 
"Unfähigkeit zur Reflexion"
 
Und zum Schluss das, was mich am meisten an deinem Artikel stört: Du arbeitest damit nur den "Elitären" zu, die unsere Branche schon immer für Kinderkram gehalten haben und mit ihrer kollektiven Arroganz auf uns Spieleheimer herabsehen. Spiegel Online ist eines der führenden deutschen Leitmedien. Was man dort veröffentlich, verschwindet nicht in irgendwelchen Fanblogs, sondern bleibt und beeinflusst tatsächlich die Mitte der Gesellschaft. Weil daraus zitiert w
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erden wird. Schon allein deswegen, weil die "allgemeinen Medien" schon Blödsinn wie "Killerspiel World of WarCraft" unrecherchiert voneinander abschreiben.
 
Statt deiner vereinten Kollegenschaft „schwaches journalistisches Niveau“ und „Unfähigkeit zur Reflexion“ vorzuwerfen, wäre etwas Demut angebracht gewesen, und die Fähigkeit, eigene Fehler aufzuarbeiten. Damit meine ich gar nicht mal so sehr dein persönliches Unvermögen, Spiele zu sezieren, in die Spielmechanik hineinzukriechen und stets zu versuchen, den Geist des Spiels zu erkunden, wie es aus meiner Sicht jeder Spieletester tun sollte. Schon klar, dass dir diese Art des Arbeitens gegen den Strich läuft, da du so gerne die großen Zusammenhänge erkennen und darlegen möchtest, möglichst noch mit einem humanistischen Einsprengsel hier und gehobener Populärkultur-Kritik da. Das alles sei dir unbenommen, es macht zum Beispiel deine Reports sehr lesenswert! Nein, dein Fehler ist die Verachtung deiner eigenen Zunft, deren Vertreter und – das finde ich das Schlimmste – deiner langjährigen Leserschaft.
  
Dein Mick Schnelle 

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Mick Schnelle 7. September 2011 - 12:21 — vor 4 Jahren aktualisiert
Spezieh 18 Doppel-Voter - 9406 - 7. September 2011 - 13:54 #

Wow. Da kommt einiges hoch. Und gleich einiges mit das einen Gamer hier bestärkt auf der richtigen Seite unterwegs zu sein. Bei Menschen, die uns nicht als eklige Konsumenten sehen, sondern als Gleichgesinnte, die einfach nicht die Zeit haben alles selbst zu testen

KillyTheBit (unregistriert) 7. September 2011 - 17:25 #

Ja ein Artikel der auf dem Niveau eines "Ich bin beleidigt!"-Comment eines Flamerforum geschrieben wurde. Alles in allem finde ich das Herr Schnelle da die Essenz des "verhassten Artikels" nicht ganz erfasst hat. Das Thema wird ohnehin die Community spalten. Ich selbst gehöre ja nun auch eher in die Riege der "Spielevetranen" und wünsche mirauch das es mal ein frischen Wind im Spielejournalismus gibt - das künstlerische Aspekte und tiefgehende Geschichten mehr gelten als das Waffenarsenal des letzgestrigen Shooters.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9103 - 10. September 2011 - 22:06 #

Christian Schmidt sagte mir nix als die News kam das er Gamestar verlassen hat. Ich hab mir grade mal vom Klo die Gamestar Ausgabe vom Mai hervorgeholt und nicht ein einziger Artikel ist von Christian Schmidt... Nicht einer oO

Also ich vermisse ihn kein Stück, da er ja eh keine Artikel zu schreiben scheint xD

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6468 - 11. September 2011 - 11:33 #

Gegen diese Logik kommt man einfach nicht an.

Justus (unregistriert) 12. September 2011 - 22:27 #

Dann kannst du die Gamestar nie wirklich gelesen haben, denn Christian Schmidt ist zweifelsohne ein sehr guter Spielejournalist mit vielen tollen Artikeln.

Eine kleine Zusammenstellung gibt´s bei Kaliban:
kaliban.de/2011/06/die-gamestar-ohne-chris/

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9103 - 14. September 2011 - 22:41 #

bestimmt, aber wenn er heute keine Berichte mehr schreibt ist es auch nicht schlimm wenn er geht ^^

dastbar (unregistriert) 16. September 2011 - 12:55 #

Christian Schmidt hat bis zuletzt regelmäßig Berichte und Tests geschrieben. Das nicht in jeder Ausgabe ein großer Report von ihm zu einem bestimmten Thema auftaucht sondern auch von anderen Redakteuren ist ja ganz normal.

Schlimm ist es allerdings IMHO schon. Für die GameStar ist der Weggang von Schmidt schon ein herber Verlust.

Anonymous (unregistriert) 14. September 2011 - 12:39 #

Kann ich nicht verstehen!
Ich gehöre auch zum alten Eisen und wünsche mir, dass in Spielen auch wirklich nur das Spiel und nicht die Story oder sonstiger Kram bewertet wird. Story gehört für mich zu den Extras. Es heißt nicht umsonst SPIEL.
Ich würde mir auch mal wieder ein textbasiertes RPG wie Baldurs Gate wünschen. Oder ein Quake 5 Arena nur mit besserer Grafik und Matchmaking auch für Semi eSport 3on3 5on5 usw. Mehr Mut zur Einfachheit. Wenn ich einen Film sehen will, schau ich auch einen, von interaktiven Filmen halte ich nicht. Es soll einfach nur der subjektive Spielspaß gewertet werden.

ernie76-2 (unregistriert) 19. September 2011 - 18:08 #

LIEBER HERR SCHNELLE,

kann ich da nur sagen: WISO Kündigen den so viele leute ( auch ich ) ihr Gamestar ABO? Bestimmt nicht, weil ihr so ein gutes Heft macht.
Die Gamestar ist ein reines Werbeheftchen zum überteuerten Preis geworden und Christian hat völlig recht mit dem was er sagt.
Einst ein gutes Heft unter vielen miesen, ist GS nurnoch ein Schatten seiner Selbst. Vergleicht man gar den schreibstil und die art der wertungen der einzelnen jahrgänge, so könnte man fast denken, der Verlag nötige die Redaktion zu dem ein oder anderen kommentar.
Erst versucht man die leser zu verarschen indem man die schriftgröße und die Screenshots aufpustet um mehr volumen zu bekommen und dann als man merkt, das die leser nicht so doof sind wie erhofft, rudert man schnell zurück um kurz drauf wieder das personal zu rotieren.
Chefredakteure und stellvertreter wechseln ja seit dem weggang eines uns wohlbekannten Chef´s, schneller als man ABC sagen kann. WANN wird eigentlich mal die gute Petra Schmitz chefin? Vieleicht haut die ja mal auf den Tisch! ( Und Star Wars Tests werden dann bestimmt auch weniger ;P )

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 7704 - 20. September 2011 - 12:21 #

"kann ich da nur sagen: WISO Kündigen den so viele leute ( auch ich ) ihr Gamestar ABO? Bestimmt nicht, weil ihr so ein gutes Heft macht."

Ich bin zwar nicht Mick, aber mein "Wieso" kannste gerne haben: So eine Zeitung hab ich in einer Stunde durch. Nicht alle Bereichte interessieren mich, die, welche ich lese sind ratz fatz weg. Und dann soll ich nen Monat warten auf Nachschub? Wo es im Internet zu jedem Titel 2fantastmilliarden Reviews, Screenies, Videos - und im bestfall - auch Demos gibt?

Da kann ich die Bilder auch Hochskallieren, mir als Wallpaper auf den Desktop klatschen und mich per Copy & Paste bedienen für die eigene Heim-DB.

Print stirbt, oder flacht stark ab. Nichts im Print ist so, das man es nicht auch Online besser machen könnte. Und dank Smartphone nimmt man sich heute sein Online-Mag auch mit aufs Klo mit.

Ob die da jetzt Guns auflisten oder mit Goethe Zitaten locken - who cares? Ich such mir meine Reviews zusammen. Online. Und bezahle die, die mir gefallen.

ernie76-2 (unregistriert) 20. September 2011 - 16:46 #

Dann vergleich mal die Gamestar von vor noch 3 jahren, mit der von heute!
Da ist nichtnur das Online angebot schuld am Abo "sterben".
Die gesammt qualität des heftes ist den nach bach runtergegangen.
Natürlich lassen dich die auswirkungen des austerbens der Print mags nciht weg diskutieren und auch das erstarken der online platformen, wie eben Games Global tragen das ihre dazu bei, aber hier geht es ja nicht um das Medium, oder die schnelligkeit in der informationen vorliegen, sondern um die qualität der Artikel. Und wenn selbst die user artikel hier bei GG deutlich besser sind, als die eines Proffesionellen Printmags, das zudem früher gezeigt hat, das es auch anders geht, dann frag ich mich doch was da faul ist!
Bekommen die redakteure weniger geld und haben kein bock mehr?

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 7704 - 21. September 2011 - 12:15 #

Ich glaube, das Print Magazin, das ich mir regelmässig kaufen möchte, ist noch nicht erfunden worden - oder sagen wir: Ich bin da rausgewachsen. Daher kann ich dir nicht sagen, ob die GS vor 3 Jahren, oder heute, besser ist.

Es gibt halt Titel, über die ich lesen möchte. Viel lesen möchte. Und anderes, das interessiert mich nicht. In einem Magazin muss man aber von Sport bis Science Fiction alles drin haben. Oder man nimmt die Nische der Nische ein, was in € bestimmt mies ist.

Und bevor ich mir 10 Magazine kaufe um über meine 3 Titel zu lesen, suche ich mir mein Zeugs im Netz zusammen. Daher ist's mir schnurz, ob das Heft so oder so ist, sie können mich -niemals- als dauerhaften Kunden gewinnen.

Keine Ahnung, wer noch so tickt wie ich, aber die Zahlen scheinen zu sagen: Mehr als gut für den Print ist.

He-Ja Wedre (unregistriert) 5. November 2014 - 20:58 #

"Und dank Smartphone nimmt man sich heute sein Online-Mag auch mit aufs Klo mit."

Das macht man nicht erst heutzutache so. Den ehrenvollen Begriff "Klozeitschrift" kennen Sie wohl nicht. Nur die besten, u. a. Gamestar, haben das Recht, sich dort zu stapeln. Und denken Sie immer daran: Das Klo is dem Smartphone sein Tod.

RuudschMaHinda 11 Forenversteher - 817 - 10. September 2011 - 17:28 #

Nur eine Idee:
Wie wäre es denn mal in einem Telefonat oder persönlichen Gespräch die Fronten zu klären und die einzeln wohl scheinbar berechtigten Argumente auszudiskutieren. Und wenn man sich dann ordentlich gestritten hat, unter ner ordentlichen Moderation, das vielleicht im Veteranen-Podcast oder einer ähnlichen Plattform der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Wie gesagt: nur eine Idee, denn ich finde beide Seiten sehr interessant, zumal ich die Artikel von Mick Schnelle UND Christian Schmidt immer nur zu gern gelesen habe bzw. lese.

RyuKawano 11 Forenversteher - 611 - 7. September 2011 - 12:37 #

Wow, harte Worte, für beide Seiten. Ich finde, obwohl beide Meinungen doch sehr auseinander gehen, beide für verständlich in ihrer Art. Der eine ist gefrustet von dem was er all die Jahre miterlebt hat, der andere ist über den Frust des anderen gefrustet. Ich hoffe, dass hier nicht irgendwie eine kollektives draufhauen auf die alten Kollegen statt findet. Mir wäre es lieber, beide Parteien versammeln sich in einem (auf dieser Seite immer super gemachten) Videos und diskutieren darüber. Aber bitte ohne Anne Will oder Jauch. ;)

ChrisL 30 Pro-Gamer - P - 135537 - 7. September 2011 - 12:42 #

> ... beide Parteien versammeln sich in einem Video
> und diskutieren darüber ...
Eine klasse Idee! Das fände ich auch sehr interessant.

CyrrusXIII 11 Forenversteher - 598 - 7. September 2011 - 13:00 #

Aber dann mit mit Thomas Gottschalk wie bei Herrn Reich-Ranicki als Moderator...

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 22442 - 7. September 2011 - 15:25 #

Aber bitte nur in einem originalnachgebauten Telespiele Studio!

Sisko 21 Motivator - 30234 - 7. September 2011 - 15:39 #

oder einen Spezialpodcast, Christian hat ja auch erst vor kurzem ein Podcast-Projekt gestartet und ein paar andere "ältere Herren" aus der Branche sollen sich ja auch gerne mal unterhalten

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 17:23 #

Der Podcast von Christian Schmidt und Gunnar Lott?
Überhebliches Altherrengeschwätz mit verkrampft ironischem Unterton der extrem ermüdenden Art. Keine zehn Minuten erträglich.

Regular_John 08 Versteher - 199 - 8. September 2011 - 21:39 #

das ganze Gegenteil von alt PCA Zeiten bzw. der ersten PCA Podcasts.

Jonas der Gamer 13 Koop-Gamer - 1550 - 21. September 2011 - 8:34 #

das ist deine Meinung.

brabangjaderausindien 13 Koop-Gamer - 1449 - 7. September 2011 - 12:54 #

dem stimme ich 100%ig zu. das was ich auch am wenigsten will, ist eine hitzige diskussion, wo aber jede meinung kilometerweit an der anderen vorbeigeht und nur frustgeschwängerte statements von jeder der beiden seiten gedroschen werden. eine konstruktive diskussion wär's...

ala...und jetzt kommt's...

"PC-PLAYER-STREITGESPRÄCH"!!!

Das wär ja mal ein toller Aufhänger für ein noch viel tolleres (weil damals schon einzigartig und toll funktionierend) Revival!!!

Also bitte Herr Langer - denken Sie ein wenig drüber nach, ob sich sowas arrangieren ließe!

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4211 - 7. September 2011 - 19:17 #

Ich sehe das genauso. Ich kann Mick und Christian zugleich verstehen. Beide haben teilweise valide Punkte. Ich mochte die Qualität der Arbeiten von Christian auch immer und war überrascht, dass er die Gamestar verlassen hatte, was für sie definitiv ein herber Verlust war.

Aber wie Mick erwähnte, gab es wirklich ziemliche Fehlwertungen bei der Gamestar, er nannte mit Gothic 3 und Witcher genau die richtigen Beispiele, die mich damals sehr verärgert haben. Die lässig spöttische Weise beim Duke und das Abwerten von Alice fand ich auch etwas dreist. Dort gibt es bestimmte Rahmen und Mechanismen und wenn ein Shooter z.B. kein Deckungssystem hat, wird er abgewertet. Vielleicht will aber nicht jeder ein Deckungssystem?

Und ja, die Spiele entwickeln sich gerade mit den teuren sogenannten Blockbustern immer mehr der Mitte an und sind wirklich nicht an uns "Ultra's" oder Enthusiasten gerichtet (übrigens empfinde ich Ultra nicht als negativ).

erasure1971 14 Komm-Experte - 1899 - 7. September 2011 - 12:41 #

Dann poste ich hier, weils gut passt, auch noch mal, was ich gestern bei spiegel.de als Kommentar unter dem Titel "Ergänzen, nicht ersetzen" gepostet habe:
Lieber Christian Schmidt,
wenn man Ihre Artikel in der Gamestar in den letzten Jahren verfolgt, dann wundert man sich nicht über diesen Artikel. Sie waren schon immer derjenige, der versucht hat, die gesellschaftlichen, philosophischen und sonstigen Hintergründe hinter Spielen mit zu beleuchten und mehr zu liefern, als den reinen "Test"-Bericht. Sie werden das vermutlich als Lob empfinden und das ist auch in Ordnung.

Dennoch, wenn ich die Wahl hätte zwischen einem Magazin, wie sie es anregen und einer Gamestar oder PC Aktuell, dann würde ich das traditionelle Spielemagazin wählen, denn in der Tat ist für mich die Kaufberatung der Hauptgrund, wieso ich diese Magazine lese. Ich will wissen, welche Designelemente ein Spiel enthält und wie gut es diese umsetzt, denn ich will wissen, ob ich genau für dieses Spiel 50 Euro ausgeben soll. Ein Spiel ist für mich dann erst in zweiter Linie (hoffentlich) auch en Kunstwerk.

Ich will gar nicht anzweifeln, dass Ihre Art der Berichterstattung über Spiele auch seine Berechtigung hat, vielleicht sogar dringend in der deutschen Presselandschaft fehlt, aber dass die gute alte Kaufberatung sich überlebt hat, das sehe ich nicht. Die stark rückgängigen Verkaufszahlen der Hefte sind für mich kein Argument, denn die meist freie und oft auch nicht schlechtere Onlinekonkurrenz ist zu verlockend - verständlich, dass viele diese vorziehen. Auch weil das Hobby Computerspiele vielleicht gar nicht so ernst genommen wird und man sich eher nebenher informiert, anhand dessen, was Google nach Eintippen des Spielenamens zusammen mit "test" eben so ausspuckt.

Mehr Interesse sehe ich nur bei einer kleinen Minderheit, die sich wirklich intensiv mit Spielen auseinandersetzen will. Vielleicht vergleichbar mit Lesern von "Cicero" im Bereich Politik/Gesellschaft.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 15:33 #

Ich bin genau ihrer Meinung, ich denke ich bin eher ein gemäßigter gamer, sodass ich weder in eine Art "Rollenspiel"-gruppe hineinpasse, die sich intensiv und hintergründig mit jedem winkel des spiels und der philosophie dahinter auseinandersetzt und/oder wie es herr schnelle formulierte "stundenlang auf der gamescom ansteht...", noch in eine art "mitte-der-gesellschaft"-gruppe, die auf facebook, itunes etc. -spiele abfährt und sich jedes jahr ein neues fifa und landwirtschaftssimulator holt.

Ich möchte einfach nur wieder ein vollwertiges Spiele Magazin, dass ausführliche Tests und Reports bietet, ohne diese ganzen News und Previes, womit man überall bombadiert wird. Welches nicht bei null anfängt, sondern gewisse Spielekenntnisse voraussetzt, welches nicht alles übers das internet kostenlos anbietet wofür abonennten bezahlen, welches nicht so schrecklich viel werbung inne hat und nicht so teuer sein sollte. Eine kleine Redaktion tut es auch!

Die Artikel sollten viele Aspekte beleuchten, also die Technik, Genreeinordnung, Vergleich mit anderen Spielen (Vorgängern, Genrevertretern etc.), Gameplay, Story, Atmosphäre, Sound, Flow, gesellschaftliche Einordnung, Zielgruppeneinordnung, Spielmodi (damit meine ich lohnt es sich auch es zu spielen wenn man keine nebenmissionen erfüllt, also wie man es durchspielen kann, oder muss) und natürlich eine wertung, die aber weniger kompliziert sein sollte, sondern ein daumenprinzip und eben nicht unbedingt eine Zusammenfassung des gesamten Artikels darstellen sollte, sondern eben einen Teil davon, möglichst den objektivsten Teil.

Herr Schmidt aber die Legitimität zur Äußerung seiner Meinung abzusprechen, weil sie der Branche schadet und er selber Teil dieser Branche war, halte ich für unangemessen, denn jeder darf frei seine Meinung äußern auch auf einem solchen Platz (wie spiegel online), jedoch hätte er klarere Lösungsansätze formulieren können und es wäre sicher deutlich besser angekommen, wenn er selbst, wenn auch in einem kleinen rahmen, ein eigenes magazin (vielleicht auch nur ein probeexemplar) "entwickelt" hätte, indem er dann seine Ideen umgesetzt, hätte zeigen können und beweisen können, dass es auch anders funktioniert. Ich würde dieses sogar sehr begrüßen, selbst wenn es nur ein nischenmagazin wie "cicero"(falls ich das ein nischenmagazin nennen darf) wäre.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 17:36 #

Absolute Zustimmung.

Ich kaufe kein Printmagazin, das zu 50% aus Previews besteht, in denen das wenige Material aus den Presseabteilung mühsam mit Worthülsen gedehnt und umformuliert wird, nur um ungelegte Eier zu bejubeln, bei denen sich vor Erscheinen noch viel ändern kann. Solche Informationen finde ich im Netz aktueller und umsonst, dazu benötigt man keine Fachjournalisten.

Was ich hingegen von Fachjournalisten eines Printmagazins erwarte, und genau das wurde in den letzten Jahren immer weiter zurückgeschraubt, sind beispielsweise die Kommentarkästen am Anfang eines Heftes, in denen aktuelle Trends und Kapriolen der Spieleszene kommentiert werden - und zwar aus der Backstage-Sicht von Fachjournalisten mit ihren Kontakten in die Szene und dem Fachwissen, Geschehnisse richtig interpretieren und einordnen zu können!

Ich kann mich noch daran gut erinnern, dass vor einigen Jahren ein gewisser Boris Schneider mit ganz ähnlichen Bedenken versuchte, das Ruder der PC-Player herumzureißen (Stichwort: Sternchenwertung) und damit ganz böse baden ging - wie er im Spieleveteranenpodcast selbst zugegeben hat. Es gab seinerzeit auch ein Ableger-Magazin der PC-Player, das versucht hat, Spieletests mit Lifestyle und Unterhaltungselektronik zu verbinden, und ebenfalls den Bach hinunter ging.

Auch wenn ein paar Wenige sich ein "Cicero" der Spielemagazine wünschen, es gibt keinen Markt dafür. Und ich würde es auch nicht kaufen, weil mir diese Meinungs-Schickeria mit ihrem gestelzten Gehabe ganz gehörig auf den Senkel geht.

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13200 - 7. September 2011 - 12:42 #

Hört, hört, bin mal gespannt ob es von Christian Schmidt dazu eine Antwort geben wird.

RyuKawano 11 Forenversteher - 611 - 7. September 2011 - 12:46 #

Ich sehe leider schon die gegenseitigen Beleidigungen aufeinander zufliegen...
Es ist nun mal ein heißes Thema und da ist schon mal schnell jemand auf 180. Allein schon, dass ein alter Bekannter wie Mick Schnelle sofort dazu Stellung nimmt ist an Brisanz nicht zu überbieten.

Cubi 17 Shapeshifter - P - 6065 - 7. September 2011 - 16:49 #

Warum muss so etwas öffentlich sein? Das hilft niemandem, es bringt lediglich Schärfe rein.

hoschi 13 Koop-Gamer - 1461 - 7. September 2011 - 18:58 #

weil es sonst niemanden was nützt. Was bringt solch eine Diskussion hinter verschlossenen Türen...

Kai 14 Komm-Experte - 2229 - 7. September 2011 - 12:48 #

Fundierter Brief, bitte offziell an den "Spiegel" schicken oder unter Feedback einreichen.

Mich überzeugt vor allem Micks Kostenargument: Spiele sind gegenüber anderen Medien (Musik, Bücher, Videos) so teuer, dass Kunden mit begrenztem Budget (und wer ist das nicht?) fundierte Tests als Kaufentscheidung brauchen.

Deshalb wäre es meines Erachtens eher interessant gewesen einmal zu diskutieren, welchen Redaktionen man heute noch trauen kann und welchen nicht, statt einzufordern, Tests zu intellektualisieren. Ich möchte in Produkttests bitte weiter Klartext lesen.

avalonash (unregistriert) 7. September 2011 - 13:45 #

Ach komm, dieses Spiele müssen wie ein teures Haushaltsgerät getestet werden (Herr Schnelle disqualifiziert sich in meinen Augen ja selbst mit dem Beispiel Autotest. Das ist doch genau was CS kritisiert hat) weil sie teurer sind als Buch oder Film ist doch inzwischen total überholt und zeugt doch nur davon, dass die hiesigen, althergebrachten Spieleredaktionen den Wandel der Branche komplett verschlafen haben.

Der Spielemarkt hat sich doch so stark vom reinen 45 Euro Vollpreistitel weg diversifiziert, dass das einfach nicht mehr stimmt. Spiele erscheinen in großer Zahl im Preissegment von 0-60 Euro. Und schon dem Umfang vieler F2P RPGs sind die Magazine in immer knapperen Testzeiträumen überhaupt nicht mehr gewachsen, an 5-15 Euro Indi-Meisterwerke wie Braid, Limbo oder World of Goo versagen alte Kriterienkataloge, GameStar scheitert ja schon am Episodenformat der Telltale Adventures und kriegt es nichtmal auf die Reihe eine 5 Folgen-Staffel als ganzes zu bewerten. Obwohl Back to the Future nur als ganze Staffel für selbst dann noch günstige 25-30 Euro (Releasepreis) kaufbar ist, wird da jede Einzelepisode in der Umfang-Note mit 4-5/10 abgestraft. Bei social games versagt so ein System dann völlig, weil man hier nicht mehr das Gerüst aus Technik und Spielmechanik als hauptsächlichen Spassbringer bewerten kann sondern die Interaktion mit den anderen Mitspielern. Da können sie auch gleich versuchen Brettspiele wie Monopoly in ihr starres Checklistenschema zu pressen.

All das hat man in den Printmagazinen aber lange verdrängt. Da wurden die altbekannten Vollpreistitel des Monats getestet und den Rest des Marktes hat man verdrängt und das mit einem elitären Core-Gamer-Standesdünkel übertüncht, mit dessen herablassender Haltung auf alles, was nicht ins alte Schema passt, man gleich eine prima Rechtfertigung parat hatte.

Außerdem gibt es auch reichlich Magazine für Film- und Musikbesprechungen - und denen geht es komischerweise auch ohne checklistenhaftes 100er Wertungssystem weit besser als den rasant kollabierenden Spiele-Print-Magazinen. Und die kommen auch zu klaren Empfehlungen und darüber hinaus auch oft zu klaren Einordnungen ins Genreumfeld mit Hervorhebung der Alleinstellungsmerkmale.

Schnelle schreibt hier doch nur seinem alten Klientel der vermeintlichen Core-Gamer nach dem Mund, jene die mit oft beissendem Fanatismus auf statische Genre-Regeln bestehen und sich eben genau an diesem leidigen Standard-Feature abhakenden Fachjournalismus klammern und nach Innovation schreien, während sie aber bei jeder Abweichung vom Althergebrachten gleich "Casualisierung, Nichtkauf und Boykott" plärren. Und genau das ist die Nische, von der sich - wie CS das so treffend geschrieben hat - die Zeitschriften vor sich hertreiben lassen. Da müssen sich dann die Angebote in Print wie Online plötzlich gegenseitig darin überbieten ihre core-gamer-lastigkeit zu betonen, was allein auf 4players.de oft ins total kindische abdriftet. Na wehe, wenn man da in einem Rollenspiel ungestraft irgendwo was klauen darf und die Charakterblätter in weniger als 30 Minuten durchschaubar sind. Genres mixen und diese Dogmen aufweichen? Ein in der Wertung deutlich abzustrafendes Sakrileg! Und darauf schüttelt sich dann die selbsternannte Core-Gamerschaft mit ihren unbeugsam superkritischen Krawall-Testern die Hand und man fühlt sich als letzte Bastion der echten Spieler unter all diesem zu verachtenden social Zeug.
Allein das ist so ein Bullshit, dass ich all diesen Magazinen die erlösende Insolvenz dafür wünsche.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 14:16 #

Du hast den Mick glaub ich nicht verstanden. Der Vergleich mit dem Autotest ist höchst passend, was ist deiner Meinung nach daran falsch?

Roland Austinat Freier Redakteur - 3293 - 7. September 2011 - 23:29 #

Wie viele Menschen, die ein Auto kaufen, lesen vorher den Test in einem Automobilmagazin? Eben.

skelethor 13 Koop-Gamer - 1494 - 8. September 2011 - 14:23 #

Ja wie viele denn? ;) Ich weiß es nicht....deswegen ist dein "eben" irgendwie völlig Aussagenfrei ;)

Ikew (unregistriert) 7. September 2011 - 14:41 #

Tatsächlich würde ich mir niemals solch ein Magazin kaufen, wie es sich Herr Schmidt vorstellt. Für mich ist es wesentlich Mogelpackung von Qualität abzugrenzen. Und das ist leider selten vor dem Kauf der Ware möglich.

Geschriebene Eindrücke, wie ein Fazit, haben für mich wesentlich mehr Stellenwert als ein Wertungs-/Rangsystem. Es nützt mir ja wenig, wenn das Spiel grafisch toll aussieht aber einfach keinen Spaß macht.

Subjektive Kriterien zu objektivieren ist einfach größtenteils zum Scheitern verurteilt. Manch Indie Spiel macht mehr Spaß als ein AAA Titel und bekommt dann Abzüge wegen Grafik und Spieldauer (die einfach nicht relevant sind bei manchen Titeln) In diesem Punkt stimme ich Herrn Schmidt zu.

Ich lese gerne qualitativ hochwertige Artikel. Alle 1-2 Monate sind welche hier auf Gamersglobal zu lesen. Artikel die sich mit Erlebnissen der Branche, Hintergrundwissen und aktuellen Spielgeschehen auseinandersetzen. Insofern bin ich dafür dankbar.

"In Zeiten, in denen Videospiele als Medium mit gesellschaftlicher Aussagekraft, als Kulturgut und Kunstwerke gelten wollen, behandelt die klassische Spielekritik sie in erster Linie als Produkt." (Schmidt)

Das sehe ich anders. Vielmehr bekommt man den Eindruck die Spieleindustrie setzt meist auf niedrige Instinkte. Intelligent erzählte Story, ungewöhnliche Konzepte und Risiko erlebt man in den seltensten Fällen.

Die Branche wiederholt sich und das nicht erst seid gestern. Immer gleiche Spiele werden erschaffen, die sich durch ein Zahl hinter dem Namen, mehr Gewalt oder bessere Grafik unterscheiden. Das ist für mich keine Medienkunst.

Die Aussage, der Gamingjournalismus befindet sich in einem bedenklichem Zustand, kann man unterschreiben. Letztendlich findet man auch im Journalismus wenig Risiko und versucht Ressourcen abzubauen (Das ist jedoch nicht nur in der Gamingbranche so). Insofern begrüße ich GG als Projekt, dass sich hoffentlich rentiert.

vicbrother (unregistriert) 10. September 2011 - 15:24 #

GG hat auf jedenfall Potential: In dem Report über die wichtigen Eigenschaften in Rollenspielen, eine Debatte über KI in den Spielen und der Beitrag über die Oblivion-Mods ist jedenfalls das Potential von GG erkennbar: Ein Austausch zwischen Usern und Developern.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 15:23 #

Dein Kommentar liest sich so, als würdest du das, was Christian möchte, super finden. Denn genau das ist es ja: Spannende, leserliche Kritiken. Gut, Dinge, die die Meta-Ebene betrachten, willst du offenbar nicht. Aber würde es dich stören, davon zusätzlich zu lesen, wie es Christian ja in seinen eigenen Artikeln oft vorgemacht hat?

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 14:42 #

1+

Pitzilla 18 Doppel-Voter - - 11025 - 7. September 2011 - 15:23 #

Volle Zustimmung, bis auf die Insolvenz im letzten Satz. Ich bin da aber auch eher bei Christian Schmidt als bei Mick Schnelle. Das Autobeispiel ist total deplatziert und spricht für die Aussagen von Herrn Schmidt.

Z 12 Trollwächter - 1009 - 10. September 2011 - 12:07 #

Super Kommentar, avalonash.

volcatius (unregistriert) 7. September 2011 - 12:51 #

Zum Begriff des "Ultras":
Meines Wissens sind das fanatische Fans, aber eben NICHT gewaltbereite Hooligans, für die Fußball bestenfalls ein Nebenprodukt von Schlägereien ist.
Ultras sind die Hardcore-Fans, welche Choreografien im Stadion veranstalten, zu jedem Auswärtsspiel fahren und sich mit ihrem Verein auch außerhalb des Platzes beschäftigen.

brabangjaderausindien 13 Koop-Gamer - 1449 - 7. September 2011 - 12:58 #

ihrem diskurs zum thema "was sind ultras wirklich?" kann ich nur nickend zustimmen. ultras mit gewaltbereitschaft und radikalität gleichzustellen ist leider wirklich ein schwerwiegender auffassungsfehler.

trotzdem, nur zu anregung (falls herr schmidt wirklich jene fälschlichen ultras gemeint hat): haben sie schon einmal einem 12 jährigen beim gta spielen zugeschaut und dabei, wie er sich danach so unter gleichaltrigen aufführt?
ohne jetzt die alte "videospiele führt zu gewaltakten" diskussion von neu anfachen zu wollen, aber ich denke schon, dass es da einige gewaltbereite shooter-fans gibt, denen man sicher auch als ehemaliger gamestar redakteur (schauderhaft) das eine oder andere mal richtig begegnet ist...

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 13:21 #

Habe nur mal ner 12jägrigeN beim GTA3 zocken zugeschaut. Konnte nichts auffälliges beobachten. Mehr Infos bitte!

Gigi d'Angostura 10 Kommunikator - 542 - 9. September 2011 - 13:05 #

deshalb ist ja auch GTA 3 erst ab 18...

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 12:58 #

+++++++++++++++++++++++

Nur um das nochmal zu unterstreichen!

armorium 09 Triple-Talent - 264 - 7. September 2011 - 13:00 #

Ja, das stimmt. Ultras sind NICHT die Steigerung von Hooligans, sondern wie volcatius schon beschrieben hat.
Herr Schnelle, was Ultras sind, steht sogar schon in wikipedia. So viel zum Thema grundlegende Ausbildung bzgl. der journalistische Recherche.

EbonySoul 16 Übertalent - P - 4440 - 7. September 2011 - 14:21 #

Wer zu einem Wortklauberwettbewerb mit einer Wikipedia Definition kommt hat schon verloren der Duden sagt zu "Ultra": "[rechtsradikaler] Hooligan (besonders in Spanien und Italien)" (http://www.duden.de/rechtschreibung/Ultra#Bedeutung2)

armorium 09 Triple-Talent - 264 - 7. September 2011 - 14:27 #

Da hast du recht! Der Duden ist aber auch nicht unbedingt besser!

El Cid 13 Koop-Gamer - 1658 - 7. September 2011 - 13:04 #

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++. Sowas von /sign.

John of Gaunt Community-Moderator - P - 51773 - 7. September 2011 - 13:04 #

So sieht das aus. Teilweise sind unter den Ultras zwar auch gewaltbereite, aber eine Gleichsetzung beider Begriffe ist definitiv falsch.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 317186 - 7. September 2011 - 13:29 #

Danke, ich habe das mal entschärft im Text.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 13:54 #

Ohne es wirklich besser zu machen. Es gibt einen Begriff für die teils gewaltbereiten Fans und der ist Hooligan und nicht Ultra.

armorium 09 Triple-Talent - 264 - 7. September 2011 - 14:19 #

Es wurde zwar jetzt enschärft, ist aber nicht besser. Ultras werden jetzt in die Ecke gewaltbereiter Menschen gestellt, weil es da ein paar Idioten gibt. Genau über so eine Pauschalisierung haben sich die Gamer vor 2 Wochen auch aufgeregt....
Ultras sind Fans, die sehr viel Zeit und Leidenschaft in ihr Hobby und Mannschaft stecken. Im Games-Bereich werden die Hardcore-Gamer oder "Enthusiasten" (Zitat Schnelle) genannt. Herr Schmidt hat also ein Vergleich mit der Fanszene aus dem Fussball gesucht und Herr Schnelle hat es wegen falschen Hintergrundwissen falsch verstanden. Tja, Vorurteile über Teile der Gesellschaft gibt es nicht nur bei RTL.

Valiant (unregistriert) 7. September 2011 - 15:39 #

Wenn man sich ansieht, was über Jahre hinweg die sogenannten "Ultras" im Fußball an Schaden angerichtet haben, dann ist der Begriff schon gerechtfertigt.

"Ultras" sind sehr wohl häufig gewaltbereit und i. d. R. fanatisiert, ich würde auf solche Leute im Stadion sehr gerne verzichten - man denke z. B. an das unverschämte, dummdreiste Gebahren der Bayern-Schickeria anlässlich der Verpflichtung Manuel Neuers oder der unfassbare Angriff auf den Nürnberger Bus, der dessen Fahrer ein Auge gekostet hat.

Gerade in diesen Tagen sind es wieder die von dir verharmlosten "Ultras", die beharrlich und ignorant gesundheitsgefährdende Idiotien wie das Anzünden bengalischer Feuer im Fanblock durchsetzen wollen.

El Cid 13 Koop-Gamer - 1658 - 7. September 2011 - 15:42 #

Das sind ein Teil der Fans die totale Idioten sind! Fahr mal nach Düsseldorf, wenn Fortuna spielt.
Die Ultras da sind keineswegs gewalttätig, genau wie viele andere Ultras bei anderen Vereinen auch!
Klar, es gibt teilweise Ausnahmen, aber das ist trotzdem nicht gerechtfertigt, alle Ultras als extreme Hooligans zu bezeichnen!

Valiant (unregistriert) 7. September 2011 - 16:00 #

Ich kenne natürlich nicht jeden Ultra in Deutschland persönlich, aber zumindest die bayerische Variante hat bei mir spätestens seit dem Neuer-Hickhack ziemlich verschissen.

In Italien sieht es übrigens ähnlich aus, vielleicht liegt's an den südlichen Temperaturen...

Koan Neuer (unregistriert) 7. September 2011 - 17:25 #

Wo waren die denn gewalttätig?

Regular_John 08 Versteher - 199 - 8. September 2011 - 21:44 #

das Problem ist, dass eben die paar gewalttätigen Fans, die unter der Ultra's Flagge stehn in der Masse auffallen.

Ein normaler Fan mit Flagge steht nicht in der Zeitung - ein Fan mit Flagge der einen anderen vermöbelt schon.

Klischee und Vorurteile. (was jetzt nicht heißt, dass es dort keine Hooligans gibt - aber die gibts sowieso in jedem Club bzw. in jeder Fangemeinde) (leider)

anonymer Onkel (unregistriert) 7. September 2011 - 20:32 #

Ah, da hat sich jemand umfassend mit dem Thema beschäftigt, ich merk's schon. Ich nehme an, dass du Sylvester auch als gesundheitsgefährdende Idiotie betrachtest?! Lustig in dem Zusammenhang, wenn Kommentatoren bei Spielen mit griechischer oder türkischer Beteiligung beim Abbrennen von südländischer Folklore und südländischem Temperament sprechen, während deutsche Fans einfach nur Idioten sind.
Übrigens, mit deiner Argumentation ließe sich problemlos auch ein sogenannter "Moslem" verunglimpfen.

Valiant (unregistriert) 9. September 2011 - 18:32 #

Ich halte Silvester (der übrigens immer mit "i" geschrieben wird, Sylvester mit "y" gibt es nur als Vornamen) und das damit verbundene Brauchtum tatsächlich neben Fastnacht für einen Tiefpunkt menschlicher Kultur und schändliche Geldverbrennung - es steht natürlich auch hier wieder jedem frei, das ganz anders zu sehen.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9103 - 10. September 2011 - 22:15 #

Durch das Böllern und Knallen ist es halt gerade für Kinder super Interessant und Cool ^^

Aber hin und wieder Knall ich auch Silvester gerne je nachdem ob was zu knallen da ist, selbst ein paar Tage vor Silvester böller kaufen ist eher selten.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9103 - 10. September 2011 - 22:13 #

Ultras sind in der Regel schon negativ behaftet. Da kann man sich natürlich weider haarklein streiten wie sie denn jetzt zu nennen sind die gewaltbereiten Fußballfans.

Ich würde sie gewaltbereite Fußballfans nennen.

Wenn ich mir polnische Ultras angucke und einige englische dann muss ich schon sagen, das sich Ultra als positiver Begriff nicht halten kann ^^

Genauso blöd finde ich jetzt das nachträgliche Diskutieren darüber ob wenn ein Schüler in der Schule mit Waffen Menschen ermordet, ob es nun ein Massenmord ist, oder ein Amoklauf.

Acker (unregistriert) 7. September 2011 - 15:34 #

Danke dafür, wollte ähnliches hier auch anführen

PatrickF27 10 Kommunikator - 432 - 7. September 2011 - 12:52 #

Sorry Herr Schnelle, aber Sie haben glaube ich Herrn Schmidts Intention einfach nicht verstanden - oder wollten es nicht?
Es geht um Computerspiele als intelligentes Medium, welches im besten Fall ein perfektes Konglomerat aus Interaktion, Literatur und filmischen Mitteln ist. Warum darf ein Medium, welches so viele Künste beinhaltet nicht auch auf einer Metaebene besprochen werden? Weg von Grafikkarten, Waffentypen, Levelanzahl? Hin zu Gefühlen, Interpretation, Einordnung in einen größeren Kontext?
Das muß möglich sein. Kunst löst Gefühle aus. Ein Nutzgegenstand wie ein Auto eher selten. Warum sollte man beides auf einer gleichen Ebene besprechen? Wir müssen einfach weg von "Kaufempfehlung" und merkwürdigen "Spielspaßbewertungen" und hin zur echten "Game-Kritik", nur dann bringen wir das Medium weiter.

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 7. September 2011 - 12:56 #

Weil es um Kaufberatung geht. Ich würde mir auch gern ein Kino oder Büchermagazin wünschen, das mir Beratung gibt statt Klugscheißereien über Gott, die Welt und bei denen ich nicht den Eindruck habe, der Autor schreibt für sich und seine drei Freunde und hört sich selber gerne reden...

PatrickF27 10 Kommunikator - 432 - 7. September 2011 - 13:14 #

Aber genau daraum geht es doch. Beratung gibt's online noch und nöcher. Rezensionen bei Amazon, Blogs, Forendiskussionen, Videos u.s.w. Was Print halt noch liefern könnte was online nicht abdeckt wäre Qualitätsjournalismus auf einer anderen Ebene. Das wäre nie und nimmer ein Massenblatt, aber hätte eine treue Fangemeinde im intellektuellen Spektrum der Gamer, die auch über ihr Hobby hinaus kulturell interessiert sind. Vielleicht etwas ähnliches wie die Splatting Image im Filmbereich.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 13:28 #

Hallo Patrick,

Bei Amazon finde ich unter einem Spiel 10 Bewertungen mit 5 Sternen, wo Fans völlig unreflektiert das Spiel huldigen, weil sie Fans der Serie sind. Dann gibts 3 mal 1 Stern, weil es bei den 3 Leuten nicht läuft.
Schlauer ist man danach auch nicht, und ein Vergleich zu Spieletests in keinster Weise.

Du klingst hier ja so, als ob es in Spielemagazinen noch nie um die Story oder Bedeutungen von Spielen ging, was eindeutig falsch ist. Zwar hält sich das in Grenzen, aber ich will in einem Spieletest nicht die Interpretation eines Redakteurs zum Titel lesen, sondern meine eigene Interpretation während des Spielens erarbeiten.
Ich will Eckdaten erfahren, wie das Spiel läuft auf einem Durchschnittssystem, ob es viele Bugs gibt, und bei der Story (sofern es sich um ein Sotrylastiges Genre handelt) möchte ich wissen, wie stark sie einen ins Spiel zieht, oder ob sie grobe Schnitzer enthält, und eine grobe Einführung in die Story, damit ich weiß, worum es geht. Auf keinen Fall will ich irgendwie gespoilt werden.

PatrickF27 10 Kommunikator - 432 - 7. September 2011 - 13:41 #

Klar, das kann ich alles nachvollziehen, aber wie ich schon schrieb, dafür gibt's online doch genug Informationsmöglichkeiten. Man wird mit Gameplay-Trailern und First 15 Minutes - Videos überhäuft. Bugs und Systemanforderungen kann man locker leicht in Foren erfragen.
Aber Intentionen der Macher, Interpretationen der Handlung, (Pop)kulturelle Einflüsse oder einfach nur subjektive Empfindungen beim Spielen, all dies wird viel zu viel außen vorgelassen. Und auch sprachliche Qualität bei einer Kritik kann man eben nur bei einem versierten Journalisten erwarten.

Spezieh 18 Doppel-Voter - 9406 - 7. September 2011 - 13:46 #

Man ließt aber einen Test, weil man nicht selbst erst überall im Internet recherchieren will. Und wenn jetzt JEDER Tester nicht mehr auf Herz und Nieren testet, sondern Interpretiert, dann hat sich das auch mit dem Informieren.

Zusätzlich was schöngeistiges zum Spiel. Gerne. Bereichert die Sache sicher, aber Fakten müssen in einen Test. Sonst ist es NUR eine Meinung/Interpretation aber kein Test.

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 8. September 2011 - 3:37 #

Christian Schmidt und vor allem auch Gunnar Lott sagen ja auch genau das: Wenn man das Spielerlebnis leserfreundlich beschreibt und gleichzeitig genauso tiefgründig testet wie bisher, hat man das Optimum erreicht.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 14:23 #

Aber genau so gut kann ich auch die tiefergehende Interpretation im Internet erfahren, da gibts ebenso Blogger usw. die das tun.
Auch hier kann ich das Argument bringen, dass eine breitere Masse von Vorteil ist. Ich möchte viele Interpretationen zum Titel lesen, nicht nur die eines einzigen Redakteurs, und dadurch dann evtl. meine eigenen Gedanken zum Spiel erweitern. Dass ich in Foren nicht immer auf die sprachliche Gewandheit eines Redakteus treffe mag sein, aber dafür finde ich dort viel mehr und auch auseinandergehende Interpretationen.

Außerdem bin ich nicht sicher, ob ich wirklich in oder statt eines Spieletests eine Auslegung der Story lesen will. Ich möchte mir während des Spielens meine Gedanken zum Spiel machen, eigene Interpretationen finden, und dann hinterher mit Leuten über das Spiel reden und die Meinungen anderer Einholen. D.h. ich würde mir ein MAgazin mit einem solchen tiefgehenden Test kaufen, aber könnts erst n Monat später lesen, wenn ich mit dem Spiel durch bin.

Nein - Test sollten so bleiben wie sie sind. Die tiefgehende Behandlung des Inhalts kann von mir aus in einer extra Sektion geschehen, eine neue Kategorie in der Zeitschrift, und sollte dann sinnigerweise auch etwas später erfolgen, damit man das Spiel auch schon gespielt haben kann. Dann hätte ich durchaus nichts dagegen und würde es wohl auch interessiert lesen, aber an den bisherigen, techniklastigen Tests, ist meines Erachtens rein gar nichts falsch.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 13:55 #

Mit deinem Amazon-Absatz hast du Recht, aber es gibt da auch noch andere Punkte:
- Viele Spieler sind nach deren eigener Aussage, die man vor allem bei Wertungsdiskussionen immer liest, viel eher bereit, Amazon-Rezensionen als Fachmagazin-Wertungen, weil sie, so das häufige Argument, tatsächlich von Spielern stammten. Der "Von Freunden für Freunde"-Aspekt von Mick ist ja ein schöner Ansatz, in der Realität funktioniert das aber nur noch sehr selten. Eben auch, weil sich viele Redakteure schon jetzt als Elfenbein-Schreiber verhalten -- ganz ohne Schmidts Vorschläge umgesetzt zu haben.
- Bei vielen ist die Glaubwürdigkeit dieser Medien durch Falschwertungen und Unverständnis des Wertungssystems weit zurückgegangen. Und wenn eine Person den Wertungen nicht mehr traut, dann hat für sie das Heft natürlich genau dann keine Daseinsberechtigung mehr, wenn es sich nur auf die Kaufberatung konzentriert. Wenn die versagt, wird das Heft substanzlos.

Dein zweiter Absatz zeigt, dass du (wie viele andere) nicht verstanden hast, worum es Christian Schmidt geht. Er spricht nicht davon, all diese Eckdaten künftig nicht mehr zu beschreiben. Das steht nirgendwo, trotzdem meinen das alle gelesen zu haben. Es geht nur darum, das Verhältnis der beiden Aspekte zu verändern und mehr auf die Metaebene einzusteigen. Wenn du das nicht lesen willst, ist das natürlich kein Problem: Normale Tests gibt es schließlich zu tausenden im Internet. Auch ein Grund, warum es keine schlechte Idee ist, etwas anderes zumindest zu versuchen.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 14:34 #

Zum zweiten Absatz: Explizit sagt er das nicht, aber er kreidet diese Detaillierte Bewertung finde ich schon mehr als einmal an, sodass ich das da sofort reingelesen habe. Wie in meiner 2. Antwort auf Patrick oben gesagt finde ich, dass man die beiden Arten des Testens (wenn man eine tiefergehende Beschäftigung mit den Inhalten überhaupt als Test deklarieren will) einfach nicht zusammen in einen Artikel passen. Das müsste dann schon so klar voneinander abgegrenz sein, dass man es, wegen des Faktors "erst durchspielen" am besten gleich in zwei Hefte packt.

Dass Spieletests an sich in den Magazinen immer mehr an Qualität verlieren ist eine andere Sache. Vom Prinzip her stimmen die Tests noch, sie sind nur zu schlampig. Selber habe ich keinen Einblick in die Branche, aber wenn Mick schreibt, dass Redakteure zunehmend durch Praktikanten ersetzt werden, wundert mich das auch nicht weiter, allerdings frage ich mich, wieso es denn der Herr Schmitt unter seiner Fuchtel überhaupt so weit hat kommen lassen. Ich meine, wenn wir nicht mal mehr Redakteure haben, die gescheit genug das Spiel auf Showstopper-Bugs testen können, dann werden diese gleichen Redakteure wohl kaum in der Lage sein, eine fundierte Interpretation der Story zu geben.

Meine Referenz für die Qualität wären die Tests aus den Magazinen von ca 95-2002, in der Zeit habe ich hauptsächlich PC Player und dann Gamestar gelesen.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 15:28 #

Ich finde schon, dass man beides auch wunderbar in einen Artikel bringen kann -- eben auch, um die trockenen Fakten spannender zu präsentieren. Eine Trennung wäre da doch nur unnötig und künstlich, schließlich ist es am Ende doch nur eine Kritik.
Es geht auch nicht darum, zwangsweise immer eine Auslegung der Story zu schreiben. Liest, hörst oder siehst du Filmkritiken in Fernsehen oder Radio? Dort hat man danach auch nicht das Gefühl, den Film nicht mehr sehen zu müssen, weil man die Geschichte schon kennt oder weil sie schon für einen ausgelegt wurde. Zudem schreibt Christian ja ganz bewusst auch, dass Artikel Geschichten erzählen sollten, und zwar eben gerade nicht die Geschichten aus Spielen.

Man liest hier auch immer, dass Schmidt durch seine Machtposition etwas hätte verändern sollen. Dabei sollte man nicht vergessen, dass er nicht Chefredakteur, sondern stellvertretender Chefredakteur war. Das ist ja gerade bei der Durchsetzung neuer Ideen noch ein gewaltiger Unterschied, wenn der Chefredakteur dagegen ist ;)
Und als Konsequenz steigt man dann eben aus.

vicbrother (unregistriert) 7. September 2011 - 15:15 #

Wenn Free2Play und Demos vor Release der Standard wären, würden Spielezeitschriften auf Dauer wohl verschwinden. Über YouTube und Blogs bewerten und zeigen tausende von Spielern Spiele und geben einem damit einen Überblick. Ein wenig Struktur mit einer Portalsseite und schon wären die Spielezeitungen in Gefahr. Nur solange es die Demo vor Release nicht gibt, wird es noch Spielezeitungen geben.

vicbrother (unregistriert) 7. September 2011 - 15:10 #

Die Bewertungen von Amazon sind teilweise lustig. Ich erinnere mich an einen Film über den amerikanischen Bürgerkrieg, wo son "Fachmann" es als unglaubwürdig hinstellte, dass sich Menschen aufreihen um sich dann gegenseitig zu beschiessen. Tja, kein Plan von Technik und Taktik der Zeit, aber für einen Superfilm (ich meine es war "Gods and Generals") nur einen Stern vergeben. Sorry, das geht ja mal gar nicht.

avalonash 12 Trollwächter - 1147 - 7. September 2011 - 14:46 #

Puh, so eine platte Pauschalisierung!
Aber solange man die Fürsprecher eines zB Filmrezensionsstils mit solcher Vorurteilsstreuerei schön weit in die snobbish-intellektuelle Ecke drängen kann, muss man sich ja auch nicht ernsthaft mit den Möglichkeiten und neuen Herausforderungen einer anderen Herangehensweise auseinandersetzen, gell?
Klar gibt es manch ein Feuilleton, das sich allzu hoch schraubt, aber das müssen ja genausowenig die Vorbilder sein wie die primitiven, fast mundartlichen PC Action Artikel oder die altklugen Kalauerkanonaden eines Michael Graf (GameStar).

Natürlich kann man ein Entertainment-Produkt als ganzheitliches Werk betrachten und eine treffende Beschreibung über seine Funktionsweisen und Wirkungen abgeben, ohne es wie ein blödes Auto in Einzelwertungspunkte auseinanderzumontieren.

Bei Filmen wäre es geradezu lächerlich, wenn man so einen Wertungskasten hätte und da gibt es neben der handvoll gerne zu Ablehnungszwecken heraufbeschworenen Schöngeistelite auch reichlich, reichlich versierte Rezensenten, die dir gut sagen wie sich das Werk anfühlt und welche Geschmäcker es treffen wird, ohne jetzt bescheuerte Listen von Genrestandards abzuklopfen. Ich finde es allein schon fragwürdig überhaupt auf solche Standards zu beharren und Abweichungen oft genug abzustrafen. Damit schnüren Spieleredaktionen doch heute bereits ein Korsett gegen mutigeres genremixen und zeigen sich änderungsfeindlich.

Aber ich nehme an als Simulationsexperte, also jemand im Kern der Simulationsnische der Coregamernische der Spielernische, muss man wohl den Gendanken an Spielekritik und Rezension in der Mitte der Gesellschaft missachten.

Denn der eigentliche Elitarismus geht hier doch nicht von Christian Schmidt aus, der ja eine Öffnung verlangt, sondern von Ihnen Herr Schnelle, der uns gleich als erstes mal erzählen will, was "richtige Spiele" sind, dass die 40-70 Euro kosten und alles andere... ja was eigentlich ist? Falsches spielen? Irrelevantes Spielen, weil man ja für Wimmelbilder keine Komplettlösung brauche?
Smartphone-Apps und F2P - das seien ja angeblich keine Spiele für Enthusiasten. Steams sensationell erfolgreiche Indi-Ecke oder was man so in den Humble-Indi-Packs findet wird hier gar nicht erst erwähnt. Wahrscheinlich auch nichts für Enthusiasten oder argumentativ einfach zu unbequem. Und wenn ich jetzt als enthusiastischer Gamer Age of Conan toll fand und das nun F2P geworden ist, bin ich dann auch kein richtiger Spieler mehr?

Ich finde es ein bisschen traurig wie Sie hier über diese dann wohl "nicht richtigen Spiele" die Nase rümpfen, sich selbst samt Ihrer erhofften core-gamer-Adressaten zu einer eigenen Elite unter den Gamern aufschwingen (während das bei Film natürlich totale Snobs sind, die sowas machen!) und damit ja nur das unreflektierte Tragen der Vollpreistitel-Scheuklappen bestätigen, dass Herr Schmidt seiner alten Zunft unter anderem vorwirft.

vicbrother (unregistriert) 7. September 2011 - 15:16 #

"Denn der eigentliche Elitarismus geht hier doch nicht von Christian Schmidt aus, der ja eine Öffnung verlangt, sondern von Ihnen Herr Schnelle, der uns gleich als erstes mal erzählen will, was "richtige Spiele" sind, dass die 40-70 Euro kosten und alles andere..."

Volle Zustimmung!

Roland Austinat Freier Redakteur - 3293 - 7. September 2011 - 23:31 #

Hervorragend geschriebener Beitrag - und hier

"Klar gibt es manch ein Feuilleton, das sich allzu hoch schraubt, aber das müssen ja genausowenig die Vorbilder sein wie die primitiven, fast mundartlichen PC Action Artikel oder die altklugen Kalauerkanonaden eines Michael Graf (GameStar)."

habe ich laut gelacht. :)

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 14:59 #

"Weil es um Kaufberatung geht."

Sagt wer? Kaufberatung mit Benchmarkliste für Ultras gleichzusetzen ist falsch - und das, glaube ich, kreidet Herr Schmidt der Branche auch an. Woher kommen die den armseeligen Diskussionen, ob ein Spiel 85 oder 87% verdient hätte?

Es gibt "Tests", wie die Chip-Bestenliste oder ernsthaft recherchierte und getestete Artikel. Und dann gibt unglaubwürdige, weil abhängige Medien und es unabhängige Medien. Und Herr Schmidt kolportiert gegen ersteres.

Warum kann ein Spieletest nicht wie eine Film- oder Musikkritik sein? Ein Spiel hat für mich viel mehr mit einem Film als mit einem Auto zu tun. Und wenn der Autotest aufgebaut ist, wie ein Autoquartett, wo die meisten PS gewinnen, dann bringt mir sowas gar nichts. Bzw. das ist kein Journalismus und das kann man dann in der Tat mit Praktikanten machen. Die interessanten Artikel im Spiegel sind doch auch nicht die Kurznachrichten, sondern die ausführlichen Titelthemen, aus verdienen Perspektiven recherchiert und zusammengetragen. Und dabei spielt immer der Kontext eine Rolle. Mache ich nur einen Spieletest für mich und meine Hardcore-Gamerkumpels, die die drei Vorgänger gespielt haben oder mache ich einen Test _auch_ aus Sicht der Neuzugänge, die mit der Neuausrichtung angesprochen werden sollen? Ein Spieletester hat nicht die Aufgabe, ein Spiel für sich selbst zu testen, sondern objektiv die (Unterhaltungs-)Qualität des Titels zu beurteilen und in einen Kontext zu stellen. Das macht ihn zum Journalisten - alles andere sind Amateur-Blogger.

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13200 - 7. September 2011 - 12:59 #

Herr Schmidt hatte in seiner Position alle Möglichkeiten am Defizit des Journalismus in der Spielbranche zu arbeiten. Alles was ihm dazu eingefallen ist war ein Abschied vom Magazin und seinem Posten, um kurze Zeit danach grosse Reden zu schwingen und ehemalige Kollegen und Gamer ans Bein zu mimimien.

Das Medium darf als alles besprochen werden, am Ende entscheidet der Kunde welche Besprechung er lieber möchte, und bisher sieht es doch so aus als ob die klassischen Tests vorne liegen. Viele Versuche es anders zu machen sind gescheitert.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 13:30 #

Würd mich nicht wundern wenn er da in seinem Chefredakteuposten gelebt hat wie die Made im Speck und immer nur abfällig auf die normalen Redakteure herabgeschaut hat. Etwas zu verändern war er viel zu faul, und jetzt nach seinem Abschied hat er nochmal dick auf die Kacke gehaun. So ein Interview im Spiegel ist ja auch schon was, worauf man sehr stolz sein kann........

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 13:56 #

Er war stellvertretender Chefredakteur, das ist doch noch ein Unterschied. Mal ganz abgesehen davon, dass es mindestens genauso verwerflich ist, jetzt über Interna urteilen zu wollen, die niemand von uns kennt.

avalonash (unregistriert) 7. September 2011 - 14:00 #

Wozu solchen zusammen gemutmaßten Vorhaltungen?
Ich find es schon anmaßend von Herr Schnelle, der ja bereits seit Jahren weitgehend raus aus der Branche ist, jetzt CS vorzuhalten, er habe ja nichts gegen die negativen Veränderungen getan.
Woher will er das wissen?

Vielleicht ist es genau andersrum und CS ist gegangen, weil er es leid war gegen Windmühlen zu kämpfen, nachdem er jahrelang einen Richtungswechsel angeregt hat. So riesig ist der Einfluss eines stellvertretenden (!) Chefredakteurs innerhalb einer riesigen Unternehmensgruppe wie IDG nun wirklich nicht. Statt mutigem Richtungswechsel wird da einfach die Devise ausgegeben: Einsparungen, Praktikanten, weniger Heftinhalt, weniger Zeit pro Artikel, weniger vom teuren aber exklusiveren vor-ort-content. Und dann musst du auch als stellv. Chefred. stillhalten und versuchen dein Blatt so lange wie möglich über Wasser zu halten, während die journalistische Qualität absäuft. Und das tut sie schon seit Jahren!
Zum Glück nicht mehr allzu lange. Bei den Print-Verkaufszahlen und der stetigen Abwärtsentwicklung werden GameStar und PCGames in spätestens 5 Jahren bestenfalls noch Online existieren.
Ich würde mir das auch nicht antun wollen und Jahre meiner Kraft und Arbeit daran verschwenden, den bei diesem Kurs unausweichlichen Niedergang nur hinauszuzögern.

Lorion 17 Shapeshifter - 7471 - 7. September 2011 - 14:43 #

Als Brancheninsider und langjähriges Redaktionsmitglied der Gamestar kannst du diese Behauptung natürlich mit 100%iger Gewissheit aufstellen, da du zweifelsfrei ausschliessen kannst das Christian Schmidt jahrelang versucht hat seine Vorstellungen umzusetzen, schlussendlich aber seinen Hut nahm weil er keine Lust mehr hatte vor verschlossenen Türen zu stehen?

Nur mal so als Denkanstoss.

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13200 - 8. September 2011 - 9:18 #

Klar kann ich das behaupten, ich muss auch nichts zweifelsfrei ausschliessen. Du hast da vielleicht eine andere Meinung, so wie ich meine Meinung dazu habe, das du nicht wissen kannst ob er vor verschlossen Türen stand.

DELK 16 Übertalent - 5488 - 7. September 2011 - 21:25 #

Ich glaube, dass CS daran gearbeitet hat, seine Punkte in der Gamestar unterzubringen, vor allem wenn man sich manche Test von ihm ansieht. Wenn der Chefredakteur oder die Verlagsleitung allerdings diesen Bemühungen einen Riegel vorschieben, kann auch der Stellvertretende Chefredakteur nicht mehr tun als sich zu bemühen, diese zu überzeugen... oder ebne nach einer gewissen Zeit genervt zu kündigen, das hat er ja jetzt leider auch getan.

Crazycommander 13 Koop-Gamer - 1680 - 7. September 2011 - 13:07 #

Es gibt ja durchaus Ansätze in der Magazinlandschaft, die Frage ist aber doch: Schaffen diese es, eine hohe Auflage zu erzielen? Oder sind die dann pseudointellektuell auch wieder an der "Mitte der Gesellschaft (tm)" vorbeigerauscht. Die Rettung für die gedruckte Spielekritik sehe ich darin also eher nicht.

Ich freue mich über fundierte, detaillierte Testberichte (online sowie print) und über hochwertige Printmagazine, die den Fokus auf die Metaebene legen gleichermaßen - solange die journalistische Qualität stimmt. Und in dem Punkt stimme ich Herrn Schmidt zu: Sollte die Qualität weiter sinken, ist das Spiele-Printmagazin als solches eh nicht mehr zu retten.

Karsten Scholz Freier Redakteur - 10617 - 7. September 2011 - 13:07 #

Natürlich darf ein Medium, welches so viele Künste beinhaltet, auch auf einer Metaebene besprochen werden. Aber diese Art der Berichterstattung wird eben nicht die potentielle Haupt-Klientel eines Print-Magazins im Gaming-Bereich ansprechen. Die Verkaufszahlen von GEE und EDGE zeigen das deutlich.

Es ist auch vollkommen egal, ob du "Kaufempfehlungen" nichts abgewinnen kannst. Es ist auch egal, dass ich Wertungskästen unnötig finde. Die Zahlen am Ende des Monats (Print-Verkäufe Print, Besucherzahlen Online) entscheiden, welchen Weg ein Magazin oder eine Online-Seite geht. Und wenn die oben im dritten Stockwerk das Gefühl haben, dass sie mit einer Änderung zwar 5000 Leser vergraulen aber gleichzeitig 7000 Leser gewinnen (oder auf diese Weise genug Geld einsparen, sodass am Ende die Aktionäre trotzdem glücklich sind), dann wird diese Änderung durchgezogen.

Sebastian Conrad 16 Übertalent - 4740 - 7. September 2011 - 13:11 #

Und ich glaube, du hast den Mick nicht verstanden.

Nicht jeder Gamer sitzt Abends in seinem Sessel, raucht genüsslich seine Pfeife zu einem trockenen Rotwein und resümiert mit seinen Freunden über die Gefühle, die das Medium "Spiele" in ihrer Art und Weise in ihm Ausgelöst haben. Zumal jeder Mensch ein vollkommen anderes Empfinden hat. Wenn der Schädel zermatscht finden das einige super, andere nicht. Und das ist nur ein stumpfes Beispiel.

Wenn ich mir ein Spiel kaufe, will ich wissen

a) ob es auf meinem Rechner überhaupt läuft
b) was mich erwartet (lohnt sich die Investition)
c) bekomme ich für das Geld entsprechende Stunden an Spielzeit

Was bringt es mir zu wissen, dass Modern Warfare 3 von seiner Handlung her den Menschen daran ermahnen will, welcher Graus hinter dem Krieg steckt und mich so zum Nachdenken anregt, wenn ich es dann zu Hause liegen habe und nicht spielen kann, weils nicht auf meinem System läuft?

"Das muß möglich sein. Kunst löst Gefühle aus. Ein Nutzgegenstand wie ein Auto eher selten. "

Sag das bitte jemanden, der sich just sein Traumauto gekauft hat. Er wird dir ins Gesicht lachen. Wenn ich an meinen Polo denke, löst er sehr wohl Gefühle in mir aus. Keine Guten, aber Gefühle.

Falk 14 Komm-Experte - 1849 - 7. September 2011 - 13:23 #

Der Punkt ist: diese Infos kriegst du im Netz billiger und schneller und mit viel breiterem Sample. Wenn du dir dafür wirklich ein Heft kaufst (so richtig mit Geld), dann gehörst du zu einer aussterbenden Spezies.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:00 #

"Wenn ich mir ein Spiel kaufe, will ich wissen

a) ob es auf meinem Rechner überhaupt läuft
b) was mich erwartet (lohnt sich die Investition)
c) bekomme ich für das Geld entsprechende Stunden an Spielzeit"

Das will dir niemand nehmen, nicht einmal Christian Schmidt. Es geht nur um eine Verschiebung der Verhältnisse -- Mehr von dem einen, ein bisschen weniger von dem anderen. Und da hat Christian schon Recht: Ob es jetzt 4 oder 5 Waffen im Spiel gibt, macht im Endeffekt, wenn es darum geht, ob mir das Spiel Spaß macht, also ob es den Kauf Wert ist, nicht viel aus. So viel zum Thema "nicht verstanden" :P

Diedel (unregistriert) 7. September 2011 - 23:14 #

"Das will dir niemand nehmen, nicht einmal Christian Schmidt. Es geht nur um eine Verschiebung der Verhältnisse -- Mehr von dem einen, ein bisschen weniger von dem anderen."

Und wie war die Praxis nach dem Gamestar-Relaunch vor einem Jahr? Weniger Tests, die dafür aber kürzer als auf der Website. Der damalige stellvertretende Chefredakteur Christian Schmidt hat diese "Verdichtung" im GS-Forum verteidigt.

Vielleicht hatte er bei "Minecraft" sein Erweckungserlebnis, als er feststellen musste, dass sich dieses Spiel nur schwerlich in einen Wertungskasten pressen lässt.

Immerhin hat sein Artikel auf SPON eine Debatte losgetreten, die überfällig ist. Wie geht die Branche damit um, dass der Spielemarkt immer weiter aufsplittert zwischen Casual und Vollpreis, F2P und kommerziellen MMORPG, dass der PC als Spieleplattform stirbt, dass die digitalen Vertriebswege es ermöglichen, Spiele als Salamischeiben zu veröffentlichen, die jeden Test zur temporären Bestandsaufnahme degradieren?

Als Zugabe gibt es noch ein wenig Seifenoper. ;-)

Talaron 15 Kenner - P - 3749 - 7. September 2011 - 13:39 #

Ich muss Christian leider insofern Recht geben, dass ich den Sinn einer Spielezeitschrift wie der Gamestar auch nicht mehr darin sehe, Spiel für Spiel "abzuarbeiten" und nach einer - je nach vermutetem Leserinteresse - ein- bis zehnseitigen schematisierten Abhandlung über bestimmte Mechaniken und Besonderheiten des Spiels eine Wertung darunterzusetzen. Das kann jede Fanseite, jeder Spielerblog, jedes von Laien geschriebene Onlinemagazin besser. Denn fürs Spieletesten braucht man keine journalistische Kompetenz. Sondern nur genug Zeit und Begeisterung für das Thema, um das Spiel ausgiebig genug zu spielen, sowie einen möglichst großen Vergleichsrahmen um das Spiel einordnen zu können.

Stattdessen sollte ein Magazin versuchen, sich durch journalistische Kompetenz abzuheben - und ich denke, das ist es, worauf Christian hinauswollte. Ein Magazin sollte im Idealfall zu drei Vierteln aus Berichten und Hintergrundreportagen bestehen - mit einem Fokus auf Themen, nicht auf Titeln. Aber natürlich ist eine solche Berichterstattung teurer, und wenn sie Investigativ geschieht auch mühevoller.

Genau hier lag, wie Mick ja ehrlich zugibt, schon immer Christians Stärke. Im Recherchieren, Einordnen, Interpretieren. Und wenn Christian eben dies jetzt für den Spiegel macht, freue ich mich bereits jetzt, seine zukünftigen Artikel zu lesen.

McSpain Community-Moderator - 26455 - 7. September 2011 - 13:52 #

100%ige Zustimmung.

vicbrother (unregistriert) 7. September 2011 - 15:21 #

Volle Zustimmung.

Das Aufzählen der Anzahl der Waffen ist einfach eine plumpe Art der Werbung für eine Spieleindustrie. Das ist wie bei den "Skyrim-Facts" wo "Faustkämpfe" jetzt schon als SUPERDUPERNEUERUNG verkauft werden. Traurig, wenn Redakteure nur Fakten nacherzählen, als selber kritisch zu hinterfragen.

Lorion 17 Shapeshifter - 7471 - 7. September 2011 - 15:54 #

Wobei das bei Skyrim aber auch bloss irgendwelche Twittereinträge von nem Videospielehändler sind.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 16:11 #

Ja, beim Spiegel ist er wirklich genau richtig. Dem Medium derjenigen, die denken, sie verstehen was...

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 16:10 #

"Es geht um Computerspiele als intelligentes Medium, welches im besten Fall ein perfektes Konglomerat aus Interaktion, Literatur und filmischen Mitteln ist. Warum darf ein Medium, welches so viele Künste beinhaltet nicht auch auf einer Metaebene besprochen werden?"

Darf es ja. Nur - wo sind denn bitte die Spiele, die das überhaupt hergeben? Die kann man doch an einer Hand abzählen.

Und genau das enthüllt Schmidts Forderungen als eitles Gehabe. Auch er müsste sehen, das unter den tausenden Spielen, die jedes Jahr erscheinen, höchstens _ein_ "perfektes Konglomerat aus Interaktion, Literatur und filmischen Mitteln" ist. Die restlichen Spiele kann man sehr gut altmodisch testen. Er macht also eine Riesenabrechnung, die nur auf 0.1% der Spiele passt, um sich selbst zum großen (und einzigen) Spieledenker hochzustilisieren.

DELK 16 Übertalent - 5488 - 7. September 2011 - 21:23 #

Nein. Das Problem ist, dass sich Spieletests vieler Zeitschriften immer noch als objektiv verstehen. Das Problem dabei ist nun mal, dass Computerspiele Kunst sind, zumindest zu Teilen, und ich Computerspiele deswegen nicht wie eine Waschmaschine beurteilen kann. Computerspiele sollen nun mal Gefühle auslösen, egal ob jetzt Romantik oder Aggression oder Wut oder irgendwelche anderen. Und wenn ich einen Spiele"test" schreibe, muss ich auf die nun mal eingehen, und meiner Meinung nach sind die nun mal wichtiger als beispielsweise die Grafik (solange die den Spielspass nicht empfindlich beeinträchtigt). Wenn aber mehr auf die technischen Aspekte als auf alles andere Wert gelegt wird, kommen dann Dinge wie der Gamestar-Test zu Crysis heraus. Ohne Frage ein gutes Spiel, aber das beste Spiel seit Jahren? Wohl kaum. Es geht ja auch gar nicht darum, Dinge wie die Grafik völlig aus dem Test zu schmeißen, sondern einfach darum, anderen Dingen mehr Platz einzuräumen.

Diedel (unregistriert) 7. September 2011 - 23:33 #

"Das Problem dabei ist nun mal, dass Computerspiele Kunst sind, zumindest zu Teilen, und ich Computerspiele deswegen nicht wie eine Waschmaschine beurteilen kann."

Computerspiele sind zunächst einmal Waren, die verkauft werden sollen. Und es ist nun mal eine (bedauerliche) Tatsache, dass sich das immer Gleiche besser verkauft, als ein innovatives Spiel voller neuer Ideen oder gar mit Anspruch.

In den Verkaufcharts stehen die Sims- und WoW-Addons, die CoDs, die FIFAs.

Neuerdings gibt es immerhin einen erfreulichen Trend zu preiswerten Indie-Games wie Braid, World of Goo, Machinarium, Minecraft, Terraria, Limbo etc.

Tigerfr0sch 15 Kenner - 3072 - 7. September 2011 - 16:26 #

"Kunst löst Gefühle aus. Ein Nutzgegenstand wie ein Auto eher selten."
Bei mir löst Kunst weniger Gefühle aus als ein Auto. Und jetzt du wieder ;-)
Worauf ich eigentlich eingehen möchte ist deine Anmerkung zu Spielen als intelligentes Medium und die Einordnung in den großen Kontext. Ich lese die GameStar gelegentlich immernoch und muss ehrlich sagen das mir die "Tests" von Herrn Schmidt mit Abstand am wenigsten gefallen haben. Wenn ich eine Produkbeurteilung, was ein Test letztendlich darstellt, lese, dann interessiert mich die Meta-Ebene überhaupt nicht. Wenn das Spiel als solches einfach schlecht ist dann nutzt es mir persönlich nichts in einem Test über die weitschweifenden Ausführungen unserer Gesellschaft zu lesen. Und genau das Gefühl hatte ich in den letzten "Tests" von Christian Schmidt in der GameStar. Da wurde philosophiert und an alte Zeiten erinnert, Vergleiche zu anderen Spielen hergestellt und das große Ganze angeschnitten. Das Alles interessierte mich nur leider nicht die Bohne in diesem Moment. Wenn ich mich darüber informieren oder selbst beteiligen möchte, dann suche ich mir ein Forum oder eine Kolumne in der das Thema behandelt wird. Und genau das ist meines Erachtens nach der Punkt. Herr Schmidt hat keine Spiele bewertet sondern darüber berichtet.

Henry Heineken 15 Kenner - 3569 - 7. September 2011 - 18:44 #

Seh ich ganz genauso. Man muss den peniblen Test ja nicht zwangsläufig entfernen, kann ihn aber durchaus mit Einigem an Interpretation aufwerten.

TheEdge 14 Komm-Experte - 2346 - 7. September 2011 - 12:52 #

Ich für meinen Teil finde dieses dumme Wertungsvergleichen auch überflüssig aber was der Christian da von sich gegeben hat war echt unter alles Sau. Einfach nur schmierig. Ich hasse dieses pseudo-elitäre Gehabe. So wie ich das mache ist das richtig. Bestes Beispiel ist die Spiegel Zeitschrift Neon. Die wollen einem auch immer aufzeigen wie man etwas richtig macht und was cool sein soll aber das kann doch jeder für sich entscheiden.
Das mit den Löhnen ist natürlich keine feine Sache aber das wird sicher auch nicht nur ein Problem des Spielejournalismus sein.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 12:56 #

"Spiegel Zeitschrift Neon"

NEON ist natürlich vom Stern.

PatrickF27 10 Kommunikator - 432 - 7. September 2011 - 12:58 #

Ähem, Neon erscheint bei Gruner und Jahr und gehört zum Stern-Portfolio.

TheEdge 14 Komm-Experte - 2346 - 7. September 2011 - 13:17 #

Ich dachte immer die gehört zum Spiegel. Auf jeden Fall kann ich die Zeitschrift für den Tod nicht ausstehen ;)

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:03 #

Meinungen haben es nunmal an sich, dass die Person, die sie hat, sie für richtig hält. Sonst wäre es wohl keine Meinung. Dass Gefühl, es sei "elitär", kommt doch nur daher, dass Christian eben einen anderen, wie ich finde spannenderen und interessanteren, Schreibstil hat als der normale Mensch. Das erwarte ich aber auch von Journalisten. Ich möchte da nicht nur von der Sache, über die sie schreiben, unterhalten werden, sondern auch vom Text selbst. Christian schafft das weit öfter als seine ehemaligen Kollegen, das muss ich ihm zugestehen.

vicbrother (unregistriert) 7. September 2011 - 15:24 #

Elitär und arrogant wirken immer dijenigen, die ausführlich ihre Meinung begründen und damit einem das Gefühl verschaffen, sich selbst nicht so tiefgründig mit einem Thema auseinandergesetzt zu haben und es selbst nicht so gut erklären zu können. Von daher sage ich: Wir brauchen eine Elite, denn von ihr gehen neue und fruchtbare Denkanstösse aus.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 16:27 #

Da ist natürlich auch was dran :D

laZee 06 Bewerter - 51 - 7. September 2011 - 15:33 #

Wort. Gerade der etwas andere Stil von CS hat mich interessiert.

Neronomicon 10 Kommunikator - 419 - 7. September 2011 - 13:54 #

Wenn Sie schon auf einer anderen Seite Gunnar Lott vorwerfen " den Karren in den Dreck gefahren zu haben" sollten Sie sich mal an die eigene Nase fassen.
Ich glaube jeder hat seine Leichen im Keller, auch Sie als
,,Simulationsexperte".
Manche Test von Ihnen rochen sehr stark nach Fanboy oder: habe gerade keine Lust auf das Spiel.

Und was nützt mir in aller Professionalität geschriebener Test bei Shogun2( hier auf der GG vom Herrn Langer) Herr Schnelle wenn beim Test nicht mal darauf eingegangen wird das in der Schwierigkeitstufe "Normal" das Spiel nach kurzer Zeit laaangweilig wird. Und die Ki auf der Startegiekate dumm wie ein Stück Brot ist (Handelsplätze besetzen).

Das Gothic3 Debakel in der Gamestar sucht ihresgleichen. Unfassbar. Aber haben solche "Tests" denn danch aufgehört? Keinesfalls, in der Aufzählung oben fehlt noch ganz klar GTA4. Und da wundern die sich das die Heftverkäufe zurückgehen.

Wenn man einen richtige Kaufempfehlung will sollte man 1 Woche min. warten und dann bei Amazon die Rezensionen sich durchlesen.
Die am meisten positiv und negativ bewerteten Beiträge durchlesen und man hat die beste Kaufempfehlung.

Azzi (unregistriert) 7. September 2011 - 12:56 #

Meiner Meinung nach fehlt im Spielejournalismus verdammt oft schlicht die Qualität. Die Artikel lesen sich meist langweilig, sind immer gleich aufgebaut und haben keine Spannungskurve.
Oft kommt dazu das der Autor einfach nicht gut schreibt, im Vergleich mit der Konkurrenz aus anderen Bereichen ist das mehr als auffällig.

Soll ein Spieletest nicht auch ein Unterhaltungsaspekt beinhalten? Ich will keine ausformulierte Strichliste lesen nachdem ein Spiel "abgearbeitet" wurde, und anschließend mit irgendwelchen imaginären Prozentwertungen betitelt wird die eh so gut wie keine Aussagekraft haben.
Ich will ein guten Artikel lesen, der mich unterhält und mit von dem "Erlebnis" Spiel berichtet.Vielleicht meint Herr Schmidt Ähnliches...

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:06 #

Womit du tatsächlich einen Kern von Christian Anliegen triffst:
"Sie muss neue Erzählweisen finden; sie muss Geschichten über Spiele erzählen, nicht nur Geschichten aus Spielen."
(Ich wollte das nur mal hervorheben, weil hier die meisten zu denken scheinen, dass Christian schlicht und einfach Tests abschaffen will)

vicbrother (unregistriert) 7. September 2011 - 15:26 #

Ich empfehle das Lesen von Brettspieltests. Erfischend anders, obwohl hier klare Punkte vermittelt werden: Spielzeit, Spielidee, Spielspaß, Schwächen und Stärken, Innovationen. Dahin könnte es ja mal wieder gehen.

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 8. September 2011 - 3:30 #

Da muss man allerdings sagen, dass Brettspieltests häufig von Brettspielnerds gemacht werden, die oft auch Pen & Paper Rollenspiele spielen und vom Typ her eher Geschichtenerzähler sind. Videospieler sind nicht immer die großen Unterhalter :-)

Und die Videospielbranche ist inzwischen auch wesentlich Professioneller als die Brettspielbranche, weshalb man bei Videospielen eigentlich Profis den Vortritt lassen sollte, die das gute Schreiben entweder aufgrund ihres Talents, oder weil sie es von der Pike auf gelernt haben.

Ganesh 16 Übertalent - P - 4763 - 8. September 2011 - 10:27 #

"Da muss man allerdings sagen, dass Brettspieltests häufig von Brettspielnerds gemacht werden, die oft auch Pen & Paper Rollenspiele spielen und vom Typ her eher Geschichtenerzähler sind. Videospieler sind nicht immer die großen Unterhalter :-)"
Da habe ich herzlich gelacht... ;)

Lokis667 11 Forenversteher - 598 - 7. September 2011 - 12:57 #

Wenn das von Herrn Schmidt gesagte nicht stimmt, woran liegt es dann, dass die Abozahlen so einbrechen? Irgendwo muss es ein Problem geben. Wenn das so weiter geht, wird es wohl in paar Jahren die Printausgabe von Gamestar oder PCGames nicht mehr geben :(

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 7. September 2011 - 13:00 #

Wenn ich wie GS wesentliche Teile meines Heftes vorab online Stelle, brauche ich mich nicht zu wundern wenn keiner mehr das Heft kauft...

Lokis667 11 Forenversteher - 598 - 7. September 2011 - 13:02 #

Darüber ärger ich mich auch dauernd (habe GS Abo). Videos und Testberichte sind immer schon im Internet, bevor ich meine Zeitschrift bekomme. Ist das Geschäft mit der Website also sogar schon einträglicher als das mit dem Heft (Werbung, Premiumaccount) ?

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:07 #

Das ist eben die Taktik der GS: In dem vermeintlichen Wissen, dass Print sowieso untergeht, konzentriert man sich schon mal vorab auf den Online-Bereich und nimmt Print nur noch so nebenbei mit. Man darf das wohl als fließenden Übergang bezeichnen. Kann man nur hoffen (oder auch nicht, je nachdem), dass das nicht den Bach runter fließt.

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 7. September 2011 - 14:02 #

Das ist das Problem! Ins Heft gehören wichtige Tests und ansonsten nur Hintergrund informationen. Reportagen, hintergrundrecherchen, zusatzinformationen. In Zeiten von IPad und Netbooks braucht man selbst unterwegs keine Printausgabe mehr, da man aktueller informiert wird, wenn man sich die Sachen im Netz ansieht. Also braucht man eine Abgrenzung, wie die GEE sie verucht hat. Printmagazine sind in einem so Internetaffinen bereich wie Videospielen nicht mehr Massentauglich, so dass jede Zeitschrift, die nicht aufgrund ihres Schreib- und Erzählstils lesbar ist, und das ist keine der bisherigen Spielezeitschriften letzten Endes nicht mehr finanzierbar ist. Sinkende Auflage > Sinkende Einnahmen > Veränderung, entweder weniger qualität, was viele Spielemagazine so machen (> Sinkende Auflage), oder weniger Umfang, dafür wesentlich mehr Qualität (zumindest gleichbleibende Auflage, da die Zielgruppe erst gefunden werden muss).

Warum lesen so viele Abonennten die "ZEIT" ? Doch nicht wegen der aktuellen Bericht und Nachrichten, sondern wegen der Kompetenten Analyse aktueller geschehen und der kompetenten Journalisten wegen. Gut, die Zeit ist kein Fachmagazin, aber das Problem mit der Aktualität hatte die Zeit nie, da es die Konkurrenz durch schnellere Medien (Tageszeitungen) imemr schon gab und die Zeitung von anfang an auf Zeitlosere Berichte angelegt war. Die Tageszeitungen haben das gleiche Problem wie die Spielemagazine und beide gehen völlig Frei von Ratio mit dem Problem um! Trotzig sein und "Das war aber immer so" sagen!

vicbrother (unregistriert) 7. September 2011 - 15:28 #

Die ZEIT ist ein wundervolles Blatt, eben weil es die Distanz zum Tagesgeschehen hat und es ausführlich - sogar mit Pro- und Contra-Diskussionen verschiedener Autoren - betrachtet und hinterfragt. Damit entsteht wirklich neues Wissen über Sachverhalte, während die Tageszeitungen und -zeitschriften mehr oder weniger nur DPA und Reuters abschreiben.

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 8. September 2011 - 3:26 #

Und genau diese Distanz zum Tagesgeschehen wünsche ich mir bei Printmagazinen! Wunderbar, als in der GameStar auf ich glaube 4 Seiten über die Flughafenszene in Modern Warfare 2 diskutiert wurde! Man mag jetzt meinen, dass sei vom Entwickler beabsichtigt, aber waurm auch nicht?

Macht es nicht gerade große Kunst in Filmen oder auch Theatern aus, wenn sie Polarisiert, Gefühle weckt und vielleicht sogar empört?

All das kann besprochen werden. Natürlich ist es aufwendig, jeden Monat Themen zu recherchieren, aber lohnend ist es allemal!

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2199 - 7. September 2011 - 14:57 #

Das war nicht das Problem. Ich lese nämlich viel lieber auf Papier als auf dem Bildschirm. Wenn aber fast alle Videos schon Online sind bevor das Heft bei mir ankommt nervt mich das.

Karsten Scholz Freier Redakteur - 10617 - 7. September 2011 - 13:26 #

Genau bei dem Punkte verfehlt Christian eben das Ziel. Print lässt nicht nach, weil die Qualität der Artikel allen Magazinen zu schlecht sind. (Punktuell mag das aber eine Rolle spielen.)

- sehr Online affine Leserschaft
- kostenlose Inhalte online
- aktuellere Inhalte online
- Vollversionen sind in Zeiten von Steam und Co kaum noch relevant, um günstig an ältere, aber immer noch gute Spiele für ein paar Euro zu kommen.
- Die Redakteure stehen kaum noch im Vordergrund - die Fluktuation in den Teams ist hoch - man kann sich als Leser kaum noch mit einem bestimmten Redakteurs-Team identifizieren.
- Die Zeichen-Beschränkung fällt auch immer mehr ins Gewicht, da Online mehr Platz ist. Wenn in Tests aufgrund einer oder zwei Seiten sehr viele Infos fehlen, leidet halt das Print-Medium im Vergleich mit online.

diese Liste könnte man noch weiterführen

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:09 #

Das spricht Christian so doch auch an. Seine Argumentation: All diese Probleme haben alle anderen Fachmagazine auch. Trotzdem ist der Absturz der Käufer im Games-Bereich nicht einfach nur leicht höher, sondern eklatant viel höher. Ich denke schon, dass das, wie Christian sagt, an der mangelnder journalistischer Qualität liegt. Wobei ich persönlich diese Kritik so sicher nicht gegen Leute wie Jörg Langer oder Mick Schnelle richten möchte, auch wenn die Kritik allgemein gehalten ist.

raumich 16 Übertalent - 4673 - 8. September 2011 - 13:28 #

Wahrscheinlich weil "Gamer" sowieso den PC als Plattform der Informationsbeschaffung nutzen. Autoliebhaber oder Gartenfreunde kaufen weiter eher die Printmagazine, weil sie (auch aufgrund des Alters und deren Kultur) mit dem Medium "Zeitschrift" aufgewachsen sind. Auch die anderen Fachmagazine werden über lange Sicht hin mit den selben Problemen zu kämpfen haben. Am ehesten Betroffen sind aber die Gamer, da die ein relativ junges Zielpublikum haben, welches mit dem Internet groß geworden ist.

volcatius (unregistriert) 7. September 2011 - 13:38 #

Es ist nicht nur das Problem, dass Artikel auf der Website aktueller sind (was logisch ist), sondern dass sie eben kostenlos sind.
Schlimmer noch: Heftartikel werden gegenüber dem Onlineartikel sogar gekürzt (!) bzw. neudeutsch "verdichtet".

Einige Tests schaffen es überhaupt nicht mehr in Heft, etwa Worms Reloaded (ein Titel mit einer Bewertung von 84%).
Auch eine Gurke wie das AddOn von Drakensang - Phileassons Geheimnis wurde im Heft nicht getestet - dabei wäre es gerade hier eine Aufgabe der GS gewesen, die Heftleser vor einem Fehlkauf zu bewahren, zumal das Hauptspiel selbst ja ein sehr gutes RPG war.

motherlode (unregistriert) 7. September 2011 - 15:34 #

Kostenlos ja, aber nicht umsonst. Hier bezahlt man mit Aufmerksamkeit gegen Werbung.

DELK 16 Übertalent - 5488 - 7. September 2011 - 21:29 #

Leider auch nur wenige. Für Qualität muss man halt hin und wieder Geld hergeben ;)

raumich 16 Übertalent - 4673 - 8. September 2011 - 13:34 #

Ich glaube nicht, das Geld bei diesen Überlegungen eine Rolle spielt. Ein Printmagazin kostet 5-8 EUR im Monat. Andere Leute geben das für Kippen pro Tag aus oder für ein einzelnes Getränk in der Disco. Die DSL-Kosten, die weit über den Magazinkosten liegen, noch nicht mal mitgerechnet. Es liegt also nicht daran, das Magazine zu teuer sind bzw. die Information im Internet "kostenlos" ist. Es liegt eher daran, das das Internet schneller und leichter verfügbar ist. Das man auf einen Schlag eine viel größere Informationsmenge zur Verfügung hat (unterschiedliche Ansichten, mehr Screenshots, Videos, Podcasts etc.). Bis ich etwas zu einem Spiel in einem Heft gesehen hatte, hatte ich alle Screenshots und Infos schon im Netz gefunden.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 7704 - 7. September 2011 - 15:13 #

Die ganze Print-Branche geht den Bach runter - das schliesst auch Spielemagazine mit ein. Daran ist das "böse" Internet schuld.

Was sagt der Volksmund: "Nichts ist so alt, wie die Zeitung von Gestern." Und heute? Ist die Zeitung von morgen, schon zu alt.

Warum soll ich für ein ABO Geld bezahlen, wenn ich mehr Informationen schneller bekomme? Zumal die Berichte in Heften versuchen es mit der Geschwindigkeit im iNet aufzunehmen - was ja mal total bescheuert ist.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 22442 - 7. September 2011 - 13:02 #

Ehrlich gesagt find ich den Kommentar auf Areagames hundert Mal besser, weil er den Autor nicht persönlich angreift.
http://www.areagames.de/artikel/detail/Da-irrt-der-Schmidt--Ueber-intelligenten-Spielejournalismus/115578

Die Gamestar bietet eben nicht was die Zielgruppe will, deswegen ist die Leseranzahl von einst 350.000 auf 100.000 gefallen.
Ich brauch genausowenig eine philosophische Abhandlung über Spiele, wie die ganzen knochentrockenen Tests, bei denen man nur noch das Fazit liest.

erasure1971 14 Komm-Experte - 1899 - 7. September 2011 - 13:41 #

STOP!

Den von Green Yoshi zitierten Kommentar von Areagames sollte man unbedingt lesen! Meiner Meinung nach die bisher beste Auseinandersetzung mit der Fragestellung in der aktuellen Debatte.

motherlode (unregistriert) 7. September 2011 - 15:35 #

Richtig, ich habe mich für den Schnelle Kommentar stellenweise geschämt, weil das so sehr nach "Nestbeschmutzer! Nestbeschmutzer" klang.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7060 - 7. September 2011 - 16:08 #

Vielen vielen Dank für den Link. Ich kann sowohl mit Micks als auch mit Christian Schmidts Stellungnahme nur wenig anfangen beziehungsweise nur einige wenige Ansätze in irgendeiner Form unterstützen. Wahrscheinlich liegt das aber auch an meiner persönlichen Stellung Spieletests und Massenjournalismus gegenüber.

Der Eintrag bei Areagames hingegen war sachlich, treffgenau und für mich wesentlich ansprechender.

Claython 16 Übertalent - P - 4593 - 7. September 2011 - 17:46 #

Diesen Artikel finde ich zur aktuellen Thematik doch tatsächlich am ansprechensten, weil er (was man von den meisten anderen momentan kursierenden nicht sagen kann) objektiv und nur in geringem Maße personenbezogen ist.

Nur habe ich das Gefühl das die meisten einfach nur im Topic stöbern nach unten scrollen und ihren Kommentar abgeben obwohl hier schon die meisten Meinungen vertreten sind, denen man sich ja einfach anschließen könnte, natürlich ist es mühselig nun schon 2 Seiten durchzustöbern, aber sonst wäre ich nie auf diesen Link gestoßen.

Auch schreiben viele die GEE war toll etc. etc. und dem kann ich nur zustimmen, schließlich war ich auch ein aktiver Käufer dieses Printmediums, aber man muss die Tatsachen auch mal berücksichtigen, die GEE hat einfach keine Käuferschaft gehabt die ein finanzielles Überleben oder gar ein lukrativen Verkauf ermöglichten, dafür waren es, leider, zuwenige "Enthusiasten". Vielen reichte ein "GEE liebt mich" Button nunmal nicht, schon alleine die 31 Gründe zum Geldausgeben waren den Kauf schon fast wert und man sollte immer das GEE Motto im Hinterkopf behalten: GEE - Love for Game

Wer aber dennoch der Meinung ist es gäbe einfach keine Zeitschrift die eine objektive Berichterstattung bzw Wertung hervorbringt dem lege ich die EDGE nahe, vom deutschen Markt zwar schon total verschwunden, aber auf englisch definitiv lesenswert und in gut sortierten Fachläden bestellbar.

Und hier nochmal der lesenswerte LINK:

http://www.areagames.de/artikel/detail/Da-irrt-der-Schmidt--Ueber-intelligenten-Spielejournalismus/115578

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 7. September 2011 - 12:59 #

Unterm Strich: Ich möchte wissen was ich für mein Geld von einem Spiel erwarten kann. Jegliches intelligentes Gefasel führe ich unter Freunden und nicht durch einseitigen Konsum in Form einer Zeitschrift.

Sebastian Conrad 16 Übertalent - 4740 - 7. September 2011 - 13:12 #

*sign*

cool_zero 12 Trollwächter - 1129 - 7. September 2011 - 14:06 #

Sind denn beide Seiten unvereinbar? Bei den aktuellen Preisen für Neuerscheinungen will ich auch über die technische Seite informiert werden, aber darf der Tester deswegen nicht auch mal auf die Kunst hinter der Mechanik schauen und versuchen das Spiel in einem größeren Kontext sehen? Das ist eine ernst gemeinte Frage. Ich hätte gerne beide Aspekte in einem Spieletest.
Ich halte es aber auch für einen Denkfehler, dass sich Magazine besser verkaufen würden, wenn sie sich nicht auf die Core-Gamer/Ultras/Enthusiasten spezialisieren. Sie bleiben Fachmagazine und damit was für Liebhaber.

avalonash 12 Trollwächter - 1147 - 7. September 2011 - 21:48 #

Und wie schon einige hier geschrieben und argumentiert haben, schließt sich das ja auch überhaupt nicht aus.
Christian Schmidt fordert ja kein "alles weg, alles anders" sondern nur eine Weitung des Blickwinkels.

Ich finde den Vergleich zu guten Filmrezensionen hier immer ganz hilfreich, weil da ein ebenfalls audiovisuelles Unterhaltungsmedium mit noch deutlich klarer definierten Genres schon seit Jahren umfassend und auch ohne Prozentzahlen und Checklistenkasten bewertet wird - und es klappt auch wenn die Gegner solcher Änderungen natürlich sofort den Klischeepappaufsteller vom versnobbten Arthouse-Kino-Feuilletonisten aus dem Schrank holen, der nur schöngeistig rumschwadroniert. Den gibt es irgendwo unter tausend Filmkritikern auch, keine Frage. Aber es gibt eine viel größere Zahl, die einfach Film-Enthusiasten ansprechen will.
Und die schreiben ja nicht nur - aber eben AUCH - über Metaebenen, soziokulturelle Zusammenhänge oder welche weiteren Werke ähnliche Handlungsmotive vielleicht anders/besser/schlechter angehen. Trotzdem schreiben die natürlich auch sofort, wenn es handwerkliche Mängel gibt. Da wird über mäßige Schauspieler gemeckert wie in Spielen über schlechte Synchros, es wird die Atmosphäre seziert und es gibt für Filmkenner klare Kriterien für Dialoge und Storystrukturen.

Nur käme doch kein Filmkritiker je auf die absurde Idee die Einordnung ganz sein zu lassen, sich nur noch auf die handwerklichen Aspekte zu beschränken und die dann in einem Testkasten abzuhaken ala Optik, Sound, Länge (=Umfang), Atmosphäre, Dialoge, Requisiten (=Items oder Waffen) etc.

Es wär doch geradezu bescheuert ein Unterhaltungsprodukt, das alles tut um als ganzheitliches Werkerlebnis konzipiert ist, manisch in seine Einzelteile zu zerpflücken und dann zu zählen ob auch genau die erwartete Menge an Komponenten hinter der Kulisse arbeitet.

Johannes (unregistriert) 7. September 2011 - 13:01 #

Wow. Getroffene Hunde bellen oder wie?
Ich finde diese Antwort einfach nur peinlich, sie zielt auf den Herrn Schmidt persönlich ab. Natürlich attackiert er die bisherige Arbeitsweise, aber anstatt darüber zu reflektieren greifst du ihn lieber persönlich (und unter der Gürtellinie) an. Klasse!
Nur mal ein paar Sachen:

"Die, die ich Enthusiasten nenne, nennst du Hardcore-Gamer und, schlimmer noch, verächtlich "Ultras". Ultras ist übrigens ein Begriff, der meist für die gewaltbereiten Elemente unter Fußball-Fanatikern gebraucht wird, oft als Steigerung von "Hooligans""

- Das ist natürlich von vorne bis hinten kompletter Schwachsinn. Wenn man einen Vergleich macht sollte man sich schon etwas informieren. Ultras sind nicht per se gewaltbereit und schon gar keine Steigerungsform von Hooligan. Ultras im Fussball sind übrigens ziemlich genau das was "Enthusiasten", "Hardcore-Gamer" oder wie auch immer du sie bezeichnen möchtest bei Videospielen sind: Ultra-Fans. Menschen, die bestimmte Dinge sehr wichtig nehmen. Ob das nun ein Fussballverein ist oder sein Hobby.
Übrigens könnte man argumentieren dass auch Hardcore-Gamer "gewaltbereit" sind: siehe Begriffe wie Shitstorm u.ä.

"Der Schlüssel zum erfolgreichen Spielejournalismus heißt: „Von Freunden für Freunde.“"

- Aha. Und wenn ich meinen "Freund" frage wie das neue FIFA ist, soll er mir antworten mit "Die Reaktionszeit beim Drehschuss ist jetzt um 0.2ms schneller" und mir danach noch 30 Details vorkotzen oder soll er mir was davon erzählen, *wie* sich das Spiel spielt, ob es Spass macht und nicht ob auch die afghanische Nationalmannschaft auch mit allen schief gestellten Zehen modelliert ist? DARUM geht's doch bei Christians Kritik. Nicht, dass ihr alle scheisse seid, sondern dass das Testsystem beschissen ist. Endlose Auflistungen von Features helfen niemandem. Der Kontext zählt. Ich lese schon lange keine Spielezeitschriften mehr, selbst Gamers Global nur als Ausnahme. Was lese ich stattdessen? "Tests" oder Berichte von Seiten wie arstechnica die mir wirklich das Gefühl geben, dass sie das Spiel ausreichend gut beschreiben und mir vermitteln können ob mir das Spiel gefallen wird oder nicht. Das schafft ihr nicht mit endlosen Featurelistenwüsten. Lernt es oder geht daran zu Grunde- dann machts halt jemand anderes.

Es bringt nichts, einfach die Augen zu verschliessen und so weiter zu machen wie bisher. Es geht nicht, das merkt man. Also ändert euch!

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 59737 - 7. September 2011 - 14:09 #

Wenn man jemandem einen (offenen) brief schreibt, muss man ihn schon persönlich anreden!

avalonash (unregistriert) 7. September 2011 - 14:09 #

Ganz genau das. Ich finde auch, dass Schnelle hier eine sehr zweifelhafte Rhethorik auffährt, mit der er versucht "seine core-gamer" gegen die Kritik aufzustacheln - nur eben an Punkten, die an Chistians Ansicht weit vorbeigehen.

vicbrother (unregistriert) 7. September 2011 - 15:31 #

Volle Zustimmung!

Dodacar 15 Kenner - 2847 - 7. September 2011 - 13:03 #

Lieber Mick,
Ich danke dir sehr für diesen großartigen offenen Brief!
Du sprichst mir mit diesem aus der Seele.

Das schlimmste für mich ist aber ein Testvideo von Christian Schmidt über das Spiel "Minecraft", durch welches ich es überhaupt erst in Erwägung gezogen habe dieses zu Kaufen. Vor dem Spiegel Artikel habe ich Christian stets als einen guten Redakteur und Kenner seines Faches geschätzt, doch nun hat er selbst zur Verwelkung dieses Ansehens beigetragen.

Zockeredwin 15 Kenner - 3002 - 7. September 2011 - 13:16 #

"Das schlimmste für mich ist aber ein Testvideo von Christian Schmidt über das Spiel "Minecraft", durch welches ich es überhaupt erst in Erwägung gezogen habe dieses zu Kaufen."

Was genau ist jetzt schlimm daran?

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:12 #

Das Testvideo zu Minecraft ist eine Perle des Spielejournalismus und hat auf Youtube nicht ohne Grund enorm viele Aufrufe zu verzeichnen. Das Video macht genau das vor, was Christian hier fordert. Und noch dazu verdammt gut.

Aber Geschmäcker sind eben verschieden. Tröste dich: Normale, trockene Tests kann fast jeder schreiben, wie man es an den zahlreichen Online-Magazinen sehen kann. Darum musst du dir also keine Sorgen machen.

vicbrother (unregistriert) 7. September 2011 - 15:33 #

Also als ich das erste Mal dieses Video sah, war ich hin und weg. SO muss Journalismus aussehen. Genial gemacht.

DELK 16 Übertalent - 5488 - 7. September 2011 - 21:51 #

Exakt, eines der besten Test-Videos der Gamestar mit so viel, was ich in anderen Tests und Videos vermisse.

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2199 - 7. September 2011 - 15:01 #

Du hättest doch merken müssen, dass keien 20 verschiedenen Waffen verfügbar sind? :D

motherlode (unregistriert) 7. September 2011 - 15:41 #

Waaas, du findest Minecraft doof? :p

Dodacar 15 Kenner - 2847 - 7. September 2011 - 16:00 #

Nein ich fand das Video spitze, der Humor und alles einfach! Aber ich verstehe jetzt nicht ganz warum er nach so nem Video, so einen Artikel auf Spiegel machen muss....

DELK 16 Übertalent - 5488 - 7. September 2011 - 21:52 #

Eben weil der große Teil, der das Video derartig gut gemacht hat, eben in den meisten Fällen fehlt. Und darum dreht sich auch der Großteil von CSs Kolumne ;)

steven138 09 Triple-Talent - 341 - 7. September 2011 - 13:03 #

Ich bin auch gespannt was Christian zu sagen hat, nachdem ihm so der Kopf gewaschen wurde.

Falk 14 Komm-Experte - 1849 - 7. September 2011 - 13:11 #

Sowohl Christian als auch Mick postulieren etwas, das sich mit der Realität, wie ich sie (vielleicht nicht repräsentativ?) wahrnehme, überhaupt nicht mehr deckt: dass Core-Gamer die Zielgruppe von Spielemagazinen seien. Ich kenne viele Core-Gamer und kein einziger davon liest irgendein Spielemagazin. Warum auch? Da steht doch (fast) nix drin, das für einen Core-Gamer von Belang wäre.
Vielleicht gibt es noch Restbestände an zeitschriftenlesenden Core-Gamern, die einen Gutteil der Auflage kaufen. Aber das werden weniger, nicht mehr.

Auch die hier erwähnten Vollpreistitel sind so ein Ding, bei dem sich die Wahrnehmung des Autors und vielleicht vieler Spielejournalisten nicht mit dem Status Quo decken. Wer kauft sich denn noch Vollpreistitel!? Konsoleros, ok, die haben kaum Alternativen, aber auf dem PC? Bestimmt gibt es auch hier noch Relikte aus einer längst vergangenen Zeit, die derlei Traditionen pflegen, aber die Zukunft ist das nicht. Steam Sales, GOG, Indies, F2P, da spielt die Musik. Vollpreistitel sind fast so steinzeitlich wie Papier. Und bei den ganzen günstigen Titeln brauche ich eben keine solche Beratung mehr.

In einem stimme ich zu: Die sich häufenden absurden Bewertungen in der Gamestar waren einer der Gründe für meine Abokündigung. Das Problem waren aber nicht die Wertungen an sich, sondern die sie begleitenden, teilweise arg unkritischen Tests (gerade bei deutschen Produktionen, bei denen ich praktisch durch die Bank die anglophonen, stets negativeren Kritiken angebrachter fand). Aber das unterstützt ja Christian Schmidts Thesen mehr als es sie widerlegt.

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 7. September 2011 - 13:19 #

Ja, ja, die Engländer... Stets fair zu deutschen Spielen.......

Falk 14 Komm-Experte - 1849 - 7. September 2011 - 13:24 #

Hab' ich nicht behauptet. Ich sagte bloß, dass sich deren Bewertungen mehr mit meiner Meinung decken. Das ist kein Verschulden deutscher Tester, das wollte ich nicht sagen.

Lokis667 11 Forenversteher - 598 - 7. September 2011 - 13:20 #

Also ich bin Coregamer und ich lese die GS um mich, man wird es kaum glauben, zu UNTERHALTEN und warum sollte ich keine Vollpreistitel mehr kaufen? Und warum sollte mich ein Test bei günstigen Spielen nicht interessieren? Also das ist alles etwas an den Haaren herbeigezogen, sry.

Falk 14 Komm-Experte - 1849 - 7. September 2011 - 13:29 #

Warum muss immer alles gleich extremstmöglich verstanden werden?

Dass es Menschen gibt, die die GS zur Unterhaltung lesen, habe ich mit keinem Wort bestritten. Im Gegenteil, ich finde, dass eine Spielezeitschrift genau darauf abzielen sollte.

Dass du oder irgendein Core-Gamer keine Spiele zum Vollpreis kaufen solltest, habe ich nicht gesagt. Meine Aussage war deskriptiv (wenngleich, wie erwähnt, möglicherweise falsch, da nicht repräsentativ), nicht normativ.

Dass Tests für günstige Spiele nicht interessant sein können, habe ich ebenfalls nicht behauptet. Ich sagte lediglich, dass sie nicht mehr nötig sind.

Du hast mich in drei Dingen zu kritisieren versucht, und alle drei Versuche arbeiten sich an Strohmännern ab. Versuche doch, etwas genauer zu lesen...

Lokis667 11 Forenversteher - 598 - 7. September 2011 - 13:40 #

Warum ich das als "extremstmöglich" verstanden haben?
Könnte es an Formulierungen wie:

"Bestimmt gibt es auch hier noch Relikte aus einer längst vergangenen Zeit"

oder

"Vollpreistitel sind fast so steinzeitlich wie Papier"

liegen?

Deine Aussage war dann wohl eher deskiptiv für dich und deine Bekanntschaft. Ansonsten eben rein subjektiv.

Falk 14 Komm-Experte - 1849 - 7. September 2011 - 13:51 #

Das habe ich doch selbst schon zweimal geschrieben...

Mit den polemischen Einsprengseln hast du Recht, die hätte ich mir auch sparen können. Wie sie dich zu deinen Strohmännern geführt haben, sehe ich aber trotzdem nicht. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 16:37 #

Siehste mal, ich bin auch Core-Gamer, wenn nicht sogar einer der "Ultras". Was will ich mit der GS? Die einzige Unterhaltung befindet sich auf der Heft-DVD unter Specials. Im Heft war der Artikel "Die Babel-Bastler" noch ok und die "Hall of Fame" von Michael Graf. Der Rest, durchgeblättert -> Blaue Tonne. Enthält keine Information die nicht eh schon hätte. Mehr Hintergrundberichte, Interviews, etc. würden mich da schon deutlich mehr interessieren.

Karsten Scholz Freier Redakteur - 10617 - 7. September 2011 - 13:33 #

Wenn man sich die Verkaufszahlen von einigen Spielen in den ersten Tagen anschaut, dann gibt es immer noch genug Leute, die Vollpreistitel kaufen.

Und bei Core-Gamer kommt es einfach darauf an, wie man diesen Begriff definiert. Die Facebook-Handy-Generation wird ebenfalls kaum ein Fach-Magazin für Games kaufen. Genauso wenig der Spieler, der vll 1-2 neue "echte" Spiele im Jahr kauft. Erfahrene Gamer benötigen für die Kaufentscheidung ebenfalls keine Zeitschrift, die, was Aktualität und Preis/Leistung angeht, nicht mit den Online-Angeboten mithalten kann.

Warum kaufe ich zum Beispiel ab und an ein Mag? Für Berieselung auf dem Klo. Thats it.

Falk 14 Komm-Experte - 1849 - 7. September 2011 - 13:35 #

Ich wollte auch nicht behaupten, dass NIEMAND mehr Vollpreistitel kaufen würde. Das ist ja gerade der Punkt: Mir ging es um Core-Gamer, bzw. die zunehmende Mehrheit derselben.

Deinem zweiten Absatz stimme ich absolut zu, dem dritten nicht, da ich auf'm Klo nicht lese. ;-)

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:18 #

Wer sonst, wenn nicht Core-Gamer, kauft denn Magazine und liest Online in Spiele-Magazinen? Wer liest auf GamersGlobal?
In meiner Bekanntschaft ist das eindeutig: Alle, die ich als sehr interessiert am Medium "Spiel" und somit als Coregamer bezeichnen würde, lesen oder lasen mal ein Print-Magazin und sind oft bei Online-Magazinen unterwegs. Alle, die zwar spielen, sich aber auf wenige Titel beschränken und einfach nur spielen wollen, ohne die Szene als ganzes interessant zu finden, lesen keine Print-Magazine und sind auch nur sehr selten bei Online-Magazinen unterwegs. Das kann also auch nicht die Zielgruppe sein.
Ich denke mal, die Coregamer, die du meinst, also die, die sich von Print-Medien verabschiedet haben, sind zu großen Teilen jener elitäre Kreis, der von sich selbst meint, etwas besseres zu sein und die Tests doch so oder so gar nicht nötig zu haben, zumal die Redakteure sowieso alle keine Ahnung hätten und die jedes mal an die Decke gehen, wenn Magazin X Spiel Y mal wieder nicht mit mindestens 90% bewertet hat. Das sind also auch nicht die, für die Mick seine Artikel schreibt :)

bam 15 Kenner - 2757 - 7. September 2011 - 14:36 #

Solche Aussagen sollte man aber schon mit Zahlen belegen können, sonst macht die Aussage nämlich wenig Sinn. Man kann gern von einem Trend hin zu Budgetverkäufen und Onlinedistribution usw. sprechen, aber auch hier nicht wie stark dieser Trend ist, das müsste man wieder quantiativ untermauern.

Des Weiteren ist doch der Begriff Core-Gamer absolut schwammig. Das wird von einigen Personen anscheinend oft als Selbstbeweihräucherung der absoluten Spielerelite gebraucht. Den Begriff sollte man eigentlich gar nicht verwenden, da er nicht wirklich definiert ist.

Vollpreistitel spielen immer noch eine große Rolle, auch auf dem PC, dies kann man recht gut an den veröffentlichten Zahlen einiger Erfolgstitel sehen, genauso zeigen die Steam-Umsatz-Charts recht deutlich, dass die Vollpreistitel dort oft den meisten Umsatz einspielen.

Ob nun Online oder auf Print, die Leute die angesprochen werden sind die gleichen, nämlich Spieler. Das was beide Gruppen unterscheidet ist lediglich die Präferenz Tests und der gleichen Online oder eben als Printmedium zu lesen.

Hier ist einfach das Medium der ausschlaggebende Grund. Viele Leute bevorzugen mitlerweile Onlineartikel und -test, bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass Leute die Print lesen, dies nicht mehr lesen wollen.

Lorion 17 Shapeshifter - 7471 - 7. September 2011 - 15:07 #

> Wer kauft sich denn noch Vollpreistitel!?
> Konsoleros, ok, die haben kaum Alternativen, aber auf dem PC?

Das aber nen Trugschluß, denn grade für die Konsolen existiert doch, dank aktuell noch intaktem Gebrauchtspielemarkt, die Möglichkeit sich releasenah Spiele deutlich günstiger zu kaufen. Hinzu kommt noch England als Einkaufsmöglichkeit, wo Spiele am Releasetag dank diverser Rabattaktionen und allgemein niedrigeren Preisen mitunter für unter 40€ gekauft werden können, geschweige denn 1-2 Monate nach Release, wenn die Preise nochmal um bis zu 50% gesunken sind.

Für die Konsolen also kein anderes Szenario als beim PC, außer das die Spiele noch weiterverkauft werden können und nicht wie auf dem PC dank DRM-Knebelmechanismen direkt nach Installation und damit einhergehender Accountbindung auf einen Marktwert von 0 € entwertet werden.

Player1 (unregistriert) 7. September 2011 - 13:20 #

Ich lasse mal die persönlichen Aspekte oder die Betrachtung der Spielepresse als Branche außen vor, hier neige dem zu, was Mick Schnelle zu sagen hat.

Bezogen auf den Stand des Spielejournalismus glaube ich allerdings, dass beide Standpunkte, so gegensätzlich sie klingen mögen, eine gewisse Berechtigung besitzen. Niemand hat hier Recht oder ist im Unrecht. Es gilt einfach unterschiedliche Interessen zu bedienen. Der klassische Gamer will vielleicht wirklich extrem detaillierte Tests, massig Vorberichte usw. Und die sollte er auch weiter bekommen. Aber daneben gibt es doch auch viele Menschen, die gerne Spiele eher im Sinne sonstiger Kulturkritik betrachtet sähen. Die sich neben der technischen (aus meiner Sicht fast schon technokratischen) Auseindersetzung auch inhaltliche Beschäftigung, Einordnung in größere Zusammenhänge etc. wünschen würden. Die Metaebene eben, von der Christian Schmidt spricht. Und die in der sonstigen Kulturkritik eine wichtige Rolle spielt, in der Spielepresse aber leider fast nicht stattfindet.

Dann hättten beide, was sie brauchen. Reine Coregamer ihre (vielleicht nicht mehr gaz so detaillierte) Detailinformation, und die, die nie Coregamer waren, oder es nicht mehr im selben Maße wie ehedem sind, bekämmen eine zusätzliche Ebene, die, ohne dass das jetzt irgendwie wertend gemeint ist, vielleicht ein wenig erwachsener wäre.

Zockeredwin 15 Kenner - 3002 - 7. September 2011 - 13:23 #

Also Herr Schnelle und ich haben Schmidt's Text wohl grundsätzlich unterschiedlich verstanden und interpretiert.

Abgesehen davon wird mir in diesem Brief zu scharf geschossen und dabei schlecht gezielt. Der Vergleich mit Automobilfachzeitschriften bswp. hinkt meiner Meinung nach gewaltig. Niemand wird bestreiten das ein Test eines KFZ ohne technische Details und Zahlenwerte keinen Sinn macht. Andereseits lässt sich wohl kaum über die Metaebene eines Opel Corsa philosophieren.

ThomasThePommes 13 Koop-Gamer - 1350 - 8. September 2011 - 21:25 #

Ja und nein... um auf das Autobeispiel mal einzugehen. Natürlich kann man nicht über jedes Auto eine umfangreiche Auswertung abseits von technischen Aspekten führen aber das geht auch nicht bei jedem Spiel. Viele Spiele haben einfach nichts über das man in diese Richtung groß schreiben kann wenn man sich nich bei jedem ähnlichen Spiel wiederholen will.

Bei Autos gibts es aber auch Dinge über die man schreiben könnte. So kann man darauf eingehen in wie weit sich neue Motoren mit geringeren Verbrauch durchsetzen werden, man kann aufzeigen, dass sich bestimmte Trends in der Automobilbranche aus der aktuellen Geselschaft herraus entwickeln. Bei Sportwagen kann man darüber schreiben wie sich der Porsche in den letzten 30 Jahren verändert hat und warum etc.

Wenn man will kann man das machen und es wird sogar schon oft gemacht. Außerdem wird auch oft auf Autos aus SciFi Filmen eingegangen umd besprochen in wie weit diese umsetzbar wären. Für Spiele müsste man klar von einer etwas anderen Seite aus herran gehen aber ich würde mir zB. für das Deus Ex Beispiel schon so Sachen wünschen wie "Sind Argumentierungen in der Zukunft realistisch?", Streitgespräch zuwischen Redakteuren "Die Menschmaschine wünschenswert?" oder Bionisierung - in Spielen, Filmen und Büchern.

Cloud 17 Shapeshifter - 7697 - 7. September 2011 - 13:23 #

Was soll hier eigentlich der Steckbrief zu Pirates of Black Cove?

thurius (unregistriert) 7. September 2011 - 13:24 #

"Lieber Christian, Spielepreise liegen, vielleicht hast du es nach vielen Jahren der kostenlosen Bemusterung vergessen, zwischen 40 und 50 Euro beim PC, Konsolenspiele irgendwo zwischen 60 und 70 Euro. "

blabla spiele werden teuer...
füher haben sie auch 80DM-170DM gekostet wo ist jetzt der große unterschied,btw im jahre 2006 gab es eine mehrwertsteuererhöhung auf 19,ader die vergessen viele...

"Unsere Leser, das sind die Menschen, über die sich der bereits "in der Mitte der Gesellschaft angekommene" Sender RTL lustig macht."
bloß einige dieser leser haben selbst ein schubladendenken von gewissen leuten

"Ultras ist übrigens ein Begriff, der meist für die gewaltbereiten Elemente unter Fußball-Fanatikern gebraucht wird, oft als Steigerung von "Hooligans""

http://de.wikipedia.org/wiki/Ultr%C3%A0-Bewegung

http://www.stern.de/sport/fussball/das-phaenomen-ultras-1724159.html
"Ultras sind Fans, die ihren Club und ihre Stadt besonders leidenschaftlich, emotional, engagiert unterstützen und dabei sehr aktiv und gut organisiert für Stimmung im Stadion sorgen wollen. Dabei stehen optische Aktionen wie die spezielle Kurven-Choreografie, Schwenkfahnen, Doppelhalter und Pyrotechnik ebenso im Mittelpunkt wie akustische Aktionen durch einen mit einem Megaphon (oder Mikrofon) ausgestatteten "Vorsänger". Ultras verstehen sich dabei nicht vornehmlich als Mitglied eines Fan-Clubs. Ultra zu sein, bedeutet eher eine Art Lebenseinstellung. Die Ultra-Identität ist Teil einer neuen Fan- und Jugendkultur, in der es darum geht, Teil einer eingeschworenen Gruppe zu sein."

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 7. September 2011 - 13:30 #

Dennoch wird der Begriff oft anders verwendet, darum geht es und das meinte Christian auch.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 14:00 #

Ist das die Legitimierung aller, die "Killerspiel(er)" sagen?

Pogomeister 03 Kontributor - 9 - 7. September 2011 - 16:25 #

Ich glaube nicht, dass Christian in seiner Kolumne mit dem Begriff „Ultras“ auf die gewaltbereiten Fußballfans anspielen wollte. Ich glaube, er wusste, was der Begriff wirklich bedeutet.

Es wäre wesentlich beeindruckender, einfach zuzugeben, dass dir nicht klar war, was dieser Begriff wirklich bezeichnet, anstatt jetzt zu behaupten, dass Christian die Bedeutung ebenfalls nicht kannte und es tatsächlich deswegen so meinte, wie du es ausgelegt hast.

Einen Fehler, und wenn er nur darin besteht, nicht zu wissen, was „Ultras“ bedeutet (ich musste es auch erst nachschlagen), kann man gerne ma eingestehen. ;-)

Anonymous (unregistriert) 15. Februar 2012 - 16:18 #

Und nimmst damit eine diffamierung einer Subkultur in Kauf. Wow soviel jorunalistischer Geist... Weil die einen es falsch deuten mache ich das jetzt einfach auch.
Eine bitte. Bleibt doch bei den Themen von denen ihr was versteht und lasst die anderen dinge einfach außen vor.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 17:04 #

"blabla spiele werden teuer...
füher haben sie auch 80DM-170DM gekostet wo ist jetzt der große unterschied,btw im jahre 2006 gab es eine mehrwertsteuererhöhung auf 19,ader die vergessen viele..."

Es werden aber auch höhere Stückzahlen verkauft, von daher relativiert sich das wieder.

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 7. September 2011 - 13:25 #

Da fühlt sich einer aber mächtig auf den Schlipps getreten.

Ich denke, dass es ein großes Grundproblem gibt: Videospiele haben sich mit der Zeit stark ausdifferenziert, d.h. es gibt sehr viele versch. Spiele über die man auch verschieden berichten kann.
"Computerspiel" ist nur ein Medium, das man verschieden füllen kann. Klar entspringt das Medium aus einem technischem Umfeld, aber heutzutage kann man "relativ" einfach Spiele designen.
Nehmen wir das Medium Film (allg.): Ich kann einen Film über die Technik eines Formel1-Boliden drehen, ein Fußballspiel filmen und aufbereiten oder einen Liebesfilm produzieren. Das sind alles Grundverschiedene Dinge, die auch jeweils anders besprochen und rezipiert werden.
Bei Videospielen wird alles was in dem Medium entsteht nahezu von allen Magazinen aufgegriffen und getestet. Es wäre ja für die zukunft auch denkbar, dass es zB ein Heft/App/Seite nur über Sportspiele gibt, oder nur über Multiplayer-Shooter, oder nur über hauptsächlich narrative Spiele etc. Sowas gibt es ja teilweise auch schon.
Wenn ich aber jetzt an ein ICO so rangehe wie an ein Call of Duty ist doch klar, dass da irgendwas nicht passt (Wertungskästchen). Die Steuerung ist heutzutage in 95% der Fälle gut oder okay. Da muss man nicht Seiten drüber füllen. Wenn jetzt wie im Fall von Ico Form und Inhalt ineinander greifen ist dies natürlich höchst interessant und erwähnenswert (Trigger halten -> Hand halten). Wenn es zur Steuerung oder den anderen technischen Daten nichts unglaublich neues oder einzigartiges gibt, gehört dies mMn nicht in so eine Kritik.
Beim neuen PES ist es natürlich anders, da interessiert es mich sehr wohl was an der Steuerung gedreht wurde und was beim Alten bleibt.
FAZIT: Ein enges Wertungsschema wird dem vielschichtigen Medium nicht gerecht. Menschen, die sich nicht tagtäglich mit Computertechnik etc. beschäftigen und sich für die Geschichte oder das Artdesign eines Werkes interessieren werden von dem klassischen Test abgeschreckt. Mir als altem Hasen kommen diese Hefte auch nicht mehr ins Haus.

Literatisch wertvoll sind die meisten Texte übrigens auch nicht - was zB bei der erwähnten 11Freunde ganz anders ist. Eine kleine positive Entwicklung sehe ich dennoch: GameOne, Gee ;-(, Retro, Elektospieler - diese Richtung gefällt mir!

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 7. September 2011 - 13:29 #

Da hätte ich mir meinen Roman ja sparen können :-) Stimme mit dir 100% überein!

Hazamel (unregistriert) 7. September 2011 - 14:04 #

Besser hätte man es wohl kaum ausdrücken können.

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 7. September 2011 - 13:28 #

Ultras sind keineswegs eine "Steigerung" von Hools, sondern haben nach und nach Kuttenfans und Hools als "Hauptfans" in den Fankurven abgelöst.

Zum Thema:

Christian Schmidt hat nicht unrecht, denn mich interessiert nunmal(anders als früher) nicht mehr so sehr, wie viele Stunden Spielzeit, wie viele Level, wie viele Waffen oder wie toll meine Grafikkarte sein muss, damit das Spiel überhaupt läuft.
Früher waren solche Informationen wichtig, da gab es Spiele, die nur mit 3dfx Karten liefen, andere wiederum liefen genau NICHT auf 3dfx Karten, aber durch die vereinheitlichung der Entwicklungen gerade durch die Konsolen, fällt ein großteil davon weg. Und dann die Wertungen... Was bringt mir eine Wertung von 95% oder 9,5 oder ähnlichem, wenn ich das Spiel trotzdem nicht mag? Garnichts!! Ich spiele jedes GTA gerne, habe aber seit GTA 2 keins mehr durchgespielt, und damals war die "Story" nicht wirklich als solche zu erkennen.
Daher müsste viel eher auf den Kontext eingegangen werden. Beispielsweise wer die Zielgruppe eines Spiels ist. Mann kann beispielsweise sagen: "Dieses Spiel könnte ihnen gefallen, wenn sie Action-Rollenspiele wie Diablo 2 oder Titan Quest mochten" Man muss dabei aber nicht unbedingt nur mit Spielen vergleichen: "Dieses Spiel ist keine leichte Kost, aber mit viel Einarbeitungszeit, finden Bastler ihren Spaß"

Gamer sind mündig, und ich kenne viele, die auf der GC waren, die sich eben KEINE Spielehefte mehr kaufen, gerade WEIL die Hefte völlig an ihnen vorbei schreiben. Natürlich gibt es noch Ultras, die gern auf Konsolen bashen, die die gute alte Zeit beklagen und jede Neuerung per se schlecht finden, bis Jörg Langer sie für gut befunden hat, aber die sind in der MINDERHEIT!!! Bestes Beispiel sind die Umfragen von Spielehomepages, an denen man erkennt, dass die Homepages der "klassischen" Spielemagazine voller hater sind, während bei reinen Online-communities viel mehr aufgeschlossene Spieler sind.

Wenn ich einen künstlich aufgebauschten 8 oder 10 Seiten umfassenden Artikel zu Diablo III in der Gamestar lese, in dem 90% der Informationen aus einem älteren Heft stammen, dann frage ich mich, warum ich das Heft überhaupt beziehe. Es ist langsamer, reißerischer und sensationslüstiger als ein gutes Onlinemagazin sowie bis ins Lächerliche künstlich konsolenbashend geschrieben. Und das gilt genauso auch für die PC Games und alle anderen hefte mit Ausnahme der GEE. Der einzige Grund, weswegen mein Gamestar Abo noch läuft ist, dass ich es erst gekündigt habe als Christian Schmidt das Heft verlassen hat, weil er derjenige war, der mit seinen Reports, Analysen und Hintergrundinformationen das Heft von all den anderen Schundheften abhob.

Und jetzt ist wie erwartet auch der Grund offenbart worden: Christian Schmidt und IDG oder André Horn als Boss hatten ungeheure Differenzen, was die Zukunft des Videospieljournalismus angeht.

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 7. September 2011 - 13:36 #

Was ich immer wieder interessant finde: alle finden GEE ja soooo ttoll. Wieso kauft es dann keiner? Ist irgendwie wie mit Arte. Stabile 1 Prozent Zuschauer, aber in jedem Internetkommentar als Lieblingssender angegeben.

Falk 14 Komm-Experte - 1849 - 7. September 2011 - 13:53 #

Das verstehe ich auch nicht. Ich fand die GEE doof. Die sah mir in der Tat zu sehr nach Kunst&Lifestyle-Mag aus, zu wenig nach Spielezeitschrift. Das war das andere Extrem zu den "normalen" Spielezeitschriften.

Ein gutes Mittelding war für mich die PC Powerplay in den ersten Ausgaben.

Ninerian 10 Kommunikator - 460 - 7. September 2011 - 13:56 #

Die GEE ist ein gutes Beispiel für mangelhaftes Marketing. Das Heft war in seiner Urform innovativ und seiner Zeit voraus. Nur wußte das leider keiner, da die Werbung nicht existent war und es das Heft auch nur im Fachmarkt gab.

Und ARTE hat zwar im Schnitt die 1 Prozent, aber bei einzelnen Sendung schauen doch viel mehr zu. Außerdem könnte man an diesem Beispiel die Erhebung der Quote auch in Frage stellen.

MichaelK. (unregistriert) 7. September 2011 - 22:00 #

Das Problem der GEE war einfach das Konzept. Das waren keine Spieletests, sondern Berichte über neue Spiele ohne echte Wertung. Sowas kann man umsonst im Internetz bringen, aber Geld dafür zu verlangen? Nach jedem Lesen meiner 13 GEE Ausgaben hatte ich das Gefühl, die haben mich abgezockt. ;)

skelethor 13 Koop-Gamer - 1494 - 7. September 2011 - 22:07 #

Wieso soll man für Berichte kein Geld verlangen können. In denen steckte sicherlich mehr Arbeit, als in den Spieletests der Gamestar.

MichaelK. (unregistriert) 8. September 2011 - 17:23 #

Weil die "Berichte" meistens nichtssagend waren ob das Spiel jetzt gut oder schlecht ist und warum wieso weshalb.

skelethor 13 Koop-Gamer - 1494 - 8. September 2011 - 20:39 #

Hmm...dir ist schon klar, das ein Bericht etwas anderes ist, als ein Test? Wobei mir bei den Berichten der Gee weitaus öfter klar ist, ob das Spiel etwas für mich ist oder nicht.

MichaelK. (unregistriert) 9. September 2011 - 11:39 #

Ja aber ich will einen Test lesen um zu sehen ob es sich lohnt 40-70 Euro für ein Spiel auszugeben und nicht irgendwelches sinnloses blablabla. Ein Spieletest muss beinhalten: Um was gehts, was wird geboten, was ist gut, was ist schlecht, Meinung der Redaktion inkl. Wertung. Alles andere ist Wischiwaschi.

skelethor 13 Koop-Gamer - 1494 - 9. September 2011 - 19:33 #

Ja dann lies doch Tests...die Gee testet aber nicht. Die schreibt wie du selbst sagst Reports/Artikel über ein Spiel. Wenn ich nen Apfel will kauf ich auch keine Tomate und tu dann ganz empört, weil Sie nicht nach Apfel schmeckt.
Und wenn Spielspaß für dich nur an harten Fakten hängt ist das auch schön für dich. Ich habe allerdings eine deutlich höhere Trefferquote wenn ich die Spiele zocke die in einem euphorischen Geeartikel interessant klingen, als wenn ich mich nach der Gamestarwertung richte (Gamersglobaltests find ich da übrigens auch treffsicherer, zumindest solange man die Wertung darunter ignoriert ;) ).

MichaelK. (unregistriert) 9. September 2011 - 22:47 #

Es geht hier aber doch nicht um die GEE, sondern dass der Herr Schmidt generell Tests so haben will. Und das findet der Mick - und ich auch - nicht so toll, weil ein Test von einem PC/Videospiel was ganz anderes ist, als der Test von einem Film oder Buch oder CD. Einerseits sind normale Spiele wesentlich teurer als andere Medien und andererseits muss man massivst mehr interagieren mit der Software. Die Bedienung eines Spiels und die Optionen die geboten werden, das hast du bei einem Film eben nicht, den man einfach in den Player reinwirft und dann läuft. Ein Spiel kann z.B. Fehler haben, die ein durchspielen unmöglich macht. Das hast du bei einem Film nicht. Der läuft immer bis zum Ende. Da ist wirklich nur interessant ob der Film interessant genug ist. Selbst ein eigentlich interessantes Spiel, kann einem keinen Spaß machen - aus diversen Gründen.

skelethor 13 Koop-Gamer - 1494 - 10. September 2011 - 13:41 #

Der Herr Schmidt hat nie gesagt, das alle Artikel so sein sollen.....das wird ihm nur von den ganzen "alles soll so sein wie ich es am liebsten mag" Leuten in den Mund gelegt. Und bei unserer Diskussion geht sehr wohl ausschließlich um die Gee, da du dich von denen betrogen fühlst ;).

MichaelK. (unregistriert) 10. September 2011 - 14:46 #

Naja, aber Gee ist doch das Ziel von Schmidt. Das gehört schon irgendwie zusammen. Auch wenn er es nicht direkt sagt. Da fällt mir ein, ich könnte mir mal wieder meine GEEs durchsehen. *g* ;)

skelethor 13 Koop-Gamer - 1494 - 11. September 2011 - 13:44 #

Sein Ziel ist, so wie ich es verstehe, mehr Gee und weniger Computerbild Spiele (um mal die beiden Extreme zu nennen). Da gibt es vieeeeeeeeel Platz dazwischen.

Despair 16 Übertalent - 4274 - 7. September 2011 - 13:56 #

Wie das mit den Einschaltquoten läuft, wissen wir ja spätestens seit "Free Rainer". Blöder Film, aber ein wahrer Kern. ;)

McSpain Community-Moderator - 26455 - 7. September 2011 - 13:57 #

Weil die Mehrheit nicht immer die meiste Ahnung hat? Sonst wäre ein Drecksblatt wie die Bildzeitung ja auch nicht die meistverkaufteste Zeitung.

Karsten Scholz Freier Redakteur - 10617 - 7. September 2011 - 14:01 #

Aber genau die Mehrheit finanziert die Verläge mit ihren Magazinen und Onlineseiten - egal wie dumm die Mehrheit auch sein mag. Und genau deswegen wegen die Zahlendreher und BWL-Fritzen immer auf die Mehrheit schauen - und versuchen diese zu füttern für maximalen Gewinn.

McSpain Community-Moderator - 26455 - 7. September 2011 - 14:16 #

Eben.

Samoth 12 Trollwächter - P - 996 - 7. September 2011 - 14:00 #

"Alle"... vielleicht reicht ja diese persönliche statistische Erhebung noch nicht aus, um Gee zum Marktführer zu erheben ;-)

Hazamel (unregistriert) 7. September 2011 - 14:06 #

-meld- ich hab sie sogar im Abo gehabt... Aber wie schon gesagt wurde, das Marketing und die PR kann man, freundlich umschrieben, als sehr laienhaft bezeichnen.
Was nichts dran ändert dass ich sie wirklich wegen der Texte und der Art wie sie geschrieben waren gekauft habe.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 22442 - 7. September 2011 - 14:14 #

Ich hatte die GEE sogar im Abo, aber die aktuelle iPad Version kauf ich mangels Tablet tatsächlich nicht.
arte seh ich auch gerne, vielleicht gibts da ja einen Zusammenhang.^^

Player1 (unregistriert) 7. September 2011 - 14:20 #

Die GEE ist von und für eine Splitergruppe geschrieben. Intellektuell veranlagte Spieleredaktion schreibt für (wenn auch etwas andere) Hardcoregamer, die sich gerne intellektuell mit ihrem Hobby beschäftigen. Das ist oft nett zu lesen, nicht immer so intelligent, wie es sich die Autoren vermutlich erhoffen, aber vor allem ganz sicher eines: Ein Randgruppenrandgruppenprogramm. Für mich jedenfalls nur manchmal interessant genung. Und auch recht logisch, dass sich so etwas nicht in Riesenstückzahlen verkaufen lässt.

Persönlich wäre es mir, wenn ich so darüber nachdenke, fast am liebsten, große Magazine und Zeitungsredaktionen würden sich langsam dazu herablassen, Spiele in ihren Redaktionen zu behandeln wie Theater, Buch und Film. D.h. ein, zwei anerkannte Redakteure für ausgesuchte, fundierte Spielerezensionen eher nach dem 'Muster Schmidt' als nach gängiger Machart. Das würde mir wohl durchaus genügen. Und je nach individuellem Anspruch und Interessenlage wäre auch für jeden etwas dabei.

Spielemagazine können dann gerne bleiben, was sie sind. Und, um da nicht missverstanden zu werden, sind sicher nicht grundsätzlich falsch für die Hauptzielgruppe Gamer um die zwanzig.

Pogomeister 03 Kontributor - 9 - 7. September 2011 - 16:42 #

Das von dir beschriebene Szenario würde mir auch sehr gefallen. Christian Schmidt würde ich gerne als Begründer eines Videospiele-Ressorts beim Spiegel oder der ZEIT sehen. :-)

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 14:49 #

Die GEE, wie sie die letzten 5 Jahre erschienen ist,
gibt es nicht mehr!

Das neue Ding ist nur ein Schatten der GEE.
(Digitaler iSchrott und ein paar Sonderhefte, offenbar
in halber "Bauhöhe").

Sowas kaufe ich selbst als alter GEE-Leser nicht mehr.

Morlock 13 Koop-Gamer - 1654 - 7. September 2011 - 16:10 #

Ich fand die GEE toll und bin leider erst viel zu spät auf sie gestoßen. Die längste Zeit wusste ich nicht einmal, dass sie existiert. Vielleicht war das auch das Problem der GEE. Zu wenig Exposure.

Jetzt gibt es keine Spielezeitschrift, die mich gerade begeistern kann.

Was dein Lieblingsfreund Gunnar in seinem Blog sagt, finde ich richtig. GEE + mehr Tests wäre nah dran an einer Zeitschrift, die ich als "perfekt" bezeichnen würde. Ich gehöre also eher zum Schmidt-Camp.

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 7. September 2011 - 18:36 #

Mick, das ist mit allen ""anspruchsvollen"" Medien so! Die verkaufen sich IMMER schlechter. Sieh dir doch mal die ganzen tollen Serien an. Die schaut keiner!! Stromberg = super! Keiner guckt! Lost, Breaking Bad, Mad Men, Weeds, Sopranos etc. keiner guckt es! Die laufen dann oft spät auf arte, zdfNEO...
Tolle Werke - aber wohl zu schwer verdaulich für die breite Masse.

Computerbild Spiele gibt den Leuten "kostenlosen Mist", "100 % objektive Tests"... Bild dir deine Meinung.

Ich hatte die GEE übrigens auch im Abo.

B0B 11 Forenversteher - 706 - 7. September 2011 - 13:29 #

Im Prinzip stößt Christian Schmitdt mit seinem Artikel wie sie bereits Boris Schneider-Johne in einem der Spieleveteranen Podcasts geschlagen hat. Boris war der Ansicht, dass Spieletest mit einem Wertungssystem von 1-100 einfach nicht mehr zeitgemäß sind und nicht das beleuchten können was hinter der Fassade aus Grafik und Sound steckt. Vieleicht sollte Mick auch mal mit Boris diskutieren.

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 7. September 2011 - 13:33 #

Das habe ich bereits damals, als er die 5 Sternewertung für die PC Player eingeführt hat, die später eiligst wieder gegen Wertungsprozente ausgetauscht wurden...Die Mehrheit wollte es so.

Samoth 12 Trollwächter - P - 996 - 7. September 2011 - 14:02 #

Eiligst? Ich meine heute iwo gelesen zu haben, dass es doch 20 Ausgaben benötigte. Eine recht stattliche Zeit für eine Einsicht.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:24 #

Christians Kritik geht allerdings weit, weit über die Kritik an Wertungen hinaus wenn nicht gar völlig daran vorbei. Er meint etwas ganz anderes.

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 8. September 2011 - 3:17 #

Ich bin mir sogar sehr sicher, dass er selbst die Wertungskästen der GS praktisch findet, nur stören ihn die dazugehörigen Artikel, die oft einfach schwach sind!

Magnus Draken 12 Trollwächter - 834 - 7. September 2011 - 13:34 #

Ich kann nur sagen, was ich von einem Spielemagazin als PC-Core-Gamer erwarte und das deckt sich wohl eher mit dem, was der Herr Schnelle schreibt, auch wenn Herr Schmidt sicherlich in Ansätzen nicht völlig verkehrt liegt. Gerade bei der GameStar hatte ich jüngster Zeit das Gefühl, dass sich in den Tests/Videos an Kleinigkeiten der Spielmechanik und der Grafik aufgehängt wurde, während das große Ganze vernachlässigt wird.

Mich würde auch Jörgs Meinung zu Schmidts Beitrag interessieren, da er ja selbst Gründer und langjähriger Chefredakteur der GameStar war und auch mit GameraGlobal ein Fachmedium geschaffen hat.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:27 #

Ich glaube die Mischung macht's. Mick hat in vielen Dingen Recht, missversteht aber glaube ich, dass Christian diese Tests ja nicht völlig abschaffen will. Er möchte auch nicht, dass Spieleredakteure nicht mehr für Freunde schreiben. Es geht nur darum, die Kritiken erstens auch auf einem gewissen Journalistischen Niveau, also mit Qualität, abzuliefern (Auch hier stimmt Mick zu, wenn er beispielsweise Fehlwertungen u.ä. kritisiert), zweitens dem Leser beim Lesen Spaß zu bereiten (auch das sagt Mick) und drittens die Meta-Ebene etwas mehr als gar nicht zu beachten. Davon, dass die anderen Elemente eines Spiels gar nicht mehr beachtet werden sollen, redet auch Christian nicht.

jaghatai (unregistriert) 7. September 2011 - 13:35 #

Erinnert mich frappierend an "Post von Wagner",gepaart mit einer Menge Groll wegen der Sache von vor ein paar Jahren...

Christian kritisiert zurecht die zig Schema-F-Tests,die in allen Medien die Vorherrschaft haben,und Spaß oder Spannung hab ich in letzter zeit immer weniger wenn ich diese ausgelutschte Art Tests lese

Wenn diese Branche weiterhin auf das altbewährte Muster setzt nach welchem die Tests verfasst werden,dann wird der Spielejournalismus, so wie wir ihn kennen, in wenigen Jahren wegen mangelndem Fortschritt von der Bildfläche verschwunden sein.

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 7. September 2011 - 13:38 #

Welchem Groll? Ich habe mit Christian noch bis vor ein paar Wochen gut zusammengearbeitet... Wir hatten bislang noch nie Ärger...

jaghatai (unregistriert) 7. September 2011 - 13:42 #

Dann mess ich wohl der Sache mit der Entlassung zu viel Bedeutung bei,pardon.
Aber dein Kommentar auf kaliban.de war auch nicht gerade diplomatisch formuliert

Cpt.Focke (unregistriert) 7. September 2011 - 13:46 #

Aber Du arbeitest doch nicht mehr für die Gamestar, oder? Oder war das eine andere Publikation bei der ihr vor ein paar Wochen zusammengeabeitet habt?
Und Sätze wie "Ah. Der Mick. Natürlich.
Spar Dir Deine Vorwürfe, mit Dir diskutiere ich nicht öffentlich."
wirken nicht besonders freundlich, die kamen jetzt aber von Gunnar und nicht von Christian.

Deine Kolummne war schon recht aggressiv, aber verglichen mit Ulrich Steppberger bist Du doch noch harmlos.

Athavariel 21 Motivator - P - 27838 - 7. September 2011 - 13:37 #

Also ich finde generell, dass Wertungen einen viel zu hoher Stellenwert beigemessen wird. Wenn man zum Beispiel Wertungsdiskussionen verfolgt, worin gestritten wird warum ein Spiel 83% statt 88% bekommen hat und sich dann noch einer mit der Aussage kommt "aber dieses Spiel hat 91% bekommen". Denke ich mir immer ist doch egal sind alles Topwertungen.
Wenn Spielmagazine wirklich Kaufberater sein wollen, dann sollen sie den Testanteil deutlich erhöhen und aufhören mit den unzähligen Previews/Vorschau/Angespielt berichten, die sich oft lesen, wie direkt aus der Marketingabteilung des Publishers.
Tests sollten so geschrieben sein, dass man nach dem Text und dem Fazit entscheiden kann, ob einem das Spiel zusagt. Eine Wertung sollte dazu nicht nötig sein oder noch schlimmer die unzähligen Awards die einzelne Magazine vergeben.
Wenn es keine Wertungen mehr gäbe, dann würde es sich wirklich herauskristallieren wer ein guter Spieletester ist.

Jabberwocky 13 Koop-Gamer - 1666 - 7. September 2011 - 13:38 #

Ich mochte C. Schmidt als GS-Redakteur gern, weil er einer der Redakteure mit dem prägnantesten Humor war. Seine Tirade gegen den Spielejournalismus allerdings hat mich überrascht und ich stelle mich da auf Herrn Schnelles Seite.

Grundsätzlich hinterlässt es bei mir einen unguten Nachgeschmack, wenn ein Schreiber, der mir durch seine Inhalte meistens Spaß an seiner Arbeit vermittelt hat, seinen Abgang aus dem Berufsfeld zum Anlass nimmt, so darüber her zuziehen.
Ich frage mich wirklich, warum das jetzt und in dieser Form kommt. Hat Herr Schmidt jahrelang seinen offensichtlichen Frust in sich hinein gefressen? Hat er diesbezüglich versucht, etwas aus dem Innern des Berufs zu ändern und stieß auf taube Ohren, weswegen er sich beleidigt von seinen Kollegen abwendet und gut zwanzig Jahre Spielejournalismus als einen großen Irrtum bezeichnet? Und warum redet er durch den Spiegel über die Köpfe seiner ex-Kollegen hinweg?

Das ganze kommt mir ehrlich gesagt vor wie aufgesetzter Standesdünkel. Ja, Computerspiele etablieren sich als Größe im Bereich der Unterhaltung und damit auch der Kultur. Aber gibt es automatisch nur Hochkultur und Unterschichtenbelustigung und muss man sich als Verfechter seines Hobbys, das nun endlich etwas Anerkennung bekommt, gleich zum Vorreiter einer Avantgarde aufschwingen, die mit ihren Anfängen am liebsten nichts mehr zu tun hätte? Unabhängig ob das die Intention war, lese ich so etwas aus Herrn Schmidts Zeilen heraus.

Sowas stößt mich vor den Kopf, der '92 seine erste PC Player gekauft hat und sich jahrelang auf die Berichterstattung dieses und ähnlicher Magazine verlassen hat.
Laut Herrn Schmidt habe ich also über ein Jahrzehnt meines Hobbys damit verschwendet, unmündig schwätzenden Geeks zu vertrauen, die anscheinend die gesellschaftliche Reichweite ihres Sujets damals wie heute einfach nicht verstanden haben. Da kann sich Herr Schmidt tausendmal selbst Asche aufs Haupt streuen und beteuern, Teil des Problems gewesen zu sein - sich jetzt als jemanden darzustellen, der es als so ziemlich einziger wirklich begriffen hat, empfinde ich als anmaßend.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:36 #

Moment. Es geht überhaupt nicht darum, Vorreiter einer Avantgarde zu sein, sondern nur darum, auch die Meta-Ebene von Spielen, wie es ja bei Filmen oder Büchern üblich ist, auch zu betrachten. Auch, dass man mit den Anfängen nichts mehr zu tun haben wolle, steht so nicht in Christians Artikel. Er sagt sogar ganz ausdrücklich, dass es damals eine gute und wichtige Arbeit war, das Problem aber sei, dass sich die Spieleberichterstattung seitdem inhaltlich nicht geändert, sondern sich nur qualitativ verschlechtert habe. Und damit hat er Recht. Spiele geben heute mehr her. Gerade das ist doch der Punkt: Die Welt hat sich geändert, die Spiele haben sich weiterentwickelt. Der Journalismus dazu entwickelt sich aber eher zurück. Deswegen ist auch das mit dem Verschwenden eines Jahrzehnts unpassend.

Ich glaube nicht, dass er sich hinstellt und zu sagen versucht, dass er es als einziger verstanden habe. Das Lob, was er seit jeher für seine Artikel und Kreativität bekommen hat, nicht nur von einfachen Lesern, ist nicht von der Hand zu weisen. Was Christian will ist "mehr". Mehr Qualität, mehr Einordnung, mehr Analyse. Nicht "weniger". Auf die Angabe der Schusswaffenauswahl in Spielen zu verzichten ist nicht "weniger", sondern Weglassen im Grunde unwichtiger Informationen :D

edit: Ich sehe gerade, das mit dem "Mehr und nicht weniger" hat unten auch schon ein User so geschrieben :)

Jabberwocky 13 Koop-Gamer - 1666 - 7. September 2011 - 15:32 #

Nun, es steht so Einiges nicht wortwörtlich geschrieben, was ich ja auch angemerkt habe. Zwischen den Zeilen lesend drängt sich mir persönlich der Verdacht aber auf.

Ich kann nicht umhin, das Geschriebene in dem Kontext zu betrachten, dass Herr Schmidt sich erst ab dem Zeitpunkt dazu bemüßigt zu fühlen scheint, seinem ehemaligen Berufsstand derart die Leviten zu lesen, als er sich wirtschaftlich von ihm gelöst hat. Diesen Umstand will ich nicht als Feigheit bezeichnen, schließlich gehört zu Kritik auch immer eine Portion Abstand.
Trotzdem finde ich es unziemlich, quasi aus 'sicherer' Entfernung und über Dritte, in diesem Fall den Spiegel, eine grundsätzlich wichtige Diskussion an den Betroffenen vorbei los zu treten. Dazu kommt, wie schon vorher von anderen bemerkt, dass das im Spiegel (bzw. auf Spiegel Online) Geschriebene aufgrund der Reputation der Publikation allein eine gewisse Gravitas hat. Dagegen steht, dass die eigentliche Diskussion aber in Fachmagazinen und Communities wie dieser wirklich erst geführt werden wird, also genau den Plattformen, deren Kompetenz Herr Schmidt anprangert.

Kurz gesagt finde ich, dass sich Herr Schmidt auf diese Weise seine Argumentation zu leicht macht und allgemein überheblich daher kommt. Um die gesamte Problematik ins rechte Licht zu rücken, hoffe ich, dass er auf die Diskussion eingehen wird - und zwar dort, wo sie stattfindet und am dringendsten besprochen werden sollte. Auch obwohl, oder vielleicht gerade weil, er nicht mehr direkt 'Teil des Problems' ist.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 17:19 #

Ich kann mir gut vorstellen, dass er vorher intern längere Zeit ähnlich diskutiert hat, es gab, wenn ich mich richtig erinnere, auch hin und wieder Meinungen, die etwa in so eine Richtung gingen sowie einige dazu passende Forenaussagen. Der plötzliche Ausstieg inklusive der plötzlichen Reaktion lassen da eigentlich viel eher den Schluss zu, dass er für sich persönlich keine Möglichkeit gefunden hat, auf normalem Weg etwas zu verändern. Und Spiegel war für das Auslösen dieser Debatte besser geeignet als beispielsweise Kaliban.de -- denn eine Spielewebsite hätte seinen Artikel wohl eher ungern 'abgedruckt'.

Nur weil er sich sorgsam und sachlich äußert, hat das auch mit Überheblichkeit nichts zu tun, auch wenn dieser Vorwurf in solchen Fällen oft kommt. Immerhin: Er argumentiert und das allgemein gar nicht schlecht. Das kann man von vielen Reaktionen nicht sagen. Das ist aber ein Problem der Reaktionen, indem sie sich quasi freiwillig unterordnen.

Jabberwocky 13 Koop-Gamer - 1666 - 7. September 2011 - 17:54 #

Tja, das ist die Krux: man könnte sich vorstellen, es ließen sich Schlüsse ziehen, etc. Man weiß es nicht, man weiß es nicht. Daher besteht aus meiner Sicht seitens Herrn Schmidt Aufklärungsbedarf.

Trotzdem finde ich, dass, wer etwas verändern will, direkt auf die Leute zugehen soll, die für die Missstände verantwortlich sind. Sich bildlich gesprochen im Rausgehen noch mal schnell umzudrehen und einen Haufen Flugblätter zu werfen, auf denen steht, was einen an der Arbeit der Kollegen schon immer gestört hat, ist nicht die feine Art und schafft Distanz. (Die, wie man ja gut sieht, vornehmlich mit Ressentiments gefüllt wird.)

Deinen letzten Satz verstehe ich leider nicht ganz. Falls Du meine Reaktion meinst, kannst Du mir das -siehe oben- gern direkt mitteilen. Und ich finde, man kann durchaus überheblich argumentieren. Nur weil man das nicht im übelsten Jargon tut, macht das die Sache inhaltlich nicht unbedingt valider. Zumal die ganze Diskussion auf beiden Seiten hochgradig subjektiv ist.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 22442 - 7. September 2011 - 13:41 #

Vielen Heften fehlt auch einfach das Herzblut, die Gamepro war z.B. ein großartiges Magazin als Gunnar noch Chefredakteur war. Da merkte man einfach, dass die Redakteure mit Spaß bei der Arbeit sind. André Horn hat echt interessante Reportagen geschrieben, in denen er unter Anderem die Bedeutung der Story in Videospielen analysierte. Solche tiefgründigen Reports fehlen in der aktuellen Spielepresse fast vollständig. Die Redaktionen werden immer mehr geschrumpft und so bleibt gar nicht mehr die Zeit für Experimente außerhalb des News/Preview/Tesbereich. Da lob ich mir die Consol.AT die sich sechs statt vier Wochen Zeit für ihr Heft nehmen und daher die Qualität des Heftes halten können.

TheBlobAlive 15 Kenner - P - 2927 - 7. September 2011 - 17:14 #

Bei Gunnar hat man aber auch über die Jahre gesehen, wie als er aufgestiegen ist optisch rapide gealtert ist, sehr schnell kamen die grauen Haare...
Schwertel war aber auch noch gut, der hat auch immer mit sehr viel Humor gearbeitet, aber nun ....

Rand al'Thor (unregistriert) 7. September 2011 - 13:46 #

Lieber Mick,

wer sagt denn, dass sich intensiverer Betrachtung und Besprechung und Kaufberatung gegenseitig ausschließen? Christian hat ein "Mehr" gefordert, kein "Weniger", er kritisiert, dass heutige Spieletests nicht mehr sind als Checklisten wie bei der Stiftung Warentest.

Spiele sind aber mehr als die Summe ihrer Teile, deshalb ist es wichtig auch ihren Anspruch (so sie ihn haben) zu diskutieren. Man schaue sich nur das Beispiel Deus Ex an...der erste Teil gilt völlig zurecht als eines der besten Spiele aller Zeiten. Dabei war es schon damals ziemlich hässlich und hatte auch spielmechanisch erhebliche Macken (überflüssige Fähigkeiten wie "Schwimmen" zum Beispiel).

Würde man dieses Spiel allein auf seine Mechanik/Technik reduzieren, wäre es bestenfalls okay. Wo es aber wirklich brilliert, sind die Bereiche Story, glaubwürdiger Weltentwurf, die Illusion völliger Freiheit und vor allem die tiefgehende, doch trotzdem spielerische Diskussion fundamentaler Fragen zur Menschlichkeit und Gesellschaft.

Wenn ich die alten Tests von damals rauskrame bin ich regelrecht entsetzt, wie wenig auf diese Aspekte eingegangen wird. Alle Tests lesen sich wie eine reine Beschreibung des Spielgeschehens, was unheimlich viel Möglichkeiten verschenkt. Vielleicht hätte ich Deus Ex aufgrund der Tests sogar als "Meh, interessiert mich nicht wirklich" abgehakt...DEUS EX...eines meiner absoluten Lieblingsspiele. Gott sei Dank gab es die Demo so dass ich das Spiel schon gekauft hatte bevor, ich überhaupt die Tests gelesen hatte. Und jetzt die Frage an dich: Ist das Kaufberatung, wenn ein Test bei mir aufgrund seines technischen Charakters kein Interesse für ein an sich hochinteressantes Spiel weckt?

Nein, ist es selbstverständlich nicht. Dieses Spiel ist mehr und diesem Mehr sollte und muss man Rechnung tragen. Auch das fällt unter Kaufberatung. Keiner verlangt, dass die technischen und spielmechanischen Aspekte völlig aus den Tests verbannt werden sollen, sondern, dass sie nicht mehr den einzigen Aspekt eines Tests stellen sollen, wenn ein Spiel mehr zu bieten hat als pure Mechanik.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:40 #

Genau so sieht es aus :)
Mick kämpft hier gegen einen Gegner, der gar nicht da ist. Klar, die persönliche Enttäuschung ist verständlich, da würde wohl jeder von uns so reagieren, wenn man so etwas plötzlich in der Zeitung/ auf einer Website liest. Aber inhaltlich sehe ich Christian und Mick fast auf der gleichen Ebene. Beide fordern Qualität, beide fordern interessante und auch spaßige Texte.

vicbrother (unregistriert) 7. September 2011 - 15:52 #

Fordern tun viele, aber Christian liefert auch durchgehend gute Beiträge, wohingegen Micks offener Brief am Thema vorbeigeht und mit Behauptungen wie über die Verwendung von "Ultras..." keinen journalistischen Tiefgang zeigt.

URod 02 Sammler - 6 - 7. September 2011 - 14:48 #

Amen, Bruder!

Ex-Gamestar-Fan (unregistriert) 7. September 2011 - 17:02 #

So verstehe ich eines von Christians Anliegen auch und deshalb find ich den offenen Brief auch so unpassend (und ganz nebenbei deutlich agressiver und persönlicher als den Artikel von Christian). Es gibt zu viele "seelenlose" Tests. 45 Levels, 23 Waffen, 240 ach-so-wichtige-Sachen, diese und jene DirectX 10 Effekte. Dann wird das Spiel Level für Level nacherzählt. So testet man vielleicht Autos und so konnte man früher eventuell auch mal Spiele testen, heutzutage interessiert mich so ein Artikel aber schlicht nicht mehr.
Viel spannender waren schon immer die Meinungskästen oder die seltenen Spieletests, die über das reine Aufzählen, Beschreiben und Kommentieren von technischen Features hinausgingen. Spannend war die (fachlich fundierte) Meinung zum Spiel, davon lese ich gerne mehr! In den Gamestar-Testvideos - gerade den von Herrn Schmidt - wurde das z.T. gut gemacht.
Die Antwort von Mick Schnelle erscheint mir wie ein reflexhafter Schnellschuss. Er hat in meinen Augen nicht wirklich begriffen, worum es geht, sondern sich persönlich angegriffen gefühlt.

PS: Den Shogun2-Artikel von GG hab ich übrigens nicht zuende gelesen, obwohl mich das Spiel sehr interessiert hat und ich es auch gekauft habe. Zu viel Beschreibung ohne, dass mich das dem Spiel wirklich näher bringen würde...

Diewire 11 Forenversteher - 582 - 7. September 2011 - 13:47 #

Dass die Printform der Spielemagazine im Sterben liegen ist kein Geheimnis und auch durch Zahlen belegbar und ein krampfhaftes Festhalten an bestehenden Systemen wirkt wie ein "aber früher hats doch auch funktioniert".
Ich selbst habe den Artikel von Christian so verstanden, dass vor allem Print etwas ändern muss um interessant zu bleiben. Als Abbonent einer Spielezeitschrift wurde mir schon vor längerem klar, dass der ganze technische Aspekt der Spieletest immer uninteressanter wurde, die Wertung eigentlich keinen Stellenwert für mich hat, da ich mir schon lange online eine Meinung gebildet habe.
Print hinkt der Zeit hinterher und wirkt in dieser Form selbst am Erscheinungstag schon veraltet, was den News-Gehalt angeht, dafür gibts online. Was Print kann ist unterhalten und ich für mich könnte mir gut ein Magazin vorstellen, dass sich komplett auf die Unterhaltung beschränkt, ganz so wie es Christian vorschlägt.

Akki 11 Forenversteher - 633 - 7. September 2011 - 13:47 #

Oh weh, Mick.

Da hast Du dich im Zorn übel vergaloppiert. Statt eine sachliche Diskussion anzustoßen, fährst Du persönliche Angriffe und spielst Schmidt voll in die Karten. Um seine Aussagen nun zu untermauern, muss er nur auf diese Seite verlinken und liefert quasi damit ein weiteres Indiz auf die zitierte Unfähigkeit zur Selbstreflexion. Und auch wenn der Spiegel-Artikel in Teilen ärgerlich ist, einige Dinge sind nunmal korrekt: Computerspiele sind in der Tat in der Mitte der Gesellschaft angekommen, durch die Browsergames und Smartphones. Wer in der Öffentlichkeit ein Spiel auf seinem iIrgendwas spielt, erntet nicht wie früher nur Ignoranz oder missmutige Blicke, sondern zum Teil sogar Interesse. Und das Einschlagen der "Core" auf die "Casual"-Gamer ist nunmal eine Unerfreulichkeit, die man nicht wegdiskutieren kann - als ob es plötzlich darum ginge, die Spiele mit mehr Leuten teilen zu müssen.

Geschlossene Gruppen neigen dazu, ein wir-gegen-den-rest-der-Welt-Gefühl zu entwickeln und zu stagnieren. Die wachsende Verbreitung von unser aller Hobby ist eine Entwicklung, die man begrüßen sollte. Den ganzen Zirkus habe ich mit Filmen und Comics hinter mir, und die Games werden den selben Weg gehen. Zum Glück.

Macthirty 11 Forenversteher - 597 - 7. September 2011 - 13:47 #

Mick Schnelle liegt meiner Meinung nach in fast allen Punkten richtig.
Jedoch finde ich, dass Christian Schmidt persönlich zu harsch angegangen wird.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 13:51 #

Hey,

also ich muss den Argumenten beider Seiten ihre Berechtigung zusprechen:

- Der Punkt von Christian mit dem "jedes kleine Detail wird aufgezählt" und "dabei geht der große Blick auf Ganze verloren" finde ich absolut richtig - ich errinere mich da gern an ein Gamestar-Preview zu Starcraft 2: da wurde über eine Doppelseite jede Einheit beschrieben, was total überflüssig ist, weil das Jeder der das Spiel spielt sowieso spätestens während der Kampagne jede Einheit bei ihrer Einführung erklärt bekommt. Das ganze sollt wohl darauf abzielen zu erklären, dass Starcarft wieder nach dem Stein-Schere-Papier Prinzip funktioniert. DARAUF hätte man näher eingehen sollen, also warum ein so funktionierendes System so wichtig ist für Strategiespiele usw.

Solche Beispiele kann man beliebig fortsetzen ... gerade bei großen Titel driften Previews und Tests doch allzugern in kleinste Minidetails ab, sodass ein kritischer Gesamtüberblick keine Chance mehr hat - Folge ist allzuoft ein "Fanboy"-Preview wo nur vielleicht nur ein Miniabschnitt mit einem "aber" beginnt.

Ich habe schon lange kein Abo mehr (vielleicht genau aus dem Grund) - habe mir aber immer gern mal für ne Zugfahrt eine Zeitschrift gekauft... meine Wahl fiel dabei im letzten Jahr aber immer weniger auf große Namen wie Gamestar sondern immer öfters auf Zeitschriften wie GEE ...

- Auf der anderen Seite finde ich Micks Argument "Du warst doch jahrelang im Zentrum der Macht beschäftigt, warum hast du nicht versucht es besser zumachen?" den entscheidenden Punkt. Warum hat Christian ang
esichts der Krise von GS und Co nicht mal neue Wege ausprobiert? Denkbar wäre doch gewesen mal eine Extraausgabe zu produzieren (vgl. z.B. Making Games) wo es nur Reports über Spiele als Kulturgut usw. gäbg - mit Kolumnen und Reports ...? Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich so ein Heft super verkauft hätt!

- Der letzte Punkt hat nur entfernt mit diesem Thema zu tun, aber er stützt Christians Thesen: Warum finde ich auf der GS-Website bereits auf der Titelseite gaaanaanz groß "Babes der Woche" o.ä. ? Hallo wie als sind eure Leser ? 13 ? Wer interessiert sich für so einen leicht frauenfeindlichen, hochpubertären Krams? -> Probleme sind hausgemacht...

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:42 #

Christian hat erst vor ein paar Wochen oder Monaten geschrieben (sinngemäß), dass das Heft momentan hinter der Website zurückstünde, man aber natürlich langfristig auf jeden Fall beide nebeneinander etablieren wolle. Für mich klingt das auch zusammen mit dem Tonfall im Artikel danach, dass Christian sehr wohl ändern wollte, damit aber auf taube Ohren gestoßen ist und deshalb nun der GS den Rücken gekehrt hat.

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 7. September 2011 - 14:55 #

Das kann man vermutlich so unterschreiben :-)

Despair 16 Übertalent - 4274 - 7. September 2011 - 13:54 #

Viele Spieletests heutzutage empfinde ich schlicht als langweilig. Was aber nur zum Teil an der Qualität der Texte, sondern vielmehr an der Austauschbarkeit der Spiele liegt. Fortsetzungen, Remakes und Reboots - Hollywood, ick hör dir trapsen! Es fällt natürlich schwer, einen interessanten Text zu einem "Medal Of Warfare 12" zu verfassen - außer der Spielmechanik und den technischen Daten ist da kaum noch etwas Berichtenswertes übrig.

Ansonsten kann ich nicht so leicht begründen, warum ich mit den aktuellen Spielemagazinen nicht mehr soviel Spaß habe wie seinerzeit mit der ASM oder der PC Player. Am fortgeschrittenen Alter vielleicht? Glaub' ich nicht, der Spaß am Spielen ist nach wie vor ungebrochen.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:45 #

Ich glaube schon, dass es zumindest teilweise am Alter liegt. Je jünger man ist und je faszinierter von den neuen Möglichkeiten, desto mehr findet man einfach alles spannend. Wird man älter, möchte man dann in den Texten mehr lesen als das übliche. Man möchte auch jenseits vom inhaltlichen gefordert und unterhalten werden. So geht es mir jedenfalls.
Aber es hängt natürlich in gewissen Teilen auch mit sinkender Qualität zusammen.

Übrigens finde ich, dass es bei einem Medal of Warfare 12 dann auch als Kritik mal erlaubt sein sollte, einen lauten Verriss zu schreiben, auch mit dem Wissen, damit zu polarisieren. Denn auf der Ebene, die Christian angesprochen sehen will, ist das Spiel einfach eine Null. Mit entsprechendem sprachlichen Geschick kann man auch das spannend und interessant erklären -- ohne den MP-Fans ihren Spaß nehmen zu wollen.

Nekohime 04 Talent - 20 - 7. September 2011 - 13:55 #

Um hier irgendjemandem rRecht oder Unrecht vorzuwerfen fehlt mir das Hintergrundwissen, was mir allerdings auffällt ist, dass in den Kommentaren oft die Rede von "Metaebene", "Wahrnehmung" etc. ist.

Gut auch das sollte seine Berechtigung haben, aber ich persönlich sehe darin schon die "Gefahr" das der Test dann einfach zu subjektiv wird und somit kein Test in dem Sinne mehr ist, sondern eine Kolummne, eine persönliche Meinung.

Man könnte als Beispiel Dragon Age 2 hernehmen. Wäre ich die Autorin eines Tests über dieses Spiel, und mir würde ausdrücklich gesagt ich solle mich nicht mit technischen Details beschäftigen, sondern nur wie das Spiel wirkt, dann würde ich wohl einen durchweg positiven Kommentar dazu abgeben. Mich persönlich stört es nämlich nicht, dass die Höhlen und Seitegassen etc. gleich aussehen, weil das für mich unwichtig ist wenn mir die Stimmung die das Spiel rüberbringt gefällt. Nur was wäre dann mit den Leuten die sich das Spiel zulegen? Die sich dann ärgern das eine einzelne Person (der Autor) das Spiel gut fand, aber sie selbst können damit nichts anfangen weil sie genervt sind wenn vieles gleich aussieht oder die Kämpfe nicht fordernd sind?

Man kann nie komplett objektiv sein, aber wenn man eine Art Liste hat in der man einzelne Punkte bewertet hilft das meiner Meinung nach dem Leser schon zu entscheiden welche der technischen Details für ihn wichtig sind oder nicht. Eine Mischung aus einem Bericht, bei dem einem nicht das Gesicht einschläft, und eine gut übersichtliche Bewertung in einzelnen Punkten wie hier finde ich dann doch besser als einen Artikel der mir die philosophischen und kulturellen Hintergründe von Guitar Hero näherbringen will....

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 7. September 2011 - 14:20 #

Dein Artikel über Dragon Age 2 wäre hervorragend, sobald du in einem Nebensatz erwähnst, dass die Höhlen zwar gleich aussehen, aber der Stimmung in keiner Weise abträglich sind.

Und zu Guitar Hero muss man auch keinen trockenen Test abliefern, man kann alles wichtige auch in einer Entspannten Geschichte verpacken, beispielsweise von einem Abend mit dem neuen Guitar Hero, dass man mit Freunden gespielt hat. In die Erzählung baut man die Stärken und Schwächen ein, in einen Seperaten Kasten packt man die Songs, und fertig ist ein Artikel, den jeder Laie verstehen kann und der einfach Lesenswert ist, selbst wenn man das Spiel selbst uninteressant findet!

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:48 #

Von einem Artikel über die philosopgischen und kulturellen Hintergründe von Guitar Hero spricht auch niemand. Christian fordert grundsätzlich genau das, was du auch willst: Eine Mischung aus einem Bericht, bei dem einem nicht das Gesicht einschläft und trotzdem natürlich auch auf das Spieldesign guckt. Aber eben nicht nur!
Wenn ich momentan viele Tests lese (also ganz allgemein), schlafe ich in der Tat leicht ein und fühle mich eben gerade nicht unterhalten. Auch nicht gedanklich gefordert -- und am Ende genau deshalb auch nicht besonders gut informiert. Ich will einfach mehr als nur zu hören, was man in dem Spiel alles machen kann.

John of Gaunt Community-Moderator - P - 51773 - 7. September 2011 - 13:56 #

Ich verstehe nicht, warum es bei dem Thema ein Entweder-Oder geben muss. Warum sollten klassische Spieletests zur Kaufberatung und Spielekritiken nach Vorbild von Filmkritiken u.ä., die tiefer einsteigen und nicht nur trocken Fakten liefern, nicht koexistieren können? Ich würde beides gerne lesen.

Despair 16 Übertalent - 4274 - 7. September 2011 - 13:59 #

Ganz genau. Die Vielfalt der Computerspielgenres liefert genug Stoff für beides.

McSpain Community-Moderator - 26455 - 7. September 2011 - 14:03 #

Ich glaube auch das es ein wandel innerhalb der verschiedenen Generationen von Spielern gibt. Ich stimme Christian in vielen Punkten zu. Ich will keine trockenen Kaufberatungen. Ich weiß schon sehr früh ob ein Spiel mir persönlich Spaß machen wird oder nicht. Daher kann ich schon länger auf Prozentpunkte und der Gleichen verzichten. Das war früher bei mir anders und es wird auch weiterhin Zocker geben die eine "Beratung" in diesem Sinne brauchen.
Daher finde ich beides gut und machbar. Gibt halt unterschiedliche Zielgruppen. Ich würde mich freuen wenn er Schmidt seine Art der Spiele-Betrachtungen fortsetzen würde. In den letzten Monaten die ich die GS gelesen habe waren seine Beiträge meist das einzige was ich nicht lustlos überflogen habe.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 14:50 #

Genau das ist es ja, was Christian will. Nur versteht das irgendwie kaum jemand. Man kann ja tatsächlich sogar beides in ein und dem selben Artikel verbinden, wie Christian oft genug gezeigt hat.

Globalfan (unregistriert) 7. September 2011 - 13:57 #

Mein Gott, bei den ganzen Namen hier rund um GG fühle ich mich irgendwie in die Zeiten von Raumschiff Gamestar zurückversetzt, nach dem ansehen einer ganzen Episode wusste man doch das man ein Gaming-Nerd war und war dann auch stolz darauf ;D.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 317186 - 7. September 2011 - 14:00 #

Ich will mich hier nicht als der große Schlichter aufspielen, zumal ich zu ca. 90% auf Micks Seite bin und mich über einige von Christians Aussagen schon sehr wundere. Darum nur ganz kurz: Es gibt aus meiner Sicht drei Gruppen von Spieleredakteuren.

Jene, die gewissermaßen in die Meta-Ebene transzendieren, weil sie die letztlich immer gleichen Mechanismen von Spielen persönlich -- meist nach Jahren der Berufsausübung -- nicht mehr so erquicklich finden. Sie streben oft danach, "hinter das eigentliche Spiel" zu blicken, Spiele als künstlerisches Medium oder auf ihre gesellschaftliche Relevanz hin zu untersuchen. Sie schielen aufs Feullieton, wo sie -- wenn sie gut schreiben -- auch hingehören. Ihre ehemalige Liebe zum Sujet verändert sich oft zu einer Connoisseur-Mäkelei: Nur das ganz Neue, Ungewöhnliche, die wenigen Perlen, die paar Spiele, die sich aus ihrer Sicht mit Autorenfilmen oder Theaterstücken messen können oder zumindest die Ansätze dazu zeigen, genießen noch ihre Gnade.

Und eben jene, die sich eher als Arbeiter sehen (aber nicht weniger als Journalisten), denen auch nach Jahren nicht die Lust am Spielen oder am Spieletesten vergangen ist. Ich zähle mich klar zu letzterer Gruppe, die man auch die "Zurückgebliebenen" nennen könnte. Auch wenn ich es mir zutraue, einige der gravitätischen Gedankengänge der ersten Gruppe zumindest nachvollziehen zu können. Übrigens muss auch der Arbeiter aufpassen, nicht deswegen ein Gears of War 3 runterzumachen, weil er persönlich das immer gleiche Spielprinzip schon in- und auswändig kennt.

Ich denke, beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Und sie schließen sich auch nicht aus, dafür gibt es z.B. auf GamersGlobal immer wieder Beispiele, in vielen Tests ebenso wie in Reports oder Meinungen. Nur steht bei uns halt immer das Handwerk im Vordergrund.

Ach, und die 3. Gruppe? Das sind einfach die schlechten Spiele-Journalisten. Ob sie nun zur ersten oder zweiten Gruppe gehören wollen.

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 7. September 2011 - 14:15 #

Wenn ich mir Christian Schmidts Spielesammlung ansehe, kann ich nicht sagen, dass er nur die besten Spiele gutfindet, sondern im Gegenteil versucht bei jedem Spiel einen Anreiz zu finden, der es zu etwas besonderem macht.

Dennoch muss man feststellen, dass das System mit den klassischen Tests nur Online funktionieren kann und das die meisten Spieleredakteure entweder zu schlecht schreiben und nur beschreiben, oder, und da fällt mir im Moment vor allem Michael Graf ein, sehr gut schreiben und erzählen können, aber sich selbst dabei in den Vordergrund rücken.

Es fehlt an Bereitschaft, die Neugier der Menschen zu wecken. Eine gute Bekannte von mir hat jetzt mit ihren Kindern das Problem, dass sie ihnen am besten Spiele suchen muss, die ihnen Gefallen und die auch möglichst Pädagogisch nicht völlig daneben sind. Es muss nicht immer anspruchsvoll sein, aber zumindest Gut gemacht und fordernd. Ihr Problem: Ausnahmslos JEDES Fachmagazin ist auf 15-30 Jährige Spieler zugeschnitten, die alle schon sehr viel Spieleerfahrung haben. Sie hat diese Erfahrung nicht und findet sich absolut nicht zurecht, wenn sie auf der Suche nach geeigneten Spielen für ihre Kinder ist. Einfach weil sie Fachbegriffe nirgends erklärt findet und sie die Spiele die zum Vergleich genannt werden nicht kennt.

Die meisten Spielejournalisten haben vergessen, dass es jetzt genug Spieler gibt, die NIEMALS Videospiele gespielt haben und die jetzt mit ende 30, mitte 40 durch ihre Kinder, durch Facebook oder ähnliches das Spielen für sich entdeckt haben. Und DIE brauchen eine Anleitung, die sie mit für sie ansprechenden Vergleichen durch den Urwald der Videospiele führen.

Erinnert sich noch jemand an den Deutschunterricht, 8. Klasse?? Inhaltsangaben und Interpretationen zu etwas müssen so geschrieben werden, dass auch der Laie sie versteht!

Player1 (unregistriert) 7. September 2011 - 14:45 #

Vor allem decken sich beide Gruppen auch mit den unterschiedlichen Interessenlagen unterschiedlicher Spieler. Deshalb sehe ich da eigentlich keinen richtigen Konflikt.

Wer um die 20 ist, entsprechend schnell zu begeistern und Spielen nicht abgeneigt ist, wird sicher eher dem klassischen Magazin/Test zuneigen. Das ist nichts Schlechtes.

Ebenso wenig schlecht ist aber auch: Wer als Spieler älter wird, wird, ohne sich deshalb für etwas Besseres zu halten, eben oft auch andere Aspekte interessant finden. Und somit einer eher feullietonistischen Betrachtung nicht abgeneigt sein. Schade, dass das hier so abwertend als Connoisseur-Mäkelei bezeichnet wird. Ich denke, beides hat vollkommen wertungsfrei nebeneinander seine Berechtigung.

Weder ist das eine abgehoben, noch das andere zurückgeblieben.

Spannend fände ich da eine wenig Experimentierlust in der Spielepresse. Warum nicht versuchen, beides unter einen Hut zu bringen? Die Voraussetzungen dafür waren schon wegen der wenigere jugendlichen Altersstruktur unter Spielern sicher noch nie besser als jetzt.

Ganesh 16 Übertalent - P - 4763 - 7. September 2011 - 15:42 #

Kann man nicht beides miteinander verbinden? Mich stört, dass hier Differenzen aufgemacht werden, wo eigentlich keine bestehen müssen. Jeder, der über ein Spiel schreibt, bewertet es, gibt eine Empfehlung. Klar muss der gute Tester klarstellen, ob Gears of War ein empfehlenswertes Spiel ist. Aber da spielen doch mehrere Dinge rein:

- Handwerkliches
- Innovation
- und eine persönliche Note

... und ich finde in letzterer kann man sich schon daran stören, dass es wahrscheinlich das zigste Spiel ist, das Kämpferhelden darstellt und die Leiden des Kriegs ausblendet. Genauso würde ich es auch von einer Filmkritik erwarten: Klar nützt die beste Geschichte und das innovativste Konzept nix, wenn der Film schlecht gefilmt ist. Und natürlich kann ein Film handwerklich gut gemacht sein, neue Themen einbringen und mir gleichzeitig sauer aufstoßen, weil er mit plumpen Klischees arbeitet.

Ich spiele nach wie vor gerne, aber der was-weiß-ich-wie-vielte Egoshooter interessiert mich nicht die Bohne. Zumindest vom Gameplay, diese Art von Spiel habe ich mit 15-16 Jahren zur Genüge gespielt. Wenn dieses Genre mal interessante Settings oder kontroverse Themen bieten würden, dann möchte ich darüber lesen, aber doch bitte nicht in einem Produkttest.
Aktuelles Beispiel ist Deus Ex, das ich wahrscheinlich nicht spielen werde, weil Action-Spiele nicht mein Ding sind. Trotzdem interessiert mich der Transhumanismus und die Medizinethik, wie sie das Spiel aufgreift.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 14:05 #

"Ultras ist übrigens ein Begriff, der meist für die gewaltbereiten Elemente unter Fußball-Fanatikern gebraucht wird, oft als Steigerung von "Hooligans" "

Wenn man nicht weiß, was Ultras im Fußball sind, dann bitte nicht drüber schreiben.

Danke

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 22442 - 7. September 2011 - 14:22 #

Manuel Neuer ist übrigens auch ein Ultra, dabei sieht er so harmlos aus.^^

Jörg Langer Chefredakteur - P - 317186 - 7. September 2011 - 14:25 #

Das haben wir doch längst korrigiert, das steht nicht mehr so im Text.

Ist "Ultras" Micks Kernargument? Ich finde nicht. Ist "Ultras" von Christian Schmidt positiv gemeint gewesen? Ich finde nicht. Vermutlich hat er es einfach deskriptiv gemeint, ohne sich über die (ich vermute: außerhalb von Fanclubs) keineswegs positive Konnotation des Wortes im Klaren zu sein.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 14:50 #

Ok, aber als ich den Kommentar schrieb, stand es noch drin.

Auch wenn diese Aussage natürlich nicht Micks Kerbargument war, so war sie doch sehr fragwürdig und konnte nicht einfachso stehengelassen werden.

yeahralfi 14 Komm-Experte - P - 1910 - 7. September 2011 - 15:41 #

Auch nach der Korrektur werden Ultras im Text noch mit gewaltbereiten Hooligans in Verbindung gebracht. Man kann es nicht oft genug sagen: das eine hat mit dem anderen nichts (in Worten NICHTS!) zu tun. Die Wahrnehmnung von Ultrasfangruppen ist auch ausserhalb von Fanclubs durchaus eine gute. Zumindest in fussballinteressierten Kreisen. Viele meiner Freunde sind genau wie ich niemals Mitglied einer solchen Gruppe gewesen. Wir gehen aber dennoch recht regelmäßig ins Stadion und freuen uns über die Stimmung und die oftmals fantasievollen Aktionen, für die die Ultras verantwortlich sind.

Entschuldigt bitte, dass ich auf diesem Nebenkriegsschauplatz herumreite, der eigentlich nichts mit den Kernaussagen von Micks Artikel zu tun hat (die ich übrigens auch nicht teile) Aber die Nonchalance, mit der Hinweise auf diesen Fehler(aus Unwissenheit? Gleichgültigkeit? Nachlässigkeit ...sucht´s euch aus...) hier beiseite gewischt werden, erstaunt mich doch schon sehr. Schliesslich ist das genau die Form von denkfauler Diskriminierung und Pauschalisierung, über die sich gerade Gamer (und insbesondere auch hier auf GamersGlobal) doch so bitterlich beschweren. Siehe die "Killerspiel"-Diskussion oder den unsäglichen RTL-Bericht von der Gamescom.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 15:57 #

So schauts aus.

Danke

RICK (unregistriert) 7. September 2011 - 15:58 #

Jörg, bitte schreibe nicht so verschlüsselt. Keiner zweifelt an deiner Kompetenz, aber wenn ich hier aufmerksam den Artikel und Kommentare lese, will ich auch alles verstehen können. Oder habt Ihr wieder eine chinesische Aupair im Haus? :)

Ich finde Christian Schmidt hat mit einer Aussage recht. Manchmal reicht vielen Leser vermutlich auch ein kurzes Fazit anstatt drei Seiten Detailflut.

Mich würde eine Umfrage dazu auf Gamersglobal.de reizen:

Wie viele von euch lesen nur das Fazit oder blätter durch die Reviews?
Das Ergebnis ist sicher nicht uninteressant.

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 7. September 2011 - 14:20 #

Ich halte diesen Kommentar für eine Unverschämtheit, ein nichtssagendes Stück Polemik, das sich auf persönliche Angriffe auf einen Ex-Kollegen stützt und eigenen Stolz, verursacht durch Unverständnis, aufgrund von Nicht-Vermögens und Nicht-Wollens.
Aber gehe ich mal ins Detail:

Bereits der einleitende Absatz spricht von gekränktem Stolz, einem Verhalten einer "beleidigten Leberwurst". Sonst ist er absolut inhaltsleer.
Im ersten Absatz des zweiten Abschnittes, zeigt sich das selbe Bild. Vermutungen, Unterstellungen, Polemik, grundloses Herumhacken. Sinnlos, unterstes Niveau, nicht angemessen. Zweiter Absatz: Der Vergleich mit einem völlig fachfremden Thema: Autos. Die verlangen Ausgaben im fünfstelligen Bereich, sind Gebrauchsgegenstände und Kaufentscheidungen hier, sollten auf Vernunft aufgebaut sein, solange man kein Millionär, der sich Autos wie sonstwas kauft, z.B. Spiele.

Nächster Absatz, unter der zweiten Zwischenüberschrift. Hier wird schmierig und widerlich verbrüdert: Die "Hard Core"-Gamer die wir ja alle sind, die sich gerne mal stundenlang in Total War-Partien verlieren, gegen diese "ekligen" Core-Gamer, mit ihren Sims Socials. Hier wird Christian vorgeworfen er schäme sich für seine Zielgruppe, währenddessen die Nicht-Hard-Core-Gamer in den Schmutz gezogen werden!
Diese maßlose Arroganz der Gamer, zu denen ich mich immer gezählt habe, geht doch auf keine Kuhhaut! Und genau an diese appelliert der hier, von mir eins durchaus geschätzte, Autor. Das sind niedere Mittel.

Zweiter Absatz, zweite Zwischenüberschrift: Das bestreitet Christian nie und wer die "11Freunde" liest, oder die GEE, der wird feststellen, dass auch hier ein Kumpelverhältnis vorhanden ist. Dieses basiert eben nicht auf Spieletests nach Schema F.
Und im letzten Satz schon wieder ein persönlicher Angriff Richtung Christian. Was soll das? Mal ganz im Ernst, das ist Kindergartenverhalten.
Dritter Absatz, selbe Zwischenüberschrift: Hat wieder nichts mit Christians Artikel, bzw. dessen Inhalt zu tun. Wieder wird verbrüdert, ein Zugehörigkeitsgefühl aufgebaut (oder zumindest versucht) und zum Stolz aufgerufen.
Das ist genau die Krux: Spiele werden immer weiter akzeptiert. Das merken wohl viele in ihrem Alltag (vor allem die Jüngeren). Plötzlich spielen viele der eigenen Freunde Spiele, unterhalten sich sogar darüber, geben Geld dafür aus. Fachmagazine liest da keiner, also sind die auch nicht die Zielgruppe die der Autor hier sieht. Und dennoch spielen sie gerne Spiele, werden aber aus dem elitären Kreis der Spieler ausgeschlossen. Warum? Aus Stolz, Überheblichkeit. Kann man mal mit dieser lächerlichen Aufteilung der Spielerzunft aufhören? Es gibt Menschen, die spielen gerne Spiele, andere eben nicht. Warum da noch unterscheiden?

Dritte Zwischenüberschrift, alle Absätze: Genau hier liegt das Missverständnis von Christians Text. Er ruft nie dazu auf, Spiele in den Himmel zu loben, nicht fundiert zu kritisieren. Er ruft zu einem höheren journalistischen Niveau auf, welches Verständnis dafür zeigt wie Spiele sind und wie sie wirken. Der vom Autor angeführte Wertungskanon führt eben genau zu solchen Wertungsmiseren wie bei Gothic 3. Dennoch setzt sich der Autor dafür ein. Spiele funktionieren nicht durch ein Zusammenspiel einzelner Kategorien, sondern dadurch, wie sie insgesamt wirken, wie Christian so korrekt formuliert. Menschen haben nicht Spaß durch eine überlegte Beurteilung dessen, was sie da machen, sondern empfinden ihn einfach. Das kann an den verschiedensten Dingen liegen. Warum ist ein Bejeweled so erfolgreich, oder ein Farmville? Weil ihre Einzelteile so toll sind, dass soviel Spielspaß daraus entsteht? Nein, sondern weil sie als Ganzes, mit ihrer Seele (die der Autor auch anführt) Spaß bereiten. Nicht jedem Menschen, aber anscheinend genug Menschen, denn es sind Millionen. Diese Spiele hätten in Fachmagazinen nie Spitzenwertungen erreicht. Das brauchen sie aber gar nicht.
Man mag diese Spiele und ihre Spieler für noch so simpel halten, aber entspringt diese Meinung doch nur dieser Arroganz von "uns" Spielern.

Zudem wird in diesem Teil der Antwort noch die GS kritisiert. Wieder begibt sich der Autor auf eine persönliche Ebene, die nicht angebracht ist.

Abschnitt "Stundenlöhne wie im Reinigungsgewerbe": Über die Stundenlöhne sind wir uns wohl alle einig. Dennoch stört mich wieder eines: Die Behauptung Christian hätte dies ändern können, hätte er gewollt. Das ist so ein Blödsinn, so eine polemische Schuldzuweisung! Wie hätte er das denn anstellen sollen? Man überschätzt hier (aus dramatischen Mitteln, um den Leser zu überzeugen) seinen Einfluss und dreht ihm daraus auch noch einen Vorwurf. Unverschämt!
Denn Christian ist auch nur ein Zahnrad im System gewesen. Wie wir wissen nicht, ob er sich darum bemüht hat, wie die Verhältnisse genau waren, welche Faktoren alle eine Rolle gespielt haben. Genau aus diesem Grund sollten wir es tunlichst vermeiden, Vermutungen anzustellen und Verurteilungen auszusprechen!

Letzter Abschnitt: Schon wieder persönliche Angriffe. Schon wieder peinliche, schmierige Verbrüderungen. Hier wird nur die persönliche Abneigung gegen Christian zusammengefasst, nicht die (kaum vorhandenen) objektiven Argumente.

Diese Antwort geht, für meine Begriffe, völlig an Christians Kolumne vorbei, zumindest an ihrem Inhalt und verliert sich in unangebrachten, persönlichen Unterstellungen. Dies zu machen, auch basierend auf Insiderwissen, sollte nicht so in der Öffentlichkeit passieren, sondern, eben wie der Text geschrieben ist, auf einer persönlichen.
Hier ist absolut keine Bereitschaft zu erkennen, einen Dialog zu führen, zu reflektieren, zu argumentieren. Hier zeigt sich der gekränkte Stolz eines Spielejournalisten, einer ganzen Zunft.

Christian spricht sehr gute Punkte an, die helfen könnte, den Einheitsbrei der deutschen Spielejournalismuslandschaft etwas interessanter zu machen. Denn, seien wie mal ehrlich: Macht es einen Untschied, wo man heute Spiele"kritiken" liest? Kaum. Hier bei GG sind sie auch, meist, einfach länger und schicker präsentiert, als auf anderen Seiten.

Man macht Christian zum Vorwurf, dass ihm dies nicht genug ist, dass er eine andere Auseinandersetzung mit Spielen sehen will. Dies zeigt doch eindeutig, dass hier keinerlei Bereitschaft existiert, Vorschläge anzunehmen.

Zwei noch anzuführende Punkte:
Im Artikel wird laufend erwähnt, dass die Core-Gamer keine Spielehefte kaufen würden/wollten. Ist wohl richtig, jedoch spricht Christian nie von Spieleheften, sondern von Spielejournalismus, der mittlerweile hauptsächlich online zu finden ist.
Wertungen interessieren die Publisher nur, weil sie zu Werbezwecken nützen. Das sehen sie in dem aktuellen Spielejournalismus: Werbung, mehr nicht. Zu niedrige Wertungen werden ignoriert, bzw. negativ aufgenommen, positive zu Werbezwecken herangezogen. Das bringt den Spielejournalismus nicht weiter und die Spiele auch nicht.

Zusammenfassend: Diese Antwort verliert sich in Polemik, persönlichen Anfeindungen, Vermutungen und Unterstellungen. Objektive Argumente weiß sie nicht zu liefern.

Warum schreibe ich immer vom Text und vom Autor?: Weil ich Mick nicht persönlich kenne, kann ich nur den Text beurteilen, nicht ihn als Menschen. Dass ich dann doch ab und zu von gekränktem Stolz spreche (was eine persönliche Unterstellung meinerseits ist), möge man mir verzeihen. Denn der Autor machts nicht anders (bzw. noch viel mehr und stärker), außerdem widert mich der Text in weiten Teilen an.
Das kann der Autor persönlich nehmen, oder mit einer gewissen Distanz.

Nun meine persönliche Meinung zum Thema: Ich lese schon länger keine handelsüblichen Spielekritiken mehr. Sie nehmen zu viele Inhalte vorweg, sind langweilig zu lesen und ständig gleich aufgebaut. Als Informationsquelle dienen sie natürlich und bin ich mir bei einer Kaufentscheidung unsicher, lese ich auch schon mal eine. Aber nie aus Lesevergnügen, anders als z.B. bei der GEE. Hier liegt einfach ein Missverständnis vor, ein Aneinander-Vorbeireden: Man kann sich über Spiele, bzw. ein Spiel informieren, oder aber über Spiele lesen, aus Vergnügen am journalistischen daran. Christian ist wohl eher an letzterem interessiert, Mick an ersterem. Beides hat seine Daseinsberechtigung, kann aber auch voneinander profitieren. Spieletests dürfen gerne mal besser und abwechslungsreicher geschrieben sein, Spieleanalysen brauchen eine Reichweite, die sie alleine wohl nicht erreichen.
Ich selbst halte es für sinnvoll, Spiele auch auseinanderzunehmen (wobei ich kein Fan davon bin und es auch nicht (mehr) gerne mache), aber sie eben zusätzlich auch anders zu behandeln. Das kann beides an selber Stelle passieren (also in einer Publikation), oder eben nicht. Ich lese persönlich aber lieber die Analysen, auch wenn ich am Spiel nicht unbedingt interessiert bin.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 317186 - 7. September 2011 - 14:37 #

Naja, du schreibst doch selbst von Unverschämtheit und Anwidern und ähnlichem und gehst wiederum Mick damit frontal an, das nachgeschobene "Kenne Mick nicht als Person" hin oder her. Ein "Offener Brief" ist halt in der Regel keine Liebeserklärung, eine Meinungskolumne kein Hort der verzweifelt durchgehaltenen Objektivität.

Ich habe übrigens noch nie verstanden, wieso eine sehr persönliche Antwort (und das ist, was Mick geschrieben hat, und zwar persönlich in beide Richtungen) schlechter sein soll als ein in vielen Blogs und Foren (z.B. Spiegel Online...) zu beobachtendes Geschwurbel, wo mit gestelzten Sätzen, vorgetäuschter Distanz und leeren Höflichkeitsfloskeln (z.B. Siezen) doch nur kaschiert wird, dass es darum geht, dem anderen eine reinzuwürgen und ihn als dämlich dastehen zu lassen.

Ich mag den direkten Ansatz lieber und glaube Mick, dass er 100% das meint, was er schreibt. Wer so schreibt, gibt sich selbst Blößen -- du kannst davon ausgehen, dass sich Mick dessen beim Schreiben sehr bewusst war.

Auch dein Urteil, welcher der beiden Texte der unverschämtere ist, wird so nicht jeder nachvollziehen wollen.

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 7. September 2011 - 14:49 #

Beide Texte gehen aber nicht auf Christians Argumentation ein! Um Christian zu widerlegen müsste man doch Gegenbeispiele aufzeigen. Natürlich ist Christian auch teil des Systems gewesen und klar hat er mit sicherheit viele Fehler gemacht, aber Micks Offener Brief greift (durchaus zurecht) Christian als Person an, die sich mit dieser Argumentation zu Wort meldet, aber in keinem Satz bringt er Gegenbeispiele. Wo sind die guten deutschen Leitartikel zum Thema Videospiele?

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 7. September 2011 - 14:55 #

Falls du meinen Text meinst: Das habe ich ganz bewusst gemacht. Micks Meinung ist seine Meinung, das muss man respektieren. Aber man kann sie auch anders formulieren, ohne persönlich angreifend zu werden, in aller Öffentlichkeit.

Wie gesagt, Meinungsverschiedenheiten gibt es immer und sind auch wichtig. Aber so wie hier, führt das ja zu keinerlei Ergebnis.

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 7. September 2011 - 15:06 #

Meinungen sind ne tolle Sache, aber meiner Meinung(Yeah!) nach gehört zu einer fundierten Meinung auch eine Begründung, die ebenso funidert sein sollte. Für mich hört sich Micks Meinung samt Begründung ungefähr so an:
"Du hast zwar recht, aber du bist auch nicht besser als wir andern Deppen!!"

Und wie du richtig erkannt hast führt das zu nichts ^^
Allerdings ist es auch nicht nötig, seinen Text auseinander zu klamüsern um ihn dann genau zu bewerten :-)

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 7. September 2011 - 15:20 #

Ich wollte mir nicht vorwerfen lassen, keine Argumente zu liefern^^.
Man sollte das alles mit einer gewissen Lockerheit sehen und ich würde den Kommentar jetzt wohl schon wieder etwas anders schreiben (aber mit der gleichen Aussage im Kern).

Ich lasse mich jedoch, das muss ich zugeben, gerne dazu hinreißen Texte auseinander zu klamüsern, wie du es so schön formulierst.

vicbrother (unregistriert) 7. September 2011 - 16:09 #

Genau. Es fehlen die Beispiele!

Ein offener Brief fordert ja zur Kritik heraus - aber wenn der Brief selbst so plump daherkommt, dann muss man diesen Stil auch kritisieren dürfen!

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 14:52 #

Das SPON Forum ist ja auch das Negativbeispiel schlechthin für eine gesunde Diskussionskultur.
Nichts gegen direkte Kritik, aber der Respekt vor dem anderen sollte gewahrt bleiben.
Wobei ich es natürlich verstehen kann, dass sich viele Redakteure aufregen. Wenn ich einem Politiker sage, dass er 20 Jahre nur Quatsch gesagt hat, fühlt der sich auch angegriffen. Genauso wie der unterschwellige Vorwurf nur ein williger Erfüllungsgehilfe der Spieleindustrie zu sein, verletztend ist.

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 7. September 2011 - 14:56 #

Den Anspruch verfolge ich auch nicht.
Dass ich ähnliche "schmutzige" Mittel verwende, das ich mag ich aber eingestehen. Jedoch greife ich Mich als Person nicht explizit an, was er aber mit Christian macht.

Klar ist meine Antwort auch emotional motiviert und kann ich mir persönliche Anfeindungen nicht ganz verkneifen, aber ich empfinde Micks Text tatsächlich als Unverschämtheit. Da die Beherrschung ganz zu behalten, das kann ich wohl nicht.

Abstreiten lässt sich meiner Meinung nach aber nicht, dass hier keine Argumente geliefert werden, die den deutschen Spielejournalismus, bzw. den Stil, wie ihn Christian beschreibt, verteidigt.
Mick versucht einfach Christian eins reinzuwürgen, wie du ja so treffend sagst. Aber ich finde es nicht angemessen, dies so öffentlich zu tun, wenn man sich persönlich kennt.

Ich habe kein Wort darüber verloren, ob Mick seine Arbeit als Spielejournalist gut macht (und wie gesagt, ich habe seine Tests in der GS damals gerne gelesen), oder wie er als Mensch ist. Aber für die selbst geschrieben Texte muss man Verantwortung übernehmen und da kann man, wie ich finde, drauf rumhacken wie man möchte. Ich könnte den Schreibstil kritisieren, oder einzelne Formulierungen, oder objektiv den Inhalt. Aber das würde den Kern verfehlen. Na klar kann mein Kommentar persönlich kränken (theoretisch), denn ich lasse ja kein gutes Haar am Text. Aber ob dies nun persönlich genommen wird oder nicht, ist eine Frage der eigenen Auffassung und dessen, wie man "persönlich" definiert. Wie gesagt, Mick Schnelle als Mensch kritisiere ich nicht weiter, wohl aber seine hier geäußerte Meinung.

Na klar sind offene Briefe meist kritisch, Kolumnen nicht ständig objektiv. Aber es gibt Grenzen. Die wurden, für meinen Geschmack, übertreten. Ob auch von mir, das mag ich nicht beurteilen.

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 7. September 2011 - 15:15 #

Mick hat hervorragende Tests geschrieben. Niemand konnte Spieleentwicklern die Macken ihrer Spiele so gekonnt um die Ohren hauen wie Mick, aber, und jetzt kommt Christians Argument: Vor 15 jahren war das mehr als ausreichend, es war sogar hervorragend. Heutzutage sind solche Texte immernoch gut, aber nur wenn es auch etwas zu zerpflücken gibt. Einem Dragon Age muss man keine Grafikmängel vorhalten, oder bei einem Rennspiel die fehlende Story kritisieren.

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 7. September 2011 - 15:21 #

Da stimme ich dir zu.

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 7. September 2011 - 15:02 #

Was mir gerade an meinem Kommentar auffällt: Ich spreche ab und zu von Hard-Core-Gamern und Core-Gamern. Mit letzteren meine ich in aller Regel Casual-Gamer. Mein Fehler.

RobertM 10 Kommunikator - 410 - 7. September 2011 - 14:23 #

Ist schon komisch, irgendwie haben beide mit vielem recht: Christian hätte versuchen können etwas zu verändern oder wenigstens die Hintergründe zur Industrieabhängigkeit der Fachzeitschriften veröffentlichen und kritisieren können, während er noch bei der Gamestar tätig war oder wird das etwa durch die Verlagshäuser unterdrückt und zensiert? Das wäre eine viel tiefer gehende Kritik: die prekäre Beschäftigung und das Indudstriediktat. Sicher war es der Spiegel-Redaktion aber zu viel Zusammenhang und zu viel Dreck auch vor der eigenen Haustür.
Es ist schade, dass sich Mick und Christian befetzen, während sie eigentlich gut zusammen arbeiten könnten. Aber vielleicht liegt das daran, dass nicht nur in der Spielebranche das Diktat irgendwelcher Börsenfuzzis die Leute gegeneinander aufbringt, sondern diese Gesellschaft, so wie sie besteht, hochgradig verkommen und korrupt ist. Wird wohl mal Zeit für ein paar materialistische Analysen und ein wenig Veränderung der Grundlagen. Und an die BWL-Fuzzis, die jetzt wieder schreien: "Ohhh, das ist ja alles eine natürliche Entwicklung und man kann nichts daran ändern, Evolution bla bla..."
Das Ding ist von Menschen gemacht, also kann es von Menschen verändert und zerstört werden.

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2199 - 7. September 2011 - 14:28 #

"Autos haben schon lange den Weg in die Mitte der Gesellschaft gefunden, dennoch würde niemand einer Auto, Motor, Sport, einer Auto Bild oder den Autotests bei Spiegel Online vorwerfen, dass sie sich ausgiebig mit den technischen Daten der Wagen beschäftigt, Vergleiche mit Konkurrenzmodellen anstellt oder Fachausdrücke verwendet, um ihre Leserschaft zu informieren."

Das finde ich unsinnig. Du tust hier genau das, was Christan anprangert. Ein Spiel nach seinen einzelnen Teilen bewerten, eben wie ein Auto. Ein Spiel sollte aber viel mehr wie ein Film oder ein Buch behandelt werden. Und Filme werden auch nicht danach beurteilt, ob jetzt 4 oder 5 Sexszenen darin vorkommen. Ob eine oder 8 Explosionen. Sondern nach ihrem Gesamtbild.

"Ja, F2P ist am Kommen, ja, zu Cent-Beträgen verkaufen sich manche iPhone Apps multimillionenfach. Aber wir reden hier doch von richtigen Spielen, von Spielen für Enthusiasten!"

Eine sehr sehr sehr sehr sehr sehr antiquierte Ansicht. Ein Blick über den Tellerrand schadet nicht.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 14:38 #

Genau, auch auf dem iPhone gibt es Spiele für Enthusiasten.
Oder waren die Macher der Coop-Show (ehemals 1UP ShoW) etwa keine Enthusiasten?

Neronomicon 10 Kommunikator - 419 - 7. September 2011 - 14:25 #

Hier mal einen Auszug von einer anderen Seite(http://kaliban.de/2011/09/zum-zustand-der-deutschen-spielekritik/comment-page-1/#comment-38954) vom User MisterX:

In der heutigen Gesellschaft sind wir leider dazu übergegangen unsere jungen Menschen nur noch als Humankapital auszunutzen: sie sind jung und gesund, lassen wir sie buckeln bis sie irgendwann nicht mehr können, dann holen wir uns eben neue. Der Spielejournalismus hat das gerade zu perfektioniert. Schaut euch die heutigen Redaktionen an: Mehr Praktikanten als feste Mitarbeiter, weil sie billiger sind. In anderen Magazinen hat man sogar noch perfidere Methoden gefunden: Man bedient sich der User, befördert einige zu Redakteuren und lässt sie kostenlos oder zu Hungerlöhnen Artikel schreiben, bis die Finger bluten. Sind sie ausgebrannt werden sie schnell durch neue ersetzt. Es gibt ja genug. Das darunter die Qualität der Texte leidet, versteht sich von selbst.

Doch wer ist Schuld an der Misere. Für die Verlage ist es natürlich das Internet: Da gibt es alles kostenlos. Die Auflagen der Printmagazine sinken seit Jahren. Die Verlage können sich zum einem keine ausgebildeten (guten) Autoren und zum anderen keine guten Arbeitsbedingungen mehr leisten. Der Kampf zwischen Online- und Printmedien tobt seit Jahren unerbittlich und Online scheint zu gewinnen. Doch keiner scheint zu merken, dass es nur ein teuer erkaufter Pyrrhussieg ist. Denn unter dem Geopferten ist vor allem der gute, kreative Journalismus zu finden. Wer kann sich schon seine Muse erhalten, bei diesen katastrophalen Arbeitsbedingungen. Drehen wir das ganze um und betrachten es unverschämterweise aus einer ganz anderen Perspektive: Die Kreativität stirbt. Texte werden im Schnellverfahren aufgrund der schlechten Bedingungen produziert. Die Leser fliehen in den Online-Bereich. Da müssen sie wenigstens nichts für die schlechten Texte bezahlen. Es ist ist ein Teufelskreis: kein Anfang und kein Ende.

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 80261 - 7. September 2011 - 14:26 #

Hujjujjujjj... Alle hamm ja so ihre Sicht der Dinge. Ich muss nachdenken...

Jock 09 Triple-Talent - 309 - 7. September 2011 - 20:24 #

Hahaha!! *signed* :D

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 14:31 #

Hätte ein gewöhnlicher User einen derart beleidigenden User-Artikel verfasst, wäre dieser bestimmt nicht freigeschaltet worden.
Christian Schmidt ist ein Unsympath, das durfte ich damals auf der Games Convention selber feststellen, dennoch ist es ja wohl das letzte ihn jetzt wegen der Fehlwertung zu Silent Hunter 5 anzugehen und ihm vorzuwerfen er würde seine Kollegen und Leser verabscheuen. Dafür hat er sich in den letzten Jahren im Gamestar Forum etwas zu viel Zeit für die User genommen.
Dem Image von GamersGlobal schadet so ein Artikel in jedem Fall, da hätte Jörg lieber mal selber was geschrieben (oder einer seiner Kollegen, die sicher auch eine Meinung dazu haben).

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 59737 - 7. September 2011 - 14:32 #

Was hier alle auf diesen Scheiss-Ultras rumreiten, unfassbar! Egal ob Hooligans, Edelfans, FanClub-Gründer oder weiss der Schinder, es geht hier um was ganz anderes als die Definition der Ultras! Welche übrigens natürlich zu den Hools gehören, nur weil es auf Wiki als Definition so steht, muss es kein Dogma sein!

John of Gaunt Community-Moderator - P - 51773 - 7. September 2011 - 14:59 #

"Welche übrigens natürlich zu den Hools gehören"

So ein Schwachsinn! Ich kenne ein paar Leute von den Ultras Nürnberg, und würde man denen sagen, sie seien Hooligans, würde sie das (zu Recht!) als Beleidigung empfinden. Das sind zwei völlig unterschiedliche Gruppierungen, die sich nur in wenigen Fällen überhaupt überschneiden.

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 59737 - 7. September 2011 - 15:23 #

Ja, und Pinocchio ist aus Plastik!
Deswegen verstecken sich ja 90% der Hools unter den Decknamen der Ultras. Ich kenn auch ein paar Leute, die sich als Ultras bezeichnen, sich aber nur schlagen wollen! Aber als ultra hat man in der Wikigesellschaft ne bessere Lobby! Ultra hört sich nur besser an als Hool!

Age 19 Megatalent - P - 13962 - 7. September 2011 - 16:29 #

Nur weil sich die Leute die du kennst als Ultras bezeichnen, heißt es noch lange nicht, dass sie welche sind... Davon abgesehen ist es wie JoG es geschrieben hat und du hast scheinbar einfach nur keinen Schimmer. Sicher machen manche Ultras auch viel Mist, deswegen sind sie allerdings keine Hools...

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 59737 - 7. September 2011 - 16:50 #

Vielleicht sind ja eure Kumpels jetzt keine schlagenden ultras, trotzdem sind die Grenzen fliessend zwischen Ultras,Holligans und Rassisten! Der Hool prügelt sich aus Spass an der Freud, der Ultra nutzt die Gewalt um seine Interessen gegenüber dem Verein durchzusetzen, das Manifest! Denn darum geht es den Ultras! Alles andere was sich Ultras schimpft, sind schlicht und einfach keine, sondern haben nur den "coolen" Namen kopiert!

Rey (unregistriert) 7. September 2011 - 14:33 #

Ich versuch es mal in Kürze:

Videospielen mögen mehr als die Summe ihrer Teile sein können - das müssen sie aber nicht. Auf die Spielmechanik kann dagegen kein Spiel verzichten, weshalb ein Test - wenn ein Spiel nicht mehr bietet - sich auch darauf beschränken kann. Ich fürchte, dass Christian für den von ihm herbeigesehnten Journalismus nicht nur das Interesse von Redakteuren und Lesern, sondern auch die dafür tauglichen Spiele fehlen würden.

PS:

@Mick
Du warst immer mein Lieblingsredi und bist es immer noch!

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 14:35 #

An diesem inhaltlich und sprachlich völlig unangemessenen Beißreflex merkt man sehr schön, mit welchen Personen die Defizite offenbar verbunden sind, die Christian Schmidt anprangert. Danke für den schlagenden Beweis.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 317186 - 7. September 2011 - 14:39 #

Genau: Den anderen als dämlich / inkompetent / wadenbeißerisch hinstellen, schon hat man das Argument gewonnen.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 14:48 #

Damit haben Sie Herrn Schnelles Text sehr schön zusammengefasst, Herr Langer.

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 7. September 2011 - 14:51 #

So sehr ich Mick Schnelles Brief verabscheue, so ungenau und schlecht ist dieser Kommentar! Jörg Langers beschreibung passt kaum im Ansatz zu diesem Brief!

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 15:02 #

Naja, es lohnt sich ja auch kaum, sich mit einer derart platten, reaktionären Denke auseinanderzusetzen, die sich statt auf die vorgebrachten Argumente einzugehen, der Einfachheit halber lieber mit deren Urheber beschäftigt und sich dabei konsequent in verbalen Tiefschlägen unter der Gürtellinie erschwert, auch wenn das in ein gewisses Schreibtalent verpackt ist. Es ist einfacher, den Überbringer unliebsamer Botschaften zur persona non grata zu degradieren, anstatt über sich und sein Tun selbst nachzudenken. Aber was will man auch von jemanden erwarten, der Kunst für einen anderen Audruck von "Ich hab's nicht besser hinbekommen" hält. Hier tun sich Welten in unterschiedlicher Geisteshaltung auf und die Reaktion ist mustergültig für den Spruch "getroffene Hunde bellen". Aber dieses Reaktion ist schon fast zwangsläufig. Herr Schnelle könnte nicht mal so schreiben, wie es Herr Schmidt empfiehlt, wenn sein Leben davon abhinge.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9103 - 10. September 2011 - 22:21 #

Also wenn Christian Schmidt meint das alle Spiele heutzutage noch nicht Casual genug sind, dann stimme ich jedem zu der ihn zur persona non grata degradiert.

Es waren schöne Zeiten als Spiele noch für Nerds gemacht wurden und nicht für die "Mitte der Gesellschaft" xD

breedmaster 13 Koop-Gamer - 1500 - 7. September 2011 - 14:41 #

EPIC selfown

Neronomicon 10 Kommunikator - 419 - 7. September 2011 - 14:51 #

Ja genau Herr Langer. Wie war das noch mit der Selbstreflextion? Andere Berufe mussten sich auch nie Fortbilden oder was verändern. Sie könnten mal mit der Selbstreflektion anfangen und über den Begriff "Spieletester" nachdenken. Wie kann ein Journalist/Praktikant/User ein "Spieletester" werden. Wie wäre es mit Spielekritiker?

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9103 - 10. September 2011 - 22:27 #

Also ich bin auch Spieletester, und ich habe weder eine Qualifikation in die Richtung noch bin ich Journalist. Trotzdem kann ich dir sagen ob ein Spiel scheiße ist oder nicht ^^ Das ist wahrlich keine Kunst.

Aber einen langen Bericht zu schreiben der eigentlich nur 3-4 wichtige Aspekte enthält und den so zu schreiben das man nicht nach den ersten Sätzen umblättert ist schon eine Kunst den nicht viele beherrschen. Schon bei einem Hauch unwissenheit, in einem Bereich der angesprochen oder vergleicht wird im Artikel, horchen Kenner auf und empören sich.

Und ich empöre mich erheblich wenn ich ein "Scheißspiel" sehe und dann einen Bericht lese in dem das Spiel eine 70er Wertung erhält.

Genauso raste ich aus und schmeiß den Fernseher aus der Bude wenn ich ein richtig geiles Spiel sehe und einen Bericht lese der völlig falsche Kritikpunkte ansetzt oder das Spiel zerreißt.

Da Spiele wie Musik geschmackssache sind kann man sich wunderbar über solche Themen streiten, und dieses Empören gehört wohl für Fans und Hobbyinteressierte dazu ^^

vicbrother (unregistriert) 7. September 2011 - 16:13 #

Das musste ich auch denken. Es gibt eine fundierte Kritik, einen Wunsch nach Veränderung und dann kommt ein offener Brief mit seltsamen Thesen ohne Beispiele. Da scheint sich jemand angesprochen zu fühlen.

Was mich interessieren würde: Weshalb hat Christian die GameStar verlassen? Konnte er seine Vorstellungen nicht verwirklichen? Wohin ist er jetzt gegangen?

breedmaster 13 Koop-Gamer - 1500 - 7. September 2011 - 14:39 #

Pirates of Black Cove ????

Nikman555 10 Kommunikator - 449 - 7. September 2011 - 14:49 #

Wundervoller Artikel.

Kurzzug 14 Komm-Experte - 1896 - 7. September 2011 - 14:53 #

Interessante Antwort. Genauso schön provozierend wie der Artikel auf SpOn.

Anonymous666 (unregistriert) 7. September 2011 - 14:55 #

Hallo,

man sollte Mick Schnelle seine "Ultras" verzeihen. Er kennt sich halt besser mit Flugsimulationen als mit Fußball aus.

Die Diskussion empfinde ich als sehr interessant. Der Ansatz von Christian Schmidt ist auch absolut nachvollziehbar. Daher fand ich die damalige PC Powerplay auch erfrischend anders, weil sie ihr Wertungssystem nicht errechnet haben, sondern den tatsächlichen Spielspaß subjektiv eingeordnet haben. Da war die Monstergrafik oder der schwache Sound nebensächlich, so lange das Spiel Spaß gemacht hat.

Die Gamestar hat dennoch gerade in der Auswahl der bewerteten Spiele enorm dazu gelernt. Vor kurzem mit dem Minecraft-Special, jetzt der Limbo-Test. Und auch eine Perle wie SIs Football Manager wird endlich anständig bewertet.

Diese Frage, die sich stellt, ist im Grunde, ob die rückläufigen Verkaufszahlen auschließlich mit qualitativen Ursachen begründet sind oder schlicht die Möglichkeit einer Gratisinformation zu verlockend ist. Hier wird man nicht zu einem eindeutigen Ergebnis kommen. Aber wenn die Spielemagazine so gut wären, würden die Leser nicht in Scharen weglaufen. Es gibt beispielsweise Musikmagazine, die verkaufen trotz steigender Zahl an Onlinepublikationen jedes Jahr mehr Exemplare.

Gerade die Tests, die Mick Schnelle anführt, sowie die auffällig guten Bewertungen von jährlichen Neuauflagen aus dem Hause EA Sports, lassen den Leser enorm an der Vertrauenswürdigkeit der Magazine zweifeln. Hier hat CS unrecht, da in meinen Augen die Objektivität in manchen Tests nicht den Core-Gamern zum Opfer fällt, sondern der Industrie. Doch gerade die Core-Gamer erkennen das viel schneller und leichter als die Leser von Auto- oder Gitarrenmagazinen.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 15:00 #

Dass der Region-Lock bei Deus Ex: HR rausgeflogen ist, haben
wir doch vermutlich der Masse an stornierten Bestellungen
in UK zu verdanken.
Wenn Spiele-Tests zur Kaufentscheidung herangezogen werden,
warum gibt es dann so viele Käufer, die sich so
ein Spiel womöglich noch in irgendwelchen Sondereditionen
blind vorbestellen?
Dienen Spieletests also wirklich noch der Kaufentscheidung?
Oder geht es nur noch um Selbstbestätigung der eigenen
Kaufentscheidungen?

Manchmal frage ich mich, ob mir nicht die C't mit einem
etwas dickeren Spieleteil reichen würde!
Dann wäre ich nach 30 Jahren Spielezeitungen am Ende wieder
da gelandet, wo quasi alles angefangen hat, bei einer
modernen Form der Happy-Computer mit Spieleteil ;-)

raumich 16 Übertalent - 4673 - 7. September 2011 - 15:18 #

Du liest noch Print-Zeitschriften? Interessant!

Freekmeister (unregistriert) 7. September 2011 - 16:25 #

Wäre kühl, wenn sich die SPieleveteranen noch miteinschalten würden hier oder auf ihrer Seite.

Die c't als moderne Form der HC zu bezeichnen, klappt aber auch nur beim Technologievorsprung. Deren Layout Programm ist bestenfalls Excel.

Name 7. September 2011 - 15:00 #

Auch wenn ich viele der Puntke von Mick nachvollziehen kann, liest sich das Ganze wirklich eher wie ein "getroffene Hunde bellen".

Ich denke, dass ein Wertungssytem für Spiele nach wie vor wichtig ist, allerdings nicht so wie es beispielsweise die Gamestar hatte mit einem Gesamtwert aus der Summe der Einzelnoten. Denn das berücksichtigt nicht die Wirkung des gesamten Spiels nicht und ihm fehlt die Möglichkeit besonders gute Bereiche zu gewichten. Zur qualitativen Einschätzung (auch für Harcore-Gamer)eines Spiels sind Gesamtnoten (zusammen mit Faziten) nach wie vor wichtig.

ABER: das muss und darf nicht mehr Schwerpunkt der Printmedien sein, denn die sind quasi immer zu spät. Tests, welche die Spielmechanik auseinanderpflücken oder jede einzelne Einheit/Waffe des Spiels auflisten, gibt es zeitnah im Internet in ausreichender Menge und Qualität. Spielemagazine können da zeitlich nicht mithalten und das sollte jedem bewusst sein. Daher müssen Print-Magazine andere Schwerpunkte setzen um erfolgreich zu sein (oder, wenn sich der Abwärtstrend fortsetzt, um überhaupt zu überleben). Und das kann so funktionieren, wie Christian es fordert und wie die 11 Freunde es vormacht.

Und ein Wort zum Automagazinvergleich: Er ist imo nicht komplett unpassend, aber ist die Zielgruppe dieser Magazine, behaupte ich einfach einmal, weniger internetaffin als es die Spieler sind. Wie viele professionelle Internetseiten gibt es, die sich mit dem Testen von Autos auseinandersetzen odere über neue Reifentrends schreiben? Die Nachfrage im Netz ist da einfach geringer.

Insgesamt steckt in dem Brief einiges wahres und berechtigte Kritik. Die Form ist allerdings unpassend, wenn auch von einem erbosten Mick Schnell nicht anders zu erwarten ;)

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 15:07 #

Ich ärgere mich gerade wieder sehr über den 68er-Hass, der in dem Kommentaren zu diesem einen Flugsimulatortest (Titel vergessen) von Herrn Schnelle hochkam. Denn was die Sache hier angeht, bin ich wirklich 100% auf seiner Seite.

Schon als ich noch GS las, hatte ich den Eindruck, dass Schmidt (den ich anfangs gut fand) immer mehr versuchte, sich als Mr. Feuilleton zu profilieren. Sprich: Auf eine zunehmend eitle Art und Weise auf die Dinge herabzublicken. Der Stil wurde gleichzeitig immer verschwurbelter, bis man sich fragte, ob er nicht langsam Selbstzweck geworden war. Anstrengend zu lesen war er allemal.

Beide Vorahnungen kann man jetzt wohl bejahen. Schmidt will nur noch eines: Als Deutschlands oberster Spieleexperte in Talkshows. Er greift die Fachelite an und will dabei doch selbst nur der einzige "wahre" Fachmann (der mit dem universellen Ansatz...) sein.

Nur mit dem Feuilleton hat's ja wohl noch nicht so richtig geklappt. Spiegel Online ist für mich eine Version von Bild.de mit ein paar mehr IQ-Punkten aber ähnlichem Verblödungspotential. Aber klar, die Reichweite hat er da, und um die geht's ja nur. Jetzt muss nur noch das Telefon klingeln: "Hier ist Redaktion von Hart aber Fair..." - "Na endlich, hab schon auf Sie gewartet!"

EDIT: In zwei Punkten hat Schmidt recht: Bei der Entlohnung und beim GS-Verriss von DXHR, der nun wirklich nicht von einem Battlefield-Junkie hätte geschrieben werden müssen.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 15:16 #

85% ist für dich ein Verriss?
Fabian hat nur bemängelt, dass einem das Spiel nicht wirklich die Wahl zwischen Ballern und Schleichen lässt.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 15:51 #

Ja, 85% ist bei so einem Spiel ein Verriss. Schmidt hat (in _diesem_ einen Punkt) völlig recht, dass man es nicht bewerten kann, ohne den für ein Spiel außergewöhnlich interessanten philosophischen Aspekt ganz besonders hervorzuheben. DXHR ist wirklich ein Spiel, das zum Denken anregt - viel mehr übrigens als sonstige QTE-Feuilleton-Lieblinge wie Heavy Rain oder LA Noir. Da ist einer wie Siegesmund einfach der falscheste Tester. Trier war wohl im Urlaub, nehme ich an...

Nur das Problem bei Schmidt ist dann: Spiele wie DXHR erscheinen alle Jubeljahre (wenn überhaupt noch). Die allermeisten Spiele werden eher dümmer als schlauer, und da gibt es dann leider auch nichts Großartiges, was man "ganzheitlich" betrachten könnte. Und das macht seine Forderungen dann leider doch zu eitlem Gerede, ich würde fast sagen: Getrolle.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 17:41 #

Bist du schon mal auf die Idee gekommen, dass man auch dumme Spiele intelligent kritisieren kann? Oder ist dir das zu viel Widerspruch?
Was spricht denn dagegen, dumme Spiele auch mal so zu verreißen, wie es andere Kritiker mit dummen Filmen und Büchern tun?

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 21:14 #

Mir ist das einfach zu billig. Reich-Ranicki auf einen Groschenroman loszulassen mag vielleicht kurzfristig ganz lustig sein, ist aber letztlich nicht mehr als ein Gag, Zeitverschwendung und macht einem wirklich anspruchsvollen Kritiker auch keinen Spaß. Einfach ein zu leichtes Ziel, keine Herausforderung. Schlechte Spiele verreißt man am besten lustig und auf dem dem Niveau, auf dem sie nun einmal sind, nicht indem man mit Kanonen auf Shareware schießt.

Und außerdem käme noch das Problem hinzu, dass Schmidt, so sehr es wohl gerne ändern würde, nicht das Niveau eines Ranickis hat.

Suzume 14 Komm-Experte - 1802 - 11. September 2011 - 15:04 #

Wenn ich Kudos für Kommentar vergeben könnte, bekämen deine unter diesem Artikel jeweils einen. Selten lese ich soviele schlagende Argumente und punktgenaue Kritik, denen/der ich aus vollem Brustton zustimmen kann.

maximiZe 12 Trollwächter - 1142 - 11. September 2011 - 15:37 #

Schön wenn sich da zwei Polemiker gefunden haben. Ich gebe lieber jedem Larnak-Kommentar meine imaginären Kudos.

Oder war das Ironie?

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 15:50 #

"Anstrengend zu lesen war er allemal."
Fordernd. Fordernd, und gerade deshalb noch spannender und interessanter.

Noch dazu greift er nicht die Fachelite an, sondern eher die, die meinen, sie wären es. Und die, die dafür sorgen, dass die Fachelite heute kaum noch existiert.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 15:58 #

Fordernd? Lass Dich mal nicht in die Irre führen. Nur weil jemand etwas verschwurbelt ausdrückt, heißt das noch lange nicht, das auch viel dahinter ist... ;) Der Trick ist eigentlich ziemlich alt und Gegenstand mannigfaltiger satirischer Betrachtungen.

Schmidts Aussage in zwei Sätzen: "Alle mal herhören, Ihr macht es alle seit Jahren falsch, aber frohlocket, ich sag Euch jetzt mal, wie es geht!"

Das sage ich übrigens als jemand, der aus guten Gründen aufgehört hat, die GS zu kaufen und die Redaktion dort bestimmt nicht in Schutz nehmen will. Aber diese eitle Art der Abrechnung als selbsternannter Kronzeuge ist einfach platt.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 17:03 #

In die Irre führen lassen? Von dir? Nein ;P
Nur weil ein Text fordernd ist, muss das ja zunächst mal nicht heißen, dass viel dahinter ist, sondern nur, dass man beim Lesen gefordert wird. Eben das, was du anstrengend nennst. Nur ich sehe das positiv, du negativ. Mit Inhalt hat das zunächst nichts zu tun. Auch da finde ich viele Beiträge von Christian aber erfrischend anders. Aber gut, das muss natürlich nicht jeder so sehen.

Schmidts Aussage hast du denkbar schlecht zusammengefasst. Vor allem deshalb, weil du eine Arroganz in seine Worte legst, die überhaupt nicht vorhanden ist. Gut, es stimmt natürlich, sagte auch irgendwo weiter oben oder unten jemand: Arrogant wirkt, wer fundiert und ausführlich argumentiert und anderen das Gefühl gibt, sich weniger (zu wenig) damit beschäftigt zu haben.
Ich sehe in seinem Text keine Anmaßung, immerhin kann er seine Kritik gut und sachlich begründen. Platt sind eher die Reaktionen, die es oft nicht einmal schaffen, überhaupt auf der inhaltlichen Ebene anzukommen und stattdessen dabei verweilen sich in der Rolle des unschuldigen Journalisten wohl zu fühlen. Du solltest vielleicht auch mal in Erinnerung rufen, was ein Kronzeuge ist. Was Christian schreibt, ist kein Wissen, das nur er haben kann oder wofür es geheime Zeugen bräuchte. Mir ist das, was er kritisiert, seit längerem schon ein Dorn im Auge -- und wohl einigen anderen auch. Nur: Wenn ich so etwas schreibe, interessiert sich natürlich nicht direkt jeder dafür, wie das der Fall ist, wenn Christian seine Meinung öffentlichkeitswirksam anbringt. Mit dem Ziel, eine deutschlandweite Debatte über das Thema auszulösen, hat Christian das einzig richtige getan. Schade nur, dass sehr viele offenbar nicht verstehen, welche Aussage eigentlich in seinem Text steht.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 21:19 #

Du findest also Artikel gut, die ohne Not schwer zu lesen sind. Na gut, jedem das Seine...

Wenn alle Tester so schlecht sind, hätte ja niemanden Schmidt davon abgehalten, ab sofort bessere Tests zu veröffentlichen. Aber das hätte ihm natürlich nicht die Aufmerksamkeit beschert, die er haben wollte und jetzt auch bekommt. Deshalb diese peinliche (und vor allem in sich auch noch widersprüchliche) Abrechnung - eine reine Ego-Sache. Wahrscheinlich wurde er im Laufe der Jahre einfach zu häufig überstimmt...

maximiZe 12 Trollwächter - 1142 - 11. September 2011 - 1:20 #

Larnak hat Recht. Ansonsten zeig uns doch mal die von dir vielzitierte Arroganz in Christians Artikel.

schwertmeister2000 13 Koop-Gamer - P - 1276 - 7. September 2011 - 17:24 #

ich stimme dir da zu !

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 7704 - 7. September 2011 - 15:05 #

Bei Tests auf GG ist der Mick immer so kurz angebunden, leider. Aber dafür nun sowas hier: Volle Fahrt gegen jemanden der seine eigene Leserschaft quasi verrät, Top!

Voll die Faust aufs Auge!

Sowas von /sign!

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 15:53 #

Der seine eigene Leserschaft verrät? So ein Blödsinn. Christian hat doch in seinen Artikeln für seine Leserschaft immer wieder das vorgemacht, was er jetzt fordert. Und neben angeregten Diskussionen (die so eine Schreib-Form viel eher anregt als ein klassischer Test, bei denen ja nur um Wertungen diskutiert wird) hat er dafür auch immer sehr viel Lob bekommen.
Ich würde daher sagen: Er tritt hier für diese seine Leserschaft ein, die solche Texte viel lieber hat als generische Tests.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 16:01 #

Nein. Er tritt für sich selbst ein. Wenn ich dieses Anwalt-der-Spieler-Gehabe schon höre - er sagt doch in Wirklichkeit: Scheißt auf die Gamer! Es zählen nur die Massen!

In einer der letzten GS-Ausgaben war er drin mit: "Hört nicht auf die Community!" - Das ist doch reines Provo-Gehabe.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 17:08 #

Mit deinem letzten Hinweis hast du dich jetzt disqualifiziert, offenbar hast du den Artikel mit der provokanten Überschrift gar nicht gelesen. Der trifft inhaltlich den Nagel nämlich mal wieder auf den Kopf, wenn er auch etwas einseitig formuliert ist -- aber das gehört natürlich dazu, wenn man zwei Meinungen gegenüber stellen will.

Christian will in erster Linie qualitativ hochwertigen Journalismus, der über penibles Detail-Aufzählen hinaus geht. Mit "Scheißt auf die Gamer" hat das mal überhaupt nichts zu tun. Er fordert eine Öffnung des Spiele-Fachjournalismus auch für Nicht-Gamer (wobei ich nicht glaube, dass die das überhaupt wollen), nicht aber ein Verschließen vor Core-Gamern. Wobei man sagen muss, dass die *richtigen* Freaks bestimmter Spiele sowieso keine allgemeinen Spielemagazine nutzen, um sich über ihr Spezialgebiet (z.B. WoW) zu informieren. Genau das war es wohl auch, was er meinte, als er schrieb, man müsse sich auch an anderen Zielgruppen orientieren, weil genau diese User, die eben wirklich jedes Detail wissen wollen und müssen, sich nicht über Gamestar und Co informieren.

Eigentlich bist du also hier der einzige, der mit grundlos überspitzten Interpretationen provozieren möchte. Ich frage mich nur, warum du dich grundlos selbst provozierst mit Aussagen, die so nicht in seinem Text zu finden sind.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 21:28 #

"Er fordert eine Öffnung des Spiele-Fachjournalismus auch für Nicht-Gamer"

Ein einmaliges Erfolgsrezept! Die GS wurde - während er dort war - bekanntlich immer "einsteigerfreundlicher": Viel weiße Fläche, weniger Text, weniger Seiten sowieso. Nur niemanden überfordern. Die Tests und Wertungen sollten immer mehr die Sicht von Anfängerspielern widerspiegeln. So kam es auch zu Wertungen wie 69% für Brink, um ein jüngeres Beispiel zu nennen.

Ergebnis: Mit jedem Relaunch sprangen natürlich mehr Stammleser ab, die die Message verstanden "Euch wollen wir nicht mehr!" - und neue kamen nicht dazu. Trotzdem ging es immer weiter in diese eindeutig falsche Richtung. Von heute aus gesehen fragt man sich, inwieweit Schmidt wohl dahintersteckte, diese Fehlentscheidungen immer wieder zu wiederholen...

Thorrbert 09 Triple-Talent - 270 - 8. September 2011 - 10:41 #

Die breite Masse der Gelegenheitsspieler gibt kein Geld für Spielemagazine aus. Dafür interessiert sie das Thema einfach zu wenig. Genausowenig wie ein Familenvater, der eimal im Monat einen Fahrradausflug mit der Familie macht, ein Bike-Magazin kauft.

Geld investiert der "Hobbyist" (um eine Begriff von Herrn Schmidt zu verwenden) der wirklich Interesse an einem Spezialthema hat. Aber auch nur dann, wenn er einen Mehrwert dafür erhält.

Der Verfall der Verkaufszahlen der GS ist meines Erachtens auch darauf zurückzuführen, dass der anvisierte "Massenmarkt" nie erreicht wurde, während das Stammpublikum durch die verflachende Qualität vergrault wurde.

Hierfür trägt Christian Schmidt übrigens einen großen Teil der Verantwortung. Er war der für den Bereich Spiele verantwortliche stellvertretende Chefredakteur.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 15:07 #

Ich wunder mich immer wenn Leute wie Herr Schmidt so tun als wären sie Journalisten. Sie sind Fachjournalisten. Ein Bürokaufmann ist auch kein Betriebswirt.
Spiele zu testen ist keine große Kunst, die meisten Vorschauen könnten auch aus der PR-Abteilung der Publisher stammen. Echte Kritik gibt es nur bei Gurken, die für die Zielgruppe eh meist uninteressant sind.
Da muss man sich nicht wundern, dass viele Gamer sich lieber mit gleichgesinnten in Foren austauschen und lieber auf deren Urteile vertrauen als auf die der Fachpresse, die immer alles in den Himmel lobt.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 15:55 #

Genau deswegen sollte ein Fachjournalist (der auch eine Art Journalist ist, daher das "journalist" im Namen) mehr bieten als das, was sowieso jeder kann. Und das sollte im Idealfall dann zu spannenden und interessanten Kritiken führen, weil das eben nicht jeder kann.

raumich 16 Übertalent - 4673 - 7. September 2011 - 15:08 #

Ich finde die Kritik von Christian Schmidt, sofern ich mir anmaße sie beurteilen zu können, durchaus angebracht.

Vor allem was seine Meinung über langweillige Tests angeht. Ich kann nur jedem empfehlen sich mal ein paar alte Videos der 1up Show anzuschauen. Da hat man sich, nachdem die Spiele gespielt waren, in eine Runde gestellt und über die Spiele das gesagt, was einem gerade eingefallen ist. Und das hatte immer direkten Bezug zum wesentlichen. Nämlich: Hat es Spaß gemacht. Da war der Hauptbestandteil der Kritik oftmals ein mehrminütiger Monolog darüber, wieviel Spaß es z.B. gemacht hatte, mit dem Fahrzeug x von Punkt A nach B zu fahren. Auch wenn das nur ein kleiner Bestandteil des Spiels war. Aber dieser Bestandteil war es eben, der diesen Titel für den Tester so gut gemacht hat.

Oder ein paar Podcasts von Noobtoob. Hier unterhalten sich zwei Freunde über Computerspiele. Da wird oft viel besser deutlich, warum einem das Spiel gefallen könnte oder nicht. Da geht es nicht um Grafik oder Levelanzahl. "Mir hat das Spiel keinen Spaß gemacht. Ich steh halt nicht auf Games wo man dieses und jenes tun muß." Oder "Mir hat das Spiel keinen Spaß gemacht. Ich steh zwar auf Games wo man dieses und jenes tun muß aber man mußte dabei ständig dies und das tun und das hat mich so sehr genervt, das ich den Titel nach ein paar Stunden wieder deinstalliert hatte."

Und das vermisse ich oft bei deutschen Tests. Da werden nüchtern die Fakten analysiert und reviewed, wie scharf oder unscharf die Texturen sind. Mir fehlt aber die persönliche Note des Testers. Da wird ein Duke Nukem Forever von allen Seiten abgewatscht, obwohl es genau das macht, was man von dem Titel erwarten musste. oldSchool Ballereien mit einem Schuß sexistischen Humor. Sicherlich sollte man nicht verallgemeinern aber ich könnte auf die ganzen Wertungskästen verzichten, wenn ich stattdessen das Gefühl hätte, das mir der Tester seine ganz persönliche Meinung schildert. Und das ist heutzutage immer weniger der Fall.

CHristian Schmidt bemängelt ja nicht, das Spiele nicht getestet werden. Ich bin auch der Meinung von Mick, das es mir sehr wohl wichtig ist das Spiele getestet werden, damit man nicht auf Marketing-Strategien hereinfällt. Aber sind hier reine Aufzählungen von Features wirklich hilfreich. Beurteilt man ein Kunstwerk (und das wollen Spiele irgendwo sein) dadurch, wieviele Farben verwendet wurden? Wie lange es dauert um es komplett anzusehen. Wie oft man es ansehen kann? Wohl eher nicht. Ein Kunstwerk sieht man und es gefällt (oder nicht). Oft ist es schwer dies zu begründen aber sicher nie unmöglich. Nie aber hat es mit den reinen Fakten zu tun.

Allerdings frage ich mich auch, ob man diesen Artikel von Herrn Schmidt gelesen hätte, wenn er heute immernoch (stellv.) Chefredakteur wäre? Und wenn er das doch jahrelang war, warum hat er in dieser Position nicht versucht dies zu ändern?

Das ist auch der Kritikpunkt, den er sich meiner Meinung nach gefallen lassen muß. Wenn nicht er, wer war dann in der Position, diesen Umstand zu ändern. Ich kann mich nicht hinstellen und alles verwehrflich finden, jahrelang aber in die selbe Kerbe geschlagen zu haben. Das wirkt auf mich irgendwie... sagen wir unglaubwürdig. Und so bleibt letztlich der Eindruck zurück, das dieser Artikel nur eine Art Rache an der Branche darstellt. Eine Branche, die man jahrelang selbst mitgestaltet hat. Von daher kann ich Micks Ärger auch sehr gut nachvollziehen.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 15:08 #

„Unfähigkeit zur Reflexion“ - hat Mick ja trefflich bewiesen. Sein Brief wirkt auf mich sehr mimosenhaft.

vicbrother (unregistriert) 9. September 2011 - 12:01 #

Das Foto mit dem offenem Mund und roten Bäckchen im Biergarten passt jedenfalls zum Niveau des "offenen Briefes".

Heiner S. (unregistriert) 7. September 2011 - 15:10 #

Die Debatte geht schon sehr ins persönliche (z.B.: Du beschwerst Dich, obwohl Du doch bei GS dafür zuständig warst").
Sollten Erwachsene solche Meinungsverschiedenheiten nicht erstmal persönlich klären bevor öffentlich mit den Schäufelchen aufeinander eingedroschen wird?

Obwohl es hier um die Art des Journalismus geht, scheint doch viel mehr ein anderer persönlicher Krieg zugrunde zu liegen.Beide Meinungen mögen ihre Daseinsberechtigung. Ich finde, dass sowohl Christian und Mick sehr gute Argumente ins feld führen. Die Diskussionsführung von Mick ist aber indiskutabel - und überflüssigerweise öffentlich geführt. Ich fand die damalige GS-Crew wirklich sehr unterhaltsam. Schade, dass der eigentlich positive Gesamteindruck von Mick als symphatischer Spiele-Journalist aufgrund der unnötigen Nachtreterei leidet.

Wizard 13 Koop-Gamer - 1310 - 7. September 2011 - 15:12 #

Ehrlich gesagt habe ich keinen Plan was Christian Schmidt uns damit sagen will. Kann mir jemand mal die Kernaussage mitteilen?

raumich 16 Übertalent - 4673 - 7. September 2011 - 15:15 #

Bist Du zu faul zum lesen? Die Kernaussage steht doch schon im ersten Absatz: Die Art, wie deutsche Fachmedien über Videospiele schreiben, ist viel zu sehr auf Hardcore-Gamer ausgerichtet, sie ist platt und ideenlos.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 15:56 #

Christian möchte eine andere Form der Spiele-Kritik als die, die momentan üblich ist. Er möchte mehr Ideen, mehr Einfallsreichtum, spannender und interessanter geschriebene Texte, hin und wieder auch Einordnung, Interpretation oder Analysen. Kurz: Mehr Qualität.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 16:21 #

So eine Ansammlung hohler PR-Phrasen habe ich außerhalb von Werbetexten auch lange nicht mehr gelesen. Vielleicht möchte er auch noch Synergieeffekte und Work-life-balance? ;)

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 17:10 #

Immerhin habe ich mich bemüht, seine Aussage wirklich zu erfassen. Was man von dir nicht behaupten kann, du bist schließlich, wie so viele andere Redakteure, auf der persönlichen Ebene hängen geblieben. Du bist nicht zufällig irgendwo Redakteur? ;)

Eine hohle PR-Phrase wird aus solchen Begriffen übrigens erst, wenn damit etwas beworben wird, was dann nicht hält, was versprochen wurde. Hier wird aber weder etwas beworben noch versprochen.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 21:30 #

Doch, Du bewirbst hier in jedem Posting so massiv ein Produkt namens Schmidt, mit den blumigsten Worten, dass man sich schon fragt... Siehe unten. ;)

Thorrbert 09 Triple-Talent - 270 - 8. September 2011 - 11:07 #

Das sind Allgemeinplätze, oder wie Larnak sagt: Hohle Phrasen. Das weiß auch Herr Schmidt, weshalb er auch konsequent jede Konkretisierung seiner Forderungen vermeidet. Man kennt das auch gut von Politikern, die gerne wohlfeile global-galaktische Aussagen machen, denen jeder zustimmen kann, die aber tunlichst vermeiden, in die Niederungen der konkreten Umsetzung herabzusteigen.

Schmidts einziges Beispiel ist natürlich Deus Ex, einer der sehr seltenen Titel, die tatsächlich Ansatzpunkte für einen "Diskurs" liefern. Welche Spiele gibt es da noch? Ein paar bestimmt, die das ansatzweise liefern. Aber selbst ein Story-Schwergewicht wie Mass Effect ist vor allem ein Unterhaltungsblockbuster und kein die Gesellschaft reflektierendes Spiel. Ganz zu schweigen von den Spielegenres, die rein gar nichts mit Schmidts Vorstellungen gemein haben: Fußballmanager, globale Aufbaustrategie, Rennsimulationen oder Geschicklichkeitsspiele.

Schmidt bleibt uns alle Antworten schuldig, wie er denn seine neue gesellschaftsrelevante Testphilosopie umsetzen will. Und ich wette einfach mal: Er wird sie auch in Zukunft nicht bringen.

Anym 16 Übertalent - 4962 - 8. September 2011 - 12:13 #

In der Langfassung auf kaliban.de gibt's mehr Beispiele, sowohl was Spiele als auch was Artikel, die es seiner Ansicht nach jetzt schon richtig machen, angeht.

Thorrbert 09 Triple-Talent - 270 - 8. September 2011 - 21:30 #

Das stimmt, die Langversion des Artikels bietet mehr. Aber mal abgesehen davon, dass die Spiegel Online Version eben auch von Christian Schmidt freigegeben ist und wohl deutlich weiter verbreitet ist: Das ändert nichts daran, dass Schmidt doch selbst kein Konzept hat, wie er seine Vorstellung von gesellschaftsrelevanter Spielekritik umsetzen soll. Und es ändert auch nichts daran, dass Spiele für so etwas meist ungeeignet sind.

ImpactAce 09 Triple-Talent - 254 - 8. September 2011 - 12:44 #

Und wieder jemand, der die Aussage nicht verstanden hat! Immerhin befindest du in guter Gesellschaft!

DELK 16 Übertalent - 5488 - 8. September 2011 - 19:23 #

Ich glaub, du wolltest eine Kommentarebene drunter kommentieren ;)

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 16:19 #

Recycelt von weiter oben:

Schmidts Aussage in zwei Sätzen: "Alle mal herhören, Ihr macht es alle seit Jahren falsch, aber frohlocket, ich sag Euch jetzt mal, wie es geht!"

Schmuhf (unregistriert) 7. September 2011 - 15:15 #

Ich habe die längere Fassung von Christian Schmidts Text gelesen und denke, dass er Recht hat. Ich habe die Entwicklung von Gamestar im Speziellen seit mehr als 10 Jahren immer mal wieder verfolgen können und finde, dass seine Hypothesen für GS und andere deutsche Spielezeitschriften zutreffen. Zuletzt habe ich solche Magazine nur noch gelesen, um über in Entwicklung befindliche Titel informiert zu sein; die Tests waren für mich inhaltlich schlicht nicht mehr interessant. Der offene Brief von von Mick hat etwas von "beleidigte Leberwurst" und wirkt auf mich unsachlich und persönlich. Schade eigentlich.

FPS-Player (unregistriert) 7. September 2011 - 15:17 #

Hm. Schon erstaunlich. In allen Foren dieser Welt wird Trollen (und nichts anderes ist dieser Christian) keine Plattform geboten. Umsomehr wundert es mich, wie sich hier in ellenlangen Diskussionen ergangen wird.

Solche Typen sollte, nein - muß - man einfach ignorieren. Wenn er mit der Spielebranche abrechnen will, bitte. Aber dann muß man sich nicht auch noch gleich den Schuh anziehen und auf den Quark eingehen.

jaghatai (unregistriert) 7. September 2011 - 15:26 #

Christian soll ein Troll sein? Verzeihung,aber da muss ich doch kurz mal lachen.
Gibt ja nur zwei Möglichkeiten:
1. Du bist selbst einer
oder
2. Du stimmst einfach nicht mit ihm überein,aber bist nicht Fähig eine sachliche und ordentlich argumentierte Kritik an seiner Meinung zu liefern, und musst deshalb auf solche Anfeindungen zurückgreifen

In beiden Fällen kann ich nur sagen :u mad bro?

URod 02 Sammler - 6 - 7. September 2011 - 15:26 #

Christian ist ein renommierter und erfahrener Spieleredakteur. Wenn der so etwas schreibt, kann man sicherlich (wie Mick) anderer Meinung sein - und sollte trotzdem gut zuhören, denn so falsch liegt Christian gar nicht. Meiner Meinung nach trifft er sogar den Nagel auf den Kopf, aber das tut jetzt nichts zur Sache.

Akki 11 Forenversteher - 633 - 7. September 2011 - 15:26 #

Keineswegs. Ein Troll argumentiert nicht, er schlägt nur um sich. Das kann man dem Schmidt-Artikel nicht (oder nur sehr eingeschränkt) vorwerfen. Und die Diskussion hier finde ich, von Ausnahmen abgesehen, wesentlich sachlicher und wertvoller als Micks Artikel. Einige Beiträge sind wirklich lesenswert.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 16:23 #

@FPS-Player: Im Grunde völlig korrekt. Aber auch Du hast hier nun einen Kommentar dazu geschrieben... ;)

Sciron 19 Megatalent - P - 15316 - 7. September 2011 - 15:22 #

Ist Christian Schmidt eigentlich der deutsche Papst des Spiele-Journalismus, oder wie muss ich mir diese teils heftigen Reaktionen (vor allem in der ursprünglichen News) sonst erklären? Verstehe wirklich nicht wie man Aufgrund der Aussagen eines einzelnen Redakteurs so eine Welle machen kann. Ist ja schlimmer als nach dem Auftritt von Reich-Ranicki beim Deutschen Fernsehpreis 2008.

Sebastian Schäfer 16 Übertalent - 5540 - 7. September 2011 - 15:27 #

Bisher fand ich die Artikel von Christian Schmidt immer klasse, muss Sciron aber zustimmen.

ganga Community-Moderator - P - 14986 - 7. September 2011 - 19:17 #

Ich glaube das liegt vor allem an der Plattform, also Spiegel Online. Hätte Christian dass in seinem Podcast zum besten gegeben hätte es sicher die ein oder andere Diskussion in eine News dazu oder in Foren gegeben, das wärs aber auch gewesen. Bei SPON liest es aber Hinz und Kunz und der nimmt jetzt neben der Erkenntnis, dass WoW seit neustem auch ein "Killerspiel" ist, die Info mit, dass Spielejournalismus eine amateurhafte Nischenecke ist, die für Hardcore-Fans vor sich hinwerkelt.

hazelnut (unregistriert) 7. September 2011 - 15:27 #

au da hat sich einer angesprochen gefühlt ...
wer hat den hier kein telefon ?! redet man heutzutage nicht mehr miteinander ?
ein außenstehender denkt sich wohl jetzt..."schlimmer wie im kindergarten", "hoffentlich laufen die nicht amok", "ja sowas kommt vom zocken", "typisch ULTRAAAS" oder "phreaks"

telefoniert doch einfach miteinander dann wirds auch nicht so peinlich für uns rest....

Akki 11 Forenversteher - 633 - 7. September 2011 - 15:32 #

Keine Angst vor Peinlichkeiten, GG lesen nur Leute, die sich für die Thematik interessieren - im Gegensatz zu SPON. Und das ist auch die Erklärung für die Entrüstung hier.

Kirkegard 19 Megatalent - P - 14458 - 7. September 2011 - 15:29 #

Gut gemacht,
emotional aber dezidiert geschrieben.
Ich würde diesen peinlichen Ausflug in die Klugscheißerwelt von Spiegel Online einfach so bezeichnen, minder begabter Journalist und Ex- Spieletester (nicht mal ein Guter) macht einen auf dicke Hose und wichtig.
Was ne Pfeife…
Schmidt war ein Mitgrund auf Dauer die GS zu ignorieren. Allein die schlecht recherchierten MMORPG Tests…

jaghatai (unregistriert) 7. September 2011 - 15:43 #

Hier könnte ich eigentlich das gleiche schreiben wie einem Vorposter....
Dir ist aber schon klar das Christian Schmidt quer durch die Branche als einer der besten Redakteure bekannt war?Oder das er mehr Schreibtalent im kleinen Finger hat,als 90% der Leute hier insgesamt?

Anstatt die GS zu ignorieren hättest du sie lesen sollen,dann hättest vieleicht sogar du gemerkt wie er schreibt und testet ;)

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 16:29 #

Ja, wie schrieb er denn? Immer mehr von oben herab und sich selbst zum großen Beobachter stilisierend. Und jetzt erst recht natürlich.

Falls er wirklich "als einer der besten Redakteure" bekannt war, dann ist das der wahre Skandal. Das bedeutet nämlich, dass zu wenige Leute "in der Branche" in der Lage sind, vermeintlich schlaues Geschreibsel auf wahren Inhalt hin zu überprüfen. Wenn ich schlaues Geschreibsel will, lese ich den Feuilleton der FAZ - da schreiben nämlich Könner, keine Blender. Wer Schmidt für einen überragenden Intellektuellen hält, sollte seine Texte vielleicht mal mit den dortigen vergleichen. Aber dort sind natürlich nicht Spiele das Thema, und so ist der Einäugige mal wieder unter den Blinden der König...

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 17:39 #

Vielleicht bist du aber auch einfach nur nicht in der Lage, einen guten Redakteur zu erkennen, wenn er vor dir steht? Oder du hast einfach einen anderen Geschmack? Herrje, nein, das darf natürlich nicht sein, schließlich wäre ja damit deine Urteilskraft nicht mehr allgemeingültig.
Dazu passt auch jeden Fall deine Art, mit anderen Meinungen umzugehen. St(pr)ichwort "und so ist der Einäugige mal wieder unter den Blinden der König...".

Dein Einleitungssatz ("Ja, wie schrieb er denn? Immer mehr von oben herab und sich selbst zum großen Beobachter stilisierend.") klingt wie eine Beschreibung deiner eigenen Beiträge. Genau das ist es nämlich, was du hier tust.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 21:36 #

Na, jetzt wird es ja argumentativ richtig originell. ;) An dem Punkt, wo einem nichts mehr einfällt, unterstellt man dem anderen am besten immer Intoleranz. Und wenn einem noch weniger einfällt, zitiert man dazu auch noch die Aussagen des Angesprochenen.

"Hat einfach einen anderen Geschmack" - wenn Schmidt nur so tolerant mit den Ansichten aller anderen Spieleredakteure umginge...

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4211 - 9. September 2011 - 11:54 #

Also ich empfand die Kommentare von Linksgamer jetzt auch eher als einfaches "Schmidt-Bashing" und nicht unbedingt von Substanz durchtränkt.

Und ja, ich mochte seine Artikel immer und habe letztens erst über seine Persiflage auf CoD herzlichst gelacht.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 15:30 #

abseits von der hier geführten Diskussion möchte ich (langjähriger Besitzer eines GamestarAbos) nur eben am Rande anmerken, dass Christian Schmidt und Mick Schnelle meine absoluten Lieblingsredakteure bei der GS waren.

Ich weiß jetzt nicht, wem ich in der Diskussion mehr recht gebe, aber beide haben meines Erachtens immer sehr gute (wenn auch im Stil unterschiedliche) Tests geschrieben.

So, das wars auch schon.... :)

Makariel 18 Doppel-Voter - P - 12950 - 7. September 2011 - 15:35 #

Pah, ihr kennt euch allesamt nicht aus, mit "Ultras" sind natürlich die Ultramarines gemeint. Meine güte... :-P

Zum Artikel muss ich sagen es wäre vielleicht besser gewesen ne Nacht drüber zu schlafen und ihn mit weniger Wut im Bauch zu tippen.

hazelnut (unregistriert) 7. September 2011 - 15:37 #

"schnelle" ;)

vetterka 12 Trollwächter - 880 - 7. September 2011 - 15:50 #

Völlig richtig.
Finde Ton des Artikels sehr beleidigt wie auch beleidigend.
Hier mal die Meinung von Boris Schneider-Johne z.Bsp.
http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1802
Heinrich Lenhardt twittert der Artikel sei immerhin lesenswert.
Eine noramle Erwiderung gibt es von Petra fröhlich auf SpOn.
http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,784689,00.html
Auch wenn ich das Titelargument im Text nicht wiederfinde.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 16:59 #

Danke, den Artikel von Petra kannte ich noch nicht. Lesenswert!

RedAngel333 11 Forenversteher - 588 - 12. September 2011 - 12:41 #

Fand den Hinweis auf den Artikel von Petra Fröhlich auch sehr gut und lesenswert.

lehaef Neuling - 3 - 7. September 2011 - 15:43 #

Ich denke nicht, dass wir es mit "Gehabe" welcher Art auch immer zutun haben wie hier schon interpretiert wurde. Ebenso denke ich, dass die Kolumne von Mick am Thema vorbeigeht. Man lese sich Christians Artikel mit Sorgfalt durch (Am besten den ungekürzten Beitrag auf Gunnaer Lotts Blog mitsamt kurzen Anmerkungen desselben - http://kaliban.de/2011/09/zum-zustand-der-deutschen-spielekritik/). Letztlich formuliert Christian sehr gemäßigt, greift niemanden persönlich an, stellt weder alles in Frage noch zieht er die Kompetenz aller Journalisten in den Dreck. Er stellt eine berechtigte Frage und gibt interessante Anregungen. Vor allem Anregungen, die die Aufwertung in Form einer Erweiterung und Perspektivverschiebung anregen. Dass er nicht alles schlecht findet ist leicht an den vielen zitierten Beispielen ersichtlich. Sicherlich mag man sich fragen, ob nicht teilweise der Adressat verfehlt ist. Ob zumindest die überspitzten Schlüsse seiner Argumentation nicht eher eben z.B. im Spiegel ihre Umsetzung finden sollten. Zumindest denke ich jedoch, dass man den Artikel als Denkanstoß begreifen sollte. Wo macht eine Funktionsbeschreibung Sinn? Ist mein Artikel spannend und erschließt er das Spiel? Oder ist es nur ein beschreibendes "Feature-Dropping". Wann und ob z.B. eine (krosskulturelle) Metaebene passend ist, das ist wieder eine andere Frage. Genauso kann man gerne über die Aussagekraft der vermeintlichen Belege (die herangezogenen Zahlen zu Auflagen z.B.) diskutieren. Ebenso über Zielgruppen etc.

Ich denke auch, dass die hier schon angebrachte Idee eines klärenden Gesprächs mit Christian Schmidt und ehemaligen Kollegen eine zumindest in der Theorie fruchtbare Idee sein kann. Das sollte aber nicht medial erfolgen. Das wäre sicherlich besser als ein fortlaufendes Schreiben übereinander.

Skywalker (unregistriert) 7. September 2011 - 16:21 #

Ich finde die Kommentar von Herrn Lot einfach nur super, er trifft genau den Kern und ordnet Schmidts und Schelles Text super ein!

Folgenden Abschnitt möchte ich einfach nur unterstreichen - geht denn sowas nicht?!!!!:

"Er sagte sinngemäß, nun, es müsste ungefähr so sein wie GEE, aber die GEE mache sich beim Testen nicht die Hände schmutzig, das fehle total. Das finde ich weiterhin ein ganz gutes Bild — wenn Spielejournalisten von Publikation X das Können und den Ehrgeiz hätten, eine bunte Palette wie die der GEE zu beherrschen und gleichzeitig die Fähigkeit, knallhart und tief zu testen, das wäre eine unschlagbare Truppe."

TheBlobAlive 15 Kenner - P - 2927 - 7. September 2011 - 17:37 #

Danke für den Link, muss echt sagen, der Beitrag von Gunnar ist der mit Abstand beste bisher!
Alle anderen Redakteure klingen einfach nur genervt und verärgert.

Hat denn einer von euch Jörg oder Mick einfach mal Christian angerufen und mit ihm mal in ruhigem Ton geredet was er sich dabei gedacht hat?

Skywalker (unregistriert) 7. September 2011 - 15:47 #

Unabhängig von den persönlichen Angriffen in beiden Texten & (vor allem) den Kommentaren hier und unabhängig von der Frage wer nun Recht hat, muss man doch einfach festhalten:

Es ist gut, dass eine solche Diskussion nun endlich gestartet ist und (auch) in der Öffentlichkeit geführt wird! Eine Diskussion "Quo vadis Computerspiele-Journalismus" ist eben angesichts des Verkaufsrückgangs von Computerspiel-Printmedien etc. längst überfällig!
Gerade, dass diese Diskussion auf Gamersglobal geführt wird ist doch besonders interessant - ist doch gerade Gamersglobal (so wie ich es wahrgenommen habe) aus dem Versuch heraus entstanden auf die hier angesprochenen Punkte eine Antwort zu finden!?

Also: Klar kann man über die Art und Weise dieser Diskussion streiten, aber DASS sie geführt wird, müsste doch im Sinne eines jeden Computerspielers sein!

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 16:18 #

Stimmt, allein dafür muss man Christian eigentlich dankbar sein -- so umfassend zu einer Diskussion aufzurufen und die am Ende auch zu bewirken schafft sonst wohl kaum jemand. Wenn man sich ansieht, wer da alles reagiert: Jörg, Mick, Gunnar, Boris, Petra Fröhlich, und sicher noch einige mehr, die mir nicht bekannt sind.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 16:31 #

Ähm, mal eine Frage: Bist Du Christian Schmidt? ;) Wie Du hier schreibst, könnte man meinen, Du seist zumindest sein PR-Agent, wenn nicht sogar...

Ex-Gamestar-Fan (unregistriert) 7. September 2011 - 17:13 #

Dann müsstest Du Mick Schnelles PR-Berater oder Anwalt sein (verteidigst ihn auf Teufel komm raus, drückst Dich dabei ganz gut aus).

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 17:38 #

Bist du ein Troll? In jedem Fall reagierst und schreibst du genau so, wie du eigentlich uns erklären möchtest, dass Christian es täte.

Nämlich arrogant, von oben herab, von sich selbst überzeugt und die alleinige Wahrheit verkündend. Das hat schon auch wieder was von Realsatire, muss ich ja zugeben.
Also bist du zumindest ein talentierter Troll?

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10620 - 7. September 2011 - 19:58 #

Lass gut sein, ich glaube du hast es nicht nötig, auf alles hier einzugehen ;-)

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 21:49 #

Nee, das sehe ich auch so. Ich habe gerade fünf Postings gelesen, in denen er "auf mich eingangen" ist, das reicht mir jetzt wirklich. Der Übergang von zunächst noch Argumenten zu Phrasen war doch recht rasant, mit zuletzt starker Tendenz zu letzterem. Und als letztes Mittel der abstruse Versuch, denjenigen, der sich motzend aus dem Fenster gelehnt hat, nämlich Schmidt, dadurch zu schützen, dass man ausgerechnet demjenigen, der ihn kritisiert, originellerweise einfach dasselbe vorhält... Ursache und Wirkung? Ist doch egal, Hauptsache "der Christian" kommt am Ende gut weg. Danke, damit ist alles gesagt.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10620 - 8. September 2011 - 20:27 #

Vielleicht hält er aber auch einfach den Spiegel vor, weil er reine schwarz-weiss-Malerei nicht gerne unkommentiert lässt. Ich habe mich auch schon in den tollsten Diskussionen wiedergefunden, wenn ich jemandem der zu 110% einen Standpunkt vertritt einfach mal ein paar Gegenargumente genannt habe. Da ist man dann schnell die Personifizierung des Kritisierten. Es ist immer gut, wenn man in der Lage ist, mit jemandem sachlich zu diskutieren, der auch mal dagegen argumentiert. Wenn dann hinterher zu Aussagen wie "du bist doch der Verfechter von xyz-Verabscheuungswürdig" oder "lass gut sein, der ist doch gekauft" greifen muss, nur weil man in einer Debatte nicht gewinnt, dann ist das doch eher ein Hinweis auf die eigene Unfähigkeit mit gegensätzlichen Standpunkten umgehen zu können. Das Thema hier ist nun mal nicht in gut und schlecht aufzuteilen. Beide Seiten haben Argumente. Wenn du das anerkennen und entsprechend würdigen würdest, dann hättest du oder auch jeder andere hier sicher mit Larnak auf einen grünen Zweig kommen können.

Akki 11 Forenversteher - 633 - 7. September 2011 - 15:48 #

Sieh einer an, es geht doch:
http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,784689,00.html

Und schon wird klar, warum so ein Artikel auf SPON veröffentlicht werden kann - und der von Mick eben nicht.

McSpain Community-Moderator - 26455 - 7. September 2011 - 15:52 #

Sehr schöne Antwort.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 7704 - 7. September 2011 - 16:05 #

Ah besten dank, guter Link! Kudos ;)

Ex-Gamestar-Fan (unregistriert) 7. September 2011 - 17:15 #

Das ist in der Tat eine sehr gute Replik, die so manche Dinge von einer anderen Perspektive beleuchtet und - das Wichtigste - auch Gegenargumente liefert! Aufpassen und aufmerksam lesen, Herr Schnelle, da können Sie noch einiges lernen!

McFareless 16 Übertalent - 5556 - 8. September 2011 - 14:19 #

Aber inhaltlich ist hier auch alles vorhanden :) Ist halt immer die Frage wie wertneutral man nicht sein möchte ;)

SonkHawk 14 Komm-Experte - 2151 - 7. September 2011 - 15:52 #

kann mir jemand sagen, was es mit "The Witcher" und der Gamestar auf sich hatte? Das ist doch mal ein gutes Spiel gewesen?!?? SH5 und Gothic 3 kann ich ja verstehen...
Und was zur Hölle macht der "Pirates of the black cove"-Steckbrief an diesem Beitrag?

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 15:57 #

Christian Schmidt hatte in seinem Test "The Witcher" 73 Punkte gegeben. Das wird ihm heute gerne noch als seine größte Fehleinschätzung vorgehalten, da auch die Kritik zum Teil seltsam und (im Vergleich mit anderen Spielen) nicht konsequent wirkte

Age 19 Megatalent - P - 13962 - 7. September 2011 - 16:17 #

Zumal im Test offensichtlich war, dass scheinbar nicht das komplette Spiel gespielt wurde...

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 17:39 #

Christian hat für "The Witcher" in der Grundversion (ohne Patches und Enhanced Edition!) einen hohen 70er (76?) vergeben, was für sehr viel Kritik gesorgt hat. Er hat danach öfter betont, dass er der Meinung ist, dass die Wertung für das Spiel gerechtfertigt war, auch weil es am Anfang noch viele Macken gehabt habe, die erst später ausgebessert wurden.

edit: Ups, zu langsam

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 18:43 #

Nicht vergessen, nach diversen Patches wurde das Spiel dann auch auf 80+% aufgewertet.
Seine Begründung war vielleicht nicht komplett passend. Die Wertung aber durchaus berechtigt. Witcher in 1.0 hatte wirklich seine Probleme.

Reset (unregistriert) 7. September 2011 - 15:53 #

Christian Schmidt hat sachlich und in einem ruhigen, freundlichen Tonfall argumentiert. Das kann man von diesem Artikel nicht gerade sagen. Unsere Welt verändert sich. Wenn wir uns nicht mit verändern, werden wir scheitern (siehe die Auflagenzahlen). Veränderung benötigt Kritikfähigkeit und die Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Ideen. Die vermisse ich an deiner Reaktion.

yeahralfi 14 Komm-Experte - P - 1910 - 7. September 2011 - 15:56 #

Ich fasse mich kurz, da oben ja schon so ziemlich alles von allen schon gesagt wurde:

Ich kenne weder Christian Schmidt noch Mick Schnelle persönlich. Beides sind Schreiber, die ich bisher eigentlich gerne gelesen habe. In beiden Artikel gibt es Argumente, die ich nachvollziehen kann und andere, die ich komplett anders sehe.

Jenseits von einigen (und weiss Gott nicht allen) Punkten, die ich für durchausaus bedenkenswert halte, wirkt Mick Schnelles Artikel auf mich (ich wiederhole: auf mich) jedoch äußerst aggressiv, persönlich beleidigend, polemisch und bis ins teilweise Boshafte übertrieben. Das ganze Pamphlet ist dem Anlass unangemessen und schlicht einfach kein guter Stil (nicht im Sinne von Schreibstil, sondern von anständigem Verhalten).

lehaef Neuling - 3 - 7. September 2011 - 16:07 #

In der Tat!

Und das gilt auch für einige Userkommentare. Diese Aggressivität ist - wie ich finde - weder Christians Artikel angemessen noch .. nunja eben guter Stil.

Man muss nicht immer in maximalster Edelrhetorik und Höflichkeit formulieren. Ich denke aber, dass Überspitzungen und persönliche Beleidigungen und allzu krasse Polemik und Bösartigkeit, wie es mein Vorschreiber ja schon anmerkte, der völlig falsche Weg sind.

Anym 16 Übertalent - 4962 - 7. September 2011 - 16:29 #

Nicht nur auf dich! Ich schließe mich deinem Kommentar vollkommen an.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 16:01 #

Die Blockbuster der Branche (Battlefield, Modern Warfare) sind inhaltlich so anspruchsvoll wie der neueste Transformers Film. Intelligente Spiele sterben aus.
Also warum sollte man über Unterhaltung so schreiben, als wäre sie etwas erhabendes? Die [ple:] hat genau das versucht und die kennt hier wahrscheinlich kaum jemand.
Das Problem der Hefte ist nicht, dass sie nicht intellektuell genug schreiben, sondern dass sie nicht mehr die unverzichtbare Informationsquelle sind, die sie ein mal waren bevor jede Hausfrau wußte was ein Browser ist.

Gecko 13 Koop-Gamer - 1518 - 7. September 2011 - 16:05 #

Ich denke, eine ganz wichtige Aussage ist wirklich, das sich beide Herangehensweisen zu Testen nicht ausschließen brauchen.
Besser noch, Sie ergänzen sich gut und machen es erfrischend einen Artikel zu lesen.

Besonders habe ich mich bei den Aussagen von Christian Schmidt gefragt wieso er es dann gerade noch bei der Gamestar so praktiziert hat was er nun kritisiert.
Da hätte er vielleicht etwas mehr einwirken können. Oder dann noch ein wenig die Aussagen relativieren, denn er betrachtet nur seine Sichtweise.

Für die Zielgruppe der Core Gamer braucht es im Kern definitiv auch weiterhin die Tests, die ein Spiel detailliert analysieren.

Ich kann Mick Schnelles Reaktion darauf durch die ganze Art und Weise nun gut verstehen.

JoeMeek 10 Kommunikator - 384 - 7. September 2011 - 16:13 #

In eine ähnliche Kerbe wie Mick Schnelle haut auch Petra Fröhlich (PC Games) auf Spiegel.de:

http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,784689,00.html

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 16:22 #

ähnliche kerbe vielleicht. die klinge des messers mit der sie geschnitten wurde ist aber um einiges feiner.

SirDalamar 14 Komm-Experte - 2035 - 7. September 2011 - 16:17 #

Einige Punkte ergeben Sinn, aber im großen und ganzen ist diese "Abrechnung" dann doch viel zu emotional, um sachlich zu sein. Ich kann verstehen, wenn Sie vor Wut kochen, aber das war dann doch etwas unangebracht.

Diese Branche hat mittlerweile so viele Facetten, dass die wenigsten, selbst die, die mitten drin stecken, einen wirklich guten Überblick haben. An manchen Spielen erkennt man sehr schön, wo ein sehr eng definiertes Wertungssystem greift, und wo nicht. Wo greift es? Nun, zum Beispiel bei Simulationen oder Sportspielen ist dies oft der Fall. Bei Adventures hingegen sieht das schon anders aus. Oder bei Spielen, die "falsch" gespielt werden. Nehmen wir den aktuellen Titel "Space Marine". Der häufige GoW-Vergleich führt zu falsch gesetzten Erwartungen und verleitet Spieler dazu, das Spiel "falsch" zu spielen, was den Spaßfaktor reduziert. Hier ist interpretation und Hintergrundwissen zu WH40K gefragt, um einen wirklich guten Test abliefern zu können. Manch ein Tester beißt sich daran die Zähne aus.

Ich möchte keine der beiden Parteien angreifen. Ich möchte nur sagen, dass eine übereilte Reaktion oft die falsche ist. Ebenfalls möchte ich anmerken, dass Sie sich über Vorurteile beschweren, und gleichzeitig in Richtung Ultras feuern, ohne sich damit auszukennen (verzeihen Sie, sollte ich das missverstanden haben). Nichts desto trotz: Ich verstehe, dass Sie aufgebracht sind... und dazu haben Sie sicherlich auch das Recht.

vicbrother (unregistriert) 7. September 2011 - 16:21 #

Ich würde mich freuen, wenn Mick Schnelle ein Beispiel für nach seinen Augen guten Journalismus aus seinen eigenen Artikeln geben könnte. Dann könnte man dies mit den Artikeln von Christian vergleichen.

Übrigens gab es vor Jahren eine vierteilige Serie auf 3sat über Games - total spannend, denn es wurden insbesondere die kulturellen und künstlerischen Aspekte gezeigt.

Was ich in Spielemagazinen vermisse sind z.B. Strategiebesprechungen zu Strategiespielen. Schachmagazine leben davon - aber scheinbar ist diese Art von Journalismus einfach zu teuer für die Printmagazine. Vielleicht eröffnet GamersGlobal ja noch ne Rubrik, Strategie&Taktik für einzelne Spiele?

zappasghost 08 Versteher - 197 - 7. September 2011 - 16:31 #

Am meisten fehlt mir die Bereitschaft der Redaktionen sich KRITISCH mit der Spieleindustrie auseinanderzusetzen. Das in den letzten Jahren ganze Genres verschwunden sind, dreiste Kopierschutzfunktionen der Hersteller, Tendenz zur absoluten Vereinfachung des Gameplays, Onlinezwang usw. sollte doch genug Themen liefern, um sich auch als Lobby der Spieler zu verstehen und hier eine fundierte Auseinandersetzung mit der Games-Branche zu führen.

Und gerade Herr Christian Schmidt lässt es ganz erheblich vermissen, sich mit dieser millionenschweren Unterhaltungsindustrie kritisch auseinanderzusetzen.

Wenn sein gewünschter Spielejournalismus eine plausibilitätsfreie und abstrakte Metaebene wünscht, soll er doch einfach mal sowas wie Gamersglobal auf die Beine stellen und zeigen wie kompetenter und moderner Spielejournalismus funktioniert.

Natürlich hat er Recht, wenn er sagt das es ein Kompetenzproblem gibt.

Schaut Euch doch nur mal diese glatten Interviews an, wo aufgeregte 15 jährige die promovierten Bioware Macher nach Dragon Age 2 befragen.

Das ist in der Tat mangelhaft !

Warum fragt die niemand mal, warum Ihrer Meinung nach rundenbasiertes Rollenspiel nicht zeitgemäß ist und warum sich das nicht verkaufen lässt ? Valide Daten zu Ihrer Meinung würden mich dann noch interessieren.

When you press a button something awesome will happen, lassen die sich erzählen.

Ja, Spielejournalismus kann grausam sein.

An dieser Stelle erlaube ich mir ein aufrichtiges Kompliment an Jörg Langer, weil sich seine Interviews hier positiv abheben.

Wenn ich eine Fachzeitschrift kaufe, will ich mich erstens informieren, und mich zweitens vertreten sehen.

Fachzeitschriften und Onlineredaktionen sollten sich somit auch als Schnittstelle sehen, die dem Unterhaltungsgewerbe was über Ihre Käuferschaft sagt, und umgekehrt den Gamern was über das Unterhaltungsgewerbe sagt.

Amen
ZG

Gordon Freeman (unregistriert) 7. September 2011 - 16:32 #

Wenn schon Mick Schnelle, den ich immer als sehr besonnen und zurückhaltend wahrgenommen habe, zu solch' drastischen Worten greift, dann wird einem erst klar, wie beleidigend und gewollt elitär der Artikel von Christian Schmidt war, mit dem er offenkundig sehr viel kaputt gemacht hat.

Ein Wort noch zum Artikel von Mick Schnelle: Computerspiele sind keinesfalls mehr Nischenprodukte. Die Computerspieleindustrie setzt mehr Geld um als die Filmindustrie. Das beginnen die alten Herren der Gesellschaft jedoch erst sehr langsam zu begreifen.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 16:36 #

An dieser ganzen Kritik stört mich ohnehin, dass damit ein unglaublich dummer antiintellektueller Diskurs bedient wird. "Akademische Traumwelten" - das ist schon harter Tobak, wenn man bedenkt, dass universitäre Bildung und wissenschaftliche Methode mit dem aufklärerischen Gedanken verbunden sind und ihrem eigenen Anspruch nach gerade versuchen, Traumwelten zu beseitigen. Sicher, das tun sie nicht immer und die Akademia ist auch kein monolithischer Block, sondern eine streitbare Gemeinschaft, deren Vertreter gerne einander die Zugehörigkeit bestreiten. Dennoch sollte man im Hinterkopf betrachten, dass zweihundertseitige Texte durchaus etwas zu sagen haben und wenn sie durchfallen, dann dies eben aus dem Grund tun, weil sie wissenschaftlichen Standards nicht genügen. Das sind harte Standards und nicht dürftig pseudo-objektivierte Spielspassurteile.

Stattdessen werden aber nicht reflektierte Tests zum knallharten Geschäft, das sich mit den echten Dingen beschäftigt, verklärt. Fehlt nur noch der kleine Mann, zumal wir bereits schon die gesellschaftliche Mitte hatten. Es drängt sich unweigerlich der Eindruck auf, dass wir es hier auch mit einer Verteilungsdebatte zu tun haben: Wer natürlich keine tiefschürfenden Texte, in denen er nachlesbar über die gesellschaftliche Funktion des Mediums Computerspiel nachdenkt, schreiben kann oder in ihnen zumindest keinen Sinn sieht, der will natürlich auch nicht, das sowas zum neuen Standard wird.

Aber, nochmal: Wie kann man überhaupt behaupten, das eigene "Lieblingshobby" sei Kunst, bei jeder Killerspieldebatte weinend auf die ästhetischen und inhaltlichen Qualitäten verweisen und sich dann partout weigern, Simpelniveau zu verlassen und mehr zu machen? Das ist einfach nicht glaubwürdig.

Micks Kommentar ist erschreckend entlarvend. Für mich persönlich ist er als Spielejournalist jetzt völlig disqualifiziert.

FPS-Player (unregistriert) 7. September 2011 - 16:45 #

Tja, bei solchen Sachen sieht man erst, wie auf allen (!) Seiten mit zweierlei Maß gemessen wird ;) Und wehe, man sagt was gegen seinen "Liebling". Soviel zur Objektivität, gerade bei Aussenstehenden...

Aber da die Diskussion hier (mMn unproduktiv und "sinnlos") weitergehen wird, findet nur noch der alte Spruch Anwendung: Es ist alles gesagt worden - nur noch nicht von jedem.

Daher bin ich jetzt auch raus aus dieser Nummer und widme mich wieder den Spielen als solches.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 17:30 #

Hatte jaghatai also Recht mit seinem
"Christian soll ein Troll sein? [...]
Gibt ja nur zwei Möglichkeiten:
1. Du bist selbst einer"? ;)

FPS-Player (unregistriert) 7. September 2011 - 19:41 #

Ich sehe wie einer aus, das ist wohl war :D
Ansonsten kenne ich weder Christian noch Mick (und jaghatai schon gar nicht) - ich habe aufgehört Game-Magazine zu lesen, als AMIGA-/PC-Joker eingestellt wurde.

Von daher steht es mir mehr als frei, meine Behauptungen abzusondern ;)
Da sich die beiden "Schreiberlinge" nichts nehmen (in sofern ist Mick ebenfalls ein Troll), verstehe ich halt nur die Diskussion nicht. Da jeder seine eigene Meinung hat und nicht "belehrt" oder vom Gegenteil überzeugt werden kann (weil beide Seiten derart festgefahren sind UND sich zudem noch völlig im Recht wähnen), ist es eben völlig sinnfrei über etwas zu diskutieren, was morgen (oder nächste Woche) eh schon niemanden mehr interessiert. ;)

bertosam 09 Triple-Talent - P - 345 - 7. September 2011 - 16:40 #

Sowohl der Artikel von Christian als auch der von Mick schießen m. E. etwas über die Stränge. Christian kommt ziemlich abgehoben daher. Vieles in seinem Artikel kommt mir vor wie bloß heiße Luft.

Mick kommt sehr wütend rüber. Wer weiß was da an persönlichen Differenzen dahintersteckt -- aber ohne die zu kennen, scheint der Artikel im Ton ein wenig übertrieben.

Im Grunde haben beide Seiten valide Argumente. Wenn ich z. B. die Gamestar lese wünsche ich mir manchmal schon mehr Geist. Wenn ich Christians Kolumne lese wünsche ich mir manchmal mehr Bodenständigkeit. Meist lese ich dann einfach Gamersglobal und bin zufrieden. :)

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 16:54 #

Meine Bitte an den Spielejournalisten:

Werdet vom “Tester” zum “Kritiker”. Schreibt eure Meinung. Erzählt, was das Spiel mit Euch angestellt hat. Welche Emotionen es auslöst, wie euer Bauch und euer Kopf reagierten. Beschreibt die Technik, in Relation zur Handlung, aber nicht als lange Frameratenoptimierungswüste. Steht dazu, daß es sich um eine Meinung handelt, nicht um eine “objektive Wertung”.

Meinungen sind prima. Kritiken sind toll, wenn sie denn was erzählen statt aufzuzählen. Eine Spielablauf- und Technik-Beschreibung mit einer Zahl darunter ist sterbenslangweilig und, ehrlich gesagt, auch einfach zu machen. Dafür muß man sich nicht anstrengen, das kann jeder Hinz und Kunz im Internet auch und dafür gibt ein Leser heutzutage kein Geld mehr aus.

Bitte begrabt den “Spieletest”. Er wird dem vielschichtigen Medium Computerspiel schon lange nicht mehr gerecht.

Kai 14 Komm-Experte - 2229 - 7. September 2011 - 17:14 #

Sorry, aber solange die meisten Spiele lediglich fließbandartig produzierte Unterhaltsgüter darstellen, müssen sie sich auch primär an Leistungskriterien orientieren, z.B. Spieldauer, Spieltiefe oder flüssigen Frameraten. Nur wenn Medien -wie Musik oder Bücher- einen Konsumenten innerlich bewegen, statt nur zu unterhalten, haben sie auch eine künstlerische Kritik verdient. Solche Spiele kann man jedoch leider an einer Hand abzählen. Die Kritik von Herrn Schmidt sollte sich also wohl eher an die Spielhersteller richten, die fließbandmässig meist stupide Massenware wie den x.Egoshooter auf den Markt schmeißen. Echte Kunst ist da leider kaum dabei. Aber wenn dieses einmal der Fall ist, wird dieses i.d.R. auch bereits besonders bei Spieletests gewürdigt, z.B. bei Spielen mit moralischen Entscheidungen - die man aber leider an einer Hand abzählen kann.

schwertmeister2000 13 Koop-Gamer - P - 1276 - 7. September 2011 - 16:56 #

Also ich habe als langjähriger Gamestarleser (10/97 - 06/11) das langzeitabo eben aus den gründen gekündigt, die mick schnelle oben aufführt.

Früher habe ich sie geliebt, die Artikel von Jörg, oder Mick oder Martin Deppe , wo man das Gefühl bekam, dass sich eben nicht ein Redakteur herablässt zu den kranken "cracks" ...den spielesüchtigen Typen, die ihr Leben verpfuschen,

sondern eben zu Menschen, die über lange Zeit ein Hobby pflegen, eben nunmal Enthusiasten sind...so wie modelleisenbahner oder flieger oder golfer oder sonst etwas...

großes Lob für diese Stellungnahme...

GamersGlobal ist das was Gamestar mal war bzw. sein sollte in meinen Augen!

Ich bin froh dass es die Seite gibt und Jörg, Mick und Co. ich hoffe, dass es sie noch lange gibt, denn mittlerweile ist sie meine einzige Quelle aus der ich verlässliche Tests entnehme zu meinem langjährigen Hobby als Enthusiast!

Bravo und weiter so!!

Klendatho 15 Kenner - P - 3237 - 7. September 2011 - 22:23 #

Absolute Zustimmung. Nur das es bei mir die PC Player ist, die ich vermisse. Zum Glück sind die Veteranen von damals noch mit Gamers Global oder dem Veteranenpodcast aktiv...

parademic (unregistriert) 7. September 2011 - 17:03 #

Imo sollte die gesamte Branche mal einen Reality Check machen. Und damit spreche ich nicht nur die Videospielzeitschriftenbranche an, sondern alle Verlage, die Bücher/Zeitungen/Zeitschriften abseits von Fachbüchern oder Schulbüchern verkaufen wollen.

Das Grundproblem ist doch folgendes: Durch die Verbreitung des Internets haben Menschen mittlerweile kostenlosen Zugriff auf alle möglichen Informationen. Den Inhalt der letzten Rede von Obama muss ich mir nicht von einem Zeitungsredakteur vorkauen lassen, ich kann die Rede direkt auf Youtube sehen. Und ich kann mich auch direkt mit anderen darüber austauschen. Ich bin auch nicht darauf angewiesen, dass mir ein Hobby-Magazin monatlich alle News gesammelt präsentiert, sondern kann dazu alle möglichen kostenlosen kommerziellen und nicht-kommerziellen Internetseiten nutzen. Die sind zudem aktueller, interaktiver, multimedialer. Zeitschriften abseits des Fach- und Bildungsbereichs geht daher die Kundschaft verloren.

Die Lösung sieht die Branche bisher immer darin, "intelligentere" Artikel auf höherem Niveau zu schreiben. Sie meinen, dass wenn sie die Hobbyisten qualitativ übertreffen, sie wieder Kundschaft gewinnen. Ich bezweifle aber ganz stark, dass diese Rechnung aufgeht. Ich persönlich habe meinen Bedarf durch das kostenlose Internetangebot gedeckt. Dass es eine Zeitschrift gibt, die über bestimmte Themen "intelligenter" schreibt, würde mich nicht groß interessieren. Letztendlich ist doch alles nur eine Vermutung oder subjektive Meinung. Das würde mich sicherlich nur in den seltensten Fällen zu einem Kauf bewegen. Ich denke, dass die allermeisten früheren Käufer von solchen Zeitschriften schon immer nur Informationen gewollt haben und vielleicht noch Unterhaltung. Für "intelligente" Artikel gab es noch nie einen großen Markt.

Imo sollte die Branche der Wahrheit ins Auge sehen und einsehen, dass sich deren Geschäftsmodell einfach überlebt hat. Entweder sie finden andere Geschäftsmodelle wie z.B. Engadget, hinter dem ein Unternehmen steckt, dass mehrere kommerzielle "Special Interest" Seiten betreibt mit freiberuflichen Schreibern, die in wirklich knapper Zeit Mini-Artikel zu Eurobeträgen abliefern, damit ein rein werbefinanziertes Angebot rentabel angeboten werden kann, oder sie müssen sich andere Berufe suchen. Über Gott und die Welt oder irgendwelche Hobbys zu schreiben, ist nunmal keine besonders gefragte Qualifikation mehr, für die man einen Stundenlohn über dem einer Putzfrau erreichen kann.

So und ihr ganzen Germanistikstudenten dürft mich jetzt hassen ;=)

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 7. September 2011 - 17:27 #

Ohne intelligente Artikel ist das mit der Unterhaltung aber schwierig, jedenfalls was meinen Geschmack an geht. Auch Spaß und Witz kann übrigens intelligent sein, siehe beispielsweise Loriot. Von daher: Nur her mit den intelligenteren Artikeln, denn nur da macht das Lesen auch Spaß. Und für Spaß zahle ich auch.

schwertmeister2000 13 Koop-Gamer - P - 1276 - 7. September 2011 - 17:05 #

ach so und noch was... klar wird es immer extreme geben...die gibt es ÜBERALL ... und auch Amokläufer in schulen...aber sie sind nicht das 100 %ige Produkt aus Shootern oder Videospielenb...sondern das sind asllgemein psychisch stark angeknakste menschen , krank und bedürfen einer therapie...die würden genauso in nem schützenverein explodieren und irgendwann "heiß" werden...aber die behauptung das spiele zu spielsucht und damit zu gewaltbereiten menschen oder amokläufern führen halte ich für grundsätzlich falsch...

ich schreibe das nur, weil hier anscheinend einige sich an der "falschen" auffassung des herrn schnelle aufgeregt haben zum thema ultras und die grds.diskussion vom zaune brachen zum thema...machen spiele gewaltbereit... das tun sie nicht ... ich habe selber früher jahre lang counterstrike und cod2 gezockt und nein ich habe nicht meine lebensgefährtin erschossen oder bin amok gelaufen ... es ist numal klar wenn sich kranke geister ( die es vorher schon wahren ...aus genetischen gründen oder aber weil die eltern in der erziehung versagt haben etc. ... dass die durch gewaltspiele ... sagen wir mal beeinflusst werden...aber grundsätzlich ist dies nicht so ... und wer hier auf sowas rumreitet sollte sich echt mal damit befassen ... dieses "frontal 21" nachgeblabbere geht mir aufn keks so langsam ...und genau das ist es auch was mich an artikeln eines herrn schmidt in spiegel online stört

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10620 - 7. September 2011 - 17:11 #

Das Problem der Printmagazine ist, dass sie an ein Medium, was sich unter der Oberfläche kaum weiterentwickelt, noch fast genau so ran geht, wie in den Anfangszeiten des PCs.

Ich mag darum kein Geld mehr dafür ausgeben, weil mir die meisten Artikel keinen Mehrwert bieten. Erst werden eventuell kommende AAA-Titel zigfach vorbesprochen. Dann kommt irgendwann ein Test auf 3-4 Seiten, in dem im großen und ganzen kaum etwas steht, mit einer Wertung.

Ich würde gerne ausführliche Berichte zu Spielen lesen, die auch mal aufzeigen, was schlechter gelöst ist, als in bekannten Titeln. Da dürfen dann ruhig weniger Sachen getestet werden.

In meinen Augen sind Computerspiele auch in den meisten Fällen keine Kunst, sondern Fließbandware. Da hat sich das mit der Metaebene dann auch schnell erledigt.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 17:19 #

Unabhängig davon, ob man die Meinung von Petra Fröhlich teilt, zeigt sich in der Art und Weise ihrer Antwort, wie man erheblich professioneller und souveräner mit Kritik umgeht, als das ein Mick Schnelle getan hat.

rastaxx 16 Übertalent - 4662 - 7. September 2011 - 17:47 #

/sign

schwertmeister2000 13 Koop-Gamer - P - 1276 - 7. September 2011 - 17:31 #

http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,784531,00.html

der ursprungsartikel...

also petras beitrag ist auch sehr interessant dazu

http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,784689,00.html

schwertmeister2000 13 Koop-Gamer - P - 1276 - 7. September 2011 - 17:32 #

jetzt würde mich nur noch martin deppes meinung als ehemaliger stellvertreter gamestars und chef von pc powerplay interessieren ...der hat ja auch jahrelang verantwortung für solche themen gehabt und wie damit umgegangen wird ...

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 72473 - 7. September 2011 - 18:05 #

Du kannst übrigens deine Kommentare editieren, damit du eine Minute später keinen neuen verfassen mußt.

schwertmeister2000 13 Koop-Gamer - P - 1276 - 7. September 2011 - 20:04 #

jo ...hab ich auch grad bemerkt ;-)

rastaxx 16 Übertalent - 4662 - 7. September 2011 - 17:34 #

inhaltlich stimme ich eher mick als christian zu, leider. denn die art wie mick hier seine replik verfasst hat ist einfach nur unverschämt und dazu noch unangebracht. verunglimpfungen wie die am ende "dein persönliches Unvermögen, Spiele zu sezieren, in die Spielmechanik hineinzukriechen" sind das sahnehäubchen.

schade, ich hätte mir eine von sachlichkeit geprägte diskussion gewünscht.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 17:44 #

Hätte sich Herr Schelle den Artikel von Herrn Schmidt genauer durchgelesen, hätte er festgestellt, dass dort kein frustrierter Ex-Spieler schreibt, sondern nach wie vor ein leidenschaftlicher Videospieler, der sein Lieblingshobby aus einer Schmuddelecke ziehen will, in der es leider drinsteckt. Solange Videospiele nicht in Feuilletons klassischer Printmedien gleichberechtigt neben Büchern, Theaterstücken und Filmen stehen, werden sie auch in dieser Ecke bleiben. Und an diesem Zustand wird sich, wenn sich nichts am Spielejournalismus ändert, auch nichts ändern.
Keine Filmfachzeitschrift käme auf die Idee, wie die Gamestar einen Film in 10 Kategorien einzuordnen, um eine Punktewertung einzurichten. Wie sähe das aus?
Kleines Beispiel Star Wars: Action 8/10, Emotion 7/10, Optik 10/10, Dialoge 4/10, usw, plus Aufwertungen beim Erscheinen der Special Editions und regelmäßigen Abwertungen für die veralteten Spezialeffekte.

Oder eine Motivationskurve wie bei PC Games:
Kleines Beispiel Bibel: Stunde 0-2: Sperriger Einstieg, also nur befriedigend, Stunde 3-4: Die Spannung steigt, das bedeutet gut, Durchschnittswertung nach 12 Stunden lesen: 1,7

Am besten gefallen mir die Tests in ComputerBild Spiele, in denen auch die Sprache des Handbuches und die Kosten der Service-Hotline einfließen, und 0,5% der Wertung sich danach richten, ob die Tastenbelegung einstellbar ist. Würde man bei Theaterstücken dann auch die Gestaltung der Eintrittskarten oder der Fußbodenbelag miteinberechnet werden, um eine Note mit zwei Stellen hinter dem Komma zu erhalten?

Dass es auch ohne diese abgehobenen Testsysteme geht, hat Gee bewiesen (inzwischen leider nur noch digital erhältlich).
Wenn die Videospieler weiterhin den Kopf in den Sand stecken und sich von den etablierten Medien in die Außenseiterrolle drängen lassen wollen, bitte, aber ich für meinen Teil würde Berichterstattung auf einem etwas anderen Niveau begrüßen.

Gibt es bei Spieletestern nicht auch den Ehrgeiz, mehr zu schaffen als eine bloße Kaufberatung? Und die Handlungen in Spielen endlich mal nach der Tiefe und Glaubwürdigkeit der Figuren und nicht nach der Anzahl der Schauplätze zu bewerten?

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10620 - 7. September 2011 - 20:53 #

Irgendwo hast du schon Recht. Ich finde, beide Standpunkte sind in vielen Bereichen richtig. Ich habe allerdings in vielen Artikeln immer wieder für mich selber bemängelt, dass die Texte austauschbar geworden sind. Ein bisschen mehr Ambition (nicht für jeden Titel!) würde man sich schon wünschen. Das hier bei GS bei CIV 5 bspw. durchaus thematisiert wurde, dass die KI unbefriedigend arbeitet, wenn sie nicht cheaten darf, ist eine Ausnahme. Die restlichen Redakteure kennen scheinbar keine Strategiespiele, in denen die KI überzeugen kann (obwohl sie älter sind, als ich).

Fabes 14 Komm-Experte - 2418 - 7. September 2011 - 17:49 #

Schöner Beitrag von Mick!

Homer Morisson 07 Dual-Talent - 138 - 7. September 2011 - 17:54 #

Lieber Mick,

vielen Dank dafür, daß Du diesen Brief offen ins Netz gestellt und in ihm auch so offen deine Meinung gesagt hast.

Persönlich war ich damals, als bekannt wurde, daß Christian die GameStar-Redaktion verlässt, sehr traurig, da mir gerade die auch von Dir angesprochenen Reports und Kolumnen stets gut gefielen.
Sie waren eingängig zu lesen, befassten sich auch mal mit ernsteren Themen, hatten aber stets einen Bezug zu den von Dir so schön benannten "Enthusiasten".

Nachdem ich nun Chris' Artikel auf Spiegel Online gelesen hatte, fühlte ich mich als langjähriger GameStar-Leser (seit Ende des Jokers), bekennender Spiele-Enthusiast (ganz ohne falsche Scham) schlicht vor den Kopf gestoßen. Insbesondere auch wegen des von Dir angesprochenen Faktors, daß man nach einer solchen langen Zeit wirklich eine gewisse Affektion den Lieblings-Redakteuren gegenüber entwickelt und ihre Meinung zu schätzen lernt.

Für mich macht der Artikel den Eindruck, als habe Christian sich in all seinen Jahren bei der GameStar verstellt, gute Miene zum bösen Spiel gemacht, als wäre er nie wirklich "einer von uns" gewesen.
Fast scheint es, als wolle er sich nun, da er endlich den vermeintlichen Karriere-Sumpf "Spiele-Redakteur" verlassen hat, in die Gefilde der populären Zeitgeist-Kolumnisten, ganz nach amerikanischem Vorbild, aufschwingen und den Makel der Vergangenheit mit einem großen Rundum-Schlag abstreifen.

Das alles zeugt für mich von eklatant mangelndem Respekt gegenüber all denen, die in den vergangenen Jahren mit ihm gearbeitet haben, aber auch gegenüber all jenen, die mit Abogebühren, Kiosk-Kosten und schlicht ihrer Treue sein Gehalt und seinen Job (mit-)gesichert haben.

Langer Rede kurzer Sinn: Du sprichst mir aus der Seele, Mick. Danke.

Rand al'Thor (unregistriert) 7. September 2011 - 18:14 #

Meinst du das Ernst? Er zeigt, wie sehr im Spiele am Herzen liegen, wieviel mehr er in ihnen sieht als simple Volksbespaßung und er möchte dass der Spielejournalismus den nächsten Schritt geht, den Literatur- und Filmkritik schon vor ihm gemacht haben, und der Spielen als Kunstform angemessen ist.

Er will hier nichts abstreifen, schon gar nicht den Spielejournalismus. Im Gegenteil, er will ihn mitnehmen aus dem mittlerweile selbstgewählten Ghetto, dorthin wo sich andere Kunst-bezogene Journalismusformen schon längst befinden: In die Mitte der Gesellschaft, wo Spielen wie auch Spielejournalismus Akzeptanz und Würdigung entgegenschlagen.

Das was du hier in Christians Aussagen hineininterpretierst könnte nicht fernern von der Wahrheit sein. Wenn die Forderung nach mehr Respekt für mich und mein Hobby und die tiefergehende Beschäftigung mit letzterem ein Schlag ins Gesicht sein soll, darf man mir gerne öfter ins Gesicht schlagen.

Christian Schmidt war "nie wirklich einer von uns"? Er ist viel mehr "einer von uns" als die meisten von uns...

Claus 28 Endgamer - - 106524 - 7. September 2011 - 20:04 #

Dann hat er sich aber leider verdammt viel Zeit damit gelassen, sich zum Thema zu äussern.
Wenn mir sovieles nicht gefällt, wieso werde und bleibe ich dann stellvertretender Chefredakteur?
Wieso suche ich mir nicht einen Arbeitgeber, der meine Positionen besser vertritt?
Ich weiß ja nicht wie das in der Branche ist, wo du (Sie) arbeitest (arbeiten).
In unserem Unternehmer wird in der Regel aber niemand stellvertretender Abteilungsleiter, wenn er seinem direkten Vorgesetzten in einer Tour die Leviten liest.

Das werden in der Regel die Leute, die Mitglied im gleichen Golfclub sind und zwischendrinn lachend zustimmmen, wenn der Boss die mit Seitenhieben nach links und rechts (an die Nörgler) die neue Richtung vorgibt.

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 7. September 2011 - 18:47 #

Ich glaube auch, dass du ihn da nicht ganz richtig verstehst.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 18:17 #

Man muss weder uns Gamer, noch die Zeitschriften noch unsere Spiele aus irgend einer Schmuddelecke ziehen. Lechzen wir hier nach Anerkennung? Damit wir Gamer doch endlich auch mal als Kunst anerkannt werden! Juhu! Wir wollen auch zum Kreis der Filme und Bücher dazu gehören!

Rand al'Thor (unregistriert) 7. September 2011 - 18:21 #

Selbstgewähltes Ghetto. Quod erat demonstrandum.

Dann will ich in Zukunft aber auch kein Geschrei mehr hören, wenn RTL mal wieder Computerspieler der Lächerlichkeit preisgibt...

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 18:30 #

Au ja, opfern wir unsere Freiheit die Gamer zu sein, die wir sein wollen - hauptsache wir werden anerkannt.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6252 - 7. September 2011 - 18:37 #

Was für ein Quark. Ich bin ein normaler Durchschnittdeutscher, der gerne mal eine Runde zockt und kein Außenstehender, der sich als eine Art "Elite" versteht. Gamer SIND in der Mitte angekommen, weil sie es vom Wesen her in allen anderen Belangen auch schon sind.

Rand al'Thor (unregistriert) 7. September 2011 - 18:38 #

Was ändert sich denn für dich konkret, wenn Spiele als Kunstform allgemein anerkannt werden?

Darfst du nicht mehr in der Unterhose vor dem Bildschirm sitzen? Hm, nein, das kanns nicht sein. Kommen keine kontroversen Spiele oder stumpfe Ballern-und-Spaß-haben-Shooter mehr raus? *Film- und Literaturlandschaft anguck* Nein, das ist es auch nicht. Darfst du dich bloß noch hochgeistig mit deinem Hobby auseinandersetzen? *Film- und Literaturlandschaft nochmal anguck* Nö, auch nicht. Ist Spaß ab sofort verboten? *nochmal nachguck* Nein, auch nicht.

Erleuchte mich, großer Anonymous, welche Nachteile entstehen dir, wenn Computerspiele zur anerkannten Kunstform werden? Was ändert sich für dich? Was ändert sich an dir?

Die einzige Veränderung wäre doch, dass du dich nicht mehr zum krass-leeten missverstandenen Außenseiter stilisieren kannst. Aber wenn du das willst, hast du ganz andere Probleme als das Verhältnis der Gesellschaft zu Computerspielen...

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 18:47 #

Deshalb müssen sich also alle ändern? Bloss nicht selber entscheiden, was und wie man zocken will. Bloss nicht selber entscheiden wie man eine Zeitschrift zusammenstellt. Nööö! Wir müssen so handeln, dass wir Anerkennung bekommen!
Warum müssen wir das? Weil es keine Nachteile gäbe... lach.

"Knechtet uns lieber, aber macht uns satt."

Rand al'Thor (unregistriert) 7. September 2011 - 18:53 #

Weißt du, wenn du dich "leseunwilliger und lernresistenter Troll" genannt hättest, statt "Anonymous", hätte ich mir viele wertvolle Buchstaben sparen können. Wenn jetzt nächsten Monat ein Kind in Afrika ohne Buchstaben auskommen muss, weil ich keine mehr zum Spenden übrig hatte, bist du schuld.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 19:01 #

Au ja, werfen wir jetzt mit Beleidigungen um uns wenn wir nichts mehr zur Thematik beizutragen haben. Dann fühlen wir uns besser.
Nein bloß bitte keine Zeitschrift die versucht ihren Lesern das zu liefern, was sie lesen wollen. Denkt doch an unsere Anerkennung für die Gesellschaft! Die Leser müssen lernen etwas anderes zu wollen. Und die Zeitschriften müssen lernen etwas anderes zu schreiben, selbst wenn die Nachfrage anders aussieht - ist klar.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6252 - 7. September 2011 - 18:29 #

In einer Sache muss ich Mick widersprechen: Du sagt, Spieletests müssen informieren. Ich sage, dass seit Jahren die Redakteure den Entwicklern immer mehr nach dem Mund reden. Die kritischen Jahren sind doch lange vorbei. Als "Spieleultra" seit Anfang/Mitte der 90er habe ich - bis auf mittlerweile Gamersglobal - zwischen 2002 und 2010 kaum ein Magazin lesen können. Warum? Weil man sich bei Tests in Kleinkram verrennt. Man seziert Spiele und bewertet sie "obektiv". Welcher Depp kam jemals auf die Idee, die in den 90ern entstandenen Prozentwertungen, die schon damals eher bescheiden waren, noch mehr zu zerlegen. Ich will von Redis hören: "Der Simulationsprofi Mick empfiehlt Falcon 5.0." DAS ist für mich eine Aussage und keine: "Der Redakteur Mick Schnell gibt Falcon 5.0 87%. Davon entfallen 8/10 Punkten auf die Grafik und 7/10 Punkte auf den Sound." Wisst ihr, wie sich das anhört? Wie die Presseschau sonntags im Ersten. Und die ist weder spannend noch sonstwas, sondern trocken und für eine kleine Minderheit. ICH will nicht wie Anonymous in einem "Spieleultraghetto" leben.

Claus 28 Endgamer - - 106524 - 7. September 2011 - 18:39 #

Da hier eh schon zuviel steht mein Senf in aller Kürze

Christian Schmidts Beitrag: Gehts noch?
Mick Schnelles Kommentar: gut gebrüllt, Löwe
GamersGlobal: zuhause
Gamestar: schon lange als praktisch klinisch Tod empfunden (auch deren Internet-Auftritt)

General_Kolenga 15 Kenner - 2835 - 7. September 2011 - 18:46 #

Damit hat Mick meiner Meinung nach vollkommen Recht, aber: Die Folgerung, auf die Herr Schmidt kam, nämlich, dass Spiele mehr auf ihr Erlebnis und ihren Wert hin, als auf trockene, an sich wenig aussagende Zahlen hin getestet und bewertet werden müssen, bleibt hier unangekratzt- dabei ist das doch mMn die zentrale Aussage und mMn auch sehr wichtig und richtig!

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6252 - 7. September 2011 - 19:16 #

Das Thema ist aber auch schon uralt, siehe diverse Veteranengespräche - gibt es eigentlich bald wieder einen Podcast, vielleicht auch einen Sondercast zu dem doch interessanten Thema?

Anym 16 Übertalent - 4962 - 7. September 2011 - 18:52 #

Mal was anderes, das Photo hier musste für meinen Geschmack schon für zu viele Artikel herhalten, da wäre für die Zukunft mal wieder ein neues durchaus wünschenswert, auch wenn es mit seinem Biergartenmotiv für den Tonfall dieses speziellen Artikels zugegebenermaßen nicht ganz unpassend war.

Zzorrkk 13 Koop-Gamer - - 1546 - 7. September 2011 - 18:55 #

Hmmm - beide Beiträge lösen bei mir eher Verwunderung aus.
Der von Christian Schmidt insofern, als dass er nicht bei seiner persönlichen Vorstellung interessanter Test bleiben kann, sondern so öffentlich wie es nur geht (SPON) allen Leuten, die eben noch seine Kollegen waren, vorwirft, sie würden einen schlechten Job machen und nach einer gestrigen Herangehensweise über Spiele schreiben. Dabei nimmt er mal eben alle teils sehr unterschiedlichen journalistischen Stile in sippenhaft. Für meinen Geschmack hat das weder Stil noch sind seine Aussagen differenziert genug.
Der Beitrag von Mick Schnelle bemüht sich teils um differenzierte Antworten, kommt aber für meinen Geschmack nicht von seinem persönlich gekränkten Ton weg. Die Kränkung kann ich sogar verstehen, nur muss ich das, glaube ich, nicht als Artikel lesen.
Mehr anfangen kann ich persönlich mit dem Beitrag von Petra Fröhlich (danke für den Link), die sich einfach entscheidet sachlich zu antworten und dabei auch einige meiner Einschätzung nach richtige Argumente aufzählt.

Ich persönlich sehe es ähnlich wie Petra Fröhlich. Ich möchte über Spiele Informationen, die mir entweder erlauben das Spiel vor dem Kauf einzuschätzen oder ein Spiel vielleicht besser zu spielen. Wertungssysteme finde ich meist unsinnig, da es mir seit ich spiele auf andere Sachen ankommt. Ob ich die Atmosphäre eines Spieles so sehr mag, dass ich über Bugs oder Designmängel gerne hinwegsehe (Beispiel Vampire Bloodlines) kann mir keine Wertung sagen. Ich teile aber die Meinung von Petra Fröhlich, wenn sie sagt, es gäbe nur wenige Spiele, die wirklich Stoff für eine gehobener Art der Besprechung liefern. Selbst die Zukunftsvision eines DeusEX 3 liefert nur einzelene Momenten und Fragen, die aber deutlich niveauvoller bereits in Film und Buch aufgeworfen worden wären. Muss es auch nicht. Es ist ein sehr gutes Spiel. Und die viel beschworene humoristische Auseinandersetzung von GTA IV mit der Gesellschaft in den USA ist aus meiner Sicht reines Popcorn und nicht etwa tiefergehend.
Wer in anspruchsvoller Weise über Modern Warfare 3 oder World of Warcraft schreiben möchte, versucht, Marcel Reich Ranicki für eine Kritik des Skripts von Bad Boys II zu gewinnen. Ich glaube nicht, dass das viele interessiert...

Tatsächlich erhalte ich derzeit die besten Eindrücke über die Stunde der Kritiker: Offen subjektiv mit viel Bildmaterial - da kann ich meist gut absehen, ob mir das Spiel gefallen würde.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6468 - 8. September 2011 - 2:04 #

Stimmt. Gut zusammengefaßt.

(Und gern geschehen mit dem Link.)

Ich finde es schade, daß fast niemand in der Lage ist, das nicht alles als persönliche Angriffe aufzufassen, egal in welche Richtung. Irgendwie traurig, wenn sich Leute persönlich streiten, und so hört es sich an, die ich überwiegend für gute Journalisten halte.

Ich verstehe nach wie vor nicht, wieso sich die beiden "Gegensätze" so ausschließen sollen. Man kann doch etwas öfter in Christians Richtung gehen, ohne Micks und Jörgs und Petras "Minimalforderungen" an einen Test zu unterlassen.

Zzorrkk 13 Koop-Gamer - - 1546 - 8. September 2011 - 18:06 #

Ich habe eben mal bei Kaliban.de reingesehen und dort ufert es in den Kommentaren wirklich unschön zwischen Mick Schnelle und Gunnar Lott aus. Insgesamt ensteht bei mir nicht der Eindruck, dass es dort nur um die Sache geht.
Ich sehe es auch so, dass verschiedene Stile doch alle ihren Platz haben sollten. Zu Heavy Rain interessiert mich ein anspruchvollerer Artikel, zu Need For Speed 3027 eher nicht - da will ich Infos. Beides würde ich spielen. Ich glaube, die Diskussion ist in sowieso eher akademischer Natur und ändert gar nichts, so lange die GEE pleite geht und die Computerbild Spiele sich verkauft. Einen Report von Christian Schmidt habe ich immer gern gelesen, gute Testberichte in der Gamestar aber auch. Mittlerweile bin ich aber von Zeitschriften zu Blogs und Videotests abgewandert. Leider unterstelle ich mittlerweile vielen Magazinen zu große Abhängigkeit von EA, Activision und Ubisoft. Private sehr subjektive Meinungen die gut geschrieben sind, gefallen mir mittlerweile besser.

Homer Morisson 07 Dual-Talent - 138 - 7. September 2011 - 19:03 #

Du nennst es "Ghetto", und auch Christian lässt deutlich durchblicken, daß der Status Quo etwas wäre, das nicht repräsentabel und achtbar seie.

Das sehe ich anders.
Ich möchte gar nicht auf Gedeih und Verderb "in die Mitte der Gesellschaft". (was auch immer das genau sein soll)
Ich möchte nicht, daß mein Lieblingshobby auf Biegen und Brechen noch mainstream-iger wird, als es das ohnehin schon ist und gemacht wird.
Im Gegenteil begrüße ich es, daß wir Spieler eine eingeschworene Gemeinde sind,was sich jüngst auf der GamesCom wieder zeigte.
Ich begrüße es, daß wir Fachmagazine haben, die sich mit den harten Fakten befassen und nicht auf dem Niveau einer Bunte/Bild/Für Sie, und wie die ganzen panem et circenses-Blätter aus der "Mitte der Gesellschaft" alle heißen, den neusten Blockbuster auf Hausfrauen-Niveau abhandeln.

Genausowenig möchte ich aber, daß dieses Hobby zu etwas aufgeblasen wird, worüber sich Anzugträger auf eine Soirée bei einem Gläschen Champagner unterhalten, eben weil es gerade en vogue ist.

Vielleicht haben Du und ich, oder auch Christian und ich, auch einfach eine grundlegend andere Vorstellung von der "Mitte der Gesellschaft" - für mich ist das jedenfalls alles andere als ein erstrebenswertes Ziel.
Wenn die Fachpresse immer mehr in Richtung Mainstream und Zielgruppe "Bügelnde Hausfrau aus der Mitte der Gesellschaft" abwanderte, würde kurz oder lang die Industrie brav hinterhergedackelt kommen und die ohnehin schon zum Teil bedenklich stark ausgeprägte "Casualisierung" auch großer Serien oder Einzeltitel (aktuell etwa Dragon Age 2 als besonders unrühmliches Beispiel) würde immer weiter fortschreiten.

Insgesamt würde durch das Anbiedern an die "Mitte der Gesellschaft" vielleicht das Image der Videospiele und ihrer Fachpresse steigen; die durchschnittliche Qualität, insbesondere hinsichtlich des spielerischen Anspruchs, der Videospiele dürfte dadurch meines Erachtens aber nur noch weiter verwässert werden, um die dann exponentiell vergrößerte Zielgruppe auch ja nicht zu überfordern.

Besonders merkwürdig finde ich aber den auch von Mick angesprochenen Punkt... Christian war jahrelang in einer Position, in der er aktiv etwas hätte ändern können an besagtem Status Quo, insbesondere was die Arbeitsbedingungen, die Ausbildungssituation und das allgemeine journalistische, wie auch schlicht sprachliche Niveau anbelangt.
Jetzt hinterher dieses "Ist alles scheiße wie es ist, ich weiß es aber besser!" wirkt einfach sehr komisch, angesichts dessen, daß er vorher jahrelang scheinbar in das gleiche Horn gestoßen hat.
Jedenfalls wirkt es nach außen so, mehr kann man ohne Kenntnisse der Redaktions-Interna natürlich nicht beurteilen.

Ich glaube, daß mit dem von Christian geforderten Weg zur "Mitte der Gesellschaft" mittel- bis langfristig vielleicht mehr Menschen Videospiele als zu Filmen gleichberechtigte Form der Freizeit-Gestaltung wahrnehmen würden, gleichzeitig aber auch die Qualität und der Anspruch der Spiele insgesamt rückläufig wäre.

So würde man vielleicht die große Nische "Videospiele" weitgehend auflösen, aber die ohnehin schon entstehende Zweiteilung zwischen sog. "Core Gamern" und den Social Games-/Party Games-Gelegenheitszockern nur noch intensivieren. Das wiederum ist ein "Kampf", den die "wahren Enthusiasten" auf lange Sicht nur verlieren könnten.
Und da frage ich mich als Mitglied dieser Enthusiasten:
Wem wäre damit gedient?

Zuletzt noch ein Gedanke:
Mit zunehmender Popularität und Akzeptanz in der "Mitte der Gesellschaft" würden unweigerlich auch neue oder schärfere Konventionen folgen, noch kritischere Fragen, was sich das Medium Spiel denn überhaupt erlauben dürfe.
Ob diese Akzeptanz es wert ist, die (künstlerischen/geschmacklichen/konzeptionellen) Freiheiten aufzugeben, die so, zumindest zum Teil, nur in einer nicht ständig präsenten Nische möglich sind, muß jeder für sich entscheiden. Ich denke nicht.

Ich denke vielmehr, daß die Akzeptanz der breiten Masse überhaupt nur dann von Bedeutung wäre, wenn sie die Spiele, Spieler und alle daran beteiligten Kräfte bedingungslos akzeptierte, und nicht erst, nachdem man sich fein und vorzeigbar gemacht hat.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6252 - 7. September 2011 - 19:20 #

Genauso ist es doch bei Filmen. Es gibt seichte Kost, Geheimtipps, Klassiker, Blockbuster & Co. Genauso bei Büchern oder Musik. Warum sollten Videospiele anders sein? Schon heute kann man z.B. bei Süddeutsche durchaus alle paar Wochen mit anderen Usern über eine Spielenews reden. Leute wie Anonymous gehören in die Sparte "Will zu einer Elite gehören, Mainstream ist zum Kotzen", die es überall gibt. Mehr Spiele heißt zwar mehr Schrott, aber auch mehr gute Titel. Wenn ich 1000 Leute kenne, kenne ich ja auch mehr Deppen, aber auch mehr richtig gute Freunde.

Jacob Klein 08 Versteher - 160 - 7. September 2011 - 19:09 #

@SonKHawk: Bei 'The Witcher' ging es wohl eher um die maßlose Unterbewertung eines Spiels, das von der RPG-Fangemeinschaft fast durchgehend deutlich positiver entgegengenommen wurde.

In meinen Augen is Herr Schmidts Kommentar nur noch erbärmlich. Lang war er, wie auch schon vom Herrn Schnelle erwähnt, in einer Position, in der er vieles hätte Verändern können - nichts ist passiert. Sein Kommentar verliert nach dem Austieg deutlich an Gewicht, den so Altklug das auch klingen mag: Hinterher kann sich jeder aus sicherer Distanz mokieren. Das einzige, das an diesem Artikel hier nicht meine Zustimmung findet, sind die abschließenden Seitenhiebe. Hier wandelt Mick Schnelle den Text stark vom Advokatenbrief für (Spiele-)Fachmagazinbegeisterte zur persönlichen Fehde. Betonen muss ich desweiteren noch, dass der Kommentar von Frau Fröhlich hier eine wichtige Ergänzung darstellt. Aus Christian Schmidts Artikel lese ich heraus, dass er wohl ein Battlefield 3 ganz frei von Wertungspunkten auf der Metaebene interpretiert sehen will, gleich einem 'Apocalypse Now' o.Ä. - das Spiele aber noch längst nicht auf diesem Niveau angekommen sind, und der Vergleich zu einem Medium wie Film oder Buch deutlich hinkt, dürfte wohl den meisten klar sein. Auch reden wir hier von seitenlangen ARTIKELN (so ein Magazin will auch gefüllt werden)! Die meisten Filmrezensionen kommen mit weniger aus, eine Interpretation ohne die Kenntnis des Lesers vom Beschriebenen ist redundant. Eine fachliche Wertungsart wie sie sich Herr Schmidt vorstellt ist mir eigentlich undenkbar, und ich hatte beim ersten Lesen seines Manifesto ernsthafte Bedenken, ob sein Geschreibsel nicht vielleicht bekifft entstanden sein könnte.

>Sie muss aufhören, Spiele als Summe einzelner Teile zu begreifen. Sie muss ihren Blick auf das Ganze richten, den Kontext kennen und Einordnung geben.
Hier Stimme ich teilweise zu. Eine Wertung á xx/100 Punkten trifft auch nicht unbedingt meinen Nerv. Aber das Spielerlebnis wird nunmal von Optik, Akustik, Gameplay und dergleichen beeinflusst, also muss man sich diese Punkte auch gesondert anschauen. Je mehr das Erlebnis hinsichtlich der einzelnen Punkte ineinander übergeht, desto besser. Das wird dann positiv vermerkt und fertig.

>Sie muss intelligenter werden, sie muss die Funktionsbeschreibung zurückschrauben zugunsten der Interpretation. Sie muss ihre funktionalen Urteile über Spiele ergänzen durch ökonomische, politische, ethische, künstlerische und gesellschaftliche Urteile.
Bullshit. Nur weil ein Deus Ex mal etwas gesellschaftskritische Elemente enthält, kann man noch lang keinen Spielejournalismus darauf aufbauen. Da möchte ich erstmal das letzte Moorhuhn im Sozialkritischen Kontext analysiert sehen...

>Sie muss Plattformdenken ablegen und das Medium Spiel in all seinen Ausprägungen ernst nehmen.
Auch Bullshit. Eine Unterteilung macht mMn. immernoch Sinn, die meisten Zocker halten an ihrer Plattform fest. Aber auch die, die das nicht tun, sind ausreichend versorgt. Ob die GameStar an Niveau gewinnt, wenn beim Test für 'Doodle Dump' für's iPhone über die ethnischen Konsequenzen siniert wird? Ich wage es fast zu bezweifeln.

>Sie muss neue Erzählweisen finden; sie muss Geschichten über Spiele erzählen, nicht nur Geschichten aus Spielen.
Ist in meinen Augen nur ein journalistisches Stilmittel, das ich so auch schon desöfteren in Tests oder Rückblicken gesehen habe. Würde nichts revolutionieren und nach dem zwanzigsten Test auch nur noch abgedroschen wirken, wenn nicht gar tierisch auf den Sack gehen.

>Sie muss neue Themen aufspüren und journalistisch arbeiten, sie muss Geschehnisse hinterfragen, recherchieren und eigene Gedanken entwickeln. Sie muss sich als Kontrollinstanz für ihre Branche verstehen, nicht als Erfüllungsgehilfe der Industrie.
Läuft in meinen Augen bereits vielerorts so. Ist eben davon abhängig, zu welchem Magazin man greift. GameStar hat übrigens immer deutlich konstatiert, nicht für die Entwicklerbranche, sondern mehr oder minder parrallel zu ihr zu arbeiten, und so den oft kritischen Ton (gerechtfertigt) begründet. Genau davon hat das Magazin seit Jörg Langers Abgang übrigens viel verloren...

>Sie muss, kurzum, der Bedeutung des Mediums Videospiel Rechnung tragen. Dazu gehört, das engagierte Laientum, mit dem sie kokettiert, abzulegen und sich endlich zu professionalisieren.
Dazu muss, denke ich, nicht viel gesagt werden. So war es früher, genügend Redakteure die ihr vernünftiges (tarifliches!) Gehalt bekommen, gibt es immernoch. Dass der durchschnittliche PC-User viel im Netz unterwegs ist, und dort einen (kostenlosen!) Zugriff auf deutlich aktuellere Quellen hat, ist leider im Bezug zum Printmedium nicht zu ändern und der Hauptgrund für den Rückgang von CBS, GS und PCG. Am Modell der Unterbezahlten Semiprofessionellen, das eingeführt wurde, um konkurrenzfähig zu bleiben, hat sich C. Schmidt selbst beteiligt und ich kann persönlich nur sagen, dass ich sehr froh wäre, Titel vorm Erscheinen Spielen zu können und für meine Artikel den ein oder anderen Hunderter abstauben zu können. Wir reden hier dann ja nicht von einem Vollzeitjob, und es wäre immernoch einer dieser Glücksfälle, bei dem man sein Hobby zum Beruf macht. Hier auf GG.de posten täglich Dutzende Menschen vernünftig recherchierte Beiträge für Lau!

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 19:16 #

Herr Schnelle gehört scheinbar ebenso, wie die von Herrn Schmidt kritisierten Magazine zu einer aussterbenden Art und will dies nicht wahr haben. Daher verteigt er natürlich "sein" Element, in dem er sich sicher aufgehoben fühlt. Verständlich.

Herr Schmidt ist seit knapp 10 Jahren bei Deutschlands größtem PC Spielemagazin, Herr Schnelle ist dort seit wievielen Jahren nicht mehr? Wieso hat der eine es vom Redakteur zum stellvertretenden Chefredakteur gebracht, während der andere sich durch freie Mitarbeit von kleineren Online-Magazinen und dem Ruf des "GEstern" über Wasser hält?

Alleine die Vorstellung "ein noch alt gedienterer Spieletester" disqualifiziert Schnelle dann doch, bevor der Artikel eines verbitterten Reliktes überhaupt los geht.

Schmitt hat angeregt zur Diskussion und das ist ihm offenbar vor allem bei denen gelungen, die nun mit fadenscheinigen Kommentaren ihr altes Revier verteidigen wollen, statt eben jene Steilvorlage von Schmitt einfach mal zu verwandeln! Ich denke auch ein Jörg Langer liest hier sehr wohl mit und tut gut daran sein Baby GG auf modernen Kurs zu steuern. Nicht ruckartig, aber doch zumindest mit den Zeichen der Zeit.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6252 - 7. September 2011 - 19:22 #

Zu Mick: Als freier Redakteur zu arbeiten ist nicht verwerflicher als angestellt zu sein. Der Punkt ist Quatsch.

Zu GG: Durch das Mitmach- und reine Onlinekonzept ist die Seite schon recht modern, natürlich weiß ich nichts über die Kosten des Ganzen.

Claus 28 Endgamer - - 106524 - 7. September 2011 - 19:40 #

Sehr tapfer, so einen halbgaren Unsinn

"Herr Schmidt ist seit knapp 10 Jahren bei Deutschlands größtem PC Spielemagazin, Herr Schnelle ist dort seit wievielen Jahren nicht mehr? Wieso hat der eine es vom Redakteur zum stellvertretenden Chefredakteur gebracht, während der andere sich durch freie Mitarbeit von kleineren Online-Magazinen und dem Ruf des "GEstern" über Wasser hält?

unter "Anonymous" zu veröffentlichen.

Herr Schmidt hat es zum stellvertretenden Chefredakteur gebracht, nur um dann von heute auf morgen, kaum dass er die alte Wirkungsstätte verlassen hatte, ein "alles Mist" auf SpOn zu veröffentlichen.

Warum ist das bitte besser als Herrn Schnelles Ansatz, dass gleiche intern zu machen, während er noch bei Gamestar in Amt und Würden war?
So wie ich das sehe (da gibt es ja auf kaliban.de eine schöne Randnotiz zum Thema), dürfte das doch eben einer der Gründe gewesen sein, warum in welcher Art auch immer die festangestellte Redaktionskarriere bei Gamestar beendet wurde.

Frage: was ist denn nun besser? Veränderungen intern vorantreiben und dafür notfalls auch den Hut zu nehmen oder 10 Jahre aussitzen oder zur Seite sehen und dann nachzukarten, wenn man den Laden verlassen hat?

Bei allem Respekt vor Herrn Schmidt: das die Gamestar Leser verloren hat, muss er sich auch selber an die Backe schmieren lassen.

Ich bin jedenfalls vor Jahren bereits aus dem Kreis der Käufer ausgeschieden, weil es a) so gut wie keine Spieletests mehr gab und b) weil mich die arrogante Art einiger Redakteure (hallo Herr Graf) so geärgert hatte, dass ich mir gedacht habe, warum soll ich auch noch Geld dafür zahlen, dass ich mich ärgere?

Ich will nicht nur Testberichte (Internet hin oder her) zu den 5 Titeln lesen, die Geld für Werbung in der Bildzeitung übrig haben.

Ich will auch Testberichte zu schlechteren Programmen, zu bizarreren Titeln und zu Nischenprogrammen finden und lesen können.

Dazu will ich einen erwachsenen Ansatz.

All das finde ich hier bei GamersGLobal. Und nicht bei der Gamestar.

Das kann man mit dem Internet, mit blabla und was auch immer erklären.
Muss man aber nicht.

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 7. September 2011 - 20:30 #

"während der andere sich durch freie Mitarbeit von kleineren Online-Magazinen und dem Ruf des "GEstern" über Wasser hält"
Wie bist du denn zu dieser Erkenntnis gekommen. Wüsste nicht, dass ich mich mit meinem Broterwerb "über Wasser halte" Spieletests sind mittlerweile mein Hobby, ich verdiene mein Geld als Übersetzer, Lektor und mit Expertisen. Und das bereits seit fünf Jahren. Also bitte immer bei den Fakten bleiben. Das gilt auch für die Gründe meines Ausscheidens bei Gamestar. Da lief einfach ein Zeitvertrag aus. Ach ja, zum Chefredakteur befördert zu werden ist keine Auszeichnung,. Auf so einen Posten bewirbt man sich ganz normal.

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 7. September 2011 - 20:36 #

@Claus: Ups, sorry, mein obenstehender Kommentar gilt eigentlich dem Anonym über dir. Klarer Fall von Verklickt. :-)

Claus 28 Endgamer - - 106524 - 7. September 2011 - 20:40 #

Kein Problem.
:)

Neronomicon 10 Kommunikator - 419 - 7. September 2011 - 19:58 #

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 19:16 #
So ungefähr seh ich das auch. Zu dem Zitat "Spiele sind in der Mitte der Gesellschaft" wird von den Kritikern warsch. etwas zu dogmatisch gesehen. Es gibt da keine feste Grenze.

Vielleicht könnte man ja dadurch auch andere Werbeträger oder Sponsoren gewinnen wenn man ,, in der Mitte der Gesellschaft ist". Da wäre man vielleicht nicht mehr so auf die Werbung der Spielepublisher angewiesen? Oh, welch ein Gedanke? Herr Schnelle schon mal drüber nachgedacht? Dann könnte man auch mal wie früher wo Sie noch dabei waren mal wieder richtige Spieletests machen?^^

Genau der letzte Absatz von meinem Vorschreiber bringt es auf dem Punkt.
Über einige Dinge nachdenken und sich stetig verbessern, und keine Revierkämpfe austragen. Vielleicht war das ja das Anliegen des Herr Schmidt?
Äh nein, Reflextieren und Nachdenken is nit gutta!^^ Einige Altgediente haben eine Onlineseite aufgezogen und glauben nun auf dem Spiele "Tester"Olymp zu sein, ja Götter seid IHR!(^^)...

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 19:26 #

Ich für meinen Teil liebe klare, verständliche Tests die sich gerade auch mit den technischen Details beschäftigen. Die Einordnung eines Spiel in die abendländische Kultur allerdings nehme ich dann doch lieber selber vor, dafür brauche ich keinen Tester, der mir alles vorkaut. Deshalb lese ich auch selten Filme- und Buchkritiken, da wird mir viel zu oft vom Kritiker eine Arbeit abgenommen, die eigentlich einen Teil des Vergnügens ausmacht.

Im Übrigen stösst mir bei der Kritik des Hernn Schmidt allerdings dieser Trend sauer auf, in der Spieleindustrie alles an den "Gelegenheitsspieler" anpassen zu wollen. Dabei wird gerne vergessen, dass wer es allen Recht machen will, es am Schluss gar niemandem Recht gemacht hat. Blizzard macht auch nicht Spiele die perfekt an den "Gelegenheitsspieler" angepasst sind (SC II hat Basisbau, schlimm, ist doch viel zu wenig Action! oder wie war das?), sondern solche die sie selber gerne spielen würden. Ich finde ein Tester sollte ein ähnliches Verhältnis zu seiner Arbeit haben.

Player1 (unregistriert) 7. September 2011 - 19:39 #

Nicht ganz uninteressant ist übrigens die Erwiderung von Petra Frölich auf Spiegel Online.

"Die meisten Games sind viel zu platt für kluge Texte"

Soll eine Rechtfertigung sein. Klingt für mich aber eher wie eine persönliche Bankrotterklärung.

Wenn diese zweifelsfrei so feststehende Tatsache und ähnliche Aspekte doch nur endlich einmal Teil der Spielekritik würden und entsprechend in die Wertung einflössen, anstatt dass man sie unter dem Hinweis auf angebliche Objektivität prinzipiell ausblendet. Dann wäre schon viel gewonnen. Für viele (ganz sicher für mich) dürfte so etwas nämlich einen mindestens so hohen Stellenwert für die persönliche Spielspaßwertung haben wie die allertollste neue Grafikengine

Tiefgründig intellektuelle Metabetrachtungen ganz beiseite.

Zzorrkk 13 Koop-Gamer - - 1546 - 8. September 2011 - 18:21 #

Der Einwand gilt für meinen persönlichen Spielspaß gar nicht. Wie bereits oben geschrieben:
Deus EX 3: Super Spiel, lange drauf gewartet. Sicher bessere Charaktere und Handlung als viele andere Spiele. Nur ob es hier wirklichen Tiefgang gibt, wage ich sehr zu bezweifeln. Alles schon gesehen oder gelesen. Die ethische Frage des Spiels ist anderswo viel interessanter beleuchtet worden.
GTA IV: Gute Story, interessante Charaktere. Aber eben auch nicht mehr. Dennoch ein extrem tolles Spiel.
Forza Motorsport 3: Ich liebe dieses Spiel und wenn ich die Stunden zähle, die ich damit verbracht habe oder mir vor Augen halte, dass ich meine XBOX 360 in Wahrheit nur dafür habe, wird mir ganz anders. Dennoch zu platt für einen tiefgehenden Text.

Ich erwarte einfach etwas ganz anderes von einem Spiel, als dass es Vorlage für interessante Texte ist. So gibt es über WOW einige spannende Artikel, die sich mit der Suchtgefahr, dem Einfluss auf die Industrie und dem damit perfektionierten Eskapismus beschäftigen. Das hat aber nur sehr mittelbar mit dem guten Spieldesign zu tun, welches die Mechanik Zeiteinsatz = Spielerfolg perfektioniert. In einem Test hat soetwas gar nichts zu suchen.

Insofern halte ich es auch nicht für eine Bankrotterklärung wenn man schreibt, dass Spiele gut unterhalten können, ohne in der Mehrzahl Anlaß für thematisch anspruchvolle Artikel in Form eines Tests zu geben.

ronnymiller 12 Trollwächter - 846 - 7. September 2011 - 19:39 #

Mick Schnelle hat - wie so mancher - den Kern des Artikels offenbar nicht verstanden und fühlt sich - wie so viele Gamer - nur angegriffen. Angesichts des Ärgers um den RTL Beitrag, bekommt man ja auch wirklich fast das Gefühl, es mit Spiele Ultras zu tun zu haben. Naja.
Mich Schnelle hats offenbar schnell gelesen - sich geärgert und ziemlich unreflektiert hier kommentiert.
Des Pudels Kern ist doch: Journalistisch sind alle aktuellen Spiele Fachmagazine ziemlicher Müll. Die meisten dieser Artikel könnte ich schreiben, ohne das Spiel auch nur 5 Minuten gespielt zu haben - eine offizielle Pressemitteilung und Google reichen, um dieses Zeug zu schreiben. Inhaltlich klingt jeder Artikel ziemlich gleich - egal in welchem Heft er nun steht. Die Redakteure sind beliebig geworden. Die Kumpelei, die es zu Mick Schnelles besten Zeiten noch gab, ist längst vorbei. Austauschbare Schreiberlinge. Da hilft auch keine Journalistenschule.
Außerdem kann ich mir lebhaft vorstellen, wie Schmidt erfolglos gegen Windmühlen gekämpft hat. Wie soll man denn bessere Bezahlung organisieren, wenn der Verlag immer weiter das Budget zuzsammenstreicht. Billig, ist der neue Trend. Nicht nur bie den Zeitschriften. Auch im Radio machen Praktikanten das Programm - sogar im Fernsehen werden komplette Beiträge von Praktikanten gemacht. So siehts dann auch aus. Hauptsache billig. Qualität zählt nicht mehr. Umdenken, Neuausrichten, reflektieren was man anders machen könnte - schon gehen Altgediente auf die Barrikaden.
So kann man nix ändern, Herr Schnelle.
Das "alte" System - wird nicht mehr lange besehen. So wird es in 5 Jahren keine Spiele Fachmagazine mehr geben. Die letzten Leser werden bald, genau wie ich - herauswachsen aus der Zielgruppe. Neue Leser wird es nicht geben. Die "Ultras" finden im Internet schneller und besser ans Ziel. So werden aus 100 Tausend geschönten Lesern, bald 80 Tausend - 60 Tausend - und am Ende so wenige, das für die Verlage zu wenig Gewinn übrigbleibt. Die Einstellung ist nur eine Frage der Zeit.
Schmidt scheint seinen internen Kampf aufgegeben zu haben und ist wütend, dass niemand bereit ist, auch nur im geringsten an den Grundfesten des Spielejournalismus zu rütten. Der hat sich übrigens grundlegend geändert. Ein Grund, warum Doc Bobo schon vor Jahren keine Lust mehr verspürte, auf Spieletests.
Es geht doch längst nciht mehr um Kaufempfelung. Die Leser wissen schon vor dem Kauf, was sie im Artikel lesen wollen. Wenn es da nicht so steht, laufen sie Sturm. Es geht um Bestätigung, dass das ausgewählte Spiel tatsächlich auch allen gefällt. Die Wertung muss gut sein, weil ich es ja auch spiele. Niemand kauft mehr, weil die Gamestar schreibt: Kauft es. Das hat übrigens in Wirklichkeit noch nie wirklich funktioniert. Die Entwickler von Battlezone werden es bestätigen. Es ging für viele schon immer nur um die Bestätigung ihres eigenen Spielegeschmacks. Zumindest, seit das Internet für jedermann zugänglich ist.
Wo sind die 200 Tausend Leser hin, die Magazine wie Gamestar über die letzen Jahre verloren haben? Lesen alle nur noch im Internet. Suchen Sie dort Kaufempfehlungen?
Ich bin einer dieser 200 Tausend Leser. Vor 15 Jahren waren die Texte deutlich kürzer - und deutlich unterhaltsamer und informativer als die 15 Seiten Fanbook Ersatz, die mir da heute bunt präsentiert werden. Warum soll ich die Gamestar kaufen, wenn ich schon vorher genau weiß, wie die Artikel klingen und welche Wertung da drinsteht. Auch ohne Internet, kann ich vorhehrsagen, in welchem Bereich sich ein Deus Ex Human Revolution ÜBERALL einpendelt. Die Texte lesen sich auch alle gleich. Diablo 3 wird jeder kaufen. Trotzdem hieven es ALLE Mags regelmäßig aufs Titelblatt und "enthüllen" einen neuen Charakter, Gegner oder Bonusgegenstand. Denn die "Ultras" werden dieses Heft dann vielleicht kaufen. Obwohl sie NIX neues erfahren. Aber sie haben die BEstätigung: Diablo 3 wird geil. Warum soll ich das Heft kaufen? Erfahre ich IRGENDWAS über Dialbo 3, dass ich NICHT im Netz lesen kann oder in der letzten Pressemeldung? Irgendeine Geschichte - über die Entwicklung? Über die Menschen hinter dem Projekt? Wo sind die Emotionen? Wo ist der Artikel über die Fans? Irgendwas, wirklich interessantes - EINE GESCHICHTE! Fachmagazine erzählen keine Geschichten, wecken keine Emotionen. Die aktuellen Redakteure sind die Totengräber ihres eigenens Berufs. Jetzt ärgern sie sich noch über Christian Schmidts Artikel auf Spiegel Online - in zwei Jahren werden sie selber grübeln, was wohl falsch gelaufen sein könnte.

Claus 28 Endgamer - - 106524 - 7. September 2011 - 19:54 #

Interessant ist dabei, dass Herr Schmidt, bei all seinen Zeilen, nicht einmal ansatzweise Andeutungen dazu macht, dass die hehren Versuche, die du ihm zu Gute hälst, auch tatsächlich stattgefunden haben.

Ich für meinen Teil denke, dass sicher niemand zum stellvertretenden Chefredakteur berufen wird, der ständig seinen Chef und seine Untergebenen dazu antreibt, den Karren bitte nicht weiter wie bisher mit Karacho an die Wand zu fahren.

Für mich klingt das eher nach stromlinienförmigen Verhalten, und das befürworten des vom Chef artikulierten Zieles.

Und Abgesänge auf Spielefachjournalismus zu halten halte ich für verfrüht. Das es anders geht zeigt doch grade GamersGlobal.

Es gibt Meinungen, Hintergründe, tonnenweise Tests, kompetenten Journalismus, den Blick über den Tellerrand, von Iphone bis HighEnd PC. Und das ganze sehr erwachsen, fernab vom Bravo-Stil anderswo.

Ich sehe da eher frisches Pflänzchen wachsen.
Nicht umsonst habe ich ein ABO für GamersGLobal abgeschlossen.
Eine Ausgabe, die ich an keinem Tag des Jahres bereue.

Gäbe es eine vergleichbare Printausgabe, ja, natürlich würde ich sie kaufen. Es gibt sie aber zur Zeit nur im Netz. Und für die Qualität, die Herr Schmidt vermeintlich einfordert, zahle ich hier sehr gerne, denn hier finde ich alles, was mir Spass macht.

DELK 16 Übertalent - 5488 - 8. September 2011 - 20:13 #

Es ging in seinem Beitrag allerdings um Print-Journalismus, und dem kannst du ohne große Probleme beim Sterben zusehen. Lange wird es wohl nicht mehr dauern, wenn sich nichts ändert.

Claus 28 Endgamer - - 106524 - 9. September 2011 - 17:40 #

Ok, aber das überlappt sich doch, und ich denke nicht, dass Herr Schmidt online-Inhalte nun besser bewertet als die gedruckten Heftausgaben.
Bin mir sicher, er hätte sonst unterschieden oder anders darauf aufmerksam gemacht.
Für mich liest sich das eher wie eine Breitseite gegen alle.

Rand al'Thor (unregistriert) 7. September 2011 - 19:47 #

@ Homer

Ach du mein mein heiliger Vater, was hast du denn für eine Vorstellung von der Mitte der Gesellschaft? Darf ich mal aufzählen?

- Fußball: in der Mitte der Gesellschaft
- Kneipenabend: in der Mitte des Gesellschaft
- Filme: in der Mitte der Gesellschaft
- Literatur: in der Mitte der Gesellschaft
etc. p.p.

"Mitte der Gesellschaft" heißt nichts anderes, als das etwas nicht mit einem Stigma belegt ist und von einer großen Zahl Menschen betrieben/verfolgt wird. Nichts weiter.

Das hat nicht das geringste mit "Casual", "bügelnden Hausfrauen" oder sonstigen Buzzwords zu tun. Es ist eine Frage der Akzeptanz und der Verbreitung. Weder wird dadurch die Qualität beeinflusst, noch werden dir irgendwelche Vorschriften über deinen Umgang mit deinem gesellschaftmittigen Hobby gemacht, oder deine Peer-Group geklaut. Oder hat dir jemals irgendjemand verboten, Spaß mit nem Sommerblockbuster zu haben? Gibt es nur noch trocken verkopfte Arthausfilme? Oder dürfen Fußballfans plötzlich kein Zusammengehörigkeitsgefühl mehr haben, weil Fußball dummerweise Volkssport ist?

Wir müssen an den Spielen selbst gar nichts ändern, nur an unserer beschränkten Betrachtungsweise. Behandeln und besprechen wir sie wie Kunst, wird sich diese Einschätzung auch in der Gesellschaft durchsetzen. Wie ich oben schonmal geschrieben habe, für dich als Spieler ändert sich gar nichts, Film/Literatur/Musik haben sich auch nicht verändert, nur weil sie zur Kunstform geworden sind. Es gibt immer noch die alte Bandbreite von simpler, unprätentiöser Unterhaltung bis zu hochgeistigen Werken. Musik ist nicht zur Intellektuellen-Veranstaltung "verkommen", du kannst auch immer noch zum Punk-Konzert gehen, dich mit Dosenbier wegknüppeln und vom Sänger anrotzen lassen.

Bei Spielen ist das nicht anders, du gewinnst nur etwas hinzu, nämlich die verbesserte Außenwahrnehmung und die allgemein tiefgründigere Beschäftigung mit deinem Hobby. Wenn du letzteres nicht willst, zwingt dich keiner dazu, so wie dich auch keiner zwingt, den neuesten Dogma-Film gut finden zu müssen. Auch werden Casual-Games anspruchsvolle Nischentitel niemals verdrängen. Im Gegenteil, je mehr sich der Spielemarkt öffnet, desto größer wird die Zahl der potentiellen Spieler und mit ihr auch die Zahl der Core-Gamer, mithin also die Zahl derer, die Nischentitel auch finanziell für Publisher attraktiver machen.

Schau dir doch Hollywood an. Haben die platten Streifen für die tumbe "Casual"-Masse alles andere verdrängt? Nein, im Gegenteil. Es bildete sich eine lebendige, wagemutige und innovative Independent-Szene (ganz ähnlich der aktuellen Entwicklung bei den Spielen). Heute besitzt jedes große Studio ein "Independent"-Label (Disney -> Miramax, NBC -> Focus Features, etc.), weil erkannt wurde, dass sich angesichts der großen Gesamtzahl potentieller Kunden auch mit Nischenwerken gutes Geld verdienen lässt. Bei allem Fokus auf einfache Massenunterhaltung ist die Bandbreite für alle Geschmäcker heute größer denn je. Die Entwicklung in der Spielbranche wird nicht anders ablaufen.

Das gleiche gilt für die von dir befürchteten Restriktionen. Was dürfen Spiele denn heute, was Filme nicht dürfen? Alles was Spiele dürfen, dürfen Filme auch, umgekehrt sieht das dagegen ganz anders aus. Man muss nur das Stichwort Hakenkreuz erwähnen, das in jedem Unterhaltungsstreifen selbstveständlich gezeigt werden darf, in Spielen dagegen quasi unweigerlich zur Beschlagnahme führt. Auch hier gilt: Was Kunst ist, darf viel mehr als bloße Unterhaltung. Die Spiele können von diesem Status nur profitieren.

Deine Kritik am Zeitpunkt von Christians Artikel und seiner langjährigen Untätigkeit ist richtig. Ich habe ihn deswegen ja auch schon zu seiner GS-Zeit kritisiert. Aber das ändert doch nichts ander Stichhaltigkeit seiner Aussagen.

Ich kann also weder diese irrationale Angst vor der inhärenten Wertigkeit des Hobby nachvollziehen, noch warum sich Christian in der Sache als Verräter und Nestbeschmutzer beschimpfen lassen muss...

Claus 28 Endgamer - - 106524 - 7. September 2011 - 19:57 #

Verräter und Nestbeschmutzer-Beschimpfungen sind doch eher bösartige Unterstellungen. Darum geht es bei der Kritik an Herrn Schmidts Meinung doch überhaupt nicht. Zumindestens nicht in dem offenen Brief von Mick Schnelle.

xPhil (unregistriert) 7. September 2011 - 20:24 #

Den Vergleich mit einem Automagazin finde ich nicht sehr zutreffend. Ein Auto hat viel klarer definierte technische Merkmale, die einfach zu erfassen und bewertbar sind. Bei Spielen wirken Systeme wie zB das aktuelle Werungssystem von Gamestar in meinen Augen völlig aufgesetzt.

Deswegen gebe ich nicht mehr viel auf die Prozentzahl der Spielewertungen und finde es gut, wenn sie nicht bis auf die 1-Prozentschritte gehen (das ist mehr als die "Messgenauigkeit" beim Testen hergeben kann und somit ansich Augenwischerei). Viel mehr Wert lege ich auf die Meinungen/Fazits der Spieleredakteure. Mit der Zeit lernt man deren Ansichten über Spiele zu den eigenen in Relation zu setzen und somit anhand dessen einzuschätzen, ob einem das Spiel gefallen könnte, oder nicht.

Gerade bei Mick Schnelle hatte ich eigentlich oft das Gefühl, dass seine Tests stark von seiner eigenen Meinung geprägt sind und das Spiel nicht nur durch ein Raster gepresst wurde. Dabei gab es einige Wertungen, die ich ziemlich kontrovers fand, die am meisten von meinem Eindruck abwiechen. Aber das finde ich nicht schlimm, siehe ein Absatz weiter oben.

Mir sind Tests lieber, die ihre subjektiven Anteile nicht verbergen, als die die so tun, als ob sie 100% objektiv wären. Das sind sie nie und das müssen sie auch nicht. Wichtig ist, ein gutes Bild/Gefühl für das Spiel zu bekommen und die wesentlichen Vor- und Nachteile, die (bei dem einen mehr und dem anderen weniger) den Spielspaß beeinflussen können. Dann ist es natürlich vorteilhaft, wenn mindestens zwei Redakteure ihre Meinung zum Spiel wiedergeben.

Ich stimme nicht mit allem überein, was Christian Schmidt in seinem Beitrag geschrieben hat. Aber ich finde er hat einige Denkanstöße gegeben und die rege Teilnahme hier zeigt auch, dass er einen Punkt getroffen hat, bei dem Diskussionsbedarf besteht.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 21:05 #

Keine Ahnung, ob hier unten noch jemand liest, aber ich hätte da noch zwei Sachen in den Raum zu werfen:

1) Schmidt scheint ja _DXHR_ gefallen zu haben. Ich würde allerdings gerne mal sein Gesicht sehen, wenn man ihm mitteilt, dass gerade DXHR nun ein Beispiel dafür ist, wie der Community, den Hardcorefans, also denen, die seiner Meinung nach keinen Einfluss haben sollten, jeder Wunsch geradezu von den Augen abgelesen wurde! Ich weiß das, denn ich war schon vor fast 4 Jahren im Forum von Eidos Montréal. Jahrelang wurde die Community dort absolut top behandelt und vor allem auch letztlich im Spiel berücksichtigt. Schmidt jedoch darf im Grunde DXHR nur schlecht finden, weil es genau so entstanden ist, wie er es nicht haben will.

2) Da er sich als einsamer Kämpfer inszeniert, würde ich eine _Gesprächsrunde_ vorschlagen: Er allein gegen sagen wir fünf altmodische, verknöcherte Spielejournalisten. Namen wie Langer und Schnelle kommen mir da sofort in den Sinn. ;) Das ganze sollte natürlich gefilmt und dann im Netz veröffentlicht werden. Danach sollten dann keine Fragen mehr offen sein. Allerdings denke ich kaum, dass er das mitmachen wird, denn das wäre ja irgendwie doch wieder Fachjournalismus und für ihn als einzigen Intellektuellen zu miefig. So wäre zumindest die Begründung nach außen, in Wirklichkeit wäre die argumentative Ausgangslage schlicht sehr ungünstig für ihn.

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 7. September 2011 - 21:45 #

au ja, und dann bewerfen wir uns mit Puddingtorten. Das könnte echt witzig werden... Mal fragen, ob Toni das aufnimmt

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 21:56 #

Ähm... ich dachte eigentlich mehr an einen Austausch von Argumenten, nicht Flugobjekten...

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 21:10 #

Wie hier die Helden meiner Kindheit ruiniert werden. Jörg Langer war ein Drücker?? Mick Schnelle schmeisst mit Beleidigungen um sich? WTF? Das waren doch alle Freunde die gemeinsam PC-Spiele gespielt haben. :-(

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 21:11 #

"Unsere Leser, das sind die Menschen, über die sich der bereits "in der Mitte der Gesellschaft angekommene" Sender RTL lustig macht. Das sind die Leute, die stundenlang abwarten, um auf der Gamescom Diablo 3 für ein paar Minuten spielen zu können."

- Mick Schnelle in diesem Meinungsartikel

"welche besondere Stimmung? Das Warten rein zu kommen? Die etlichen Fehler? Das Rucken wegen mangelnder Serverkapazitäten? Auf diese besondere Stimmung kann ich gern verzichten. Ich stell mich ja auch nicht auf die Gamescon in die "Ab hier vier Stunden Wartezeit"-Schlange..."

- Mick Schnelle im Kommentarbereich von GG zum Thema swtor limitierter Start

Ist das dieselbe Person?

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 7. September 2011 - 21:43 #

Ja, ein und derselbe. Das eine beschreibt die Leser, das andere, was ich selbst tun würde. Dass ich diesen Menschenschlag gern mag hat doch nichts damit zu tun, ob ich mich selber irgendwo vier Stunden anstellen würde.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 22:08 #

Ach und die von ihnen sogenannten "First-Day-Deppen", welche zum Start eines MMO dabei sein wollen, sind dann in ihren Augen auch so ein liebenswürdiger Menschenschlag, den sie plötzlich gegen die vermeindlich bösen Angriffe auf Hardcorespielefans durch Christian Schmidt plötzlich wieder so edel in Schutz nehmen?

Und sind nach einem weiteren Kommentar von ihnen in der gleichen Kommentarspalte nicht Leute selbst schuld, die sich Spiele zum Vollpreis bei release kaufen? In obigem Meinungsartikel geht von ihnen aber der Oberlehrerhinweis an Christian Schmidt, wie teuer doch Spiele zum release seien, was dieser wohl schon vergessen habe.

Danke, aber auf derart selbstgefällige Inschutznahme kann ich verzichten. Dass es derlei von ihnen nicht braucht, hat der RTL-Gamescom Bericht ohnehin gezeigt - haben sich die Gamer doch recht effektiv allein zur Wehr gesetzt.

Der mit dem Gnu im Schuh (unregistriert) 7. September 2011 - 21:38 #

Ich bewahre mich vor Fehlkäufen, indem ich z.B. Amazon-Reviews lese oder "Let's play"-Videos schaue. Wichtig hier bei ist, dass sie nicht von "Profi-Testern" (oder Marketing-Profis) erstellt sind.

Profitester erinnern mich an vollgefressen Maden, bei denen nur noch der Kick zählt, der einen Titel von einem andern unterscheidet.

Wenn ich die Zeit hätte, alle aktuellen Titel zu spielen, sind die Meinungen von "Profi-testern" daher sicherlich hilfreich - aber dann bräuchte ich keine Tests, weil ich mir den Titel sowieso kaufe.

Für mich müste sich der Spieljournalismus schon mächtig neu erfinden, bis ich je wieder Geld für ein Produkt dieser Branche ausgebe.

Sie, Herr Schnelle, jedoch sind für mich wie eine Art Margot Honecker, die immer noch den real existierenden Sozialismus preist, auch wenn dieser längst untergegangen ist.

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 7. September 2011 - 21:41 #

Lieber Gnu, könnten Sie mich denn nicht wenigstens mit Fidel Castro oder wem anderes Cooles vergleichen? Also Margot Honecker ist echt schon heftig... oder ist Marketingprofi schlimmer?

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2011 - 21:54 #

Du findest Castro cool? Weiß nicht, ob das jetzt so schlau war, von wegen gelenkter Presse und so... ;)

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 5406 - 8. September 2011 - 9:11 #

Aber cool ist er trotzdem. Der einzige Diktator, der auch im Jogginganzug noch an der Macht ist...

Neronomicon 10 Kommunikator - 419 - 7. September 2011 - 21:58 #

Wie war das noch? Wer zu spät kommt den bestraft das Leben.

Navel 09 Triple-Talent - 342 - 7. September 2011 - 22:01 #

Ich finde Christian Schmidt hat recht,ich habe die Gamestar Jahrelang abonniert,und das nicht um am ende die 85% zu bejubeln und mir das Spiel zu kaufen,hauptgrund sind und waren immer die Redakteure die wie ich finde immer sehr witzig waren (vorallem die Videos). Wenn ich Infos zu Spielen brauche schaue ich mich im Internet um, dort kann ich viele verschiedene Meinungen einholen. Viele Redakteure sind aber zu steif geworden,schauen sich an wie toll die grafik ist,wieviele Waffen drinsind,wieviele Bugs drin sind und bewerten das dann auf % Basis. Wasn das fürn Schwachsinn ? am Ende nteressiert mich ob das Spiel Spass macht, nicht obs 1 % besser is als das Spiel "xy".

Etomi 15 Kenner - P - 3833 - 7. September 2011 - 22:18 #

Nach Deinem offenen Brief bin ich zumindest darin bestärkt den Artikel auf SPON nicht zu lesen. Dazu hatte ich schon nach der Überschrift keine Lust mehr. Ja, Computerspiele kommen evtl in der Mitte der Gesellschaft an. Aber warum ist das denn so? Weil die Computerspieler aus den 80igern jetzt Mitte 30 sind und die Mitte der Gesellschaft bilden.

hoschi 13 Koop-Gamer - 1461 - 7. September 2011 - 22:34 #

so ziemlich jeder der in den 80ern groß geworden ist hat, der eine mehr- der andere weniger, mit spielen zu tun gehabt. und sei es nur mario auf dem super nintendo gewesen. Alle dieses Leute spielen heute wohl auch noch - und diese Leute "übernehmen" gerade die Gesellschaft. Daher sind Spiele schon längst angekommen in der Gesellschaft. Genau deswegen braucht es das was Herr Schmid fordert schon mal nicht!

Zzorrkk 13 Koop-Gamer - - 1546 - 8. September 2011 - 18:33 #

Also um über den Artikel zu urteilen bzw. hier mitzudiskutieren würde ich ihn ja lesen...

McSpain Community-Moderator - 26455 - 7. September 2011 - 22:22 #

Seit ihr immernoch nicht müde?? Linksgamer und allen anderen empfehle ich nen Entspannungstee und ne Runde schlaf. :)

mrekim 10 Kommunikator - 439 - 7. September 2011 - 23:07 #

Als ehemaliger Gamestar Leser der ersten Stunde, finde ich es mindestens nostalgisch wenn nicht sogar befremdlich, dass ich traurig werde, wenn ich an meine Teenie-Zeit damals denke.
Ich war genau einer dieser "Ultras" - mit allem was dazu gehört.
Heute spiele ich noch genauso gerne Videospiele, mit dem Unterschied, dass ich seit bestimmt 4 Jahren keine entsprechende Zeitschrift mehr konsumiert habe.

Der Grund dafür liegt natürlich zum einen am Internet:

Heutzutage sind viele Testberichte in Zeitschriften nur eine Zusammenfassung der sowieso bekannten Fakten. Selten wird einem erzählt was das Spiel wirklich kann.
Früher war das nicht unbedingt anders (mal abgesehen davon, dass die Aufbereitung damals auch besser war), nur gab es da kaum Informationen im Internet zu unserem liebsten Hobby.
Und genau in diesem Punkt muss ich Christian zustimmen. Ich möchte wissen was der Spieler beim spielen fühlt.

Andererseits sehe ich ebenfalls die Notwendigkeit bei einem Test objektiv die nackten Fakten auf Tisch geknallt zu bekommen.

Dass die Printmedien etwas tun müssen liegt klar auf der Hand und ihren großen Vorteil, nämlich dass man sie gemütlich auf dem Sofa lesen kann, kann die Redundanz der Informationen die sie bieten nicht kompensieren.

Vielleicht sollte man weniger Versuchen so viel wie möglich in einer Ausgabe unterzubringen, sondern das, worüber man berichtet, mehrwertstauglich zu gestalten. Wie genau das Aussehen soll, weiß ich leider nicht. :P

RobertM 10 Kommunikator - 410 - 7. September 2011 - 23:17 #

Ich habe die Gamestar abbestellt, nachdem auf der Website der Gamestar mehrere Artikel mit der Überschrift "Krieg ist toll" veröffentlicht wurden, weil der Hauptcharakter eines Spiels Krieg heißt. Bevor ich mich dazu durchrang abzubestellen, wies ich den Herren- und Damenschaften der Gamestar nach, dass sie nicht in einem politischen Vakuum veröffentlichen. Woraufhin sich der Herr Siegesmund siegessicher über seinen eigenen "gelungenen" Wortwitz äußerte und mir sowohl Unverständnis gegenüber Ironie als auch Humorlosigkeit vorwarf. Diese von ihm aufgezeigte Ironie war nicht zu erkennen, insbesondere wenn die kriegstreibenden, propagandistischen Demokratie-durch-Krieg-Medien seit dem 11. September vor zehn Jahren auf einen einhämmern. Das Problem in meiner Beschreibung ist eins der Kernthemen, die Christian in seinem Brief anspricht: Die Ignoranz gegenüber dem gesellschaftlichen Kontext der Spiele. Daraus resultiert, dass Spieleredakteure sich in eine Detailwelt verlieren, die irgendwie neutral erscheinen soll... Damit machen sich die Spieletester und ihre Verlage zu Handlangern eines Mainstreams und gehen darin unter, statt eigene Standpunkte einzunehmen. Das stärkt dann auch die Behauptung vieler Vogel Straußen, ihr "Hobby" hätte keine politischen Auswirkungen, was völliger Unsinn ist. Aber es sind dann eben diese rückradlosen Typen, die als Zielgruppe bleiben.
Mich hat diese Ignoranz verschreckt. Die kurze Diskussion zwischen Fabian und meiner Wenigkeit wurde dann auch außerordentlich schnell ins Archiv verschoben und meine Zugriffrechte auf das GS Forum sind irgendwie verschwunden. Mir dieses neoliberale Geplänkel von irgendwelchen unerfahren, die Welt ignorieren wollenden PR-Transistoren da weiter reinzuziehen, hat auch seinen Reiz verloren. Bitte, dann sind die Ignoranten unter sich und teilen sich gemeinsam die Hölle, die sie sich schaffen. Und hier scheint ja gerade das blühende Leben stattzufinden, wo ein gesellschaftlicher Disput mit Spielebezug nicht abgewürgt wird, weil er unbequem sein könnte.

Wargod 11 Forenversteher - 779 - 7. September 2011 - 23:28 #

Danke, Mick!

hoschi 13 Koop-Gamer - 1461 - 7. September 2011 - 23:49 #

Ich finde das Thema wird hier viel zu sehr schwarz/weiss gesehen. Als ob es nur entweder das eine, oder das andere geben kann.
Ein Test der nur auf der Metaebene und vollgepackt mit bedeutungsschwangeren Geschwurbel stattfindet ist genauso nichts, wie ein Test der nichts anderes macht als nur die reinen Fakten zu bringen und das Spiel in seine einzelnen Funktionen auftzteilen. Die perfekte Mischung machts! Und das gibt es leider viel zu selten.

Zudem muss man noch Unterscheiden ob der Spieletest für ein Magazin ist oder ob er frei im Internet erscheint. Ein Test auf GG oder sonstwo kann es sich erlauben oldschool zu sein bzw muss es in gewisser Hinsicht auch. Aber gerade ein Test in einem Spielemagazin muss sich heutzutage unterscheiden, sonst haben Spielehefte langsam keine Bedeutung mehr. In der Hinsicht gebe ich Herrn Schmid recht. Da muss sich was tun. Aber wenn das bedeutet, dass Spieletests in Magazinen nur noch auf einer merkwürdigen Metaebene stattfinden und das sezieren der einzelnen Komponenten außer Acht gelassen wird, dann bringt das die Branche auch nicht weiter. Die Käufer solcher Hefte wollen nämlich beides und nicht nur philosophisches Getexte für Jedermann, wie Herr Schmid sich das wünscht.
Wie gesagt, wenn beides gekonnt umgesetzt wird, dann wäre das für viele wieder ein Grund ein Heft zu kaufen.

Zu guter letzt muss man aber noch einen weiteren Grund für die Misere der Hefte nennen: Die Spiele! Das x-te Call of was weiss ich oder sonstige innovationslose Mainstream Titel mit Nr 10 im Titel zu testen ist keine dankbare Aufgabe. Und für den ein oder anderen Nischentitel, wo manch ein Redakteur seine jounralistische Fähigkeit zeigen könnte, ist oft kein Platz mehr im Heft - was wiederum für GG und Co kein Problem darstellt.

Anonymous (unregistriert) 7. September 2011 - 23:39 #

Oh weia. mal wieder jemand, der seinen Beruf wichtig reden will.
Das es Spieletests überhaupt noch gibt... Mein Beileid auf jeden Fall an alle, die tatsächlich ein Spiel erst oder nur kaufen, wenn es denn irgendeine sinnlose Wertung (oder Review) irgendeines Heftes erhalten hat.

Kopa 12 Trollwächter - 837 - 8. September 2011 - 0:11 #

Ich freue mich schon auf den nächsten Veteranen-podcast, schätze das Thema findet da auch noch mal für 10 Sekunden Anklang :D

Da jeder ein Recht auf seine eigene Meinung hat kann man hier kaum sagen das jemand komplett richtig oder falsch liegt. Spiele können eben Kunstwerke sein, genau wie PKW, wenn wir den Vergleich noch mal anstellen wollen. Aber Kunst erkennt man eben am besten dann wenn man auch als Kontrast ein ähnliches Produkt sieht was keine Emotionen transportiert.
Und eben genau wie in jedem anderen Bereich möchten auch diese Spiele ohne künstlerischen Anspruch getestet werden. Ich kann mir nur eben nicht vorstellen das es besonders viele Redakteure gibt die über emotionslose, langweilige und teilweise auch noch schlecht programmierte Spiele tolle Geschichten erzählen können oder wollen.

UT1987 09 Triple-Talent - 346 - 8. September 2011 - 1:17 #

Vielen dank Mick :-)

Vault Boy 07 Dual-Talent - 121 - 8. September 2011 - 7:07 #

Ich vermisse eine Instanz, die die Wogen glättet, ordnet und rekapituliert. Ach ja, genau. Wann kommt eigentlich dieser Spieleveteranen Podcast? ;-)

Drugh 15 Kenner - P - 2728 - 8. September 2011 - 7:34 #

Gewisser Ehrenbonus für langjähriges Simulationsexpertentum, aber ich finde die Antwort von Mick grantelig. CS Spiegelkolumne erscheint mir letztendlich als Verzweiflungstat. Lautes beten um bessere Zustände.

Spieleindustrie ist kaum anders als vor 10 Jahre, nur kommerzieller geworden. Ultima-Fortsetzungen gab es genauso früher wie heute Fifa JJJJ oder Diablo 1, 2, 3, 4....

Spielemagazine hatten ihre - medienbedingte - Hochzeit. Das Internet hat diese Spielwiese zerstört. Ja, zerstört. Die "Geiz ist geil" und "umsonst" Kultur der Neuzeit beisst sich mit dem Konzept von damals: Print + Journalismus + Werbung = Erfolg.

Jörg Langer, Chapeau. Zweimal das Medium revolutioniert. Einmal im deutschen Print (GS), einmal online (hier). Das muss man erst mal schaffen.

Das Hobby wandelt sich, die Leser damit. GS Abonnent seit 1997. Lese ich immer noch gerne mal abends im Bett oder Sonntag morgens am Frühstückstisch, ist quasi der IPad-lose Onlineersatz. Hier und da gibt's mal was exklusives, wenn die Spieleindustrie gnädig ist.

Insofern, allesamt weiter so, das vom Markt gewünschte Konzept wird sich durchsetzen. Deswegen gibts im Fernsehen auch High End und Low end. Weil beides seine Zielgruppe findet. Genauso brauchen wir alle Arten von Journalisten. Hochgeistig und Schraubenzähler. Warum? Weil die Leserschaft auch so gemischt ist.

Cheers.

@Roland Austinat: Habe vor dem Kauf meines neuen Wagens (online) Magazine gewälzt und ADAC Tests (schraubengenau) gelesen. ;-)

Rubio The Cruel 12 Trollwächter - 1078 - 8. September 2011 - 9:30 #

herr schnelle zeigt die klassischen defensivmechanismen...

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3197 - 8. September 2011 - 9:34 #

Zum Artikel von Christian Schmidt:

Kurz gesagt: Tests wären zu sehr auf Hardcore-Zocker ausgelegt.
Seine Meinung zeigt, wie traurig sich das Hobby für Hardcorezocker entwickelt hat.

Aber die sinkenden Auflagen darauf zu schieben, ist zu einfach. Warum haben sich denn die Zocker in Scharen von der GS abgewendet?

Hypes mit x mal mehr Umfang als Tests, Fixierung auf massentaugliche A++ Titel, während interessante Hardcore-Titel sich mit einer halben Seite „Test“ begnügen mussten. „Kein Platz“ für längere Tests als Ausrede, gleichzeitig aber riesige Screenshots eines kommenden Blockbusters abdrucken. Von schlecht recherchierten Tests und „übersehenen“ Bugs fange ich erst gar nicht an, dafür gab es in der nächsten Ausgabe dann ja die exklusive(!) Einladung nur für GS.

So viel zum Thema „Zu sehr für Hardcore-Zocker geschrieben“. Eher hat der Spagat zwischen Massenmarkt und Zockern nicht geklappt.

Persönlich habe ich mich von der GS wegen ihrer pro DRM-Haltung abgewendet. Als dann im Forum ein Redakteur schrieb, die GS würde sich nicht als Anwalt der Spieler verstehen, war das Fass voll. Ich zahle nicht für eine Zeitschrift, die gegen die Interessen ihrer Kunden arbeitet.

DerBonk (unregistriert) 8. September 2011 - 9:47 #

Ich will hier nur ganz kurz etwas einwerfen: Meiner Meinung nach hinkt gerade der Autovergleich. Beziehungsweise er zeigt ein ähnliches Problem. Auch (und gerade) Autos lassen sich nicht auf Zahlen und Daten reduzieren. Auch hier sind Tests die subjektiv aufgezogen sind, für mein Empfinden, besser. Als kleines Beispiel würde ich hier Top Gear nennen, wohl das erfolgreichste Autoformat überhaupt. So wie ich deren Tests empfinde geht es hier gerade nicht um PS, Hubraum, Torque oder Kofferraumgößen. Sicher, oft werden diese Themen angeschnitten, aber wenn es um eine Wertung geht, kommt das Gefühl ins Spiel. Besonders die Cool-Wall sei hier erwähnt. Wenn man ein wirklich rein technisches Gerät also auch so besprechen kann, warum nicht auch Spiele? Ohn jetzt sagen zu wollen dass es nur diesen einen Ansatz geben kann oder nur eine richtig ist. Was Christian Schmidt sich wünscht, wünsche ich mir nur halt auch. Seine Schlussfolgerung, alles andere sei Mist teile ich, aber halt nur ich persönlich. Heißt ja nicht, dass ich deswegen der deutschen Spielepresse ihre Existenzberechtigung abspreche.

Anonymous (unregistriert) 8. September 2011 - 10:09 #

"Insofern, allesamt weiter so, das vom Markt gewünschte Konzept wird sich durchsetzen. Deswegen gibts im Fernsehen auch High End und Low end. Weil beides seine Zielgruppe findet. Genauso brauchen wir alle Arten von Journalisten. Hochgeistig und Schraubenzähler. Warum? Weil die Leserschaft auch so gemischt ist"

ich kann mich dem nur anschließen: die Vielfalt macht es!Öffentlich ausgetragener Dissens zwischen ehemaligen Kollegen, die nach meiner Meinung in Ihrem Zusammenspiel bei GS das beste hervorgebracht haben, was der deutsche Spielejournalismus je erreicht hat, finde ich sehr schade. Ich habe die GS und gerade die ergänzenden Kommentare von Jörg, Mick (das Handbuch ist wieder mal zu klein;-)) und Christian immer sehr gerne gelesen und fand gerade die unterschiedliche Betrachtung der drei immer sehr bereichernd. Auch wenn etwaige Besprechungen durch Diskussionen sich verlängern könnten, fehlt mir ein Journalist nach Art des Christian Schmidt hier noch bei GG! Das würde dem wichtigen Grundgerüst des Arbeitsjournalismus(so ähnlich hatte Jörg das genannt), eine zusätzliche Note verleihen.

asdfdfasdf (unregistriert) 8. September 2011 - 10:44 #

Ich finde diese Diskussion ehrlich gesagt peinlich. Christian klingt nach Neunmalklug und Mick nach beleidigter Leberwurst und im Kern habt ihr doch beide Recht.
Als Jugendlicher, wo ich noch DMs und Euros en masse in Spielezeitschriften investiert habe, hätte mich ein Spieletest aus einer gesellschaftlich-politisch Sicht herzlich wenig interessiert. Ich hätte wohl auch nichts damit anfangen können. Stattdessen wollte ich schlicht und einfach wissen: Was kann das Game.
Heute interessiert es mich nicht mehr, welche Waffen und was für Neuerungen es gibt usw. Es verlangt ja keiner, intellektuell-weltmännisch über spielerischen Bockmist zu schwadronieren, doch wenn ich einen Test über ein Spiel lese, dessen gesamten Vorgänger ich kenne, dann würde es mich freuen, wenn der Test auch darauf aufbaut. Soll heißen: Anekdoten, Geschichten um das Spiel, die sich entwickelt haben etc etc. das Drumherum also, das interessiert mich. Und nicht ob der Hauptcharakter nun auch einen Salto rückwärts kann, was im Vorgänger noch nicht möglich war.
Kurzum: Erfahrene (oder erwachsene) Spieler, sollten in Tests das Gefühl bekommen, auch noch etwas zu erfahren, was sie nicht wissen.

Man kann sich ja auch so fragen: Warum kaufen Menschen z.B. Spiegel, Focus, Stern usw? Alle Infos, die es dort gibt, können sie auch gratis und mit etwas Mühe im Internet abstauben bzw. nachrecherchieren. Aber genau um die "etwas Mühe" geht es. Wenn ich eine Zeitschrift kaufe, dann möchte ich dort Infos haben, die ich sonst nicht finde. Bei denen ich sage "wow interessant, wusste ich nicht". Aber da Spiele heutzutage in Beta-Versionen und Demos zum Testen erscheinen, Videos (Let's play) online gestellt werden usw.: Was nützt mir den ein Test, geschrieben auf Papier, der mir genau das erklärt, was ich woanders selbst sehen kann?
Die Zeitschriften müssten meiner Meinung nach, mehr "Reportagen" bringen. Um das Drumherum, was Spielen eben auch ausmacht. Da kann sich dann ein Christian austoben und für die harten Tests ist ein Mick zuständig. Und jeder ist glücklich.

By the way: Auch interessant ist Petra Fröhlichs Kommentar zu Christians auf Spiegel Online. Immerhin ist sie eine der wenigen "alten Hasen", die Spiele weiterhin beruflich testet.

Sir Quickly (unregistriert) 8. September 2011 - 11:11 #

Eine hochinteressante Diskussion.
Dass die Antwort von Herrn Schnelle etwas grantig ist, sehe ich nicht als Nachteil. Im Gegenteil. Hier wird die Leidenschaft deutlich, die er als Tester für seinen Beruf haben muss, und die Wertschätzung, die er seinen Lesern entgegenbringt. Dass er die so vetrteidigt, finde ich stark.

Herr Schmidt hat nicht ganz unrecht, wenn er sagt, dass man Spiele auch kulturell einordnen soll (Ich würde eher sagen "kann"). Allerdings gibt es nicht genug Spiele, bei denen sich das überhaupt lohnt. Nach einer Revolution des Spielejournalismus zu krähen erscheint mir daher arg übertrieben. Ungewöhnliche Spiele, die man ausführlicher und tiefgehender besprechen muss, werden auch so besprochen. Bioshock, Minecraft etc. sind gute Beispiele hierfür. Inzwischen weiß doch jeder, dass Bioshock Elemnte aus dem Werk der Schutzheiligen der Egoisten Ayn Rand enthält. Es wurde oft genug besprochen und das ist sehr gut so.
Die Frage die sich aber jetzt stellt: Empfindet jemand, der das nicht weiß das Spiel als genauso intensiv? Ich sage ja. Die kulturelle Einordnung ist in Ordnung, aber was Bioshock so großartig macht, ist die Story, das Setting und die Spielmechanik.

Ich diskutier gern mit anderen Spielern über bestimmte Ideen, Erfahrungen etc. Aber erst, wenn ich das Spiel beendet habe. Herrn Schmidts Meinung zum Thema Transhumanismus in DX3 im Vorfeld brauch ich nicht. Was mich interessiert ist, ob DX3 mehr wie Teil 1 oder Teil 2 ist.
Das wird nämlich kaum erwähnt: Wenn ein Spiel ein Thema/Setting hat, dass mich interessiert, will ich nur wissen, ob es läuft, wie es aussieht, wie es sich steuern lässt und ob die Story einigermassen zu packen vermag. Deswegen sollen sich die Tests auf das Wesentliche konzentrieren.

Ob Herr Lott und Herr Schmidt die GS an die Wand gefahren haben, kann ich nicht beurteilen. Ein kurzer Blick in die aktuelle Ausgabe der GS lässt mich allerdings durchaus zu dem Schluß kommen, dass Herr Schnelle Recht hat. Was man dort zu sehen bekommt ist mit Wrack noch milde umschrieben.
Und die Diskussion über die "Mitte der Gesellschaft" erinnert mich an das alte PCPowerplay Forum, wo jede Änderung zum Schlechten von Herrn Stangl mit "Die Marktforschung hat ergeben..." begründet wurde. Auch hier wurde versucht einer breiten Mehrheit alles recht zu machen, anstatt, dass man sich auf erprobte Kompetenzen verlässt. Natürlich soll das nicht heißen, dass man stagnieren soll, aber wenn die Modernisierung des Spielejournalismus so aussieht, dass man keine professionellen Redakteure mehr hat und dass das Bild/Text Verhältniss das Niveau eines Kindergartenbilderbuchs hat, dann bin ich gern "altmodisch" (ich nenns aber lieber "vernünftig und anspruchsvoll").

Das einige Computerspiele als Kunst bezeichnet werden können ist klar. Das der Großteil aber keine Kunst ist, ist auch klar. Das ist bei Filmen ja auch so und soll nicht als Abwertung verstanden werden. Ein guter Film / ein gutes Spiel muss keine Kunst sein.
Was das Spiel vom Film unterscheidet ist, dass das Spiel dem Spieler Spaß machen muss. Ein Film darf den Zuschauer abstoßen und unangenehm berühren. Ein Spiel darf das nur eingeschränkt. Es darf mich zum Nachdenken anregen und darf mir unangenehme Konsequenzen meines Handelns vermitteln. Aber es muss dabei immer spielbar bleiben. "Apocalypse Now - The Game" wäre also nicht denkbar. Zumindest hätte es nicht den selben Effekt wie der Film.

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3197 - 8. September 2011 - 11:21 #

Zu Mick Schnelles Reaktion: Er reagiert angegriffen – und das zu Recht. Gestern noch als stellv. Chefredakteur oben mitspielen und heute nachtreten – das kommt nicht gut.

Mick schreibt wie ein Gamer und das ist gut so. Spiele sollen nicht wie Bücher „getestet“ werden und auch nicht wie Filme. Spiele müssen wie Spiele behandelt werden!
Ich will keine Worthülsen und pseudo-künstlerische Textkapriolen. Ein Spieletest soll vermitteln wie sich ein Spiel spielt und nach ihm muss man wissen, ob das Game etwas für einen ist. Straight und ohne Schnörkel.
Daneben müssen technische Infos zu finden sein. Nötige Hardware, Umfang Kopierschutz etc.

Wer Kultur will, besucht eine Oper, ein Theater oder liest anspruchsvolle Literatur. Als Zocker will ich Spaß haben und keine virtuellen Windeln wechseln, weil Spiele gerade zur Kunstform erhoben werden sollen.

yeahralfi 14 Komm-Experte - P - 1910 - 8. September 2011 - 12:31 #

"Mick schreibt wie ein Gamer und das ist gut so."

Und wie genau schreibt bitte ein Gamer? Ich würde mich nämlich auch als einer bezeichnen und sehe mich durch Mick Schnelles Pamphlet in keiner Weise vertreten. Und dabei geht es mir nicht mal um den Inhalt, sondern nur um den durch Hr. Schnelle angeschlagenen Ton. Den halte ich (ich wiederhole mich hier) für viel zu beleidigend, persönlich werdend und aggressiv. Wie man es besser macht, hat ja Fr. Fröhlich auf SPON gezeigt.

Ist es schon soweit, dass man nur dann ein richtiger Gamer ist, wenn man bei allem, wo man sich als Computerspieler auf den Schlips getreten fühlt, erstmal gleich masslos empört sein muss und dann gleich so rumpöbelt? so a la: Was schert mich mich Stil und Anstand, es geht ja gegen meine Gamerehre, da ist ja alles erlaubt und jetzt ranze ich den anderen mal richtig schön an. Ist okay, bin ja im recht!

Wenn das der neue angesagte Diskussionston unter Gamern sein soll, dann finde ich das echt traurig. Ich denke man, man kann auch Argumente austauschen, ohne sich wie die verbale Axt im Walde aufzuführen.

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3197 - 8. September 2011 - 13:35 #

Ich habe mich unklar ausgedrückt. Mein Fehler, sorry. Mir ging es nicht tum den Stil, sondern um die Argumentation. Und da hat Mick (im Sinne der Zocker) ganz klar die Nase vorn.

Davon ab, war Christians Beitrag nicht weniger persönlich und diffamierend wie der von Mick. Er hat zwar niemanden mit Namen angesprochen - das musste er aber auch nicht, denn jeder weiß genau wer gemeint war.

skelethor 13 Koop-Gamer - 1494 - 8. September 2011 - 14:27 #

Also ich bin seit 25 Jahren Zocker und lese fast genauso lang Spielemagazine und finde mich in Christian Schmidts Argumentation eher wieder als in der von Mick Schnelle. (Auch wenn die Wahrheit für mich dank der Provokanten Ausrichtung beider Texte irgendwo dazwischen liegt). Also spricht er ja wohl nicht für "Die Zocker"

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4211 - 8. September 2011 - 12:30 #

Interessant ist, dass die Gamestar das Thema bisher vollständig ignoriert.

Weil gerade viele gerne auf Christian rumhacken: Ich kann seine Position auch verstehen. Die Argumente sind nicht dumm. Tests sind sehr technisch und dadurch oft falsch geworden. Wenn ein Duke abgewertet wird, weil er kein Deckungssystem hat, dann macht das für das Spielerlebnis, das gerade beim Duke kein Deckungssystem haben darf, nicht viel bewertenden Sinn. Spiele müssen mehr als Einheit und Gesamtheit betrachtet werden, mit Sinn und Verstand und nicht durch puren Vergleich mit Crysis 2 und CoD. Das Gleiche habe ich bei Alice erlebt.

Und ja, die großen "Blockbuster" nähern sich dem Massenmarkt, werden vereinfacht und bedienen ganz gezielt nicht mehr die Enthusiasten, die dann auf den jeweiligen Plattformen rumflamen und haten. Aber es ändert nichts am Erfolg dieser Produktionen, die große Masse ist da und ist zahlreicher.

Auch die Plattformen sind ein wunder Punkt. Ich persönlich vermisse Berichte über gute Spiele auf Android. Und ich habe gesehen, dass Gameloft als Beispiel fantastische Tegra-Spiele anbietet, die super Spaß machen. Davon erfährt man nur durch Zufall. Es scheint wie eine Schattenwelt zu existieren, obwohl da vermutlich mehr Kunden existieren als auf den dedizierten Systemen.

Es macht also Sinn, sich darüber Gedanken zu machen und diese Leute als Leser zu gewinnen. Gamersglobal ist ja auch plattformübergreifend, was ich für sehr schlau halte, auch wenn es eine unglaubliche Menge an Arbeit erzeugt.

Natürlich muss ein Redakteuer trotzdem selbst ein Enthusiast sein und auch für diese Gruppe berichten. Aber er darf dabei die Mitte nicht aus den Augen verlieren, denn das passiert gerne als Form der Betriebsblindheit.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 22442 - 8. September 2011 - 12:44 #

Die Nerven bei der Gamestar Redaktion liegen scheinbar blank, die Antwort von Daniel ist schon ziemlich unter der Gürtellinie.

http://www.piadettmer.de/2011/09/aus-dem-tagebuch-einer-praktikantin

Rand al'Thor (unregistriert) 8. September 2011 - 14:40 #

Es ist tatsächlich auf unschöne Art und Weise bemerkenswert, wie unreif das Gros der Reaktionen von Seiten der schreibenden Zunft ausfällt. Wenn man sieht, wie reif und differenziert viele Zocker das Thema diskutieren, während die Reaktionen vieler Redakteure mehr Ähnlichkeit mit dem Wutanfall eines Kleinkindes aufweisen, muss man sich doch unweigerlich fragen, ob Christian Schmidt mit seiner Einschätzung, dass der Spielejournalismus in seiner Entwicklung stehengeblieben ist, nicht recht hat.

Da muss man von Fabian Siegismund eine vor Intellektualitätsfeindlichkeit, ja fast schon Bildungsfeindlichkeit nur so strotzende Antwort lesen, oder auch Micks kindischen Wutanfall, der mit seinen Polemisierungen und persönlichen Angriffen, seine Position selbst jeglicher Validität beraubt. Die wollen für Zocker schreiben, trauen ihnen aber offensichtlich noch weniger Geistesleistung, als es die Spiele selbst tun. Deus Ex: Human Revolution traut mir offensichtlich die Auseinandersetzung mit Transhumanisums zu, Herr Siegismund kanzelt dagegen einen Test, der dies anspricht als "(pseudo-)intellektuelles Geschwafel" ab. Na herzlichen Dank. Ich betrachte mich durchaus als Computerspieler, aber das Gefühl, dass diese Leute "für mich" schreiben, wurde gestern angesichts ihrer Reife und ihres Bildes von "mir" vielleicht irreparabel beschädigt.

Daher möchte ich, unabhängig davon ob ich ihrer Position zustimme, die positiven Beispiele, die ich gelesen habe, auch hervorheben (Heiko Klinge und Rene Heuser von der Gamestar, Jörg Langer von GamersGlobal, Petra Fröhlich von PC Games, Gunnar Lott). Das diese Damen und Herren mit Stil, Selbstreflexion und mitunter auch Selbstkritik auf Christians Kolumne reagiert haben, gibt mir die Hoffnung, dass vielleicht doch noch nicht alles kaputt ist...

yeahralfi 14 Komm-Experte - P - 1910 - 8. September 2011 - 15:29 #

Das unterschreibe ich so!

hoschi 13 Koop-Gamer - 1461 - 8. September 2011 - 15:59 #

Wo steht das von Fabian S. ?

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 22442 - 8. September 2011 - 16:31 #

Ich bin mir nicht sicher, aber Fabian House müsste Fabian S. sein, er verlinkt nämlich am Seitenrand auf viele Gamestar Kollegen.
http://fabianhouse.blogspot.com/2011/09/sehr-geehrter-herr-schmidt.html

hoschi 13 Koop-Gamer - 1461 - 8. September 2011 - 17:09 #

Ich denke nicht, dass F.H. F.S. ist.

Pogomeister 03 Kontributor - 9 - 10. September 2011 - 17:42 #

Fabian House ist nicht Fabian Siegismund.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 22442 - 8. September 2011 - 16:32 #

Sätze wie "Nachtreten” wirft man Chris vor, und ein orthografisch nur mittelbegabter Kollege hat ihn gar als Störenfried im System ausgemacht." müssen aber auch nicht sein.
http://kaliban.de/2011/09/zum-zustand-der-deutschen-spielekritik/

DELK 16 Übertalent - 5488 - 8. September 2011 - 20:43 #

Da bin ich anderer Meinung. Sätzen wie "Wenns ihm nicht passt kann er ja Theaterkritiken schreiben" kann man fast nicht anders entgegentreten, so grenzenlos unreif und entlarvend wie sie sind.

Pogomeister 03 Kontributor - 9 - 10. September 2011 - 18:13 #

An welcher Stelle haben sich denn Heiko Klinge und René Heuser geäußert?

Anym 16 Übertalent - 4962 - 10. September 2011 - 18:37 #

U.a. in den Kommentaren zu dem oben verlinkten Blog-Eintrag, in den Kommentaren zu einem anderen Blog-Eintrag, im GS-Pinboard und auf Facebook. Siehe http://homisite.twoday.net/stories/38770139/ für eine ausführliche Linksammlung zum Thema.

Anonymous (unregistriert) 8. September 2011 - 14:49 #

Gründliches Lesen hätte hier geholfen: "Aus dem Tagebuch einer Praktikantin"

Anonymous (unregistriert) 8. September 2011 - 15:27 #

zunächst ein kleiner Nachtrag: offenbar bezog sich der Hinweis auf den Kommentar von Daniel Matschijewsky; dieser mag unter der Gürtellinie sein, als Reaktion auf den Blogeintrag wiederum nachvollziehbar.

Grundsätzlich wäre mehr Sachlichkeit im Diskurs erfreulich und weniger Effekthascherei. Ich bin durchaus der Meinung das Herr Schmidt mit seinem Artikel im Positiven dazu beiträgt über den Spielejournalismus zu reflektieren. Ob der Stil angemessen war ist fraglich, möglicherweise diente dieser in erster Linie zur Erzeugung von Aufmerksamkeit.

Was meines Erachtens tatsächlich ein Problem für heutige Artikel ist: Durch die veränderten Lesegewohnheiten (am Bildschirm) neigt man dazu uninteressant geschriebene Texte zu überfliegen bzw. -springen.
Herr Schmidts Anregung spannender zu schreiben sollte vor diesem Hintergrund nicht einfach von der Hand gewiesen werden.

Fuxi (unregistriert) 8. September 2011 - 14:28 #

Zitat: "Für die meisten Spieler sind 40 bis 70 Euro kein Pappenstil. Und wer kauft schon gern einen hochgradig beworbenen Mist, bei dem der Marketingabteilung mal wieder der Gaul durchgegangen ist? Und genau da sind Fachmagazine nach wie vor unendlich wichtig. Von uns werden gute und vor allem über Jahre verlässliche Wertungen erwartet, die den Test of Time überstehen."

Und genau da ist eines der Grundprobleme: Es ist mir persönlich schon viel zu oft passiert, dass ich nach einiger Zeit der Beschäftigung mit einem neuen Spiel nochmal die Spielezeitschrift aufgeschlagen habe, um nachzusehen, wo da über dem vermeintlichen "Test" das Wort "Anzeige" zu finden ist, wie es im Pressekodex ja gefordert ist. Nur: Nirgends stand das Wort "Anzeige". Was ein paar Seiten später stand, war die x-te ganzseitige Anzeige des Publishers. Womit sich auch erklärte, warum die Redaktion das Spiel mit 80+ Prozent bewertete, wo 70 schon geschönt gewesen wären. Deswegen bin ich mittlerweile dazu übergegangen, eine Spielezeitschrift nur noch dann zu kaufen, wenn auf der Beilagen-DVD eine vernünftige Vollversion mitgeliefert wird. Ansonsten schenke ich mir das. Die letzte PC Games hab ich mir kaum angesehen, nicht mal mehr den Rosshirt. Und das, wo ich früher jeden einzelnen Bericht aufmerksam gelesen habe, sogar aus den Genres, die mich überhaupt nicht interessieren.

Fakt scheint zu sein: Die Auflagen der Spielemagazine sind rückläufig, obwohl die Zahl der Spieler steigt. Offenbar sind die Magazine eben kein verlässlicher Leitfaden mehr. Wenn die Steuerung Müll ist, will ich wissen, dass sie es ist, und nicht, wie viele Waffen ich bedienen könnte, wenn die Steuerung besser wäre.

Fakt scheint aber auch zu sein: Die Hardcore-Gamer von früher, die "Ultras" werden älter, und damit bekommt das Leben abseits von DirectX eine deutlich größere Bedeutung. Ein Baby im wahren Leben ist was anderes als ein Baby in Sims 3. Und offenbar gelingt es den Magazinen nicht wirklich, die nachwachsenden Vielspieler, deren Freizeit durch längere Schulzeiten wie die Ganztagsschule oder auch die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengänge geschrumpft ist, mit ausreichend Sinnhaftigkeit einzufangen. Deren Konsumerfordernisse sind definitiv größer geworden. Vor allem, da es mehr Konsolengamer gibt und jede Konsole wiederum ihre Vor- und Nachteile hat. Normalerweise ginge der Trend hin zum Multikonsolenhaushalt, aber der will angemessen mit Games gefüttert werden, und das kostet in Zeiten sinkender Realeinkommen zunehmend Geld.

Wenn also Spielemagazine mehr Werbeplattform als Kaufberatung sind, schaffen sie sich selbst ab. Vor allem, wenn der Nicht-Ultra das mitbekommt. Der wendet sich dann tatsächlich eher an Foren und Gleichgesinnte und lässt die Magazine im Regal vergammeln. Von denen erwartet man nämlich, dass sie sich mit dem WESENTLICHEN beschäftigen. Bei Autos gehören dazu selbstverständlich technische Daten, das liegt in der Natur der Sache. Aber Computerspiele sind keine Autos, die liegen auf einer ganz anderen Ebene.

Aber es liegt nicht jedem, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Man mag Christian Schmidt vorwerfen, dass die Erkenntnis spät kommt und er diese Entwicklung mit eigener Hand vorangetrieben hat, die er nun kritisiert. Wenn man aber die Dokumentation einer Erkenntnis, die anders lautet, als man es bisher dachte, als "Verachtung der eigenen Zunft" verklärt, tut man sich damit selbst keinen Gefallen. Der Text von Mick Schnelle liest sich eher als ein "Vorwärts immer, rückwärts nimmer", und wir alle wissen (spätestens nach Lektüre von Wikipedia), was aus der DDR wurde.

Sebastian (unregistriert) 8. September 2011 - 16:12 #

Traurige Antwort.

Herr Schnelle begreift den Text von Herrn Schmidt offensichtlich nicht. Das, was Schmidt kritisiert, das verkopfte abklopfen von Kennzahlen, Eckpunkten und werten, bezeichnet Herr Schnelle als Dienst am Kunden - der Vergleich mit dem Automagazin ist dabei an Traurigkeit nicht zu überbieten. Genau das ist es, was nach der Einschätzung von Herrn Schmidt die Leser davontreibt und Schnelle bezeichnet es als das, was die Leser brauchen, um kein Geld zum Fenster hinaus zu werden.

Die Tatsache aber, dass die Leserschaft in Scharen davonrennt, wird aussen vor gelassen. Auto Motor und Sport und Auto Bild verkaufen sich laut IVW heute so gut wie noch vor 30 Jahren. Dass die Computer Bild Spiele 60% Auflage verloren hat - egal.

Offensichtlich will keiner mehr diese Art von Texten lesen - Schnelle pocht aber auf Erfahrung und "das war schon immer so".

Besser kann man den Kapitän, der mit seinem sinkenden Schiff unter geht, nicht darstellen. Man fühlt sich an die Verleger erinnert, die ein Leistungsschutzrecht einfordern für das, was sie früher schon immer gemacht haben, was jetzt aber keiner mehr kaufen will,

Die Erwachsenen, die zahlen würden, werden nicht bedient, statt dessen konzentriert man sich krampfhaft auf die Gruppe, die die Anzeigenkunden ansprechen wollen - und diese sieht es nicht ein, sich ein Magazin zu kaufen, weil sie lieber ihre Freunde fragen bzw. in ihrer Online-Comminity - und gelesen werden Artikel für lau im Netz.

All das nennt Schmidt - verpackt in Worte, die es vielleicht nicht sofort erkennen lassen für Herrn Schnelle?

Dieser konzentriert sich statt dessen darauf, zu polemisieren - tut so,, als ob Schmidt die Nerds als gewaltbereite Hooligans bezeichnet hätte. Was für eine armselige Reaktion, Herr Schnelle.

Da fällt einem irgendwann nur noch der Begriff "Fachidiot" ein. Unfähig zur Veränderung oder Anpassung an neue Umstände und krampfhaft der festgefahrenen Denke verhaftet.

Traurig.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 317186 - 8. September 2011 - 16:48 #

"Offensichtlich will keiner mehr diese Art von Texten lesen".

Mensch, wo hast du denn diese kluge Art der Argumentation gelernt? Bist du Gott und allwissend? Kannst du kraft Gedanken dein persönliches Empfinden allen Menschen aufzwingen? Oder weißt du einfach nicht, was das Wort "offensichtlich" bedeutet? Das wäre schade, da du es so gerne benutzt, zusammen mit dem Wort "traurig". Fakten jedenfalls kannst du kaum aufführen, denn die fallenden Heftauflagen werden durch sprunghaft gestiegene Unique Users im Internet mehr als ausgeglichen.

Was ich traurig finde, ist, dass du dir offensichtlich "Herrn Schmidts" Standpunkt ohne weitere Realitätsprüfung zu eigen machst. Ist es denn überhaupt so, dass in "den" Spieletests (muss offensichtlich verwandt sein mit den sterotypanzeigenden Pluralartikeln von z.B. "die Deutschen", "die Italiener", "die Hartz-IV-Empfänger", "die Frauen") nur irgendwelche Eckpunkte abgecheckt werden? Nee, ist gar nicht so, Christian regt sich da zum Teil über Sachen auf, die eher in seiner Phantasie existieren als in vielen realen Artikeln, deren Autoren sich sehr wohl die Mühe geben, nicht nur Schema F zu fahren oder Fakten zu zählen. Du fällst da auf den ältesten Diskussionstrick rein, den es gibt: Die Gegenseite in eine Schublade zu stecken, diese abfällig und selektiv oder auch ganz falsch zu definieren, und dann eine andere, strahlende Schublade aufzutun, in der alles viel besser aussieht.

Lies dir doch mal einige Artikel hier auf GamersGlobal durch, von Leuten wie Harald Fränkel, Heinrich Lenhardt, unserem Philipp und einigen anderen. Wo wird denn da bitte nur Schema F durchgekaut? Weil am Ende ein Wertungskasten steht? Das ist lächerlich.

Ganz ehrlich: Tests wie die, die sich Christian offensichtlich wünscht (vermutlich weil er selbst gerne so schreibt und das für das Nonplusultra hält), wären eine Wohltat für den Schreibenden: Wieso noch Spiele durchspielen? Wieso Fakten sammeln und in Beziehung setzen? Wieso mit anderen Spielen vergleichen? Wieso die eigene Meinung begründen? Es reicht ja offensichtlich, einfach die eigene Meinung intellektuell verbrämt und möglichst kontrovers geschrieben aufs Papier zu bringen (dauert übrigens nicht die Viertel der Zeit eines richtigen Testartikels), und schon ist der Spielejournalismus gerettet und kann endlich seitenweise in der Süddeutschen abgedruckt werden.

Was für ein trauriger Quatsch.

Lies halt mal gute Testartikel, Herrje, und nicht nur schlechte. Es wird dir auffallen, dass "die" Testartikel keinesfalls so eindimensional sind, wie es Christian für seine Argumentation halt hinstellt. Man kann sich ja trotzdem wünschen, Meinungsjournalismus statt Fachartikeln zu bekommen -- aber deswegen muss man doch nicht so tun, als wäre alles, was es jetzt gibt, schlecht oder reaktionär oder denkfaul oder "nicht weiterentwickelt".

Anonymous (unregistriert) 8. September 2011 - 18:53 #

Herr Langer, machen Sie es sich doch bitte nicht so einfach, indem Sie anscheinend gezielt nur auf die Kommentare antworten, die Ihrer Meinung nach argumentativ leicht zu widerlegen sind.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 317186 - 8. September 2011 - 23:06 #

Da unterstellst du mir eine größere Finesse, als dahinter steckt. Die Wahrheit ist etwas schlichter: Ich habe (leider) nicht die Zeit, hier ständig mitzudiskutieren. Darum checke ich in größeren Abständen den Thread und picke mir dann zumeist einen der neuesten Comments zu diesem Zeitpunkt heraus, und antworte darauf. Dabei versuche ich dann meist, einige generelle Gedanken zu äußern und so quasi auch andere Comments mitzubeantworten (was nicht immer gelingen mag). Mehr ist da nicht...

Anonymous (unregistriert) 9. September 2011 - 13:35 #

Ok. Danke für die Erklärung. Ich würde wahrscheinlich einfach die in meinen Augen wichtigsten Aussagen sammeln und dann in Form einer eigenen Kolumne zusammenfassend beantworten.

Sebastian (unregistriert) 8. September 2011 - 19:19 #

Hallo Jörg,

Erst einmal Danke für die Antwort. Dabei muss ich ehrlich gesagt etwas darüber ausdrücken, dass Du Dich mehr mit meiner Wortwahl als dem beschäftigst, was ich gesagt habe. Du gehst überhaupt nicht auf mich ein sondern lieferst glaube ich eine Standardantwort, die Du Dir bezüglich das Artikels auf Spiegel Online zurecht gelegt hast.

Schauen wir uns doch einmal an, was ich an Mich Schnelle kritisiert habe (mal abgesehen von seiner Vorliebe für Hardcore-Flugsimulationen): Auflagenzahl, Zugriffsstatistiken und den Vergleich mit Automagazinen sowie Polemik.

Du behauptest, die Leser würden bei Euch im Internet aufschlagen - klar, vielleicht auf Gamersglobal, das vorher als Magazin online nicht existierte - davon ist im Artikel aber doch mitnichten die Rede gewesen (was neue Onlinemagazine an "Auflage" machen) sondern dass die Auflagen der Printmagazine sinken und diese den Auflagenschwund online nicht kompensieren können.

Im Prinzip pflichtest Du ja sogar indirekt bei - Du verteidigst Gamesglobal, sagst Du machst hier "Auflage" (Zugriffe) - wo kommen die denn her? Bist Du klassisches Printmagazin? Ich denke all das trifft nicht zu. Wenn Du auf ivw.de gehst, siehst Du, dass die Zugriffe auf Gamestar.de sich um ca. 75% erhöht haben innerhalb der letzten 25 Monate. Das gilt aber auch für jede andere Zeitung (ich hab mir mal Stern.de und SZ-Online rausgesucht). Die Zuwächse sind überall die Gleichen. Wie das bei Gamersgloabal aussiehst, weiß ich nicht.

Setz das mal in Bezug zur Anzahl Menschen, die in Deutschland "Online" sind. Dann setz das in Relation zu den Zahlen, die man in der Wikipedia bezüglich IVW und Gamestar lesen kann (60% Auflagenverlust in den letzten 8 Jahren).

Deine These ist also, dass diese 60% Leser von der Papier-Gamestar zur Online-Gamestar abgewandert sind. Christian widerspricht dem und liefert Zahlen. möchtest Du diese Zahlen gerne widerlegen? Seh ich nichts von - Du behauptest, dass es anders wäre, ohne Zahlenmaterial. IVW.de kannst Du ja mal durchforsten, hab ich eben auch gemacht. Ich weiß nur ehrlich gesagt mangels Insiderwissen nicht, was ich damit anfangen soll. Ich glaube im Moment Christian, weil er Zahlen genannt hat, und weil die IVW-Zahlen für mich zeigen, dass Zeitungen wie die SZ, die nicht massiv an Auflage verlieren, genau die gleichen Zuwächse hat wie Gamestar.de, obwohl die Gamestar aber massiv an Auflage einbüßt.

Deine Antwort war jetzt, dass alles einfach nach Online abwandert (lassen wir mal die Relationen außen vor). Wo hin aber gehen diese Leser? Was ist mit den Abi 2011-Autos, die bei der Gamescom auf den Presseparkplätzen standen? Wird hier qualitativer Journalismus, den Mick so vehement verteidigt, durch von Laien gefertigte Massenware ersetzt? Sind die Onlinezahlen gar nur Foren-Visits? Kann JEDER online schreiben und ist das Blog der Ersatz für die 5 Euro Zeitung am Kiosk?

Was ist mit dem Einwand von Petra Maue... Fröhlich? War die DVD der Grund, das Magazin zu kaufen und ist jetzt durch Downloads das Magazin egal?

Darüber hinaus pflichtest Du meiner Auffassung dem SpOn-Artikel ja fast noch zu - Du sagst, hier auf Gamersglobal wären tolle Artikel - sind die alle geschrieben wie Mick sie verteidigt hat? Du deutest an dem wäre nicht so. Was verteidigst Du dann also? Sicherlich nicht Mick und seine Artikel-Sorte nach Schema "Der Wagen hat 350 Liter Kofferraumvolumen". Warum behält die Auto Bild ihre Auflage, die Gamestar aber nicht? Was ist mit Autobild online? Was wollen wir wetten dass deren Webseite genau die gleichen Auflagenzuwächse hat wie jede andere Magazinseite im Netz?

Ich will jetzt nicht wieder "traurig" sagen aber wär's nicht wirklich besser wenn Du Dich mit dem auseinander setzt, was ich in meinem Kommentar gesagt haben zwischen den beiden "traurig" anstatt nur mit dem einen Wort?

Jörg Langer Chefredakteur - P - 317186 - 8. September 2011 - 22:31 #

Aber natürlich bin ich auf dich eingegangen, nämlich speziell auf den eingangs zitierten Satz. Ich sehe keinerlei Verpflichtung, auf jeden deiner Gedankengänge einzugehen. Auch deine Ausfälle gegenüber Mick habe ich nicht weiter kommentiert, dem du ja gleichermaßen unterschiebst, Christians Kolumne überhaupt nicht verstanden zu haben, wie du mir nun unterstellst, ich würde nur über deine Wortwahl schreiben.

Aber ich möchte dir gerne nochmal näher erklären, wieso ich dir unterstelle, quasi einem Taschenspielertrick auf den Leim gegangen zu sein. Dieser Taschenspielertrick ist: "Ich definiere etwas, das mir nicht gefällt, so um, dass es anderen Leuten leichtfällt, mir in meiner Ablehnung zuzustimmen. Und wer will denn bitte auch Artikel lesen, die von denkfaulen Arbeitsverweigerern geschrieben werden, die nur Erbsen zählen statt Spiele ganzheitlich zu beschreiben? Dabei geht aber die Frage unter, ob denn diese Einschätzung überhaupt zutrifft. Plötzlich wird über die vorgeschlagene Lösung im Vergleich zum imaginären Problemfall diskutiert -- obwohl es die Lösung vielleicht gar nicht braucht und den Problemfall so gar nicht gibt.

Ich pflichte also mit meinen Ausführungen nicht etwa "dem Spiegel-Online-Artikel ja fast noch zu". Sondern:

1. Ich schreibe, dass die Grundannahme von Christian bereits zum guten Teil falsch ist, nämlich dass "die Testartikel" allesamt (oder auch nur weitestgehend) eindimensional, denkfaul etc. geschrieben sind. Ich sehe da also schlicht gar keinen Handlungsbedarf: Die Artikel, die Mick verteidigt, sind nicht denkfaul, eindimensional, nach Schema F. Das ist eine Behauptung, der ich mich schlicht nicht anschließe. Damit greife ich den oder zumindest einen der Ausgangspunkte von Christians Kolumne an.

2. Ich schreibe danach Kritisches zu dem, was Christian anstelle der laut ihm problematischen, eindimensionalen oder wie auch immer Testartikel anscheinend gerne hätte. Damit greife ich Christians, naja, Kolumnen-Synthese an.

Ich habe ferner keinerlei spezifischen Behauptungen aufgestellt, dass irgendwelche Prozentzahlen von weggefallenen Printlesern irgendwo hin gewandert seien. Sondern ich habe geschrieben, dass der Zugewinn an Unique Users von Spielemagazinen (und da reicht es, nur die AGOG-gemeldeten zu nehmen, zu denen etwa GamersGlobal noch nicht gehört) den Verlust an Heftauflagen-Lesern in den letzten Jahren deutlich übersteigt. Wie gesagt, mir ging es vorrangig um deinen Satz, dass "offensichtlich" "solche" Arten von Testberichten niemand mehr lesen will -- was halt deine Meinung ist, keine Tatsache. Jetzt klarer, was ich gemeint habe?

Sebastian (unregistriert) 9. September 2011 - 20:48 #

Klar ich verstehe schon die ganze Zeit, was Du meinst (von Meinung), aber könntest Du evtl. zahlen liefern die Deine Behauptung bezüglich Zugriffszahlen belegt?

Ich halte die Theorie ja grundsätzlich nicht für falsch aber Schmidt sagt "Zugriffe von Zeitungen, die keine Auflage im Peint verlieren, gewinnen Prozentual genau so viel Online wie Gamingmagazine Online dazugewinnen"

Wo liegt also der Unterschied zwischen Auto Bild und Gamestar online und offline?

Glaubst Du, so wie ich das jetzt verstehe, dass die Leute die Spieletests lesen also von neuen Webseiten übernommen wurden und Gamestar einfach nur die Kundenbindung nicht geschafft hat?

Und wie gesagt ich würd mich derbe über Belege freuen. Ich kann meine Meinung nicht belegen anhand von Zahlen. Ich kann nur sagen dass Micks Vorlieben sich in seinen Artikeln wiederspiegeln, von daher irritiert es mich dass jemand der so Zahlenverliebt ist es nicht hinbekommt, die in Schmidts Editorial genannten Zahlen zu widerlegen anhand von eigenen Zahlen.

Wie gesagt ich hab auf IVW.de gewühlt. Was sind denn die Zahlen von AGOGIK (wenn das was ist was hier im Forum bereits besprochen wurde verlink einfach kurz den entsprechenden Kommentar, ich bin mit dem iPad unterwegs, ist alles etwas unübersichtlich für mich grad :-) )

Und nochmal Danke für Deine Antworten, finde das sehr gut dass Du die Diskussion weiterführst.

Sebastian (unregistriert) 9. September 2011 - 20:52 #

Print, nicht Peint.

Anonymous (unregistriert) 8. September 2011 - 20:43 #

Trauriger Quatsch trifft es sehr gut.
Alles auf das Internet zu schieben ist Unsinn, die Hefte sind über die Jahre immer dünner und schlechter geworden. Selbst sie geben in ihrem Profil an die Gamestar mit mittlerweile nicht mehr durchgängiger Begeisterung zu lesen.
Die c't richtet sich an Computerprofis, die früher als wir alle im Internet waren, und hält trotzdem stabil die Quote. Merkwürdig, oder?

Und natürlich erfordern auch Tests wie sie Christian wünscht Arbeit. Oder hat er als unter ihnen Chefredakteur war immer schon um drei die Arbeit verlassen? Wahrscheinlich nicht.
Recherche von Hintergrundinformationen, einen Bezug zu anderen Medien setzen und intellektuell fordernde Texte erfordern auch Zeit.

Anonymous (unregistriert) 8. September 2011 - 20:45 #

Korrigiere: "Redakteur", nicht "Chefredakteur".

Herr Oelgemöller 09 Triple-Talent - 257 - 9. September 2011 - 1:27 #

> Du fällst da auf den ältesten Diskussionstrick rein, den es gibt: Die
> Gegenseite in eine Schublade zu stecken, diese abfällig und selektiv
> oder auch ganz falsch zu definieren, und dann eine andere, strahlende
> Schublade aufzutun, in der alles viel besser aussieht.

Jetzt muss aber auch mal der Herr Langer getadelt werden: Denselben Trick nutzt er in diesem Kommentar und noch viel schlimmer nutzt ihn Mick Schnelle in seiner Replik.

Christian Schmidt hat nicht alles für schlecht erklärt und er hat nicht behauptet, es gäbe keine Testvielfalt. Er hat sogar eine Menge positiver Beispiele verlinkt.

Es ist doch völlig in Ordnung, anderer Meinung als er zu sein. Aber bitte hört doch endlich auf, ihm Dinge zu unterstellen, die er nicht gesagt und nicht gemeint hat.

Uran-Utan Klaus (unregistriert) 9. September 2011 - 16:31 #

Lieber Jörg,

jetzt machst du aber ein ähnliches Fass auf, indem du sagst: Christian plädiert für Wischi-Waschi-Tests und spinnt sowieso, weil es auf GG super Tests gibt.

Wenn du ehrlich bist, stimmst du Christian nämlich im Kernpunkt teilweise zu, denn du sagst ja selbst, dass Schema F nicht dein Ding ist. Dann 3 Schreiberlinge deiner eigenen Seite zu nennen, die Besseres leisten, ist dein gutes Recht, aber ist das repräsentativ und rechtfertigt es, Christians Ansatz abzulehnen?

Vermittlungsversuch: Können wir uns darauf einigen, dass Christian nicht halluziniert, sondern allenfalls radikalisiert? Seien wir ehrlich, das Gros der Tests ist Mickymausscheiße. Dass er damit nicht alles und jeden meint, dürfte doch wohl niemand anzweifeln. Ihm stereotypes Denken vorzuwerfen, weil er von DEN Spielejournalisten spricht, halte ich für lächerlich. Einer solch rigiden Prüfung würde kein Text standhalten. Was man Christian m.E. vorwerfen kann, ist, dass ihm kein Zacken aus der Krone gefallen wäre, wenn er positive Ausnahmen, die es NATÜRLICH gibt, erwähnt hätte!

Bei einigen Aspekten mag er sich (zu) weit aus dem Fenster lehnen, aber es ist schon ein Armutszeugnis, wenn ein Mick Schnelle sich hier wie ein beleidigtes Kleinkind auskotzt und von Usern zur Vernunft gerufen werden muss. Ähnlich peinlich verlief ja damals die Diskussion von Boris Schneider-Johne und Jörg Luibl, deren Schwanzvergleich daran zweifeln ließ, dass da erwachsene Menschen miteinander "diskutieren".

Wenn jemand selbstbewusst eine Änderung/Verbesserung fordert und kritisiert, wie Christian das getan hat, dann wird das sehr gern mit Arroganz verwechselt. Nur: Christian hat an keiner Stelle, auch nicht zwischen den Zeilen, behauptet, er wäre der Großmeister des Spieletests und alle müssten so schreiben wie er. Er analysiert. Das Ergebnis mag ge- oder missfallen. Es steht zur Diskussion. Er plädiert für etwas. Dem mag man zustimmen oder widersprechen.
Was man aber auf keinen Fall tun sollte, ist, einen Grundsatz von Kritik zu missachten: sie ist IMMER erlaubt und bedarf nicht der Voraussetzung, es selbst besser machen zu müssen! Denn wenn dem so wäre, dürfte niemand ein Spiel kritisieren, der nicht selber programmieren kann...

Name 9. September 2011 - 17:44 #

Natürlich ist entspricht der durchschnittliche Gamers Global Test (und genau um diese Art Text geht es in der Diskussion) dem typischen Schema F aus dem deutschen Spiele-Journalismus. Das ist auch völlig legitim, weil ihr eben die Zielgruppe ansprecht und offensichtlich auch ansprechen wollt, die von der Gamestar ins Internet flüchtet. Und ihr habt Erfolg damit. Aber diejenigen, die auf dieser Seite einen Test anklicken und durchlesen (wie hoch sind die Klickzahlen im Vergleich zu News und Videos, wie viele LESEN den Text durch?), sind eine Nische. Für einen Nicht-Ultra wie mich ist das ungenießbar, weil die Textwüsten viel zu lang sind, dafür dass sie im Grunde Feature-Listen und -Kritiken darstellen.

"Ganz ehrlich: Tests wie die, die sich Christian offensichtlich wünscht (vermutlich weil er selbst gerne so schreibt und das für das Nonplusultra hält), wären eine Wohltat für den Schreibenden: Wieso noch Spiele durchspielen? Wieso Fakten sammeln und in Beziehung setzen? Wieso mit anderen Spielen vergleichen? Wieso die eigene Meinung begründen? Es reicht ja offensichtlich, einfach die eigene Meinung intellektuell verbrämt und möglichst kontrovers geschrieben aufs Papier zu bringen (dauert übrigens nicht die Viertel der Zeit eines richtigen Testartikels), und schon ist der Spielejournalismus gerettet und kann endlich seitenweise in der Süddeutschen abgedruckt werden."
Du hast es ja selbst festgestellt, trauriger Quatsch ist das. Ich frag mich ehrlich, wo du diesen Bullshit her hast.

Ben_Delat 09 Triple-Talent - 265 - 8. September 2011 - 16:48 #

Sorry, aber ihre Kritik läuft ins Lehre. Der Auflagenrückgang der großen Spielemagazine liegt mMn einzig an der Masse an frei verfügbaren Informationen bzgl. Videospielen im Internet, nicht an schlecht geschriebenen Artikeln. Eine feuilletonisierung der Spielekritik würde selbigen Magazinen keinerlei neue Leserschaft verschaffen, im Gegenteil. Das Internet und neue Outputgeräte wird die Welt der Printmedien in den nächsten zwanzig Jahren ohnehin fast vollständig überflüssig machen.

Es geht Christian Schmidt auch nicht vorrangig um eine Kritik an den etablierten Spielemagazinen und ihrer Ausrichtung, sondern um die seiner Meinung nach verkrusteten Strukturen des gesamten (dt.) Spielejournalismussystems, mit seiner Ausrichtung auf Form und Funktion statt auf Inhalte.

Und lernen Sie erstmal sachlich zu argumentieren statt zu provozieren, bevor sie Herrn schnelles Reaktion als "armselig" bezeichnen.

Tom_82 12 Trollwächter - 959 - 8. September 2011 - 16:29 #

Ich finde Mick sieht es zu hart. Ich bin z.B. auch auf GG unterwegs weil Veteranen wie er hier unterwegs sind. Leute die ihr Handwerk und die Szene kennen.

Aber diese Gleichmacherrei und die überhand nehmenden Praktikanten Texte stören mich auch zusehends an den Magazinen, daher fand ich den aufrüttelnden Beitrag von Christian sehr gut und habe ihn mit freuden gelesen.

Ich finde nicht, dass es mit dem Lahm zu vergleichen ist. Und die Einlassung, dass er selbst Teil dieser Maschine gewesen sei, hat er mehrfach im Text angebracht.

captain_drink (unregistriert) 8. September 2011 - 16:34 #

Eins vorneweg: Ja, ich denke, dass Leute wie Mick Schnelle oder Petra Fröhlich eine Art von "aussterbenden Spiele-Dinos" darstellen. Als diese beiden (und viele nach ihnen) ihre Zunft aufnahmen, bestand der Spielemarkt mehrheitlich aus Titeln der Marke "Kleines Raumschiff gegen Monster". Bei einem Vergleich von mehreren Vertikal-Side-Scrollern zählten demnach auch Faktoren wie die Anzahl der Waffen, die Gegnerwellen, Schwierigkeitsgrade etc. Das ist, wie schon oft angemerkt, natürlich nicht mehr aktuell. Allerdings nicht, weil die Spielmechanik sich so grundlegend geändert hätte. Denn auch damals existierten tiefer gehende Titel, nicht zuletzt Spiele wie System Shock. Der Unterschied zu damals besteht in der Form der Spiele. Aktuelle Shooter haben in Sachen Technik und Professionalität ein Niveau erreicht, das den Vergleich zu anderen Produkten des Kultursektors geradezu herausfordert. Spiele sind als Industrie längst in der vielzitierten "Mitte der Gesellschaft" angekommen. Einzig die (institutionalisierte) Spielekritik behandelt Spiele wie Wäschetrockner, bestenfalls wie Flipperautomaten. Spiele existieren nicht im luftleeren Raum, sie sind Teil und Spiegel der Gesellschaft. Die Berücksichtigung dieser Tatsache ist genau das, was Christian Schmidt einfordert. Nicht gemeint ist eine metaphysische Abhandlung, die zukünftig jede Neuerscheinung auf sozialemanziptatorisches Potenzial hin untersucht. Denn natürlich gibt ein Titel wie "Homefront" das nicht her. Man sollte aber so ein Produkt auch nicht als Teil eines Paralleluniversums behandeln. Nordkorea überfällt die USA - was fällt dem hiesigen "Tester" dazu ein? "Cool und originell!" Was es bräuchte und was angesichts der ökonomischen Situation sehr schwierig ist, wäre eine "schroffe Ablehnung von diesem ganzen Scheiß" (Diederichsen). Ein Spiel wird nur in seiner inneren Logik beleuchtet, ein Außen bilden in der hiesigen Zeitschriftenlandschaft vielleicht noch die Anzeigenmotive der verschiedenen Deodorant-Hersteller.

Um mal ein positives Beispiel zu bringen, möchte ich die PC Games von ca. Anfang 2000 anführen. Unter einem Screenshot eines mit zwei Pistolen bewaffneten Soldaten stand dort ein Hinweis auf John Woo, bei einer Map für UT der Verweis auf M.C. Escher. Es war definitiv eine Zeitschrift für Erwachsene, mit Redakteuren, die auch außerhalb des Spieletestens etwas beizutragen hatten. Außerdem gab es ausführliche Reports, oder Portäts von Entwicklerpersönlichkeiten. Natürlich ist dieses Konzept kolossal gescheitert, kurz danach übernahmen Computer Bild Spiele und Gamestar die Marktführerschaft, die PC Games selbst hat auch schnell einige Redakteure verabschiedet und sich konzeptuell an Gamestar orientiert. Kurzum: Die ökonomischen Realitäten machen derlei Avancen leider fast unmöglich, auch weil das Publikum sicherlich auch aus Gewohnheit nur ungern auf Wertungskästen verzichtet, ebenso wie Publisher lieber Gold-Awards und Zahlenwerte als kritische Einordnungen auf die Packungen drucken lassen. Hier hat sich ein faul gewordenes Konglomerat aus Redakteuren und Herstellern eingerichtet, das nicht nur die eigene Situation verkennt, sondern in Anbetracht ihres kaufzahlenmäßigen Untergangs diesem umso besonnerer zuarbeitet.
Und noch etwas zu dem Vergleich mit Musik- oder Filmrezensionen, der hier so gerne gebracht wird: Es ist keineswegs so, dass dort die Wiesen grün und Seen blau sind. Auch dort werden die an den vermuteten Massengeschmack appellierenden Machwerke dilettantischer Zuarbeiter als "gigantische Blockbuster", die sich "kein Action-Fan entgehen lassen sollte", angepriesen, um nachher den Niedergang des Hollywood-Kinos zu betrauern. Das Publikum beklagt wiederum, dass die Filme "auch immer dämlicher" würden. Natürlich gibt es auch hier eine "GEE", die aber auch dort niemand liest, auch weil es an Budget und Professionalität mangelt.
Mein Wunsch wäre also: Mut zur Kritik, dem Gewicht der eigenen Stimme, des eigenen Berufs. Das wäre dann auch keineswegs soweit vom "Anwalt der Spieler", wie er von Mick Schnelle insinuiert wird, entfernt.

Anonymous (unregistriert) 8. September 2011 - 18:44 #

Ich sehe überhaupt kein Draufhauen von Christian, sondern nur einen Appell. Er sagt, dass das journalistische Niveau der Spielejournalisten schwach ist, sagt aber auch warum das so ist: Nicht weil sie ein Haufen Dummköpfe sind, sondern weil sie sich in einer Nische eingerichtet haben. Und er fordert, dass sie diese Nische verlassen, um diesen Zustand zu verbessern. Er impliziert also, dass die Journalisten durchaus die notwendigen Fähigkeiten haben, sie aber nicht nutzen. Wäre das nicht der Fall, hätte er ja nach ganz neuen Autoren rufen müssen; er richtet sich aber an die, die schon da sind.
Hier wollte nur jemand persönliche Rechnungen begleichen, schade dass ihr ihm dafür ein Forum gegeben hat. Christians Beitrag hätte eine anständigere Antwort verdient gehabt.

Pompejus (unregistriert) 8. September 2011 - 18:51 #

In der Langfassung ist zu lesen:

"Das Gros der deutschen Spielemedien erbringt keine nennenswerte journalistische Eigenleistung.

Aber wie auch? Die wenigsten deutschen Gaming-Fachjournalisten haben eine adäquate Ausbildung oder auch nur ein abgeschlossenes Studium. Ihnen fehlt das journalistische Rüstzeug, geschweige denn die Erfahrung."

Stimmt ja auch. Und wenn die Antworten so ausfallen, wie sie es taten, wird dieser Eindruck nur bestärkt. Es ist das eine, kein Studium abgeschlossen zu haben. Etwas anderes ist es, kraftmeierisch seine Bildungsfeindlichkeit vorzutragen. Das ging ja so weit, dass selbst aus irgendwelchen SciFi-Autoren veritable Vertreter des westlichen Kulturkanons gemacht wurden, um sich dann daran zu reiben und auf beleidigte Leberwurst zu machen. Die Qualität anderer Antworten war auch nicht besser: Fröhlich hat Werbung für Computec gemacht, ihre komplette Unverständnis von Strukturen in anderen Medien demonstriert und zugegeben, dumme Spiele durchzuwinken - weil intelligent darüber schreiben, das gehe ja nicht. Mick Schnelle hat nichts anderes als einen Wutanfall zustande gebracht. Wer so denkt und schreibt, dem traue ich auch keine tiefschürfenden Artikel zu. Und seichte Featurelisten mit pubertären Witzen gibt es zuhauf auf Internetblogs oder Facebook zu lesen. Und wenn ich Bekannte frage, erspare ich mir sogar den pubertären Humor. Da ist es kein Wunder, wenn immer weniger Leute dafür bezahlen wollen. Wofür auch? Allein der offen kommunizierte Anspruch ist eine Zumutung: Bei der GameStar stehen diese dummen Polygon-Babes nach all den Jahren immer noch auf der Hauptseite. Das sagt ja schon alles aus. In den Messeberichten werden die Hostessen immer erwähnt, auf der Seite gibt es grundsätzlich immer endlose Fotostrecken. Wie viele Artikel über die Messehostessen gab es denn während all dieser Jahren, die diese Frauen für einmal nicht als Fleisch dargestellt hätten? Keinen? Einen?

Aber die Branche darf ruhig weiter so machen. In fünf Jahren haben dann alle ein schönes Ex-Spielejournalist-Blog, wo sie über die Welt schimpfen, und dürfen auf Langers Seite mit Laien, die genau so gut schreiben können, um die Wette Erfahrungspunkte sammeln.

Anonymous (unregistriert) 8. September 2011 - 20:32 #

Schon das zweite Mal, dass du Kommentare klaust. Und dieses Mal gibst du dich auch noch als jemand anderes aus. Armselig.

Rand al'Thor (unregistriert) 8. September 2011 - 19:29 #

Wenn du schon in einer Tour die Beiträge von mir und anderen von anderen Seiten zusammenklaust, dann kennzeichne das bitte. Ich kanns nicht leiden, wenn andere meine Kommentare als Eigenleistung vor sich her tragen und den anderen Beteiligten dürfte das nicht anders gehen.

Rand al'Thor (unregistriert) 8. September 2011 - 19:38 #

Und ich mag es nicht, wenn hier jemand mit meinem Nick schreibt...

Rand al'Thor (unregistriert) 8. September 2011 - 19:44 #

Wow, ich bin beeindruckt...
Troll woanders rum.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 317186 - 8. September 2011 - 22:53 #

Hallo lieber Witzbold, denke bitte daran, dass zumindest die Redaktion die IP-Adressen der Kommentierer sehen kann.

Die IPs der folgenden vier Beiträge sind identisch:

- Der Beitrag von "RAnd al Thor" direkt über diesem Comment
- Der Beitrag, auf denen dieser "antwortet", ebenfalls "Rand alThor"
- Der Beitrag von Pompejus etwas weiter oben
- Der Beitrag von Anonymous darüber, auf den Pompejus "geantwortet" hat.

Hast du nichts besseres zu tun?

MadCat_me 08 Versteher - 221 - 8. September 2011 - 23:50 #

Sorry, ich glaube, dass dürfte einer von "unseren" GS-Pinboard-Trollen sein. Pompejus ist einer unserer User, Rand al'Thor und ich Moderatoren.

Es ist wirklich erbärmlich, wenn man mit solchen Tricks daherkommt, um unsere User und uns hier diskreditieren zu wollen.

Anonymous (unregistriert) 8. September 2011 - 19:43 #

Ach herrje, da hat jemand aber eine Diskussion losgetreten. Und 'ne Menge Vorwürfe gegenüber Schmidt gabs auch noch. Mich würde da ein Statement von ihm sehr interessieren. Immerhin klagt Mick ja, dass Christian seinen Pflichten als Lehrperson und Vertreter seiner Zunft Jahrelang nicht nachgekommen wäre.

Naja mir eigentlich wurscht. Im Endeffekt hat es sich bewährt, eine Kombination aus 2-3 Spieletests als Bewertungsgrundlage zu nutzen. Gerade die Verbindung von 4players- und Gamestar-Wertungen lässt kaum einen Zweifel daran, was für ein Spiel da gerade vor einem liegt. Auf der einen Seite die hochobjektiven Bewerter mit ihrem Meinungsbaukasten, auf der anderen Seite die völlig subjektiven Bewerter mit der Tendenz zum Abschaffen der Note.

Anonymous (unregistriert) 8. September 2011 - 19:47 #

Hätte Herr Schmidt nicht Recht, würde das Thema wohl kaum so hohe Wellen schlagen.
Spielejournalismus ist meist kein Journalismus, sondern bloß Werbung.
Einzig 4Players traut es sich mal einem Hypespiel eine Wertung unter 80% zu geben.
Selbst unfertige Spiele wie Silent Hunter 5 (Mick erwähnt es ja auch) werden abgefeiert, obwohl sie quasi unspielbar sind.

Jacob Klein 08 Versteher - 160 - 8. September 2011 - 20:34 #

Eben nicht. Was hier empörung unter den Kollegen verursacht ist ein sinnloses (und übertriebenes) Rumgemecker aus sicherer Distanz (nach dem Verlassen der GameStar), inklusive seltsamer Postulierungen und Unterstellungen. Und das auch noch ganz öffentlich auf SpOn.

Dass viele das nicht auf sich sitzen lassen möchten (s. Mick Schnelle) war abzusehen. Ich möchte mal kein trolling unterstellen. Warscheinlich wollte C. Schmidt nur eine Diskussion lostreten, dass sich in der Printmedienlandschaft etwas ändern muss (wahr), und hat dabei (versehentlich? wohl kaum) entschieden zu dick aufgetragen und nebenbei gleich noch sein persönliches Manifest hingeklatscht (entweder man stellt Fakten auf Basis von Argumenten auf, oder man legt seine persönliche Meinung dar - C. Schmidt hat einfach seine Meinung zum Allgemeinkonsens erklärt, den wir doch bitte alle einzusehen haben).

Cupp (unregistriert) 8. September 2011 - 21:23 #

Hätte Christian Schmidt diese Sachen denn als stellvertretender Chefredakteur schreiben können? Nein, hätte er nicht. Er hätte es in seinem Team ansprechen können (ob das geschehen ist kann ich nicht abschätzen) aber er hätte keinesfalls als Mitglied eines Magazins so einen Artikel als Blog veröffentlichen können.
Das geht nur aus einer gewissen Distanz heraus und ich sehe nicht, dass das als Schwäche gedeutet werden muss.

Und wo hat er das zum Allgemeinkonsens erklärt. Sein Artikel ist klar als Kolumne gekennzeichnet und wie hier sehr viele schreiben, hat er in einigen bis allen Aspekten durchaus recht.

Claus 28 Endgamer - - 106524 - 8. September 2011 - 21:44 #

Und warum hätte Herr Schmidt das nicht als stellvertretender Chefredakteur schreiben können?
Gibt es da weitere Erkenntnisse zu, oder ist das eine in Stein gemeißelte Allgemeinwahrheit?

Oder andersherum: wenn der ungekürzte Artikel nun beim Herrn Lott zu lesen ist, dann hätte der gleiche Artikel dort nicht auch während Herrn Schmidts Amtszeit bei der GS erscheinen können?

Einfach als Gastbeitrag flaggen, den Realnamen nicht nennen und in der Lottschen Einleitung oder Schlussbetrachtung einen Verweis auf Insider o.ä. setzen.

Fertig.

Macht natürlich keine so gute PR in eigener Sache wie ein SpOn Artikel. Nicht, dass das ein verwerflicher Gedanke wäre, aber das hier daraus dann immer gleich ein Heldenepos gedichtet wird, muss ja nun bitte auch nicht sein, oder?

Cupp (unregistriert) 8. September 2011 - 22:20 #

Er hätte es nicht machen können, weil er dann Ärger mit seinem Arbeitgeber bekommen hätte?
Und warum anonym veröffentlichen, wenn es seine Meinung ist und er auch darüber zu diskutieren bereit ist.

Claus 28 Endgamer - - 106524 - 9. September 2011 - 9:42 #

Wo findet die Diskussion, an der Herr Schmidt aktiv teilnimmt, denn momentan statt?
Nirgendwo? Genau.

Also hätte er auch anonym (oder gar unter Herrn Lotts Namen) veröffentlichen können, wenn denn tatsächlich Ungemach vom Arbeitgeber drohte (auch eine bislang unbewiesene Aussage).

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 7704 - 8. September 2011 - 20:50 #

Ich werf mal das Wort "Killerspiele" in den Raum. Empörung groß - Sinn = Null.
Wer von dem einen auf das andere schliesst, hat schon verloren.

Claus 28 Endgamer - - 106524 - 8. September 2011 - 21:55 #

@ Anonymous (unregistriert) 8. September 2011 - 19:47 #

Interessant, dass Sie "bloße Werbung" in Spieletests kritisieren und dann ganz unverbrämt genau dieses mit Ihrem Kommentar hier machen: Werbung für 4players.de.

Es hätte sie vermutlich nur 10 Sekunden gekosten, den GamersGlobal-Test zu Silent Hunter 5 aufzurufen, und schon wäre Ihre "einzig 4players.de traut sich" Argumentation in sich zusammengefallen.

Es gibt Tage und Diskussionen, da würde ich mir wünschen, dass "Anonymous"-Kommentare nicht zugelassen wären.

Anonymous (unregistriert) 8. September 2011 - 22:46 #

Silent Hunter 5 ist keiner der Hypetitel von denen ich schreibe, sondern ein Nischenprodukt.
Hypetitel wie Call of Duty: Black Ops haben auch hier auf GG 9.0 für den Singleplayermodus bekommen und das ist einfach nur lächerlich.

Claus 28 Endgamer - - 106524 - 9. September 2011 - 9:50 #

Das ist lächerlich, weil ... ?
Ohne Begründung ist das eine Aussage ohne Wert.

Kendrick 09 Triple-Talent - 250 - 8. September 2011 - 22:08 #

Bei allem Respekt, aber hier liegen unterschiedliche Denkweisen vor, die sich nicht einfach mit einer Darstellung übersehener Tugenden und der guten "Seele" der kritisierten Spielelandschaft wieder vereinigen lassen. Freilich ist all das in gewisser Weise wahr und richtig. Andererseits gibt es auch Aspekte, die dabei kaum beachtet werden und im System selbst unterdrückt werden. Diese werden anschaulich in Debatten über den künstlerischen Wert von Spielen. Wenn man Spiele als etwas Eigenes sieht und glücklich damit ist, spielt das natürlich keine Rolle. Wer jedoch Interesse am Wert des Inhalts, eine kritische Betrachtung der gebotenen Erfahrung nach ernsteren kulturellen und diskursiven Standards hat, dem bietet das etablierte symbiotische Modell von Journalismus und Industrie kaum Raum und die passende Grundlage dafür. Das ist weitgehend unabhängig von deutscher Medienrepräsentation und Politik zu verstehen.
Selbst in Fan-Kreisen von Genre-Literatur gibt es noch ein Bewusstsein von höheren Kriterien und Werten der Schriftststeller-Zunft, wohingegen bei Spielen gewissenmaßen gilt, Genre ist an und für sich gut, man muss nur gewisse Protokolle realisieren, Bugs ausmerzen usw... Der Vergleich mit Auto-Zeitschriften zeigt auch das unterschiedliche, technisch orientierte Denken, während ein Vergleich mit Film- und Buchkritiken wohl den ungeliebten, tendentiellen "Elitismus" nahelegen würde, und sich daher nicht so gut für eine einfache Widerlegung, sondern eher Bestätigigung, eignen würde.

Es ist jedoch nicht so, dass eine Versöhnung der Liebe zu Spielen und einem kritischen Bewusstsein der tieferen Qualität des Inhalts über dessen Unterhaltungswert hinaus ganz ausgeschlossen wäre. Immer wieder gibt es Journalisten, die ihre besondere Wertschätzung eines Spiels und die Intention der Entwickler ausdrücken, die über den bloßen Spaß-Wert hinausgehen. Das geht manchmal auch ganz ungezwungen und humorvoll wie hier in der Behandlung der allgemeinen Frage, was "besser" sei, Singleplayer oder Multiplayer: http://www.rockpapershotgun.com/2011/08/01/look-single-player-people-are-just-better/

Es ist nur vielleicht so, dass die Hinnahme von Spielen als Spielzeug in der Industrie allgemein zu einfach und einseitig geschieht, und die Szene daher von Blockbustermentalität, Sport, Technik und Formalismus dominiert wird, während eine offene Aussprache von "höheren" Qualitätskriterien, die auch allgemein an Fiktion und kreative Werke gelegt werden, nicht ernst genommen wird (Hauptsache es macht Spaß) oder auf deutlich stärkere Zurückweisung stößt.

Im Grunde kann die normale Kritik zusammen mit einer neuen, spezialisierten Betrachtungsweise bestehen, und es ist vielleicht in guter Voraussicht, wenn ein Redakteur die andere Richtung vorantreiben will. Die eigentliche Industrie, die sich am liebsten eine junge "press a button and something awesome happens"-Klientel heranzüchten würde, kann sowieso einige weniger bestätigende Impulse vertragen, die die populistischen Tendenzen im Kern in Frage stellen.

Uran-Utan Klaus (unregistriert) 10. September 2011 - 12:01 #

Da kann ich mich nur anschließen!

GeNiUs 10 Kommunikator - 432 - 8. September 2011 - 22:18 #

Klingt für mich so, daß es den Bach runter geht bei GameStar...seit Michael Trier Chefredakteur ist...oder schon seit Gunnar Lott?

Zum Thema:

Ich mochte immer die Tests von Christian Schmidt. Man hat aber schon immer auch gemerkt, das er irgendwie noch mehr in die Spiele hineininterpretieren möchte...so, als sei er auf der Suche nach "dem Sinn des Lebens...ähem, Spielens". Jetzt ist er aber ein bischen über das Ziel hinausgeschossen.

Ich mochte immer auch die Tests von Mick Schnelle. Er schrieb immer sehr ausführlich und sachlich.

Schlußendlich: Es geht immer noch "nur" um Computerspiele. Ja, das ist auch mein Hobby Nr. 1 seit 1986. Lebenswichtig ist das nicht. Es geht um Spaß. Und über die Spiele, über die ich etwas erfahren möchte, weil Kaufinteresse, finde ich auch immer Infos. Ich verlasse mich da auch nicht nur auf eine Quelle, sprich EINEN Test in EINEM Magazin. Da werden mehrere abgeklappert. Letzten Endes steht aber schon vorher fest, ob ich ein Spiel kaufe oder nicht. Schließlich weiß ich inzwischen, was mich anspricht und was nicht. Es bleibt eine "Bauchentscheidung", daran ändern auch Testergebnisse nichts.

Anonymous (unregistriert) 8. September 2011 - 22:44 #

Also ich verstehe das alles nicht. Die Sache ist doch relativ eindeutig.
Viele junge Menschen sind heutzutage extrem Internet-affin. Das schlägt sich nicht nur in Verkaufszahlen von Zeitungen, sondern mittlerweile auch im Fernsehkonsum nieder. Das da Computerspielzeitschriften ein noch größeres Problem haben ist dank der Zielgruppe doch wohl klar. Wenn ich Tests und News aktueller und (dank Gametrailers und co ) auch unterhaltsamer und besser mit bewegten Bildern im Internet ansehen kann, warum kaufe ich dann noch solche Magazine, die zudem immer teurer werden? Beim PC kommt noch dazu, dass die Zielgruppe immer kleiner wird, weil auch die Konsolen immer stärker geworden sind.

Das es an der Qualität der Magazine liegt halte ich für ziemlichen Quatsch. Der Markt ist so breit aufgestellt, es gibt für jeden Geschmack etwas ( Von ComputerbildSpiele, über Gamepro und Gamestar, über Maniac und Consol.plus bis zu GEE usw. ). Ich lese seit 20 Jahren, seit ASM, Powerplay und Playtime Magazine. Und das die Qualität abgenommen hat kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Die Vielfalt ist eher größer geworden.

Fazit, es geht um ein aussterbendes Genre. Da können sich die Redakteure jetzt noch so kloppen. Ausser ein paar Nostalgikern wie mir und einigen Hardcore Computergamern wird es bald keine Leser mehr geben.

btw. ich finde die GEE stinklangweilig. Ich will von solchen Magazinen unterhalten werden. Sonst lese ich den Spiegel. Denn bei aller liebe, so viel intellektuellen Wert haben jetzt Computerspiele nicht.

Warwick 17 Shapeshifter - P - 6338 - 8. September 2011 - 23:36 #

Das vermisse ich doch die "alten" Zeiten. Damals gab es zwar auch mal seltsame Tests und journalistische Ausrutscher, aber immerhin haben sich die Redakteure nicht (öffentlich) mit Schlamm beworfen. Das hat man dann lieber im Deathmatch ausgetragen - und ganz ehrlich? Selbst das blutigste Deathmatch im indiziertesten Blutorgienverherrlichungs-Shooter ist sauberer, als der Spiegel-Artikel und diese Antwort darauf.

Ich finds teils echt peinlich - von beiden Seiten.

Anonymous (unregistriert) 9. September 2011 - 9:26 #

Das ist ja richtig spannend heute. Wie Christian's Text beinhaltet auch dieser wahre und falsche Punkte. Die beide Artikel zusammen sind das Spannendste was ich seit langem hier gelesen habe, Glückwunsch!

Eins kann ich mir nicht verkneifen: Wenn man weiß wie manche Spiele produziert werden, muß man nicht wirklich nach irgendeinem Geist im Inneren oder einem höheren Zusammenhang jenseits von "Es soll halt genug Geld einspielen" suchen. Das ist löbliche bei Titeln, wo dies auch angestrebt wird. In der Realität kan man dies heutzutage aber bei einem großen Prozentsatz vernachlässigen, da es schlicht niemals eingeplant war.

JoeMeek 10 Kommunikator - 384 - 9. September 2011 - 9:29 #

Warum fehlt eigentlich in der News-"Schlagzeile" zu diesem Artikel die Angabe der Kommentaranzahl ("Keine Kommentare")?!

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6468 - 9. September 2011 - 9:47 #

Danke, Jörg, daß Du mal sachlich ein paar Gegenargumente zu Christian gebracht hast, die nicht von wieder neuen persönlichen Angriffen so überlagert werden, daß man die Diskussion um den Inhalt gar nicht erst führen kann. Ich sehe die Diskussion jetzt differenzierter und stimme Christian (und Gunnar) weniger zu als vorher. Aber ich bin immer noch der Auffassung, daß "etwas mehr in Christians Richtung" kein Problem, sondern wünschenswert wäre und sich mit Deiner, Micks und Petras Ansicht zum Testen absolut nicht beißen würde.

Klar gibt es hier auf GG hervorragende Tests "mit allem", was der erwachsen-intelligente Leser sich wünscht; deshalb sind viele von uns ja auch vom ersten Tag an hier auf GG (und zahlen!) - aber daß genau Du und GG im Ergebnis sicher für einige Kündigungen von GameStar-Abos sorgen, das darf doch den Print- und (z.B.) GameStar-Leuten auffallen und Sorgen machen; und insofern glaube ich, daß Du quasi Christian darin "zustimmst", daß sich - aus Sicht eines Print-Chefredakteurs - allerschnellstens etwas ändern muß. In welche Richtung jedoch, darüber kann man trefflich streiten, und insofern glaube auch ich, daß für Christians anscheinend (oder nur scheinbar?) recht einseitig-kleinen Nieschen-Ansatz die Zielgruppe viel zu klein wäre.

Vielleicht nämlich will auch er die "Zahlen und Fakten" in den Artikeln gar nicht so sehr abschaffen, sondern nur *zusätzlich* noch den Artikel-Horizont in mehr Artikeln als bisher um etwas erweitern. Dann stünden die beiden Lager noch weniger weit auseinander als sie vielleicht selbst glauben.

Sir.Vival.Technique 06 Bewerter - 50 - 9. September 2011 - 10:02 #

ich stimme Herrn Schmidt in den meisten Punkten zu. Schreiben sollte mehr sein als nur eine kalte Informationsübermittlung, egal ob man in der "Apothekenrundschau 66+" oder in "mein öder Garten" Magazinen schreibt. Nerdaffinität hin oder her. Man kann überall etwas Leben/Anspruch hineinbringen.
Ein gutes Beispiel ist die "edge" Ausgabe, diese sind ihrer Sprache mächtig und können die Bedeutung der Spiele einordnen, bzw. über den Tellerrand schauen. Wer liest denn schon ein Buch mit langweiliger Einleitung....noch dazu sind deren Testnoten oft kontrovers (in positiver Hinsicht)

Das dies bsonders hier nicht gut ankommmt wundert mich nicht. Natürlich feuert Herr Schmidt vor allem auch gegen Systeme wie Gamersglobal, die das "Web 2.0 Laientum" nahezu zelebriert. Schreiben ist eine Kunst und deshalb schreibt auch nicht jeder Bücher, im Internet sind diese Hemmungen leider weg.

Melecatius 11 Forenversteher - P - 690 - 9. September 2011 - 10:18 #

thumbs up Mick!
Was wohl in den Herrn gefahren ist?

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 31305 - 9. September 2011 - 11:05 #

Puh, viele Kommentare, keine Zeit, die alle zu lesen. ;-)

Aber nach Sichtung beider Texte muss ich eher Christian zustimmen. Allerdings würde ich das nicht auf den deutschen Spiele-Journalismus beschränken, das ist in internationalen Online-Magazinen oft auch nicht besser. Mick fühlt sich hier offenbar persönlich angegriffen und macht seinem Ärger Luft. Darf er gernbe machen und er hat eben den Status, das in einer prominent veröffentlichten Kolumne zu machen. Trotzdem liest es sich teils wie ein Forenpost. ;-)
Andererseits hat Mick mit einer Aussage auch nicht unrecht: Wenn das alles Christian so stört, warum hat er es dann nicht geändert, als er in der Position dazu war? Vermutlich konnte er sich nicht durchsetzen. Der Branche geht's nunmal schlecht, da kann man nicht einfach mal so das Gehalt erhöhen. Tja, bleibt zu hoffen, dass sich da mal was bessert. Aber das wird wohl eher online passieren, in Print dürfte sich da nicht mehr viel tun. :/

Anonymous (unregistriert) 9. September 2011 - 11:48 #

Also ich denke um es mal auf den Punkt zu bringen, ich glaube Herr Schmidt will mehr, er will Veränderung bei Spieletests, aber was soll das sein? Mehr philosopische, tiefer gehende, intelektuelle Aspekte? Einfach mehr von dem wie er es selber macht?

Dazu sei folgendes gesagt, ich glaube Herr Schmidt weiß selber einfach nicht so genau wie er es beschreiben soll und das ist mein kritikpunkt an ihn. Herr Schnelles Antwort ist ein bisschen zu emotional, denn es ist fakt das Spiele und das ist genauer Gesagt "interaktive Software", in der mitte der gesellschaft ankommen, ob diese nun eine potenzielle leserschaft für ein fachmagazin darstellt weiß ich nicht, aber es wäre zumindest möglich.

Spieler jetzt in irgentwelche gruppen einteilen zu wollen ist glaube ich nicht so wirklich möglich, denn dabei geht vor allem um die zeit die jeder in spiele investiert und um geschmack und darüber lässt sich entweder endlos oder garnicht streiten.

Desweiteren stimme ich Herr Langer vollkommen zu, dass es bereits sehr viele gute Artikel gibt, diese sind also nicht das Problem und wenn Herr Schmidt gerne mehr "intelektuelles Geschwurbel", wie es ja so beileidigend genannt wird haben will, dann gut, aber es gibt natürlich Leute die es nicht haben wollen, und Leute wie mich die es nicht so ausgeprägt haben wollen.

Wo liegt also das Problem, nun Probleme gibt es immer, ich würde nur gern (wieder) ein vernünftiges printmedium haben, was:

-mich nicht mit news zu bokmbadiert
-so viele nichtssagende previews enthâlt
-so ivel werbung enthält und obendrein auch noch mordsteuer ist
-seine abonnenten dadurch vergrault, dass es den inhalt schon kostenlos online stellt
-gute berichte und reports enthält, mit einer unkomplizierten wertung und vielleicht meinungsâußerungen verschiedener redakteure

für die branche würde ich mir natürlich bessere bezahlung und hohe qualität wünschen.

Dass es natürlich auch immer an den Entwicklern und Publishern liegt wie gut und wie schlecht die spieleberichterstattung ist, darin stimme ich frau fröhlich vollkommen zu, denn auch wenn die magazne die branche mitprägen sollten, werden sie doch trotzdem automatisch angepasst.

Allerdings sehbe ich immoment doch eine riesige vielfalt, sodass ich keine direkten negativtrends sehe.
Einzig die kommerzialisierung und die monopolisierung, sowie die freiheitsberaubung der spieler stellen für mich ein riesiges problem dar.

Also würde ich mir in conclusion wünschen, dass besagter Herr schmidt vielleicht mal ein eigenes Magazin startet, ich weiß selbstverständlich dass das nciht so einfach ist.

vicbrother (unregistriert) 9. September 2011 - 11:52 #

"Also ich denke um es mal auf den Punkt zu bringen, ich glaube Herr Schmidt will mehr, er will Veränderung bei Spieletests, aber was soll das sein? Mehr philosopische, tiefer gehende, intelektuelle Aspekte? Einfach mehr von dem wie er es selber macht?"

Lies mal Spielrezensionen aus UK. Die sind vollkommen anders und in diese Richtung will - so denke ich - auch Christian Schmidt.

Anonymous (unregistriert) 9. September 2011 - 12:01 #

kleiner nachtrag: auch wenn wir hier auf GG sind, muss ich doch sagen, dass ich persönlich ein printmagazin, von mir aus auch zusätzlich favorisiere, Einfach weil das lesen am bildschirm doch etwas mühsam ist und dieses herauspicken bzw. häppchenweise servieren (bildlich gesprochen) von einzelnen artikeln ebenfalls etwas nervt, dann eben lompakt zusammengefasst in einem magazn gute berichte und eben nur die wichtigsten news und der ganze für mich unwichtige rest fällt weg.

vicbrother (unregistriert) 9. September 2011 - 11:53 #

Das mit der zweiten Kommentarseite finde ich ziemlich blöd. Warum macht man einen solchen Umbruch? Die Ladezeiten sind bei Text unerheblich, die größe von HTML unbegrenzt. GamersGlobal, bitte ändern!

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 72473 - 9. September 2011 - 12:59 #

Dann schreib das bitte ins Feedback-Forum in den Verbesserungsvorschläge-Thread, dafür ist er da, nicht die Kommentare.

Timbomambo (unregistriert) 9. September 2011 - 11:53 #

... und "Abrechnung mit alten Kollegen" buchen wir dann ein unter "Journalismus" --- Yay!

vicbrother (unregistriert) 9. September 2011 - 12:02 #

Da Christian Schmidt sicherlich nicht >100 Spielezeitschriften und -seiten lesen kann, sollte GamersGlobal nun um eine Replik bitten und online stellen. Andernfalls wäre der "offene Brief" nur ein schlechter Artikel.

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4211 - 9. September 2011 - 17:44 #

Also zusammengefasst finde ich es nicht sehr schön, wie Positionen verteitigt, Leute angegriffen und Abrechnungen unterstellt werden.

Klüger fände ich es, von beiden Seiten zu lernen und ich persönlich bin sicher, dass beide Seiten gute Argumente haben.

Und ja, ich persönlich finde den Großteil der Wertungen albern, weil sie total an mir als Spieleveteran vorbei gehen, weil langweilige Massenmarkterscheinungen mit dem immer gleichen Spielprinzip erscheinen, das neuerdings sogar gerne noch vereinfacht wird (Diablo 3 oder Gummiband KI bei der NfS-Reihe, Selbstheilung uvm.).
Daher möchte ich lieber über das Produkt informiert werden und meine eigene Wertung im Kopf machen dürfen, dafür benötige ich nur die Informationen und ein Video. Ich genieße es dabei auch, anderen wie bei GG und der Stunde der Kritiker zuzuschauen. Ich genieße es auch, den Spieleveteranen Podcast zu hören. Aber eine Zahl vergeben, möchte ich selber, sonst gerate ich immer wieder zu dem Punkt, wo ich dem Autor, dem Magazin oder dem Spielejournalismus vorwerfen muss, "danebenzuliegen" oder mir sein persönliches Präferenssystem "aufdrücken" zu wollen. Beides erscheint mir unprofessionell.

Und ja, es interessieren mich intelligente Auseinandersetzungen mit dem Inhalt, falls das ein Spiel hergibt, ganz genauso wie die Spielmechanik oder der Grad an Offenheit, der Spielraum an Fantasie, der mir selbst überlassen wird, oder wie streng ich an die Hand genommen werde. Ich will wissen, ob ich auf Schienen von Skript zu Skript gejagt werde, ob ich einen interaktiven Film bediene oder in der Tat "spielen" kann. Dabei ist mir das Gesamterlebnis genauso wichtig, wie die technischen Zutaten, die das Gesamterlebnis ausmachen. Und diese Erfahrung, das Erlebnis muss nicht in Genres gepresst werden und nicht an Hardware gebunden sein, das kann ich auf meinem Pad genauso wie auf dem PC erleben. Ich will diese Schranken gar nicht ständig vorgehalten bekommen.

Es gäbe noch viel mehr zu sagen. Aber das Fazit lautet: Alle haben Recht, denn alle haben ihren eigenen Geschmack, ihre eigene Vorliebe, ihre eigene Art zu spielen oder Artikel zu lesen. Und das sollte genutzt werden, diese Welt zu bereichern. Nicht die besten werden dabei die meiste Beachtung finden, sondern die, die den Massengeschmack am meisten treffen. So war es immer, aber das sollte uns nicht entmutigen, auch den anderen zuzuhören.

MiToMa 04 Talent - 23 - 9. September 2011 - 13:18 #

Interessante Diskussion, quer durch die Foren und Blogs. Allerdings, bevor ich ein wenig auf CSs Inhalte und MSs Antwort eingehe, möchte ich etwas zu der Art der Diskussionsführung loswerden:
Ich bin Ü30 und die Protagonisten dieser Diskussion sind es mindestens auch. Ich vermisse allerdings eine gewisse Gelassenheit bei den Parteien und etwas Distanz bei der Bewertung der Inhalte, alles scheint mir viel zu persönlich genommen zu werden, obwohl CS eigentlich niemanden persönlich für irgendwas verantwortlich gemacht hat.
Aber nun meine Sicht zu den Inhalten:
Christian Schmidt sieht, meiner Ansicht nach, ein Problem, wo keines ist. Ich lese auch seit langer Zeit keine Spielezeitschriften mehr und wenn ich ehrlich bin, auch nicht wirklich die Tests auf irgendwelchen Seiten. Das hat aber weniger damit zu tun, dass mir die Inhalte nicht gefallen. Sie interessieren mich einfach nicht mehr wirklich. Mich interessiert die knackige Zusammenfassung der Stärken und Schwächen eines Spiels und das Fazit eines Menschen, der sich ausgiebig mit dem Spiel beschäftigt hat. Und genau da findet sich meist das, was Herr Schmidt fordert. Zugegeben, meist recht komprimiert, aber da werden Spiele oft in einen Kontext eingeordnet, Querbezüge hergestellt etc. Für die "Metaebene" sind diese Instanzen (Spielezeitschriften, Spieleportale) aber gar nicht gedacht und ausgelegt. Das sollten Blogs erledigen, die dann von denjenigen gelesen werden, die diesen Zugang zu dem Spiel suchen. Da kann dann auch in einem gepflegten Rahmen und mit ähnlichen Voraussetzungen einen befruchtende Diskussion stattfinden. In der Zeitschrift hingegen, und da bin ich ganz bei Mick Schnelle und anderen, findet hauptsächlich Kaufberatung statt, um einer breiten Leserschaft möglichst detailliert die Vorzüge und Nachteile eines Spiels darzulegen. Das darf natürlich nicht manipuliert von außen geschehen (Publisher etc) aber ich maße mir hier nicht an, das beurteilen zu können, daher gehe ich einfach davon aus, dass diese Einflussnahme nicht stattfindet.
Trotzdem darf ein Christian Schmidt durchaus auch mal neue Herangehensweisen an die Thematik "Spielejournalismus" fordern oder andenken. Was ich allerdings etwas befremdlich finde, ist die Plattform, die er dazu gewählt hat. Er hätte den "Balls-Of-Steel" Award 2011 verdient, wenn er diesen Text mal so in der Gamestar gebracht hätte und IDG wäre der knappe Zweite, wenn sie ihn noch abgedruckt hätten. Auch ein persönliches Blog mit diesem Inhalt oder ein Portal, das sich thematisch mit Computerspielen auseinandersetzt wären ein besseres Forum für seine Thesen gewesen. Auf SPON hingegen wirft er es erstmal vor ein Publikum, das sich in großen Teilen für die Thematik gar nicht interessiert. Zusätzlich beschädigt er das (anscheinend kaum vorhandene) Ansehen der Spielejournalisten noch indem er sich davon abgrenzt.
Dass das Ganze dadurch etwas anrüchig wirkt, kann man nachvollziehen, selbst wenn seine Inhalte noch so richtig sein mögen.
Nun aber noch kurz zu den Reaktionen der (ehemaligen) Kollegen.
Obwohl ich inhaltlich den Schmidtschen Kritikern eher zustimme, wundere ich mich etwas über die viel zu persönliche Note, die viele der Antworten enthalten. Ich kann es ja nachvollziehen, wenn man sich in seiner beruflichen Ehre beleidigt fühlt, aber die sachliche Auseinandersetzung mit Herrn Schmidts Artikel sollte aber frei von Polemik, Beleidigung oder verbalen Spitzen sein, um die eigene Argumentation nicht zu entwerten.
Alles in Allem finde ich die grundsätzliche Diskussion über das Thema richtig, warum auch nicht. Ich finde allerdings, das Herr Schmidt von falschen Voraussetzungen ausgeht und das falsche Forum gewählt het. Ebenso falsch finde ich aber die teilweise scharfen Erwiderungen der Kollegen.
Hierdurch wirken die Fronten verhärtet und eine konstruktive Auseinandersetzung scheint unmöglich. Es muss ja nicht immer Revolution sein, Evolution tut's manchmal auch.

PS: MachineryJoe über mir hat das auch schön zusammengefasst, stimme ihm voll zu ;)

Uran-Utan Klaus (unregistriert) 9. September 2011 - 15:26 #

Lieber Mick,

bitte baue doch noch 10x ein "lieber" oder "werter Christian" in deinen Text ein, das verstärkt deine Argumentation ungemein - nicht. Die häufige Nennung deines Adressaten zeigt mehr als deutlich, dass hier offensichtlich ein Nerv getroffen wurde und ich behaupte, dass es dir dabei nicht so sehr um die armen Leser geht, auch wenn du noch so bemüht bist, das zu suggerieren. In erster Linie stellst du Christian Schmidt hier als Nestbeschmutzer hin, dessen Kritik nur beiläufig aufgegriffen und bestenfalls in Ansätzen widerlegt wird. Motto: Du warst selber einer von uns, jetzt mach hier mal nicht den arroganten Besserwisser. Emotional mag das nachvollziehbar sein, intellektuell schrammt es haarscharf an einem Offenbarungseid vorbei.

Der Punkt ist, dass ein "Simulationsexperte" wie du exakt das tut, was Christian - der im Gegensatz zu dir tatsächlich den Leser im Blick hat - kritisiert: du hälst an einem "funktionierenden Wertungskanon" fest und ergehst dich in Zahlen, Fakten, Informationen. Wie du belegen willst, dass der Wertungskanon funktioniert, ist mir schleierhaft. Wie soll ich es auch verstehen, du stellst diese Behauptung einfach als Fakt in den Raum. Die Tatsache, dass die Mehrheit nach wie vor daran festhält, möchtest du hoffentlich nicht ernsthaft als Argument geltend machen? Es mag nur meine bescheidene, subjektive Meinung sein, aber ausufernde Wertungskästen, die so etwas wie eine objektive Bewertbarkeit vorgaukeln sollen, sind ein schlechter Scherz, und das Festhalten daran hat nur einen Grund: Gewöhnung.

Selbst wenn sich einzelne Bestandteile eines Spiel objektiv bewerten ließen (was nicht der Fall ist), landete man spätestens beim Spielspaß wieder in der Subjektivität. Denn Spielspaß lässt sich nicht errechnen, er ergibt sich nicht aus der Summe der Einzelteile. Alles, was du tun kannst, ist, zu schildern WARUM und AUF WELCHE WEISE ein Spiel DIR PERSÖNLICH Spaß macht.
Wenn du ernsthaft glaubst, dass von dir "gute und vor allem über Jahre verlässliche Wertungen erwartet" werden und dass du diesen Service auch tatsächlich leisten könntest, dann bist du gleichermaßen größenwahnsinnig wie realitätsfern. Dass ausgerechnet du dich dann auch noch erdreistest, Christian Schmidt als Elfenbeinturmbewohner zu diskreditieren, ist das berühmte i-Tüpfelchen.

Deine Meinung kann und will ich dir nicht nehmen, warum auch. Konservatives und/oder engstirniges Gedankengut und Festhalten an vermeintlich Altbewährtem ist ja nun wahrlich kein spezifisches Phänomen der Spielejournalisten. Schreibe weiter deine Texte, die sorgfältig Punkt für Punkt der Spielmechanik abhandeln und dein Spielerlebnis nacherzählen - dabei aber in kaum einer Zeile ein Gefühl für das Spiel vermitteln. Warum, frage ich mich, schaue ich mir da nicht einfach gleich ein Video des Spiels an? Den einzigen Mehrwert, den eine solche Berichterstattung hat, ist die Komprimierung. Was im Video 3 Stunden dauern würde, lässt sich auf einer halben Seite zusammenfassen.

Schmidt sagt mit keiner Silbe, dass man keine harten Fakten nennen darf/soll, dass Informationen über Waffen, Lenksysteme oder weiß der Geier was tabu seien. Problematisch ist, dass sich die meisten Tests in einer sterbenslangweiligen Aufzählung und Aneinanderreihung dieser Informationen erschöpfen.

Über einen Satz solltest du vielleicht noch mal in Ruhe sinnieren und dich fragen, ob du das, was du anstrebst, nämlich den Lesern "ein spannendes und spaßiges Leseerlebnis über ihr Lieblingshobby zu bereiten" auch tatsächlich erreichst. Denn dein Ziel ist ja ein Gutes und ich glaube dir auch sofort, dass du es anstrebst.

Der Satz lautet:
"Damit meine ich gar nicht mal so sehr dein persönliches Unvermögen, Spiele zu sezieren, in die Spielmechanik hineinzukriechen und stets zu versuchen, den Geist des Spiels zu erkunden, wie es aus meiner Sicht jeder Spieletester tun sollte."

Ein Spiel sezieren? Und damit seinen Geist erkunden?? Niemals.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 317186 - 10. September 2011 - 11:10 #

Viele Buchstaben, viele Beleidigungen, und dennoch ziemlich am Thema vorbei: Wer sagt denn bitteschön, man könne Wertungen errechnen? Mick sagt das nicht, wir bei GamersGlobal sagen das auch nicht. Lies doch einfach mal einen beliebigen Test von Mick bei uns durch, der letzte ist sogar direkt unter dem Artikel verlinkt (Pirates of Black Cove). Wo wird denn da berechnet? Wird da nicht ausgiebig auf das Gefühl des Spiels eingegangen.

Weist du, du motzt hier rum und gehst Mick an, aber du machst denselben Taschenspielertrick (bewusst oder unbewusst), den ich weiter oben schon kritisiert habe: Du unterstellst der "Gegenseite" etwas, was gar nicht so ist, und ziehst dann über deine eigene Unterstellung her, als wäre sie die Wirklichkeit.

Uran-Utan Klaus (unregistriert) 10. September 2011 - 11:49 #

Wo beleidige ich denn? Ist alles, was deiner Ansicht widerspricht und deinen Buddy Mick (in zugegeben harschem Ton, aber wer so undifferenziert austeilt, muss auch einstecken könnnen) kritisiert, autom. Polemik?

Ich habe geschrieben, dass das Sezieren eines Spiels in Einzelteile mit Wertungszahlenkorsett objektive Bewertbarkeit suggeriert. Und dass ich Micks "auf Jahre verlässliche Wertung" für bullshit halte.

Und wie oft willst du den "Taschenspielertrick" noch ins Feld führen? Du bezeichnest jeden, der sich Christian Schmidts Meinung - wenn auch nur teilweise - anschließt, als brainwashed. Wer wendet hier also diesen "Trick" an??

Ich habe mir Artikel von Mick durchgelesen. Das tue ich sogar seit über 15 Jahren immer mal wieder. Und jedes Mal lese ich das, was ich oben schon geschrieben habe: eine Nacherzählung.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 317186 - 11. September 2011 - 9:55 #

Lenk doch nicht ab: Hast du nun darüber schwadroniert, Wertungen könnten nicht errechnet werden, als Vorwurf uns und anderen Magazinen gegenüber, oder nicht?

"Du hast dir Artikel von Mick durchgelesen" -- wow! Aber offensichtlich nicht den unter diesem Artikel verlinkten -- und wohl auch nicht diverse andere von ihm. Sag mir doch mal genau, wo du eine Nacherzählung siehst bei Pirates of Black Cove. Wie definierst du "Nacherzählung"? Dass man über das getestete Spiel schreibt, statt sich in abgehobenen Betrachtungen zu verlieren?

Ich bezeichne deiner Meinung nach "jeden" als "brainwashed", der hier Kritik äußert? Nö, den allermeisten kritischen Kommentaren hier habe ich gar nicht geantwortet. Von "brainwashed" habe ich weder wörtlich noch im übertragenen Sinn gesprochen. Du wirst es nicht hören wollen, aber du machst mit deiner unsoliden Taschenspieler-Argumentation einfach weiter. Das langweilt.

Uran-Utan Klaus (unregistriert) 11. September 2011 - 12:13 #

Ähm Jörg... Erst beleidige ich, jetzt schwadroniere ich und lenke ab. Noch ein paar haltlose Vorwürfe mit arrogantem Unterton? Vielleicht können wir uns das sparen und halbwegs sachlich argumentieren? Ich behandle dich auch nicht wie einen 12 jährigen Forentroll...

WERTUNGEN
Ob ihr bei GG explizit behauptet, Wertungen könnten errechnet werden oder nicht, spielt für mich gar keine Rolle, ihr TUT es. Ihr drückt - wie die meisten anderen - einem Spiel einen Zahlenstempel auf. Da haben wir einfach grundsätzlich andere Ansichten, aber von mir aus haltet daran fest, ist ja eure Sache und für mich auch kein Problem, denn zweifellos gibt es viele Zocker, die danach verlangen.
Nur hat Mick in seinem Brief unzweideutig von einer "auf Jahre verlässlichen Wertung" gesprochen und stellt es so dar, als wäre SEINE durch SEZIERUNG entstandene Wertung verbindlich. Wo ist der Unterschied zum Ausrechnen? Er zerlegt ein Spiel in seine Einzelteile, analysiert jedes davon bis ins Detail, summiert das Ganze und klatscht eine Zahl drunter. Jeder darf das von mir aus gerne so machen, aber niemand sollte behaupten, dass das der Weisheit letzter Schluss sei.

NACHERZÄHLUNG
Du weißt offensichtlich besser als ich selbst, was ich gelesen habe. Auch hier solltest du dich fragen, ob du wirklich auf diesem Niveau "argumentieren" möchtest. Erst wirfst du mir vor, ich würde Micks Artikel nicht lesen. Dann antworte ich, dass ich das seit über 15 Jahren tue. Du wirfst mir vor, ich würde die falschen Artikel lesen (und möchtest mir auch noch diktieren, welches denn die Richtigen seien). Dein albernes "Wow" übergehe ich jetzt mal um des Burgfriedens Willen. Tut mir leid, sowas ist respektlos und lächerlich.
Zur Sache: Ich bezeichne z.B. alles, was in dem von dir gelobten Text über Pirates Of Black Cove unter der Überschrift "Zwei Missionen - ein Ziel" steht, als Nacherzählung, weil da der Ablauf von Missionen eben nacherzählt wird. Bei Tropico 4 ist es noch deutlicher. Kann man ja machen, ich finds nur nicht spannend. Liegt unter anderem daran, und auch dieses Argument ignorierst du, dass ich es seit über 15 Jahren auf diese Weise lese und es leid bin.

BRAINWASHED
Damit meinte ich, dass du jeden (und nein, ich habe nicht geprüft, ob du es wirklich bei JEDEM machst!), der nicht deiner Ansicht ist, als Taschenspieler diffamierst und dich weigerst zu akzeptieren, dass du uns nicht einfach so abbügeln kannst. Das ist umso schlimmer, weil - und das haben dir jetzt schon mehrere User hier gesagt - du selbst diesen Trick anwendest.

Beispiel gefällig? Du schreibst:

"Wie definierst du "Nacherzählung"? Dass man über das getestete Spiel schreibt, statt sich in abgehobenen Betrachtungen zu verlieren?"

Und damit unterstellst du mir das Gleiche, was du auch Christian Schmidt schon unterstellt hast, nämlich dass wir eine sprachlich abgehobene, aber inhaltlich debile Kritik propagierten. Und mehr noch: dass Betrachtungen, die über reines Informieren über Spielabläufe hinausgehen, per se etwas Schlechtes seien.

DAS ist ein Taschenspielertrick (ich kann dieses bescheuerte Wort nicht mehr hören). DU suggerierst etwas Falsches und putzt es runter.

ICH habe weder von philosophischen Betrachtungen noch von einer notwendigen Metaebene noch sonst was gesprochen, was du - ziemlich gewagt - unter "abgehobene[n] Betrachtungen" subsummierst. Und selbst wenn ich das getan hätte: es haben auch schon diverse User erklärt, dass eine solche Berichterstattung nicht weniger Arbeit macht und für sie durchaus interessant wäre. Das kannst du nicht einfach abtun, auch wenn Christian mit seinem Text nicht immer ins Schwarze trifft.

Ich plädiere - und da gehe ich TEILWEISE mit C. Schmidt d'accord - für spannendere Artikel, die eher eine Geschichte erzählen und ein Gefühl vermitteln, als Informationsketten zu bilden.
Dir sind - nehme ich an - detaillierte Informationen und eine akribische Recherche/Analyse wichtiger, erst dann kommt die sprachliche Gestaltung. Vermutlich hat beides seine Berechtigung und sein Publikum und vor allem kann man darüber deutlich entspannter diskutieren als bisher!

Ich rege mich deshalb so über Micks und jetzt auch deine Äußerungen auf, weil ihr euch immer über das Bild, das weite Teile der Gesellschaft von Zockern haben, ärgert, nun aber aktiv dazu beitragt, dass es nicht besser wird.

Ich schätze deinen unverändert großen Enthusiasmus für Spiele und Spielekritik, und ich kann grundsätzlich verstehen, dass der Text von Christian dich sowohl persönlich als auch in der Sache ärgert. Dennoch kann, nein sollte man gewisse Überlegungen der Gegenseite zumindest überdenken und möglicherweise in die eigene Sichtweise einfließen lassen. Das ist doch der Sinn einer Debatte, oder nicht?

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6468 - 9. September 2011 - 17:37 #

MachineryJoe und MiToMa, ich freue mich, daß der Prozentsatz derer mit kühlem Kopf hier zunimmt ;-)

SwA (unregistriert) 10. September 2011 - 3:17 #

Hmm, hier haben wir die Meinung eines Christian Schmidt, nun beim Spiegel. Und auf der anderen Seite die Meinung von Mick Schnelle, (ehemals?) freischaffender Redakteur, langjähriger Redakteur bei der PC Player (hoffentlich noch richtig aus dem Gedächtnis zitiert) und nun Lektor und Übersetzer.

Wessen Meinung schließe ich mich da eher an?
Ziemlich eindeutig. Wer sich mit dem Spiegel einlässt, hat mein vollstes Misstrauen. Tut mir ja leid für den Herrn Schmidt, aber er als Medienschaffender muss wissen, wo der Spiegel seit Aust zu verorten ist.
Daher sollte man einen Spiegelartikel nicht als Auszeichnung betrachten.
Fefe nennt es nicht umsonst das "ehemalige Nachrichtenmagazin".

Ich weiß das hat überhaupt nichts mit dem Thema zu tun, aber ich finde dem wird zu wenig Beachtung geschenkt. Der Spiegel (und ganz besonders SPON) ist schon viel zu oft mit tendenziöser Berichterstattung aufgefallen, teilweise grenzte das schon an Propaganda.
Daher: Verzeihung Christian, da kannst du mir auch die Weltformel vorsetzen, solange du das im Spiegel tust gehe ich davon aus dass du tendenziös schreibst.

Uran-Utan Klaus (unregistriert) 10. September 2011 - 11:52 #

Sehr gut! Warum sich auch mit dem Inhalt auseinandersetzen? Auf meiner persönlichen Wie-borniert-kann--man-sein-Skala hast du gerade Platz 1 ergattert.

Anonymous (unregistriert) 10. September 2011 - 11:48 #

Ich lese gerne die News und Reportagen auf GamersGlobal, aber die Tests sind wie fast alle deutschsprachigen Tests sterbenslangweilig. Schlimmstenfalls wird man sogar noch gespoilert. Da wundert es wenig, dass die meisten nur noch auf die Wertung schielen.

Wahrscheinlich hat Mick gar nicht so sehr der Inhalt gestört, sondern der Ort an dem Christian das gepostet habt. Die Leute denen "Killerspieltester" so suspekt wie Pädophile sind, fühlen sich durch den Artikel womöglich bestärkt in ihren Ansichten.
SPON war einfach der falsche Ort für den Appell, es fordert ja auch niemand auf BILD.de mehr Anstand im Journalismus.

maximiZe 12 Trollwächter - 1142 - 11. September 2011 - 1:22 #

Traurig zu lesen, wie wenig Leute auch hier Christians Artikel nicht verstanden haben/nicht verstehen wollen. Schnelles Brief ist ein zu langer, zu 90% aus ad hominem bestehender Witz ohne Pointe.

Anonymous (unregistriert) 11. September 2011 - 9:41 #

Ich hab da nochmal drüber nachgedacht

Ich würde eine Spielezeitschrift kaufen, die a) Spiele, die mich interessieren, detailliert testet - ohne schwätzerisch zu sein - und dabei aber auch das große Ganze nicht aus den Augen verliert ohne arrogant gegenüber kleinen Namen und hofbericherstattend bei großen Titeln zu sein, die b) die Tests für erwachsene, intelligente und erfahrene Leser/Spieler schreibt und die Tests auch von Autoren kommen, die selbst solchen Anforderungen genügen, c) die Reportagen und Hintergrundwissen über Spiele/Genres bringt, die mich interessieren, die d) als Deutsch sprachige e-Publikation zu einem vernünftigen Preis zu haben ist, bei dem der e-Vorteil auch an den Leser weitergegeben wird, die e) mir Freude bereitet, meine Neugier befriedigt, meine Interessen abdeckt, mich informiert und mir eine Hilfestellung biete.

Was ich mir nicht mehr kaufe sind Spielezeitschriften, die a) ewiglich immer die gleichen langweiligen Spiele durchkauen, die mich nicht die Bohne interessieren, b) unnötig den Krieg verherrlichen und all die Kriegsspiele beinhalten, c) wo Pubertierende für Pubertierende schreiben, d) wo man als Leser/Spieler gefühlt viermal so viel Ahnung von der Materie hat wie der Autor, e) mit pubertierendem Geschmacksverstärker.

Viele der Spieletests, habe ich nie wirklich gelesen, sondern a) zuerst auf die Gesamtwertung geguckt, b) wer hat's geschrieben, damit man weiß, wie man's einzuordnen hat, c) bei Bedarf dann im Wertungskasten bzw. dann den Text überflogen. GG war für mich noch nie eine Entscheidungsgrundlage. Hierzu habe ich a) mein Gefühl entscheiden lasse, b) mich mit Freunden unterhalten, c) bei weiterem Infortamtionsbedarf auf gamestar/eurogamer/amazon bewertungen nachgesehen.

Ich denke, daß es Zeitschriften auch schwer haben, weil sie nicht selten Müll über Müll schreiben.

hazelnut (unregistriert) 11. September 2011 - 18:17 #

so haben sich alle beruhigt ?!
dann können wir doch genau so weiter machen wie voher :P *muhahahahahahaa*
wie immer halt gell ?

gamer2011 (unregistriert) 11. September 2011 - 21:15 #

grad mic schnelle ist doch immer mit absoluten fehltests und mangelndem verständnis für simulationen aufgefallen.

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4211 - 12. September 2011 - 17:06 #

Am Ende würde ich mal gerne weg vom Bashing zu einem Punkt kommen, wo man ganz gezielt versucht aus dieser Diskussion etwas herauszuziehen, das hilfreich oder umsetzbar wäre. Vielleicht kann man das an den einzelnen Punkten versuchen:

- Den Spielepublikationen gehen Leser und Käufer verloren -
Das ist grundsätzlich nicht falsch, die Frage ist, ob das Internetmedium diese Leute auffangen kann und auch Umsätze abseits der Werbung generieren kann. Die Ansätze mit den zusätzlichen Bezahltangeboten sind ja schon nicht schlecht. Das Ganze muss nur für den Massenmarkt attraktiver gestaltet werden.

- Kunstwerke für die Spieler, Produkte für die Tester -
Das ist ein Problem jeder Branche, das das eigene Produkt irgendwann zur Betriebsblindheit führt und natürlich verleitet, eher technisch zu beurteilen. Durch die tägliche Arbeit mit dem Produkt geht ja sicher auch schneller die Begeisterung verloren. Der ständige Kontakt mit den Lesern kann das verhindern. Gamersglobal macht das doch durch die Mitarbeit der Leser schon ziemlich gut. Vielleicht könnte man noch über Feedback-Systeme nachdenken.

- Unfähigkeit zur Unterscheidung von Wichtig und Unwichtig -
Das ist wie oben ebenfalls eine Begleiterscheinung von Betriebsblindheit und muss immer wieder neu aufgefrischt und gelernt werden. Außerdem sind "Wichtig" und "Unwichtig" außerdem subjektiv. Im Idealfalls sollten wir also beides versuchen: Details am Rande in Zusatztabellen oder Kästen erwähnen aber gleichzeitig wesentliche Eigenschaften recherchieren, benennen und zusammenfassen. Aber soetwas passiert eigentlich im Fazit. Mir wäre dabei wichtig, vorhandene und fehlende Features oft eher wertungsfrei zu benennen. Ein fehlendes Deckungssystem z.B. kan bei Alice oder dem Duke eher von Vorteil sein.

- Stundenlöhne wie im Reinigungsgewerbe -
Das tut mir leid, aber ich wüsste nicht, was ich dagegen tun kann, außer ein Abo bei Gamersglobal abzuschließen ;)

- Personal aus Amateuren rekrutiert -
Das ist schwierig zu zerlegen, denn bei Gamersglobal sind einige "Amateure" im Vergleich zu vielen "professionellen" Spieleberichterstattern sogar die besseren und schreiben wenn auch nicht immer aber sehr oft die anspruchsvolleren Texte. Scheinbar sorgt die Menge an gezahltem Geld nicht immer für höhere Qualität. Die Leidenschaft und die Selbstkontrolle durch andere aktive Autoren und Leser bei GG sorgt dagegen für eine gute Qualitätskontrolle.
Zudem hat der Punkt viel mit dem obigen Stundensatzproblem zu tun. Es scheint auch nicht ein Problem der Spieleberichterstatter zu sein. Bei den politischen Nachrichten sehe ich auch ständig, dass ein Online-Journalist vom anderen abschreibt. Investigative Berichte scheinen ganz extreme Raritäten zu sein. Leider führt das in vielen Fällen auch dazu, dass ständig Blödsinn voneinander abgeschrieben wird.
Hier hilft nur, die Qualität durch Recherchen und bessere Quellenforschung oder durch eigene Quellen zu verbessern. Den Journalismus selber sollte man im Idealfall auch erlernen.

- Den Blick aufs Ganze richten, Kontext kennen, Einordnung geben -
Wir sollten uns hier z.B. weniger auf Genres und Plattformen beschränken, sondern übergreifender recherchieren und argumentieren, Inhalte durchleuchten und mit anderen Medien vergleichen. Das passiert aber bei GG schon sehr gut.

- Persönliches Fazit -
Ich glaube, es ist einiges Wahres in der Analyse von Christian Schmidt zu finden. Ich glauber selber auch, dass wir immer noch eine Hochburg von "Ultras", Nerds oder Ambitionierten bedienen. Das liegt aber nicht nur an den Journalisten. Das liegt vielmehr sogar an den Produkten. Wie uns Mobiltelefone, Pads oder auch Handhelds gezeigt haben, gibt es eine große Masse, die eben nicht Orks und Zauberer vermöbeln will, Kriege nachspielt oder Raumschiffe durchstreifen will. Das sind die Relikte der Anfangszeiten, als eben fast nur Nerds gespielt haben. Auf diesen Mauern haben selbst große Publisher aufgebaut aber ziehen langsam aus.
Sims, Minecraft, Angry Birds, Tanz- und Musikspiele auf Konsolen uvm. zeigen, was für Potentiale in dieser "Mitte" liegen. Und obwohl diese Gruppe wächst, wird sie oft nicht verstanden noch richtig bedient. Viele Simulationsspiele werden doch in der Presse zerrissen oder als Kuriosität abgetan, trotz der großen Umsätze, nur weil sie nicht in das Raster der Nerd-Industrie passen.
Große Publisher vereinfachen viele alte "Ultra"-Games, frickeln eine Bewegungssteuerung rein, um diese Mitte zu berühren, aber sind dabei viel zu inkonsequent. Die Mitte will kein abgewandeltes "Nerd"-Spiel, sie wollen ihre eigenen Produkte, sie haben einen realistischeren Geschmack, weg von Fantasy und Sci-Fi. Einiges davon wird ihnen jetzt z.B. bei Facebook, Wii und co. geliefert. Aber andere bestehen sogar auf Effekte, die sie ins echte Leben übernehmen können (Tanzspiele, Fitness, Intelligenzspiele). Diese Gruppen müssen wir nicht nur erkennen, sondern auch gezielt ansprechen. Sie lassen sich eben nicht durch den 20. Newsartikel zu Skyrim beeindrucken, das ist ein weiteres nutzloses Spiel mit Magie und Drachen in ihren Augen. Sie wollen etwas darüber wissen, ob Spiele erwachsen genug werden, ihnen etwas mitgeben, das sie in ihrem realen Leben verwerten können. Das kann Kultur sein, eine gute Story, eine Lehre, sportliche Ertüchtigung oder Wissen über historische Ereignisse.

Wenn wir das erreichen, kommen wir ein kleines Stück weg vom Träumer-Image zu Kunst und Kultur. Und ja, es gibt mittlerweile solche Produkte, nur werden sie gerne vom Spielejournalismus ignoriert oder auch nicht genug als solche hervorgehoben.

Auch hier ist Gamersglobal weiter vorne als andere. Also Post-Fazit: Wir sind die Guten, wir sollten nur darauf auf- und ausbauen ohne unsere Augen vor Kritik zu verschließen.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6337 - 12. September 2011 - 18:22 #

Sorry Mick, aber Christians Meinung trifft meine Sicht sehr, deine dagegen überhaupt nicht. Spielezeitschriften sind seit Jahren für mich kaum mehr als häßliche Hüllen für Vollversionen. Eine Wertung hat mich seit Ewigkeiten weder vom Kauf eines Spiels abgehalten noch mich dazu gebracht. Der Test von Diablo III, egal in welcher Zeitschrift wird vermutlich das Irrelevanteste sein, was die Spielejournalisten 2011 (oder 12 falls Blizzard sich Zeit lässt) produziert haben. Egal ob sie es mit 60% verreissen oder es mit 95% hochloben: das wird vermutlich keinen Einfluß auf die Verkaufszahlen haben.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 317186 - 13. September 2011 - 10:07 #

Also erstens finde ich nicht, dass ein Beispiel (Diablo 3) genügt, um einer ganzen Medien- oder zumindest Artikelgattung die Unwichtigkeit nachzuweisen. Zu Diablo 3 benötigt also deiner Meinung nach niemand mehr Kaufberatung -- na und? Für viele andere Spiele schon.

Zweitens könnte man sich fragen, woher denn jeder schon zu wissen glaubt, wie gut oder schlecht Diablo 3 wird. Liegt es vielleicht an den vielen (in meiner persönlichen Sicht übrigens: viel zu vielen) Vorabberichten und News in sämtlichen Spielemagazinen weltweit...?

Wohlgemerkt: Ich bin nicht der Illusion verfallen, dass ein Titelthema zum Spiel X auf GamersGlobal plötzlich dessen Verkaufszahlen explodieren lässt. Das war in frühen GameStar-Zeiten teilweise so, aber wir sind da im Vergleich zu klein, und es gibt viel mehr Konkurrenz als früher. Aber selbstverständlich beeinflussen auch wir ein wenig die Verkaufszahlen, und umso kleiner der Titel ist, den wir toll finden und gut bewerten, desto stärker.

Die Summe der Fachmagazine aber trägt ganz entscheidend zur Meinungs- und Kaufentscheidungsbildung bei, auch indirekt bei all den Leuten, "die einfach wissen, dass XY gut ist". Ach ja, und woher wissen sie das? Von ihren Freunden! Und woher wissen die das? Davon profitieren alle guten Spiele, sogar ein Diablo 3, bei dem aber sicher der Prozentsatz der "Blindkäufer" besonders groß sein dürfte.

tsunblaze666 (unregistriert) 14. September 2011 - 19:50 #

Völlig richtig, was der Herr Langer sagt. Ich persönlich bräuchte die Casual Gamer gar nicht. Die interessieren sich wirklich nicht für Magazine, aber wahrscheinlich auch nicht für Online Mags. Die kriegen ihre Infos aus der Bild! Also warum keine Mischung aus harten Fakten mit einer humorvollen, etc. Note. Z.b. die ASM damals (Gott bin ich alt) hatte diese Mischung. Ich lese den Kram jetzt schon 20 Jahre und ich bin es noch nicht müde!
P.S. By the way: ein RPG Sonderheft wäre mal wieder klasse!!!

Gokzilla (unregistriert) 14. September 2011 - 16:19 #

Ein selten gelungener Artikel ,den ich gleich zwei mal durchgelesen habe.

Ich schmeiß Schmidt aus meiner Facebook FL raus :-).

Goremageddon (unregistriert) 17. September 2011 - 17:44 #

Danke! großartiges Statement. Mick trifft es auf den Kopf, die damaligen ersten Gamestar Ausgaben waren mit weitem Abstand die besten. Von freunden für Freunde, das hat man beim lesen direkt gefühlt. Die Artikel wirkten ehrlich und trotzdem ein bisschen subjektiv geprägt, so wie es nuneinmal ist wenn man von einem "Freund" etwas erklärt oderempfohlen bekommt. Eine Rückbesinnung zu diesen Wurzeln wäre wunderbar ist aber wohl leider zuviel erwartet. Das liegt vlt auch daran das Gaming immer mehr zum Mainstream wird und nicht mehr in einer "Ecke steht". Mainstream gewohnheit ist es halt meist kalt und "Herzlos" zu sein.Schade denn zu großer gesellschaftlicher akzeptanz hat es auch nicht geführt und so haben wir nun garnichts mehr. Die Zeit mit der Gamestar um Peter Langer, Mick Schnelle & Co war super, so wird sie mir auch in erinnerung bleiben.

Goremageddon (unregistriert) 17. September 2011 - 17:46 #

Sorry ist schon so lange her..meinte natürlich Jörg Langer. Bitte Vielmals um Entschuldigung! ;)

thetuesdaydude 13 Koop-Gamer - 1103 - 11. November 2011 - 17:47 #

Ein Wunderbarer Artikel.

langjährigerGSLeser (unregistriert) 10. Januar 2012 - 17:32 #

Ich weiss der Artikel ist bereits alt, aber trotzdem ist das Thema noch immer aktuelle.
Als langjähriger GS Leser waren für mich Ereignisse wie der Abgang von Jörg Langer, Mick Schnelle und auch Christian Schmidt ein herber Schlag.

Ich betrachte sie alles als das Beste was der deutsche Redakteurmarkt zu bieten hat.
Dazu kommt für mich persönlich noch der Punkt das es sich hier um langjährige Kollegen handelt die gemeinsam eine Ära der Spielemagazine entscheiden geprägt haben.

Umso mehr hat es mich gewundert darüber zu lesen wie man sich nun gegeneinander stellt, noch dazu wo beide Seiten eigentlich in vielen Punkte eine gleiche oder zumindest ähnliche Meinung vertreten.

Eigentlich hätte ich mir gerade von dieser Elite (meine Ansicht) erwartet eine sachliche Diskussion zuführen anstatt auf einzelnen Gegensätzen herum zu reiten.

In meinen Augen haben sowohl Christian Schmidt als auch Mick Schnelle mit ihrer Intepretation recht den wie so oft liegt die Wahrheit in der Mitte.

Wie sehr habe ich in den letzten Jahre qualitativ hochwertige Artikel wie die von Jörg und Mick gehofft und einzig Christian und Michael Graf waren dazu in der Lage das Niveau dass einst unter Jörg als Chefredakteur herrschte beizubehalten.

Umso mehr traff mich der Abgang von Christian. Auch wenn ein Teil der Aborückgänge in der Branche tatsächlich einfach vom Online-Medium herbeigeführt wurden, so war es doch die immer seltener auftretende Qualität der Spieleartikel die mich seit längerem dazu bewegt über eine Kündigung meines Abos nachzudenken.

Ich hoffe jedenfalls in Zukunft wieder auf eine Besserung des Marktes, sodass Qualität wieder vor Quantität liegt.
Sollte sich der Markt weiter wie bisher entwickeln wird die Sparte der Spielemagazine unweigerlich untergehen und damit natürlich unzählige Menschen in die Arbeitslosigkeit reißen.

langjährigerGSLeser (unregistriert) 10. Januar 2012 - 18:34 #

PS. Ich glaube nicht das CHristian mit seinem Artikel alles mit Füßen tritt das Mick, Jörg und auch er selbst aufgebaut haben. Ganz im Gegenteil prangert er die monentane Entwicklung an und möchte die Redakteure und freien Journalisten wieder auf das besinnen was von euch damals geschaffen wurde.

Brakiri 08 Versteher - 174 - 14. Januar 2012 - 2:31 #

Ganz ehrlich: Herr Schmidt war der GS-Redakteur, der am wenigsten an den Interessen seiner Kundschaft Interesse hatte.
Ich habe in den ganzen Jahren Herrn Schmidt als selbstverliebten, pseudophilosophischen Trickser kennengelernt, der mit die schlechtesten und unnachvollziehbarsten Test abgeliefert hat, die man sich nur vorstellen kann. Prominente Beispiele sind Gothic 3 und The Witcher. Das erste völlig überbewertet, trotz seiner Bug-Verärgerung, das zweite extra niedrig bewertet, um einen "kritischen" Wechsel vorzugaukeln. Damit hat er die Gothic-Fans viel Geld gekostet, und gleichzeitig später dafür gesorgt, dass sicher nicht wenige Gamestar-Leser ein wirklich gutes RPG verpasst haben.

Herr Schmidt ist im Prinzip ein Jörg Luibl-Azubi, der aber im Gegensatz zum ersten nie an der Qualität der Tests als Entscheidungshilfe interessiert war, sondern Tests zumeist als Selbstdarstellung benutzt hat. Wer mit Herrn Schmidt im GS-Forum mal direkt zu tun hatte weiss, wie arrogant, kritikunfähig und beleidigend der Mann werden konnte.

Von dem, was ich jahrelang so mitbekommen habe, was Tests und Forumskontakt angeht denke ich, dass die Gamestar durch diesen Weggang nichts verloren hat, sondern nun Platz hat für einen ehrlichen Tester, dem mehr an den Lesern und an der Güte seiner Arbeit gelegen ist, als sich als C-Promi der Spielemagazine auf Kosten der Leser zu inszenieren.

Just my 2 cents.

Nicholas 13 Koop-Gamer - 1356 - 19. Januar 2012 - 18:42 #

Habe erst heute GamersGlobal entdeckt, habe mit Freude festgestellt das Langer und Schnelle hier mit dabei sind und dann stoße ich auf Schmidts Artikel. Ich muss sagen ich bin schockiert!

Was ist denn aus dem jungen Chefarzt vom Raumschiff Gamestar geworden?

Neben einigen Fakten (Printmedien in der Krise, Spielemarkt verändert sich, leichterer Zutritt über Smartphones, soziale Netzwerke etc.) schwingt in seinem Artikel eine große Portion von ungefilterter Bitterkeit mit. Klar kann man das Business kritisch ausleuchten und dabei einige unschöne Fakten ans Tageslicht zerren, doch mit einigen Punkten, vor allen Dingen mit der Art und Weise wie Schmidt die Sachen beschreibt, bin ich als Gamestar-Leser der alten Schule gar nicht einverstanden.

Das er seinen (ehemaligen) Berufsstand und damit auch sich und seine Kollegen und seine Leserschaft so in den Dreck zieht muss doch nicht sein? (Stichwort "Ultras" ich lasse mich nur ungern in eine sehr radikale Ecke stellen)

Wäre er jetzt 10 Jahre nur kleiner freier Schreiberling gewesen könnte man das Gezeter ja noch teilweise nachvollziehen, aber als Chefredakteur des größten deutschen Spielemagazins hatte er ja wohl genug Möglichkeiten das Ruder rumzureißen, oder nicht?

Sich jetzt im nachhinein so zu beschweren, ausgerechnet auch noch beim Online-Magazin der Besserwisser, ist echt das Letzte.

Therapievorschlag? Raumschiff Gamestar gucken, seine alten Testvideos gucken, (Dungeon Keeper 2 z.B.) damit er mal wieder runterkommt! Denn worum geht es denn? Genau, um Spaß beim spielen, der scheint Ihm ja irgendwie abhanden gekommen zu sein.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 20. Januar 2012 - 4:27 #

Er war nur stellvertretender Chefredakteur ;)
Und auch der kann daran wohl nicht allzu viel machen, wenn ein großer Konzern dahinter sitzt. Der wird schon irgendwie darauf aufpassen, dass die GameStar genau das macht, was er von ihr erwartet.

Vielleicht ist das der Grund, warum Jörg mittlerweile hier, unabhängig, unterwegs ist, während er anderswo sicher einfacher leben könnte.

Den Spaß beim Spielen hat Christian übrigens immer noch, wie man vor allem an dem Podcast, den er mit Gunnar Lott macht, merkt:
http://www.gamersglobal.de/news/48351/stay-forever-podcast-7-ultima

Den Spaß verloren hat er, wie wohl auch deutlich wird, am typischen deutschen Spielejournalismus. Ich finde, man kann seine Gründe und Ansichten durchaus nachvollziehen und prinzipiell viele Kernforderungen auch unterstützen.

Brakiri 08 Versteher - 174 - 19. Februar 2012 - 11:47 #

Aber hier liegt genau das Problem. Er proklamiert Werte und Tugenden, die er selber kaum in seine Arbeit eingebunden hat.
Viele seiner Tests waren völlig unnachvollziehbar und teilweise völlig an dem vorbei, was er im Text geschrieben hat. Ich kann nicht 6 Seiten auf einem Spiel rumkloppen und dann 86% geben. Das ergibt keinen Sinn.
Zudem hat er auch oft Spiele abgewertet um eine Message zu senden, anstatt eine Kaufentscheidungsunterstützung zu liefern.
Ebenso war er kritikunfähig und oft beleidigend.

Sorry wenn ich das so sage, aber Wasser predigen und Wein saufen ist nicht grade glaubwürdig.
Das ist in etwa so glaubwürdig, als wenn sich der König von Saudi-Arabien zum Beauftragten für Frauenrechte ernennt.

Larnak 20 Gold-Gamer - P - 24901 - 21. Februar 2012 - 3:14 #

Da ich den Herrn Schmidt nicht persönlich, sondern eben nur aus der GameStar kenne, traue ich mir ein so spezifisches Urteil nicht zu. Ich kann daher nur sagen, dass mir das, was du beschreibst, nicht aufgefallen ist, was aber nicht heißt, dass es nicht doch so sein könnte.

Ultrabonz 14 Komm-Experte - 2316 - 27. Februar 2012 - 19:52 #

Exzellent geschrieben!

"Denen man am besten noch ein paar Lifestyle-Artikel bietet, damit auch Mitte-der-Gesellschaftsleser was vom Heft haben" - guter Punkt, Lifestyle ist die neue Religion des Mainstream und generell zum Kotzen.

Die "Mitte-der-Gesellschaft", die nunmal zahlenmässig überlegen ist, wird sich immer für etwas Besseres halten und diejenigen niedermachen, die nicht mitmachen. Das gleiche hat früher die Kirche getan bei den sog. "Ungläubigen". Im Nachhinein kann man nur darüber lachen, also kann man auch gleich darüber lachen.

Daniel (unregistriert) 13. Februar 2013 - 15:24 #

Also wer sich diesen Podcast von Christain Schmidt anhört, und dann nicht solche Qualität auch in Artikeln der Gamestar und Co lesen möchte spinnt. Ich kaufe mir Spielezeitschriften in letzter Zeit leider fast nur noch aufgrund der Vollversionen, und bin mittlerweile auch schon bei Computer Bild Spiele angelangt *seufz die sich qualitativ leider kaum noch von den "Großen" unterscheidet. Schade!

podcast.de/episode/199183989/Zweite%2BReihe%253A%2BThe%2BLost%2BFiles%2Bof%2BSherlock%2BHolmes

Doc Holiday 10 Kommunikator - 412 - 10. Juni 2013 - 21:56 #

Auch wenns um Jahre zu spät kommt:

Wertungen, "to stand the test of time", das jagt mir als CIV-Veteran nach über zwanzig Jahren noch wohlige Schauer über den Rücken.

Brilliant verwendet, der Fachschnipsel !

Shenzakai (unregistriert) 24. Oktober 2013 - 9:26 #

Auch wenn ich hier erst spät dazustoße, möchte ich meine Meinung kundtun und die ist, obwohl ich dich, lieber Mick, seit seligen GameStar-Tagen sehr als Autor schätze, eher Pro-Christian. Die Zeitschriften am Markt, egal ob PC Games oder CBS, sind für mich nicht mehr zu ertragen. Vielleicht liegt es am fortschreitenden Alter und damit einhergehendem Erfahrungsschatz, wer weiß das schon. Jedoch war die GEE damals 2003 für mich als 18-jährigen bereits der heilige Gral, obwohl die GS damals noch ein sehr hohes Niveau hielt. Wenn ich die gängigsten Zeitschriften, damals wie heute, blicke, sehe ich nur ein buntes, überladenes Layout, massig Schlagzeilen, Vollversionsproklamationen und Wertungs- sowie Analysetabellen, bei dessen Anblick mir ein kalter Schauer über den Rücken fährt. Wo mich die ganzen Pro/Contra-Angaben und Teilwertungen sowieso nicht interessieren und nach zwei Minuten schon wieder dem Gedächtnis entglitten sind. Ganz zu schweigen von der finalen Wertung. Ein Format wie GEE oder Christian es proklamiert, berichtet von Erfahrungen und Emotionen während und über das Spielerlebnis als solches. Was hat der Rezensent während seiner Spielzeit durchlebt und darüber gedacht. DAS ist qualitativer Journalismus und erst diesen Monat ging die GEE mit ihrer letzten Ausgabe als einziges Format dieser Art unter...

Doktor Harris (unregistriert) 6. Juli 2014 - 18:22 #

Hat sich der "Streit" denn mittlerweile gelegt?

Ich sympathisiere mit allen ehemaligen Powerplay / GS Redakteuren.

Der Podcast con CS und GL ist dazu wirklich super, und leider leider so stark auf retro bezogen. Ich mag dieser ganzheitliche Ansatz spiele zu betrachten. Analytik bringt mir dann was wenn ich Effizienz ins Boot hole um schneller zu spielen oder das "richtige" Spiel zu finden. Oftmals überwiegt aber der Ersteindruck und die Vision des Spiels.

Unregistrierbar 16 Übertalent - P - 4403 - 10. Juli 2014 - 10:10 #

Doktor Harris, wo hast Du denn den Artikel wieder ausgegraben?

Jedenfalls muss man Schmidts Meinung doch Respekt entgegenbringen, schliesslich hat sich nach einiger Zeit vieles von dem bewahrheitet bzw. konsolidiert, wovon er spricht. So gibt es z.B. einige Printmagazine, die deshalb laufen, weil sie nicht nur stupide Tests bringen, sondern das bisherige "Drumherum" in den Mittelpunkt stellen. So ist z.B. die WASD eine Publikation, für die ich gut underne das Drei- bis Vierfache einer gängigen Spielezeitschrift am Kiosk zahle und bei letzteren ist meisten mindestens noch ein Spiel dabei, von den Videos, Tools und sonstigem Schnickschnack mal abgesehen.

Tests überfliege ich oft nur noch. Da reichen manchmal schon Screenshots aus, um zu wissen, was einen erwartet. Stichwort FIFA / PES oder all die ganzen Open-World-RPGs - von den Hack´n´Slay Action-RPGs mal ganz abgesehen.

Pascal Parvex 10 Kommunikator - 441 - 24. April 2015 - 10:58 #

Interessant. Schön, dass sich Redakteure in den Kommentaren einklinken.

josepg 08 Versteher - 201 - 23. März 2016 - 1:29 #

Nachdem ich nach langer Pause wieder Berührungspunkte mit Spielen habe, frage ich mich immer wieder, ob der verstärkte Drang der Spieleindustrie in den Mainstream nur positiv zu sehen ist.
Das spiegelt sich meiner Meinung nach auch in der Qualität des Journalismus wider. Zum Start der GameStar hat dort jahrelang ein richtig gute Schreibe geherrscht - qualitativ hochwertig, tiefgründig, manchmal auch amüsant. Kein Vergleich zu den dortigen Beiträgen der letzten 10 Jahre; insbesondere im Online-Bereich.

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