Computerspiele als Schulfach?

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11. Februar 2010 - 0:31 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Computerspiele im direkten Schulunterricht -- für viele wahrscheinlich heute undenkbar. Im Unterricht sollte man ja doch etwas für die Zukunft lernen und nicht durch virtuelle Welten streifen! Christoph Brüning, ein Lehrer aus Nordrhein-Westfalen, sieht das anders. Im Unterricht verwendet er Computerspiele, lässt diese von seinen Schülern spielen und anschließend analysieren -- so ähnlich, wie man es im Unterrichtsfach Deutsch mit Büchern macht.

Brüning ist der festen Ansicht, dass Computerspiele spätestens in 30 Jahren als eine kulturelle Ausprägung akzeptiert werden. Er will schon heute die Trennung zwischen Schule und Freizeit schaffen und lässt daher in seinem Unterricht Computerspiele behandeln. In einem Interview mit golem.de ist er der Ansicht, dass Computerspiele "zur Lebenswirklichkeit der Schüler gehört". Christoph Brüning ist selbst in der Computer-Szene aktiv und gehört damit wahrscheinlich zu den seltenen Schullehrern, die im Unterricht Computerspiele als grundlegendes Thema behandeln. Dabei geht es ihm nicht nur um Jugendschutz, Gewalt und das immer wieder kehrende Thema Sucht. Computerspiele sind nicht nur "böse", sondern sie sind Kultur, davon ist er fest überzeugt.

Von seinen Schülern lässt er die Spiele analysieren, so wie man ein Buch oder einen Film analysiert.  Mit einer Oberstufen-Klasse hat er sich Harry Potter 3 angeschaut, ein Spiel, das laut seiner Ansicht für Mädchen und Jungen interessant sein könnte. Dabei sollten die Schüler heraus finden, wie sich die Geschichte im Videospiel von Harry Potter 3 im Gegensatz zum Buch verhält und was für eine Aufgabe die Nebenquests im Spiel haben. Somit will er seinen Schülern beibringen, auch die Hintergründe eines Spiels zu erkennen, die Mechaniken zu verstehen. Mit Harry Potter 3 konnte er auch drei unterschiedliche Medien gleichzeitig verknüpfen: Roman, Film und Computerspiel.

Wir empfehlen euch, das Video-Interview mit Brüning auf Golem.de anzuschauen, siehe Quellenlink.

Ike 14 Komm-Experte - P - 1886 - 11. Februar 2010 - 0:36 #

"Er will schon heute die Trennung zwischen Schule und Freizeit schaffen, ..."? Oder abschaffen?

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 11. Februar 2010 - 10:28 #

Damit ist wohl eher gemeint, dass er die Spiele nach narrativen Mustern analysiert, semantisch auslegt etc.
Also wie es auch mit Literatur und Film an den Schulen praktiziert wird. Der Diskurs über Spiele wird auf ein anderes Level gebracht.

Tr1nity 28 Endgamer - 101379 - 11. Februar 2010 - 0:41 #

Verdammt. Auf die Idee hätte man vor 20 Jahren kommen sollen ;-). Was hatten wir stattdessen? BASIC! Und das einzige, was da bei mir hängen geblieben ist, ist INPUT und OUTPUT ;-).

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8420 - 11. Februar 2010 - 1:51 #

Passt schon, ist wie mit dem Fach Musik. Braucht halt alles seine Zeit. Rock'n'Roll, Rap und Hip-Hop im Unterricht statt Brahms & Co. undenkbar zu manchen Zeiten. Man soll die Hoffnung nicht aufgeben. ;)

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 12. Februar 2010 - 10:08 #

Ne ne, wäre schon ok zumindest Rock 'n Roll MIT Brahms und Co zu verbinden.

melone 06 Bewerter - 1512 - 11. Februar 2010 - 8:22 #

Und die Meisten sind bereits bei DATA ausgestiegen.

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 34213 - 11. Februar 2010 - 6:44 #

Ich fordere in Vorträgen schon lange ein Schulfach "Medien", in denen auch Computerspiele behandelt werden sollen.

Roerrich 05 Spieler - 41 - 11. Februar 2010 - 8:30 #

das Problem sind die Lehrer und Eltern! Viele sind sehr konservativ weil sie die neuen Medien nicht akzeptieren wollen/können bzw. sich überhaupt nicht damit auseinander setzen.

Mir würde es ja schon reichen, wenn Kinder in der schule schon früh (damit mein ich 3.Klasse) Lernen wie man richtig mit dem PC, Internet und Datenschutz umgeht!PC-Spiele sind da erstmal nur nen Gimmick. Und sry aber den tollen ITG oder informatik Unterricht konnt man zumindest zu meiner zeit absolut vergessen!

furzklemmer 15 Kenner - 3239 - 11. Februar 2010 - 8:48 #

Jup, man hat halt gelernt, wie man die Tab-Taste in Word benutzt.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 7730 - 11. Februar 2010 - 9:14 #

Als Schulfach finde ich das Thema Spiele albern. Man kann nicht jedes Hobby in der Schule bringen. Dann besser mehr normalen EDV-Unterricht mit neuer Hardware, damit Schüler nicht im Jahre 2010 noch mit einem Win 2000-PC Word und Excel üben müssen. Oder man bringt im Rahmen des aktuell EDV-Unterrichtes eine Zeit lang das Unterthema Computerspiele. Ansonsten gibt es aber wichtigere Dinge, als Unterricht über ein Hobby von vielen zu bringen.

PS: html-Programmierung in der 10. Klasse. War eine tolle Zeit, aber davon kann ich heute so ziemlich gar nichts mehr :/

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 11. Februar 2010 - 10:51 #

Stimmt.
Als Schulfach ist das Thema Spiele momentan völlig undenkbar. Man kann und sollte in anderen Fächern (Deutsch, Englisch, Erdkunde, Geschichte, Sport, Mathe-Info) mit Spielen arbeiten, aber für ein einzelnes Fach sind Spiele einfach noch nicht weit genug. Was für Spiele sollten denn behandelt werden? Die meisten guten Titel sind ab 16 oder 18 freigegeben und lassen sich wohl eher mit Action- und Fantasyfilmen vergleichen. Es gibt noch nichtmal für Film ein eigenes Fach und dieses Medium ist mittlerweile durchaus akzeptiert. In der Oberstufe werden schon viele Literaturkurse verdeckt zu Filmkursen umfunktioniert (aufgrund interessierter Lehrer und SuS), aber ein eigenes Fach ist (leider) nicht in Sicht. Jetzt, wo die meisten Schulen als Ganztagsschulen umfunktioniert werden, haben AG's mit den Themen Film & Computer viel bessere Chancen in den Lehrplan aufgenommen zu werden. Um mit Spielen handlungsorientiert zu arbeiten, benötigt es zudem ungemein spezielle Sachkenntnisse. Ich kenn kaum einen der Spiele programmieren kann.

Larnak 21 Motivator - P - 26258 - 12. Februar 2010 - 1:39 #

Es muss ja nicht direkt ein einzelnes Schulfach sein, es geht nur darum, Videospiele überhaupt zu behandeln. Und das ist in sich absolut logisch.
Denn: Filme, Bücher, Gedichte, Musik - all das wird an Schulen schon längst behandelt. Warum also nicht auch Computerspiele mit kulturell wertvollem Inhalt?
Klar, dass man da kein Counterstrike auf seine Erzählstruktur untersuchen würde, aber genauso wenig behandelt man irgendeinen Groschenroman im Deutschunterricht (nicht einmal gute Romane schaffen es dort hinein)

Ich fände ein Fach "Medien" wirklich gut, da momentan ja alles darauf hinausläuft, irgendwo in Kunst, Musik und Deutsch dazwischengequetscht zu werden - und jeder, der mal Schüler war oder noch ist (also wahrscheinlich wir alle) weiß, wie stiefmütterlich das dann am Ende aussieht, wenn es überhaupt gemacht wird. Stichwort Lehrerabhängigkeit.

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 12. Februar 2010 - 13:00 #

Word!

Anonymous (unregistriert) 11. Februar 2010 - 9:35 #

Wirklich unfassbar! Denke Computerspiele haben in der Schule nichts verloren, schon gar nicht als Schulfach! Vielmehr sollten endlich die Eltern ihrer Aufsichtsfunktion nachkommen und deutlich stärker darauf achtem, was ihre Kinder so treiben. Die Schule kann nicht sämtliche Aufgaben übernehmen, die eigentlich normaler Bestandteile der elterlichen Erziehung sein sollten!

Larnak 21 Motivator - P - 26258 - 12. Februar 2010 - 1:40 #

Es geht hier nicht um Suchtprävention, es geht um die Behandlung von Computerspielen als kulturell wertvolle Kunstwerke.

Du hast die News nicht besonders ausführlich gelesen, oder?

Vidar 18 Doppel-Voter - 12977 - 11. Februar 2010 - 10:00 #

halt ich für einen dümmlichen vorschlag.. nicht jeder mag computerspiele und in der schule hat ein hobby auch nichts zu suchen...
wenn überhaupt dann Medienkompetenz ausbilden das man normal damit umgehn kann und am besten die eltern gleich mit in solche kurse stecken!

Zumal haben Schulen eh schon sehr wenig geld zur verfügung und dann sollen sie noch in Computerspiele investieren?
Sollen lieber in die nötigen lehrmittel investieren als in sowas...

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 11. Februar 2010 - 11:06 #

Man darf das nicht so einseitig sehen.
Es ist auch denkbar Computerspiele einfach als Werke zu untersuchen, wie es im Literaturunterricht der Fall ist. Das müssten dann natürlich "gute" Spiele sein, die eine Alteritätserfahrung zu den Spielen bietet, die der Mainstream spielt. Der Haken an der Sache ist, dass es davon noch nicht sehr viele gibt... Das Thematisieren der Spiele schult sicherlich nebenbei auch die Medienkompetenz (welche überhaupt, es gibt in der Fachlit. so viele ;)), aber ist jetzt nicht hauptsächlich eine Frage der Erziehung, sondern eher der Bildung. Man muss sich einfach mal davon frei machen, immer nur diese Bewahrungshaltung einzunehmen. Man thematisiert ja auch nicht andauernd, die Gewalt in Filmen oder Büchern. Leider gibt es noch nicht viele gute gewaltfreie/gewaltarme Spiele mit guter Geschichte/Aussage/Whatever.
Und die Materialien müssen meistens eh die Lehrer kaufen... glaubs mir ;)

yeahralfi 14 Komm-Experte - P - 2046 - 11. Februar 2010 - 10:55 #

Also ehrlich, ich spiele ja schon seit mittlerweile über 2 Jahrzehnten Computerspiele. Ich bin aber auch Vater von zwei Kindern (eins davon ist bereits in der Schule). Und als solcher finde ich den Vorschlag nur vollkommen schwachsinnig...

Meine Frau ist Lehrerin und wenn die mir erzählt, wie viele Kindern Probleme mit elementarsten Fähigkeiten wie Lesen, Rechtschreibung, Mathe etc. haben, dann glaube ich, die eh schon knappe Unterrichtszeit kann für besseres genutzt werden...

Anonymous (unregistriert) 11. Februar 2010 - 22:45 #

Genau das wollte ich auch sagen, ich finde das Fach zu speziell und zu undefiniert. Das passt überhaupt nicht an eine normal Schule die einem auf das Leben vorbereitet und noch dazu ist der Inhalt eher mager.
Wenn es um Spiele programmieren ginge wäre das angebracht, aber sowas sollte eher an einer speziellen Schule stattfinden, die generell in diese Richtung tendiert, da sich nicht jeder für sowas interessiert.
Ich hab nichts dagegen wenn man den Schülern mal neue Sachen etwas näher bringt, deswegen finde ich es trotzdem noch gut, aber ein ganzes Fach ist ein bisschen viel Unterrichtszeit.

Larnak 21 Motivator - P - 26258 - 12. Februar 2010 - 1:42 #

Es geht wohl auch kaum darum, Computerspiele in der ersten Klasse zu unterrichten.

Es geht darum, Computerspiele neben Filmen, Büchern oder Gedichten als Teil unserer Kultur zu sehen und sie auch entsprechend zu behandeln.
Und genauso, wie man in der 1. Klasse im Normalfall nicht "Faust" liest, wird man auch keine Computerspiele analysieren.
Manchmal muss man einfach erstmal ein bisschen nachdenken, bevor man Vorschläge direkt in die Schublade schiebt, die sich als erstes öffnet ;)

yeahralfi 14 Komm-Experte - P - 2046 - 12. Februar 2010 - 10:01 #

So.

Ich habe jetzt ein bißchen darüber nachgedacht und ich finde die Idee immer noch schwachsinnig, und nun?

Beschränken wir das Thema also -sagen wir mal- nur auf die Oberstufe. Da die Schulzeit leider eben begrenzt ist(heute mehr denn je), hast du sicher einen Vorschlag, was man denn zugunsten der kulturtheoretischen Betrachtung von Video Games aus dem Lehrplan streichen sollte. Ich bin mal gespannt.

Ansonsten sehe zumindest ich bei aller Liebe zu Spielen diese noch lange nicht auf dem gleichen kulturellen Niveau wie Filme, Musik oder gar Bücher. Dafür ist dieses Genre noch viel zu jung und unreif. Ausnahmen bestätigen da doch wohl eher die Regel. Im Jahr 1920 hätte es beispielsweise genau so wenig Sinn gemacht, über den Film als Kunstform zu dozieren, da prakisch alles Bemerkenwerte erst danach entstanden ist. Wir können also gerne in 30 Jahren noch mal drüber reden. Bis dahin also, schöne Grüße:D

Larnak 21 Motivator - P - 26258 - 12. Februar 2010 - 20:24 #

Warum sollte man denn nicht wenigstens Ausnahmen behandeln? Es gibt bei Büchern, Filmen oder Musik doch wohl ebenfalls unglaublich viel Material, was sich für eine Behandlung im Unterricht nicht oder kaum eignet - das ist bei Spielen selbstverständlich genauso.
Aber gerade für einen modernen Schüler ist es doch auch wichtig, die Parallelen zwischen Filmen, Büchern und Spielen zu sehen, die Gemeinsamkeit, die sie haben, in dem Moment, indem sie alle ein Teil unserer Kultur sind - Während doch sonst immer alle versuchen, dem Schüler klarzumachen, dass Spiele gift für ihn und die Gesellschaft sind.
Auch das Stichwort "Allgemeinbildung" spielt hier mit rein - Gymnasien bzw. gymnasiale Oberstufen haben schließlich immer noch den Anspruch, allgemeinbildend zu sein. Und da sollte man die Augen nicht vor Spielen verschließen.

Im Übrigen ist es sicherlich falsch, dass die, die FÜR ein Fach "Medien" (oder ähnliche Misch- + Unterformen) sind, gleichzeitig auch für G8 sind.
G8 ist aus meiner Sicht aus eben den von dir genannten Gründen Schrott.

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 11. Februar 2010 - 11:08 #

Harry Potter 3 in der Oberstufe ist allerdings eine harte Wahl^^

Azzi (unregistriert) 11. Februar 2010 - 11:18 #

Coputerspiele --> Freizeit, haben in der Schule nichts verloren

Statdessen lieber jeden Tag Sportunterricht. Die Kinder werden immer dicker und die 2 Stunden Sport pro Woche reichen net mal ansatzweise, wenn sie dann mal nicht ausfallen. Vielleicht auch zwischen den andern Fächern sodass das Gehirn nicht dauerbelastet wird....das wäre mein Vorschlag...

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 11. Februar 2010 - 13:22 #

Kein Argument. Sport, Literatur, Musik etc. sind auch Hobbys. Die Dinge haben nun mal ein sehr breites Inhaltsspektrum und sind deshalb auch in der Schule vertreten... Niemand würde erwarten, dass man CoD in der Schule durchnimmt, genauso erwartet niemand, dass man irgendwelche Arztromane oder Landserheftchen liest.
Bei der Sportsache stimme ich dir allerdings zu^^

Larnak 21 Motivator - P - 26258 - 12. Februar 2010 - 1:45 #

Versuchs mal mit "Computerspiele --> Kultur", dann klappt die Rechnung gleich viel besser :)

Im Übrigen ist es doch wohl eher schon wünschenswert, Freizeit mit Schule zu verbinden, denn immerhin verbringt der handelsübliche Schüler dort einen großen Teil seines Lebens. Und nebenbei lernt man viel besser, wenn man Spaß an etwas hat.
Und es macht für Schüler schon einen Unterschied, ob sie Interpretationen an "Michael Kohlhaas" oder an "Bioshock" lernen ;)
(Die Beispiele sind natürlich nur rein repräsentativ zu verstehen)

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 11. Februar 2010 - 11:34 #

Als eigenes Fach finde ich es zwar übertrieben, aber in Fächern wie Deutsch, Englisch oder so? Warum nicht? Das Problem ist nur, dass es wirklich noch nicht viele Spiele gibt, die sich für einen Unterricht lohnen.

Aber wer weiß? Vielleicht denkt man hier auch in die falsche Richtung und sollte nicht Sachen wie Erzählung, sondern Spielmechanik oder ähnliches analysieren. Warum ist ein Spiel, wie es ist? Warum macht es Spaß (die fiele mir WoW ein^^)?

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 11. Februar 2010 - 13:29 #

Seh ich auch so. Inhaltlich ist der Markt einfach (noch) zu flach. Das Erzählen muss in Spielen erst noch richtig entwickelt werden. Und wenn ein Spiel zig Millionen kostet, ist es auch klar, dass kaum etwas anderes versucht wird. Das Medium Spiel ist halt einfach das kommerziellste, weil die Spiele die enormen Kosten einspielen müssen. Langsam wird es günstiger Spiele zu kreiren, damit steigt auch die Chance, dass die Quali steigt. In den 20er Jahren konnte auch noch keine Privatperson einen Film drehen. Heute geht das relativ einfach, unter anderem deswegen gibt es auch eine so große Indie-Szene. Diese entsteht wie gesagt bei Spielen gerade erst. Spiele wie Frontiers, World of Goo, The Path sind z.B. ein Anfang...

VanillaMike 14 Komm-Experte - 1875 - 11. Februar 2010 - 11:44 #

Find ich sehr gut. Hab mir schon immer gewünscht mal was aktuelleres zu behandeln. Nicht immer die alten Schinken... mal was neues frisches zeitgemäßes!

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 7730 - 11. Februar 2010 - 12:07 #

Genau deshalb wäre das Fach nicht so gut. Der Bildungsstand vieler Schüler ist schon wie der ihrer Eltern unter allem Niveau, da kann es nicht schaden, wenn neben Unterschichtenfernsehen und MW 2 auch etwas alte Literatur in Englisch und Deutsch gelehrt wird.

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 11. Februar 2010 - 15:41 #

... nicht immer vom schlechten Ausgehen. In Deutsch liest man auch nicht die Coupé oder so.
Ich empfehle "Kino als Kunst" von Alain Bergala. Lässt sich ziemlich gut auf Spiele übertragen.

Larnak 21 Motivator - P - 26258 - 12. Februar 2010 - 1:48 #

Alte Literatur ist doch am Ende genau das... alt.

Und es spricht ja auch nichts dagegen, weiterhin auch alte Literatur zu behandeln - man sollte nur parallel auch moderne Kultur mit einbeziehen. Bei Filmen passiert das ja unter einigen Lehrern schon (Filmanalyse + Drehen eines Films in Kunst, Interpretation von "Fluch der Karibik" in Deutsch etc.) - das schafft übrigens nebenbei bemerkt auch einen ganz anderen Blick auf filmische Werke, von denen man z.B. vorher als "dümmlicher Schüler" nie geglaubt hätte, dass er in irgendeiner Form Ähnlichkeiten mit dieser "blöden, trockenen, langweiligen alten Literatur" haben könnte.

melone 06 Bewerter - 1512 - 11. Februar 2010 - 15:13 #

Gibt's auch Schulfächer wie: Wie setzte ich mich richtig auf's Klo? oder Welches Gummibärchen esse ich zuerst?

Ich finde das könnte man themenabhängig mal gut einstreuen, aber doch kein Fach für verschwenden.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8420 - 11. Februar 2010 - 17:28 #

Du musst bei Spielen nicht automatisch denken: Highscore, Levelup, Grinden. Da steckt mehr dahinter.

o Hintergrundstory - wie ist der Aufbau, was hält den Spieler?
o Levelgestaltung - was darf man/kann man machen?
o Benutzerinterface - Design, Farbgebung, von wem alles leicht zu bedienen?
o Gegnergestaltung - klein, groß, hässlich, lustig?
o Spielen & Lernen
o Therapien für kranke durch Spiele.
o usw usf

Die sollen auch nicht im Klassenraum den ganzen Tag Counterstrike zocken. In der Branche stecken Milliarden von möglichen Euro's & Dollars die zu verdienen sind, das ist mehr als nur "Hobby" ins Schulzimmer holen.

Meines erachtens wird das ganze noch viel zu Stiefmütterlich behandelt. Das ganze erinnert mich frappierend an Sexualkunde - alle Welt treibts dolle, aber sprechen sollte man nicht darüber, und wehe es wird Unterrichtet.

melone 06 Bewerter - 1512 - 12. Februar 2010 - 11:06 #

Ich finde, daß eine Schule, neben Sport, moralischne und ethischen Grundlagen, Sozialverhalten, ... einem vor allem auch eine gute Allgemeinbildung sowie die Fähigkeit sich Informationen und Wissen zu beschaffen und verarbeiten zu können, vermitteln sollte.

Weder Spiele spielen, noch wie erstell man Spiele gehört für mich als immer präsentes Fach in eine Schule. Man kann dies mal als Projekt einfließen lassen oder es als Teil einer Medienkompetenzschulung einbringen. Vielleicht macht es an bestimmten Schulen auch mal Sinn einen derartigen LK anzubieten oder Du gehst auf eine weiterführende Schule Hauptfach/Nebenfach an einer Hochscule oder privaten Games Academy.

Ich halte Allgemeinbildung für ein äußerst wichtiges Gut und alleine schon bei dem Wahnsinn durch die Verkürzung der Schulzeit um ein Jahr ist der Stoff immens zeitaufwending. Dann willst Du noch sowas dazubringen, was in meinen Augen hier für die Breite nichts zu suchen hat.

Vielleicht waren viele Spiele damals auch besser, weil die Leute die sie erstellt haben, auch was zu erzählen hatten, wie willst Du das ohne Lebenserfahrung und ohne Bildung denn machen?

Mal sollte sich auch mal Vergegenwärtigen, daß der Videospielmarkt zwar eine riesige Branche ist, diese aber auch nicht wirklich etwas an den Problemen unter denen unsere Welt leidet, lößt.

Ich find's ziemlich arm, sollten irgendwann alle nur noch Spiele produzieren und konsumieren.

Anonymous (unregistriert) 12. Februar 2010 - 17:51 #

"oder Du gehst auf eine weiterführende Schule Hauptfach/Nebenfach an einer Hochscule oder privaten Games Academy."

Ja, genau das meinte ich mit spezielle Schule.

Larnak 21 Motivator - P - 26258 - 12. Februar 2010 - 1:50 #

Also ein Schulfach wie
"Wie öffne ich meine Schubladen" wäre sicherlich sinnvoll.

...

(wahrscheinlich versteht das jetzt wieder niemand :D )

General_Kolenga 15 Kenner - 2869 - 11. Februar 2010 - 15:45 #

Finde den Grundgedanken nicht schlecht, aktuelle Medien haben ihren Platz in der Bildung verdient- Medienwissenschaften gehören da meiner Meinung nach einfahc hin.

Hab das bei irgendeinem Sender gesehen, da wurde es aber eher nach dem Motto "alles vollkommen unsinnig, weil Spieler eh nur kranke Psychopathen sind" vorgestellet :-/

bam 15 Kenner - 2757 - 11. Februar 2010 - 18:45 #

Im "normalen" Unterricht seh ich eigentlich wenig Verwendung für Computerspiele. Klar kann man Computerspiele ähnlich wie Bücher und Filme analysieren, aber es wird schwer da geeignetes themenspezifisches Material zu finden. Nimmt man gerade Napoleon im Geschichtsunterricht durch, könnte man sicherlich Napoleon: Total War hernehmen, allerdings eignet sich da wohl eine Dokumentation eher.

Die Schule soll Grundlagen vermitteln. Wenn man Analysen im Unterricht durchnimmt, dann zielt dies auf die Schulung des Analysierens ab, das Analyse-Material ist eher zweitrangig.

Computerspiele als zentrales Thema in irgend einem Fach halte ich nicht für angebracht. Dafür ist einfach keine Zeit da, die Lehrpläne sind jetzt schon so vollgestopft, da braucht man nicht noch sowas hinzunehmen. Würde nämlich letztendlich darin resultieren, dass man auch Theater- oder Filmunterricht anbieten müsste, was in der Regel ja auch nicht der Fall ist: Selbst Musik- und Kunstunterricht werden in der Schule eher stiefmütterlich behandelt.

Als AG oder ähnliches kann man sowas aber sicherlich begrüßen, nur da fehlt einfach die Infrarstruktur im deutschen Schulsystem. Hier gibts eben kaum Nachmittagsprogramm an deutschen Schulen ganz im Gegensatz zu den Schulen in den USA.

Basti51 14 Komm-Experte - 1984 - 11. Februar 2010 - 19:06 #

@ bam:
Der letzte Abschnitt stimmt nicht mehr so ganz. In Deutschland werden immer mehr Schulen als Ganztagsschulen umgebaut (ich arbeite auch schon an einer). In ein paar Jahren wird das Normal sein, auf jeden Fall in NRW (im Rest des Landes kenn ich mich dahingehen nich so gut aus). In AG's ließe sich das Thema auf jeden Fall mal ausprobieren.
Aber du hast schon recht, dass eigentlich keine Zeit für Experimente da ist. Nach der Schulzeitverkürzung schon gar nicht mehr, da bleiben nur die AG's und ein paar Exkurse im Regelunterricht.

Anonymous (unregistriert) 11. Februar 2010 - 22:52 #

"dass man auch Theater- oder Filmunterricht anbieten müsste, was in der Regel ja auch nicht der Fall ist: Selbst Musik- und Kunstunterricht werden in der Schule eher stiefmütterlich behandelt.

Als AG oder ähnliches kann man sowas aber sicherlich begrüßen, nur da fehlt einfach die Infrarstruktur im deutschen Schulsystem. Hier gibts eben kaum Nachmittagsprogramm an deutschen Schulen ganz im Gegensatz zu den Schulen in den USA."

Ich finde es einfach nur Schade das die oben genannten Dinge einfach zu kurz kommen. In den Kindern steckt viel Potenzial und man verschenkt es einfach.

Ganon 23 Langzeituser - P - 40387 - 12. Februar 2010 - 13:48 #

Ich hab das Gefühl, die Hälfte hier hat den Text nicht richtig gelesen, oder keinen Moment nachgedachte vor dem Schreiben. Es geht hier nicht um ein "Fach Computerspiele". Es geht darum, Spiele genau wie Bücher und Filme als Kulturgut im Unterricht zu behandeln, zu analysieren und darüber zu diskutieren. Die jungen Leute finden das sicher interessanter als "alte Schinken" zu lesen, aber wenn man sie erst mal mit dem moderneren Medium auf den Geschmack gebracht hat, etwas auf diese Weise zu analysieren, fällt es einem vielleicht leichter, sie auch bei einem Buch dafür zu begeistern.

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