Arcade-Check: No Time to Explain
Teil der Exklusiv-Serie Arcade-Check

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22. Juli 2015 - 10:20 — vor 1 Jahr zuletzt aktualisiert
Jede Woche stellt der Arcade-Check ein interessantes Downloadspiel vom Xbox-Marktplatz vor, egal ob Indie oder Vollpreis. Die Rubrik wird von unseren Usern Vampiro und Old Lion betreut.

Bereits Anfang 2011 erblickte die Originalversion von No Time to Explain das virtuelle Licht der Welt und findet sich seitdem eher auf einschlägigen Flash-Spieleseiten denn den einschlägigen Gaming-Plattformen wieder. So verwundert es doch ein wenig, dass es der Titel aus dem Hause tiny Build Games nun auf die Xbox One geschafft hat.

Um es mit dem Entwickler tinyBuild Games beziehungsweise dem XBLA-Eintrag zu sagen: "Es geht darum, auf den Boden zu schießen, Gewicht zuzulegen und deinen Körper in Brand zu setzen." Was das heißt und ob sich ein Kauf lohnt, klärt der heutige Arcade-Check.

"Rette mich!", "Rette dich selbst!", "Ok!"
Folgendes Szenario: Ihr sitzt an einem schönen Sonntagnachmittag gammelnd auf der heimischen Couch, schaut gelangweilt in die Glotze und bewegt euch maximal bis zum Kühlschrank und zurück. Plötzlich ein tosender Lärm, die Hauswand eures Eigenheims wird eingerissen und vor euch steht ein Männlein, das euch auf's Haar gleicht, und brüllt: "No time to explain!" – "Keine Zeit für Erklärungen! Ich bin dein Ich aus der Zukunft, du musst mir helfen!" Noch ganz perplex ob der abgedrehten Situation, beobachten wir, wie die Schere einer riesigen Krabbe nach unserem Alter Ego greift und ihn verschleppt. Geistesgegenwärtig schnappen wir uns die fallengelassene Waffe und stürzen uns ins Abenteuer, um uns selbst zu retten.

Damit beginnt dieser 2D-Sidescroller, der sich von nun an nicht durch Dialoge oder eine ansprechende Geschichte hervortut, sondern vielmehr aufgrund seines nackten Schwierigkeitsgrades. So stiefelt ihr also los und wundert euch zugleich, dass ihr den Abzug der aufgenommenen Strahlenkanone nicht etwa betätigt, um anstürmende Gegnermassen kaltzustellen, sondern vielmehr den Rückstoß des Geschosses nutzt, um euch sicher durch die Spielabschnitte zu bewegen. Wobei, "stiefeln" beschreibt die Laufanimation sehr gut, nicht aber die große Geschwindigkeit, mit der ihr euch durch die Levels bewegt.
Wir geben dem Haifisch Saures, der "uns" in seinen Fängen hält. Aber Achtung: Der Rückstoß der Strahlenkanone haut uns nach hinten weg, wenn dort nichts ist.

Schwere Levels
Und diese Levels haben es in sich! Aufgrund der sehr holprigen und vor allem unkonventiellen Steuerung segnet ihr öfter das Zeitliche, als euch lieb sein mag. Lebenspunkte oder Vergleichbares gibt es nicht, Speicherpunkte ebenso so wenig. Eckt ihr gefährlich an, seid ihr tot. Fallt ihr in ein Loch, seid ihr tot. Spießt ihr euch auf, seid ihr tot. Passt ihr bei einem der kleinen Gegner nicht auf, seid ihr tot. Passt ihr bei einem der den halben Bildschirm füllenden großen Gegner nicht auf, na was wohl?

Aufgrund des angesprochenen Rückstoßes müsst ihr zudem dauernd spiegelverkehrt denken, da euch ein Schuss nach links logischerweise nach rechts schleudert. So hangelt ihr euch in rasantem Tempo bis zum Ende eines jeden Abschnitts, der jeweils drei bis sechs Levels umfasst, und befreit euch am Ende selbst aus den Fängen des jeweiligen Bosses.

In den Levels müsst ihr teils auch fetter werden, um beim Hinabrollen von Rampen genügend Masse zu entwickeln, damit es für den Durchbruch einer Barriere reicht. Eure Strahlenkanone dient auch zur direkten Abwehr von Gegnern, etwa in kurzen Szenen, die an frühere Weltraum-2D-Scroller erinnern. Oder ihr tänzelt in einem Laserstrahlenmeer umher, das ein UFO-Großgegner evoziert.
Abwechslung wird trotz der überschaubar faszinierenden Grafik groß geschrieben; hier mit einer Hommage an klassische Shoot-em-ups aus der Spielhalle.

Fazit
Grafisch erwartet euch bei No Time to Explain keine Offenbarung. Das Spiel ist einfach designt und hält sich mit optischen Feinheiten zurück. Technisch ist es dennoch solide und vor allem pfeilschnell. Ihr könnt ohne weiteres Vorwissen sofort ins Geschehen einsteigen. Einzig und allein der Preis macht uns Sorge. Für 14,99 Euro sollten eventuell nur Fans harter 2D-Seitwärtsscroller zuschlagen oder solche, die es unbedingt werden wollen. Aufgrund des Schwierigkeitsgrads, vornehmlich in den späteren Abschnitten, ist No Time to Explain definitiv nichts für Einsteiger. Aber auch als erfahrene Spieler solltet ihr schon eine gewisse Frustresistenz mitbringen und sehr geduldig sein, damit sich der Kauf lohnt.
  • 2D-Sidescroller
  • Preis am 22.7.2015: 14,99 Euro
  • Solo-Kampagne
  • Für frustresistente Fortgeschrittene und Profis
  • In einem Satz: Per Rückstoß-Kanone kämpft ihr euch durch sehr schwere 2D-Levels.

Video:

Der Marian 19 Megatalent - P - 17464 - 22. Juli 2015 - 11:46 #

Fetzig. Ich erinner mich, schon vor ein paar Jahren mal den ersten Trailer gesehen zu haben. Hat mich als Flashspiel aber nicht gereizt.

McNapp64 17 Shapeshifter - P - 6404 - 22. Juli 2015 - 12:09 #

Beeindrucken Output hast du in der letzten Zeit. Schön zu lesen. Wie immer.

Mädchen 16 Übertalent - 4527 - 22. Juli 2015 - 12:27 #

Frustresistenz und Geduld, verdammt ... Kein Mädchen-Spiel ;)

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15.08.2011
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