Stacklands

Stacklands User-Artikel

Willkommen in den Stacklands

SupArai / 14. Mai 2022 - 12:05 — vor 4 Tagen aktualisiert

Teaser

Steht euch der Sinn nach einem kurzweiligen Karten-Aufbauspiel eines kleinen Entwicklerteams, das kein stundenlanges Einarbeiten erfordert? Dann schaut doch mal in den Stacklands vorbei.
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Nachdem ich bei PCGamer einen Artikel über Stacklands gelesen hatte, wanderte der mit (fast) vier Euro bepreiste Titel kurzerhand in meine Steam-Bibliothek. Erhältlich ist Stacklands auch bei dem Indie-Spieleportal itch.io für 3,99 Euro. Entwickelt wurde das Aufbauspiel mit Mini-Roguelite-Elementen vom niederländischen Sokpop Collective. Das aus vier Entwicklern bestehende Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, mindestens ein Spiel pro Monat zu veröffentlichen, das bis zum Erscheinen des nächsten Titels durchgespielt werden kann. Die Spiele erhaltet ihr zudem in einem Patreon-Abo-Modell, was euch in der günstigsten Stufe drei Dollar pro Monat kostet.

Die Sokpop-Collective-Spieleliste verzeichnet bei Steam derzeit stolze 94 Einträge. Allerdings ist mir selbst unter den Top-Sellern kein Titel bekannt: Neben Stacklands findet ihr in den Top Five Simmiland, Ollie & Bollie – Outdoor Estate, Soko Loco Deluxe und Luckitown. Alles Spiele mit einer positiven Einschätzung - allerdings bei insgesamt und vergleichsweise überschaubarer Anzahl an Bewertungen. Heraus ragt Stacklands mit derzeit über 2.000 Rezensionen und einer äußerst positiven Bewertung.
Zu Spielbeginn seht ihr ganz viel grün, das es zu befüllen gilt. Konkret anpacken kann zunächst nur ein Siedler.
 

Worum geht es hier eigentlich?

Bei Stacklands handelt es sich um ein kartenbasiertes Aufbauspiel mit dem Ziel, eine prosperierende Siedlung zu erschaffen. So erstreckt sich am Anfang lediglich eine grüne Spielwiese vor euch, auf der ein einsames Kartenpack liegt, das darauf wartet, geöffnet zu werden. Durch mehrfaches Klicken auf das Pack ploppen die ersten Spielkarten heraus. Im Starter-Pack ist immer ein Dorfbewohner dabei, bei den anderen Karten handelt es sich um Rohstoffquellen wie Fels, Bäume, Beerensträucher oder Ressourcen wie Holz, Stein und Nahrung.

Eine Rohstoffquelle bearbeitet euer Bewohner, indem ihr ihn mit der entsprechenden Karte verknüpft. Die Basisquellen liefern euch maximal drei Rohstoffe. Diese verarbeitet ihr anschließend durch Verknüpfung mit anderen Karten zu Gegenständen, höherwertigen Materialien, Lebensmitteln und Gebäuden. Wodurch sich neue Bauoptionen für eure Siedlung ergeben.

Auf eine Rahmenhandlung verzichtet Stacklands. Allerdings gibt es derzeit ein übergeordnetes Spielziel, das sich wiederholen lässt. Ob es ein „echtes“ Ende gibt oder ob sich das Spielfeld ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr erweitern lässt, weiß ich jedoch nicht.
 

Ohne Gold nichts los

Die wichtigen Kartenpacks erhaltet ihr, indem ihr sie mit Gold kauft. Die verlässlichste Quelle, um an das Zahlungsmittel zu gelangen, ist der Verkauf eurer Karten. Gerade zu Spielbeginn ist es auch unabdingbar sich von diesen zu trennen. Denn auf Platz Eins der To-Do-Liste steht die Versorgung eurer Einwohner mit Nahrung: Haben die nämlich am Ende einer Runde - im Spiel Mondphase genannt - nicht genug zu futtern, verhungern sie. Und erinnern euch fortan in Form einer Leichen-Karte an das Versäumnis. Zumindest so lange, bis ihr sie auf einem Friedhof würdevoll bestattet.

Nach mehreren Spieldurchgängen werdet ihr die insgesamt sieben thematischen Kartenstapel freigeschaltet haben, was natürlich zu einer höheren Kartenvarianz führt. Das Starterpaket „Humble Beginnings“ kostet euch dabei lediglich drei, die teuerste Variante „Order and Structure“ satte 25 Goldstücke. In den jeweiligen Themen-Packs sind die enthaltenen Karten fest vorgegeben. Welche dann allerdings genau auf eurem Spielfeld landen, entscheidet der Zufall.
Meine Bewohner sind in eine schwere Auseinandersetzung gegen vier Monströsitäten verwickelt. Der Kampf läuft übrigens automatisch ab, sobald ihr einen Einwohner einem Angreifer zuordnet.
 

Sachtes Roguelite, Permadeath und ein friedlicher Modus

In den ersten Anläufen scheiterte ich früh und ich glaube, dass daran kein Weg vorbeiführt. Denn anfangs steht euch nur das Basis-Kartenpaket zur Verfügung, erst nach und nach schaltet ihr die restlichen Stapel frei und lernt so auch die verschiedenen Mechanismen und Verknüpfungsvarianten kennen. Ein wenig Frustresistenz schadet also nicht. Allerdings laufen die Partien in Stacklands ziemlich flott ab und ihr spielt recht schnell alle Inhalte frei. Oder deutlicher: Stacklands ist kein Roguelite, an dem ihr euch die Zähne ausbeißt!

Euer Dorf wird während einer Partie allerdings regelmäßig von gefährlichen Monstern überfallen. Diese spawnen durch Portale, die nach vorbestimmten Mondphasen in eurem Dorf erscheinen. Sinken die Lebenspunkte eines Bewohners im Kampf gegen die angreifenden Riesenratten, Goblins und Skelette auf Null, verliert er unwiderruflich sein Leben. Das Spiel endet sofort, wenn all eure Einwohner tot sind.

Damit sich eure Dorfbewohner gegen die Angreifer verteidigen, bewaffnet ihr sie mir Speeren oder Schwertern. Neben der Versorgung mit ausreichend Nahrung ist der Aufbau einer schlagkräftigen Miliz also ebenso wichtig, damit eure Siedlung eine Überlebenschance hat. Es gibt weitere Zufallsangriffe auf euer Zuhause, zum Beispiel bei der Erkundung von Katakomben oder der Mine. Existenzbedrohend waren in meinen Partien jedoch nur die Monster-Portale, aus denen mit zunehmendem Spielverlauf zahlenmäßig größer- und stärker-werdende Gegnerverbünde herauspurzelten.

Wenn ihr keine Lust auf Kampf und Kriegstote habt und einfach nur ein Dörfchen aufbauen wollt, steht euch ein friedlicher Modus zur Verfügung. Zwar verhungern eure Bewohner ohne Nahrung auch in dieser Variante, allerdings ist der Aufbau einer Lebensmittelkette ohne Probleme zu bewerkstelligen. Mein erster erfolgreicher Run gelang mir auch auf dem leichten Schwierigkeitsgrad. Dieser gewährt euch längere Mondphasen, was konkret bedeutet, dass ihr in jeder Runde mehr Güter produziert und eure Siedlung wesentlich schneller ausbaut.
Bis mir drei Monster die Grenzen meiner Verteidigung aufzeigten, lief dieser Versuch echt gut.
 

Ich! Will! Mehr!

Wow! Stacklands hat mich in den bisherigen sieben Stunden Spielzeit richtig gut unterhalten. Inhaltlich ist es beileibe nicht super-komplex: Die Produktionsketten bleiben mit drei Stufen übersichtlich (Beispiel: Drei Holz werden zu einem Balken, diesen benötigt ihr in unterschiedlicher Anzahl für den Bau einiger Gebäude), der Spielablauf ist gleichförmig und die einzelnen Handlungen werden schnell zur Routine. Zudem ist Stacklands in seiner optischen Präsentation, gelinde gesagt, sehr einfach gehalten. Auf eine abwechslungsreiche Musikuntermalung und brachiale Soundeffekte verzichtet der Titel ebenfalls. Nach einigen Stunden habe ich alles gesehen, erlebt und die Fahrstuhlmusik längst gegen ein schönes Musikalbum ausgetauscht.

Trotzdem macht mir Stacklands mit seinem unkomplizierten Gameplay und seinen eingängigen Mechanismen unglaublich viel Spaß. Ich wühle mich nicht durch Untermenüs, studiere keine Entwicklungsstatistiken und verliere mich nicht in der Bedürfnispyramide meiner Einwohner. Stacklands ist aber trotzdem kein Selbstläufer, fordert vorausschauendes Gütermanagement und der Spieltisch verlangt ständig nach Sortierung und Ordnung.

Deshalb will ich mehr Stacklands! Mehr Karten, mehr Events, mehr Güter und mehr Gebäude! Und diesem Ruf folgen die Entwickler. In einem Post auf verschiedenen Plattformen (und hier bei Steam) haben sie angekündigt, an weiteren Inhalten für Stacklands zu arbeiten. Erscheinen sollen diese in den Monaten Mai sowie Juni 2022 und das Spiel jeweils um 50 bis 100 neue Karten erweitern. Obwohl sie nichts Genaues zu den Inhalten verraten: Ich freu‘ mich drauf!
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Der Bau von Lagergebäuden vergrößert den Kartenvorrat, den ihr am Ende einer Mondphase behalten dürft, und die Größe der Spielwiese. Mehr Platz wird in dieser Partie auf dem leichten Schwierigkeitsgrad auch gebraucht, mein Dorf schwimmt im Reichtum.
SupArai 14. Mai 2022 - 12:05 — vor 4 Tagen aktualisiert
Jörg Langer Chefredakteur - P - 439559 - 14. Mai 2022 - 14:12 #

Schöner User-Artikel, das Konzept des Entwicklerkollektivs finde ich aber leicht fragwürdig, also unter Zeitdruck ständig Spiele zu veröffentlichen.

ds1979 17 Shapeshifter - - 6916 - 14. Mai 2022 - 16:47 #

Wieso das kennst du doch noch von der Gamestar, duck und weg. Aber ehrlich wenn die alle für Patreon arbeiten also auf eigene Rechnung. Und bei 93 Spielen müssen die ja eine ordentliche Kundenstamm haben.

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 72770 - 14. Mai 2022 - 17:09 #

Letztlich sind es "verlängerte" (1 Monat) Gamejams, die noch dazu finanziert werden. 7600 Euro für 4 (?) Leute auf Patreon sind auch nicht soooo verkehrt. Und die Chance, dass man einen Hit landet (sozusagen ein Loop Hero) ist da. Und mit Stacklands hat man das scheinbar sogar geschafft, wenn man sich die Zahl der Rezensionen und deren Inhalt anschaut. Auch bei Gamers with Jobs war es jetzt Thema. Reichweite ist da. Klasse! Wenn man jetzt das 3 Euro Abo abschließt kriegt man zum Start u.a. Stacklands. Denke, das mache ich.

SupArai 24 Trolljäger - P - 50050 - 14. Mai 2022 - 23:15 #

Ja, das Konzept "Jeden Monat ein Titel" ist nicht meins. Vor allem, weil die meisten Spiele nicht so interessant auf mich wirken, als dass ich die spielen wollte. Zu minimalistisch und... mmmhhh... nich' meins.

Aber für jeden, dem diese Spiele reichen, ist das doch ein nettes Angebot.

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 72770 - 15. Mai 2022 - 0:06 #

Ich GLAUBE es sind sogar 2. Weil es laut Patreon 1 Titel und 1 Bonustitel gibt.

Es sind imho letzlich extended Gamejams. 1 Gamejam kann ein WE sein. Und aus einem Gamejam stammt ein Loop Hero. Oder ein extrem erfolgreiches Stacklands. Da kann drauf aufgebaut werden.

In so einer kurzen Frequenz geht es natürlich "nur" um die Kernspielmechanik. Aber auch AAA-Spiele haben eine Kernmechanik, die dann ausgebaut wird.

ds1979 17 Shapeshifter - - 6916 - 14. Mai 2022 - 16:43 #

Danke für den Artikel. Vom Konzept der Spiele erinnert es mich an „Eat what You can“ uftz, wann war ich das letztmals beim Mongolen? Blick auf die Waage schon zu oft!

SupArai 24 Trolljäger - P - 50050 - 14. Mai 2022 - 17:45 #

Da ist der Artikel ja online, danke an die User-Artikel-Crew fürs Gegenlesen und verbessern! :-)

Gestern gab es übrigens ein kleines Update, mit dem verschiedene Sprachen hinzugefügt wurden, unter anderem auch Deutsch.

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 72770 - 14. Mai 2022 - 17:57 #

Toller Artikel, vielen Dank!

TheLastToKnow 25 Platin-Gamer - - 61439 - 14. Mai 2022 - 18:55 #

Danke für den Artikel, das Spiel könnte was für mich sein.

ds1979 17 Shapeshifter - - 6916 - 14. Mai 2022 - 22:45 #

Aber das ist doch gar kein Adventure? Oder hat das Jahr 2022 zu wenige Adventures zu bieten?

TheLastToKnow 25 Platin-Gamer - - 61439 - 14. Mai 2022 - 23:42 #

Wer sagt denn, dass ich nur Adventures spiele? ;-)
Ich bin auf kein Genre festgelegt, auch wenn Adventures immer einen festen Platz in meinem Herzen haben und ich sie daher gerne hier immer wieder ein klein wenig in die Öffentlichkeit rücke. :-)

ds1979 17 Shapeshifter - - 6916 - 15. Mai 2022 - 5:51 #

Dann war das mein Fehler.

Maverick 33 AAA-Veteran - - 780473 - 15. Mai 2022 - 9:03 #

Schöner Artikel zu Stacklands, SupArai. :) Stacklands hatte ich auch schon auf dem Radar. Auf die beiden Updates warte ich wohl noch, dann werde ich mir den kurzweiligen Aufbau-Titel auch mal zu Gemüte führen. ;)

Saphirweapon 17 Shapeshifter - P - 7117 - 15. Mai 2022 - 15:13 #

Was für ein kleines Juwel ! Gekauft und 5 Stunden am Stück gespielt bis alles entdeckt und das Ende erreicht war. Für 3.99 € eine tolle Sache mit sehr hohem Suchtfaktor. Ich bin auf die angekündigten Inhaltsupdates gespannt. Danke für den Artikel !