User-Test: Trüberbrook (Nintendo Switch) User-Artikel

Im Hybrid-Betrieb auch nicht besser

Benjamin Braun / 16. April 2019 - 23:05 — vor 21 Wochen aktualisiert
Steckbrief
AndroidLinuxMacOSPCPS4SwitchXOne
Adventure
12
btf
Headup Games
12.03.2019
Link
Amazon (€): 32,32 (PC), 35,71 (PlayStation 4), 30,80 (Nintendo Switch)
Mehrere Preise beim Deutschen Computerspielepreis deuten anderes an. Doch auch in der Switch-Fassung bleibt Trüberbrook ein mittelprächtiges Adventure, das auf Nintendos Hybrid-Konsole technisch jedoch kaum weitere Federn lässt.
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Ich gehöre zu der Gruppe von Leuten, die Twin Peaks erst viele Jahre nach der Erstausstrahlung im TV gesehen haben. Tatsächlich hat mich die Serie durchweg mit ihren teils absurden Charakteren und der bisweilen undurchsichtigen Handlung gefesselt, wie kaum eine andere Fernsehserie. Genau deshalb war ich auch extrem gespannt auf das neue Adventure der Bild- und Tonfabrik (btf), der Produktionsfirma von Jan Böhmermanns Neo Magazin Royale. Enttäuscht hat mich das Point-and-Click-Abenteuer am Ende keineswegs, wie man es auch meinem offiziellen Test für GamersGlobal entnehmen kann. Begeisterung machte sich bei mir trotz des größtenteils gelungenen Humors jedoch nicht breit. Das lag durchaus auch an der letztlich dünnen Geschichte und den (im Vergleich mit David Lynch) wenig facettenreichen Charakteren, aber eben auch am Mangel an spielerischer Substanz.

Genau daran ändert sich mit der Switch-Umsetzung, die ab dem 17. April 2019 verfügbar ist (parallel erscheint das Spiel außerdem für PS4 und Xbox One) nichts. Es bleibt also die Frage der technischen Umsetzung – und die gelingt btf trotz typischer Macken der Unity-3D-Engine unterm Strich ganz gut.
Die Hintergründe in Trüberbrook basieren allesamt auf digitalisierten Miniaturkulissen.
 

Gamepad kontra Maus

Wie alle anderen Konsolenfassungen auch steuert ihr Trüberbrook auf der Switch ausnahmslos mit dem Gamepad. Auf der Switch nehmt ihr dafür wahlweise die Joy-Cons, könnt das Abenteuer aber auch komplett mit dem Pro Controller spielen. Das klingt selbstverständlich, aber selbst unter den Nintendo-Eigengewächsen gibt es bekanntlich immer wieder Spiele, die Letzteres eben nicht bieten. Da es sich um ein Point-and-Click-Spiel handelt, müsst ihr den Cursor tatsächlich immer per Analogstick über den Bildschirm bewegen. Anders als in Ron Gilberts Thimbleweed Park (im Test: Note 9.0) gibt es auch im Handheld-Modus keine andere Möglichkeit, Hauptfigur Hans Tannhauser oder die sonstigen spielbaren Charaktere über den Bildschirm zu manövrieren.

Ihr bewegt euer Alter Ego also direkt per linkem Stick durch die Gegend und verschiebt mit dem rechten den Cursor, um NPCs oder interaktive Objekte in der Umgebung anzusteuern. Letzteres ist an sich schon deutlich weniger komfortabel, als die Maussteuerung. Da der Cursor Hotspots automatisch regelrecht anspringt, also quasi das Gegenstück zu einer Auto-Funktion in Shootern, kommt es zudem manchmal dazu, dass er sich ungewollt auf einen ausrichtet, den ihr gerade eigentlich nicht ansteuern wolltet. In Konflikt gerät das System manchmal auch, da sich der Cursor in Abhängigkeit der Blickrichtung eurs Helden auf bestimmte Hotspots ausrichtet. Einen kleinen Komfortvorteil gibt es dann im Vergleich zur PC-Fassung aber dennoch. Auf bestimmte Ausgänge in den einzelnen Spielszenen müsst ihr bloß zulaufen und nicht erst die „Benutzen“-Funktion im viergeteilten Popup-Optionsmenü aktivieren – das allerdings gilt eben nicht für jede Treppe oder Tür. Die vier Funktionen (benutzen, untersuchen, aufnehmen, ansprechen) steuert ihr indes "blind" durch die vier ähnlich angeordneten Aktionstasten an, was die Eingabe auf Konsole ebenfalls in geringem Maße intuitiver macht.
Spielen könnt ihr auch die Switch-Fassung auf Englisch, wobei ausnahmlos deutsche Sprecher zum Einsatz kommen. Besser wird das Spiel dadurch allerdings nicht.
 

Gute, aber selten flüssige Grafik

In meiner damaligen Testversion auf PC krankte die Grafik, die auf digitalisierten Miniaturkulissen basiert, nicht zuletzt an Texturschwächen, die die Entwickler später zum Teil durch Patches noch bereinigen konnten. Bezüglich der Hintergründe konnte ich grob aufgelöste Texturen auf Switch weitaus seltener beobachten. Tatsächlich sieht Trüberbrook im gewiss niedriger aufgelösten Handheld-Modus sogar deutlich besser aus, als im TV-Modus. Auf dem Handheld wirkt das Bild schärfer und deutlich kontrastreicher. Das größte Manko aber stellt die Performance im TV-Modus dar – im Handheldmodus konnte ich die Probleme nicht feststellen.

Bereits in den ersten Spielszenen bewegen sich Gretchen und Hans leicht unstet über den Bildschirm. Bisweilen kommt es zu stärkeren Slowdowns. Messen kann ich das nicht, aber wenn die Bildrate dort nicht teils deutlich unterhalb von 25 fps abrutscht, würde ich mich wundern. Hinzu kommen deutlich längere Ladezeiten beim Szenenwechsel, die die Atmosphäre nicht nachhaltig stören, ihr aber auch keinen positiven Dienst erweisen. Bei den in meinem damaligen Test erwähnten Problemen bei der Kollisionsabfrage oder unpräzisen Animation bleibt es im Wesentlichen, wenngleich die direkte Charaktersteuerung hierbei zum Teil gar für Abhilfe sorgt. Ihr werdet allerdings auch auf Switch immer wieder mal „in“ Umgebungsobjekten stehen oder Animationen erleben, bei denen der Begriff „stümperhaft“ nicht despektierlich, sondern schlichtweg zutreffend ist.

Die ebenfalls kurz angespielte Xbox-One-Version zeigt die Performance-Schwächen nicht oder nur in erheblich geringerem Maße. Zudem fallen die Ladezeiten kürzer aus. Letztlich aber sind die kleineren technischen Mängel allerdings nur dezent störend und fürs allgemeine Spielgefühl vernachlässigbar, so man keine Perfektion erwartet.
 

Inhaltlich unverändert

Abseits der Unterschiede bei Steuerung und Grafik bietet die Konsolenfassung von Trüberbrook dasselbe wie die PC-Version. Ihr bekommt also ein rätseltechnisch simpel gestricktes, in seiner teils unlogischen Natur aber dennoch teils holpriges Abenteuer mit einem ziemlich durchwachsenen Ende. Spielen könnt ihr Trüberbrook auch auf Switch und Co. wahlweise auf Deutsch oder Englisch und dürft zudem optional in den Kindermodus umschalten. Der verändert an sich wenig, außer dass Hans sich an bestimmten Stellen der Handlung dann keine Zigarette anzündet. Nur in diesem Modus ergibt es dann auch Sinn, dass er an einer bestimmten Stelle einen NPC um ein Feuerzeug bitten muss, um die Flamme unter einem Schnapsdestilator zu entzünden.
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Gute Mi(e)ne zum bösen Spiel...
 

User-Fazit

Besser wird Trüberbrook in der Switch-Version (oder allgemein auf Konsole) nicht. Unterm Strich aber wird das Spiel trotz Bildratenproblemchen auf Switch oder der nicht vollends Point-and-Click-tauglichen Gamepad-Steuerung auch nicht schlechter. Im Adventure-Bereich findet ihr dennoch bessere Alternativen, vor allem in Bezug auf die schwach designten Rätsel, aber auch im Hinblick auf Story, Inszenierung oder die (trotz an sich guter Besetzung) nicht bei allen Rollen überzeugenden Sprachausgabe.

Fans des Adventure-Genres, gerade wenn sie ein Faible für David Lynch haben, können dennoch getrost zugreifen. Nur dürfen auch sie kein Meisterwerk erwarten, sondern bloß ein Point-and-Click-Abenteuer, an das man sich in vielen Jahren wohl nicht mehr erinnern wird, wie es bei Klassikern wie Day of the Tentacle, Gabriel Knight oder Simon the Sorcerer der Fall war.

Autor: Benjamin Braun
Benjamin Braun 16. April 2019 - 23:05 — vor 21 Wochen aktualisiert
Evoli 17 Shapeshifter - 8546 - 16. April 2019 - 19:03 #

Mein vorbestelltes ist unterwegs. Ich hatte überlegt, es zu stornieren, aber dann unterstütze ich jetzt doch die Macher und schau es mir mal an.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 77395 - 16. April 2019 - 19:20 #

Warum läuft dass denn unter User Artikel?

Benjamin Braun Freier Redakteur - 402193 - 16. April 2019 - 19:22 #

Weil ich es als User-Artikel verfasst habe.

Claus 30 Pro-Gamer - - 254892 - 16. April 2019 - 20:01 #

Dann vielen Dank für diesen interessanten Bericht zur Switch-Version, much appreciated!

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 77395 - 16. April 2019 - 20:17 #

Benni, du bist ja echt ein Scherzkeks. :D
Ich meinte, warum so, und nicht wie üblich als Kurztest?

guerillero 11 Forenversteher - P - 640 - 16. April 2019 - 20:38 #

Bestimmt will der böse Chefredakteur dafür nicht zahlen möchte ;)

Weryx 19 Megatalent - 13592 - 16. April 2019 - 22:11 #

Darth Langer hat wieder zugeschlagen!

guerillero 11 Forenversteher - P - 640 - 17. April 2019 - 21:17 #

Lord Helmchen?

Benjamin Braun Freier Redakteur - 402193 - 18. April 2019 - 2:27 #

Sie sind alle Arschlöcher!

guerillero 11 Forenversteher - P - 640 - 18. April 2019 - 8:08 #

Ich habs doch gewusst. Ich bin von Arschlöchern umgeben!

Benjamin Braun Freier Redakteur - 402193 - 18. April 2019 - 15:21 #

Ich bin ein Möter, halb Mensch, halb Köter. Aber das muss dann auch reichen. ;)

Flammuss 19 Megatalent - - 14779 - 18. April 2019 - 15:39 #

Dann pass mal besser auf, dass Du nicht von der Weltraumputze eingesaugt wirst! ;)

Danywilde 24 Trolljäger - - 57091 - 19. April 2019 - 15:09 #

Prinz Valium? Gähn! ;)

Flammuss 19 Megatalent - - 14779 - 19. April 2019 - 15:42 #

Nein ich habe nicht gesehen das ihr wieder mit euren Puppen gespielt habt :)

Jürgen 24 Trolljäger - 48886 - 19. April 2019 - 16:00 #

Ich finde diesen Film so unglaublich doof... So! Steinigt mich!

Flammuss 19 Megatalent - - 14779 - 19. April 2019 - 16:20 #

Na klar ist der doof, genau wie Sharknado ;)

Jürgen 24 Trolljäger - 48886 - 19. April 2019 - 17:27 #

Jetzt wird es langsam unterirdisch hier...

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 77395 - 19. April 2019 - 17:56 #

Wieso? Sharknado ist Kult! Warum auch immer....

Benjamin Braun Freier Redakteur - 402193 - 20. April 2019 - 16:25 #

Ich hatte nach Teil 1, obwohl er so schlecht war, dass ich ihn wieder unterhaltsam fand, keinen Bedarf, die Fortsetzungen anzuschauen. Wobei in Teil 2 oder 3 doch auch David Hasselhoff mit von der Partie ist. Mal schauen, irgendwann vielleicht mal. Aber erst mal die guten Sachen schauen, zu denen ich noch nicht gekommen bin. Könnte also dauern. ;)

Ganon 24 Trolljäger - P - 52133 - 20. April 2019 - 21:31 #

Obwohl ich oft Spaß an solchen Filmen habe (z.B. die "Mega Shark vs. ..."- und Sharktopus-Reihen) fand ich Sharknado einfach nur schlecht und gar nicht unterhaltsam. Verstehe nicht, warum gerade das so ein Riesenkult geworden ist. Sogar The Offspring haben ein (ebenfalls total schlechtes) Lied dazu gemacht, was mich als Fan der Band eher traurig stimmte.
Aber das geht eben jedem anders...

Flammuss 19 Megatalent - - 14779 - 20. April 2019 - 9:29 #

Unterirdisch ist Zombies vs Aliens! Das ist mit Abstand einer schlechtesten Filme die ich je zur Hälfte gesehen habe ;)

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 77395 - 20. April 2019 - 11:33 #

Zombies vs Aliens? :D

Benjamin Braun Freier Redakteur - 402193 - 16. April 2019 - 22:48 #

Wenn's geht bitty mit "Y". Abseits dessen darfst du dir in deinen Gedanken selbst ausmalen, weshalb es "nur" ein User-Artikel und kein offzieller GG-Artikel geworden ist.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 77395 - 17. April 2019 - 8:14 #

Zeit für eine Zankstellenfolge? :D

Benjamin Braun Freier Redakteur - 402193 - 18. April 2019 - 2:28 #

Nicht dazu, aber falls ihr generell noch mal Lust habt, gerne.

Flammuss 19 Megatalent - - 14779 - 18. April 2019 - 14:50 #

Da bin ich dafür! Hab mir zu dem Spiel schon viele Podcasts angehört und bin total hin und her gerissen!

advfreak 16 Übertalent - - 5214 - 16. April 2019 - 22:13 #

Man merkt leider an allen Ecken und Kanten das hier keiner der Entwickler verstanden hat was ein gutes Adventure ausmacht. Storytelling null, nicht vorhanden, Rätseldesign noch nicht mal kleinster Wimmelbildstandart. Wenn man sich dagegen einige neue 1-Mann Adventureprojekte mit weniger Budget anschaut dann ist dieses Produkt einfach lachhaft. Bzw. eher weinhaft... :'(

Harrowed 12 Trollwächter - 913 - 17. April 2019 - 11:02 #

Deshalb sollte es einem auch sauer aufstoßen, dass es den Deutschen Computerspielpreis gewonnen hat.
Abgesehen von der fehlende Spielqualität, wünsche ich mir auch immer, dass kleine, unbekannte Studios den bzw. die Preise erhalten. Bei Trüberbrook hat Jan Böhmermann das Spiel in einer seiner Sendungen erwähnt und hat seine Produktionsfirma im Rücken, die aufgrund der staatlichen Unterstützung wohl nicht am Hungertuch nagt, weshalb sie weder das Preisgeld noch die mediale Aufmerksamkeit dringend benötigt haben.
Kommt natürlich auch noch dazu, dass sich eine klebrige Nähe zwischen den Preisverleihern und Böhmermanns Produktionsfirma aufdrängt.

Generell stört mich, dass ein Spiel, dass erst am 14. März erschienen ist (Angabe von Amazon) schon am 9. April einen Preis bekommt. Stellt sich mir auch die Frage, warum man den Preis mit „2019“ betitelt, obwohl das Jahr ja noch 8 Monate hat und es keine saubere Trennung zwischen Spielen, die 2018 und 2019 erschienen sind gibt.
Und warum es schließlich noch drei Kategorien für „international(e)“ gibt, ist für mich absolut unverständlich. Dort wurden nur Spiele nominiert, die eigentlich jeder kennt, der nur ein bisschen mit Computerspielen zu tun hat und ich denke mir nur „brauchen diese bereits ausgezeichneten Spiele noch mehr Preise?“.

Meine Idee von einem deutschen Computerspielepreis ist es nationale Spiele zu prämieren, die unter dem Radar fliegen und wo man in den Studios so viel Potential sieht, dass es in Zukunft weitere tolle Spiele von ihnen geben kann. Die restlichen nominierten Spiele scheinen zumindest den Punkt „unter dem Radar fliegen“ zu erfüllen, denn ich kenne nur „State of Mind“.

advfreak 16 Übertalent - - 5214 - 17. April 2019 - 11:39 #

Dazu kann man auch noch anmerken das Trüberbrook auch noch via Kickstarter finanziert wurde. Dann werden denen auch noch 110.000,- Preisgeld hinterhergeschmissen. Für was eigentlich? Das hätte sich eher State of Mind verdient, oder zumindest Unforeseen Incidents. Ich wette mal das keiner von dieser tollen Fach-Jury das Game gespielt hat sondern nur Trailer angesehen. Die gehören doch alle hochkant heraus geschmissen. >:(

Green Yoshi 21 Motivator - P - 28247 - 17. April 2019 - 13:12 #

Hab mir vor zwei Wochen einen recht allgemein gehaltenen Vortrag von jemanden des Cologne Games Lab über Videospiele angeschaut. Danach gab es allerdings noch eine interessante, 20-minütige Präsentation des Spiels Harold Halibut. Dieses wird schon seit über fünf Jahren in Köln entwickelt und erinnert vom Look sehr stark an Trüberbrook, das ja ebenfalls in Köln entwickelt wurde. Hab den Entwickler danach auch mal darauf angesprochen. Anscheinend hat sich btf, die Produktionsfirma des Neo Magazin Royales, moralisch nicht ganz astrein verhalten und zwei ehemalige Entwickler von Harold Halibut haben an Trüberbrook mitgearbeitet. Das wirkt von außen betrachtet schon ein bisschen wie Ideenklau.

Die Kickstarter-Website von Harold Halibut ist immer noch online, falls einem der Name nichts sagt:
https://www.kickstarter.com/projects/slowbros/harold-halibut-a-handmade-adventure-game?token=58da2cd7

Erscheinen soll das Spiel nächstes Jahr für PC, PS4 und Xbox One. Vielleicht kommt auch noch eine Switch-Version, ist aber noch nicht sicher. Entwickelt wird das Spiel mit der Unity Engine und als Publisher wird Curve Digital fungieren. Es wird nur englische Sprachausgabe geben.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 402193 - 17. April 2019 - 13:22 #

Haben die das ernsthaft auf 2020 verschoben? Schade eigentlich, mir hat das auch ziemlich gut gefallen. Aber ich hoffe immer noch, dass Curve Digital am Ende doch noch eine deutsche Synchro springen lässt, auch wenn ich nicht dran glaube. Spielerisch wird es allerdings nicht viel mehr auf dem Kasten haben. Da geht es ja doch mehr um die Story und das Erkunden der Welt. Onat hatte es mir gegenüber spielerisch so aus Mischung aus Firewatch und Night in the Woods verglichen (letzteres mochte ich übrigens nicht sonderlich, Firewatch fand ich super).

advfreak 16 Übertalent - - 5214 - 17. April 2019 - 13:38 #

Das schreit ja förmlich nach einen Vergleichstest 2020, aber natürlich steht dieses Projekt - das ich im übrigen auch schon lange wieder vergessen haben - jetzt nach diesem Ärger über Trüberbrook unter keinem guten Stern mehr. Schade.

Green Yoshi 21 Motivator - P - 28247 - 17. April 2019 - 14:33 #

Mir hat Onat gesagt, dass es in der ersten Jahreshälfte 2020 erscheinen soll. Hatte ihn gefragt, ob sie sich erst die Story ausgedacht haben und dann die Setpieces erstellt haben oder umgekehrt. Das war nämlich einer der Kritikpunkte im Auf-ein-Bier-Podcast zu Trüberbrook.

Firewatch fand ich auch super, wenn Story und Dialoge passen kann ich fehlenden spielerischen Tiefgang verschmerzen.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 402193 - 17. April 2019 - 14:42 #

Ich wollte das auch nicht in Zweifel ziehen, dass das die aktuelle Planung ist. Ich hatte ihn auf dem ID@Xbox-Event in München getroffen, das war Mitte Juli 2018. Da hatte er die Switch-Version übrigens auch noch als feste Zielplattform genannt. Hatte nur gesagt, dass die am Ende vielleicht was später kommt. Aber mal schauen, so sehr ich die Switch mag, bleibt die für mich in erster Linie eine Plattform für Exklusivtitel. Ist bei mir bei der PS4 allerdings genauso.

zfpru 17 Shapeshifter - P - 7663 - 17. April 2019 - 13:00 #

Ja, aber das war bei Thimbleweed auch schon so. Und da hat es keinen gestört, weil der Designer berühmt war.

advfreak 16 Übertalent - - 5214 - 17. April 2019 - 13:31 #

Ja aber TP bietet im Gegensatz dazu alles was ein geniales Adventure ausmacht und hat nicht umsonst Wertungen im 90er Bereich abgeholt. Eines der besten Adventures der letzten 10 Jahre. Was Trüberbrook abgeliefert hat ist einen interaktive Puppentheateraufführung aber kein Adventure. Selbst Gratis Werbespieleadventures aus den 90er Jahren haben mehr Gehalt und Story. Dagegen ist selbst Bifi 2 ja ein Meisterwerk.

zfpru 17 Shapeshifter - P - 7663 - 17. April 2019 - 14:52 #

Das ist kein gutes Argument. Genauso ließe sich schreiben: Trüberbrook bietet alles was ein geniales Adventure ausmacht und ist nicht umsonst Spiel des Jahres geworden. Was mich stört ist die ungleiche Betrachtung. Wenn einem Thimbleweed Park Sachen erlaubt werden, darf man das andere Spiel dafür nicht in den Senkel stellen. Zwecks Orientierung sollte ein Maßstab gewahrt bleiben.

advfreak 16 Übertalent - - 5214 - 17. April 2019 - 15:17 #

Achso keine Ahnung und beides nicht gespielt, gekickstartet oder gesehen gell, man merkts. Jetzt merkst es auch selber oder? Bitte zukünftig Themen kommentieren wo du dich auskennst anstatt zu trollen, vielen Dank!

zfpru 17 Shapeshifter - P - 7663 - 17. April 2019 - 16:07 #

Ein letztes Wort noch: Ich trolle nicht. Und zwar grundsätzlich nicht.

advfreak 16 Übertalent - - 5214 - 17. April 2019 - 16:30 #

Hier geht es nämlich nicht darum welche Person, ob Arm oder Reich, ob dick oder dünn, ob schön oder hässlich, eine KS Kampagne startet - sondern das man hier als Backer vom Entwickler ein Versprechen bekommt, das man in dem Falle ein Adventure bekommt.

Zitat KS Trüberbrook: "...»Trüberbrook« is a thrilling mystery-sci-fi adventure game for Windows, Mac, Linux, PlayStation®4, Xbox One & Nintendo Switch

Suspense! Mystery! Thrills! After all, it's a single player sci-fi mystery adventure game. We want to keep you entertained!

Up to 10 hours of super exciting gameplay!..."

In meinen Augen trifft das alles nicht zu. Für mich ist das ein interaktives Bilderbuch aber niemals ein Adventure, dafür bräuchte man ja Rätsel. (persönlich 70 € dafür gebackt)

Zitat KS Thimbleweed Park: "..It’s like opening a dusty old desk drawer and finding an undiscovered LucasArts adventure game you’ve never played before. ...

...And now they are back together with an all new 2D point & click adventure game! Ron is skinny again and Gary had that rash looked at — and they're here (finally!) to create the true spiritual successor to Maniac Mansion and Monkey Island."

Wurde alles zu 100% erfüllt. (150 $ gebackt)

Da kann man sich sehr wohl drüber aufregen, vermutlich auch über die eigene Dummheit auf einen Hype hinein gefallen zu sein.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 402193 - 22. April 2019 - 20:55 #

Nun, ich finde ebenfalls, das Trüberbrook kein richtig tolles Spiel geworden ist. Dass es allerdings kein absolut klassisches Abenteuer geworden ist, die Rätsel eher mau bleiben usw. finde ich nicht schlimm. Dann müsste man auch Titel wie Firewatch, What Remains of Edith Finch und so verteufeln, da sie spielerisch keinen allzu hohen Anspruch haben (oder beinahe gar keinen). Da sehe ich entsprechend auch kein Problem – und was ein "Adventure" ist (btf spricht ja nirgends von einem klassischen Adventure, oder?), das ist halt schwierig zu definieren. Ron Gilbert hat mir gegenüber auch The Cave (das ich sehr mochte) als Adventure bezeichnet, ein klassisches Adventure ist es deshalb noch lange nicht, aber das will das Spiel ja auch gar nicht sein. Aber um's kurz zu fassen: Ich war nach den Ersteindrücken ebenfalls enttäuscht von Trüberbrook, es wird allerdings bisweilen schlechter gemacht, als es tatsächlich ist. Ist das eine 83, wie andere behauptet haben? Wohl kaum, aber Trüberbrook ist auch weit entfernt davon, der Dreck unter dem Fingernagel der Adventure-Spieler zu sein. Meine damalige Hauptwertung halte ich jedenfalls wie gehabt für angemessen.

Hannes Herrmann 18 Doppel-Voter - - 10752 - 16. April 2019 - 22:38 #

Das es nicht besser wird war ja klar... Was war dein Adventure der letzten Jahre? Meines war Larry, an einem Wochenende durchgespielt.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 402193 - 16. April 2019 - 22:46 #

Larry hat mich jedenfalls deutlich besser unterhalten und war auch spielerisch hochwertiger (wobei der Humor gewiss Geschmacksache ist). Ansonsten spiele ich tatsächlich meist so viele Titel (fast) aller Genres, dass ich erst nachschauen müsste, was überhaupt in den letzten paar Jahren beispielsweise an klassischen Adventures erschienen ist. Aber womöglich spricht es auch für sich, dass mir abseits von Larry, was ja so lange noch nicht draußen ist, spontan tatsächlich kaum ein anderer Titel einfällt. Unavowed von Dave Gilbert fand ich noch ganz gut, aber auch das war bereits im Sommer 2018.

tailssnake 17 Shapeshifter - P - 6188 - 17. April 2019 - 4:19 #

Schade das man nicht auch den Touchscreen der Switch nutzt, würde sich bei einem Point and Click anbieten.

Und Danke Benjamin für deinen Eindruck der Switchversion.

Specter 17 Shapeshifter - P - 7479 - 17. April 2019 - 9:38 #

Vielen Dank für das Update zur Switch-Version! Ich werde dem Titel auf jeden Fall eine Chance geben - und keine Wunder erwarten...

Kriesing 20 Gold-Gamer - - 20681 - 17. April 2019 - 9:52 #

Das der englische Untertitel im letzten Screenshot einen Rechtschreibfehler enthält, ist das Absicht oder Zufall?

Benjamin Braun Freier Redakteur - 402193 - 17. April 2019 - 13:06 #

War mir noch gar nicht aufgefallen. Es sind jedenfalls offizielle Herstellerbilder. Schon erstaunlich, dass das offenbar vor der Herausgabe niemandem aufgefallen ist.

Kriesing 20 Gold-Gamer - - 20681 - 17. April 2019 - 14:10 #

Ach so. Ich dachte schon das wäre ein subtiler Hinweis auf die Qualität der englischen Übersetzung den ich im Text nicht gesehen hatte. :D

Specter 17 Shapeshifter - P - 7479 - 17. April 2019 - 15:11 #

Ich traue mich ja kaum nachzufragen, aber: welcher Rechtschreibfehler?

tailssnake 17 Shapeshifter - P - 6188 - 17. April 2019 - 15:21 #

Da steht I statt It.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 392768 - 17. April 2019 - 16:31 #

Neben dem fehlenden "it" ist die Zeile grammatikalisch falsch: Entweder kann es heißen "arrived" und "looked" oder aber "I have arrived" (and I am still here) und "looks". "arrived" und "looks" geht nicht.

AlexCartman 18 Doppel-Voter - P - 12049 - 17. April 2019 - 16:46 #

An entirely correct observation.
Wo Du gerade schon da bist: In der Liste der News auf der rechten Seite der GG-Hauptseite wird der Artikel wie folgt angekündigt: "User-Artikel: User-Test: Trüberbrook (Nintendo Switch)". Das kann man doch vielleicht (irgendwann) eleganter lösen?

Specter 17 Shapeshifter - P - 7479 - 17. April 2019 - 16:49 #

Das war mit tatsächlich auch aufgefallen. Nicht gesehen habe ich den Rechtschreibfehler - obwohl ich den Satz bestimmt 10x gelesen habe...

Weryx 19 Megatalent - 13592 - 18. April 2019 - 19:57 #

Mir ist das auch erst nach mehrmaligen hingucken aufgefallen, das Hirn biegt das schon irgendwie richtig hin^^

v3to 16 Übertalent - P - 4190 - 17. April 2019 - 19:20 #

Ach, das ist schon eine Enttäuschung. Ohne das Spiel jetzt gespielt zu haben, nur ich habe das ja schon an anderer Stelle hier erwähnt, wie sehr mir die Demo auf der letzten Gamescom eigentlich gefallen hat. Die Steuerung, wie klar die Szenen dort waren, das wirkte alles so rund.

Bereits im Haupttest hat mich das mit dem kontextsensitiven Inventar irritiert und jetzt bei der Switch-Version relativiert sich die mMn eigentlich passende Controller-Steuerung. Die Kritik, die hier Benjamin äußert, erinnert mich irgendwie an genau die Dinge, welche mich bei Book of Unwritten Tales 2 auf der PS4 angek*** haben. Ich verstehe auch ehrlich nicht, wo das herkommt, denn sowas müsste doch bereits während der Entwicklung auffallen. Aber auch alle anderen Kritikpunkte fügen sich da irgendwo ins Bild. So schade.

JensJuchzer 19 Megatalent - P - 17737 - 18. April 2019 - 21:54 #

Danke dafür, ich muss echt mal wieder mehr adventures spielen.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 402193 - 21. April 2019 - 22:23 #

Das aktuelle Angebot ist ja relativ überschaubar. Von daher wäre es in dem Genre allein sogar problemlos möglich, den Backlog abzuwarbeiten. Wenn billiger (aber überwiegend lustiger) Humor reicht, in jedem Fall das neue Larry-Spiel. Und obwohl ich das immer noch nur ca. zur Hälfte oder etwas mehr gespielt habe (ja, die verfügbare Zeit nervt manchmal), ist das neue Adventure von Dave Gilbert gelungen. Auch keine super kniffligen Rätsel, aber eine insgesamt Genre-typischere Spielmechanik, als etwa in Blackwell und ganz besonders in The Shivah, und vor allem ein spannendes Setting, eine (bislang) gute Geschichte und interessante Charaktere. Ach ja, das Spiel heißt Unavowed. Gibt's u.a. auch bei GOG.com http://www.wadjeteyegames.com/games/unavowed/
Hier noch der Link zu meiner damaligen Preview: https://www.gamersglobal.de/news/146259/unavowed-angetestet-das-neue-adventure-von-wadjet-eye-games