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Wow. Da kommt einiges hoch. Und gleich einiges mit das einen Gamer hier bestärkt auf der richtigen Seite unterwegs zu sein. Bei Menschen, die uns nicht als eklige Konsumenten sehen, sondern als Gleichgesinnte, die einfach nicht die Zeit haben alles selbst zu testen
Ja ein Artikel der auf dem Niveau eines "Ich bin beleidigt!"-Comment eines Flamerforum geschrieben wurde. Alles in allem finde ich das Herr Schnelle da die Essenz des "verhassten Artikels" nicht ganz erfasst hat. Das Thema wird ohnehin die Community spalten. Ich selbst gehöre ja nun auch eher in die Riege der "Spielevetranen" und wünsche mirauch das es mal ein frischen Wind im Spielejournalismus gibt - das künstlerische Aspekte und tiefgehende Geschichten mehr gelten als das Waffenarsenal des letzgestrigen Shooters.
Christian Schmidt sagte mir nix als die News kam das er Gamestar verlassen hat. Ich hab mir grade mal vom Klo die Gamestar Ausgabe vom Mai hervorgeholt und nicht ein einziger Artikel ist von Christian Schmidt... Nicht einer oO
Also ich vermisse ihn kein Stück, da er ja eh keine Artikel zu schreiben scheint xD
Gegen diese Logik kommt man einfach nicht an.
Dann kannst du die Gamestar nie wirklich gelesen haben, denn Christian Schmidt ist zweifelsohne ein sehr guter Spielejournalist mit vielen tollen Artikeln.
Eine kleine Zusammenstellung gibt´s bei Kaliban:
kaliban.de/2011/06/die-gamestar-ohne-chris/
bestimmt, aber wenn er heute keine Berichte mehr schreibt ist es auch nicht schlimm wenn er geht ^^
Christian Schmidt hat bis zuletzt regelmäßig Berichte und Tests geschrieben. Das nicht in jeder Ausgabe ein großer Report von ihm zu einem bestimmten Thema auftaucht sondern auch von anderen Redakteuren ist ja ganz normal.
Schlimm ist es allerdings IMHO schon. Für die GameStar ist der Weggang von Schmidt schon ein herber Verlust.
Kann ich nicht verstehen!
Ich gehöre auch zum alten Eisen und wünsche mir, dass in Spielen auch wirklich nur das Spiel und nicht die Story oder sonstiger Kram bewertet wird. Story gehört für mich zu den Extras. Es heißt nicht umsonst SPIEL.
Ich würde mir auch mal wieder ein textbasiertes RPG wie Baldurs Gate wünschen. Oder ein Quake 5 Arena nur mit besserer Grafik und Matchmaking auch für Semi eSport 3on3 5on5 usw. Mehr Mut zur Einfachheit. Wenn ich einen Film sehen will, schau ich auch einen, von interaktiven Filmen halte ich nicht. Es soll einfach nur der subjektive Spielspaß gewertet werden.
LIEBER HERR SCHNELLE,
kann ich da nur sagen: WISO Kündigen den so viele leute ( auch ich ) ihr Gamestar ABO? Bestimmt nicht, weil ihr so ein gutes Heft macht.
Die Gamestar ist ein reines Werbeheftchen zum überteuerten Preis geworden und Christian hat völlig recht mit dem was er sagt.
Einst ein gutes Heft unter vielen miesen, ist GS nurnoch ein Schatten seiner Selbst. Vergleicht man gar den schreibstil und die art der wertungen der einzelnen jahrgänge, so könnte man fast denken, der Verlag nötige die Redaktion zu dem ein oder anderen kommentar.
Erst versucht man die leser zu verarschen indem man die schriftgröße und die Screenshots aufpustet um mehr volumen zu bekommen und dann als man merkt, das die leser nicht so doof sind wie erhofft, rudert man schnell zurück um kurz drauf wieder das personal zu rotieren.
Chefredakteure und stellvertreter wechseln ja seit dem weggang eines uns wohlbekannten Chef´s, schneller als man ABC sagen kann. WANN wird eigentlich mal die gute Petra Schmitz chefin? Vieleicht haut die ja mal auf den Tisch! ( Und Star Wars Tests werden dann bestimmt auch weniger ;P )
"kann ich da nur sagen: WISO Kündigen den so viele leute ( auch ich ) ihr Gamestar ABO? Bestimmt nicht, weil ihr so ein gutes Heft macht."
Ich bin zwar nicht Mick, aber mein "Wieso" kannste gerne haben: So eine Zeitung hab ich in einer Stunde durch. Nicht alle Bereichte interessieren mich, die, welche ich lese sind ratz fatz weg. Und dann soll ich nen Monat warten auf Nachschub? Wo es im Internet zu jedem Titel 2fantastmilliarden Reviews, Screenies, Videos - und im bestfall - auch Demos gibt?
Da kann ich die Bilder auch Hochskallieren, mir als Wallpaper auf den Desktop klatschen und mich per Copy & Paste bedienen für die eigene Heim-DB.
Print stirbt, oder flacht stark ab. Nichts im Print ist so, das man es nicht auch Online besser machen könnte. Und dank Smartphone nimmt man sich heute sein Online-Mag auch mit aufs Klo mit.
Ob die da jetzt Guns auflisten oder mit Goethe Zitaten locken - who cares? Ich such mir meine Reviews zusammen. Online. Und bezahle die, die mir gefallen.
Dann vergleich mal die Gamestar von vor noch 3 jahren, mit der von heute!
Da ist nichtnur das Online angebot schuld am Abo "sterben".
Die gesammt qualität des heftes ist den nach bach runtergegangen.
Natürlich lassen dich die auswirkungen des austerbens der Print mags nciht weg diskutieren und auch das erstarken der online platformen, wie eben Games Global tragen das ihre dazu bei, aber hier geht es ja nicht um das Medium, oder die schnelligkeit in der informationen vorliegen, sondern um die qualität der Artikel. Und wenn selbst die user artikel hier bei GG deutlich besser sind, als die eines Proffesionellen Printmags, das zudem früher gezeigt hat, das es auch anders geht, dann frag ich mich doch was da faul ist!
Bekommen die redakteure weniger geld und haben kein bock mehr?
Ich glaube, das Print Magazin, das ich mir regelmässig kaufen möchte, ist noch nicht erfunden worden - oder sagen wir: Ich bin da rausgewachsen. Daher kann ich dir nicht sagen, ob die GS vor 3 Jahren, oder heute, besser ist.
Es gibt halt Titel, über die ich lesen möchte. Viel lesen möchte. Und anderes, das interessiert mich nicht. In einem Magazin muss man aber von Sport bis Science Fiction alles drin haben. Oder man nimmt die Nische der Nische ein, was in € bestimmt mies ist.
Und bevor ich mir 10 Magazine kaufe um über meine 3 Titel zu lesen, suche ich mir mein Zeugs im Netz zusammen. Daher ist's mir schnurz, ob das Heft so oder so ist, sie können mich -niemals- als dauerhaften Kunden gewinnen.
Keine Ahnung, wer noch so tickt wie ich, aber die Zahlen scheinen zu sagen: Mehr als gut für den Print ist.
Nur eine Idee:
Wie wäre es denn mal in einem Telefonat oder persönlichen Gespräch die Fronten zu klären und die einzeln wohl scheinbar berechtigten Argumente auszudiskutieren. Und wenn man sich dann ordentlich gestritten hat, unter ner ordentlichen Moderation, das vielleicht im Veteranen-Podcast oder einer ähnlichen Plattform der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Wie gesagt: nur eine Idee, denn ich finde beide Seiten sehr interessant, zumal ich die Artikel von Mick Schnelle UND Christian Schmidt immer nur zu gern gelesen habe bzw. lese.
Wow, harte Worte, für beide Seiten. Ich finde, obwohl beide Meinungen doch sehr auseinander gehen, beide für verständlich in ihrer Art. Der eine ist gefrustet von dem was er all die Jahre miterlebt hat, der andere ist über den Frust des anderen gefrustet. Ich hoffe, dass hier nicht irgendwie eine kollektives draufhauen auf die alten Kollegen statt findet. Mir wäre es lieber, beide Parteien versammeln sich in einem (auf dieser Seite immer super gemachten) Videos und diskutieren darüber. Aber bitte ohne Anne Will oder Jauch. ;)
> ... beide Parteien versammeln sich in einem Video
> und diskutieren darüber ...
Eine klasse Idee! Das fände ich auch sehr interessant.
Aber dann mit mit Thomas Gottschalk wie bei Herrn Reich-Ranicki als Moderator...
Aber bitte nur in einem originalnachgebauten Telespiele Studio!
oder einen Spezialpodcast, Christian hat ja auch erst vor kurzem ein Podcast-Projekt gestartet und ein paar andere "ältere Herren" aus der Branche sollen sich ja auch gerne mal unterhalten
Der Podcast von Christian Schmidt und Gunnar Lott?
Überhebliches Altherrengeschwätz mit verkrampft ironischem Unterton der extrem ermüdenden Art. Keine zehn Minuten erträglich.
das ganze Gegenteil von alt PCA Zeiten bzw. der ersten PCA Podcasts.
das ist deine Meinung.
dem stimme ich 100%ig zu. das was ich auch am wenigsten will, ist eine hitzige diskussion, wo aber jede meinung kilometerweit an der anderen vorbeigeht und nur frustgeschwängerte statements von jeder der beiden seiten gedroschen werden. eine konstruktive diskussion wär's...
ala...und jetzt kommt's...
"PC-PLAYER-STREITGESPRÄCH"!!!
Das wär ja mal ein toller Aufhänger für ein noch viel tolleres (weil damals schon einzigartig und toll funktionierend) Revival!!!
Also bitte Herr Langer - denken Sie ein wenig drüber nach, ob sich sowas arrangieren ließe!
Ich sehe das genauso. Ich kann Mick und Christian zugleich verstehen. Beide haben teilweise valide Punkte. Ich mochte die Qualität der Arbeiten von Christian auch immer und war überrascht, dass er die Gamestar verlassen hatte, was für sie definitiv ein herber Verlust war.
Aber wie Mick erwähnte, gab es wirklich ziemliche Fehlwertungen bei der Gamestar, er nannte mit Gothic 3 und Witcher genau die richtigen Beispiele, die mich damals sehr verärgert haben. Die lässig spöttische Weise beim Duke und das Abwerten von Alice fand ich auch etwas dreist. Dort gibt es bestimmte Rahmen und Mechanismen und wenn ein Shooter z.B. kein Deckungssystem hat, wird er abgewertet. Vielleicht will aber nicht jeder ein Deckungssystem?
Und ja, die Spiele entwickeln sich gerade mit den teuren sogenannten Blockbustern immer mehr der Mitte an und sind wirklich nicht an uns "Ultra's" oder Enthusiasten gerichtet (übrigens empfinde ich Ultra nicht als negativ).
Dann poste ich hier, weils gut passt, auch noch mal, was ich gestern bei spiegel.de als Kommentar unter dem Titel "Ergänzen, nicht ersetzen" gepostet habe:
Lieber Christian Schmidt,
wenn man Ihre Artikel in der Gamestar in den letzten Jahren verfolgt, dann wundert man sich nicht über diesen Artikel. Sie waren schon immer derjenige, der versucht hat, die gesellschaftlichen, philosophischen und sonstigen Hintergründe hinter Spielen mit zu beleuchten und mehr zu liefern, als den reinen "Test"-Bericht. Sie werden das vermutlich als Lob empfinden und das ist auch in Ordnung.
Dennoch, wenn ich die Wahl hätte zwischen einem Magazin, wie sie es anregen und einer Gamestar oder PC Aktuell, dann würde ich das traditionelle Spielemagazin wählen, denn in der Tat ist für mich die Kaufberatung der Hauptgrund, wieso ich diese Magazine lese. Ich will wissen, welche Designelemente ein Spiel enthält und wie gut es diese umsetzt, denn ich will wissen, ob ich genau für dieses Spiel 50 Euro ausgeben soll. Ein Spiel ist für mich dann erst in zweiter Linie (hoffentlich) auch en Kunstwerk.
Ich will gar nicht anzweifeln, dass Ihre Art der Berichterstattung über Spiele auch seine Berechtigung hat, vielleicht sogar dringend in der deutschen Presselandschaft fehlt, aber dass die gute alte Kaufberatung sich überlebt hat, das sehe ich nicht. Die stark rückgängigen Verkaufszahlen der Hefte sind für mich kein Argument, denn die meist freie und oft auch nicht schlechtere Onlinekonkurrenz ist zu verlockend - verständlich, dass viele diese vorziehen. Auch weil das Hobby Computerspiele vielleicht gar nicht so ernst genommen wird und man sich eher nebenher informiert, anhand dessen, was Google nach Eintippen des Spielenamens zusammen mit "test" eben so ausspuckt.
Mehr Interesse sehe ich nur bei einer kleinen Minderheit, die sich wirklich intensiv mit Spielen auseinandersetzen will. Vielleicht vergleichbar mit Lesern von "Cicero" im Bereich Politik/Gesellschaft.
Ich bin genau ihrer Meinung, ich denke ich bin eher ein gemäßigter gamer, sodass ich weder in eine Art "Rollenspiel"-gruppe hineinpasse, die sich intensiv und hintergründig mit jedem winkel des spiels und der philosophie dahinter auseinandersetzt und/oder wie es herr schnelle formulierte "stundenlang auf der gamescom ansteht...", noch in eine art "mitte-der-gesellschaft"-gruppe, die auf facebook, itunes etc. -spiele abfährt und sich jedes jahr ein neues fifa und landwirtschaftssimulator holt.
Ich möchte einfach nur wieder ein vollwertiges Spiele Magazin, dass ausführliche Tests und Reports bietet, ohne diese ganzen News und Previes, womit man überall bombadiert wird. Welches nicht bei null anfängt, sondern gewisse Spielekenntnisse voraussetzt, welches nicht alles übers das internet kostenlos anbietet wofür abonennten bezahlen, welches nicht so schrecklich viel werbung inne hat und nicht so teuer sein sollte. Eine kleine Redaktion tut es auch!
Die Artikel sollten viele Aspekte beleuchten, also die Technik, Genreeinordnung, Vergleich mit anderen Spielen (Vorgängern, Genrevertretern etc.), Gameplay, Story, Atmosphäre, Sound, Flow, gesellschaftliche Einordnung, Zielgruppeneinordnung, Spielmodi (damit meine ich lohnt es sich auch es zu spielen wenn man keine nebenmissionen erfüllt, also wie man es durchspielen kann, oder muss) und natürlich eine wertung, die aber weniger kompliziert sein sollte, sondern ein daumenprinzip und eben nicht unbedingt eine Zusammenfassung des gesamten Artikels darstellen sollte, sondern eben einen Teil davon, möglichst den objektivsten Teil.
Herr Schmidt aber die Legitimität zur Äußerung seiner Meinung abzusprechen, weil sie der Branche schadet und er selber Teil dieser Branche war, halte ich für unangemessen, denn jeder darf frei seine Meinung äußern auch auf einem solchen Platz (wie spiegel online), jedoch hätte er klarere Lösungsansätze formulieren können und es wäre sicher deutlich besser angekommen, wenn er selbst, wenn auch in einem kleinen rahmen, ein eigenes magazin (vielleicht auch nur ein probeexemplar) "entwickelt" hätte, indem er dann seine Ideen umgesetzt, hätte zeigen können und beweisen können, dass es auch anders funktioniert. Ich würde dieses sogar sehr begrüßen, selbst wenn es nur ein nischenmagazin wie "cicero"(falls ich das ein nischenmagazin nennen darf) wäre.
Absolute Zustimmung.
Ich kaufe kein Printmagazin, das zu 50% aus Previews besteht, in denen das wenige Material aus den Presseabteilung mühsam mit Worthülsen gedehnt und umformuliert wird, nur um ungelegte Eier zu bejubeln, bei denen sich vor Erscheinen noch viel ändern kann. Solche Informationen finde ich im Netz aktueller und umsonst, dazu benötigt man keine Fachjournalisten.
Was ich hingegen von Fachjournalisten eines Printmagazins erwarte, und genau das wurde in den letzten Jahren immer weiter zurückgeschraubt, sind beispielsweise die Kommentarkästen am Anfang eines Heftes, in denen aktuelle Trends und Kapriolen der Spieleszene kommentiert werden - und zwar aus der Backstage-Sicht von Fachjournalisten mit ihren Kontakten in die Szene und dem Fachwissen, Geschehnisse richtig interpretieren und einordnen zu können!
Ich kann mich noch daran gut erinnern, dass vor einigen Jahren ein gewisser Boris Schneider mit ganz ähnlichen Bedenken versuchte, das Ruder der PC-Player herumzureißen (Stichwort: Sternchenwertung) und damit ganz böse baden ging - wie er im Spieleveteranenpodcast selbst zugegeben hat. Es gab seinerzeit auch ein Ableger-Magazin der PC-Player, das versucht hat, Spieletests mit Lifestyle und Unterhaltungselektronik zu verbinden, und ebenfalls den Bach hinunter ging.
Auch wenn ein paar Wenige sich ein "Cicero" der Spielemagazine wünschen, es gibt keinen Markt dafür. Und ich würde es auch nicht kaufen, weil mir diese Meinungs-Schickeria mit ihrem gestelzten Gehabe ganz gehörig auf den Senkel geht.
Hört, hört, bin mal gespannt ob es von Christian Schmidt dazu eine Antwort geben wird.
Ich sehe leider schon die gegenseitigen Beleidigungen aufeinander zufliegen...
Es ist nun mal ein heißes Thema und da ist schon mal schnell jemand auf 180. Allein schon, dass ein alter Bekannter wie Mick Schnelle sofort dazu Stellung nimmt ist an Brisanz nicht zu überbieten.
Warum muss so etwas öffentlich sein? Das hilft niemandem, es bringt lediglich Schärfe rein.
weil es sonst niemanden was nützt. Was bringt solch eine Diskussion hinter verschlossenen Türen...
Fundierter Brief, bitte offziell an den "Spiegel" schicken oder unter Feedback einreichen.
Mich überzeugt vor allem Micks Kostenargument: Spiele sind gegenüber anderen Medien (Musik, Bücher, Videos) so teuer, dass Kunden mit begrenztem Budget (und wer ist das nicht?) fundierte Tests als Kaufentscheidung brauchen.
Deshalb wäre es meines Erachtens eher interessant gewesen einmal zu diskutieren, welchen Redaktionen man heute noch trauen kann und welchen nicht, statt einzufordern, Tests zu intellektualisieren. Ich möchte in Produkttests bitte weiter Klartext lesen.
Ach komm, dieses Spiele müssen wie ein teures Haushaltsgerät getestet werden (Herr Schnelle disqualifiziert sich in meinen Augen ja selbst mit dem Beispiel Autotest. Das ist doch genau was CS kritisiert hat) weil sie teurer sind als Buch oder Film ist doch inzwischen total überholt und zeugt doch nur davon, dass die hiesigen, althergebrachten Spieleredaktionen den Wandel der Branche komplett verschlafen haben.
Der Spielemarkt hat sich doch so stark vom reinen 45 Euro Vollpreistitel weg diversifiziert, dass das einfach nicht mehr stimmt. Spiele erscheinen in großer Zahl im Preissegment von 0-60 Euro. Und schon dem Umfang vieler F2P RPGs sind die Magazine in immer knapperen Testzeiträumen überhaupt nicht mehr gewachsen, an 5-15 Euro Indi-Meisterwerke wie Braid, Limbo oder World of Goo versagen alte Kriterienkataloge, GameStar scheitert ja schon am Episodenformat der Telltale Adventures und kriegt es nichtmal auf die Reihe eine 5 Folgen-Staffel als ganzes zu bewerten. Obwohl Back to the Future nur als ganze Staffel für selbst dann noch günstige 25-30 Euro (Releasepreis) kaufbar ist, wird da jede Einzelepisode in der Umfang-Note mit 4-5/10 abgestraft. Bei social games versagt so ein System dann völlig, weil man hier nicht mehr das Gerüst aus Technik und Spielmechanik als hauptsächlichen Spassbringer bewerten kann sondern die Interaktion mit den anderen Mitspielern. Da können sie auch gleich versuchen Brettspiele wie Monopoly in ihr starres Checklistenschema zu pressen.
All das hat man in den Printmagazinen aber lange verdrängt. Da wurden die altbekannten Vollpreistitel des Monats getestet und den Rest des Marktes hat man verdrängt und das mit einem elitären Core-Gamer-Standesdünkel übertüncht, mit dessen herablassender Haltung auf alles, was nicht ins alte Schema passt, man gleich eine prima Rechtfertigung parat hatte.
Außerdem gibt es auch reichlich Magazine für Film- und Musikbesprechungen - und denen geht es komischerweise auch ohne checklistenhaftes 100er Wertungssystem weit besser als den rasant kollabierenden Spiele-Print-Magazinen. Und die kommen auch zu klaren Empfehlungen und darüber hinaus auch oft zu klaren Einordnungen ins Genreumfeld mit Hervorhebung der Alleinstellungsmerkmale.
Schnelle schreibt hier doch nur seinem alten Klientel der vermeintlichen Core-Gamer nach dem Mund, jene die mit oft beissendem Fanatismus auf statische Genre-Regeln bestehen und sich eben genau an diesem leidigen Standard-Feature abhakenden Fachjournalismus klammern und nach Innovation schreien, während sie aber bei jeder Abweichung vom Althergebrachten gleich "Casualisierung, Nichtkauf und Boykott" plärren. Und genau das ist die Nische, von der sich - wie CS das so treffend geschrieben hat - die Zeitschriften vor sich hertreiben lassen. Da müssen sich dann die Angebote in Print wie Online plötzlich gegenseitig darin überbieten ihre core-gamer-lastigkeit zu betonen, was allein auf 4players.de oft ins total kindische abdriftet. Na wehe, wenn man da in einem Rollenspiel ungestraft irgendwo was klauen darf und die Charakterblätter in weniger als 30 Minuten durchschaubar sind. Genres mixen und diese Dogmen aufweichen? Ein in der Wertung deutlich abzustrafendes Sakrileg! Und darauf schüttelt sich dann die selbsternannte Core-Gamerschaft mit ihren unbeugsam superkritischen Krawall-Testern die Hand und man fühlt sich als letzte Bastion der echten Spieler unter all diesem zu verachtenden social Zeug.
Allein das ist so ein Bullshit, dass ich all diesen Magazinen die erlösende Insolvenz dafür wünsche.
Du hast den Mick glaub ich nicht verstanden. Der Vergleich mit dem Autotest ist höchst passend, was ist deiner Meinung nach daran falsch?
Wie viele Menschen, die ein Auto kaufen, lesen vorher den Test in einem Automobilmagazin? Eben.
Ja wie viele denn? ;) Ich weiß es nicht....deswegen ist dein "eben" irgendwie völlig Aussagenfrei ;)
Tatsächlich würde ich mir niemals solch ein Magazin kaufen, wie es sich Herr Schmidt vorstellt. Für mich ist es wesentlich Mogelpackung von Qualität abzugrenzen. Und das ist leider selten vor dem Kauf der Ware möglich.
Geschriebene Eindrücke, wie ein Fazit, haben für mich wesentlich mehr Stellenwert als ein Wertungs-/Rangsystem. Es nützt mir ja wenig, wenn das Spiel grafisch toll aussieht aber einfach keinen Spaß macht.
Subjektive Kriterien zu objektivieren ist einfach größtenteils zum Scheitern verurteilt. Manch Indie Spiel macht mehr Spaß als ein AAA Titel und bekommt dann Abzüge wegen Grafik und Spieldauer (die einfach nicht relevant sind bei manchen Titeln) In diesem Punkt stimme ich Herrn Schmidt zu.
Ich lese gerne qualitativ hochwertige Artikel. Alle 1-2 Monate sind welche hier auf Gamersglobal zu lesen. Artikel die sich mit Erlebnissen der Branche, Hintergrundwissen und aktuellen Spielgeschehen auseinandersetzen. Insofern bin ich dafür dankbar.
"In Zeiten, in denen Videospiele als Medium mit gesellschaftlicher Aussagekraft, als Kulturgut und Kunstwerke gelten wollen, behandelt die klassische Spielekritik sie in erster Linie als Produkt." (Schmidt)
Das sehe ich anders. Vielmehr bekommt man den Eindruck die Spieleindustrie setzt meist auf niedrige Instinkte. Intelligent erzählte Story, ungewöhnliche Konzepte und Risiko erlebt man in den seltensten Fällen.
Die Branche wiederholt sich und das nicht erst seid gestern. Immer gleiche Spiele werden erschaffen, die sich durch ein Zahl hinter dem Namen, mehr Gewalt oder bessere Grafik unterscheiden. Das ist für mich keine Medienkunst.
Die Aussage, der Gamingjournalismus befindet sich in einem bedenklichem Zustand, kann man unterschreiben. Letztendlich findet man auch im Journalismus wenig Risiko und versucht Ressourcen abzubauen (Das ist jedoch nicht nur in der Gamingbranche so). Insofern begrüße ich GG als Projekt, dass sich hoffentlich rentiert.
GG hat auf jedenfall Potential: In dem Report über die wichtigen Eigenschaften in Rollenspielen, eine Debatte über KI in den Spielen und der Beitrag über die Oblivion-Mods ist jedenfalls das Potential von GG erkennbar: Ein Austausch zwischen Usern und Developern.
Dein Kommentar liest sich so, als würdest du das, was Christian möchte, super finden. Denn genau das ist es ja: Spannende, leserliche Kritiken. Gut, Dinge, die die Meta-Ebene betrachten, willst du offenbar nicht. Aber würde es dich stören, davon zusätzlich zu lesen, wie es Christian ja in seinen eigenen Artikeln oft vorgemacht hat?
1+
Volle Zustimmung, bis auf die Insolvenz im letzten Satz. Ich bin da aber auch eher bei Christian Schmidt als bei Mick Schnelle. Das Autobeispiel ist total deplatziert und spricht für die Aussagen von Herrn Schmidt.
Super Kommentar, avalonash.
Zum Begriff des "Ultras":
Meines Wissens sind das fanatische Fans, aber eben NICHT gewaltbereite Hooligans, für die Fußball bestenfalls ein Nebenprodukt von Schlägereien ist.
Ultras sind die Hardcore-Fans, welche Choreografien im Stadion veranstalten, zu jedem Auswärtsspiel fahren und sich mit ihrem Verein auch außerhalb des Platzes beschäftigen.
ihrem diskurs zum thema "was sind ultras wirklich?" kann ich nur nickend zustimmen. ultras mit gewaltbereitschaft und radikalität gleichzustellen ist leider wirklich ein schwerwiegender auffassungsfehler.
trotzdem, nur zu anregung (falls herr schmidt wirklich jene fälschlichen ultras gemeint hat): haben sie schon einmal einem 12 jährigen beim gta spielen zugeschaut und dabei, wie er sich danach so unter gleichaltrigen aufführt?
ohne jetzt die alte "videospiele führt zu gewaltakten" diskussion von neu anfachen zu wollen, aber ich denke schon, dass es da einige gewaltbereite shooter-fans gibt, denen man sicher auch als ehemaliger gamestar redakteur (schauderhaft) das eine oder andere mal richtig begegnet ist...
Habe nur mal ner 12jägrigeN beim GTA3 zocken zugeschaut. Konnte nichts auffälliges beobachten. Mehr Infos bitte!
deshalb ist ja auch GTA 3 erst ab 18...
+++++++++++++++++++++++
Nur um das nochmal zu unterstreichen!
Ja, das stimmt. Ultras sind NICHT die Steigerung von Hooligans, sondern wie volcatius schon beschrieben hat.
Herr Schnelle, was Ultras sind, steht sogar schon in wikipedia. So viel zum Thema grundlegende Ausbildung bzgl. der journalistische Recherche.
Wer zu einem Wortklauberwettbewerb mit einer Wikipedia Definition kommt hat schon verloren der Duden sagt zu "Ultra": "[rechtsradikaler] Hooligan (besonders in Spanien und Italien)" (http://www.duden.de/rechtschreibung/Ultra#Bedeutung2)
Da hast du recht! Der Duden ist aber auch nicht unbedingt besser!
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++. Sowas von /sign.
So sieht das aus. Teilweise sind unter den Ultras zwar auch gewaltbereite, aber eine Gleichsetzung beider Begriffe ist definitiv falsch.
Danke, ich habe das mal entschärft im Text.
Ohne es wirklich besser zu machen. Es gibt einen Begriff für die teils gewaltbereiten Fans und der ist Hooligan und nicht Ultra.
Es wurde zwar jetzt enschärft, ist aber nicht besser. Ultras werden jetzt in die Ecke gewaltbereiter Menschen gestellt, weil es da ein paar Idioten gibt. Genau über so eine Pauschalisierung haben sich die Gamer vor 2 Wochen auch aufgeregt....
Ultras sind Fans, die sehr viel Zeit und Leidenschaft in ihr Hobby und Mannschaft stecken. Im Games-Bereich werden die Hardcore-Gamer oder "Enthusiasten" (Zitat Schnelle) genannt. Herr Schmidt hat also ein Vergleich mit der Fanszene aus dem Fussball gesucht und Herr Schnelle hat es wegen falschen Hintergrundwissen falsch verstanden. Tja, Vorurteile über Teile der Gesellschaft gibt es nicht nur bei RTL.
Wenn man sich ansieht, was über Jahre hinweg die sogenannten "Ultras" im Fußball an Schaden angerichtet haben, dann ist der Begriff schon gerechtfertigt.
"Ultras" sind sehr wohl häufig gewaltbereit und i. d. R. fanatisiert, ich würde auf solche Leute im Stadion sehr gerne verzichten - man denke z. B. an das unverschämte, dummdreiste Gebahren der Bayern-Schickeria anlässlich der Verpflichtung Manuel Neuers oder der unfassbare Angriff auf den Nürnberger Bus, der dessen Fahrer ein Auge gekostet hat.
Gerade in diesen Tagen sind es wieder die von dir verharmlosten "Ultras", die beharrlich und ignorant gesundheitsgefährdende Idiotien wie das Anzünden bengalischer Feuer im Fanblock durchsetzen wollen.
Das sind ein Teil der Fans die totale Idioten sind! Fahr mal nach Düsseldorf, wenn Fortuna spielt.
Die Ultras da sind keineswegs gewalttätig, genau wie viele andere Ultras bei anderen Vereinen auch!
Klar, es gibt teilweise Ausnahmen, aber das ist trotzdem nicht gerechtfertigt, alle Ultras als extreme Hooligans zu bezeichnen!
Ich kenne natürlich nicht jeden Ultra in Deutschland persönlich, aber zumindest die bayerische Variante hat bei mir spätestens seit dem Neuer-Hickhack ziemlich verschissen.
In Italien sieht es übrigens ähnlich aus, vielleicht liegt's an den südlichen Temperaturen...
Wo waren die denn gewalttätig?
das Problem ist, dass eben die paar gewalttätigen Fans, die unter der Ultra's Flagge stehn in der Masse auffallen.
Ein normaler Fan mit Flagge steht nicht in der Zeitung - ein Fan mit Flagge der einen anderen vermöbelt schon.
Klischee und Vorurteile. (was jetzt nicht heißt, dass es dort keine Hooligans gibt - aber die gibts sowieso in jedem Club bzw. in jeder Fangemeinde) (leider)
Ah, da hat sich jemand umfassend mit dem Thema beschäftigt, ich merk's schon. Ich nehme an, dass du Sylvester auch als gesundheitsgefährdende Idiotie betrachtest?! Lustig in dem Zusammenhang, wenn Kommentatoren bei Spielen mit griechischer oder türkischer Beteiligung beim Abbrennen von südländischer Folklore und südländischem Temperament sprechen, während deutsche Fans einfach nur Idioten sind.
Übrigens, mit deiner Argumentation ließe sich problemlos auch ein sogenannter "Moslem" verunglimpfen.
Ich halte Silvester (der übrigens immer mit "i" geschrieben wird, Sylvester mit "y" gibt es nur als Vornamen) und das damit verbundene Brauchtum tatsächlich neben Fastnacht für einen Tiefpunkt menschlicher Kultur und schändliche Geldverbrennung - es steht natürlich auch hier wieder jedem frei, das ganz anders zu sehen.
Durch das Böllern und Knallen ist es halt gerade für Kinder super Interessant und Cool ^^
Aber hin und wieder Knall ich auch Silvester gerne je nachdem ob was zu knallen da ist, selbst ein paar Tage vor Silvester böller kaufen ist eher selten.
Ultras sind in der Regel schon negativ behaftet. Da kann man sich natürlich weider haarklein streiten wie sie denn jetzt zu nennen sind die gewaltbereiten Fußballfans.
Ich würde sie gewaltbereite Fußballfans nennen.
Wenn ich mir polnische Ultras angucke und einige englische dann muss ich schon sagen, das sich Ultra als positiver Begriff nicht halten kann ^^
Genauso blöd finde ich jetzt das nachträgliche Diskutieren darüber ob wenn ein Schüler in der Schule mit Waffen Menschen ermordet, ob es nun ein Massenmord ist, oder ein Amoklauf.
Danke dafür, wollte ähnliches hier auch anführen
Sorry Herr Schnelle, aber Sie haben glaube ich Herrn Schmidts Intention einfach nicht verstanden - oder wollten es nicht?
Es geht um Computerspiele als intelligentes Medium, welches im besten Fall ein perfektes Konglomerat aus Interaktion, Literatur und filmischen Mitteln ist. Warum darf ein Medium, welches so viele Künste beinhaltet nicht auch auf einer Metaebene besprochen werden? Weg von Grafikkarten, Waffentypen, Levelanzahl? Hin zu Gefühlen, Interpretation, Einordnung in einen größeren Kontext?
Das muß möglich sein. Kunst löst Gefühle aus. Ein Nutzgegenstand wie ein Auto eher selten. Warum sollte man beides auf einer gleichen Ebene besprechen? Wir müssen einfach weg von "Kaufempfehlung" und merkwürdigen "Spielspaßbewertungen" und hin zur echten "Game-Kritik", nur dann bringen wir das Medium weiter.
Weil es um Kaufberatung geht. Ich würde mir auch gern ein Kino oder Büchermagazin wünschen, das mir Beratung gibt statt Klugscheißereien über Gott, die Welt und bei denen ich nicht den Eindruck habe, der Autor schreibt für sich und seine drei Freunde und hört sich selber gerne reden...
Aber genau daraum geht es doch. Beratung gibt's online noch und nöcher. Rezensionen bei Amazon, Blogs, Forendiskussionen, Videos u.s.w. Was Print halt noch liefern könnte was online nicht abdeckt wäre Qualitätsjournalismus auf einer anderen Ebene. Das wäre nie und nimmer ein Massenblatt, aber hätte eine treue Fangemeinde im intellektuellen Spektrum der Gamer, die auch über ihr Hobby hinaus kulturell interessiert sind. Vielleicht etwas ähnliches wie die Splatting Image im Filmbereich.
Hallo Patrick,
Bei Amazon finde ich unter einem Spiel 10 Bewertungen mit 5 Sternen, wo Fans völlig unreflektiert das Spiel huldigen, weil sie Fans der Serie sind. Dann gibts 3 mal 1 Stern, weil es bei den 3 Leuten nicht läuft.
Schlauer ist man danach auch nicht, und ein Vergleich zu Spieletests in keinster Weise.
Du klingst hier ja so, als ob es in Spielemagazinen noch nie um die Story oder Bedeutungen von Spielen ging, was eindeutig falsch ist. Zwar hält sich das in Grenzen, aber ich will in einem Spieletest nicht die Interpretation eines Redakteurs zum Titel lesen, sondern meine eigene Interpretation während des Spielens erarbeiten.
Ich will Eckdaten erfahren, wie das Spiel läuft auf einem Durchschnittssystem, ob es viele Bugs gibt, und bei der Story (sofern es sich um ein Sotrylastiges Genre handelt) möchte ich wissen, wie stark sie einen ins Spiel zieht, oder ob sie grobe Schnitzer enthält, und eine grobe Einführung in die Story, damit ich weiß, worum es geht. Auf keinen Fall will ich irgendwie gespoilt werden.
Klar, das kann ich alles nachvollziehen, aber wie ich schon schrieb, dafür gibt's online doch genug Informationsmöglichkeiten. Man wird mit Gameplay-Trailern und First 15 Minutes - Videos überhäuft. Bugs und Systemanforderungen kann man locker leicht in Foren erfragen.
Aber Intentionen der Macher, Interpretationen der Handlung, (Pop)kulturelle Einflüsse oder einfach nur subjektive Empfindungen beim Spielen, all dies wird viel zu viel außen vorgelassen. Und auch sprachliche Qualität bei einer Kritik kann man eben nur bei einem versierten Journalisten erwarten.
Man ließt aber einen Test, weil man nicht selbst erst überall im Internet recherchieren will. Und wenn jetzt JEDER Tester nicht mehr auf Herz und Nieren testet, sondern Interpretiert, dann hat sich das auch mit dem Informieren.
Zusätzlich was schöngeistiges zum Spiel. Gerne. Bereichert die Sache sicher, aber Fakten müssen in einen Test. Sonst ist es NUR eine Meinung/Interpretation aber kein Test.
Christian Schmidt und vor allem auch Gunnar Lott sagen ja auch genau das: Wenn man das Spielerlebnis leserfreundlich beschreibt und gleichzeitig genauso tiefgründig testet wie bisher, hat man das Optimum erreicht.
Aber genau so gut kann ich auch die tiefergehende Interpretation im Internet erfahren, da gibts ebenso Blogger usw. die das tun.
Auch hier kann ich das Argument bringen, dass eine breitere Masse von Vorteil ist. Ich möchte viele Interpretationen zum Titel lesen, nicht nur die eines einzigen Redakteurs, und dadurch dann evtl. meine eigenen Gedanken zum Spiel erweitern. Dass ich in Foren nicht immer auf die sprachliche Gewandheit eines Redakteus treffe mag sein, aber dafür finde ich dort viel mehr und auch auseinandergehende Interpretationen.
Außerdem bin ich nicht sicher, ob ich wirklich in oder statt eines Spieletests eine Auslegung der Story lesen will. Ich möchte mir während des Spielens meine Gedanken zum Spiel machen, eigene Interpretationen finden, und dann hinterher mit Leuten über das Spiel reden und die Meinungen anderer Einholen. D.h. ich würde mir ein MAgazin mit einem solchen tiefgehenden Test kaufen, aber könnts erst n Monat später lesen, wenn ich mit dem Spiel durch bin.
Nein - Test sollten so bleiben wie sie sind. Die tiefgehende Behandlung des Inhalts kann von mir aus in einer extra Sektion geschehen, eine neue Kategorie in der Zeitschrift, und sollte dann sinnigerweise auch etwas später erfolgen, damit man das Spiel auch schon gespielt haben kann. Dann hätte ich durchaus nichts dagegen und würde es wohl auch interessiert lesen, aber an den bisherigen, techniklastigen Tests, ist meines Erachtens rein gar nichts falsch.
Mit deinem Amazon-Absatz hast du Recht, aber es gibt da auch noch andere Punkte:
- Viele Spieler sind nach deren eigener Aussage, die man vor allem bei Wertungsdiskussionen immer liest, viel eher bereit, Amazon-Rezensionen als Fachmagazin-Wertungen, weil sie, so das häufige Argument, tatsächlich von Spielern stammten. Der "Von Freunden für Freunde"-Aspekt von Mick ist ja ein schöner Ansatz, in der Realität funktioniert das aber nur noch sehr selten. Eben auch, weil sich viele Redakteure schon jetzt als Elfenbein-Schreiber verhalten -- ganz ohne Schmidts Vorschläge umgesetzt zu haben.
- Bei vielen ist die Glaubwürdigkeit dieser Medien durch Falschwertungen und Unverständnis des Wertungssystems weit zurückgegangen. Und wenn eine Person den Wertungen nicht mehr traut, dann hat für sie das Heft natürlich genau dann keine Daseinsberechtigung mehr, wenn es sich nur auf die Kaufberatung konzentriert. Wenn die versagt, wird das Heft substanzlos.
Dein zweiter Absatz zeigt, dass du (wie viele andere) nicht verstanden hast, worum es Christian Schmidt geht. Er spricht nicht davon, all diese Eckdaten künftig nicht mehr zu beschreiben. Das steht nirgendwo, trotzdem meinen das alle gelesen zu haben. Es geht nur darum, das Verhältnis der beiden Aspekte zu verändern und mehr auf die Metaebene einzusteigen. Wenn du das nicht lesen willst, ist das natürlich kein Problem: Normale Tests gibt es schließlich zu tausenden im Internet. Auch ein Grund, warum es keine schlechte Idee ist, etwas anderes zumindest zu versuchen.
Zum zweiten Absatz: Explizit sagt er das nicht, aber er kreidet diese Detaillierte Bewertung finde ich schon mehr als einmal an, sodass ich das da sofort reingelesen habe. Wie in meiner 2. Antwort auf Patrick oben gesagt finde ich, dass man die beiden Arten des Testens (wenn man eine tiefergehende Beschäftigung mit den Inhalten überhaupt als Test deklarieren will) einfach nicht zusammen in einen Artikel passen. Das müsste dann schon so klar voneinander abgegrenz sein, dass man es, wegen des Faktors "erst durchspielen" am besten gleich in zwei Hefte packt.
Dass Spieletests an sich in den Magazinen immer mehr an Qualität verlieren ist eine andere Sache. Vom Prinzip her stimmen die Tests noch, sie sind nur zu schlampig. Selber habe ich keinen Einblick in die Branche, aber wenn Mick schreibt, dass Redakteure zunehmend durch Praktikanten ersetzt werden, wundert mich das auch nicht weiter, allerdings frage ich mich, wieso es denn der Herr Schmitt unter seiner Fuchtel überhaupt so weit hat kommen lassen. Ich meine, wenn wir nicht mal mehr Redakteure haben, die gescheit genug das Spiel auf Showstopper-Bugs testen können, dann werden diese gleichen Redakteure wohl kaum in der Lage sein, eine fundierte Interpretation der Story zu geben.
Meine Referenz für die Qualität wären die Tests aus den Magazinen von ca 95-2002, in der Zeit habe ich hauptsächlich PC Player und dann Gamestar gelesen.
Ich finde schon, dass man beides auch wunderbar in einen Artikel bringen kann -- eben auch, um die trockenen Fakten spannender zu präsentieren. Eine Trennung wäre da doch nur unnötig und künstlich, schließlich ist es am Ende doch nur eine Kritik.
Es geht auch nicht darum, zwangsweise immer eine Auslegung der Story zu schreiben. Liest, hörst oder siehst du Filmkritiken in Fernsehen oder Radio? Dort hat man danach auch nicht das Gefühl, den Film nicht mehr sehen zu müssen, weil man die Geschichte schon kennt oder weil sie schon für einen ausgelegt wurde. Zudem schreibt Christian ja ganz bewusst auch, dass Artikel Geschichten erzählen sollten, und zwar eben gerade nicht die Geschichten aus Spielen.
Man liest hier auch immer, dass Schmidt durch seine Machtposition etwas hätte verändern sollen. Dabei sollte man nicht vergessen, dass er nicht Chefredakteur, sondern stellvertretender Chefredakteur war. Das ist ja gerade bei der Durchsetzung neuer Ideen noch ein gewaltiger Unterschied, wenn der Chefredakteur dagegen ist ;)
Und als Konsequenz steigt man dann eben aus.
Wenn Free2Play und Demos vor Release der Standard wären, würden Spielezeitschriften auf Dauer wohl verschwinden. Über YouTube und Blogs bewerten und zeigen tausende von Spielern Spiele und geben einem damit einen Überblick. Ein wenig Struktur mit einer Portalsseite und schon wären die Spielezeitungen in Gefahr. Nur solange es die Demo vor Release nicht gibt, wird es noch Spielezeitungen geben.
Die Bewertungen von Amazon sind teilweise lustig. Ich erinnere mich an einen Film über den amerikanischen Bürgerkrieg, wo son "Fachmann" es als unglaubwürdig hinstellte, dass sich Menschen aufreihen um sich dann gegenseitig zu beschiessen. Tja, kein Plan von Technik und Taktik der Zeit, aber für einen Superfilm (ich meine es war "Gods and Generals") nur einen Stern vergeben. Sorry, das geht ja mal gar nicht.
Puh, so eine platte Pauschalisierung!
Aber solange man die Fürsprecher eines zB Filmrezensionsstils mit solcher Vorurteilsstreuerei schön weit in die snobbish-intellektuelle Ecke drängen kann, muss man sich ja auch nicht ernsthaft mit den Möglichkeiten und neuen Herausforderungen einer anderen Herangehensweise auseinandersetzen, gell?
Klar gibt es manch ein Feuilleton, das sich allzu hoch schraubt, aber das müssen ja genausowenig die Vorbilder sein wie die primitiven, fast mundartlichen PC Action Artikel oder die altklugen Kalauerkanonaden eines Michael Graf (GameStar).
Natürlich kann man ein Entertainment-Produkt als ganzheitliches Werk betrachten und eine treffende Beschreibung über seine Funktionsweisen und Wirkungen abgeben, ohne es wie ein blödes Auto in Einzelwertungspunkte auseinanderzumontieren.
Bei Filmen wäre es geradezu lächerlich, wenn man so einen Wertungskasten hätte und da gibt es neben der handvoll gerne zu Ablehnungszwecken heraufbeschworenen Schöngeistelite auch reichlich, reichlich versierte Rezensenten, die dir gut sagen wie sich das Werk anfühlt und welche Geschmäcker es treffen wird, ohne jetzt bescheuerte Listen von Genrestandards abzuklopfen. Ich finde es allein schon fragwürdig überhaupt auf solche Standards zu beharren und Abweichungen oft genug abzustrafen. Damit schnüren Spieleredaktionen doch heute bereits ein Korsett gegen mutigeres genremixen und zeigen sich änderungsfeindlich.
Aber ich nehme an als Simulationsexperte, also jemand im Kern der Simulationsnische der Coregamernische der Spielernische, muss man wohl den Gendanken an Spielekritik und Rezension in der Mitte der Gesellschaft missachten.
Denn der eigentliche Elitarismus geht hier doch nicht von Christian Schmidt aus, der ja eine Öffnung verlangt, sondern von Ihnen Herr Schnelle, der uns gleich als erstes mal erzählen will, was "richtige Spiele" sind, dass die 40-70 Euro kosten und alles andere... ja was eigentlich ist? Falsches spielen? Irrelevantes Spielen, weil man ja für Wimmelbilder keine Komplettlösung brauche?
Smartphone-Apps und F2P - das seien ja angeblich keine Spiele für Enthusiasten. Steams sensationell erfolgreiche Indi-Ecke oder was man so in den Humble-Indi-Packs findet wird hier gar nicht erst erwähnt. Wahrscheinlich auch nichts für Enthusiasten oder argumentativ einfach zu unbequem. Und wenn ich jetzt als enthusiastischer Gamer Age of Conan toll fand und das nun F2P geworden ist, bin ich dann auch kein richtiger Spieler mehr?
Ich finde es ein bisschen traurig wie Sie hier über diese dann wohl "nicht richtigen Spiele" die Nase rümpfen, sich selbst samt Ihrer erhofften core-gamer-Adressaten zu einer eigenen Elite unter den Gamern aufschwingen (während das bei Film natürlich totale Snobs sind, die sowas machen!) und damit ja nur das unreflektierte Tragen der Vollpreistitel-Scheuklappen bestätigen, dass Herr Schmidt seiner alten Zunft unter anderem vorwirft.
"Denn der eigentliche Elitarismus geht hier doch nicht von Christian Schmidt aus, der ja eine Öffnung verlangt, sondern von Ihnen Herr Schnelle, der uns gleich als erstes mal erzählen will, was "richtige Spiele" sind, dass die 40-70 Euro kosten und alles andere..."
Volle Zustimmung!
Hervorragend geschriebener Beitrag - und hier
"Klar gibt es manch ein Feuilleton, das sich allzu hoch schraubt, aber das müssen ja genausowenig die Vorbilder sein wie die primitiven, fast mundartlichen PC Action Artikel oder die altklugen Kalauerkanonaden eines Michael Graf (GameStar)."
habe ich laut gelacht. :)
"Weil es um Kaufberatung geht."
Sagt wer? Kaufberatung mit Benchmarkliste für Ultras gleichzusetzen ist falsch - und das, glaube ich, kreidet Herr Schmidt der Branche auch an. Woher kommen die den armseeligen Diskussionen, ob ein Spiel 85 oder 87% verdient hätte?
Es gibt "Tests", wie die Chip-Bestenliste oder ernsthaft recherchierte und getestete Artikel. Und dann gibt unglaubwürdige, weil abhängige Medien und es unabhängige Medien. Und Herr Schmidt kolportiert gegen ersteres.
Warum kann ein Spieletest nicht wie eine Film- oder Musikkritik sein? Ein Spiel hat für mich viel mehr mit einem Film als mit einem Auto zu tun. Und wenn der Autotest aufgebaut ist, wie ein Autoquartett, wo die meisten PS gewinnen, dann bringt mir sowas gar nichts. Bzw. das ist kein Journalismus und das kann man dann in der Tat mit Praktikanten machen. Die interessanten Artikel im Spiegel sind doch auch nicht die Kurznachrichten, sondern die ausführlichen Titelthemen, aus verdienen Perspektiven recherchiert und zusammengetragen. Und dabei spielt immer der Kontext eine Rolle. Mache ich nur einen Spieletest für mich und meine Hardcore-Gamerkumpels, die die drei Vorgänger gespielt haben oder mache ich einen Test _auch_ aus Sicht der Neuzugänge, die mit der Neuausrichtung angesprochen werden sollen? Ein Spieletester hat nicht die Aufgabe, ein Spiel für sich selbst zu testen, sondern objektiv die (Unterhaltungs-)Qualität des Titels zu beurteilen und in einen Kontext zu stellen. Das macht ihn zum Journalisten - alles andere sind Amateur-Blogger.
Herr Schmidt hatte in seiner Position alle Möglichkeiten am Defizit des Journalismus in der Spielbranche zu arbeiten. Alles was ihm dazu eingefallen ist war ein Abschied vom Magazin und seinem Posten, um kurze Zeit danach grosse Reden zu schwingen und ehemalige Kollegen und Gamer ans Bein zu mimimien.
Das Medium darf als alles besprochen werden, am Ende entscheidet der Kunde welche Besprechung er lieber möchte, und bisher sieht es doch so aus als ob die klassischen Tests vorne liegen. Viele Versuche es anders zu machen sind gescheitert.
Würd mich nicht wundern wenn er da in seinem Chefredakteuposten gelebt hat wie die Made im Speck und immer nur abfällig auf die normalen Redakteure herabgeschaut hat. Etwas zu verändern war er viel zu faul, und jetzt nach seinem Abschied hat er nochmal dick auf die Kacke gehaun. So ein Interview im Spiegel ist ja auch schon was, worauf man sehr stolz sein kann........
Er war stellvertretender Chefredakteur, das ist doch noch ein Unterschied. Mal ganz abgesehen davon, dass es mindestens genauso verwerflich ist, jetzt über Interna urteilen zu wollen, die niemand von uns kennt.
Wozu solchen zusammen gemutmaßten Vorhaltungen?
Ich find es schon anmaßend von Herr Schnelle, der ja bereits seit Jahren weitgehend raus aus der Branche ist, jetzt CS vorzuhalten, er habe ja nichts gegen die negativen Veränderungen getan.
Woher will er das wissen?
Vielleicht ist es genau andersrum und CS ist gegangen, weil er es leid war gegen Windmühlen zu kämpfen, nachdem er jahrelang einen Richtungswechsel angeregt hat. So riesig ist der Einfluss eines stellvertretenden (!) Chefredakteurs innerhalb einer riesigen Unternehmensgruppe wie IDG nun wirklich nicht. Statt mutigem Richtungswechsel wird da einfach die Devise ausgegeben: Einsparungen, Praktikanten, weniger Heftinhalt, weniger Zeit pro Artikel, weniger vom teuren aber exklusiveren vor-ort-content. Und dann musst du auch als stellv. Chefred. stillhalten und versuchen dein Blatt so lange wie möglich über Wasser zu halten, während die journalistische Qualität absäuft. Und das tut sie schon seit Jahren!
Zum Glück nicht mehr allzu lange. Bei den Print-Verkaufszahlen und der stetigen Abwärtsentwicklung werden GameStar und PCGames in spätestens 5 Jahren bestenfalls noch Online existieren.
Ich würde mir das auch nicht antun wollen und Jahre meiner Kraft und Arbeit daran verschwenden, den bei diesem Kurs unausweichlichen Niedergang nur hinauszuzögern.
Als Brancheninsider und langjähriges Redaktionsmitglied der Gamestar kannst du diese Behauptung natürlich mit 100%iger Gewissheit aufstellen, da du zweifelsfrei ausschliessen kannst das Christian Schmidt jahrelang versucht hat seine Vorstellungen umzusetzen, schlussendlich aber seinen Hut nahm weil er keine Lust mehr hatte vor verschlossenen Türen zu stehen?
Nur mal so als Denkanstoss.
Klar kann ich das behaupten, ich muss auch nichts zweifelsfrei ausschliessen. Du hast da vielleicht eine andere Meinung, so wie ich meine Meinung dazu habe, das du nicht wissen kannst ob er vor verschlossen Türen stand.
Ich glaube, dass CS daran gearbeitet hat, seine Punkte in der Gamestar unterzubringen, vor allem wenn man sich manche Test von ihm ansieht. Wenn der Chefredakteur oder die Verlagsleitung allerdings diesen Bemühungen einen Riegel vorschieben, kann auch der Stellvertretende Chefredakteur nicht mehr tun als sich zu bemühen, diese zu überzeugen... oder ebne nach einer gewissen Zeit genervt zu kündigen, das hat er ja jetzt leider auch getan.
Es gibt ja durchaus Ansätze in der Magazinlandschaft, die Frage ist aber doch: Schaffen diese es, eine hohe Auflage zu erzielen? Oder sind die dann pseudointellektuell auch wieder an der "Mitte der Gesellschaft (tm)" vorbeigerauscht. Die Rettung für die gedruckte Spielekritik sehe ich darin also eher nicht.
Ich freue mich über fundierte, detaillierte Testberichte (online sowie print) und über hochwertige Printmagazine, die den Fokus auf die Metaebene legen gleichermaßen - solange die journalistische Qualität stimmt. Und in dem Punkt stimme ich Herrn Schmidt zu: Sollte die Qualität weiter sinken, ist das Spiele-Printmagazin als solches eh nicht mehr zu retten.
Natürlich darf ein Medium, welches so viele Künste beinhaltet, auch auf einer Metaebene besprochen werden. Aber diese Art der Berichterstattung wird eben nicht die potentielle Haupt-Klientel eines Print-Magazins im Gaming-Bereich ansprechen. Die Verkaufszahlen von GEE und EDGE zeigen das deutlich.
Es ist auch vollkommen egal, ob du "Kaufempfehlungen" nichts abgewinnen kannst. Es ist auch egal, dass ich Wertungskästen unnötig finde. Die Zahlen am Ende des Monats (Print-Verkäufe Print, Besucherzahlen Online) entscheiden, welchen Weg ein Magazin oder eine Online-Seite geht. Und wenn die oben im dritten Stockwerk das Gefühl haben, dass sie mit einer Änderung zwar 5000 Leser vergraulen aber gleichzeitig 7000 Leser gewinnen (oder auf diese Weise genug Geld einsparen, sodass am Ende die Aktionäre trotzdem glücklich sind), dann wird diese Änderung durchgezogen.
Und ich glaube, du hast den Mick nicht verstanden.
Nicht jeder Gamer sitzt Abends in seinem Sessel, raucht genüsslich seine Pfeife zu einem trockenen Rotwein und resümiert mit seinen Freunden über die Gefühle, die das Medium "Spiele" in ihrer Art und Weise in ihm Ausgelöst haben. Zumal jeder Mensch ein vollkommen anderes Empfinden hat. Wenn der Schädel zermatscht finden das einige super, andere nicht. Und das ist nur ein stumpfes Beispiel.
Wenn ich mir ein Spiel kaufe, will ich wissen
a) ob es auf meinem Rechner überhaupt läuft
b) was mich erwartet (lohnt sich die Investition)
c) bekomme ich für das Geld entsprechende Stunden an Spielzeit
Was bringt es mir zu wissen, dass Modern Warfare 3 von seiner Handlung her den Menschen daran ermahnen will, welcher Graus hinter dem Krieg steckt und mich so zum Nachdenken anregt, wenn ich es dann zu Hause liegen habe und nicht spielen kann, weils nicht auf meinem System läuft?
"Das muß möglich sein. Kunst löst Gefühle aus. Ein Nutzgegenstand wie ein Auto eher selten. "
Sag das bitte jemanden, der sich just sein Traumauto gekauft hat. Er wird dir ins Gesicht lachen. Wenn ich an meinen Polo denke, löst er sehr wohl Gefühle in mir aus. Keine Guten, aber Gefühle.
Der Punkt ist: diese Infos kriegst du im Netz billiger und schneller und mit viel breiterem Sample. Wenn du dir dafür wirklich ein Heft kaufst (so richtig mit Geld), dann gehörst du zu einer aussterbenden Spezies.
"Wenn ich mir ein Spiel kaufe, will ich wissen
a) ob es auf meinem Rechner überhaupt läuft
b) was mich erwartet (lohnt sich die Investition)
c) bekomme ich für das Geld entsprechende Stunden an Spielzeit"
Das will dir niemand nehmen, nicht einmal Christian Schmidt. Es geht nur um eine Verschiebung der Verhältnisse -- Mehr von dem einen, ein bisschen weniger von dem anderen. Und da hat Christian schon Recht: Ob es jetzt 4 oder 5 Waffen im Spiel gibt, macht im Endeffekt, wenn es darum geht, ob mir das Spiel Spaß macht, also ob es den Kauf Wert ist, nicht viel aus. So viel zum Thema "nicht verstanden" :P
"Das will dir niemand nehmen, nicht einmal Christian Schmidt. Es geht nur um eine Verschiebung der Verhältnisse -- Mehr von dem einen, ein bisschen weniger von dem anderen."
Und wie war die Praxis nach dem Gamestar-Relaunch vor einem Jahr? Weniger Tests, die dafür aber kürzer als auf der Website. Der damalige stellvertretende Chefredakteur Christian Schmidt hat diese "Verdichtung" im GS-Forum verteidigt.
Vielleicht hatte er bei "Minecraft" sein Erweckungserlebnis, als er feststellen musste, dass sich dieses Spiel nur schwerlich in einen Wertungskasten pressen lässt.
Immerhin hat sein Artikel auf SPON eine Debatte losgetreten, die überfällig ist. Wie geht die Branche damit um, dass der Spielemarkt immer weiter aufsplittert zwischen Casual und Vollpreis, F2P und kommerziellen MMORPG, dass der PC als Spieleplattform stirbt, dass die digitalen Vertriebswege es ermöglichen, Spiele als Salamischeiben zu veröffentlichen, die jeden Test zur temporären Bestandsaufnahme degradieren?
Als Zugabe gibt es noch ein wenig Seifenoper. ;-)
Ich muss Christian leider insofern Recht geben, dass ich den Sinn einer Spielezeitschrift wie der Gamestar auch nicht mehr darin sehe, Spiel für Spiel "abzuarbeiten" und nach einer - je nach vermutetem Leserinteresse - ein- bis zehnseitigen schematisierten Abhandlung über bestimmte Mechaniken und Besonderheiten des Spiels eine Wertung darunterzusetzen. Das kann jede Fanseite, jeder Spielerblog, jedes von Laien geschriebene Onlinemagazin besser. Denn fürs Spieletesten braucht man keine journalistische Kompetenz. Sondern nur genug Zeit und Begeisterung für das Thema, um das Spiel ausgiebig genug zu spielen, sowie einen möglichst großen Vergleichsrahmen um das Spiel einordnen zu können.
Stattdessen sollte ein Magazin versuchen, sich durch journalistische Kompetenz abzuheben - und ich denke, das ist es, worauf Christian hinauswollte. Ein Magazin sollte im Idealfall zu drei Vierteln aus Berichten und Hintergrundreportagen bestehen - mit einem Fokus auf Themen, nicht auf Titeln. Aber natürlich ist eine solche Berichterstattung teurer, und wenn sie Investigativ geschieht auch mühevoller.
Genau hier lag, wie Mick ja ehrlich zugibt, schon immer Christians Stärke. Im Recherchieren, Einordnen, Interpretieren. Und wenn Christian eben dies jetzt für den Spiegel macht, freue ich mich bereits jetzt, seine zukünftigen Artikel zu lesen.
100%ige Zustimmung.
Volle Zustimmung.
Das Aufzählen der Anzahl der Waffen ist einfach eine plumpe Art der Werbung für eine Spieleindustrie. Das ist wie bei den "Skyrim-Facts" wo "Faustkämpfe" jetzt schon als SUPERDUPERNEUERUNG verkauft werden. Traurig, wenn Redakteure nur Fakten nacherzählen, als selber kritisch zu hinterfragen.
Wobei das bei Skyrim aber auch bloss irgendwelche Twittereinträge von nem Videospielehändler sind.
Ja, beim Spiegel ist er wirklich genau richtig. Dem Medium derjenigen, die denken, sie verstehen was...
"Es geht um Computerspiele als intelligentes Medium, welches im besten Fall ein perfektes Konglomerat aus Interaktion, Literatur und filmischen Mitteln ist. Warum darf ein Medium, welches so viele Künste beinhaltet nicht auch auf einer Metaebene besprochen werden?"
Darf es ja. Nur - wo sind denn bitte die Spiele, die das überhaupt hergeben? Die kann man doch an einer Hand abzählen.
Und genau das enthüllt Schmidts Forderungen als eitles Gehabe. Auch er müsste sehen, das unter den tausenden Spielen, die jedes Jahr erscheinen, höchstens _ein_ "perfektes Konglomerat aus Interaktion, Literatur und filmischen Mitteln" ist. Die restlichen Spiele kann man sehr gut altmodisch testen. Er macht also eine Riesenabrechnung, die nur auf 0.1% der Spiele passt, um sich selbst zum großen (und einzigen) Spieledenker hochzustilisieren.
Nein. Das Problem ist, dass sich Spieletests vieler Zeitschriften immer noch als objektiv verstehen. Das Problem dabei ist nun mal, dass Computerspiele Kunst sind, zumindest zu Teilen, und ich Computerspiele deswegen nicht wie eine Waschmaschine beurteilen kann. Computerspiele sollen nun mal Gefühle auslösen, egal ob jetzt Romantik oder Aggression oder Wut oder irgendwelche anderen. Und wenn ich einen Spiele"test" schreibe, muss ich auf die nun mal eingehen, und meiner Meinung nach sind die nun mal wichtiger als beispielsweise die Grafik (solange die den Spielspass nicht empfindlich beeinträchtigt). Wenn aber mehr auf die technischen Aspekte als auf alles andere Wert gelegt wird, kommen dann Dinge wie der Gamestar-Test zu Crysis heraus. Ohne Frage ein gutes Spiel, aber das beste Spiel seit Jahren? Wohl kaum. Es geht ja auch gar nicht darum, Dinge wie die Grafik völlig aus dem Test zu schmeißen, sondern einfach darum, anderen Dingen mehr Platz einzuräumen.
"Das Problem dabei ist nun mal, dass Computerspiele Kunst sind, zumindest zu Teilen, und ich Computerspiele deswegen nicht wie eine Waschmaschine beurteilen kann."
Computerspiele sind zunächst einmal Waren, die verkauft werden sollen. Und es ist nun mal eine (bedauerliche) Tatsache, dass sich das immer Gleiche besser verkauft, als ein innovatives Spiel voller neuer Ideen oder gar mit Anspruch.
In den Verkaufcharts stehen die Sims- und WoW-Addons, die CoDs, die FIFAs.
Neuerdings gibt es immerhin einen erfreulichen Trend zu preiswerten Indie-Games wie Braid, World of Goo, Machinarium, Minecraft, Terraria, Limbo etc.
"Kunst löst Gefühle aus. Ein Nutzgegenstand wie ein Auto eher selten."
Bei mir löst Kunst weniger Gefühle aus als ein Auto. Und jetzt du wieder ;-)
Worauf ich eigentlich eingehen möchte ist deine Anmerkung zu Spielen als intelligentes Medium und die Einordnung in den großen Kontext. Ich lese die GameStar gelegentlich immernoch und muss ehrlich sagen das mir die "Tests" von Herrn Schmidt mit Abstand am wenigsten gefallen haben. Wenn ich eine Produkbeurteilung, was ein Test letztendlich darstellt, lese, dann interessiert mich die Meta-Ebene überhaupt nicht. Wenn das Spiel als solches einfach schlecht ist dann nutzt es mir persönlich nichts in einem Test über die weitschweifenden Ausführungen unserer Gesellschaft zu lesen. Und genau das Gefühl hatte ich in den letzten "Tests" von Christian Schmidt in der GameStar. Da wurde philosophiert und an alte Zeiten erinnert, Vergleiche zu anderen Spielen hergestellt und das große Ganze angeschnitten. Das Alles interessierte mich nur leider nicht die Bohne in diesem Moment. Wenn ich mich darüber informieren oder selbst beteiligen möchte, dann suche ich mir ein Forum oder eine Kolumne in der das Thema behandelt wird. Und genau das ist meines Erachtens nach der Punkt. Herr Schmidt hat keine Spiele bewertet sondern darüber berichtet.
Seh ich ganz genauso. Man muss den peniblen Test ja nicht zwangsläufig entfernen, kann ihn aber durchaus mit Einigem an Interpretation aufwerten.
Ich für meinen Teil finde dieses dumme Wertungsvergleichen auch überflüssig aber was der Christian da von sich gegeben hat war echt unter alles Sau. Einfach nur schmierig. Ich hasse dieses pseudo-elitäre Gehabe. So wie ich das mache ist das richtig. Bestes Beispiel ist die Spiegel Zeitschrift Neon. Die wollen einem auch immer aufzeigen wie man etwas richtig macht und was cool sein soll aber das kann doch jeder für sich entscheiden.
Das mit den Löhnen ist natürlich keine feine Sache aber das wird sicher auch nicht nur ein Problem des Spielejournalismus sein.
"Spiegel Zeitschrift Neon"
NEON ist natürlich vom Stern.
Ähem, Neon erscheint bei Gruner und Jahr und gehört zum Stern-Portfolio.
Ich dachte immer die gehört zum Spiegel. Auf jeden Fall kann ich die Zeitschrift für den Tod nicht ausstehen ;)
Meinungen haben es nunmal an sich, dass die Person, die sie hat, sie für richtig hält. Sonst wäre es wohl keine Meinung. Dass Gefühl, es sei "elitär", kommt doch nur daher, dass Christian eben einen anderen, wie ich finde spannenderen und interessanteren, Schreibstil hat als der normale Mensch. Das erwarte ich aber auch von Journalisten. Ich möchte da nicht nur von der Sache, über die sie schreiben, unterhalten werden, sondern auch vom Text selbst. Christian schafft das weit öfter als seine ehemaligen Kollegen, das muss ich ihm zugestehen.
Elitär und arrogant wirken immer dijenigen, die ausführlich ihre Meinung begründen und damit einem das Gefühl verschaffen, sich selbst nicht so tiefgründig mit einem Thema auseinandergesetzt zu haben und es selbst nicht so gut erklären zu können. Von daher sage ich: Wir brauchen eine Elite, denn von ihr gehen neue und fruchtbare Denkanstösse aus.
Da ist natürlich auch was dran :D
Wort. Gerade der etwas andere Stil von CS hat mich interessiert.
Wenn Sie schon auf einer anderen Seite Gunnar Lott vorwerfen " den Karren in den Dreck gefahren zu haben" sollten Sie sich mal an die eigene Nase fassen.
Ich glaube jeder hat seine Leichen im Keller, auch Sie als
,,Simulationsexperte".
Manche Test von Ihnen rochen sehr stark nach Fanboy oder: habe gerade keine Lust auf das Spiel.
Und was nützt mir in aller Professionalität geschriebener Test bei Shogun2( hier auf der GG vom Herrn Langer) Herr Schnelle wenn beim Test nicht mal darauf eingegangen wird das in der Schwierigkeitstufe "Normal" das Spiel nach kurzer Zeit laaangweilig wird. Und die Ki auf der Startegiekate dumm wie ein Stück Brot ist (Handelsplätze besetzen).
Das Gothic3 Debakel in der Gamestar sucht ihresgleichen. Unfassbar. Aber haben solche "Tests" denn danch aufgehört? Keinesfalls, in der Aufzählung oben fehlt noch ganz klar GTA4. Und da wundern die sich das die Heftverkäufe zurückgehen.
Wenn man einen richtige Kaufempfehlung will sollte man 1 Woche min. warten und dann bei Amazon die Rezensionen sich durchlesen.
Die am meisten positiv und negativ bewerteten Beiträge durchlesen und man hat die beste Kaufempfehlung.
Meiner Meinung nach fehlt im Spielejournalismus verdammt oft schlicht die Qualität. Die Artikel lesen sich meist langweilig, sind immer gleich aufgebaut und haben keine Spannungskurve.
Oft kommt dazu das der Autor einfach nicht gut schreibt, im Vergleich mit der Konkurrenz aus anderen Bereichen ist das mehr als auffällig.
Soll ein Spieletest nicht auch ein Unterhaltungsaspekt beinhalten? Ich will keine ausformulierte Strichliste lesen nachdem ein Spiel "abgearbeitet" wurde, und anschließend mit irgendwelchen imaginären Prozentwertungen betitelt wird die eh so gut wie keine Aussagekraft haben.
Ich will ein guten Artikel lesen, der mich unterhält und mit von dem "Erlebnis" Spiel berichtet.Vielleicht meint Herr Schmidt Ähnliches...
Womit du tatsächlich einen Kern von Christian Anliegen triffst:
"Sie muss neue Erzählweisen finden; sie muss Geschichten über Spiele erzählen, nicht nur Geschichten aus Spielen."
(Ich wollte das nur mal hervorheben, weil hier die meisten zu denken scheinen, dass Christian schlicht und einfach Tests abschaffen will)
Ich empfehle das Lesen von Brettspieltests. Erfischend anders, obwohl hier klare Punkte vermittelt werden: Spielzeit, Spielidee, Spielspaß, Schwächen und Stärken, Innovationen. Dahin könnte es ja mal wieder gehen.
Da muss man allerdings sagen, dass Brettspieltests häufig von Brettspielnerds gemacht werden, die oft auch Pen & Paper Rollenspiele spielen und vom Typ her eher Geschichtenerzähler sind. Videospieler sind nicht immer die großen Unterhalter :-)
Und die Videospielbranche ist inzwischen auch wesentlich Professioneller als die Brettspielbranche, weshalb man bei Videospielen eigentlich Profis den Vortritt lassen sollte, die das gute Schreiben entweder aufgrund ihres Talents, oder weil sie es von der Pike auf gelernt haben.
"Da muss man allerdings sagen, dass Brettspieltests häufig von Brettspielnerds gemacht werden, die oft auch Pen & Paper Rollenspiele spielen und vom Typ her eher Geschichtenerzähler sind. Videospieler sind nicht immer die großen Unterhalter :-)"
Da habe ich herzlich gelacht... ;)
Wenn das von Herrn Schmidt gesagte nicht stimmt, woran liegt es dann, dass die Abozahlen so einbrechen? Irgendwo muss es ein Problem geben. Wenn das so weiter geht, wird es wohl in paar Jahren die Printausgabe von Gamestar oder PCGames nicht mehr geben :(
Wenn ich wie GS wesentliche Teile meines Heftes vorab online Stelle, brauche ich mich nicht zu wundern wenn keiner mehr das Heft kauft...
Darüber ärger ich mich auch dauernd (habe GS Abo). Videos und Testberichte sind immer schon im Internet, bevor ich meine Zeitschrift bekomme. Ist das Geschäft mit der Website also sogar schon einträglicher als das mit dem Heft (Werbung, Premiumaccount) ?
Das ist eben die Taktik der GS: In dem vermeintlichen Wissen, dass Print sowieso untergeht, konzentriert man sich schon mal vorab auf den Online-Bereich und nimmt Print nur noch so nebenbei mit. Man darf das wohl als fließenden Übergang bezeichnen. Kann man nur hoffen (oder auch nicht, je nachdem), dass das nicht den Bach runter fließt.
Das ist das Problem! Ins Heft gehören wichtige Tests und ansonsten nur Hintergrund informationen. Reportagen, hintergrundrecherchen, zusatzinformationen. In Zeiten von IPad und Netbooks braucht man selbst unterwegs keine Printausgabe mehr, da man aktueller informiert wird, wenn man sich die Sachen im Netz ansieht. Also braucht man eine Abgrenzung, wie die GEE sie verucht hat. Printmagazine sind in einem so Internetaffinen bereich wie Videospielen nicht mehr Massentauglich, so dass jede Zeitschrift, die nicht aufgrund ihres Schreib- und Erzählstils lesbar ist, und das ist keine der bisherigen Spielezeitschriften letzten Endes nicht mehr finanzierbar ist. Sinkende Auflage > Sinkende Einnahmen > Veränderung, entweder weniger qualität, was viele Spielemagazine so machen (> Sinkende Auflage), oder weniger Umfang, dafür wesentlich mehr Qualität (zumindest gleichbleibende Auflage, da die Zielgruppe erst gefunden werden muss).
Warum lesen so viele Abonennten die "ZEIT" ? Doch nicht wegen der aktuellen Bericht und Nachrichten, sondern wegen der Kompetenten Analyse aktueller geschehen und der kompetenten Journalisten wegen. Gut, die Zeit ist kein Fachmagazin, aber das Problem mit der Aktualität hatte die Zeit nie, da es die Konkurrenz durch schnellere Medien (Tageszeitungen) imemr schon gab und die Zeitung von anfang an auf Zeitlosere Berichte angelegt war. Die Tageszeitungen haben das gleiche Problem wie die Spielemagazine und beide gehen völlig Frei von Ratio mit dem Problem um! Trotzig sein und "Das war aber immer so" sagen!
Die ZEIT ist ein wundervolles Blatt, eben weil es die Distanz zum Tagesgeschehen hat und es ausführlich - sogar mit Pro- und Contra-Diskussionen verschiedener Autoren - betrachtet und hinterfragt. Damit entsteht wirklich neues Wissen über Sachverhalte, während die Tageszeitungen und -zeitschriften mehr oder weniger nur DPA und Reuters abschreiben.
Und genau diese Distanz zum Tagesgeschehen wünsche ich mir bei Printmagazinen! Wunderbar, als in der GameStar auf ich glaube 4 Seiten über die Flughafenszene in Modern Warfare 2 diskutiert wurde! Man mag jetzt meinen, dass sei vom Entwickler beabsichtigt, aber waurm auch nicht?
Macht es nicht gerade große Kunst in Filmen oder auch Theatern aus, wenn sie Polarisiert, Gefühle weckt und vielleicht sogar empört?
All das kann besprochen werden. Natürlich ist es aufwendig, jeden Monat Themen zu recherchieren, aber lohnend ist es allemal!
Das war nicht das Problem. Ich lese nämlich viel lieber auf Papier als auf dem Bildschirm. Wenn aber fast alle Videos schon Online sind bevor das Heft bei mir ankommt nervt mich das.
Genau bei dem Punkte verfehlt Christian eben das Ziel. Print lässt nicht nach, weil die Qualität der Artikel allen Magazinen zu schlecht sind. (Punktuell mag das aber eine Rolle spielen.)
- sehr Online affine Leserschaft
- kostenlose Inhalte online
- aktuellere Inhalte online
- Vollversionen sind in Zeiten von Steam und Co kaum noch relevant, um günstig an ältere, aber immer noch gute Spiele für ein paar Euro zu kommen.
- Die Redakteure stehen kaum noch im Vordergrund - die Fluktuation in den Teams ist hoch - man kann sich als Leser kaum noch mit einem bestimmten Redakteurs-Team identifizieren.
- Die Zeichen-Beschränkung fällt auch immer mehr ins Gewicht, da Online mehr Platz ist. Wenn in Tests aufgrund einer oder zwei Seiten sehr viele Infos fehlen, leidet halt das Print-Medium im Vergleich mit online.
diese Liste könnte man noch weiterführen
Das spricht Christian so doch auch an. Seine Argumentation: All diese Probleme haben alle anderen Fachmagazine auch. Trotzdem ist der Absturz der Käufer im Games-Bereich nicht einfach nur leicht höher, sondern eklatant viel höher. Ich denke schon, dass das, wie Christian sagt, an der mangelnder journalistischer Qualität liegt. Wobei ich persönlich diese Kritik so sicher nicht gegen Leute wie Jörg Langer oder Mick Schnelle richten möchte, auch wenn die Kritik allgemein gehalten ist.
Wahrscheinlich weil "Gamer" sowieso den PC als Plattform der Informationsbeschaffung nutzen. Autoliebhaber oder Gartenfreunde kaufen weiter eher die Printmagazine, weil sie (auch aufgrund des Alters und deren Kultur) mit dem Medium "Zeitschrift" aufgewachsen sind. Auch die anderen Fachmagazine werden über lange Sicht hin mit den selben Problemen zu kämpfen haben. Am ehesten Betroffen sind aber die Gamer, da die ein relativ junges Zielpublikum haben, welches mit dem Internet groß geworden ist.
Es ist nicht nur das Problem, dass Artikel auf der Website aktueller sind (was logisch ist), sondern dass sie eben kostenlos sind.
Schlimmer noch: Heftartikel werden gegenüber dem Onlineartikel sogar gekürzt (!) bzw. neudeutsch "verdichtet".
Einige Tests schaffen es überhaupt nicht mehr in Heft, etwa Worms Reloaded (ein Titel mit einer Bewertung von 84%).
Auch eine Gurke wie das AddOn von Drakensang - Phileassons Geheimnis wurde im Heft nicht getestet - dabei wäre es gerade hier eine Aufgabe der GS gewesen, die Heftleser vor einem Fehlkauf zu bewahren, zumal das Hauptspiel selbst ja ein sehr gutes RPG war.
Kostenlos ja, aber nicht umsonst. Hier bezahlt man mit Aufmerksamkeit gegen Werbung.
Leider auch nur wenige. Für Qualität muss man halt hin und wieder Geld hergeben ;)
Ich glaube nicht, das Geld bei diesen Überlegungen eine Rolle spielt. Ein Printmagazin kostet 5-8 EUR im Monat. Andere Leute geben das für Kippen pro Tag aus oder für ein einzelnes Getränk in der Disco. Die DSL-Kosten, die weit über den Magazinkosten liegen, noch nicht mal mitgerechnet. Es liegt also nicht daran, das Magazine zu teuer sind bzw. die Information im Internet "kostenlos" ist. Es liegt eher daran, das das Internet schneller und leichter verfügbar ist. Das man auf einen Schlag eine viel größere Informationsmenge zur Verfügung hat (unterschiedliche Ansichten, mehr Screenshots, Videos, Podcasts etc.). Bis ich etwas zu einem Spiel in einem Heft gesehen hatte, hatte ich alle Screenshots und Infos schon im Netz gefunden.
Die ganze Print-Branche geht den Bach runter - das schliesst auch Spielemagazine mit ein. Daran ist das "böse" Internet schuld.
Was sagt der Volksmund: "Nichts ist so alt, wie die Zeitung von Gestern." Und heute? Ist die Zeitung von morgen, schon zu alt.
Warum soll ich für ein ABO Geld bezahlen, wenn ich mehr Informationen schneller bekomme? Zumal die Berichte in Heften versuchen es mit der Geschwindigkeit im iNet aufzunehmen - was ja mal total bescheuert ist.
Ehrlich gesagt find ich den Kommentar auf Areagames hundert Mal besser, weil er den Autor nicht persönlich angreift.
http://www.areagames.de/artikel/detail/Da-irrt-der-Schmidt--Ueber-intelligenten-Spielejournalismus/115578
Die Gamestar bietet eben nicht was die Zielgruppe will, deswegen ist die Leseranzahl von einst 350.000 auf 100.000 gefallen.
Ich brauch genausowenig eine philosophische Abhandlung über Spiele, wie die ganzen knochentrockenen Tests, bei denen man nur noch das Fazit liest.
STOP!
Den von Green Yoshi zitierten Kommentar von Areagames sollte man unbedingt lesen! Meiner Meinung nach die bisher beste Auseinandersetzung mit der Fragestellung in der aktuellen Debatte.
Richtig, ich habe mich für den Schnelle Kommentar stellenweise geschämt, weil das so sehr nach "Nestbeschmutzer! Nestbeschmutzer" klang.
Vielen vielen Dank für den Link. Ich kann sowohl mit Micks als auch mit Christian Schmidts Stellungnahme nur wenig anfangen beziehungsweise nur einige wenige Ansätze in irgendeiner Form unterstützen. Wahrscheinlich liegt das aber auch an meiner persönlichen Stellung Spieletests und Massenjournalismus gegenüber.
Der Eintrag bei Areagames hingegen war sachlich, treffgenau und für mich wesentlich ansprechender.
Diesen Artikel finde ich zur aktuellen Thematik doch tatsächlich am ansprechensten, weil er (was man von den meisten anderen momentan kursierenden nicht sagen kann) objektiv und nur in geringem Maße personenbezogen ist.
Nur habe ich das Gefühl das die meisten einfach nur im Topic stöbern nach unten scrollen und ihren Kommentar abgeben obwohl hier schon die meisten Meinungen vertreten sind, denen man sich ja einfach anschließen könnte, natürlich ist es mühselig nun schon 2 Seiten durchzustöbern, aber sonst wäre ich nie auf diesen Link gestoßen.
Auch schreiben viele die GEE war toll etc. etc. und dem kann ich nur zustimmen, schließlich war ich auch ein aktiver Käufer dieses Printmediums, aber man muss die Tatsachen auch mal berücksichtigen, die GEE hat einfach keine Käuferschaft gehabt die ein finanzielles Überleben oder gar ein lukrativen Verkauf ermöglichten, dafür waren es, leider, zuwenige "Enthusiasten". Vielen reichte ein "GEE liebt mich" Button nunmal nicht, schon alleine die 31 Gründe zum Geldausgeben waren den Kauf schon fast wert und man sollte immer das GEE Motto im Hinterkopf behalten: GEE - Love for Game
Wer aber dennoch der Meinung ist es gäbe einfach keine Zeitschrift die eine objektive Berichterstattung bzw Wertung hervorbringt dem lege ich die EDGE nahe, vom deutschen Markt zwar schon total verschwunden, aber auf englisch definitiv lesenswert und in gut sortierten Fachläden bestellbar.
Und hier nochmal der lesenswerte LINK:
http://www.areagames.de/artikel/detail/Da-irrt-der-Schmidt--Ueber-intelligenten-Spielejournalismus/115578
Unterm Strich: Ich möchte wissen was ich für mein Geld von einem Spiel erwarten kann. Jegliches intelligentes Gefasel führe ich unter Freunden und nicht durch einseitigen Konsum in Form einer Zeitschrift.
*sign*
Sind denn beide Seiten unvereinbar? Bei den aktuellen Preisen für Neuerscheinungen will ich auch über die technische Seite informiert werden, aber darf der Tester deswegen nicht auch mal auf die Kunst hinter der Mechanik schauen und versuchen das Spiel in einem größeren Kontext sehen? Das ist eine ernst gemeinte Frage. Ich hätte gerne beide Aspekte in einem Spieletest.
Ich halte es aber auch für einen Denkfehler, dass sich Magazine besser verkaufen würden, wenn sie sich nicht auf die Core-Gamer/Ultras/Enthusiasten spezialisieren. Sie bleiben Fachmagazine und damit was für Liebhaber.
Und wie schon einige hier geschrieben und argumentiert haben, schließt sich das ja auch überhaupt nicht aus.
Christian Schmidt fordert ja kein "alles weg, alles anders" sondern nur eine Weitung des Blickwinkels.
Ich finde den Vergleich zu guten Filmrezensionen hier immer ganz hilfreich, weil da ein ebenfalls audiovisuelles Unterhaltungsmedium mit noch deutlich klarer definierten Genres schon seit Jahren umfassend und auch ohne Prozentzahlen und Checklistenkasten bewertet wird - und es klappt auch wenn die Gegner solcher Änderungen natürlich sofort den Klischeepappaufsteller vom versnobbten Arthouse-Kino-Feuilletonisten aus dem Schrank holen, der nur schöngeistig rumschwadroniert. Den gibt es irgendwo unter tausend Filmkritikern auch, keine Frage. Aber es gibt eine viel größere Zahl, die einfach Film-Enthusiasten ansprechen will.
Und die schreiben ja nicht nur - aber eben AUCH - über Metaebenen, soziokulturelle Zusammenhänge oder welche weiteren Werke ähnliche Handlungsmotive vielleicht anders/besser/schlechter angehen. Trotzdem schreiben die natürlich auch sofort, wenn es handwerkliche Mängel gibt. Da wird über mäßige Schauspieler gemeckert wie in Spielen über schlechte Synchros, es wird die Atmosphäre seziert und es gibt für Filmkenner klare Kriterien für Dialoge und Storystrukturen.
Nur käme doch kein Filmkritiker je auf die absurde Idee die Einordnung ganz sein zu lassen, sich nur noch auf die handwerklichen Aspekte zu beschränken und die dann in einem Testkasten abzuhaken ala Optik, Sound, Länge (=Umfang), Atmosphäre, Dialoge, Requisiten (=Items oder Waffen) etc.
Es wär doch geradezu bescheuert ein Unterhaltungsprodukt, das alles tut um als ganzheitliches Werkerlebnis konzipiert ist, manisch in seine Einzelteile zu zerpflücken und dann zu zählen ob auch genau die erwartete Menge an Komponenten hinter der Kulisse arbeitet.
Wow. Getroffene Hunde bellen oder wie?
Ich finde diese Antwort einfach nur peinlich, sie zielt auf den Herrn Schmidt persönlich ab. Natürlich attackiert er die bisherige Arbeitsweise, aber anstatt darüber zu reflektieren greifst du ihn lieber persönlich (und unter der Gürtellinie) an. Klasse!
Nur mal ein paar Sachen:
"Die, die ich Enthusiasten nenne, nennst du Hardcore-Gamer und, schlimmer noch, verächtlich "Ultras". Ultras ist übrigens ein Begriff, der meist für die gewaltbereiten Elemente unter Fußball-Fanatikern gebraucht wird, oft als Steigerung von "Hooligans""
- Das ist natürlich von vorne bis hinten kompletter Schwachsinn. Wenn man einen Vergleich macht sollte man sich schon etwas informieren. Ultras sind nicht per se gewaltbereit und schon gar keine Steigerungsform von Hooligan. Ultras im Fussball sind übrigens ziemlich genau das was "Enthusiasten", "Hardcore-Gamer" oder wie auch immer du sie bezeichnen möchtest bei Videospielen sind: Ultra-Fans. Menschen, die bestimmte Dinge sehr wichtig nehmen. Ob das nun ein Fussballverein ist oder sein Hobby.
Übrigens könnte man argumentieren dass auch Hardcore-Gamer "gewaltbereit" sind: siehe Begriffe wie Shitstorm u.ä.
"Der Schlüssel zum erfolgreichen Spielejournalismus heißt: „Von Freunden für Freunde.“"
- Aha. Und wenn ich meinen "Freund" frage wie das neue FIFA ist, soll er mir antworten mit "Die Reaktionszeit beim Drehschuss ist jetzt um 0.2ms schneller" und mir danach noch 30 Details vorkotzen oder soll er mir was davon erzählen, *wie* sich das Spiel spielt, ob es Spass macht und nicht ob auch die afghanische Nationalmannschaft auch mit allen schief gestellten Zehen modelliert ist? DARUM geht's doch bei Christians Kritik. Nicht, dass ihr alle scheisse seid, sondern dass das Testsystem beschissen ist. Endlose Auflistungen von Features helfen niemandem. Der Kontext zählt. Ich lese schon lange keine Spielezeitschriften mehr, selbst Gamers Global nur als Ausnahme. Was lese ich stattdessen? "Tests" oder Berichte von Seiten wie arstechnica die mir wirklich das Gefühl geben, dass sie das Spiel ausreichend gut beschreiben und mir vermitteln können ob mir das Spiel gefallen wird oder nicht. Das schafft ihr nicht mit endlosen Featurelistenwüsten. Lernt es oder geht daran zu Grunde- dann machts halt jemand anderes.
Es bringt nichts, einfach die Augen zu verschliessen und so weiter zu machen wie bisher. Es geht nicht, das merkt man. Also ändert euch!
Wenn man jemandem einen (offenen) brief schreibt, muss man ihn schon persönlich anreden!
Ganz genau das. Ich finde auch, dass Schnelle hier eine sehr zweifelhafte Rhethorik auffährt, mit der er versucht "seine core-gamer" gegen die Kritik aufzustacheln - nur eben an Punkten, die an Chistians Ansicht weit vorbeigehen.
Volle Zustimmung!
Lieber Mick,
Ich danke dir sehr für diesen großartigen offenen Brief!
Du sprichst mir mit diesem aus der Seele.
Das schlimmste für mich ist aber ein Testvideo von Christian Schmidt über das Spiel "Minecraft", durch welches ich es überhaupt erst in Erwägung gezogen habe dieses zu Kaufen. Vor dem Spiegel Artikel habe ich Christian stets als einen guten Redakteur und Kenner seines Faches geschätzt, doch nun hat er selbst zur Verwelkung dieses Ansehens beigetragen.
"Das schlimmste für mich ist aber ein Testvideo von Christian Schmidt über das Spiel "Minecraft", durch welches ich es überhaupt erst in Erwägung gezogen habe dieses zu Kaufen."
Was genau ist jetzt schlimm daran?
Das Testvideo zu Minecraft ist eine Perle des Spielejournalismus und hat auf Youtube nicht ohne Grund enorm viele Aufrufe zu verzeichnen. Das Video macht genau das vor, was Christian hier fordert. Und noch dazu verdammt gut.
Aber Geschmäcker sind eben verschieden. Tröste dich: Normale, trockene Tests kann fast jeder schreiben, wie man es an den zahlreichen Online-Magazinen sehen kann. Darum musst du dir also keine Sorgen machen.
Also als ich das erste Mal dieses Video sah, war ich hin und weg. SO muss Journalismus aussehen. Genial gemacht.
Exakt, eines der besten Test-Videos der Gamestar mit so viel, was ich in anderen Tests und Videos vermisse.
Du hättest doch merken müssen, dass keien 20 verschiedenen Waffen verfügbar sind? :D
Waaas, du findest Minecraft doof? :p
Nein ich fand das Video spitze, der Humor und alles einfach! Aber ich verstehe jetzt nicht ganz warum er nach so nem Video, so einen Artikel auf Spiegel machen muss....
Eben weil der große Teil, der das Video derartig gut gemacht hat, eben in den meisten Fällen fehlt. Und darum dreht sich auch der Großteil von CSs Kolumne ;)
Ich bin auch gespannt was Christian zu sagen hat, nachdem ihm so der Kopf gewaschen wurde.
Sowohl Christian als auch Mick postulieren etwas, das sich mit der Realität, wie ich sie (vielleicht nicht repräsentativ?) wahrnehme, überhaupt nicht mehr deckt: dass Core-Gamer die Zielgruppe von Spielemagazinen seien. Ich kenne viele Core-Gamer und kein einziger davon liest irgendein Spielemagazin. Warum auch? Da steht doch (fast) nix drin, das für einen Core-Gamer von Belang wäre.
Vielleicht gibt es noch Restbestände an zeitschriftenlesenden Core-Gamern, die einen Gutteil der Auflage kaufen. Aber das werden weniger, nicht mehr.
Auch die hier erwähnten Vollpreistitel sind so ein Ding, bei dem sich die Wahrnehmung des Autors und vielleicht vieler Spielejournalisten nicht mit dem Status Quo decken. Wer kauft sich denn noch Vollpreistitel!? Konsoleros, ok, die haben kaum Alternativen, aber auf dem PC? Bestimmt gibt es auch hier noch Relikte aus einer längst vergangenen Zeit, die derlei Traditionen pflegen, aber die Zukunft ist das nicht. Steam Sales, GOG, Indies, F2P, da spielt die Musik. Vollpreistitel sind fast so steinzeitlich wie Papier. Und bei den ganzen günstigen Titeln brauche ich eben keine solche Beratung mehr.
In einem stimme ich zu: Die sich häufenden absurden Bewertungen in der Gamestar waren einer der Gründe für meine Abokündigung. Das Problem waren aber nicht die Wertungen an sich, sondern die sie begleitenden, teilweise arg unkritischen Tests (gerade bei deutschen Produktionen, bei denen ich praktisch durch die Bank die anglophonen, stets negativeren Kritiken angebrachter fand). Aber das unterstützt ja Christian Schmidts Thesen mehr als es sie widerlegt.
Ja, ja, die Engländer... Stets fair zu deutschen Spielen.......
Hab' ich nicht behauptet. Ich sagte bloß, dass sich deren Bewertungen mehr mit meiner Meinung decken. Das ist kein Verschulden deutscher Tester, das wollte ich nicht sagen.
Also ich bin Coregamer und ich lese die GS um mich, man wird es kaum glauben, zu UNTERHALTEN und warum sollte ich keine Vollpreistitel mehr kaufen? Und warum sollte mich ein Test bei günstigen Spielen nicht interessieren? Also das ist alles etwas an den Haaren herbeigezogen, sry.
Warum muss immer alles gleich extremstmöglich verstanden werden?
Dass es Menschen gibt, die die GS zur Unterhaltung lesen, habe ich mit keinem Wort bestritten. Im Gegenteil, ich finde, dass eine Spielezeitschrift genau darauf abzielen sollte.
Dass du oder irgendein Core-Gamer keine Spiele zum Vollpreis kaufen solltest, habe ich nicht gesagt. Meine Aussage war deskriptiv (wenngleich, wie erwähnt, möglicherweise falsch, da nicht repräsentativ), nicht normativ.
Dass Tests für günstige Spiele nicht interessant sein können, habe ich ebenfalls nicht behauptet. Ich sagte lediglich, dass sie nicht mehr nötig sind.
Du hast mich in drei Dingen zu kritisieren versucht, und alle drei Versuche arbeiten sich an Strohmännern ab. Versuche doch, etwas genauer zu lesen...
Warum ich das als "extremstmöglich" verstanden haben?
Könnte es an Formulierungen wie:
"Bestimmt gibt es auch hier noch Relikte aus einer längst vergangenen Zeit"
oder
"Vollpreistitel sind fast so steinzeitlich wie Papier"
liegen?
Deine Aussage war dann wohl eher deskiptiv für dich und deine Bekanntschaft. Ansonsten eben rein subjektiv.
Das habe ich doch selbst schon zweimal geschrieben...
Mit den polemischen Einsprengseln hast du Recht, die hätte ich mir auch sparen können. Wie sie dich zu deinen Strohmännern geführt haben, sehe ich aber trotzdem nicht. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Siehste mal, ich bin auch Core-Gamer, wenn nicht sogar einer der "Ultras". Was will ich mit der GS? Die einzige Unterhaltung befindet sich auf der Heft-DVD unter Specials. Im Heft war der Artikel "Die Babel-Bastler" noch ok und die "Hall of Fame" von Michael Graf. Der Rest, durchgeblättert -> Blaue Tonne. Enthält keine Information die nicht eh schon hätte. Mehr Hintergrundberichte, Interviews, etc. würden mich da schon deutlich mehr interessieren.
Wenn man sich die Verkaufszahlen von einigen Spielen in den ersten Tagen anschaut, dann gibt es immer noch genug Leute, die Vollpreistitel kaufen.
Und bei Core-Gamer kommt es einfach darauf an, wie man diesen Begriff definiert. Die Facebook-Handy-Generation wird ebenfalls kaum ein Fach-Magazin für Games kaufen. Genauso wenig der Spieler, der vll 1-2 neue "echte" Spiele im Jahr kauft. Erfahrene Gamer benötigen für die Kaufentscheidung ebenfalls keine Zeitschrift, die, was Aktualität und Preis/Leistung angeht, nicht mit den Online-Angeboten mithalten kann.
Warum kaufe ich zum Beispiel ab und an ein Mag? Für Berieselung auf dem Klo. Thats it.
Ich wollte auch nicht behaupten, dass NIEMAND mehr Vollpreistitel kaufen würde. Das ist ja gerade der Punkt: Mir ging es um Core-Gamer, bzw. die zunehmende Mehrheit derselben.
Deinem zweiten Absatz stimme ich absolut zu, dem dritten nicht, da ich auf'm Klo nicht lese. ;-)
Wer sonst, wenn nicht Core-Gamer, kauft denn Magazine und liest Online in Spiele-Magazinen? Wer liest auf GamersGlobal?
In meiner Bekanntschaft ist das eindeutig: Alle, die ich als sehr interessiert am Medium "Spiel" und somit als Coregamer bezeichnen würde, lesen oder lasen mal ein Print-Magazin und sind oft bei Online-Magazinen unterwegs. Alle, die zwar spielen, sich aber auf wenige Titel beschränken und einfach nur spielen wollen, ohne die Szene als ganzes interessant zu finden, lesen keine Print-Magazine und sind auch nur sehr selten bei Online-Magazinen unterwegs. Das kann also auch nicht die Zielgruppe sein.
Ich denke mal, die Coregamer, die du meinst, also die, die sich von Print-Medien verabschiedet haben, sind zu großen Teilen jener elitäre Kreis, der von sich selbst meint, etwas besseres zu sein und die Tests doch so oder so gar nicht nötig zu haben, zumal die Redakteure sowieso alle keine Ahnung hätten und die jedes mal an die Decke gehen, wenn Magazin X Spiel Y mal wieder nicht mit mindestens 90% bewertet hat. Das sind also auch nicht die, für die Mick seine Artikel schreibt :)
Solche Aussagen sollte man aber schon mit Zahlen belegen können, sonst macht die Aussage nämlich wenig Sinn. Man kann gern von einem Trend hin zu Budgetverkäufen und Onlinedistribution usw. sprechen, aber auch hier nicht wie stark dieser Trend ist, das müsste man wieder quantiativ untermauern.
Des Weiteren ist doch der Begriff Core-Gamer absolut schwammig. Das wird von einigen Personen anscheinend oft als Selbstbeweihräucherung der absoluten Spielerelite gebraucht. Den Begriff sollte man eigentlich gar nicht verwenden, da er nicht wirklich definiert ist.
Vollpreistitel spielen immer noch eine große Rolle, auch auf dem PC, dies kann man recht gut an den veröffentlichten Zahlen einiger Erfolgstitel sehen, genauso zeigen die Steam-Umsatz-Charts recht deutlich, dass die Vollpreistitel dort oft den meisten Umsatz einspielen.
Ob nun Online oder auf Print, die Leute die angesprochen werden sind die gleichen, nämlich Spieler. Das was beide Gruppen unterscheidet ist lediglich die Präferenz Tests und der gleichen Online oder eben als Printmedium zu lesen.
Hier ist einfach das Medium der ausschlaggebende Grund. Viele Leute bevorzugen mitlerweile Onlineartikel und -test, bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass Leute die Print lesen, dies nicht mehr lesen wollen.
> Wer kauft sich denn noch Vollpreistitel!?
> Konsoleros, ok, die haben kaum Alternativen, aber auf dem PC?
Das aber nen Trugschluß, denn grade für die Konsolen existiert doch, dank aktuell noch intaktem Gebrauchtspielemarkt, die Möglichkeit sich releasenah Spiele deutlich günstiger zu kaufen. Hinzu kommt noch England als Einkaufsmöglichkeit, wo Spiele am Releasetag dank diverser Rabattaktionen und allgemein niedrigeren Preisen mitunter für unter 40€ gekauft werden können, geschweige denn 1-2 Monate nach Release, wenn die Preise nochmal um bis zu 50% gesunken sind.
Für die Konsolen also kein anderes Szenario als beim PC, außer das die Spiele noch weiterverkauft werden können und nicht wie auf dem PC dank DRM-Knebelmechanismen direkt nach Installation und damit einhergehender Accountbindung auf einen Marktwert von 0 € entwertet werden.
Ich lasse mal die persönlichen Aspekte oder die Betrachtung der Spielepresse als Branche außen vor, hier neige dem zu, was Mick Schnelle zu sagen hat.
Bezogen auf den Stand des Spielejournalismus glaube ich allerdings, dass beide Standpunkte, so gegensätzlich sie klingen mögen, eine gewisse Berechtigung besitzen. Niemand hat hier Recht oder ist im Unrecht. Es gilt einfach unterschiedliche Interessen zu bedienen. Der klassische Gamer will vielleicht wirklich extrem detaillierte Tests, massig Vorberichte usw. Und die sollte er auch weiter bekommen. Aber daneben gibt es doch auch viele Menschen, die gerne Spiele eher im Sinne sonstiger Kulturkritik betrachtet sähen. Die sich neben der technischen (aus meiner Sicht fast schon technokratischen) Auseindersetzung auch inhaltliche Beschäftigung, Einordnung in größere Zusammenhänge etc. wünschen würden. Die Metaebene eben, von der Christian Schmidt spricht. Und die in der sonstigen Kulturkritik eine wichtige Rolle spielt, in der Spielepresse aber leider fast nicht stattfindet.
Dann hättten beide, was sie brauchen. Reine Coregamer ihre (vielleicht nicht mehr gaz so detaillierte) Detailinformation, und die, die nie Coregamer waren, oder es nicht mehr im selben Maße wie ehedem sind, bekämmen eine zusätzliche Ebene, die, ohne dass das jetzt irgendwie wertend gemeint ist, vielleicht ein wenig erwachsener wäre.
Also Herr Schnelle und ich haben Schmidt's Text wohl grundsätzlich unterschiedlich verstanden und interpretiert.
Abgesehen davon wird mir in diesem Brief zu scharf geschossen und dabei schlecht gezielt. Der Vergleich mit Automobilfachzeitschriften bswp. hinkt meiner Meinung nach gewaltig. Niemand wird bestreiten das ein Test eines KFZ ohne technische Details und Zahlenwerte keinen Sinn macht. Andereseits lässt sich wohl kaum über die Metaebene eines Opel Corsa philosophieren.
Ja und nein... um auf das Autobeispiel mal einzugehen. Natürlich kann man nicht über jedes Auto eine umfangreiche Auswertung abseits von technischen Aspekten führen aber das geht auch nicht bei jedem Spiel. Viele Spiele haben einfach nichts über das man in diese Richtung groß schreiben kann wenn man sich nich bei jedem ähnlichen Spiel wiederholen will.
Bei Autos gibts es aber auch Dinge über die man schreiben könnte. So kann man darauf eingehen in wie weit sich neue Motoren mit geringeren Verbrauch durchsetzen werden, man kann aufzeigen, dass sich bestimmte Trends in der Automobilbranche aus der aktuellen Geselschaft herraus entwickeln. Bei Sportwagen kann man darüber schreiben wie sich der Porsche in den letzten 30 Jahren verändert hat und warum etc.
Wenn man will kann man das machen und es wird sogar schon oft gemacht. Außerdem wird auch oft auf Autos aus SciFi Filmen eingegangen umd besprochen in wie weit diese umsetzbar wären. Für Spiele müsste man klar von einer etwas anderen Seite aus herran gehen aber ich würde mir zB. für das Deus Ex Beispiel schon so Sachen wünschen wie "Sind Argumentierungen in der Zukunft realistisch?", Streitgespräch zuwischen Redakteuren "Die Menschmaschine wünschenswert?" oder Bionisierung - in Spielen, Filmen und Büchern.
Was soll hier eigentlich der Steckbrief zu Pirates of Black Cove?
"Lieber Christian, Spielepreise liegen, vielleicht hast du es nach vielen Jahren der kostenlosen Bemusterung vergessen, zwischen 40 und 50 Euro beim PC, Konsolenspiele irgendwo zwischen 60 und 70 Euro. "
blabla spiele werden teuer...
füher haben sie auch 80DM-170DM gekostet wo ist jetzt der große unterschied,btw im jahre 2006 gab es eine mehrwertsteuererhöhung auf 19,ader die vergessen viele...
"Unsere Leser, das sind die Menschen, über die sich der bereits "in der Mitte der Gesellschaft angekommene" Sender RTL lustig macht."
bloß einige dieser leser haben selbst ein schubladendenken von gewissen leuten
"Ultras ist übrigens ein Begriff, der meist für die gewaltbereiten Elemente unter Fußball-Fanatikern gebraucht wird, oft als Steigerung von "Hooligans""
http://de.wikipedia.org/wiki/Ultr%C3%A0-Bewegung
http://www.stern.de/sport/fussball/das-phaenomen-ultras-1724159.html
"Ultras sind Fans, die ihren Club und ihre Stadt besonders leidenschaftlich, emotional, engagiert unterstützen und dabei sehr aktiv und gut organisiert für Stimmung im Stadion sorgen wollen. Dabei stehen optische Aktionen wie die spezielle Kurven-Choreografie, Schwenkfahnen, Doppelhalter und Pyrotechnik ebenso im Mittelpunkt wie akustische Aktionen durch einen mit einem Megaphon (oder Mikrofon) ausgestatteten "Vorsänger". Ultras verstehen sich dabei nicht vornehmlich als Mitglied eines Fan-Clubs. Ultra zu sein, bedeutet eher eine Art Lebenseinstellung. Die Ultra-Identität ist Teil einer neuen Fan- und Jugendkultur, in der es darum geht, Teil einer eingeschworenen Gruppe zu sein."
Dennoch wird der Begriff oft anders verwendet, darum geht es und das meinte Christian auch.
Ist das die Legitimierung aller, die "Killerspiel(er)" sagen?
Ich glaube nicht, dass Christian in seiner Kolumne mit dem Begriff „Ultras“ auf die gewaltbereiten Fußballfans anspielen wollte. Ich glaube, er wusste, was der Begriff wirklich bedeutet.
Es wäre wesentlich beeindruckender, einfach zuzugeben, dass dir nicht klar war, was dieser Begriff wirklich bezeichnet, anstatt jetzt zu behaupten, dass Christian die Bedeutung ebenfalls nicht kannte und es tatsächlich deswegen so meinte, wie du es ausgelegt hast.
Einen Fehler, und wenn er nur darin besteht, nicht zu wissen, was „Ultras“ bedeutet (ich musste es auch erst nachschlagen), kann man gerne ma eingestehen. ;-)
Und nimmst damit eine diffamierung einer Subkultur in Kauf. Wow soviel jorunalistischer Geist... Weil die einen es falsch deuten mache ich das jetzt einfach auch.
Eine bitte. Bleibt doch bei den Themen von denen ihr was versteht und lasst die anderen dinge einfach außen vor.
"blabla spiele werden teuer...
füher haben sie auch 80DM-170DM gekostet wo ist jetzt der große unterschied,btw im jahre 2006 gab es eine mehrwertsteuererhöhung auf 19,ader die vergessen viele..."
Es werden aber auch höhere Stückzahlen verkauft, von daher relativiert sich das wieder.
Da fühlt sich einer aber mächtig auf den Schlipps getreten.
Ich denke, dass es ein großes Grundproblem gibt: Videospiele haben sich mit der Zeit stark ausdifferenziert, d.h. es gibt sehr viele versch. Spiele über die man auch verschieden berichten kann.
"Computerspiel" ist nur ein Medium, das man verschieden füllen kann. Klar entspringt das Medium aus einem technischem Umfeld, aber heutzutage kann man "relativ" einfach Spiele designen.
Nehmen wir das Medium Film (allg.): Ich kann einen Film über die Technik eines Formel1-Boliden drehen, ein Fußballspiel filmen und aufbereiten oder einen Liebesfilm produzieren. Das sind alles Grundverschiedene Dinge, die auch jeweils anders besprochen und rezipiert werden.
Bei Videospielen wird alles was in dem Medium entsteht nahezu von allen Magazinen aufgegriffen und getestet. Es wäre ja für die zukunft auch denkbar, dass es zB ein Heft/App/Seite nur über Sportspiele gibt, oder nur über Multiplayer-Shooter, oder nur über hauptsächlich narrative Spiele etc. Sowas gibt es ja teilweise auch schon.
Wenn ich aber jetzt an ein ICO so rangehe wie an ein Call of Duty ist doch klar, dass da irgendwas nicht passt (Wertungskästchen). Die Steuerung ist heutzutage in 95% der Fälle gut oder okay. Da muss man nicht Seiten drüber füllen. Wenn jetzt wie im Fall von Ico Form und Inhalt ineinander greifen ist dies natürlich höchst interessant und erwähnenswert (Trigger halten -> Hand halten). Wenn es zur Steuerung oder den anderen technischen Daten nichts unglaublich neues oder einzigartiges gibt, gehört dies mMn nicht in so eine Kritik.
Beim neuen PES ist es natürlich anders, da interessiert es mich sehr wohl was an der Steuerung gedreht wurde und was beim Alten bleibt.
FAZIT: Ein enges Wertungsschema wird dem vielschichtigen Medium nicht gerecht. Menschen, die sich nicht tagtäglich mit Computertechnik etc. beschäftigen und sich für die Geschichte oder das Artdesign eines Werkes interessieren werden von dem klassischen Test abgeschreckt. Mir als altem Hasen kommen diese Hefte auch nicht mehr ins Haus.
Literatisch wertvoll sind die meisten Texte übrigens auch nicht - was zB bei der erwähnten 11Freunde ganz anders ist. Eine kleine positive Entwicklung sehe ich dennoch: GameOne, Gee ;-(, Retro, Elektospieler - diese Richtung gefällt mir!
Da hätte ich mir meinen Roman ja sparen können :-) Stimme mit dir 100% überein!
Besser hätte man es wohl kaum ausdrücken können.
Ultras sind keineswegs eine "Steigerung" von Hools, sondern haben nach und nach Kuttenfans und Hools als "Hauptfans" in den Fankurven abgelöst.
Zum Thema:
Christian Schmidt hat nicht unrecht, denn mich interessiert nunmal(anders als früher) nicht mehr so sehr, wie viele Stunden Spielzeit, wie viele Level, wie viele Waffen oder wie toll meine Grafikkarte sein muss, damit das Spiel überhaupt läuft.
Früher waren solche Informationen wichtig, da gab es Spiele, die nur mit 3dfx Karten liefen, andere wiederum liefen genau NICHT auf 3dfx Karten, aber durch die vereinheitlichung der Entwicklungen gerade durch die Konsolen, fällt ein großteil davon weg. Und dann die Wertungen... Was bringt mir eine Wertung von 95% oder 9,5 oder ähnlichem, wenn ich das Spiel trotzdem nicht mag? Garnichts!! Ich spiele jedes GTA gerne, habe aber seit GTA 2 keins mehr durchgespielt, und damals war die "Story" nicht wirklich als solche zu erkennen.
Daher müsste viel eher auf den Kontext eingegangen werden. Beispielsweise wer die Zielgruppe eines Spiels ist. Mann kann beispielsweise sagen: "Dieses Spiel könnte ihnen gefallen, wenn sie Action-Rollenspiele wie Diablo 2 oder Titan Quest mochten" Man muss dabei aber nicht unbedingt nur mit Spielen vergleichen: "Dieses Spiel ist keine leichte Kost, aber mit viel Einarbeitungszeit, finden Bastler ihren Spaß"
Gamer sind mündig, und ich kenne viele, die auf der GC waren, die sich eben KEINE Spielehefte mehr kaufen, gerade WEIL die Hefte völlig an ihnen vorbei schreiben. Natürlich gibt es noch Ultras, die gern auf Konsolen bashen, die die gute alte Zeit beklagen und jede Neuerung per se schlecht finden, bis Jörg Langer sie für gut befunden hat, aber die sind in der MINDERHEIT!!! Bestes Beispiel sind die Umfragen von Spielehomepages, an denen man erkennt, dass die Homepages der "klassischen" Spielemagazine voller hater sind, während bei reinen Online-communities viel mehr aufgeschlossene Spieler sind.
Wenn ich einen künstlich aufgebauschten 8 oder 10 Seiten umfassenden Artikel zu Diablo III in der Gamestar lese, in dem 90% der Informationen aus einem älteren Heft stammen, dann frage ich mich, warum ich das Heft überhaupt beziehe. Es ist langsamer, reißerischer und sensationslüstiger als ein gutes Onlinemagazin sowie bis ins Lächerliche künstlich konsolenbashend geschrieben. Und das gilt genauso auch für die PC Games und alle anderen hefte mit Ausnahme der GEE. Der einzige Grund, weswegen mein Gamestar Abo noch läuft ist, dass ich es erst gekündigt habe als Christian Schmidt das Heft verlassen hat, weil er derjenige war, der mit seinen Reports, Analysen und Hintergrundinformationen das Heft von all den anderen Schundheften abhob.
Und jetzt ist wie erwartet auch der Grund offenbart worden: Christian Schmidt und IDG oder André Horn als Boss hatten ungeheure Differenzen, was die Zukunft des Videospieljournalismus angeht.
Was ich immer wieder interessant finde: alle finden GEE ja soooo ttoll. Wieso kauft es dann keiner? Ist irgendwie wie mit Arte. Stabile 1 Prozent Zuschauer, aber in jedem Internetkommentar als Lieblingssender angegeben.
Das verstehe ich auch nicht. Ich fand die GEE doof. Die sah mir in der Tat zu sehr nach Kunst&Lifestyle-Mag aus, zu wenig nach Spielezeitschrift. Das war das andere Extrem zu den "normalen" Spielezeitschriften.
Ein gutes Mittelding war für mich die PC Powerplay in den ersten Ausgaben.
Die GEE ist ein gutes Beispiel für mangelhaftes Marketing. Das Heft war in seiner Urform innovativ und seiner Zeit voraus. Nur wußte das leider keiner, da die Werbung nicht existent war und es das Heft auch nur im Fachmarkt gab.
Und ARTE hat zwar im Schnitt die 1 Prozent, aber bei einzelnen Sendung schauen doch viel mehr zu. Außerdem könnte man an diesem Beispiel die Erhebung der Quote auch in Frage stellen.
Das Problem der GEE war einfach das Konzept. Das waren keine Spieletests, sondern Berichte über neue Spiele ohne echte Wertung. Sowas kann man umsonst im Internetz bringen, aber Geld dafür zu verlangen? Nach jedem Lesen meiner 13 GEE Ausgaben hatte ich das Gefühl, die haben mich abgezockt. ;)
Wieso soll man für Berichte kein Geld verlangen können. In denen steckte sicherlich mehr Arbeit, als in den Spieletests der Gamestar.
Weil die "Berichte" meistens nichtssagend waren ob das Spiel jetzt gut oder schlecht ist und warum wieso weshalb.
Hmm...dir ist schon klar, das ein Bericht etwas anderes ist, als ein Test? Wobei mir bei den Berichten der Gee weitaus öfter klar ist, ob das Spiel etwas für mich ist oder nicht.
Ja aber ich will einen Test lesen um zu sehen ob es sich lohnt 40-70 Euro für ein Spiel auszugeben und nicht irgendwelches sinnloses blablabla. Ein Spieletest muss beinhalten: Um was gehts, was wird geboten, was ist gut, was ist schlecht, Meinung der Redaktion inkl. Wertung. Alles andere ist Wischiwaschi.
Ja dann lies doch Tests...die Gee testet aber nicht. Die schreibt wie du selbst sagst Reports/Artikel über ein Spiel. Wenn ich nen Apfel will kauf ich auch keine Tomate und tu dann ganz empört, weil Sie nicht nach Apfel schmeckt.
Und wenn Spielspaß für dich nur an harten Fakten hängt ist das auch schön für dich. Ich habe allerdings eine deutlich höhere Trefferquote wenn ich die Spiele zocke die in einem euphorischen Geeartikel interessant klingen, als wenn ich mich nach der Gamestarwertung richte (Gamersglobaltests find ich da übrigens auch treffsicherer, zumindest solange man die Wertung darunter ignoriert ;) ).
Es geht hier aber doch nicht um die GEE, sondern dass der Herr Schmidt generell Tests so haben will. Und das findet der Mick - und ich auch - nicht so toll, weil ein Test von einem PC/Videospiel was ganz anderes ist, als der Test von einem Film oder Buch oder CD. Einerseits sind normale Spiele wesentlich teurer als andere Medien und andererseits muss man massivst mehr interagieren mit der Software. Die Bedienung eines Spiels und die Optionen die geboten werden, das hast du bei einem Film eben nicht, den man einfach in den Player reinwirft und dann läuft. Ein Spiel kann z.B. Fehler haben, die ein durchspielen unmöglich macht. Das hast du bei einem Film nicht. Der läuft immer bis zum Ende. Da ist wirklich nur interessant ob der Film interessant genug ist. Selbst ein eigentlich interessantes Spiel, kann einem keinen Spaß machen - aus diversen Gründen.
Der Herr Schmidt hat nie gesagt, das alle Artikel so sein sollen.....das wird ihm nur von den ganzen "alles soll so sein wie ich es am liebsten mag" Leuten in den Mund gelegt. Und bei unserer Diskussion geht sehr wohl ausschließlich um die Gee, da du dich von denen betrogen fühlst ;).
Naja, aber Gee ist doch das Ziel von Schmidt. Das gehört schon irgendwie zusammen. Auch wenn er es nicht direkt sagt. Da fällt mir ein, ich könnte mir mal wieder meine GEEs durchsehen. *g* ;)
Sein Ziel ist, so wie ich es verstehe, mehr Gee und weniger Computerbild Spiele (um mal die beiden Extreme zu nennen). Da gibt es vieeeeeeeeel Platz dazwischen.
Wie das mit den Einschaltquoten läuft, wissen wir ja spätestens seit "Free Rainer". Blöder Film, aber ein wahrer Kern. ;)
Weil die Mehrheit nicht immer die meiste Ahnung hat? Sonst wäre ein Drecksblatt wie die Bildzeitung ja auch nicht die meistverkaufteste Zeitung.
Aber genau die Mehrheit finanziert die Verläge mit ihren Magazinen und Onlineseiten - egal wie dumm die Mehrheit auch sein mag. Und genau deswegen wegen die Zahlendreher und BWL-Fritzen immer auf die Mehrheit schauen - und versuchen diese zu füttern für maximalen Gewinn.
Eben.
"Alle"... vielleicht reicht ja diese persönliche statistische Erhebung noch nicht aus, um Gee zum Marktführer zu erheben ;-)
-meld- ich hab sie sogar im Abo gehabt... Aber wie schon gesagt wurde, das Marketing und die PR kann man, freundlich umschrieben, als sehr laienhaft bezeichnen.
Was nichts dran ändert dass ich sie wirklich wegen der Texte und der Art wie sie geschrieben waren gekauft habe.
Ich hatte die GEE sogar im Abo, aber die aktuelle iPad Version kauf ich mangels Tablet tatsächlich nicht.
arte seh ich auch gerne, vielleicht gibts da ja einen Zusammenhang.^^
Die GEE ist von und für eine Splitergruppe geschrieben. Intellektuell veranlagte Spieleredaktion schreibt für (wenn auch etwas andere) Hardcoregamer, die sich gerne intellektuell mit ihrem Hobby beschäftigen. Das ist oft nett zu lesen, nicht immer so intelligent, wie es sich die Autoren vermutlich erhoffen, aber vor allem ganz sicher eines: Ein Randgruppenrandgruppenprogramm. Für mich jedenfalls nur manchmal interessant genung. Und auch recht logisch, dass sich so etwas nicht in Riesenstückzahlen verkaufen lässt.
Persönlich wäre es mir, wenn ich so darüber nachdenke, fast am liebsten, große Magazine und Zeitungsredaktionen würden sich langsam dazu herablassen, Spiele in ihren Redaktionen zu behandeln wie Theater, Buch und Film. D.h. ein, zwei anerkannte Redakteure für ausgesuchte, fundierte Spielerezensionen eher nach dem 'Muster Schmidt' als nach gängiger Machart. Das würde mir wohl durchaus genügen. Und je nach individuellem Anspruch und Interessenlage wäre auch für jeden etwas dabei.
Spielemagazine können dann gerne bleiben, was sie sind. Und, um da nicht missverstanden zu werden, sind sicher nicht grundsätzlich falsch für die Hauptzielgruppe Gamer um die zwanzig.
Das von dir beschriebene Szenario würde mir auch sehr gefallen. Christian Schmidt würde ich gerne als Begründer eines Videospiele-Ressorts beim Spiegel oder der ZEIT sehen. :-)
Die GEE, wie sie die letzten 5 Jahre erschienen ist,
gibt es nicht mehr!
Das neue Ding ist nur ein Schatten der GEE.
(Digitaler iSchrott und ein paar Sonderhefte, offenbar
in halber "Bauhöhe").
Sowas kaufe ich selbst als alter GEE-Leser nicht mehr.
Ich fand die GEE toll und bin leider erst viel zu spät auf sie gestoßen. Die längste Zeit wusste ich nicht einmal, dass sie existiert. Vielleicht war das auch das Problem der GEE. Zu wenig Exposure.
Jetzt gibt es keine Spielezeitschrift, die mich gerade begeistern kann.
Was dein Lieblingsfreund Gunnar in seinem Blog sagt, finde ich richtig. GEE + mehr Tests wäre nah dran an einer Zeitschrift, die ich als "perfekt" bezeichnen würde. Ich gehöre also eher zum Schmidt-Camp.
Mick, das ist mit allen ""anspruchsvollen"" Medien so! Die verkaufen sich IMMER schlechter. Sieh dir doch mal die ganzen tollen Serien an. Die schaut keiner!! Stromberg = super! Keiner guckt! Lost, Breaking Bad, Mad Men, Weeds, Sopranos etc. keiner guckt es! Die laufen dann oft spät auf arte, zdfNEO...
Tolle Werke - aber wohl zu schwer verdaulich für die breite Masse.
Computerbild Spiele gibt den Leuten "kostenlosen Mist", "100 % objektive Tests"... Bild dir deine Meinung.
Ich hatte die GEE übrigens auch im Abo.
Im Prinzip stößt Christian Schmitdt mit seinem Artikel wie sie bereits Boris Schneider-Johne in einem der Spieleveteranen Podcasts geschlagen hat. Boris war der Ansicht, dass Spieletest mit einem Wertungssystem von 1-100 einfach nicht mehr zeitgemäß sind und nicht das beleuchten können was hinter der Fassade aus Grafik und Sound steckt. Vieleicht sollte Mick auch mal mit Boris diskutieren.
Das habe ich bereits damals, als er die 5 Sternewertung für die PC Player eingeführt hat, die später eiligst wieder gegen Wertungsprozente ausgetauscht wurden...Die Mehrheit wollte es so.
Eiligst? Ich meine heute iwo gelesen zu haben, dass es doch 20 Ausgaben benötigte. Eine recht stattliche Zeit für eine Einsicht.
Christians Kritik geht allerdings weit, weit über die Kritik an Wertungen hinaus wenn nicht gar völlig daran vorbei. Er meint etwas ganz anderes.
Ich bin mir sogar sehr sicher, dass er selbst die Wertungskästen der GS praktisch findet, nur stören ihn die dazugehörigen Artikel, die oft einfach schwach sind!
Ich kann nur sagen, was ich von einem Spielemagazin als PC-Core-Gamer erwarte und das deckt sich wohl eher mit dem, was der Herr Schnelle schreibt, auch wenn Herr Schmidt sicherlich in Ansätzen nicht völlig verkehrt liegt. Gerade bei der GameStar hatte ich jüngster Zeit das Gefühl, dass sich in den Tests/Videos an Kleinigkeiten der Spielmechanik und der Grafik aufgehängt wurde, während das große Ganze vernachlässigt wird.
Mich würde auch Jörgs Meinung zu Schmidts Beitrag interessieren, da er ja selbst Gründer und langjähriger Chefredakteur der GameStar war und auch mit GameraGlobal ein Fachmedium geschaffen hat.
Ich glaube die Mischung macht's. Mick hat in vielen Dingen Recht, missversteht aber glaube ich, dass Christian diese Tests ja nicht völlig abschaffen will. Er möchte auch nicht, dass Spieleredakteure nicht mehr für Freunde schreiben. Es geht nur darum, die Kritiken erstens auch auf einem gewissen Journalistischen Niveau, also mit Qualität, abzuliefern (Auch hier stimmt Mick zu, wenn er beispielsweise Fehlwertungen u.ä. kritisiert), zweitens dem Leser beim Lesen Spaß zu bereiten (auch das sagt Mick) und drittens die Meta-Ebene etwas mehr als gar nicht zu beachten. Davon, dass die anderen Elemente eines Spiels gar nicht mehr beachtet werden sollen, redet auch Christian nicht.
Erinnert mich frappierend an "Post von Wagner",gepaart mit einer Menge Groll wegen der Sache von vor ein paar Jahren...
Christian kritisiert zurecht die zig Schema-F-Tests,die in allen Medien die Vorherrschaft haben,und Spaß oder Spannung hab ich in letzter zeit immer weniger wenn ich diese ausgelutschte Art Tests lese
Wenn diese Branche weiterhin auf das altbewährte Muster setzt nach welchem die Tests verfasst werden,dann wird der Spielejournalismus, so wie wir ihn kennen, in wenigen Jahren wegen mangelndem Fortschritt von der Bildfläche verschwunden sein.
Welchem Groll? Ich habe mit Christian noch bis vor ein paar Wochen gut zusammengearbeitet... Wir hatten bislang noch nie Ärger...
Dann mess ich wohl der Sache mit der Entlassung zu viel Bedeutung bei,pardon.
Aber dein Kommentar auf kaliban.de war auch nicht gerade diplomatisch formuliert
Aber Du arbeitest doch nicht mehr für die Gamestar, oder? Oder war das eine andere Publikation bei der ihr vor ein paar Wochen zusammengeabeitet habt?
Und Sätze wie "Ah. Der Mick. Natürlich.
Spar Dir Deine Vorwürfe, mit Dir diskutiere ich nicht öffentlich."
wirken nicht besonders freundlich, die kamen jetzt aber von Gunnar und nicht von Christian.
Deine Kolummne war schon recht aggressiv, aber verglichen mit Ulrich Steppberger bist Du doch noch harmlos.
Also ich finde generell, dass Wertungen einen viel zu hoher Stellenwert beigemessen wird. Wenn man zum Beispiel Wertungsdiskussionen verfolgt, worin gestritten wird warum ein Spiel 83% statt 88% bekommen hat und sich dann noch einer mit der Aussage kommt "aber dieses Spiel hat 91% bekommen". Denke ich mir immer ist doch egal sind alles Topwertungen.
Wenn Spielmagazine wirklich Kaufberater sein wollen, dann sollen sie den Testanteil deutlich erhöhen und aufhören mit den unzähligen Previews/Vorschau/Angespielt berichten, die sich oft lesen, wie direkt aus der Marketingabteilung des Publishers.
Tests sollten so geschrieben sein, dass man nach dem Text und dem Fazit entscheiden kann, ob einem das Spiel zusagt. Eine Wertung sollte dazu nicht nötig sein oder noch schlimmer die unzähligen Awards die einzelne Magazine vergeben.
Wenn es keine Wertungen mehr gäbe, dann würde es sich wirklich herauskristallieren wer ein guter Spieletester ist.
Ich mochte C. Schmidt als GS-Redakteur gern, weil er einer der Redakteure mit dem prägnantesten Humor war. Seine Tirade gegen den Spielejournalismus allerdings hat mich überrascht und ich stelle mich da auf Herrn Schnelles Seite.
Grundsätzlich hinterlässt es bei mir einen unguten Nachgeschmack, wenn ein Schreiber, der mir durch seine Inhalte meistens Spaß an seiner Arbeit vermittelt hat, seinen Abgang aus dem Berufsfeld zum Anlass nimmt, so darüber her zuziehen.
Ich frage mich wirklich, warum das jetzt und in dieser Form kommt. Hat Herr Schmidt jahrelang seinen offensichtlichen Frust in sich hinein gefressen? Hat er diesbezüglich versucht, etwas aus dem Innern des Berufs zu ändern und stieß auf taube Ohren, weswegen er sich beleidigt von seinen Kollegen abwendet und gut zwanzig Jahre Spielejournalismus als einen großen Irrtum bezeichnet? Und warum redet er durch den Spiegel über die Köpfe seiner ex-Kollegen hinweg?
Das ganze kommt mir ehrlich gesagt vor wie aufgesetzter Standesdünkel. Ja, Computerspiele etablieren sich als Größe im Bereich der Unterhaltung und damit auch der Kultur. Aber gibt es automatisch nur Hochkultur und Unterschichtenbelustigung und muss man sich als Verfechter seines Hobbys, das nun endlich etwas Anerkennung bekommt, gleich zum Vorreiter einer Avantgarde aufschwingen, die mit ihren Anfängen am liebsten nichts mehr zu tun hätte? Unabhängig ob das die Intention war, lese ich so etwas aus Herrn Schmidts Zeilen heraus.
Sowas stößt mich vor den Kopf, der '92 seine erste PC Player gekauft hat und sich jahrelang auf die Berichterstattung dieses und ähnlicher Magazine verlassen hat.
Laut Herrn Schmidt habe ich also über ein Jahrzehnt meines Hobbys damit verschwendet, unmündig schwätzenden Geeks zu vertrauen, die anscheinend die gesellschaftliche Reichweite ihres Sujets damals wie heute einfach nicht verstanden haben. Da kann sich Herr Schmidt tausendmal selbst Asche aufs Haupt streuen und beteuern, Teil des Problems gewesen zu sein - sich jetzt als jemanden darzustellen, der es als so ziemlich einziger wirklich begriffen hat, empfinde ich als anmaßend.
Moment. Es geht überhaupt nicht darum, Vorreiter einer Avantgarde zu sein, sondern nur darum, auch die Meta-Ebene von Spielen, wie es ja bei Filmen oder Büchern üblich ist, auch zu betrachten. Auch, dass man mit den Anfängen nichts mehr zu tun haben wolle, steht so nicht in Christians Artikel. Er sagt sogar ganz ausdrücklich, dass es damals eine gute und wichtige Arbeit war, das Problem aber sei, dass sich die Spieleberichterstattung seitdem inhaltlich nicht geändert, sondern sich nur qualitativ verschlechtert habe. Und damit hat er Recht. Spiele geben heute mehr her. Gerade das ist doch der Punkt: Die Welt hat sich geändert, die Spiele haben sich weiterentwickelt. Der Journalismus dazu entwickelt sich aber eher zurück. Deswegen ist auch das mit dem Verschwenden eines Jahrzehnts unpassend.
Ich glaube nicht, dass er sich hinstellt und zu sagen versucht, dass er es als einziger verstanden habe. Das Lob, was er seit jeher für seine Artikel und Kreativität bekommen hat, nicht nur von einfachen Lesern, ist nicht von der Hand zu weisen. Was Christian will ist "mehr". Mehr Qualität, mehr Einordnung, mehr Analyse. Nicht "weniger". Auf die Angabe der Schusswaffenauswahl in Spielen zu verzichten ist nicht "weniger", sondern Weglassen im Grunde unwichtiger Informationen :D
edit: Ich sehe gerade, das mit dem "Mehr und nicht weniger" hat unten auch schon ein User so geschrieben :)
Nun, es steht so Einiges nicht wortwörtlich geschrieben, was ich ja auch angemerkt habe. Zwischen den Zeilen lesend drängt sich mir persönlich der Verdacht aber auf.
Ich kann nicht umhin, das Geschriebene in dem Kontext zu betrachten, dass Herr Schmidt sich erst ab dem Zeitpunkt dazu bemüßigt zu fühlen scheint, seinem ehemaligen Berufsstand derart die Leviten zu lesen, als er sich wirtschaftlich von ihm gelöst hat. Diesen Umstand will ich nicht als Feigheit bezeichnen, schließlich gehört zu Kritik auch immer eine Portion Abstand.
Trotzdem finde ich es unziemlich, quasi aus 'sicherer' Entfernung und über Dritte, in diesem Fall den Spiegel, eine grundsätzlich wichtige Diskussion an den Betroffenen vorbei los zu treten. Dazu kommt, wie schon vorher von anderen bemerkt, dass das im Spiegel (bzw. auf Spiegel Online) Geschriebene aufgrund der Reputation der Publikation allein eine gewisse Gravitas hat. Dagegen steht, dass die eigentliche Diskussion aber in Fachmagazinen und Communities wie dieser wirklich erst geführt werden wird, also genau den Plattformen, deren Kompetenz Herr Schmidt anprangert.
Kurz gesagt finde ich, dass sich Herr Schmidt auf diese Weise seine Argumentation zu leicht macht und allgemein überheblich daher kommt. Um die gesamte Problematik ins rechte Licht zu rücken, hoffe ich, dass er auf die Diskussion eingehen wird - und zwar dort, wo sie stattfindet und am dringendsten besprochen werden sollte. Auch obwohl, oder vielleicht gerade weil, er nicht mehr direkt 'Teil des Problems' ist.
Ich kann mir gut vorstellen, dass er vorher intern längere Zeit ähnlich diskutiert hat, es gab, wenn ich mich richtig erinnere, auch hin und wieder Meinungen, die etwa in so eine Richtung gingen sowie einige dazu passende Forenaussagen. Der plötzliche Ausstieg inklusive der plötzlichen Reaktion lassen da eigentlich viel eher den Schluss zu, dass er für sich persönlich keine Möglichkeit gefunden hat, auf normalem Weg etwas zu verändern. Und Spiegel war für das Auslösen dieser Debatte besser geeignet als beispielsweise Kaliban.de -- denn eine Spielewebsite hätte seinen Artikel wohl eher ungern 'abgedruckt'.
Nur weil er sich sorgsam und sachlich äußert, hat das auch mit Überheblichkeit nichts zu tun, auch wenn dieser Vorwurf in solchen Fällen oft kommt. Immerhin: Er argumentiert und das allgemein gar nicht schlecht. Das kann man von vielen Reaktionen nicht sagen. Das ist aber ein Problem der Reaktionen, indem sie sich quasi freiwillig unterordnen.
Tja, das ist die Krux: man könnte sich vorstellen, es ließen sich Schlüsse ziehen, etc. Man weiß es nicht, man weiß es nicht. Daher besteht aus meiner Sicht seitens Herrn Schmidt Aufklärungsbedarf.
Trotzdem finde ich, dass, wer etwas verändern will, direkt auf die Leute zugehen soll, die für die Missstände verantwortlich sind. Sich bildlich gesprochen im Rausgehen noch mal schnell umzudrehen und einen Haufen Flugblätter zu werfen, auf denen steht, was einen an der Arbeit der Kollegen schon immer gestört hat, ist nicht die feine Art und schafft Distanz. (Die, wie man ja gut sieht, vornehmlich mit Ressentiments gefüllt wird.)
Deinen letzten Satz verstehe ich leider nicht ganz. Falls Du meine Reaktion meinst, kannst Du mir das -siehe oben- gern direkt mitteilen. Und ich finde, man kann durchaus überheblich argumentieren. Nur weil man das nicht im übelsten Jargon tut, macht das die Sache inhaltlich nicht unbedingt valider. Zumal die ganze Diskussion auf beiden Seiten hochgradig subjektiv ist.
Vielen Heften fehlt auch einfach das Herzblut, die Gamepro war z.B. ein großartiges Magazin als Gunnar noch Chefredakteur war. Da merkte man einfach, dass die Redakteure mit Spaß bei der Arbeit sind. André Horn hat echt interessante Reportagen geschrieben, in denen er unter Anderem die Bedeutung der Story in Videospielen analysierte. Solche tiefgründigen Reports fehlen in der aktuellen Spielepresse fast vollständig. Die Redaktionen werden immer mehr geschrumpft und so bleibt gar nicht mehr die Zeit für Experimente außerhalb des News/Preview/Tesbereich. Da lob ich mir die Consol.AT die sich sechs statt vier Wochen Zeit für ihr Heft nehmen und daher die Qualität des Heftes halten können.
Bei Gunnar hat man aber auch über die Jahre gesehen, wie als er aufgestiegen ist optisch rapide gealtert ist, sehr schnell kamen die grauen Haare...
Schwertel war aber auch noch gut, der hat auch immer mit sehr viel Humor gearbeitet, aber nun ....
Lieber Mick,
wer sagt denn, dass sich intensiverer Betrachtung und Besprechung und Kaufberatung gegenseitig ausschließen? Christian hat ein "Mehr" gefordert, kein "Weniger", er kritisiert, dass heutige Spieletests nicht mehr sind als Checklisten wie bei der Stiftung Warentest.
Spiele sind aber mehr als die Summe ihrer Teile, deshalb ist es wichtig auch ihren Anspruch (so sie ihn haben) zu diskutieren. Man schaue sich nur das Beispiel Deus Ex an...der erste Teil gilt völlig zurecht als eines der besten Spiele aller Zeiten. Dabei war es schon damals ziemlich hässlich und hatte auch spielmechanisch erhebliche Macken (überflüssige Fähigkeiten wie "Schwimmen" zum Beispiel).
Würde man dieses Spiel allein auf seine Mechanik/Technik reduzieren, wäre es bestenfalls okay. Wo es aber wirklich brilliert, sind die Bereiche Story, glaubwürdiger Weltentwurf, die Illusion völliger Freiheit und vor allem die tiefgehende, doch trotzdem spielerische Diskussion fundamentaler Fragen zur Menschlichkeit und Gesellschaft.
Wenn ich die alten Tests von damals rauskrame bin ich regelrecht entsetzt, wie wenig auf diese Aspekte eingegangen wird. Alle Tests lesen sich wie eine reine Beschreibung des Spielgeschehens, was unheimlich viel Möglichkeiten verschenkt. Vielleicht hätte ich Deus Ex aufgrund der Tests sogar als "Meh, interessiert mich nicht wirklich" abgehakt...DEUS EX...eines meiner absoluten Lieblingsspiele. Gott sei Dank gab es die Demo so dass ich das Spiel schon gekauft hatte bevor, ich überhaupt die Tests gelesen hatte. Und jetzt die Frage an dich: Ist das Kaufberatung, wenn ein Test bei mir aufgrund seines technischen Charakters kein Interesse für ein an sich hochinteressantes Spiel weckt?
Nein, ist es selbstverständlich nicht. Dieses Spiel ist mehr und diesem Mehr sollte und muss man Rechnung tragen. Auch das fällt unter Kaufberatung. Keiner verlangt, dass die technischen und spielmechanischen Aspekte völlig aus den Tests verbannt werden sollen, sondern, dass sie nicht mehr den einzigen Aspekt eines Tests stellen sollen, wenn ein Spiel mehr zu bieten hat als pure Mechanik.
Genau so sieht es aus :)
Mick kämpft hier gegen einen Gegner, der gar nicht da ist. Klar, die persönliche Enttäuschung ist verständlich, da würde wohl jeder von uns so reagieren, wenn man so etwas plötzlich in der Zeitung/ auf einer Website liest. Aber inhaltlich sehe ich Christian und Mick fast auf der gleichen Ebene. Beide fordern Qualität, beide fordern interessante und auch spaßige Texte.
Fordern tun viele, aber Christian liefert auch durchgehend gute Beiträge, wohingegen Micks offener Brief am Thema vorbeigeht und mit Behauptungen wie über die Verwendung von "Ultras..." keinen journalistischen Tiefgang zeigt.
Amen, Bruder!
So verstehe ich eines von Christians Anliegen auch und deshalb find ich den offenen Brief auch so unpassend (und ganz nebenbei deutlich agressiver und persönlicher als den Artikel von Christian). Es gibt zu viele "seelenlose" Tests. 45 Levels, 23 Waffen, 240 ach-so-wichtige-Sachen, diese und jene DirectX 10 Effekte. Dann wird das Spiel Level für Level nacherzählt. So testet man vielleicht Autos und so konnte man früher eventuell auch mal Spiele testen, heutzutage interessiert mich so ein Artikel aber schlicht nicht mehr.
Viel spannender waren schon immer die Meinungskästen oder die seltenen Spieletests, die über das reine Aufzählen, Beschreiben und Kommentieren von technischen Features hinausgingen. Spannend war die (fachlich fundierte) Meinung zum Spiel, davon lese ich gerne mehr! In den Gamestar-Testvideos - gerade den von Herrn Schmidt - wurde das z.T. gut gemacht.
Die Antwort von Mick Schnelle erscheint mir wie ein reflexhafter Schnellschuss. Er hat in meinen Augen nicht wirklich begriffen, worum es geht, sondern sich persönlich angegriffen gefühlt.
PS: Den Shogun2-Artikel von GG hab ich übrigens nicht zuende gelesen, obwohl mich das Spiel sehr interessiert hat und ich es auch gekauft habe. Zu viel Beschreibung ohne, dass mich das dem Spiel wirklich näher bringen würde...
Dass die Printform der Spielemagazine im Sterben liegen ist kein Geheimnis und auch durch Zahlen belegbar und ein krampfhaftes Festhalten an bestehenden Systemen wirkt wie ein "aber früher hats doch auch funktioniert".
Ich selbst habe den Artikel von Christian so verstanden, dass vor allem Print etwas ändern muss um interessant zu bleiben. Als Abbonent einer Spielezeitschrift wurde mir schon vor längerem klar, dass der ganze technische Aspekt der Spieletest immer uninteressanter wurde, die Wertung eigentlich keinen Stellenwert für mich hat, da ich mir schon lange online eine Meinung gebildet habe.
Print hinkt der Zeit hinterher und wirkt in dieser Form selbst am Erscheinungstag schon veraltet, was den News-Gehalt angeht, dafür gibts online. Was Print kann ist unterhalten und ich für mich könnte mir gut ein Magazin vorstellen, dass sich komplett auf die Unterhaltung beschränkt, ganz so wie es Christian vorschlägt.
Oh weh, Mick.
Da hast Du dich im Zorn übel vergaloppiert. Statt eine sachliche Diskussion anzustoßen, fährst Du persönliche Angriffe und spielst Schmidt voll in die Karten. Um seine Aussagen nun zu untermauern, muss er nur auf diese Seite verlinken und liefert quasi damit ein weiteres Indiz auf die zitierte Unfähigkeit zur Selbstreflexion. Und auch wenn der Spiegel-Artikel in Teilen ärgerlich ist, einige Dinge sind nunmal korrekt: Computerspiele sind in der Tat in der Mitte der Gesellschaft angekommen, durch die Browsergames und Smartphones. Wer in der Öffentlichkeit ein Spiel auf seinem iIrgendwas spielt, erntet nicht wie früher nur Ignoranz oder missmutige Blicke, sondern zum Teil sogar Interesse. Und das Einschlagen der "Core" auf die "Casual"-Gamer ist nunmal eine Unerfreulichkeit, die man nicht wegdiskutieren kann - als ob es plötzlich darum ginge, die Spiele mit mehr Leuten teilen zu müssen.
Geschlossene Gruppen neigen dazu, ein wir-gegen-den-rest-der-Welt-Gefühl zu entwickeln und zu stagnieren. Die wachsende Verbreitung von unser aller Hobby ist eine Entwicklung, die man begrüßen sollte. Den ganzen Zirkus habe ich mit Filmen und Comics hinter mir, und die Games werden den selben Weg gehen. Zum Glück.
Mick Schnelle liegt meiner Meinung nach in fast allen Punkten richtig.
Jedoch finde ich, dass Christian Schmidt persönlich zu harsch angegangen wird.
Hey,
also ich muss den Argumenten beider Seiten ihre Berechtigung zusprechen:
- Der Punkt von Christian mit dem "jedes kleine Detail wird aufgezählt" und "dabei geht der große Blick auf Ganze verloren" finde ich absolut richtig - ich errinere mich da gern an ein Gamestar-Preview zu Starcraft 2: da wurde über eine Doppelseite jede Einheit beschrieben, was total überflüssig ist, weil das Jeder der das Spiel spielt sowieso spätestens während der Kampagne jede Einheit bei ihrer Einführung erklärt bekommt. Das ganze sollt wohl darauf abzielen zu erklären, dass Starcarft wieder nach dem Stein-Schere-Papier Prinzip funktioniert. DARAUF hätte man näher eingehen sollen, also warum ein so funktionierendes System so wichtig ist für Strategiespiele usw.
Solche Beispiele kann man beliebig fortsetzen ... gerade bei großen Titel driften Previews und Tests doch allzugern in kleinste Minidetails ab, sodass ein kritischer Gesamtüberblick keine Chance mehr hat - Folge ist allzuoft ein "Fanboy"-Preview wo nur vielleicht nur ein Miniabschnitt mit einem "aber" beginnt.
Ich habe schon lange kein Abo mehr (vielleicht genau aus dem Grund) - habe mir aber immer gern mal für ne Zugfahrt eine Zeitschrift gekauft... meine Wahl fiel dabei im letzten Jahr aber immer weniger auf große Namen wie Gamestar sondern immer öfters auf Zeitschriften wie GEE ...
- Auf der anderen Seite finde ich Micks Argument "Du warst doch jahrelang im Zentrum der Macht beschäftigt, warum hast du nicht versucht es besser zumachen?" den entscheidenden Punkt. Warum hat Christian ang
esichts der Krise von GS und Co nicht mal neue Wege ausprobiert? Denkbar wäre doch gewesen mal eine Extraausgabe zu produzieren (vgl. z.B. Making Games) wo es nur Reports über Spiele als Kulturgut usw. gäbg - mit Kolumnen und Reports ...? Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich so ein Heft super verkauft hätt!
- Der letzte Punkt hat nur entfernt mit diesem Thema zu tun, aber er stützt Christians Thesen: Warum finde ich auf der GS-Website bereits auf der Titelseite gaaanaanz groß "Babes der Woche" o.ä. ? Hallo wie als sind eure Leser ? 13 ? Wer interessiert sich für so einen leicht frauenfeindlichen, hochpubertären Krams? -> Probleme sind hausgemacht...
Christian hat erst vor ein paar Wochen oder Monaten geschrieben (sinngemäß), dass das Heft momentan hinter der Website zurückstünde, man aber natürlich langfristig auf jeden Fall beide nebeneinander etablieren wolle. Für mich klingt das auch zusammen mit dem Tonfall im Artikel danach, dass Christian sehr wohl ändern wollte, damit aber auf taube Ohren gestoßen ist und deshalb nun der GS den Rücken gekehrt hat.
Das kann man vermutlich so unterschreiben :-)
Viele Spieletests heutzutage empfinde ich schlicht als langweilig. Was aber nur zum Teil an der Qualität der Texte, sondern vielmehr an der Austauschbarkeit der Spiele liegt. Fortsetzungen, Remakes und Reboots - Hollywood, ick hör dir trapsen! Es fällt natürlich schwer, einen interessanten Text zu einem "Medal Of Warfare 12" zu verfassen - außer der Spielmechanik und den technischen Daten ist da kaum noch etwas Berichtenswertes übrig.
Ansonsten kann ich nicht so leicht begründen, warum ich mit den aktuellen Spielemagazinen nicht mehr soviel Spaß habe wie seinerzeit mit der ASM oder der PC Player. Am fortgeschrittenen Alter vielleicht? Glaub' ich nicht, der Spaß am Spielen ist nach wie vor ungebrochen.
Ich glaube schon, dass es zumindest teilweise am Alter liegt. Je jünger man ist und je faszinierter von den neuen Möglichkeiten, desto mehr findet man einfach alles spannend. Wird man älter, möchte man dann in den Texten mehr lesen als das übliche. Man möchte auch jenseits vom inhaltlichen gefordert und unterhalten werden. So geht es mir jedenfalls.
Aber es hängt natürlich in gewissen Teilen auch mit sinkender Qualität zusammen.
Übrigens finde ich, dass es bei einem Medal of Warfare 12 dann auch als Kritik mal erlaubt sein sollte, einen lauten Verriss zu schreiben, auch mit dem Wissen, damit zu polarisieren. Denn auf der Ebene, die Christian angesprochen sehen will, ist das Spiel einfach eine Null. Mit entsprechendem sprachlichen Geschick kann man auch das spannend und interessant erklären -- ohne den MP-Fans ihren Spaß nehmen zu wollen.
Um hier irgendjemandem rRecht oder Unrecht vorzuwerfen fehlt mir das Hintergrundwissen, was mir allerdings auffällt ist, dass in den Kommentaren oft die Rede von "Metaebene", "Wahrnehmung" etc. ist.
Gut auch das sollte seine Berechtigung haben, aber ich persönlich sehe darin schon die "Gefahr" das der Test dann einfach zu subjektiv wird und somit kein Test in dem Sinne mehr ist, sondern eine Kolummne, eine persönliche Meinung.
Man könnte als Beispiel Dragon Age 2 hernehmen. Wäre ich die Autorin eines Tests über dieses Spiel, und mir würde ausdrücklich gesagt ich solle mich nicht mit technischen Details beschäftigen, sondern nur wie das Spiel wirkt, dann würde ich wohl einen durchweg positiven Kommentar dazu abgeben. Mich persönlich stört es nämlich nicht, dass die Höhlen und Seitegassen etc. gleich aussehen, weil das für mich unwichtig ist wenn mir die Stimmung die das Spiel rüberbringt gefällt. Nur was wäre dann mit den Leuten die sich das Spiel zulegen? Die sich dann ärgern das eine einzelne Person (der Autor) das Spiel gut fand, aber sie selbst können damit nichts anfangen weil sie genervt sind wenn vieles gleich aussieht oder die Kämpfe nicht fordernd sind?
Man kann nie komplett objektiv sein, aber wenn man eine Art Liste hat in der man einzelne Punkte bewertet hilft das meiner Meinung nach dem Leser schon zu entscheiden welche der technischen Details für ihn wichtig sind oder nicht. Eine Mischung aus einem Bericht, bei dem einem nicht das Gesicht einschläft, und eine gut übersichtliche Bewertung in einzelnen Punkten wie hier finde ich dann doch besser als einen Artikel der mir die philosophischen und kulturellen Hintergründe von Guitar Hero näherbringen will....
Dein Artikel über Dragon Age 2 wäre hervorragend, sobald du in einem Nebensatz erwähnst, dass die Höhlen zwar gleich aussehen, aber der Stimmung in keiner Weise abträglich sind.
Und zu Guitar Hero muss man auch keinen trockenen Test abliefern, man kann alles wichtige auch in einer Entspannten Geschichte verpacken, beispielsweise von einem Abend mit dem neuen Guitar Hero, dass man mit Freunden gespielt hat. In die Erzählung baut man die Stärken und Schwächen ein, in einen Seperaten Kasten packt man die Songs, und fertig ist ein Artikel, den jeder Laie verstehen kann und der einfach Lesenswert ist, selbst wenn man das Spiel selbst uninteressant findet!
Von einem Artikel über die philosopgischen und kulturellen Hintergründe von Guitar Hero spricht auch niemand. Christian fordert grundsätzlich genau das, was du auch willst: Eine Mischung aus einem Bericht, bei dem einem nicht das Gesicht einschläft und trotzdem natürlich auch auf das Spieldesign guckt. Aber eben nicht nur!
Wenn ich momentan viele Tests lese (also ganz allgemein), schlafe ich in der Tat leicht ein und fühle mich eben gerade nicht unterhalten. Auch nicht gedanklich gefordert -- und am Ende genau deshalb auch nicht besonders gut informiert. Ich will einfach mehr als nur zu hören, was man in dem Spiel alles machen kann.
Ich verstehe nicht, warum es bei dem Thema ein Entweder-Oder geben muss. Warum sollten klassische Spieletests zur Kaufberatung und Spielekritiken nach Vorbild von Filmkritiken u.ä., die tiefer einsteigen und nicht nur trocken Fakten liefern, nicht koexistieren können? Ich würde beides gerne lesen.
Ganz genau. Die Vielfalt der Computerspielgenres liefert genug Stoff für beides.
Ich glaube auch das es ein wandel innerhalb der verschiedenen Generationen von Spielern gibt. Ich stimme Christian in vielen Punkten zu. Ich will keine trockenen Kaufberatungen. Ich weiß schon sehr früh ob ein Spiel mir persönlich Spaß machen wird oder nicht. Daher kann ich schon länger auf Prozentpunkte und der Gleichen verzichten. Das war früher bei mir anders und es wird auch weiterhin Zocker geben die eine "Beratung" in diesem Sinne brauchen.
Daher finde ich beides gut und machbar. Gibt halt unterschiedliche Zielgruppen. Ich würde mich freuen wenn er Schmidt seine Art der Spiele-Betrachtungen fortsetzen würde. In den letzten Monaten die ich die GS gelesen habe waren seine Beiträge meist das einzige was ich nicht lustlos überflogen habe.
Genau das ist es ja, was Christian will. Nur versteht das irgendwie kaum jemand. Man kann ja tatsächlich sogar beides in ein und dem selben Artikel verbinden, wie Christian oft genug gezeigt hat.
Mein Gott, bei den ganzen Namen hier rund um GG fühle ich mich irgendwie in die Zeiten von Raumschiff Gamestar zurückversetzt, nach dem ansehen einer ganzen Episode wusste man doch das man ein Gaming-Nerd war und war dann auch stolz darauf ;D.
Ich will mich hier nicht als der große Schlichter aufspielen, zumal ich zu ca. 90% auf Micks Seite bin und mich über einige von Christians Aussagen schon sehr wundere. Darum nur ganz kurz: Es gibt aus meiner Sicht drei Gruppen von Spieleredakteuren.
Jene, die gewissermaßen in die Meta-Ebene transzendieren, weil sie die letztlich immer gleichen Mechanismen von Spielen persönlich -- meist nach Jahren der Berufsausübung -- nicht mehr so erquicklich finden. Sie streben oft danach, "hinter das eigentliche Spiel" zu blicken, Spiele als künstlerisches Medium oder auf ihre gesellschaftliche Relevanz hin zu untersuchen. Sie schielen aufs Feullieton, wo sie -- wenn sie gut schreiben -- auch hingehören. Ihre ehemalige Liebe zum Sujet verändert sich oft zu einer Connoisseur-Mäkelei: Nur das ganz Neue, Ungewöhnliche, die wenigen Perlen, die paar Spiele, die sich aus ihrer Sicht mit Autorenfilmen oder Theaterstücken messen können oder zumindest die Ansätze dazu zeigen, genießen noch ihre Gnade.
Und eben jene, die sich eher als Arbeiter sehen (aber nicht weniger als Journalisten), denen auch nach Jahren nicht die Lust am Spielen oder am Spieletesten vergangen ist. Ich zähle mich klar zu letzterer Gruppe, die man auch die "Zurückgebliebenen" nennen könnte. Auch wenn ich es mir zutraue, einige der gravitätischen Gedankengänge der ersten Gruppe zumindest nachvollziehen zu können. Übrigens muss auch der Arbeiter aufpassen, nicht deswegen ein Gears of War 3 runterzumachen, weil er persönlich das immer gleiche Spielprinzip schon in- und auswändig kennt.
Ich denke, beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Und sie schließen sich auch nicht aus, dafür gibt es z.B. auf GamersGlobal immer wieder Beispiele, in vielen Tests ebenso wie in Reports oder Meinungen. Nur steht bei uns halt immer das Handwerk im Vordergrund.
Ach, und die 3. Gruppe? Das sind einfach die schlechten Spiele-Journalisten. Ob sie nun zur ersten oder zweiten Gruppe gehören wollen.
Wenn ich mir Christian Schmidts Spielesammlung ansehe, kann ich nicht sagen, dass er nur die besten Spiele gutfindet, sondern im Gegenteil versucht bei jedem Spiel einen Anreiz zu finden, der es zu etwas besonderem macht.
Dennoch muss man feststellen, dass das System mit den klassischen Tests nur Online funktionieren kann und das die meisten Spieleredakteure entweder zu schlecht schreiben und nur beschreiben, oder, und da fällt mir im Moment vor allem Michael Graf ein, sehr gut schreiben und erzählen können, aber sich selbst dabei in den Vordergrund rücken.
Es fehlt an Bereitschaft, die Neugier der Menschen zu wecken. Eine gute Bekannte von mir hat jetzt mit ihren Kindern das Problem, dass sie ihnen am besten Spiele suchen muss, die ihnen Gefallen und die auch möglichst Pädagogisch nicht völlig daneben sind. Es muss nicht immer anspruchsvoll sein, aber zumindest Gut gemacht und fordernd. Ihr Problem: Ausnahmslos JEDES Fachmagazin ist auf 15-30 Jährige Spieler zugeschnitten, die alle schon sehr viel Spieleerfahrung haben. Sie hat diese Erfahrung nicht und findet sich absolut nicht zurecht, wenn sie auf der Suche nach geeigneten Spielen für ihre Kinder ist. Einfach weil sie Fachbegriffe nirgends erklärt findet und sie die Spiele die zum Vergleich genannt werden nicht kennt.
Die meisten Spielejournalisten haben vergessen, dass es jetzt genug Spieler gibt, die NIEMALS Videospiele gespielt haben und die jetzt mit ende 30, mitte 40 durch ihre Kinder, durch Facebook oder ähnliches das Spielen für sich entdeckt haben. Und DIE brauchen eine Anleitung, die sie mit für sie ansprechenden Vergleichen durch den Urwald der Videospiele führen.
Erinnert sich noch jemand an den Deutschunterricht, 8. Klasse?? Inhaltsangaben und Interpretationen zu etwas müssen so geschrieben werden, dass auch der Laie sie versteht!
Vor allem decken sich beide Gruppen auch mit den unterschiedlichen Interessenlagen unterschiedlicher Spieler. Deshalb sehe ich da eigentlich keinen richtigen Konflikt.
Wer um die 20 ist, entsprechend schnell zu begeistern und Spielen nicht abgeneigt ist, wird sicher eher dem klassischen Magazin/Test zuneigen. Das ist nichts Schlechtes.
Ebenso wenig schlecht ist aber auch: Wer als Spieler älter wird, wird, ohne sich deshalb für etwas Besseres zu halten, eben oft auch andere Aspekte interessant finden. Und somit einer eher feullietonistischen Betrachtung nicht abgeneigt sein. Schade, dass das hier so abwertend als Connoisseur-Mäkelei bezeichnet wird. Ich denke, beides hat vollkommen wertungsfrei nebeneinander seine Berechtigung.
Weder ist das eine abgehoben, noch das andere zurückgeblieben.
Spannend fände ich da eine wenig Experimentierlust in der Spielepresse. Warum nicht versuchen, beides unter einen Hut zu bringen? Die Voraussetzungen dafür waren schon wegen der wenigere jugendlichen Altersstruktur unter Spielern sicher noch nie besser als jetzt.
Kann man nicht beides miteinander verbinden? Mich stört, dass hier Differenzen aufgemacht werden, wo eigentlich keine bestehen müssen. Jeder, der über ein Spiel schreibt, bewertet es, gibt eine Empfehlung. Klar muss der gute Tester klarstellen, ob Gears of War ein empfehlenswertes Spiel ist. Aber da spielen doch mehrere Dinge rein:
- Handwerkliches
- Innovation
- und eine persönliche Note
... und ich finde in letzterer kann man sich schon daran stören, dass es wahrscheinlich das zigste Spiel ist, das Kämpferhelden darstellt und die Leiden des Kriegs ausblendet. Genauso würde ich es auch von einer Filmkritik erwarten: Klar nützt die beste Geschichte und das innovativste Konzept nix, wenn der Film schlecht gefilmt ist. Und natürlich kann ein Film handwerklich gut gemacht sein, neue Themen einbringen und mir gleichzeitig sauer aufstoßen, weil er mit plumpen Klischees arbeitet.
Ich spiele nach wie vor gerne, aber der was-weiß-ich-wie-vielte Egoshooter interessiert mich nicht die Bohne. Zumindest vom Gameplay, diese Art von Spiel habe ich mit 15-16 Jahren zur Genüge gespielt. Wenn dieses Genre mal interessante Settings oder kontroverse Themen bieten würden, dann möchte ich darüber lesen, aber doch bitte nicht in einem Produkttest.
Aktuelles Beispiel ist Deus Ex, das ich wahrscheinlich nicht spielen werde, weil Action-Spiele nicht mein Ding sind. Trotzdem interessiert mich der Transhumanismus und die Medizinethik, wie sie das Spiel aufgreift.
"Ultras ist übrigens ein Begriff, der meist für die gewaltbereiten Elemente unter Fußball-Fanatikern gebraucht wird, oft als Steigerung von "Hooligans" "
Wenn man nicht weiß, was Ultras im Fußball sind, dann bitte nicht drüber schreiben.
Danke
Manuel Neuer ist übrigens auch ein Ultra, dabei sieht er so harmlos aus.^^
Das haben wir doch längst korrigiert, das steht nicht mehr so im Text.
Ist "Ultras" Micks Kernargument? Ich finde nicht. Ist "Ultras" von Christian Schmidt positiv gemeint gewesen? Ich finde nicht. Vermutlich hat er es einfach deskriptiv gemeint, ohne sich über die (ich vermute: außerhalb von Fanclubs) keineswegs positive Konnotation des Wortes im Klaren zu sein.
Ok, aber als ich den Kommentar schrieb, stand es noch drin.
Auch wenn diese Aussage natürlich nicht Micks Kerbargument war, so war sie doch sehr fragwürdig und konnte nicht einfachso stehengelassen werden.
Auch nach der Korrektur werden Ultras im Text noch mit gewaltbereiten Hooligans in Verbindung gebracht. Man kann es nicht oft genug sagen: das eine hat mit dem anderen nichts (in Worten NICHTS!) zu tun. Die Wahrnehmnung von Ultrasfangruppen ist auch ausserhalb von Fanclubs durchaus eine gute. Zumindest in fussballinteressierten Kreisen. Viele meiner Freunde sind genau wie ich niemals Mitglied einer solchen Gruppe gewesen. Wir gehen aber dennoch recht regelmäßig ins Stadion und freuen uns über die Stimmung und die oftmals fantasievollen Aktionen, für die die Ultras verantwortlich sind.
Entschuldigt bitte, dass ich auf diesem Nebenkriegsschauplatz herumreite, der eigentlich nichts mit den Kernaussagen von Micks Artikel zu tun hat (die ich übrigens auch nicht teile) Aber die Nonchalance, mit der Hinweise auf diesen Fehler(aus Unwissenheit? Gleichgültigkeit? Nachlässigkeit ...sucht´s euch aus...) hier beiseite gewischt werden, erstaunt mich doch schon sehr. Schliesslich ist das genau die Form von denkfauler Diskriminierung und Pauschalisierung, über die sich gerade Gamer (und insbesondere auch hier auf GamersGlobal) doch so bitterlich beschweren. Siehe die "Killerspiel"-Diskussion oder den unsäglichen RTL-Bericht von der Gamescom.
So schauts aus.
Danke
Jörg, bitte schreibe nicht so verschlüsselt. Keiner zweifelt an deiner Kompetenz, aber wenn ich hier aufmerksam den Artikel und Kommentare lese, will ich auch alles verstehen können. Oder habt Ihr wieder eine chinesische Aupair im Haus? :)
Ich finde Christian Schmidt hat mit einer Aussage recht. Manchmal reicht vielen Leser vermutlich auch ein kurzes Fazit anstatt drei Seiten Detailflut.
Mich würde eine Umfrage dazu auf Gamersglobal.de reizen:
Wie viele von euch lesen nur das Fazit oder blätter durch die Reviews?
Das Ergebnis ist sicher nicht uninteressant.
Ich halte diesen Kommentar für eine Unverschämtheit, ein nichtssagendes Stück Polemik, das sich auf persönliche Angriffe auf einen Ex-Kollegen stützt und eigenen Stolz, verursacht durch Unverständnis, aufgrund von Nicht-Vermögens und Nicht-Wollens.
Aber gehe ich mal ins Detail:
Bereits der einleitende Absatz spricht von gekränktem Stolz, einem Verhalten einer "beleidigten Leberwurst". Sonst ist er absolut inhaltsleer.
Im ersten Absatz des zweiten Abschnittes, zeigt sich das selbe Bild. Vermutungen, Unterstellungen, Polemik, grundloses Herumhacken. Sinnlos, unterstes Niveau, nicht angemessen. Zweiter Absatz: Der Vergleich mit einem völlig fachfremden Thema: Autos. Die verlangen Ausgaben im fünfstelligen Bereich, sind Gebrauchsgegenstände und Kaufentscheidungen hier, sollten auf Vernunft aufgebaut sein, solange man kein Millionär, der sich Autos wie sonstwas kauft, z.B. Spiele.
Nächster Absatz, unter der zweiten Zwischenüberschrift. Hier wird schmierig und widerlich verbrüdert: Die "Hard Core"-Gamer die wir ja alle sind, die sich gerne mal stundenlang in Total War-Partien verlieren, gegen diese "ekligen" Core-Gamer, mit ihren Sims Socials. Hier wird Christian vorgeworfen er schäme sich für seine Zielgruppe, währenddessen die Nicht-Hard-Core-Gamer in den Schmutz gezogen werden!
Diese maßlose Arroganz der Gamer, zu denen ich mich immer gezählt habe, geht doch auf keine Kuhhaut! Und genau an diese appelliert der hier, von mir eins durchaus geschätzte, Autor. Das sind niedere Mittel.
Zweiter Absatz, zweite Zwischenüberschrift: Das bestreitet Christian nie und wer die "11Freunde" liest, oder die GEE, der wird feststellen, dass auch hier ein Kumpelverhältnis vorhanden ist. Dieses basiert eben nicht auf Spieletests nach Schema F.
Und im letzten Satz schon wieder ein persönlicher Angriff Richtung Christian. Was soll das? Mal ganz im Ernst, das ist Kindergartenverhalten.
Dritter Absatz, selbe Zwischenüberschrift: Hat wieder nichts mit Christians Artikel, bzw. dessen Inhalt zu tun. Wieder wird verbrüdert, ein Zugehörigkeitsgefühl aufgebaut (oder zumindest versucht) und zum Stolz aufgerufen.
Das ist genau die Krux: Spiele werden immer weiter akzeptiert. Das merken wohl viele in ihrem Alltag (vor allem die Jüngeren). Plötzlich spielen viele der eigenen Freunde Spiele, unterhalten sich sogar darüber, geben Geld dafür aus. Fachmagazine liest da keiner, also sind die auch nicht die Zielgruppe die der Autor hier sieht. Und dennoch spielen sie gerne Spiele, werden aber aus dem elitären Kreis der Spieler ausgeschlossen. Warum? Aus Stolz, Überheblichkeit. Kann man mal mit dieser lächerlichen Aufteilung der Spielerzunft aufhören? Es gibt Menschen, die spielen gerne Spiele, andere eben nicht. Warum da noch unterscheiden?
Dritte Zwischenüberschrift, alle Absätze: Genau hier liegt das Missverständnis von Christians Text. Er ruft nie dazu auf, Spiele in den Himmel zu loben, nicht fundiert zu kritisieren. Er ruft zu einem höheren journalistischen Niveau auf, welches Verständnis dafür zeigt wie Spiele sind und wie sie wirken. Der vom Autor angeführte Wertungskanon führt eben genau zu solchen Wertungsmiseren wie bei Gothic 3. Dennoch setzt sich der Autor dafür ein. Spiele funktionieren nicht durch ein Zusammenspiel einzelner Kategorien, sondern dadurch, wie sie insgesamt wirken, wie Christian so korrekt formuliert. Menschen haben nicht Spaß durch eine überlegte Beurteilung dessen, was sie da machen, sondern empfinden ihn einfach. Das kann an den verschiedensten Dingen liegen. Warum ist ein Bejeweled so erfolgreich, oder ein Farmville? Weil ihre Einzelteile so toll sind, dass soviel Spielspaß daraus entsteht? Nein, sondern weil sie als Ganzes, mit ihrer Seele (die der Autor auch anführt) Spaß bereiten. Nicht jedem Menschen, aber anscheinend genug Menschen, denn es sind Millionen. Diese Spiele hätten in Fachmagazinen nie Spitzenwertungen erreicht. Das brauchen sie aber gar nicht.
Man mag diese Spiele und ihre Spieler für noch so simpel halten, aber entspringt diese Meinung doch nur dieser Arroganz von "uns" Spielern.
Zudem wird in diesem Teil der Antwort noch die GS kritisiert. Wieder begibt sich der Autor auf eine persönliche Ebene, die nicht angebracht ist.
Abschnitt "Stundenlöhne wie im Reinigungsgewerbe": Über die Stundenlöhne sind wir uns wohl alle einig. Dennoch stört mich wieder eines: Die Behauptung Christian hätte dies ändern können, hätte er gewollt. Das ist so ein Blödsinn, so eine polemische Schuldzuweisung! Wie hätte er das denn anstellen sollen? Man überschätzt hier (aus dramatischen Mitteln, um den Leser zu überzeugen) seinen Einfluss und dreht ihm daraus auch noch einen Vorwurf. Unverschämt!
Denn Christian ist auch nur ein Zahnrad im System gewesen. Wie wir wissen nicht, ob er sich darum bemüht hat, wie die Verhältnisse genau waren, welche Faktoren alle eine Rolle gespielt haben. Genau aus diesem Grund sollten wir es tunlichst vermeiden, Vermutungen anzustellen und Verurteilungen auszusprechen!
Letzter Abschnitt: Schon wieder persönliche Angriffe. Schon wieder peinliche, schmierige Verbrüderungen. Hier wird nur die persönliche Abneigung gegen Christian zusammengefasst, nicht die (kaum vorhandenen) objektiven Argumente.
Diese Antwort geht, für meine Begriffe, völlig an Christians Kolumne vorbei, zumindest an ihrem Inhalt und verliert sich in unangebrachten, persönlichen Unterstellungen. Dies zu machen, auch basierend auf Insiderwissen, sollte nicht so in der Öffentlichkeit passieren, sondern, eben wie der Text geschrieben ist, auf einer persönlichen.
Hier ist absolut keine Bereitschaft zu erkennen, einen Dialog zu führen, zu reflektieren, zu argumentieren. Hier zeigt sich der gekränkte Stolz eines Spielejournalisten, einer ganzen Zunft.
Christian spricht sehr gute Punkte an, die helfen könnte, den Einheitsbrei der deutschen Spielejournalismuslandschaft etwas interessanter zu machen. Denn, seien wie mal ehrlich: Macht es einen Untschied, wo man heute Spiele"kritiken" liest? Kaum. Hier bei GG sind sie auch, meist, einfach länger und schicker präsentiert, als auf anderen Seiten.
Man macht Christian zum Vorwurf, dass ihm dies nicht genug ist, dass er eine andere Auseinandersetzung mit Spielen sehen will. Dies zeigt doch eindeutig, dass hier keinerlei Bereitschaft existiert, Vorschläge anzunehmen.
Zwei noch anzuführende Punkte:
Im Artikel wird laufend erwähnt, dass die Core-Gamer keine Spielehefte kaufen würden/wollten. Ist wohl richtig, jedoch spricht Christian nie von Spieleheften, sondern von Spielejournalismus, der mittlerweile hauptsächlich online zu finden ist.
Wertungen interessieren die Publisher nur, weil sie zu Werbezwecken nützen. Das sehen sie in dem aktuellen Spielejournalismus: Werbung, mehr nicht. Zu niedrige Wertungen werden ignoriert, bzw. negativ aufgenommen, positive zu Werbezwecken herangezogen. Das bringt den Spielejournalismus nicht weiter und die Spiele auch nicht.
Zusammenfassend: Diese Antwort verliert sich in Polemik, persönlichen Anfeindungen, Vermutungen und Unterstellungen. Objektive Argumente weiß sie nicht zu liefern.
Warum schreibe ich immer vom Text und vom Autor?: Weil ich Mick nicht persönlich kenne, kann ich nur den Text beurteilen, nicht ihn als Menschen. Dass ich dann doch ab und zu von gekränktem Stolz spreche (was eine persönliche Unterstellung meinerseits ist), möge man mir verzeihen. Denn der Autor machts nicht anders (bzw. noch viel mehr und stärker), außerdem widert mich der Text in weiten Teilen an.
Das kann der Autor persönlich nehmen, oder mit einer gewissen Distanz.
Nun meine persönliche Meinung zum Thema: Ich lese schon länger keine handelsüblichen Spielekritiken mehr. Sie nehmen zu viele Inhalte vorweg, sind langweilig zu lesen und ständig gleich aufgebaut. Als Informationsquelle dienen sie natürlich und bin ich mir bei einer Kaufentscheidung unsicher, lese ich auch schon mal eine. Aber nie aus Lesevergnügen, anders als z.B. bei der GEE. Hier liegt einfach ein Missverständnis vor, ein Aneinander-Vorbeireden: Man kann sich über Spiele, bzw. ein Spiel informieren, oder aber über Spiele lesen, aus Vergnügen am journalistischen daran. Christian ist wohl eher an letzterem interessiert, Mick an ersterem. Beides hat seine Daseinsberechtigung, kann aber auch voneinander profitieren. Spieletests dürfen gerne mal besser und abwechslungsreicher geschrieben sein, Spieleanalysen brauchen eine Reichweite, die sie alleine wohl nicht erreichen.
Ich selbst halte es für sinnvoll, Spiele auch auseinanderzunehmen (wobei ich kein Fan davon bin und es auch nicht (mehr) gerne mache), aber sie eben zusätzlich auch anders zu behandeln. Das kann beides an selber Stelle passieren (also in einer Publikation), oder eben nicht. Ich lese persönlich aber lieber die Analysen, auch wenn ich am Spiel nicht unbedingt interessiert bin.
Naja, du schreibst doch selbst von Unverschämtheit und Anwidern und ähnlichem und gehst wiederum Mick damit frontal an, das nachgeschobene "Kenne Mick nicht als Person" hin oder her. Ein "Offener Brief" ist halt in der Regel keine Liebeserklärung, eine Meinungskolumne kein Hort der verzweifelt durchgehaltenen Objektivität.
Ich habe übrigens noch nie verstanden, wieso eine sehr persönliche Antwort (und das ist, was Mick geschrieben hat, und zwar persönlich in beide Richtungen) schlechter sein soll als ein in vielen Blogs und Foren (z.B. Spiegel Online...) zu beobachtendes Geschwurbel, wo mit gestelzten Sätzen, vorgetäuschter Distanz und leeren Höflichkeitsfloskeln (z.B. Siezen) doch nur kaschiert wird, dass es darum geht, dem anderen eine reinzuwürgen und ihn als dämlich dastehen zu lassen.
Ich mag den direkten Ansatz lieber und glaube Mick, dass er 100% das meint, was er schreibt. Wer so schreibt, gibt sich selbst Blößen -- du kannst davon ausgehen, dass sich Mick dessen beim Schreiben sehr bewusst war.
Auch dein Urteil, welcher der beiden Texte der unverschämtere ist, wird so nicht jeder nachvollziehen wollen.
Beide Texte gehen aber nicht auf Christians Argumentation ein! Um Christian zu widerlegen müsste man doch Gegenbeispiele aufzeigen. Natürlich ist Christian auch teil des Systems gewesen und klar hat er mit sicherheit viele Fehler gemacht, aber Micks Offener Brief greift (durchaus zurecht) Christian als Person an, die sich mit dieser Argumentation zu Wort meldet, aber in keinem Satz bringt er Gegenbeispiele. Wo sind die guten deutschen Leitartikel zum Thema Videospiele?
Falls du meinen Text meinst: Das habe ich ganz bewusst gemacht. Micks Meinung ist seine Meinung, das muss man respektieren. Aber man kann sie auch anders formulieren, ohne persönlich angreifend zu werden, in aller Öffentlichkeit.
Wie gesagt, Meinungsverschiedenheiten gibt es immer und sind auch wichtig. Aber so wie hier, führt das ja zu keinerlei Ergebnis.
Meinungen sind ne tolle Sache, aber meiner Meinung(Yeah!) nach gehört zu einer fundierten Meinung auch eine Begründung, die ebenso funidert sein sollte. Für mich hört sich Micks Meinung samt Begründung ungefähr so an:
"Du hast zwar recht, aber du bist auch nicht besser als wir andern Deppen!!"
Und wie du richtig erkannt hast führt das zu nichts ^^
Allerdings ist es auch nicht nötig, seinen Text auseinander zu klamüsern um ihn dann genau zu bewerten :-)
Ich wollte mir nicht vorwerfen lassen, keine Argumente zu liefern^^.
Man sollte das alles mit einer gewissen Lockerheit sehen und ich würde den Kommentar jetzt wohl schon wieder etwas anders schreiben (aber mit der gleichen Aussage im Kern).
Ich lasse mich jedoch, das muss ich zugeben, gerne dazu hinreißen Texte auseinander zu klamüsern, wie du es so schön formulierst.
Genau. Es fehlen die Beispiele!
Ein offener Brief fordert ja zur Kritik heraus - aber wenn der Brief selbst so plump daherkommt, dann muss man diesen Stil auch kritisieren dürfen!
Das SPON Forum ist ja auch das Negativbeispiel schlechthin für eine gesunde Diskussionskultur.
Nichts gegen direkte Kritik, aber der Respekt vor dem anderen sollte gewahrt bleiben.
Wobei ich es natürlich verstehen kann, dass sich viele Redakteure aufregen. Wenn ich einem Politiker sage, dass er 20 Jahre nur Quatsch gesagt hat, fühlt der sich auch angegriffen. Genauso wie der unterschwellige Vorwurf nur ein williger Erfüllungsgehilfe der Spieleindustrie zu sein, verletztend ist.
Den Anspruch verfolge ich auch nicht.
Dass ich ähnliche "schmutzige" Mittel verwende, das ich mag ich aber eingestehen. Jedoch greife ich Mich als Person nicht explizit an, was er aber mit Christian macht.
Klar ist meine Antwort auch emotional motiviert und kann ich mir persönliche Anfeindungen nicht ganz verkneifen, aber ich empfinde Micks Text tatsächlich als Unverschämtheit. Da die Beherrschung ganz zu behalten, das kann ich wohl nicht.
Abstreiten lässt sich meiner Meinung nach aber nicht, dass hier keine Argumente geliefert werden, die den deutschen Spielejournalismus, bzw. den Stil, wie ihn Christian beschreibt, verteidigt.
Mick versucht einfach Christian eins reinzuwürgen, wie du ja so treffend sagst. Aber ich finde es nicht angemessen, dies so öffentlich zu tun, wenn man sich persönlich kennt.
Ich habe kein Wort darüber verloren, ob Mick seine Arbeit als Spielejournalist gut macht (und wie gesagt, ich habe seine Tests in der GS damals gerne gelesen), oder wie er als Mensch ist. Aber für die selbst geschrieben Texte muss man Verantwortung übernehmen und da kann man, wie ich finde, drauf rumhacken wie man möchte. Ich könnte den Schreibstil kritisieren, oder einzelne Formulierungen, oder objektiv den Inhalt. Aber das würde den Kern verfehlen. Na klar kann mein Kommentar persönlich kränken (theoretisch), denn ich lasse ja kein gutes Haar am Text. Aber ob dies nun persönlich genommen wird oder nicht, ist eine Frage der eigenen Auffassung und dessen, wie man "persönlich" definiert. Wie gesagt, Mick Schnelle als Mensch kritisiere ich nicht weiter, wohl aber seine hier geäußerte Meinung.
Na klar sind offene Briefe meist kritisch, Kolumnen nicht ständig objektiv. Aber es gibt Grenzen. Die wurden, für meinen Geschmack, übertreten. Ob auch von mir, das mag ich nicht beurteilen.
Mick hat hervorragende Tests geschrieben. Niemand konnte Spieleentwicklern die Macken ihrer Spiele so gekonnt um die Ohren hauen wie Mick, aber, und jetzt kommt Christians Argument: Vor 15 jahren war das mehr als ausreichend, es war sogar hervorragend. Heutzutage sind solche Texte immernoch gut, aber nur wenn es auch etwas zu zerpflücken gibt. Einem Dragon Age muss man keine Grafikmängel vorhalten, oder bei einem Rennspiel die fehlende Story kritisieren.
Da stimme ich dir zu.
Was mir gerade an meinem Kommentar auffällt: Ich spreche ab und zu von Hard-Core-Gamern und Core-Gamern. Mit letzteren meine ich in aller Regel Casual-Gamer. Mein Fehler.
Ist schon komisch, irgendwie haben beide mit vielem recht: Christian hätte versuchen können etwas zu verändern oder wenigstens die Hintergründe zur Industrieabhängigkeit der Fachzeitschriften veröffentlichen und kritisieren können, während er noch bei der Gamestar tätig war oder wird das etwa durch die Verlagshäuser unterdrückt und zensiert? Das wäre eine viel tiefer gehende Kritik: die prekäre Beschäftigung und das Indudstriediktat. Sicher war es der Spiegel-Redaktion aber zu viel Zusammenhang und zu viel Dreck auch vor der eigenen Haustür.
Es ist schade, dass sich Mick und Christian befetzen, während sie eigentlich gut zusammen arbeiten könnten. Aber vielleicht liegt das daran, dass nicht nur in der Spielebranche das Diktat irgendwelcher Börsenfuzzis die Leute gegeneinander aufbringt, sondern diese Gesellschaft, so wie sie besteht, hochgradig verkommen und korrupt ist. Wird wohl mal Zeit für ein paar materialistische Analysen und ein wenig Veränderung der Grundlagen. Und an die BWL-Fuzzis, die jetzt wieder schreien: "Ohhh, das ist ja alles eine natürliche Entwicklung und man kann nichts daran ändern, Evolution bla bla..."
Das Ding ist von Menschen gemacht, also kann es von Menschen verändert und zerstört werden.
"Autos haben schon lange den Weg in die Mitte der Gesellschaft gefunden, dennoch würde niemand einer Auto, Motor, Sport, einer Auto Bild oder den Autotests bei Spiegel Online vorwerfen, dass sie sich ausgiebig mit den technischen Daten der Wagen beschäftigt, Vergleiche mit Konkurrenzmodellen anstellt oder Fachausdrücke verwendet, um ihre Leserschaft zu informieren."
Das finde ich unsinnig. Du tust hier genau das, was Christan anprangert. Ein Spiel nach seinen einzelnen Teilen bewerten, eben wie ein Auto. Ein Spiel sollte aber viel mehr wie ein Film oder ein Buch behandelt werden. Und Filme werden auch nicht danach beurteilt, ob jetzt 4 oder 5 Sexszenen darin vorkommen. Ob eine oder 8 Explosionen. Sondern nach ihrem Gesamtbild.
"Ja, F2P ist am Kommen, ja, zu Cent-Beträgen verkaufen sich manche iPhone Apps multimillionenfach. Aber wir reden hier doch von richtigen Spielen, von Spielen für Enthusiasten!"
Eine sehr sehr sehr sehr sehr sehr antiquierte Ansicht. Ein Blick über den Tellerrand schadet nicht.
Genau, auch auf dem iPhone gibt es Spiele für Enthusiasten.
Oder waren die Macher der Coop-Show (ehemals 1UP ShoW) etwa keine Enthusiasten?
Hier mal einen Auszug von einer anderen Seite(http://kaliban.de/2011/09/zum-zustand-der-deutschen-spielekritik/comment-page-1/#comment-38954) vom User MisterX:
In der heutigen Gesellschaft sind wir leider dazu übergegangen unsere jungen Menschen nur noch als Humankapital auszunutzen: sie sind jung und gesund, lassen wir sie buckeln bis sie irgendwann nicht mehr können, dann holen wir uns eben neue. Der Spielejournalismus hat das gerade zu perfektioniert. Schaut euch die heutigen Redaktionen an: Mehr Praktikanten als feste Mitarbeiter, weil sie billiger sind. In anderen Magazinen hat man sogar noch perfidere Methoden gefunden: Man bedient sich der User, befördert einige zu Redakteuren und lässt sie kostenlos oder zu Hungerlöhnen Artikel schreiben, bis die Finger bluten. Sind sie ausgebrannt werden sie schnell durch neue ersetzt. Es gibt ja genug. Das darunter die Qualität der Texte leidet, versteht sich von selbst.
Doch wer ist Schuld an der Misere. Für die Verlage ist es natürlich das Internet: Da gibt es alles kostenlos. Die Auflagen der Printmagazine sinken seit Jahren. Die Verlage können sich zum einem keine ausgebildeten (guten) Autoren und zum anderen keine guten Arbeitsbedingungen mehr leisten. Der Kampf zwischen Online- und Printmedien tobt seit Jahren unerbittlich und Online scheint zu gewinnen. Doch keiner scheint zu merken, dass es nur ein teuer erkaufter Pyrrhussieg ist. Denn unter dem Geopferten ist vor allem der gute, kreative Journalismus zu finden. Wer kann sich schon seine Muse erhalten, bei diesen katastrophalen Arbeitsbedingungen. Drehen wir das ganze um und betrachten es unverschämterweise aus einer ganz anderen Perspektive: Die Kreativität stirbt. Texte werden im Schnellverfahren aufgrund der schlechten Bedingungen produziert. Die Leser fliehen in den Online-Bereich. Da müssen sie wenigstens nichts für die schlechten Texte bezahlen. Es ist ist ein Teufelskreis: kein Anfang und kein Ende.
Hujjujjujjj... Alle hamm ja so ihre Sicht der Dinge. Ich muss nachdenken...
Hahaha!! *signed* :D
Hätte ein gewöhnlicher User einen derart beleidigenden User-Artikel verfasst, wäre dieser bestimmt nicht freigeschaltet worden.
Christian Schmidt ist ein Unsympath, das durfte ich damals auf der Games Convention selber feststellen, dennoch ist es ja wohl das letzte ihn jetzt wegen der Fehlwertung zu Silent Hunter 5 anzugehen und ihm vorzuwerfen er würde seine Kollegen und Leser verabscheuen. Dafür hat er sich in den letzten Jahren im Gamestar Forum etwas zu viel Zeit für die User genommen.
Dem Image von GamersGlobal schadet so ein Artikel in jedem Fall, da hätte Jörg lieber mal selber was geschrieben (oder einer seiner Kollegen, die sicher auch eine Meinung dazu haben).
Was hier alle auf diesen Scheiss-Ultras rumreiten, unfassbar! Egal ob Hooligans, Edelfans, FanClub-Gründer oder weiss der Schinder, es geht hier um was ganz anderes als die Definition der Ultras! Welche übrigens natürlich zu den Hools gehören, nur weil es auf Wiki als Definition so steht, muss es kein Dogma sein!
"Welche übrigens natürlich zu den Hools gehören"
So ein Schwachsinn! Ich kenne ein paar Leute von den Ultras Nürnberg, und würde man denen sagen, sie seien Hooligans, würde sie das (zu Recht!) als Beleidigung empfinden. Das sind zwei völlig unterschiedliche Gruppierungen, die sich nur in wenigen Fällen überhaupt überschneiden.
Ja, und Pinocchio ist aus Plastik!
Deswegen verstecken sich ja 90% der Hools unter den Decknamen der Ultras. Ich kenn auch ein paar Leute, die sich als Ultras bezeichnen, sich aber nur schlagen wollen! Aber als ultra hat man in der Wikigesellschaft ne bessere Lobby! Ultra hört sich nur besser an als Hool!
Nur weil sich die Leute die du kennst als Ultras bezeichnen, heißt es noch lange nicht, dass sie welche sind... Davon abgesehen ist es wie JoG es geschrieben hat und du hast scheinbar einfach nur keinen Schimmer. Sicher machen manche Ultras auch viel Mist, deswegen sind sie allerdings keine Hools...
Vielleicht sind ja eure Kumpels jetzt keine schlagenden ultras, trotzdem sind die Grenzen fliessend zwischen Ultras,Holligans und Rassisten! Der Hool prügelt sich aus Spass an der Freud, der Ultra nutzt die Gewalt um seine Interessen gegenüber dem Verein durchzusetzen, das Manifest! Denn darum geht es den Ultras! Alles andere was sich Ultras schimpft, sind schlicht und einfach keine, sondern haben nur den "coolen" Namen kopiert!
Ich versuch es mal in Kürze:
Videospielen mögen mehr als die Summe ihrer Teile sein können - das müssen sie aber nicht. Auf die Spielmechanik kann dagegen kein Spiel verzichten, weshalb ein Test - wenn ein Spiel nicht mehr bietet - sich auch darauf beschränken kann. Ich fürchte, dass Christian für den von ihm herbeigesehnten Journalismus nicht nur das Interesse von Redakteuren und Lesern, sondern auch die dafür tauglichen Spiele fehlen würden.
PS:
@Mick
Du warst immer mein Lieblingsredi und bist es immer noch!
An diesem inhaltlich und sprachlich völlig unangemessenen Beißreflex merkt man sehr schön, mit welchen Personen die Defizite offenbar verbunden sind, die Christian Schmidt anprangert. Danke für den schlagenden Beweis.
Genau: Den anderen als dämlich / inkompetent / wadenbeißerisch hinstellen, schon hat man das Argument gewonnen.
Damit haben Sie Herrn Schnelles Text sehr schön zusammengefasst, Herr Langer.
So sehr ich Mick Schnelles Brief verabscheue, so ungenau und schlecht ist dieser Kommentar! Jörg Langers beschreibung passt kaum im Ansatz zu diesem Brief!
Naja, es lohnt sich ja auch kaum, sich mit einer derart platten, reaktionären Denke auseinanderzusetzen, die sich statt auf die vorgebrachten Argumente einzugehen, der Einfachheit halber lieber mit deren Urheber beschäftigt und sich dabei konsequent in verbalen Tiefschlägen unter der Gürtellinie erschwert, auch wenn das in ein gewisses Schreibtalent verpackt ist. Es ist einfacher, den Überbringer unliebsamer Botschaften zur persona non grata zu degradieren, anstatt über sich und sein Tun selbst nachzudenken. Aber was will man auch von jemanden erwarten, der Kunst für einen anderen Audruck von "Ich hab's nicht besser hinbekommen" hält. Hier tun sich Welten in unterschiedlicher Geisteshaltung auf und die Reaktion ist mustergültig für den Spruch "getroffene Hunde bellen". Aber dieses Reaktion ist schon fast zwangsläufig. Herr Schnelle könnte nicht mal so schreiben, wie es Herr Schmidt empfiehlt, wenn sein Leben davon abhinge.
Also wenn Christian Schmidt meint das alle Spiele heutzutage noch nicht Casual genug sind, dann stimme ich jedem zu der ihn zur persona non grata degradiert.
Es waren schöne Zeiten als Spiele noch für Nerds gemacht wurden und nicht für die "Mitte der Gesellschaft" xD
EPIC selfown
Ja genau Herr Langer. Wie war das noch mit der Selbstreflextion? Andere Berufe mussten sich auch nie Fortbilden oder was verändern. Sie könnten mal mit der Selbstreflektion anfangen und über den Begriff "Spieletester" nachdenken. Wie kann ein Journalist/Praktikant/User ein "Spieletester" werden. Wie wäre es mit Spielekritiker?
Also ich bin auch Spieletester, und ich habe weder eine Qualifikation in die Richtung noch bin ich Journalist. Trotzdem kann ich dir sagen ob ein Spiel scheiße ist oder nicht ^^ Das ist wahrlich keine Kunst.
Aber einen langen Bericht zu schreiben der eigentlich nur 3-4 wichtige Aspekte enthält und den so zu schreiben das man nicht nach den ersten Sätzen umblättert ist schon eine Kunst den nicht viele beherrschen. Schon bei einem Hauch unwissenheit, in einem Bereich der angesprochen oder vergleicht wird im Artikel, horchen Kenner auf und empören sich.
Und ich empöre mich erheblich wenn ich ein "Scheißspiel" sehe und dann einen Bericht lese in dem das Spiel eine 70er Wertung erhält.
Genauso raste ich aus und schmeiß den Fernseher aus der Bude wenn ich ein richtig geiles Spiel sehe und einen Bericht lese der völlig falsche Kritikpunkte ansetzt oder das Spiel zerreißt.
Da Spiele wie Musik geschmackssache sind kann man sich wunderbar über solche Themen streiten, und dieses Empören gehört wohl für Fans und Hobbyinteressierte dazu ^^
Das musste ich auch denken. Es gibt eine fundierte Kritik, einen Wunsch nach Veränderung und dann kommt ein offener Brief mit seltsamen Thesen ohne Beispiele. Da scheint sich jemand angesprochen zu fühlen.
Was mich interessieren würde: Weshalb hat Christian die GameStar verlassen? Konnte er seine Vorstellungen nicht verwirklichen? Wohin ist er jetzt gegangen?
Pirates of Black Cove ????
Wundervoller Artikel.
Interessante Antwort. Genauso schön provozierend wie der Artikel auf SpOn.
Hallo,
man sollte Mick Schnelle seine "Ultras" verzeihen. Er kennt sich halt besser mit Flugsimulationen als mit Fußball aus.
Die Diskussion empfinde ich als sehr interessant. Der Ansatz von Christian Schmidt ist auch absolut nachvollziehbar. Daher fand ich die damalige PC Powerplay auch erfrischend anders, weil sie ihr Wertungssystem nicht errechnet haben, sondern den tatsächlichen Spielspaß subjektiv eingeordnet haben. Da war die Monstergrafik oder der schwache Sound nebensächlich, so lange das Spiel Spaß gemacht hat.
Die Gamestar hat dennoch gerade in der Auswahl der bewerteten Spiele enorm dazu gelernt. Vor kurzem mit dem Minecraft-Special, jetzt der Limbo-Test. Und auch eine Perle wie SIs Football Manager wird endlich anständig bewertet.
Diese Frage, die sich stellt, ist im Grunde, ob die rückläufigen Verkaufszahlen auschließlich mit qualitativen Ursachen begründet sind oder schlicht die Möglichkeit einer Gratisinformation zu verlockend ist. Hier wird man nicht zu einem eindeutigen Ergebnis kommen. Aber wenn die Spielemagazine so gut wären, würden die Leser nicht in Scharen weglaufen. Es gibt beispielsweise Musikmagazine, die verkaufen trotz steigender Zahl an Onlinepublikationen jedes Jahr mehr Exemplare.
Gerade die Tests, die Mick Schnelle anführt, sowie die auffällig guten Bewertungen von jährlichen Neuauflagen aus dem Hause EA Sports, lassen den Leser enorm an der Vertrauenswürdigkeit der Magazine zweifeln. Hier hat CS unrecht, da in meinen Augen die Objektivität in manchen Tests nicht den Core-Gamern zum Opfer fällt, sondern der Industrie. Doch gerade die Core-Gamer erkennen das viel schneller und leichter als die Leser von Auto- oder Gitarrenmagazinen.
Dass der Region-Lock bei Deus Ex: HR rausgeflogen ist, haben
wir doch vermutlich der Masse an stornierten Bestellungen
in UK zu verdanken.
Wenn Spiele-Tests zur Kaufentscheidung herangezogen werden,
warum gibt es dann so viele Käufer, die sich so
ein Spiel womöglich noch in irgendwelchen Sondereditionen
blind vorbestellen?
Dienen Spieletests also wirklich noch der Kaufentscheidung?
Oder geht es nur noch um Selbstbestätigung der eigenen
Kaufentscheidungen?
Manchmal frage ich mich, ob mir nicht die C't mit einem
etwas dickeren Spieleteil reichen würde!
Dann wäre ich nach 30 Jahren Spielezeitungen am Ende wieder
da gelandet, wo quasi alles angefangen hat, bei einer
modernen Form der Happy-Computer mit Spieleteil ;-)
Du liest noch Print-Zeitschriften? Interessant!
Wäre kühl, wenn sich die SPieleveteranen noch miteinschalten würden hier oder auf ihrer Seite.
Die c't als moderne Form der HC zu bezeichnen, klappt aber auch nur beim Technologievorsprung. Deren Layout Programm ist bestenfalls Excel.
Auch wenn ich viele der Puntke von Mick nachvollziehen kann, liest sich das Ganze wirklich eher wie ein "getroffene Hunde bellen".
Ich denke, dass ein Wertungssytem für Spiele nach wie vor wichtig ist, allerdings nicht so wie es beispielsweise die Gamestar hatte mit einem Gesamtwert aus der Summe der Einzelnoten. Denn das berücksichtigt nicht die Wirkung des gesamten Spiels nicht und ihm fehlt die Möglichkeit besonders gute Bereiche zu gewichten. Zur qualitativen Einschätzung (auch für Harcore-Gamer)eines Spiels sind Gesamtnoten (zusammen mit Faziten) nach wie vor wichtig.
ABER: das muss und darf nicht mehr Schwerpunkt der Printmedien sein, denn die sind quasi immer zu spät. Tests, welche die Spielmechanik auseinanderpflücken oder jede einzelne Einheit/Waffe des Spiels auflisten, gibt es zeitnah im Internet in ausreichender Menge und Qualität. Spielemagazine können da zeitlich nicht mithalten und das sollte jedem bewusst sein. Daher müssen Print-Magazine andere Schwerpunkte setzen um erfolgreich zu sein (oder, wenn sich der Abwärtstrend fortsetzt, um überhaupt zu überleben). Und das kann so funktionieren, wie Christian es fordert und wie die 11 Freunde es vormacht.
Und ein Wort zum Automagazinvergleich: Er ist imo nicht komplett unpassend, aber ist die Zielgruppe dieser Magazine, behaupte ich einfach einmal, weniger internetaffin als es die Spieler sind. Wie viele professionelle Internetseiten gibt es, die sich mit dem Testen von Autos auseinandersetzen odere über neue Reifentrends schreiben? Die Nachfrage im Netz ist da einfach geringer.
Insgesamt steckt in dem Brief einiges wahres und berechtigte Kritik. Die Form ist allerdings unpassend, wenn auch von einem erbosten Mick Schnell nicht anders zu erwarten ;)
Ich ärgere mich gerade wieder sehr über den 68er-Hass, der in dem Kommentaren zu diesem einen Flugsimulatortest (Titel vergessen) von Herrn Schnelle hochkam. Denn was die Sache hier angeht, bin ich wirklich 100% auf seiner Seite.
Schon als ich noch GS las, hatte ich den Eindruck, dass Schmidt (den ich anfangs gut fand) immer mehr versuchte, sich als Mr. Feuilleton zu profilieren. Sprich: Auf eine zunehmend eitle Art und Weise auf die Dinge herabzublicken. Der Stil wurde gleichzeitig immer verschwurbelter, bis man sich fragte, ob er nicht langsam Selbstzweck geworden war. Anstrengend zu lesen war er allemal.
Beide Vorahnungen kann man jetzt wohl bejahen. Schmidt will nur noch eines: Als Deutschlands oberster Spieleexperte in Talkshows. Er greift die Fachelite an und will dabei doch selbst nur der einzige "wahre" Fachmann (der mit dem universellen Ansatz...) sein.
Nur mit dem Feuilleton hat's ja wohl noch nicht so richtig geklappt. Spiegel Online ist für mich eine Version von Bild.de mit ein paar mehr IQ-Punkten aber ähnlichem Verblödungspotential. Aber klar, die Reichweite hat er da, und um die geht's ja nur. Jetzt muss nur noch das Telefon klingeln: "Hier ist Redaktion von Hart aber Fair..." - "Na endlich, hab schon auf Sie gewartet!"
EDIT: In zwei Punkten hat Schmidt recht: Bei der Entlohnung und beim GS-Verriss von DXHR, der nun wirklich nicht von einem Battlefield-Junkie hätte geschrieben werden müssen.
85% ist für dich ein Verriss?
Fabian hat nur bemängelt, dass einem das Spiel nicht wirklich die Wahl zwischen Ballern und Schleichen lässt.
Ja, 85% ist bei so einem Spiel ein Verriss. Schmidt hat (in _diesem_ einen Punkt) völlig recht, dass man es nicht bewerten kann, ohne den für ein Spiel außergewöhnlich interessanten philosophischen Aspekt ganz besonders hervorzuheben. DXHR ist wirklich ein Spiel, das zum Denken anregt - viel mehr übrigens als sonstige QTE-Feuilleton-Lieblinge wie Heavy Rain oder LA Noir. Da ist einer wie Siegesmund einfach der falscheste Tester. Trier war wohl im Urlaub, nehme ich an...
Nur das Problem bei Schmidt ist dann: Spiele wie DXHR erscheinen alle Jubeljahre (wenn überhaupt noch). Die allermeisten Spiele werden eher dümmer als schlauer, und da gibt es dann leider auch nichts Großartiges, was man "ganzheitlich" betrachten könnte. Und das macht seine Forderungen dann leider doch zu eitlem Gerede, ich würde fast sagen: Getrolle.
Bist du schon mal auf die Idee gekommen, dass man auch dumme Spiele intelligent kritisieren kann? Oder ist dir das zu viel Widerspruch?
Was spricht denn dagegen, dumme Spiele auch mal so zu verreißen, wie es andere Kritiker mit dummen Filmen und Büchern tun?
Mir ist das einfach zu billig. Reich-Ranicki auf einen Groschenroman loszulassen mag vielleicht kurzfristig ganz lustig sein, ist aber letztlich nicht mehr als ein Gag, Zeitverschwendung und macht einem wirklich anspruchsvollen Kritiker auch keinen Spaß. Einfach ein zu leichtes Ziel, keine Herausforderung. Schlechte Spiele verreißt man am besten lustig und auf dem dem Niveau, auf dem sie nun einmal sind, nicht indem man mit Kanonen auf Shareware schießt.
Und außerdem käme noch das Problem hinzu, dass Schmidt, so sehr es wohl gerne ändern würde, nicht das Niveau eines Ranickis hat.
Wenn ich Kudos für Kommentar vergeben könnte, bekämen deine unter diesem Artikel jeweils einen. Selten lese ich soviele schlagende Argumente und punktgenaue Kritik, denen/der ich aus vollem Brustton zustimmen kann.
Schön wenn sich da zwei Polemiker gefunden haben. Ich gebe lieber jedem Larnak-Kommentar meine imaginären Kudos.
Oder war das Ironie?
"Anstrengend zu lesen war er allemal."
Fordernd. Fordernd, und gerade deshalb noch spannender und interessanter.
Noch dazu greift er nicht die Fachelite an, sondern eher die, die meinen, sie wären es. Und die, die dafür sorgen, dass die Fachelite heute kaum noch existiert.
Fordernd? Lass Dich mal nicht in die Irre führen. Nur weil jemand etwas verschwurbelt ausdrückt, heißt das noch lange nicht, das auch viel dahinter ist... ;) Der Trick ist eigentlich ziemlich alt und Gegenstand mannigfaltiger satirischer Betrachtungen.
Schmidts Aussage in zwei Sätzen: "Alle mal herhören, Ihr macht es alle seit Jahren falsch, aber frohlocket, ich sag Euch jetzt mal, wie es geht!"
Das sage ich übrigens als jemand, der aus guten Gründen aufgehört hat, die GS zu kaufen und die Redaktion dort bestimmt nicht in Schutz nehmen will. Aber diese eitle Art der Abrechnung als selbsternannter Kronzeuge ist einfach platt.
In die Irre führen lassen? Von dir? Nein ;P
Nur weil ein Text fordernd ist, muss das ja zunächst mal nicht heißen, dass viel dahinter ist, sondern nur, dass man beim Lesen gefordert wird. Eben das, was du anstrengend nennst. Nur ich sehe das positiv, du negativ. Mit Inhalt hat das zunächst nichts zu tun. Auch da finde ich viele Beiträge von Christian aber erfrischend anders. Aber gut, das muss natürlich nicht jeder so sehen.
Schmidts Aussage hast du denkbar schlecht zusammengefasst. Vor allem deshalb, weil du eine Arroganz in seine Worte legst, die überhaupt nicht vorhanden ist. Gut, es stimmt natürlich, sagte auch irgendwo weiter oben oder unten jemand: Arrogant wirkt, wer fundiert und ausführlich argumentiert und anderen das Gefühl gibt, sich weniger (zu wenig) damit beschäftigt zu haben.
Ich sehe in seinem Text keine Anmaßung, immerhin kann er seine Kritik gut und sachlich begründen. Platt sind eher die Reaktionen, die es oft nicht einmal schaffen, überhaupt auf der inhaltlichen Ebene anzukommen und stattdessen dabei verweilen sich in der Rolle des unschuldigen Journalisten wohl zu fühlen. Du solltest vielleicht auch mal in Erinnerung rufen, was ein Kronzeuge ist. Was Christian schreibt, ist kein Wissen, das nur er haben kann oder wofür es geheime Zeugen bräuchte. Mir ist das, was er kritisiert, seit längerem schon ein Dorn im Auge -- und wohl einigen anderen auch. Nur: Wenn ich so etwas schreibe, interessiert sich natürlich nicht direkt jeder dafür, wie das der Fall ist, wenn Christian seine Meinung öffentlichkeitswirksam anbringt. Mit dem Ziel, eine deutschlandweite Debatte über das Thema auszulösen, hat Christian das einzig richtige getan. Schade nur, dass sehr viele offenbar nicht verstehen, welche Aussage eigentlich in seinem Text steht.
Du findest also Artikel gut, die ohne Not schwer zu lesen sind. Na gut, jedem das Seine...
Wenn alle Tester so schlecht sind, hätte ja niemanden Schmidt davon abgehalten, ab sofort bessere Tests zu veröffentlichen. Aber das hätte ihm natürlich nicht die Aufmerksamkeit beschert, die er haben wollte und jetzt auch bekommt. Deshalb diese peinliche (und vor allem in sich auch noch widersprüchliche) Abrechnung - eine reine Ego-Sache. Wahrscheinlich wurde er im Laufe der Jahre einfach zu häufig überstimmt...
Larnak hat Recht. Ansonsten zeig uns doch mal die von dir vielzitierte Arroganz in Christians Artikel.
ich stimme dir da zu !
Bei Tests auf GG ist der Mick immer so kurz angebunden, leider. Aber dafür nun sowas hier: Volle Fahrt gegen jemanden der seine eigene Leserschaft quasi verrät, Top!
Voll die Faust aufs Auge!
Sowas von /sign!
Der seine eigene Leserschaft verrät? So ein Blödsinn. Christian hat doch in seinen Artikeln für seine Leserschaft immer wieder das vorgemacht, was er jetzt fordert. Und neben angeregten Diskussionen (die so eine Schreib-Form viel eher anregt als ein klassischer Test, bei denen ja nur um Wertungen diskutiert wird) hat er dafür auch immer sehr viel Lob bekommen.
Ich würde daher sagen: Er tritt hier für diese seine Leserschaft ein, die solche Texte viel lieber hat als generische Tests.
Nein. Er tritt für sich selbst ein. Wenn ich dieses Anwalt-der-Spieler-Gehabe schon höre - er sagt doch in Wirklichkeit: Scheißt auf die Gamer! Es zählen nur die Massen!
In einer der letzten GS-Ausgaben war er drin mit: "Hört nicht auf die Community!" - Das ist doch reines Provo-Gehabe.
Mit deinem letzten Hinweis hast du dich jetzt disqualifiziert, offenbar hast du den Artikel mit der provokanten Überschrift gar nicht gelesen. Der trifft inhaltlich den Nagel nämlich mal wieder auf den Kopf, wenn er auch etwas einseitig formuliert ist -- aber das gehört natürlich dazu, wenn man zwei Meinungen gegenüber stellen will.
Christian will in erster Linie qualitativ hochwertigen Journalismus, der über penibles Detail-Aufzählen hinaus geht. Mit "Scheißt auf die Gamer" hat das mal überhaupt nichts zu tun. Er fordert eine Öffnung des Spiele-Fachjournalismus auch für Nicht-Gamer (wobei ich nicht glaube, dass die das überhaupt wollen), nicht aber ein Verschließen vor Core-Gamern. Wobei man sagen muss, dass die *richtigen* Freaks bestimmter Spiele sowieso keine allgemeinen Spielemagazine nutzen, um sich über ihr Spezialgebiet (z.B. WoW) zu informieren. Genau das war es wohl auch, was er meinte, als er schrieb, man müsse sich auch an anderen Zielgruppen orientieren, weil genau diese User, die eben wirklich jedes Detail wissen wollen und müssen, sich nicht über Gamestar und Co informieren.
Eigentlich bist du also hier der einzige, der mit grundlos überspitzten Interpretationen provozieren möchte. Ich frage mich nur, warum du dich grundlos selbst provozierst mit Aussagen, die so nicht in seinem Text zu finden sind.
"Er fordert eine Öffnung des Spiele-Fachjournalismus auch für Nicht-Gamer"
Ein einmaliges Erfolgsrezept! Die GS wurde - während er dort war - bekanntlich immer "einsteigerfreundlicher": Viel weiße Fläche, weniger Text, weniger Seiten sowieso. Nur niemanden überfordern. Die Tests und Wertungen sollten immer mehr die Sicht von Anfängerspielern widerspiegeln. So kam es auch zu Wertungen wie 69% für Brink, um ein jüngeres Beispiel zu nennen.
Ergebnis: Mit jedem Relaunch sprangen natürlich mehr Stammleser ab, die die Message verstanden "Euch wollen wir nicht mehr!" - und neue kamen nicht dazu. Trotzdem ging es immer weiter in diese eindeutig falsche Richtung. Von heute aus gesehen fragt man sich, inwieweit Schmidt wohl dahintersteckte, diese Fehlentscheidungen immer wieder zu wiederholen...
Die breite Masse der Gelegenheitsspieler gibt kein Geld für Spielemagazine aus. Dafür interessiert sie das Thema einfach zu wenig. Genausowenig wie ein Familenvater, der eimal im Monat einen Fahrradausflug mit der Familie macht, ein Bike-Magazin kauft.
Geld investiert der "Hobbyist" (um eine Begriff von Herrn Schmidt zu verwenden) der wirklich Interesse an einem Spezialthema hat. Aber auch nur dann, wenn er einen Mehrwert dafür erhält.
Der Verfall der Verkaufszahlen der GS ist meines Erachtens auch darauf zurückzuführen, dass der anvisierte "Massenmarkt" nie erreicht wurde, während das Stammpublikum durch die verflachende Qualität vergrault wurde.
Hierfür trägt Christian Schmidt übrigens einen großen Teil der Verantwortung. Er war der für den Bereich Spiele verantwortliche stellvertretende Chefredakteur.
Ich wunder mich immer wenn Leute wie Herr Schmidt so tun als wären sie Journalisten. Sie sind Fachjournalisten. Ein Bürokaufmann ist auch kein Betriebswirt.
Spiele zu testen ist keine große Kunst, die meisten Vorschauen könnten auch aus der PR-Abteilung der Publisher stammen. Echte Kritik gibt es nur bei Gurken, die für die Zielgruppe eh meist uninteressant sind.
Da muss man sich nicht wundern, dass viele Gamer sich lieber mit gleichgesinnten in Foren austauschen und lieber auf deren Urteile vertrauen als auf die der Fachpresse, die immer alles in den Himmel lobt.
Genau deswegen sollte ein Fachjournalist (der auch eine Art Journalist ist, daher das "journalist" im Namen) mehr bieten als das, was sowieso jeder kann. Und das sollte im Idealfall dann zu spannenden und interessanten Kritiken führen, weil das eben nicht jeder kann.
Ich finde die Kritik von Christian Schmidt, sofern ich mir anmaße sie beurteilen zu können, durchaus angebracht.
Vor allem was seine Meinung über langweillige Tests angeht. Ich kann nur jedem empfehlen sich mal ein paar alte Videos der 1up Show anzuschauen. Da hat man sich, nachdem die Spiele gespielt waren, in eine Runde gestellt und über die Spiele das gesagt, was einem gerade eingefallen ist. Und das hatte immer direkten Bezug zum wesentlichen. Nämlich: Hat es Spaß gemacht. Da war der Hauptbestandteil der Kritik oftmals ein mehrminütiger Monolog darüber, wieviel Spaß es z.B. gemacht hatte, mit dem Fahrzeug x von Punkt A nach B zu fahren. Auch wenn das nur ein kleiner Bestandteil des Spiels war. Aber dieser Bestandteil war es eben, der diesen Titel für den Tester so gut gemacht hat.
Oder ein paar Podcasts von Noobtoob. Hier unterhalten sich zwei Freunde über Computerspiele. Da wird oft viel besser deutlich, warum einem das Spiel gefallen könnte oder nicht. Da geht es nicht um Grafik oder Levelanzahl. "Mir hat das Spiel keinen Spaß gemacht. Ich steh halt nicht auf Games wo man dieses und jenes tun muß." Oder "Mir hat das Spiel keinen Spaß gemacht. Ich steh zwar auf Games wo man dieses und jenes tun muß aber man mußte dabei ständig dies und das tun und das hat mich so sehr genervt, das ich den Titel nach ein paar Stunden wieder deinstalliert hatte."
Und das vermisse ich oft bei deutschen Tests. Da werden nüchtern die Fakten analysiert und reviewed, wie scharf oder unscharf die Texturen sind. Mir fehlt aber die persönliche Note des Testers. Da wird ein Duke Nukem Forever von allen Seiten abgewatscht, obwohl es genau das macht, was man von dem Titel erwarten musste. oldSchool Ballereien mit einem Schuß sexistischen Humor. Sicherlich sollte man nicht verallgemeinern aber ich könnte auf die ganzen Wertungskästen verzichten, wenn ich stattdessen das Gefühl hätte, das mir der Tester seine ganz persönliche Meinung schildert. Und das ist heutzutage immer weniger der Fall.
CHristian Schmidt bemängelt ja nicht, das Spiele nicht getestet werden. Ich bin auch der Meinung von Mick, das es mir sehr wohl wichtig ist das Spiele getestet werden, damit man nicht auf Marketing-Strategien hereinfällt. Aber sind hier reine Aufzählungen von Features wirklich hilfreich. Beurteilt man ein Kunstwerk (und das wollen Spiele irgendwo sein) dadurch, wieviele Farben verwendet wurden? Wie lange es dauert um es komplett anzusehen. Wie oft man es ansehen kann? Wohl eher nicht. Ein Kunstwerk sieht man und es gefällt (oder nicht). Oft ist es schwer dies zu begründen aber sicher nie unmöglich. Nie aber hat es mit den reinen Fakten zu tun.
Allerdings frage ich mich auch, ob man diesen Artikel von Herrn Schmidt gelesen hätte, wenn er heute immernoch (stellv.) Chefredakteur wäre? Und wenn er das doch jahrelang war, warum hat er in dieser Position nicht versucht dies zu ändern?
Das ist auch der Kritikpunkt, den er sich meiner Meinung nach gefallen lassen muß. Wenn nicht er, wer war dann in der Position, diesen Umstand zu ändern. Ich kann mich nicht hinstellen und alles verwehrflich finden, jahrelang aber in die selbe Kerbe geschlagen zu haben. Das wirkt auf mich irgendwie... sagen wir unglaubwürdig. Und so bleibt letztlich der Eindruck zurück, das dieser Artikel nur eine Art Rache an der Branche darstellt. Eine Branche, die man jahrelang selbst mitgestaltet hat. Von daher kann ich Micks Ärger auch sehr gut nachvollziehen.
„Unfähigkeit zur Reflexion“ - hat Mick ja trefflich bewiesen. Sein Brief wirkt auf mich sehr mimosenhaft.
Das Foto mit dem offenem Mund und roten Bäckchen im Biergarten passt jedenfalls zum Niveau des "offenen Briefes".
Die Debatte geht schon sehr ins persönliche (z.B.: Du beschwerst Dich, obwohl Du doch bei GS dafür zuständig warst").
Sollten Erwachsene solche Meinungsverschiedenheiten nicht erstmal persönlich klären bevor öffentlich mit den Schäufelchen aufeinander eingedroschen wird?
Obwohl es hier um die Art des Journalismus geht, scheint doch viel mehr ein anderer persönlicher Krieg zugrunde zu liegen.Beide Meinungen mögen ihre Daseinsberechtigung. Ich finde, dass sowohl Christian und Mick sehr gute Argumente ins feld führen. Die Diskussionsführung von Mick ist aber indiskutabel - und überflüssigerweise öffentlich geführt. Ich fand die damalige GS-Crew wirklich sehr unterhaltsam. Schade, dass der eigentlich positive Gesamteindruck von Mick als symphatischer Spiele-Journalist aufgrund der unnötigen Nachtreterei leidet.
Ehrlich gesagt habe ich keinen Plan was Christian Schmidt uns damit sagen will. Kann mir jemand mal die Kernaussage mitteilen?
Bist Du zu faul zum lesen? Die Kernaussage steht doch schon im ersten Absatz: Die Art, wie deutsche Fachmedien über Videospiele schreiben, ist viel zu sehr auf Hardcore-Gamer ausgerichtet, sie ist platt und ideenlos.
Christian möchte eine andere Form der Spiele-Kritik als die, die momentan üblich ist. Er möchte mehr Ideen, mehr Einfallsreichtum, spannender und interessanter geschriebene Texte, hin und wieder auch Einordnung, Interpretation oder Analysen. Kurz: Mehr Qualität.
So eine Ansammlung hohler PR-Phrasen habe ich außerhalb von Werbetexten auch lange nicht mehr gelesen. Vielleicht möchte er auch noch Synergieeffekte und Work-life-balance? ;)
Immerhin habe ich mich bemüht, seine Aussage wirklich zu erfassen. Was man von dir nicht behaupten kann, du bist schließlich, wie so viele andere Redakteure, auf der persönlichen Ebene hängen geblieben. Du bist nicht zufällig irgendwo Redakteur? ;)
Eine hohle PR-Phrase wird aus solchen Begriffen übrigens erst, wenn damit etwas beworben wird, was dann nicht hält, was versprochen wurde. Hier wird aber weder etwas beworben noch versprochen.
Doch, Du bewirbst hier in jedem Posting so massiv ein Produkt namens Schmidt, mit den blumigsten Worten, dass man sich schon fragt... Siehe unten. ;)
Das sind Allgemeinplätze, oder wie Larnak sagt: Hohle Phrasen. Das weiß auch Herr Schmidt, weshalb er auch konsequent jede Konkretisierung seiner Forderungen vermeidet. Man kennt das auch gut von Politikern, die gerne wohlfeile global-galaktische Aussagen machen, denen jeder zustimmen kann, die aber tunlichst vermeiden, in die Niederungen der konkreten Umsetzung herabzusteigen.
Schmidts einziges Beispiel ist natürlich Deus Ex, einer der sehr seltenen Titel, die tatsächlich Ansatzpunkte für einen "Diskurs" liefern. Welche Spiele gibt es da noch? Ein paar bestimmt, die das ansatzweise liefern. Aber selbst ein Story-Schwergewicht wie Mass Effect ist vor allem ein Unterhaltungsblockbuster und kein die Gesellschaft reflektierendes Spiel. Ganz zu schweigen von den Spielegenres, die rein gar nichts mit Schmidts Vorstellungen gemein haben: Fußballmanager, globale Aufbaustrategie, Rennsimulationen oder Geschicklichkeitsspiele.
Schmidt bleibt uns alle Antworten schuldig, wie er denn seine neue gesellschaftsrelevante Testphilosopie umsetzen will. Und ich wette einfach mal: Er wird sie auch in Zukunft nicht bringen.
In der Langfassung auf kaliban.de gibt's mehr Beispiele, sowohl was Spiele als auch was Artikel, die es seiner Ansicht nach jetzt schon richtig machen, angeht.
Das stimmt, die Langversion des Artikels bietet mehr. Aber mal abgesehen davon, dass die Spiegel Online Version eben auch von Christian Schmidt freigegeben ist und wohl deutlich weiter verbreitet ist: Das ändert nichts daran, dass Schmidt doch selbst kein Konzept hat, wie er seine Vorstellung von gesellschaftsrelevanter Spielekritik umsetzen soll. Und es ändert auch nichts daran, dass Spiele für so etwas meist ungeeignet sind.
Und wieder jemand, der die Aussage nicht verstanden hat! Immerhin befindest du in guter Gesellschaft!
Ich glaub, du wolltest eine Kommentarebene drunter kommentieren ;)
Recycelt von weiter oben:
Schmidts Aussage in zwei Sätzen: "Alle mal herhören, Ihr macht es alle seit Jahren falsch, aber frohlocket, ich sag Euch jetzt mal, wie es geht!"
Ich habe die längere Fassung von Christian Schmidts Text gelesen und denke, dass er Recht hat. Ich habe die Entwicklung von Gamestar im Speziellen seit mehr als 10 Jahren immer mal wieder verfolgen können und finde, dass seine Hypothesen für GS und andere deutsche Spielezeitschriften zutreffen. Zuletzt habe ich solche Magazine nur noch gelesen, um über in Entwicklung befindliche Titel informiert zu sein; die Tests waren für mich inhaltlich schlicht nicht mehr interessant. Der offene Brief von von Mick hat etwas von "beleidigte Leberwurst" und wirkt auf mich unsachlich und persönlich. Schade eigentlich.
Hm. Schon erstaunlich. In allen Foren dieser Welt wird Trollen (und nichts anderes ist dieser Christian) keine Plattform geboten. Umsomehr wundert es mich, wie sich hier in ellenlangen Diskussionen ergangen wird.
Solche Typen sollte, nein - muß - man einfach ignorieren. Wenn er mit der Spielebranche abrechnen will, bitte. Aber dann muß man sich nicht auch noch gleich den Schuh anziehen und auf den Quark eingehen.
Christian soll ein Troll sein? Verzeihung,aber da muss ich doch kurz mal lachen.
Gibt ja nur zwei Möglichkeiten:
1. Du bist selbst einer
oder
2. Du stimmst einfach nicht mit ihm überein,aber bist nicht Fähig eine sachliche und ordentlich argumentierte Kritik an seiner Meinung zu liefern, und musst deshalb auf solche Anfeindungen zurückgreifen
In beiden Fällen kann ich nur sagen :u mad bro?
Christian ist ein renommierter und erfahrener Spieleredakteur. Wenn der so etwas schreibt, kann man sicherlich (wie Mick) anderer Meinung sein - und sollte trotzdem gut zuhören, denn so falsch liegt Christian gar nicht. Meiner Meinung nach trifft er sogar den Nagel auf den Kopf, aber das tut jetzt nichts zur Sache.
Keineswegs. Ein Troll argumentiert nicht, er schlägt nur um sich. Das kann man dem Schmidt-Artikel nicht (oder nur sehr eingeschränkt) vorwerfen. Und die Diskussion hier finde ich, von Ausnahmen abgesehen, wesentlich sachlicher und wertvoller als Micks Artikel. Einige Beiträge sind wirklich lesenswert.
@FPS-Player: Im Grunde völlig korrekt. Aber auch Du hast hier nun einen Kommentar dazu geschrieben... ;)
Ist Christian Schmidt eigentlich der deutsche Papst des Spiele-Journalismus, oder wie muss ich mir diese teils heftigen Reaktionen (vor allem in der ursprünglichen News) sonst erklären? Verstehe wirklich nicht wie man Aufgrund der Aussagen eines einzelnen Redakteurs so eine Welle machen kann. Ist ja schlimmer als nach dem Auftritt von Reich-Ranicki beim Deutschen Fernsehpreis 2008.
Bisher fand ich die Artikel von Christian Schmidt immer klasse, muss Sciron aber zustimmen.
Ich glaube das liegt vor allem an der Plattform, also Spiegel Online. Hätte Christian dass in seinem Podcast zum besten gegeben hätte es sicher die ein oder andere Diskussion in eine News dazu oder in Foren gegeben, das wärs aber auch gewesen. Bei SPON liest es aber Hinz und Kunz und der nimmt jetzt neben der Erkenntnis, dass WoW seit neustem auch ein "Killerspiel" ist, die Info mit, dass Spielejournalismus eine amateurhafte Nischenecke ist, die für Hardcore-Fans vor sich hinwerkelt.
au da hat sich einer angesprochen gefühlt ...
wer hat den hier kein telefon ?! redet man heutzutage nicht mehr miteinander ?
ein außenstehender denkt sich wohl jetzt..."schlimmer wie im kindergarten", "hoffentlich laufen die nicht amok", "ja sowas kommt vom zocken", "typisch ULTRAAAS" oder "phreaks"
telefoniert doch einfach miteinander dann wirds auch nicht so peinlich für uns rest....
Keine Angst vor Peinlichkeiten, GG lesen nur Leute, die sich für die Thematik interessieren - im Gegensatz zu SPON. Und das ist auch die Erklärung für die Entrüstung hier.
Gut gemacht,
emotional aber dezidiert geschrieben.
Ich würde diesen peinlichen Ausflug in die Klugscheißerwelt von Spiegel Online einfach so bezeichnen, minder begabter Journalist und Ex- Spieletester (nicht mal ein Guter) macht einen auf dicke Hose und wichtig.
Was ne Pfeife…
Schmidt war ein Mitgrund auf Dauer die GS zu ignorieren. Allein die schlecht recherchierten MMORPG Tests…
Hier könnte ich eigentlich das gleiche schreiben wie einem Vorposter....
Dir ist aber schon klar das Christian Schmidt quer durch die Branche als einer der besten Redakteure bekannt war?Oder das er mehr Schreibtalent im kleinen Finger hat,als 90% der Leute hier insgesamt?
Anstatt die GS zu ignorieren hättest du sie lesen sollen,dann hättest vieleicht sogar du gemerkt wie er schreibt und testet ;)
Ja, wie schrieb er denn? Immer mehr von oben herab und sich selbst zum großen Beobachter stilisierend. Und jetzt erst recht natürlich.
Falls er wirklich "als einer der besten Redakteure" bekannt war, dann ist das der wahre Skandal. Das bedeutet nämlich, dass zu wenige Leute "in der Branche" in der Lage sind, vermeintlich schlaues Geschreibsel auf wahren Inhalt hin zu überprüfen. Wenn ich schlaues Geschreibsel will, lese ich den Feuilleton der FAZ - da schreiben nämlich Könner, keine Blender. Wer Schmidt für einen überragenden Intellektuellen hält, sollte seine Texte vielleicht mal mit den dortigen vergleichen. Aber dort sind natürlich nicht Spiele das Thema, und so ist der Einäugige mal wieder unter den Blinden der König...
Vielleicht bist du aber auch einfach nur nicht in der Lage, einen guten Redakteur zu erkennen, wenn er vor dir steht? Oder du hast einfach einen anderen Geschmack? Herrje, nein, das darf natürlich nicht sein, schließlich wäre ja damit deine Urteilskraft nicht mehr allgemeingültig.
Dazu passt auch jeden Fall deine Art, mit anderen Meinungen umzugehen. St(pr)ichwort "und so ist der Einäugige mal wieder unter den Blinden der König...".
Dein Einleitungssatz ("Ja, wie schrieb er denn? Immer mehr von oben herab und sich selbst zum großen Beobachter stilisierend.") klingt wie eine Beschreibung deiner eigenen Beiträge. Genau das ist es nämlich, was du hier tust.
Na, jetzt wird es ja argumentativ richtig originell. ;) An dem Punkt, wo einem nichts mehr einfällt, unterstellt man dem anderen am besten immer Intoleranz. Und wenn einem noch weniger einfällt, zitiert man dazu auch noch die Aussagen des Angesprochenen.
"Hat einfach einen anderen Geschmack" - wenn Schmidt nur so tolerant mit den Ansichten aller anderen Spieleredakteure umginge...
Also ich empfand die Kommentare von Linksgamer jetzt auch eher als einfaches "Schmidt-Bashing" und nicht unbedingt von Substanz durchtränkt.
Und ja, ich mochte seine Artikel immer und habe letztens erst über seine Persiflage auf CoD herzlichst gelacht.
abseits von der hier geführten Diskussion möchte ich (langjähriger Besitzer eines GamestarAbos) nur eben am Rande anmerken, dass Christian Schmidt und Mick Schnelle meine absoluten Lieblingsredakteure bei der GS waren.
Ich weiß jetzt nicht, wem ich in der Diskussion mehr recht gebe, aber beide haben meines Erachtens immer sehr gute (wenn auch im Stil unterschiedliche) Tests geschrieben.
So, das wars auch schon.... :)
Pah, ihr kennt euch allesamt nicht aus, mit "Ultras" sind natürlich die Ultramarines gemeint. Meine güte... :-P
Zum Artikel muss ich sagen es wäre vielleicht besser gewesen ne Nacht drüber zu schlafen und ihn mit weniger Wut im Bauch zu tippen.
"schnelle" ;)
Völlig richtig.
Finde Ton des Artikels sehr beleidigt wie auch beleidigend.
Hier mal die Meinung von Boris Schneider-Johne z.Bsp.
http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1802
Heinrich Lenhardt twittert der Artikel sei immerhin lesenswert.
Eine noramle Erwiderung gibt es von Petra fröhlich auf SpOn.
http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,784689,00.html
Auch wenn ich das Titelargument im Text nicht wiederfinde.
Danke, den Artikel von Petra kannte ich noch nicht. Lesenswert!
Fand den Hinweis auf den Artikel von Petra Fröhlich auch sehr gut und lesenswert.
Ich denke nicht, dass wir es mit "Gehabe" welcher Art auch immer zutun haben wie hier schon interpretiert wurde. Ebenso denke ich, dass die Kolumne von Mick am Thema vorbeigeht. Man lese sich Christians Artikel mit Sorgfalt durch (Am besten den ungekürzten Beitrag auf Gunnaer Lotts Blog mitsamt kurzen Anmerkungen desselben - http://kaliban.de/2011/09/zum-zustand-der-deutschen-spielekritik/). Letztlich formuliert Christian sehr gemäßigt, greift niemanden persönlich an, stellt weder alles in Frage noch zieht er die Kompetenz aller Journalisten in den Dreck. Er stellt eine berechtigte Frage und gibt interessante Anregungen. Vor allem Anregungen, die die Aufwertung in Form einer Erweiterung und Perspektivverschiebung anregen. Dass er nicht alles schlecht findet ist leicht an den vielen zitierten Beispielen ersichtlich. Sicherlich mag man sich fragen, ob nicht teilweise der Adressat verfehlt ist. Ob zumindest die überspitzten Schlüsse seiner Argumentation nicht eher eben z.B. im Spiegel ihre Umsetzung finden sollten. Zumindest denke ich jedoch, dass man den Artikel als Denkanstoß begreifen sollte. Wo macht eine Funktionsbeschreibung Sinn? Ist mein Artikel spannend und erschließt er das Spiel? Oder ist es nur ein beschreibendes "Feature-Dropping". Wann und ob z.B. eine (krosskulturelle) Metaebene passend ist, das ist wieder eine andere Frage. Genauso kann man gerne über die Aussagekraft der vermeintlichen Belege (die herangezogenen Zahlen zu Auflagen z.B.) diskutieren. Ebenso über Zielgruppen etc.
Ich denke auch, dass die hier schon angebrachte Idee eines klärenden Gesprächs mit Christian Schmidt und ehemaligen Kollegen eine zumindest in der Theorie fruchtbare Idee sein kann. Das sollte aber nicht medial erfolgen. Das wäre sicherlich besser als ein fortlaufendes Schreiben übereinander.
Ich finde die Kommentar von Herrn Lot einfach nur super, er trifft genau den Kern und ordnet Schmidts und Schelles Text super ein!
Folgenden Abschnitt möchte ich einfach nur unterstreichen - geht denn sowas nicht?!!!!:
"Er sagte sinngemäß, nun, es müsste ungefähr so sein wie GEE, aber die GEE mache sich beim Testen nicht die Hände schmutzig, das fehle total. Das finde ich weiterhin ein ganz gutes Bild — wenn Spielejournalisten von Publikation X das Können und den Ehrgeiz hätten, eine bunte Palette wie die der GEE zu beherrschen und gleichzeitig die Fähigkeit, knallhart und tief zu testen, das wäre eine unschlagbare Truppe."
Danke für den Link, muss echt sagen, der Beitrag von Gunnar ist der mit Abstand beste bisher!
Alle anderen Redakteure klingen einfach nur genervt und verärgert.
Hat denn einer von euch Jörg oder Mick einfach mal Christian angerufen und mit ihm mal in ruhigem Ton geredet was er sich dabei gedacht hat?
Unabhängig von den persönlichen Angriffen in beiden Texten & (vor allem) den Kommentaren hier und unabhängig von der Frage wer nun Recht hat, muss man doch einfach festhalten:
Es ist gut, dass eine solche Diskussion nun endlich gestartet ist und (auch) in der Öffentlichkeit geführt wird! Eine Diskussion "Quo vadis Computerspiele-Journalismus" ist eben angesichts des Verkaufsrückgangs von Computerspiel-Printmedien etc. längst überfällig!
Gerade, dass diese Diskussion auf Gamersglobal geführt wird ist doch besonders interessant - ist doch gerade Gamersglobal (so wie ich es wahrgenommen habe) aus dem Versuch heraus entstanden auf die hier angesprochenen Punkte eine Antwort zu finden!?
Also: Klar kann man über die Art und Weise dieser Diskussion streiten, aber DASS sie geführt wird, müsste doch im Sinne eines jeden Computerspielers sein!
Stimmt, allein dafür muss man Christian eigentlich dankbar sein -- so umfassend zu einer Diskussion aufzurufen und die am Ende auch zu bewirken schafft sonst wohl kaum jemand. Wenn man sich ansieht, wer da alles reagiert: Jörg, Mick, Gunnar, Boris, Petra Fröhlich, und sicher noch einige mehr, die mir nicht bekannt sind.
Ähm, mal eine Frage: Bist Du Christian Schmidt? ;) Wie Du hier schreibst, könnte man meinen, Du seist zumindest sein PR-Agent, wenn nicht sogar...
Dann müsstest Du Mick Schnelles PR-Berater oder Anwalt sein (verteidigst ihn auf Teufel komm raus, drückst Dich dabei ganz gut aus).
Bist du ein Troll? In jedem Fall reagierst und schreibst du genau so, wie du eigentlich uns erklären möchtest, dass Christian es täte.
Nämlich arrogant, von oben herab, von sich selbst überzeugt und die alleinige Wahrheit verkündend. Das hat schon auch wieder was von Realsatire, muss ich ja zugeben.
Also bist du zumindest ein talentierter Troll?
Lass gut sein, ich glaube du hast es nicht nötig, auf alles hier einzugehen ;-)
Nee, das sehe ich auch so. Ich habe gerade fünf Postings gelesen, in denen er "auf mich eingangen" ist, das reicht mir jetzt wirklich. Der Übergang von zunächst noch Argumenten zu Phrasen war doch recht rasant, mit zuletzt starker Tendenz zu letzterem. Und als letztes Mittel der abstruse Versuch, denjenigen, der sich motzend aus dem Fenster gelehnt hat, nämlich Schmidt, dadurch zu schützen, dass man ausgerechnet demjenigen, der ihn kritisiert, originellerweise einfach dasselbe vorhält... Ursache und Wirkung? Ist doch egal, Hauptsache "der Christian" kommt am Ende gut weg. Danke, damit ist alles gesagt.
Vielleicht hält er aber auch einfach den Spiegel vor, weil er reine schwarz-weiss-Malerei nicht gerne unkommentiert lässt. Ich habe mich auch schon in den tollsten Diskussionen wiedergefunden, wenn ich jemandem der zu 110% einen Standpunkt vertritt einfach mal ein paar Gegenargumente genannt habe. Da ist man dann schnell die Personifizierung des Kritisierten. Es ist immer gut, wenn man in der Lage ist, mit jemandem sachlich zu diskutieren, der auch mal dagegen argumentiert. Wenn dann hinterher zu Aussagen wie "du bist doch der Verfechter von xyz-Verabscheuungswürdig" oder "lass gut sein, der ist doch gekauft" greifen muss, nur weil man in einer Debatte nicht gewinnt, dann ist das doch eher ein Hinweis auf die eigene Unfähigkeit mit gegensätzlichen Standpunkten umgehen zu können. Das Thema hier ist nun mal nicht in gut und schlecht aufzuteilen. Beide Seiten haben Argumente. Wenn du das anerkennen und entsprechend würdigen würdest, dann hättest du oder auch jeder andere hier sicher mit Larnak auf einen grünen Zweig kommen können.
Sieh einer an, es geht doch:
http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,784689,00.html
Und schon wird klar, warum so ein Artikel auf SPON veröffentlicht werden kann - und der von Mick eben nicht.
Sehr schöne Antwort.
Ah besten dank, guter Link! Kudos ;)
Das ist in der Tat eine sehr gute Replik, die so manche Dinge von einer anderen Perspektive beleuchtet und - das Wichtigste - auch Gegenargumente liefert! Aufpassen und aufmerksam lesen, Herr Schnelle, da können Sie noch einiges lernen!
Aber inhaltlich ist hier auch alles vorhanden :) Ist halt immer die Frage wie wertneutral man nicht sein möchte ;)
kann mir jemand sagen, was es mit "The Witcher" und der Gamestar auf sich hatte? Das ist doch mal ein gutes Spiel gewesen?!?? SH5 und Gothic 3 kann ich ja verstehen...
Und was zur Hölle macht der "Pirates of the black cove"-Steckbrief an diesem Beitrag?
Christian Schmidt hatte in seinem Test "The Witcher" 73 Punkte gegeben. Das wird ihm heute gerne noch als seine größte Fehleinschätzung vorgehalten, da auch die Kritik zum Teil seltsam und (im Vergleich mit anderen Spielen) nicht konsequent wirkte
Zumal im Test offensichtlich war, dass scheinbar nicht das komplette Spiel gespielt wurde...
Christian hat für "The Witcher" in der Grundversion (ohne Patches und Enhanced Edition!) einen hohen 70er (76?) vergeben, was für sehr viel Kritik gesorgt hat. Er hat danach öfter betont, dass er der Meinung ist, dass die Wertung für das Spiel gerechtfertigt war, auch weil es am Anfang noch viele Macken gehabt habe, die erst später ausgebessert wurden.
edit: Ups, zu langsam
Nicht vergessen, nach diversen Patches wurde das Spiel dann auch auf 80+% aufgewertet.
Seine Begründung war vielleicht nicht komplett passend. Die Wertung aber durchaus berechtigt. Witcher in 1.0 hatte wirklich seine Probleme.
Christian Schmidt hat sachlich und in einem ruhigen, freundlichen Tonfall argumentiert. Das kann man von diesem Artikel nicht gerade sagen. Unsere Welt verändert sich. Wenn wir uns nicht mit verändern, werden wir scheitern (siehe die Auflagenzahlen). Veränderung benötigt Kritikfähigkeit und die Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Ideen. Die vermisse ich an deiner Reaktion.
Ich fasse mich kurz, da oben ja schon so ziemlich alles von allen schon gesagt wurde:
Ich kenne weder Christian Schmidt noch Mick Schnelle persönlich. Beides sind Schreiber, die ich bisher eigentlich gerne gelesen habe. In beiden Artikel gibt es Argumente, die ich nachvollziehen kann und andere, die ich komplett anders sehe.
Jenseits von einigen (und weiss Gott nicht allen) Punkten, die ich für durchausaus bedenkenswert halte, wirkt Mick Schnelles Artikel auf mich (ich wiederhole: auf mich) jedoch äußerst aggressiv, persönlich beleidigend, polemisch und bis ins teilweise Boshafte übertrieben. Das ganze Pamphlet ist dem Anlass unangemessen und schlicht einfach kein guter Stil (nicht im Sinne von Schreibstil, sondern von anständigem Verhalten).
In der Tat!
Und das gilt auch für einige Userkommentare. Diese Aggressivität ist - wie ich finde - weder Christians Artikel angemessen noch .. nunja eben guter Stil.
Man muss nicht immer in maximalster Edelrhetorik und Höflichkeit formulieren. Ich denke aber, dass Überspitzungen und persönliche Beleidigungen und allzu krasse Polemik und Bösartigkeit, wie es mein Vorschreiber ja schon anmerkte, der völlig falsche Weg sind.
Nicht nur auf dich! Ich schließe mich deinem Kommentar vollkommen an.
Die Blockbuster der Branche (Battlefield, Modern Warfare) sind inhaltlich so anspruchsvoll wie der neueste Transformers Film. Intelligente Spiele sterben aus.
Also warum sollte man über Unterhaltung so schreiben, als wäre sie etwas erhabendes? Die [ple:] hat genau das versucht und die kennt hier wahrscheinlich kaum jemand.
Das Problem der Hefte ist nicht, dass sie nicht intellektuell genug schreiben, sondern dass sie nicht mehr die unverzichtbare Informationsquelle sind, die sie ein mal waren bevor jede Hausfrau wußte was ein Browser ist.
Ich denke, eine ganz wichtige Aussage ist wirklich, das sich beide Herangehensweisen zu Testen nicht ausschließen brauchen.
Besser noch, Sie ergänzen sich gut und machen es erfrischend einen Artikel zu lesen.
Besonders habe ich mich bei den Aussagen von Christian Schmidt gefragt wieso er es dann gerade noch bei der Gamestar so praktiziert hat was er nun kritisiert.
Da hätte er vielleicht etwas mehr einwirken können. Oder dann noch ein wenig die Aussagen relativieren, denn er betrachtet nur seine Sichtweise.
Für die Zielgruppe der Core Gamer braucht es im Kern definitiv auch weiterhin die Tests, die ein Spiel detailliert analysieren.
Ich kann Mick Schnelles Reaktion darauf durch die ganze Art und Weise nun gut verstehen.
In eine ähnliche Kerbe wie Mick Schnelle haut auch Petra Fröhlich (PC Games) auf Spiegel.de:
http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,784689,00.html
ähnliche kerbe vielleicht. die klinge des messers mit der sie geschnitten wurde ist aber um einiges feiner.
Einige Punkte ergeben Sinn, aber im großen und ganzen ist diese "Abrechnung" dann doch viel zu emotional, um sachlich zu sein. Ich kann verstehen, wenn Sie vor Wut kochen, aber das war dann doch etwas unangebracht.
Diese Branche hat mittlerweile so viele Facetten, dass die wenigsten, selbst die, die mitten drin stecken, einen wirklich guten Überblick haben. An manchen Spielen erkennt man sehr schön, wo ein sehr eng definiertes Wertungssystem greift, und wo nicht. Wo greift es? Nun, zum Beispiel bei Simulationen oder Sportspielen ist dies oft der Fall. Bei Adventures hingegen sieht das schon anders aus. Oder bei Spielen, die "falsch" gespielt werden. Nehmen wir den aktuellen Titel "Space Marine". Der häufige GoW-Vergleich führt zu falsch gesetzten Erwartungen und verleitet Spieler dazu, das Spiel "falsch" zu spielen, was den Spaßfaktor reduziert. Hier ist interpretation und Hintergrundwissen zu WH40K gefragt, um einen wirklich guten Test abliefern zu können. Manch ein Tester beißt sich daran die Zähne aus.
Ich möchte keine der beiden Parteien angreifen. Ich möchte nur sagen, dass eine übereilte Reaktion oft die falsche ist. Ebenfalls möchte ich anmerken, dass Sie sich über Vorurteile beschweren, und gleichzeitig in Richtung Ultras feuern, ohne sich damit auszukennen (verzeihen Sie, sollte ich das missverstanden haben). Nichts desto trotz: Ich verstehe, dass Sie aufgebracht sind... und dazu haben Sie sicherlich auch das Recht.
Ich würde mich freuen, wenn Mick Schnelle ein Beispiel für nach seinen Augen guten Journalismus aus seinen eigenen Artikeln geben könnte. Dann könnte man dies mit den Artikeln von Christian vergleichen.
Übrigens gab es vor Jahren eine vierteilige Serie auf 3sat über Games - total spannend, denn es wurden insbesondere die kulturellen und künstlerischen Aspekte gezeigt.
Was ich in Spielemagazinen vermisse sind z.B. Strategiebesprechungen zu Strategiespielen. Schachmagazine leben davon - aber scheinbar ist diese Art von Journalismus einfach zu teuer für die Printmagazine. Vielleicht eröffnet GamersGlobal ja noch ne Rubrik, Strategie&Taktik für einzelne Spiele?
Am meisten fehlt mir die Bereitschaft der Redaktionen sich KRITISCH mit der Spieleindustrie auseinanderzusetzen. Das in den letzten Jahren ganze Genres verschwunden sind, dreiste Kopierschutzfunktionen der Hersteller, Tendenz zur absoluten Vereinfachung des Gameplays, Onlinezwang usw. sollte doch genug Themen liefern, um sich auch als Lobby der Spieler zu verstehen und hier eine fundierte Auseinandersetzung mit der Games-Branche zu führen.
Und gerade Herr Christian Schmidt lässt es ganz erheblich vermissen, sich mit dieser millionenschweren Unterhaltungsindustrie kritisch auseinanderzusetzen.
Wenn sein gewünschter Spielejournalismus eine plausibilitätsfreie und abstrakte Metaebene wünscht, soll er doch einfach mal sowas wie Gamersglobal auf die Beine stellen und zeigen wie kompetenter und moderner Spielejournalismus funktioniert.
Natürlich hat er Recht, wenn er sagt das es ein Kompetenzproblem gibt.
Schaut Euch doch nur mal diese glatten Interviews an, wo aufgeregte 15 jährige die promovierten Bioware Macher nach Dragon Age 2 befragen.
Das ist in der Tat mangelhaft !
Warum fragt die niemand mal, warum Ihrer Meinung nach rundenbasiertes Rollenspiel nicht zeitgemäß ist und warum sich das nicht verkaufen lässt ? Valide Daten zu Ihrer Meinung würden mich dann noch interessieren.
When you press a button something awesome will happen, lassen die sich erzählen.
Ja, Spielejournalismus kann grausam sein.
An dieser Stelle erlaube ich mir ein aufrichtiges Kompliment an Jörg Langer, weil sich seine Interviews hier positiv abheben.
Wenn ich eine Fachzeitschrift kaufe, will ich mich erstens informieren, und mich zweitens vertreten sehen.
Fachzeitschriften und Onlineredaktionen sollten sich somit auch als Schnittstelle sehen, die dem Unterhaltungsgewerbe was über Ihre Käuferschaft sagt, und umgekehrt den Gamern was über das Unterhaltungsgewerbe sagt.
Amen
ZG
Wenn schon Mick Schnelle, den ich immer als sehr besonnen und zurückhaltend wahrgenommen habe, zu solch' drastischen Worten greift, dann wird einem erst klar, wie beleidigend und gewollt elitär der Artikel von Christian Schmidt war, mit dem er offenkundig sehr viel kaputt gemacht hat.
Ein Wort noch zum Artikel von Mick Schnelle: Computerspiele sind keinesfalls mehr Nischenprodukte. Die Computerspieleindustrie setzt mehr Geld um als die Filmindustrie. Das beginnen die alten Herren der Gesellschaft jedoch erst sehr langsam zu begreifen.
An dieser ganzen Kritik stört mich ohnehin, dass damit ein unglaublich dummer antiintellektueller Diskurs bedient wird. "Akademische Traumwelten" - das ist schon harter Tobak, wenn man bedenkt, dass universitäre Bildung und wissenschaftliche Methode mit dem aufklärerischen Gedanken verbunden sind und ihrem eigenen Anspruch nach gerade versuchen, Traumwelten zu beseitigen. Sicher, das tun sie nicht immer und die Akademia ist auch kein monolithischer Block, sondern eine streitbare Gemeinschaft, deren Vertreter gerne einander die Zugehörigkeit bestreiten. Dennoch sollte man im Hinterkopf betrachten, dass zweihundertseitige Texte durchaus etwas zu sagen haben und wenn sie durchfallen, dann dies eben aus dem Grund tun, weil sie wissenschaftlichen Standards nicht genügen. Das sind harte Standards und nicht dürftig pseudo-objektivierte Spielspassurteile.
Stattdessen werden aber nicht reflektierte Tests zum knallharten Geschäft, das sich mit den echten Dingen beschäftigt, verklärt. Fehlt nur noch der kleine Mann, zumal wir bereits schon die gesellschaftliche Mitte hatten. Es drängt sich unweigerlich der Eindruck auf, dass wir es hier auch mit einer Verteilungsdebatte zu tun haben: Wer natürlich keine tiefschürfenden Texte, in denen er nachlesbar über die gesellschaftliche Funktion des Mediums Computerspiel nachdenkt, schreiben kann oder in ihnen zumindest keinen Sinn sieht, der will natürlich auch nicht, das sowas zum neuen Standard wird.
Aber, nochmal: Wie kann man überhaupt behaupten, das eigene "Lieblingshobby" sei Kunst, bei jeder Killerspieldebatte weinend auf die ästhetischen und inhaltlichen Qualitäten verweisen und sich dann partout weigern, Simpelniveau zu verlassen und mehr zu machen? Das ist einfach nicht glaubwürdig.
Micks Kommentar ist erschreckend entlarvend. Für mich persönlich ist er als Spielejournalist jetzt völlig disqualifiziert.
Tja, bei solchen Sachen sieht man erst, wie auf allen (!) Seiten mit zweierlei Maß gemessen wird ;) Und wehe, man sagt was gegen seinen "Liebling". Soviel zur Objektivität, gerade bei Aussenstehenden...
Aber da die Diskussion hier (mMn unproduktiv und "sinnlos") weitergehen wird, findet nur noch der alte Spruch Anwendung: Es ist alles gesagt worden - nur noch nicht von jedem.
Daher bin ich jetzt auch raus aus dieser Nummer und widme mich wieder den Spielen als solches.
Hatte jaghatai also Recht mit seinem
"Christian soll ein Troll sein? [...]
Gibt ja nur zwei Möglichkeiten:
1. Du bist selbst einer"? ;)