Angespielt: The Last Tinker - City of Colors

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Benjamin Braun 292972 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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7. April 2014 - 14:43 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
Indie-Spiele sind immer noch in – auch wenn Peter Molyneux zuletzt etwas anderes behauptete. Das liegt gewiss selten daran, dass die Spiele unabhängiger Entwicklerstudios grafisch neue Maßstäbe setzen – aber wo große Entwickler Innovationen oft bewusst scheuen, schöpfen Indies nicht selten aus dem Vollen und liefern zumindest Spiele, die es in dieser Form kein zweites Mal gibt. Nicht viel anders ist das bei jenen der Münchener Independent-Schmiede Mimimi Productions, die beim Deutschen Entwicklerpreis 2010 bereits einige Monate vor dem Release ihres Debütprojekts daWindci für iOS zu den drei Gewinnern des Nachwuchspreises zählten. Nun legt Mimimi Productions mit The Last Tinker - City of Colors ihr neues Spiel vor, das wir für euch angespielt haben.

Affengesicht in Bonbon-Welt
In The Last Tinker - City of Colors schlüpft ihr in die Rolle von Koru, von dem wir nicht so genau wissen, ob er nun tatsächlich ein junger Affe ist oder ob er unseren evolutionären Vorfahren einfach nur verdammt ähnlich sieht. Doch er hat in jedem Fall mehr mit den Primaten gemeinsam als sein Gesicht. Denn neben seiner Sprunggewalt kann Koru noch so einige Kunststückchen auf gespannten Seilen vollführen, auf denen er fast so graziös gleitet wie Cole MacGrath auf Stromleitungen in Infamous. Koru kann aber auch austeilen und seinen Gegnern Fausthiebe verpassen. Die braucht er allerdings auch, um Kisten und andere Objekte zu zerschlagen, in denen Gesundheitskugeln und wertvolle Kristalle versteckt sind.

Koru ist offenbar der einzige seiner Art in der Welt von Tinker, die, wie es heißt, aus jeder Menge Farbe und Klebstoff besteht. Alle anderen Kreaturen dort sind Fabelwesen, die jedoch immer entfernt an Tiere erinnern. Sie alle sind bunt gefleckt, wobei viele von ihnen nur aus einer Farbe bestehen. In der Welt von The Last Tinker gibt es nämlich unterschiedliche Interessensgruppen, die glauben, ihre Farbe sei die einzig wahre.

Deshalb leben die eingefärbten Erdmännchen und vor allem echsenartigen Viecher auch in ihrem Teil der Welt und sind in den anderen nicht erwünscht. Ganz besonders die bunten unter ihnen haben einen schweren Stand. Aber es gibt auch solche, die anders denken und genauso fröhlich sind wie die knallbunte Comic-Grafik mit Bonbon-Touch erwarten lässt: Allen voran der herzensgute Tap, der als Schaf genauso einzigartig ist wie Koru und uns auf Knopfdruck den Weg zum nächsten Zielpunkt anzeigt. Vielleicht tun die beiden Exoten sich auch deshalb zusammen – und sei es nur, um Fiesling Bolzer in einem Wettrennen zu schlagen.
Die Welt in The Last Tinker wurde unter den zerstrittenen Bewohnern aufgeteilt, wobei jeder Teil davon einer bestimmten Farbe zugeordnet ist.

Unterhaltsam und casualig
Anders als beim für Touch-Geräte ausgelegten daWindci handelt es sich bei The Last Tinker um ein PC-Spiel. Auf einem iPad wäre die Spielmechanik auch kaum umsetzbar. Denn auch wenn sich der Ritt auf einem Seil oder die Sprünge mittels kleinen Plattformen über eine Wasserfläche hinweg fast wie auf Schienen anfühlen, besteht zumindest theoretisch die Möglichkeit, zu scheitern und ins Wasser zu stürzen. Wirklich komplex ist The Last Tinker deshalb allerdings im bisher gespielten Abschnitt noch nicht. Wir haben uns an den beiden höchsten der vier Schwierigkeitsgrade zwar noch nicht probiert, aber die allein werden an der Casual-Lastigkeit des Spiels kaum etwas ändern. Insbesondere die Kämpfe haben mit Ausweichsprüngen und kleineren Kombos, die ihr durch eine bestimmte Anzahl von Klicks ausführt, zwar eine gewisse Vielfalt, aber herausfordernd sieht anders aus. Das allerdings könnte sich im Laufe des Spiels noch ändern. Immerhin wird es offenbar Möglichkeiten für Gesundheitsupgrades geben und Spezialangriffe, bei denen auch von uns verspritzte Farbe eine Rolle spielen wird.

Bossfights wie diesen hatten wir noch nicht. Wir hoffen, dass mit ihnen auch der spielerische Anspruch ansteigt.
Punkten kann das Spiel in seinen ersten Zügen also weniger bei spielerisch besonders anspruchsvollen, dafür aber mit ein paar schönen Ideen, die auf längere Sicht mehr versprechen als kleinere Jump-and-Run-Einlagen oder das Sammeln von Objekten, wie das bisher der Fall ist. Zum Beispiel müssen wir einen Pilz durch Pfeifsignale hinter uns herlocken, damit er die Pilzfelder eines Bauern aktiviert.

Das ist so freundlich und niedlich umgesetzt, dass man beinahe vergisst, eigentlich kaum wirklich eine Leistung vollbringen zu müssen, um den Pilz im Rahmen von Minirätseln zum Einsatzort zu bringen. Die Aktivierung der Pilzfelder ist neben dem Kampftraining auf dem Übungsplatz eine der beiden Hauptaufgaben, die wir erfüllen müssen, um überhaupt am Rennen teilnehmen zu können.

Unterhaltsam ist das Abenteuer von Koru dennoch, zumal es den Spieler nett in die Spielwelt und die Geschichte einführt. Die Dialoge können dabei nur gelesen werden, da die Charaktere selbst nur Fantasielaute von sich geben. Natürlich stellt sich im Rahmen der ersten Missionen heraus, dass Koru zu weit mehr geboren ist, als Rennen zu gewinnen. Nachdem Bolzers Fieslinge Korus Freund Tap niederschlagen, gibt ihm ein Geist die Kraft, ihn zu heilen. Doch mehr noch: Der Geist eröffnet ihm, dass er der letzte Tinker ist, der die Welt vor ihrem Niedergang durch die Teilung retten kann.
Auf diesen Seilen kann sich Koru wie auf einer Schiene in Windeseile fortbewegen und muss manchmal im rechten Moment Hindernisse überspringen.

Ausblick: Nettes Ding
Die Preview-Version gibt mit rund 40 Minuten Umfang lediglich einen kurzen Vorgeschmack aufs fertige Spiel, das nach aktueller Planung innerhalb der nächsten Wochen erscheinen soll. Uns hat der Kurzausflug aber bislang gut gefallen, da er zumindest ein hohes kreatives Potenzial andeutet. Ob sich selbiges im fertigen Spiel aber auch einstellt, ist noch kaum einzuschätzen. Nach den bisherigen Eindrücken könnte es genauso gut auch sein, dass wir schon alle wesentlichen Elemente des Spiels gesehen haben. Und das könnte auf Dauer schnell langweilig werden. Aufschluss darüber, ob es ein Indie-Tipp oder doch ein Indie-Schreck werden könnte, kann also nur der finale Test geben. Zumindest audiovisuell und auch mit Blick auf den Humor sind wir aber so sehr vom Spiel angetan, dass wir uns auf das Abenteuer von Koru und Tap freuen.

Autor: Benjamin Braun (GamersGlobal)
Noodles 22 AAA-Gamer - P - 32129 - 7. April 2014 - 15:55 #

Klingt nicht schlecht und in einem Angespielt-Video der Gamestar sah es auch ganz nett aus, werde das Spiel mal im Auge behalten.

immerwütend 21 Motivator - P - 29873 - 7. April 2014 - 16:34 #

So würde ich das auch ausdrücken.

Namen (unregistriert) 7. April 2014 - 17:01 #

Und was findest du besser: Diesen Artikel oder das Gamestar Video?

Noodles 22 AAA-Gamer - P - 32129 - 7. April 2014 - 20:21 #

Ein Video und ein geschriebener Text sind ja auch so gut vergleichbar...

Lisalter (unregistriert) 11. April 2014 - 17:46 #

Die Preview liest sich wirklich intressant, hatte ich gar nicht auf dem Schirm.

andreas1806 16 Übertalent - 4931 - 7. April 2014 - 19:26 #

Wow... klingt doch gut. Danke für die Ersteindrücke !

antares 11 Forenversteher - P - 670 - 8. April 2014 - 10:19 #

Mimimi Productions ist mal ein netter Name für eine Spieleschmiede. :D

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 35482 - 10. April 2014 - 11:14 #

Gefällt mir auch sehr gut. Das Spiel sieht auch niedlich aus, vielleicht wird das ja was Ordentliches.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 22898 - 11. April 2014 - 18:45 #

Laut offizieller Homepage wird das Spiel auch auf Konsolen erscheinen. Ist zufällig bekannt, welche es sein werden?

Noodles 22 AAA-Gamer - P - 32129 - 11. April 2014 - 20:53 #

Laut Gamestar soll es für die Next-Gen-Konsolen erscheinen.

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ab 12 freigegeben
7
Mimimi Productions
Daedalic Entertainment
12.05.2014
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