Sublevel Zero: Actionreiche 3D-Odyssee User-Artikel

Descent lässt grüßen

Maverick / 27. Februar 2018 - 15:59 — vor 37 Wochen aktualisiert
Den folgenden Spieletitel mit nur einem Satz treffend zu beschreiben, fällt relativ einfach: Sublevel Zero ist eine 2015 erschienene Liebeserklärung an den 3D-Action-Klassiker Descent aus dem Jahre 1995.
Das vom Indie-Studio Sigtrap Games erschaffene Sublevel Zero, erschienen für PC, MacOS und Linux, basiert im Wesentlichen auf dem Grundprinzip von Volitions Descent aus den 90er Jahren, das als Iniatialzündung für das sogenannte „Six Degrees of Freedom“-Shooter-Genre diente: Erneut muss ich mich als Pilot eines wendigen und bewaffneten Gunships mit echter 3D-Bewegungsfreiheit in alle Richtungen bei Zero-G-Kämpfen in engen Tunneln, Röhren und Räumen beweisen.

Als Schauplatz der Action dient, im Gegensatz zu Descent, keine Mine, sondern eine aus mehreren Ebenen bestehende Forschungsstation. Diese gilt es, nach einem fatalen Sprung in ein fremdes Universum nach benutzbarer außerirdischer Technologie zu durchsuchen, um einen Rückweg nach Hause zu finden. Doch die Story ist nur zweitrangig, bei Sublevel Zero steht die actionreiche Hatz im Vordergrund.
 

Der Weg ist das Ziel, Echtes 3D-Feeling

Die automatisch aktualisierte 3D-Karte, die zoom- und drehbar ist, hilft euch bei der Navigation durch den aktuellen Abschnitt der Forschungsstation.
Generelles Ziel innerhalb jeden Levels ist die Suche nach einem zu zerstörenden Plasma-Reaktorkern, dessen Vernichtung ein Portal zum nächsten Abschnitt öffnet. Bis ich jedoch zu dem Reaktor gelange, muss ich mich gegen allerlei feindliche Roboter, die es auf mich als ungebetenen Eindringling abgesehen haben, mit Lasern, Geschützen und diversen Raketen zur Wehr setzen. Dazu sind manche Abschnitte der Einrichtung verschlossen, und nur mit einer passenden Key-Card, die irgendwo im Level deponiert ist, zu öffnen sind. Zur Orientierung dient mir eine aufrufbare und drehbare 3D-Karte, die mich informiert, welche Bereiche ich noch nicht erkundet habe, was enorm bei der weiteren Wegfindung hilft.

Sich an Bord des Gunships mit eingeschränkter First-Person-Sicht zurechtzufinden und zu kämpfen, ist aufgrund der 360-Grad-Bewegungsfreiheit nicht immer ganz einfach. Da geht es durch verschlüngelte Gänge nach oben, der nächste Raum öffnet sich und ich werde plötzlich von links und unten von mehreren Feinden attackiert. Genau das macht aber das Kämpfen so spannend und fordernd. Mit der Zeit lerne ich die Flug-Manöver besser einzuschätzen und nutze beispielsweise die Möglichkeit, mich um die eigene Achse drehen zu können, was der Immersion im Kampf zugute kommt. Es gilt, das umliegende Terrain geschickt auszunutzen, in Deckung zu gehen und im richtigem Moment zuzuschlagen, um einen Schwall aus tödlichen Projektilen im Dogfight auf die diversen Roboter-Gegner regnen zu lassen – von denen grade die Mini-Bosse so einiges an Schaden schlucken und mit ihren mächtigen Waffen schneller die Panzerung meines Schiffes wegschälen, als mir lieb ist. So fallen die Kämpfe in einer echten 3D-Umgebung weit weniger statisch aus, als bei anderen Shooter-Vertretern.
 

Keine dreiste Kopie, Neue Spiel-Features

Im Inventar erhaltet ihr Zugriff auf das Crafting-System und könnt euch über die Werte der euch zur Verfügung stehenden Bauteile und Waffen informieren.
Die Entwickler ließen es sich zudem nicht nehmen, zusätzliche Roguelike-Elemente für die spielerische Würze in ihren Titel einzubauen. Da wäre das Crafting-System zu nennen, das genutzt werden sollte, um aus aufgesammeltem Loot  von zerstörten Feinden oder verteilten Beutekisten (darunter beispielsweise Munition, neue Baupläne, Waffen, et cetera) das eigene Kampf-Schiff unter anderem mit einem stärkeren Schild oder Antrieb zu verbessern. Oder ihr stellt mit einem Bauplan aus bereits zwei vorhandenen Waffen eine neue, effizientere Waffe her. Hiermit kommt also eine strategische und enorm wichtige Komponente ins Spiel.

Da am Schiff nur zwei Primärwaffen und zwei Raketenvarianten gleichzeitig Platz finden und das Inventar begrenzt ist, muss ich entscheiden, welche Bewaffnung ich am effektivsten benutzen kann. Stärkere Waffen wie Railguns sollten zielsicher eingesetzt werden, denn die Feuerrate ist, wenig überraschend, geringer und eine großkalibrige Minigun im Dauerfeuer frisst im Sekundentakt wertvolle Munition. Der Permadeath-Modus sorgt mit den immer stärker werdenden Feinden für einen durchaus anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad, je tiefer ich in die Station vordringe. Nach dem Verlust des Schiffes, das ich während eines Runs nur mit Hilfe von Repair-Kits wieder flicken kann, muss ich wieder komplett von vorne beginnen, und gespeichert wird der Spielstand nur nach einem komplett beendeten Level.
 

Prozedurale Level-Generierung, Audiovisuelle Präsentation

Sublevel Zero ist kein Grafik-Brett, besticht aber mit einem ästhetischen Stil und Wiedererkennungswert.
Die einzelnen Ebenen (darunter auch weit verzweigte Höhlenabschnitte) der Station werden bei jedem Durchlauf prozedural generiert. Das sorgt für die nötige Abwechslung im Level-Aufbau, auch wenn sich manche Abschnitte mit der Zeit wiederholen. Lobend möchte ich die präzise einstellbare Steuerung per Maus/Tastatur oder wahlweise mit Controller hervorheben, die in den mitunter engen Gängen auch dringend benötigt wird.

Natürlich muss ich noch ein paar Worte zur Präsentation loswerden: Sigtrap hat mit Hilfe der Unity-Engine Sublevel Zero eine Mischung aus Low-Polygon-Grafik, ästhetischen Pixel-Art-Style und modernen Grafik-Features (wie dynamischer Beleuchtung) verpasst, die dafür sorgt, dass der Titel über einen durchaus unverwechselbaren und stilsicheren „Unique-Look“ verfügt. Darüber hinaus trägt der dezente Soundtrack im Hintergrund, eine Mischung aus Orchestral- und 8-Bit-Chiptune-Klängen, zur gelungenen und stimmigen Untermalung der hitzigen Gefechte bei.
 

Ein Spiel für Jedermann?

Sublevel Zero ist durchaus eine reizvolle 3D-Spielerfahrung, wenn man sich auf das Spielprinzip einlässt und bereit ist, dem steigenden Schwierigkeitsgrad zu trotzen. Gerade die anspruchsvollen Gefechte sind das Salz in der Suppe und dank der Roguelike-Features haben die Entwickler es geschafft, dass ich mich länger mit dem Titel beschäftigen kann. Denn bis ich alle Baupläne gefunden, Waffen gesammelt oder gar neue Schiffsmodelle freigeschaltet habe, vergeht doch einiges an Spielzeit. Ja, Durchhaltevermögen ist gefordert, wird aber beispielsweise mit einer besseren Ausrüstung beim nächsten Durchlauf belohnt.

Schwindelfreien 3D-Action-Fans sollte Sublevel Zero also durchaus Spaß machen, auch wenn der Titel keine glattgebügelte AA-Produktion ist. Das Spiel wurde übrigens im Jahr 2017 mit neuen, zusätzlichen Game-Features und einer aufgepeppten Kampagne als Sublevel Zero Redux nicht nur für den heimischen PC-Rechenknecht (inklusive VR-Unterstützung für eine bessere Immersion), sondern auch für die Playstation 4 und die Xbox One veröffentlicht. Alten Descent- oder Forsaken-Haudegen kann ich uneingeschränkt eine Empfehlung aussprechen, mit  dem Titel können sie sich prima die Wartezeit auf die bereits angekündigten Mitbewerber im 6DOF-Genre, Descent - Underground und Overload, verkürzen.
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Der geschützte Reaktor ist fast in Reichweite: Nur noch den Zugang finden und die Feinde eliminieren, dann könnt ihr den Kern hochjagen und in den nächsten Level vordringen.
 
Maverick 27. Februar 2018 - 15:59 — vor 37 Wochen aktualisiert
Jörg Langer Chefredakteur - P - 377568 - 27. Februar 2018 - 15:59 #

Hui, nichts für mich, mich hat schon das Ur-Descent überfordert :-)

Olphas 24 Trolljäger - - 51011 - 27. Februar 2018 - 16:06 #

Das ging mir genauso. Ich fand es total faszinierend, aber spätestens wenn man unter Zeitdruck den Ausgang finden musste, war ich völlig überfordert :D

Repuw 15 Kenner - 2850 - 27. Februar 2018 - 22:21 #

So ging's mir auch. Ich hatte da eine Demo von irgendeiner Heft-CD und weiß noch, dass ich vollkommen verloren war. War scheinbar ein bleibender Eindruck, immerhin.

Deathsnake 20 Gold-Gamer - 22235 - 28. Februar 2018 - 8:32 #

https://www.youtube.com/watch?v=9E4G1XLFWeY

Mit Tipps der Player Redis wie man es macht ;)

Slaytanic 24 Trolljäger - P - 49250 - 28. Februar 2018 - 11:05 #

Das kommt mir irgendwie bekannt vor. ;)

Deathsnake 20 Gold-Gamer - 22235 - 27. Februar 2018 - 16:23 #

Descent Underground
Overload
bereits gekauft
Forsaken soll soon™ als Remaster Editon neu kommen.

Das RogueLike Gameplay schreckt mich ab - nicht nur hier sondern im Allgemeinen...

SnarkMarf 16 Übertalent - P - 5556 - 27. Februar 2018 - 17:08 #

waaaaas forsaken? geil :-)

Maverick 30 Pro-Gamer - P - 375198 - 1. März 2018 - 8:37 #

Meine Begeisterung für Night Dives leidlich aufgehübschte Neuauflagen von Klassiker hält sich in Grenzen. Wobei Forsaken an sich ein klasse Spiel war und ich auch gerne einen zweiten Teil gesehen hätte. ;)

Sh4p3r 15 Kenner - 3600 - 27. Februar 2018 - 16:31 #

Ich fand Descent 1 und 2 damals schon richtig gut, hatte nie große Probleme bei der Orientierung :) Dank des User-Artikels bin ich erst jetzt auf Sublevel Zero aufmerksam geworden. Dazu ein Video zur Redux-Version angeschaut, und bin mir jetzt ganz sicher dass ich mir dieses Spiel eines Tages kaufen werde.

Maverick 30 Pro-Gamer - P - 375198 - 27. Februar 2018 - 18:48 #

Als alter Descent-Spieler wirst du sicherlich deinen Spass damit haben. :)

Jac 17 Shapeshifter - P - 8463 - 27. Februar 2018 - 18:02 #

Klasse User-Artikel! Die Grafik ist zwar nicht so ganz meins, aber ich musste mir dann doch mal ein Youtube-Video mit Gameplay dazu angucken. Hat auf jeden Fall was.

Maverick 30 Pro-Gamer - P - 375198 - 27. Februar 2018 - 18:33 #

Danke für das positive Feedback. :)

Als Descent/Forsaken-Fan und Sublevel Zero(Redux)-Spieler wollte ich dann doch mal den Titel hier näher vorstellen und vielleicht bei dem ein oder anderen das Interesse wecken ;)

Q-Bert 16 Übertalent - 5866 - 27. Februar 2018 - 18:12 #

Ich warte auf die Multiversum Version mit 12 DOF. :)

Claus 30 Pro-Gamer - - 218955 - 27. Februar 2018 - 19:08 #

Starker Artikel, vielen Dank dafür, Andy!

Maverick 30 Pro-Gamer - P - 375198 - 27. Februar 2018 - 20:00 #

Danke, Claus. :)

Desotho 17 Shapeshifter - 6058 - 27. Februar 2018 - 19:41 #

Mein Gedanke vor dem Klick war: Sowas kann bestenfalls als VR Titel bestehen. Offenbar haben die Entwickler das auch gedacht.

Tasmanius 19 Megatalent - - 18346 - 28. Februar 2018 - 7:51 #

Mir wird da schon beim zusehen schlecht und du willst ein VR Version :-) Stell ich mir als die ultimative Kotzmaschine vor :D

Jac 17 Shapeshifter - P - 8463 - 28. Februar 2018 - 9:28 #

Ich hatte schon bei Descent ohne VR so meine Probleme mit dem Magen, in VR wäre das gar nichts für mich.

Slaytanic 24 Trolljäger - P - 49250 - 28. Februar 2018 - 11:06 #

Schönen Dank für den User-Artikel, war schön flott zu lesen, auch wenn das Spiel eher nichts für mich ist.

Maverick 30 Pro-Gamer - P - 375198 - 28. Februar 2018 - 11:16 #

Danke fürs Feedback zum Artikel, Slay. :)

hex00 18 Doppel-Voter - P - 9350 - 1. März 2018 - 7:42 #

Cooler Artikel, danke dafür. Ach ja, Desecent... das waren noch Zeiten. Habe es oft gespielt, aber nie beendet. :-D Gibt es einen Multiplayer bzw. einen Coop-Modus? Ich glaube, das war bei den älteren Spielen der Fall? Zumindest bei Forsaken. :-) Leider habe ich gerade nicht die Möglichkeit selber zu schauen.

Maverick 30 Pro-Gamer - P - 375198 - 1. März 2018 - 7:56 #

Danke fürs Feedback, hex00. ;)

Nein, Sublevel Zero (Redux) ist ein reiner Singleplayer-Titel.

Ganon 24 Trolljäger - P - 46806 - 23. März 2018 - 15:20 #

Rogue-Anleihen und die Grafik schrecken mich leider ab. Die beiden genannten Alternativen habe ich da eher im Auge. Denn Descent an sich war schon cool.
Trotzdem schöner Artikel! :-)

Maverick 30 Pro-Gamer - P - 375198 - 23. März 2018 - 15:35 #

Danke für dein Feedback zum Artikel, Ganon. :)

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