Gedanken zur Zukunft von Videospielen

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Name 0 EXP - Neuling
28. Dezember 2009 - 13:54 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert

Glaubt man Michaël Samyn, einem der beiden Gründer von Tale of Tales (The Path, The Graveyard), befindet sich die Computerspielbranche an einem Scheideweg. Unter dem Titel "A bad year for dreams" beschäftigt er sich in einem längeren Eintrag im firmeneigenen Blog mit der Frage, welche Zukunft das Medium Videospiel in seiner jetzigen Form hat.

Er vergleicht dabei die Strategien von Nintendo auf der einen und die von Sony und Microsoft auf der anderen Seite. Während Nintendo Spiele für die Masse der Nicht-Nerds veröffentliche und damit ein enormes Bedürfnis nach "einfachen" Spielen befriedige, erklärt Samyn den Ansatz der beiden anderen großen Player, Computerspiele zu einem neuen und elementaren Bestandteil unserer Kultur zu machen, für gescheitert. Ein Großteil des Publikums sei nicht an komplexen Geschichten interessiert – zumindest nicht, wenn diese in Computerspielen erzählt würden.

Den Weg, tatsächlich ein neues interaktives Medium für das neue Jahrhundert zu schaffen, sieht Samyn außerhalb des Genres "Spiel", wie wir es heute kennen. Denn ein  Bedürfnis nach narrativen, emotionalen und bedeutsamen Inhalten sowie die Freude an interaktiver Unterhaltung sei bei vielen Personen vorhanden.

Ein lesenswerter Artikel, auch wenn nicht jeder allen Thesen von Michaël Samyn zustimmen dürfte.

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 28. Dezember 2009 - 12:13 #

korrekt, dem muss nicht jeder zustimmen, zwar dürften Spiele mit komplexen Inhalten auch in den nächsten Jahren auch weiterhin nur jeweils wenige Millionen Menschen erreichen (im besten Falle), ich sehe aber keinen Grund warum Microsoft und Sony das davon abhalten sollte diese weiterhin zu produzieren, außerdem besteht der Spielemarkt nicht nur aus Nintendo, Sony und Microsoft, dem PC geht es immer noch gut und komplexe Spiele sind seine Domaine.

Bernd Wener 19 Megatalent - 13635 - 28. Dezember 2009 - 12:46 #

Meiner Meinung nach ein ziemlich verbitterter Post von Herrn Samyn. Natürlich ist der Casual-Bereich derzeit ein rasend wachsendes Segment. Dadurch verschwindet aber doch nicht gleichzeitig der Core-Markt. Ich denke (auch wenn ich es nicht mit Zahlen belegen kann), dass dieser dennoch wächst.

Und denkt mal zurück: Womit haben wir denn angefangen? Pong und PacMan sind nach heutigen Maßstäben ja auch nichts weiter als Casual-Spiele (spielmechanisch betrachtet). Ich denke eher, das ein Großteil, der heute als Casual-Spieler ins elektronische Spielen einsteigenden Menschen früher oder später auch nach komplexeren Spielmechaniken verlangen wird, sobald sie die einfachen Mechaniken gemeistert und verinnerlicht haben. Ich persönlich denke eher, das Wachstum im Core-Bereich wird vielleicht kurzfristig etwas abflauen, da der ein oder andere Entwickler lieber in diesen Gewässern fischt, aber in wenigen Jahren werden wir Core-Gamer noch rosige Zeiten erleben.

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33916 - 28. Dezember 2009 - 14:16 #

Richtig, das sehe ich ganz genau so :)

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6526 - 28. Dezember 2009 - 14:20 #

Das Problem ist meiner Meinung nach eher das, dass die Spiele nicht wie damals die Filme über ihre Grenzen hinauswachsen. So gab es bei den Filmen irgendwann Geschichten, die das Leben schreiben, aber wo ist das vorhanden bei Computerspielen. Meine These: Solange Spiele vor allem im gefühlsbereich durch die amerikanische Prüderie und japanische Teenielieberei nicht weiter vorankommen, werden es immer Randbereiche sein. Man spielt dann mal, aber für packende Geschichten kommt doch der Fernseher an oder ein Buch ins Regal.

Grundy 04 Talent - 24 - 28. Dezember 2009 - 14:27 #

Ich kann aus marktwirtschaftlichen Gründen, die Aussagen zum Teil nachvollziehen, auf der anderen Seite lässt es sich nicht von der Hand weisen, das digitale Spiele immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rutschen.
Sie sind schlicht und ergreifend ein Kulturgut.
Zumal der Autor in meinen Augen zwei Punkte vernachlässigt, zum einen die immer weitere Verzahnung von Hollywood-Produktionen und Spielen und zum anderen der Trend glaubhafte Emotionen bei NPC´s darzustellen.
Gerade diese beiden Punkte, machen es möglich anspruchsvolle Stories in Spielen umzusetzen.

Vanguard 13 Koop-Gamer - 1264 - 28. Dezember 2009 - 14:28 #

In mancherlei Hinsicht hat er Recht, z.B. mit Nintendo aber man darf natürlich nicht vergessen wo er herkommt.
Er ist Mitgründer eines Entwicklers, die nur Art-Games machen und davon leben wollen/müssen. Diese Spiele sind natürlich alles andere als jedermanns Sache und auch von den Spielmechaniken oft nicht einwandfrei. Unter anderem deswegen kommen sie dann auch bei der "Hardcore-Presse" nicht so gut an.
Ach ja und er kommt afaik aus der Filmbranche und spielt selbst nicht einmal (mehr).
http://tinyurl.com/ye7can7

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 28. Dezember 2009 - 16:39 #

Danke für den Post. Ich wollte gerade sagen, die Aussagen von jemanden der "Art-Games" macht, die ähnlich wie Arthouse Filme nur ein sehr, sehr eng begrenztes und sich selbst gerne als intellektuell sehendes Publikum verkaufende Gruppe an Menschen interessiert, sollte man nur bedingt vertrauen.

nitramred (unregistriert) 28. Dezember 2009 - 17:52 #

So sehr ich die Arbeit von Tale of Tales und auch Arthouse-Filme durchaus mag, glaube ich auch, dass Michaël Samyn zwei Sachen gleihsetzt: ComputerSPIELE und etwas, dass früher mal als interaktiver Film herbeivisioniert wurde und von dem heute noch keiner weiß, was es mal werden kann: eben die mysteriöse, interaktive und digitale Kunstform, die Tale of Tales wohl im Sinn hat. Aber deswegen darf es ruhig auch noch "klassische" Videospiele geben. Und die werden – da schließe ich mich 3GoldeneRegeln an – sicher auch in Zukunft noch genug Neues (und Überraschendes?) bieten. Denn wie gesagt: letztendlich sind es Spiele. Und manchmal will man einfach nur Spaß damit haben.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 31. Dezember 2009 - 13:36 #

Ich persönlich bin sehr storyfixierter Spieler. Sammeltitel wie Diablo lassen mich kalt und sind mir zu langweilig. Ich spiele auch gerne Adventures und ich liebe die Wing Commander Serie mit der Mischung aus interaktiver Story und Gameplay.

Aber, Adventures sind das, was einem interaktiven Film am nächsten kommt. Im Gros der Spiele führen sie dennoch ein Nischendasein. Film und Spiel sind also durchaus zwei unterschiedliche Medien, genauso wie Buch und Film und sprechen unterschiedliche Interessengruppen an - die kann sich überschneiden, wird dies aber nur in Teilen tun.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 29. Dezember 2009 - 11:43 #

Leute lesen Bücher genauso wie sie Videospiele spielen. Das Medium ist grad mal dreissig Jahre alt, das entwickelt sich noch!

kalle (unregistriert) 30. Dezember 2009 - 4:37 #

Niks für Ungut, aber das klingt fast schon so als ob der Typ will, das jeder Hardcore Spiele spielen soll. Computerspiele sind ein Hobby und jeder hat andere Interessen, ich sehe darin niks gescheitert, solln die ruhig so weitermachn und gut ist. Es wäre vll sinvoll über die Leute nachzudenken die, die Spiele zocken anstatt den Leuten hinterherzuweinen die sich einen Dreck für Spiele intressieren.
Klar, ich kann Marktlücken füllen, keine Frage, aber ich kann nicht jeden zwingen Games zu zocken.

McFareless 16 Übertalent - 5556 - 5. Januar 2010 - 3:40 #

Interessanter Artikel, ich vertraue aber trotzdem auf das Medium Videospiel.

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