Q-lumne 12: Danke, ihr Raubkopierer! User-Artikel

Mach keine Dublette von dieser Diskette

Q-Bert / 8. Februar 2020 - 15:27 — vor 16 Wochen aktualisiert

Teaser

Illegal kopierte Spiele verursachen Milliardenschäden und zerstören unser Hobby. Raubkopierer sind Verbrecher! Und Cracker sind noch etwas Schlimmeres. Wirklich?
 

Die Rechtslage ist eindeutig. Wer Spiele unerlaubt kopiert, den Kopierschutz umgeht oder illegale Kopien verbreitet, der verstößt gegen das Urheberrecht. Da weder Leib, noch Leben bedroht werden, ist Kopieren kein Raub. Es gibt keine Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis, somit ist es auch kein Verbrechen. „Unerlaubtes Kopieren ist ein Vergehen“ müsste der bekannte Slogan etwas weniger dramatisch, dafür aber korrekt heißen. Verjährt sind alle Ansprüche zum Glück spätestens nach zehn Jahren.

Deshalb bin ich fein raus, denn wie bei jedem anständigen Computerfreak, der die 80er Jahre live miterlebt hat, waren meine C64- und Amiga-Diskettenboxen rappelvoll mit allen illegalen Tauschwaren, die der Schulhof hergab. Rückblickend habe ich vielleicht mehr Zeit mit TurboCopy, Burstnibbler und Diskettenwechseln verbracht als mit den so aufwendig kopierten Spielen. Wenn mich der Brotkasten eins gelehrt hat, dann Geduld.

Der wirtschaftliche Schaden durch Videogame-Piraten kann nur grob geschätzt werden. Und das tat die Branche auch fleißig: grob schätzen! Nach oben aufrunden, etwas Theatralik draufschlagen und zur Sicherheit noch einen Unsicherheitsfaktor addieren. So zum Beispiel: Der C64 verkaufte sich weltweit 30 Millionen Mal (andere Quellen sagen 21 oder 17 Millionen). Die Verkaufszahlen der Kultolympiade Summer Games lagen bei nur 100.000 Stück. Nehmen wir vorsichtig an, das Spiel lief nur auf jedem dritten C64, dann fehlten Epyx die Einnahmen von 9,9 Millionen Spieleboxen. Bei einem damaligen Verkaufspreis von 109 D-Mark betrug der Gesamtverlust also eine handliche Milliarde.

Lacht nicht!!! Bis heute werden die Verluste durch Software-Räuberei von der Business Software Alliance nach einer ganz ähnlich-dämlichen Schätzmethode berechnet. Und sie wollen damit zum Ausdruck bringen: Raubkopierer sind eben doch Verbrecher. Sie vernichten Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und zerstören Menschenleben. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls eine Untersuchung des G.A.M.E. Bundesverbandes im Juni 2012.

Genug gejammert. Ich habe eine ganz andere Arbeitsthese und die lautet: Ohne Raubkopierer und Crackergroups hätte es den boomenden Gaming-Markt nie gegeben! Wir waren es, die Atari und Commodore an die Spitze gepusht haben. Wir waren es, die den PC als Gaming-Machine etabliert haben. Wir sind es, die für Milliardenumsätze mit der PlaySwitchSteamBox sorgen. Und wir liefern gleich noch den ideal vorkonditionierten Nachwuchs hinterher. Also Augen auf und genießen – es folgt der Beweis.
 
  Q-Berts einziges Original Commodore 64 Spiel.

       Beweisstück A:  Q-Berts einziges Original für den Commodore C64.
 

Der perfekte Kopierschutz:  Eine alternative Realität


Wir reisen zurück ins Jahr 1983. Die noch junge Gaming-Branche erlebt die erste, große Krise, der Konsolenmarkt ist komplett zusammengebrochen und Atari verbuddelt tausende E.T.-Module in der Wüste von New Mexico. Zeitgleich beginnt die Ära der Heimcomputer. Commodore C64, Atari 800XL und Sinclair ZX Spectrum begeistern mit Grafik- und Soundqualitäten, die bisher Spielhallenautomaten vorbehalten waren. Erste Spielekracher wie Archon, Blue Max, International Soccer oder Pitstop stehen in den Startlöchern und bald in den Regalen der Kaufhäuser.

Just in diesem Moment gelingt eine bahnbrechenden Erfindung:
Der absolut unknackbare Quanten-Algorithmus-Crypto-Kopierschutz (QUACK)!

Neue Games sind für die Besitzer von Heimcomputern nicht leicht zu beschaffen. Der nächste Spieleladen ist oft kilometerweit entfernt. In Großstädten führen Quelle und Karstadt ein überschaubares Sortiment an Spielen, aber bei Preisen von über 100 D-Mark sind den feuchten Träumen der Jugendlichen enge Grenzen gesetzt. Wer Glück hat, kennt andere Gamer in der Nachbarschaft, aber selbst der Tausch von Original-Disketten auf den Schulhöfen ändert nichts an der Tatsache, dass der Durchschnittszocker der 80er kaum mehr als 10–20 Spiele kennt. Viele davon sind grottenschlecht. Die Kids verlieren das Interesse am Hobby.

Die Produktionskosten der Brotkästen bleiben aufgrund der stagnierenden Verkaufszahlen hoch und für die breite Masse damit unbezahlbar. 1986 legt der Markt & Technik Verlag die Zeitschriften 64er und Happy Computer zusammen, um die Auflage zu stabilisieren und bedient den Nischenmarkt mit einer kostenlosen Spiele-Beilage. Auf den Schulhöfen kursiert das Gerücht eines bockschweren Spiels namens Ghost 'n Goblins. Niemand soll je über den zweiten Level hinaus gekommen sein. Ebenso wenige sind bereit, ihr Taschengeld von sechs Monaten zu investieren, um es selbst auszuprobieren – das Spiel floppt. Aber mit der Fotostory „G'nG Level 3“ werden Boris Schneider und Heinrich Lenhardt für eine kurze Zeit zum Idol pubertierender Möchte-so-gern-auch-mal-Playboys. Nach der Einstellung von Happy Computer wechseln beide Redakteure zur Power Play, einer von Spieleherstellern finanzierten Werbebroschüre.

Das Jahrzehnt endet, wie es begonnen hat: Mit einer Krise und dem Zusammenbruch des Heimcomputer-Markts. Die Pläne für die nächste Generation, Codename Amiga und ST, verschwinden in den Schubläden von Commodore und Atari. Zu teuer, zu ambitioniert, zu verrückt. IBM und Compaq kaufen die Patentrechte aus der Insolvenzmasse der einstigen Technologieführer, konzentrieren sich aber weiterhin auf Bürorechner.

Hobbyprogrammierer Richard Garriott ist nur wenigen Eingeweihten ein Begriff. Auf dem Schwarzmarkt erzielen die letzten, noch existierenden Disketten des 8-Bit-Klassikers Ultima 4 vierstellige Höchstpreise. Zusammen mit seinem Partner Chris Roberts schafft Garriott 1992 das Unmögliche: Eine 3D-Weltraumsimulation für IBM! Das Shareware-Spiel Wing Commander sorgt für einen sprunghaften Anstieg der Verkäufe von Personal Computern mit hochauflösenden Bernsteinmonitoren. Und für Büroetagen, auf denen bis tief in die Nacht das Licht brennt.

 
 Q-Berts Versuch eines Logo-Entwurfs im schulischen Malunterricht.

       Beweisstück B:  Q-Berts Versuch eines Cracker-Logo-Entwurfs im schulischen Malunterricht.
 

Back to reality: Das ist die Wahrheit


Puhh, zum Glück hat es den perfekten Kopierschutz QUACK nie gegeben. Es war natürlich kinderleicht, an neue Spiele zu kommen. Durch die Verteilung auf Schulhöfen verbreiteten sich neue Spiele rasend schnell über den gesamten Globus. Die Computerabteilungen bei Quelle und Karstadt brauchten wir dabei höchstens als Copyshops. Die Sammelleidenschaft war so groß, dass wir einfach jedes Spiel haben mussten! Jedes! Selbst die, die niemand freiwillig länger als fünf Minuten spielen wollte. Geschweige denn kaufen.

Die schier endlose Verfügbarkeit von Spielen war maßgeblich für den immensen Erfolg der Hardware. Dank der hohen Stückzahlen konnten die Produktionskosten der Daddelkisten schnell sinken und damit auch die Verkaufspreise. Dies erschloss weitere, neue Käuferschichten und erzeugte genau die Erfolgswelle, auf der Computerläden wie Vobis und Escom empor schwammen. Unzählige Leerkassetten und -disketten (mit Urheberrechtsabgabe) wanderten über die Ladentheke, genau wie ein steter Nachschub an Joysticks und Zubehör.

Happy Computer erreichte eine Auflage von 120.000 Exemplaren. Auch dies war nur möglich, da sich weit über eine Million Heimcomputer in deutschen Haushalten befanden. Die Käufer von Zeitschriften wie der Power Play waren die Raubkopierer, die nun ihre Wunschliste nach einer 100er-Wertungen sortieren konnten. Bald kam auch Funk und Fernsehen nicht mehr an dem neuen Phänomen vorbei. Langsam, aber unaufhaltsam krabbelten Computerspiele wie Kakerlaken aus ihrer dunklen Nische direkt in die Mitte der Gesellschaft.

Die Gewinne bei Commodore & Co. sprudelten. Im Anblick riesiger Wachstumspotenziale wurde das Geld nicht sinnlos an Aktionäre oder Vorstände verplempert, sondern reinvestiert. Was daraus folgte, war eine Dekade des beispiellosen Fortschritts. Nie wieder gab es derart spür-, sicht- und hörbare Quantensprünge in der Hardware wie beim Amiga oder Atari ST. Und in deren Schlepptau die Entwicklung von SVGA-Grafik, Soundblaster und CD-ROM für Intel-PCs, die in den 90ern das Erbe der Heimcomputer antreten sollten.

Zum Schaden der Spiele-Firmen? Ja, zum Teil sicher. Auf jedes Original kamen bis zu 100 illegale Kopien – das klingt bitter. Aber selbst diese 1 % eines rasend expandierenden Millionenmarktes waren letztlich mehr Wert als 100 % einer schrumpfenden Nische! Erfolgreiche Spieleentwickler wie Garriott wurden zu raumfahrenden Multi-Millionären und volkswirtschaftlich betrachtet entstanden weltweit hunderttausende neue Arbeitsplätze für Ingenieure, Programmierer, Künstler und Journalisten.
 
Q-Berts Crack-Intro auf dem Commodore 64

       Beweisstück C:  Q-Berts Crack-Intro auf dem Commodore 64 (zum Video auf YouTube).
 

Geklaut, gezogen und geraubt! Entschuldigung, das hab ich mir erlaubt


Die Crackergroups bewirkten viel mehr als nur die illegale Verbreitung von Warez. Durch den Wettkampf gegen die immer ausgefeilteren Kopierschutztechniken der Spielehersteller und die Competition gegen konkurrierende Gruppen entstand eine ganze Generation kompetenter Programmierer, Grafiker und Musiker, die ihr Können zunehmend in der Subkultur der Intro- und Demoszene auslebten. Die dabei entwickelten Programmiertricks reizten die Hardware bis über jedes Limit hinaus aus und befruchteten ihrerseits die Spieleprogrammierer. Nicht wenige Cracker haben später die Seiten gewechselt und wurden erfolgreiche Coder und Game Artists.

Durch die Cracks wurden manche Spiele erst spielenswert. Es war ein Relikt der Automaten-Ära, als Spieler noch möglichst oft Münzen in Geldschlitzen versenken sollten, aber auf dem Heimcomputer war Ghost 'n Goblins einfach nur frustrierend schwer. Es sei denn, man war im Besitz einer gecrackten Version mit Trainer! Unverwundbarkeit, endlose Leben, freie Waffenwahl – ohne diese Hilfen hätte ich niemals herausgefunden, dass es sogar einen 4. Level gab.

Außerdem! Geklaut wurde doch von allen Parteien. Die Spielehersteller der 80er hatten keinerlei Skrupel, wenn es um fremde Urheberrechte ging. Sei es beim Spieldesign, man denke an Giana Sisters, R-Type oder endlose Breakout-, Pac Man- oder Galaxian-Clone. Programmcodes wurden von der Konkurrenz gerippt, disassembliert und kopiert. Und musikalisch bediente man sich schamlos bei anderen Künstlern. Hier nur ein ganz kleiner Almanach der „Inspirationen“ bekannter Sound-Wizards:
 
Keiner der betroffenen Musiker hatte darunter wohl ernsthaft zu leiden. Die aufgeführten CDs stehen heute alle in meinem Regal – natürlich als Original – und ich werde sicher nicht der einzige sein, der durch den C64 und Amiga auf den Geschmack dieser Musikrichtungen gekommen ist.

Ein allerletzter Punkt noch: die Archivierung. Floppys halten nicht ewig, die alte Hardware fällt aus und Quellcodes werden vergessen. Doch auch zukünftige Generationen werden unsere Retro-Klassiker zumindest auf emulierter Hardware noch zocken können. Weil die Spiele kopierbar sind! Perfekt geschützte Spiele sterben mit ihrer Zeit – nur gecrackte Spiele leben ewig.


Na gut, und was jetzt?


Heutzutage ist die Verfügbarkeit neuer Spiele dank Amazon und Steam kein Problem mehr. Patches, Mods, Achievements gibt es automatisch mit dazu. Es ist viel einfacher, ein Game legal zu kaufen als es von irgendwelchen illegalen Servern zu saugen. Das Bequemlichkeitsargument fällt aus!

Spiele sind billig. Vergessen wir einfach mal die Steigerungen bei Qualität, Umfang und Produktionskosten ... Summer Games kostete 1984 im Laden 109 D-Mark. Umgerechnet in Euro und mit 35 Jahren Inflationsausgleich entspricht dies der heutigen Kaufkraft von 102 Euro. Tatsächlich kosten weit hochwertigere Spiele kaum die Hälfte und wer sich das nicht leisten kann, wartet auf einen Sale. Das Preisargument fällt aus!

Es mag noch ein paar Regionen auf dieser Erde geben, wo Raubkopierer die Basis für die Märkte von morgen erschaffen. Unser westlicher Markt ist aber erschlossen, es findet nur noch Verdrängungswettbewerb statt. Und verdrängt werden im Zweifel die Spiele und Genres, die wir am meisten lieben, wenn wir sie nicht kaufen. Das Marktwachstumsargument fällt aus!

Die technische Innovation stößt immer mehr an die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung oder hat sie längst überschritten. Der Schritt von 4K- zu 8K-Grafik ist schlicht weniger wertvoll als der von 320x200 Pixeln zu VGA. Spiele müssen heute viel mehr inhaltlich glänzen, als technisch. Das Fortschrittsargument fällt aus!

Fast jedes Spiel hat anpassbare Schwierigkeitsgrade. Demos und Intros haben sich längst aus der Illegalität verabschiedet und existieren als eigene Disziplin. Weder künstlerisch, noch spielerisch bieten gecrackte Spiele noch einen Mehrwert gegenüber dem Original. Auch dieses Argument fällt aus!
 

Q-Berts Quintessenz


... denn sie wussten nicht, was sie tun? Blödsinn. Jedem von uns war auch ohne Anschreiben des Freiherrn von Gravenreuth völlig klar, dass Kopieren verboten ist. Gemacht haben wir es trotzdem. Die Geschichte liefert uns erst jetzt, Jahrzehnte später, die praktischen Argumente und positiven Skaleneffekte für eine moralische Rechtfertigung unseres Handelns. Wer aber heute noch Spiele raubkopiert, der wird den Luxus dieser Ausreden nicht haben. Also: Wenn dir ein Spiel gefällt, dann kauf es dir gefälligst, du Verbrecher!

Aber an alle Cracker und Fixer, Supplier und Swapper, Ripper und Sounddiebe der 80er Jahre sage ich: Danke! Danke, für eine richtig geile Zeit. Special Greetinx gehen an: Dynamic Duo, Ocean, Fairlight, Accolade, Star Frontiers, Hewson, Trianon, Microprose, YETI, Sierra, Eagle Soft Inc., Epyx, Beasty Boys, Lucasfilm Games, Radwar, System 3, Light Circle, Rainbow Arts, Hotline, Origin, Red Sector, Brøderbund, TRIAD, Cinemaware, Ikari, Infocom, Legend, SSI Inc., Warriors of Darkness, Electronic Arts, Silver Overkill, Muse und The Diamond Edge.

 
Q-lumne? Was soll das?
Q-Bert heißt im echten Leben Micha und euch herzlich willkommen mitzureden. Mit Vorschriften und Regeln konnte er noch nie viel anfangen, abgesehen davon ist er aber völlig ungefährlich. Bei Advanced Dungeons & Dragons beansprucht er daher die Ausprägung "chaotic - good" und killt gerne "lawful - evil" Loser. Das Schreiben hat er nie gelernt, was ihn aber nicht davon abhält, es trotzdem zu tun.

Bild oben: "Tauschgift Collage", Crackergroup Logos der 80er // C64
Beweisstück A: "World Games", Q-Bert, 1988
Beweisstück B: "Silver Overkill in Tusche & Tinte", Q-Bert, 1987
Beweisstück C: "Silver Overkill Intro", Q-Bert, 1987
Bild unten: "Raubkopierer sind Verbrecher", Kampagnen-Logo
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Natürlich immer nur die Anderen!
Q-Bert 8. Februar 2020 - 15:27 — vor 16 Wochen aktualisiert
Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 8. Februar 2020 - 15:27 #

Hehe, war witzig zu lesen. Aber noch schöner wäre gewesen, wenn du nach deiner eindeutig erklärenden Einleitung, wie stumpfsinnig und dumm das Wort Raubkopierer ist, dieses im weiteren Text eben deshalb unterlassen hättest. ;)

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 8. Februar 2020 - 17:19 #

Ja, Raubkopierer ist ein dümmlicher Begriff. "Völlig falsch, aber griffig" hat mein Physiklehrer da immer gesagt :)

In der Entstehung des Textes war es so, dass der erste Absatz mit der einleitenden Erklärung erst relativ spät dazu kam. Die Idee war, dass ich den Begriff gerade deshalb in der Folge verwenden kann (da er so schön griffig ist und gut klingt), weil ich ja vorweggeschickt habe, dass er doof ist. Hab noch überlegt, ob ich "Raubkopierer" dann konsequent in Anführungszeichen setze... naja, nu isses so. Aber lustig, dass gleich das erste Feedback voll in die Kerbe reinhaut :D

Necromanus 18 Doppel-Voter - - 12779 - 8. Februar 2020 - 18:30 #

Bei dem Begriff Raubkopie bekomme ich auch immer die Kriese. Naja irgendwie muss sich die Kopierschutzindustrie wohl über Wasser halten.

Herr Hartz 12 Trollwächter - 1066 - 8. Februar 2020 - 15:33 #

Sehr schöne und lustige Kolumne, welche mir vor Augen führt, was für ein alter Sack ich schon bin. Ich habe so ziemlich alles geschilderte selber miterlebt....

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 8. Februar 2020 - 17:37 #

Und wir können froh sein, dass wir diese geile Zeit erleben durften :) Die Kids von heute können sich doch gar nicht mehr vorstellen wie es war, wenn man für ein verpixeltes Schwarz-Weiß-Bild von Samantha Fox über zwei Minuten Ladezeit in Kauf nehmen musste...

Herr Hartz 12 Trollwächter - 1066 - 8. Februar 2020 - 18:58 #

...und was für ein geiles Gefühl das war, wenn man die Diskette in das Laufwerk geschoben hat und es dann erstmal richtig anfing zu rattern....

CptTrips 09 Triple-Talent - P - 331 - 11. Februar 2020 - 16:57 #

Du Lümmel! :)

anni 13 Koop-Gamer - P - 1299 - 8. Februar 2020 - 16:11 #

Spitzen Kolumne!!! Danke, für dieses wundervolle Lesevergnügen und den tollen Blick.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 8. Februar 2020 - 17:42 #

Ein Kommentar von einem User, der eher selten welche schreibt, ist eine besondere Ehre. Danke dir! :)

Danywilde 24 Trolljäger - - 79318 - 8. Februar 2020 - 16:25 #

Sehr gerne, ich habe auch damals schon immer mein bestes gegeben! :)

Sehr schöne Kolumne, hat mir wieder richtig Spaß gemacht!

Noch eine Ergänzung, es ist mittlerweile auch möglich, die unveränderten Originale zu archivieren, da manche Cracks ja nicht so ganz sauber waren, siehe Software Preservation Society (http://www.softpres.org/).

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 8. Februar 2020 - 17:32 #

Ja, das mit der Archivierung stimmt, wenn man es ganz aktuell betrachtet. Auch auf mobygames, lemon64 und archive.org werden jetzt fast nur Originale archiviert. Aber das ist, würde ich sagen, eine junge Entwicklung der letzten 2-3 Jahre. Vor 10 Jahren hatte ich mir einen Haufen C64 Images runtergeladen (alles, was ich von früher kannte und nochmal spielen wollte) und das waren praktisch nur die gecrackten Versionen.

Die eigntlich bittere Erkenntnis ist aber:
Die Original-Spiele von HEUTE werden in 35 Jahren wohl kaum noch spielbar sein. Skyrim, Witcher 3, vor allem aber Multiplayer wie Fortnite, LOL, WOW ... bin echt gespannt, ob/wie diese Spiele für die Nachwelt archiviert werden können.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 8. Februar 2020 - 18:31 #

Oh, und danke für den allerersten Kommentar auf YouTube ev0r ^^

War gar nicht so leicht, mein Intro-Video aufzunehmen. Erstmal den alten C64 rauskramen, der wollte aber nicht mehr angehen. Zum Glück hatte ich nen 2. CehVieh in Reserve, der funzt noch. Nächstes Problem: Wie krieg ich einen C64 an ein 55" OLED TV? Antennenkabel ran, Kanalsuche.... nix. Kanal 36 auf 596 MHz... nix. Ich musste die gesamte Senderliste rausschmeissen (danke, Philips!), dann hat's geklappt. Aber die Bildqualität ist ultragrottig.

Und dann dieser Moment, wenn man eine 35 Jahre alte Multischleif-Diskette mit dem kompilierten Intro ins Laufwerk schiebt... und die 1541 rattert und rattert, knackt und knattert... FEHLER. Urgs. Nochmal... ratter, ratter... READY. RUN. Juchu! :)

Danywilde 24 Trolljäger - - 79318 - 8. Februar 2020 - 18:54 #

Das sind die Probleme bei der alten Hardware. Ich hab jetzt ja einen theC64, der ist einfach klasse und macht mit USB und HDMI richtig Spaß.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 8. Februar 2020 - 22:12 #

Aber wie schließe ich da meine 1541 Floppy an? Mein selbstprogrammiertes Zeug hab ich ja nur auf den uralten Disks :)

Fürs reine C64-Zocken hab ich einen Mini-PC mit Emulator auf TV, mit Wireless XBox Controller statt Joysticks. Da purzeln die alten Rekorde nur so... Quickshot und Competition Pro waren damals gute Knüppel, aber gegen die Präszision eines guten GamePads haben sie keine Chance!

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 8. Februar 2020 - 23:24 #

Ich hatte bei der Emulation des Amigas den Eindruck, dass die alten Spiele die Präzision von aktuellen Controllern gar nicht verarbeiten können?

Splatter 11 Forenversteher - P - 590 - 9. Februar 2020 - 2:34 #

Da machst Du aber irgendwas falsch. ^^
Vor allem Spitzenpads wie z.B. das SN30Pro+ von 8BitDo sind für die meisten Spiele natürlich besser geeignet als irgendwelche schlabbrigen alten Pads/Joysticks, besonders im Lagless-Mode. Kürzere Schaltwege und präzisere Eingaben (Digikreuz!) sind wohl immer von Vorteil.
Es sei denn, man möchte das "Originalfeeling", aber dann emuliert man auch nicht. ;)

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 9. Februar 2020 - 16:49 #

Na ja, habe mir das technisch in der Form erklärt, dass die alten Spiele, bzw. die Hardware auch noch keine Spitzenpads mit präzisen Eingaben und kurzen Schaltwegen kennen, und es daher kein Vorteil sein kein.

Also z.B. bei früheren Jump and Runs, bei denen mir in den 80ern und 90ern die Steuerung nicht negativ auffiel, da nichts anderes bekannt, ist die Steuerung aus heutiger Sicht total "hakelig" und "steif".
Das war bei Nutzung eines aktuellen Gamepads genau wie bei einer Adaption eines ältern Joysticks. Rein vom Spielen jedoch, kam es mir vor als ob das aktuelle Gamepad sogar kontraproduktiv ist, evtl. weil es so viele "Richtungen" ermöglichen könnte ,die das Spiel gar nicht "kennt".

Sofern sich das noch anders konfigurieren ließe, immer her mit Tipps.

Wie geschrieben, meine Vermutung eher, die alten Spiele können technisch gar nicht "smoother" werden von der Bedienung.

Splatter 11 Forenversteher - P - 590 - 9. Februar 2020 - 22:03 #

Ich glaube, Du wirftst da ein bißchen was durcheinander. Auch die alten Kisten hatten eine 50Hz-Abfrage für Eingabegeräte, konnten also, sofern sie vernünftig programmiert waren, alle 20ms reagieren. Da ist schon eine sehr exakte Steuerung möglich.
Allerdings liefen, speziell auf dem Amiga, bei weitem nicht alle Games mit 50Hz/50FPS. Die meisten schafften nur die Hälfte (Xenon 2 sogar nur 17), sodaß natürlich auch der Eingaberesponse entsprechend dauerte. Diese niedrigen FPS-Zahlen lassen die Spiele halt nicht mehr so "smooth" wirken, mit der Eingabe hat das aber nur bedingt zu tun. Wenn Du hier on top noch ein schlechtes Pad mit schlabbrigem Digikeuz verwendest, verstärkst Du diese Effekte (Lag, schwammige Steuerung) nur noch.
Außerdem verwenden moderne Emulatoren technische Tricks (WinUAE: Lagless-Mode; Retroarch, Higan: RunAhaed) um Lags zu vermeiden, noch ein Grund mehr für gute Pads. Die Spiele werden dadurch nicht "smoother", aber die Bedienung angenehmer. ;)

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 9. Februar 2020 - 22:20 #

Ich bin nach einer Minirecherche eigentlich eher in meiner Meinung bestärkt.
"
Die Funktionsweise ist einfach: vier Schalter für die vier Himmelsrichtungen werden ergänzt durch einen Feuerknopf (mehr bei Weiterentwicklungen wie den Sega Gamepads). Durch die Schalter war der Joystick nur digital abzufragen, ein leichter Druck war nicht zu unterscheiden von einem starken Druck. Bei vielen Drittherstellerjoysticks kamen noch Extras wie Dauerfeuer oder Slow Motion (die Bewegungen wurden quasi zerstückelt um langsame Bewegungen zu simulieren)."
Dennoch Danke für deine Ausführung, die ich leider in der Form bezweifle. Zu der von dir beschriebenen Signalabfrage kann ich nichts sagen, ich vermute weiter, dass die alten Spiele auf Softwareebene tatsächlich nur oben, unten, links, rechts verarbeiten können. Daher bezweifle ich, dass man per neuer hardware quasi die alte software ansprechen kann, in der Form, dass sich die Bedienung ändert, also zB angenehmer werden kann.

Splatter 11 Forenversteher - P - 590 - 10. Februar 2020 - 0:46 #

Hehe, ich glaube, Du hast mich komplett falsch verstanden. Bei den erwähnten "Tricks" handelt es sich um Maßnahmen, den Input-Lag (die Zeit, die zwischen Knopfdruck und Reaktion auf dem Bildschirm vergeht) zu minimieren. An der Bedienung ändert sich gar nix.

Bei der Eingabe gibt es 2 entscheidende Faktoren: Zeit und Präzision.
Erstere meint besagten Lag und hängt von verschiedenen Dingen ab, z.B. dem Programm selber oder auch dem Emulator (wie gut jeweils programmiert). In bestimmten Maß aber auch vom Eingabegerät. Joysticks haben idR längere Schaltwege als Pads, teilweise sind Treiber schlampig programmiert oder die Signalverarbeitung/-übertragung dauert aufgrund billiger Chips länger. Ich hab schon einige Pads ausprobiert und die Unterschiede von Best zu Worst sind enorm (schlechte Teile brauchen, speziell kabellos, schonmal 100ms länger). Da hilft dann auch kein schneller Emu mehr. Und ein zu großer Lag ist mehr als nur ärgerlich. Ergo: schneller -> angenehmer.
Letztere bezieht sich vor allem aufs Digikreuz (ich bleib mal nur bei Pads). Ist das zu wabbelig oder sind die Schalter ab und an mal kontaktunfreudig, wirds schwierig mit der exakten Bewegung, speziell bei der diagonalen, wo ja 2 Kontakte gleichzeitig aktiviert werden müssen. Und es ist schon nervig immer wieder nach rechts zu drücken, wo man doch nach rechtsoben hüpfen wollte. Ergo: präziser -> angenehmer.
Das alles macht die Spiele nicht fluffiger als sie nunmal sind aber bei schnellen, gut programmierten Actiongames (glaub es oder nicht) einen großen Unterschied. ;)
So, jetzt aber Schluß, das ist schon sehr OT geworden.

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 10. Februar 2020 - 9:17 #

Lassen wir die Frage, ob ich "etwas falsch verstanden habe", einfach mal offen.
Ich habe, auch aus eigener Erfahrung, die Frage aufgestellt, wie mit aktueller Hardware denn plötzlich die Rekorde bei alten Spielen purzeln könnten, dank "besserer" Eingabemöglichkeit?

Ausprobiert habe ich den Speedlink Competition, das NES/USB Gamepad, ein aktuelles Logitech Pad jeweils mit Kreuz und Stick sowie die Abbildung der Steuerung über Tastatur/per Emulator.
Meine aktuelle Erfahrung und Meinung: Die Steuerung kann der alten Steuerung entsprechen. Ich suche aber noch konkrete Möglichkeiten, wie die Steuerung tatsächlich bequemer wird? Denn das hat Q-Bert ja im Hinblick auf Rekorde angesprochen.

Beispiele:
Stormlord, die Steuerung war damals schon hakelig, zwar präzise aber "stumpf"
Dogs of War / Microprose Soccer. Hier zeigt sich besonders, dass man aus "oben, unten, links, rechts" natürlich irgendwann eine 360 Grad-Bewegung durch aneinderreihen bekommt (ich vermute das ist die Hz-Abfrage-Thematik). Aus heutiger Sicht, was damals nicht auffiel, ist das jedoch hakelig. Da jedoch das, Spiel programmiert ist wie es ist, habe ich die Vermutung, dass man an der Hardware-Eingabeseite noch so herumschrauben kann, jedoch die Software es gar nicht "verarbeiten, abbilden" kann.
Terrys Big Adventure, hier ist "oben-rechts" besonders spannend, da es das Springen nach oben-rechts abbildet im Spiel.

Das Spiel per Emulator schneller machen bringt für mich nichts, da dann eben das ganze Spiel proportional schneller wird.

Aber Du scheinst Dich ja mit der Thematik auch zu beschäftigen, daher würde ich mich über konkrete Einstellungs-Tipps für ein Dogs of War oder Microprose Soccer freuen.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 10. Februar 2020 - 11:04 #

Also ich hab da nix groß konfiguriert, einfach meine Wireless XBox Gamepad angeschlossen.

Wenn ich damit z.B. Winter Games, Summer Games, Combat School auf dem C64 zocke, ist das "Schnell-Rütteln" einfacher möglich als mit nem Competition Pro, weil die Schaltwege kürzer sind und die Hand nicht so schnell ermüdet. Bei Winter Games in Biathlon den Berg hoch zu laufen, war immer irgendwie krampfig, mit dem Gamepad geht es wie von selbst.

Auch Spiele wie Space Taxi, Krakout, Crazy Comets fallen mir leichter, weil ich mit dem Gamepad schneller reagieren kann.

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 10. Februar 2020 - 14:47 #

Winter Games.
Habe es in Erinnerung, dass man dort auch viel über Rhythmus in der Steuerung reißen musste.
Auch ein interessanter Aspekt, wenn dort die Eingangssignale der Steuerung verändert werden, hier nach Deiner Beschreibung quasi zeitlich verkürzt werden.
Hätte gar nicht gedacht, dass es dann noch funktionert. ;-)

Ich spiele die meisten emulierten Spiele mit einer 1:1 Einstellung der alten Konfiguration, suche aber nun im zweiten Schritt nach Modifikationen gerade im Rahmen der Steuerung.

euph 27 Spiele-Experte - P - 88259 - 10. Februar 2020 - 15:04 #

Biathlon war schon viel auf Rhythmus ausgelegt, nur den Berg hoch, da musstest du ordentlich schütteln.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 10. Februar 2020 - 15:16 #

Also signaltechnisch verkürzt nicht. Aber es geht halt schneller, so einen kleinen, leichten 2cm "Knubbel" am Joypad hin- und herzurütteln als einen großen, schweren 10cm Joystick, weil der Hebelweg viel kleiner ist.

Beim Competition Pro musste ich z.B. bei Biathlon auch immer umgreifen: Bei den rhythmischen Abschnitten hab ich den CP normal in der Hand gehalten, bei den Rütteleinlagen aber kurz aufs Knie gestellt, um mehr Stabilität zu haben. Und bei Dauerrüttelspielen wie der 10.000 Meter Lauf in Decathlon wurde es echt sportlich... mit dem Joypad nimmst du einen Finger und wackelst, das geht ne Stunde ohne Ermüdungserscheinung ^^

Splatter 11 Forenversteher - P - 590 - 10. Februar 2020 - 12:41 #

"Ich habe, auch aus eigener Erfahrung, die Frage aufgestellt, wie mit aktueller Hardware denn plötzlich die Rekorde bei alten Spielen purzeln könnten, dank "besserer" Eingabemöglichkeit?"

Sorry, aber das ist eine ganz andere Frage als

"Ich hatte bei der Emulation des Amigas den Eindruck, dass die alten Spiele die Präzision von aktuellen Controllern gar nicht verarbeiten können?"

Ich habe natürlich auf Letztere geantwortet.
Zu Ersterer:
Q-Bert hat schon einen Punkt genannt: Joystick -> Gamepad, kürzere Schaltwege, schrub ich ebenfalls schon. Auch warum dort ein Gutes hilft. (Und ja, auch alte Spiele reagieren positiv auf bessere Präzision, s.o.)
Und durch Einstellungen wird ein schlampig programmiertes Spiel natürlich nicht besser lauffähig als auf den Original. Durch geänderte Settings wirst Du leider nicht automatisch zum Shoot'emUp-King. ;) Die Emus bieten aber nette Sachen wie Rückspulfunktion und Savestates. Gut für frustige Stellen.
Ein zweiter Punkt liegt eher beim Spieler. Durch jahrzehntelanges Daddeln steigt auch der Übungs- und Erfahrungslevel. Und auch Frusttoleranz, Ausdauer und Reaktionsvermögen müssen nicht zwangsläufig mit 40 sinken (wie man u.A. an Q-Bert sieht). Ist das bei Dir (so wie bei mir) allerdings der Fall, hilft auch kein Emu oder bessere Hardware.
Ich kann Dir also nur folgende Tipps geben: Verwende ein Pad, mit dem Du gut klarkommst, verwende (beim WinUAE) vorzugsweise die Voreinstellungen (Quick-Settings) und zuguterletzt das wichtigste:
ÜBEN
Nur dann klappts auch mit den Rekorden.

LRod 17 Shapeshifter - - 8702 - 8. Februar 2020 - 16:41 #

Sehr schön, endlich wieder eine Q-lumne!

Ich kann dir da nur beipflichten, die Raubkopien in reale Verkäufe anzurechnen ist großer Quatsch. Wo soll ein Schüler das Geld hernehmen?

PS: VGA war 320x200, da bist du m.E. durcheinander gekommen und meintest vielleicht SVGA.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 8. Februar 2020 - 17:24 #

Hm, war nicht CGA = 320x200 mit 16 Farben und VGA = 640x480 mit 256 Farben? oO Is so lange her... ^^

Markus 13 Koop-Gamer - 1676 - 8. Februar 2020 - 17:43 #

LRod hat recht - VGA, das war 320x200 mit unvorstellbaren 256 Farben! Super VGA (Super!! VGA!!!!1) hatte unvorstellbare 640x480 Pixel, aber dafür weniger Farben. Wahrscheinlich, weil uns sonst vor den PCs die Köpfe explodiert wären.

Sensationell gute Kolumne, Verzeihung, Q-lumne!

LRod 17 Shapeshifter - - 8702 - 8. Februar 2020 - 17:53 #

CGA sollte passen, VGA 320x200x256 bzw 640x480x16 und SVGA 640x480x256 bzw 800x600x256. Glaube ich.

Edit: Scheint zu stimmen, aber ist wirklich lange her ;-)

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 8. Februar 2020 - 18:07 #

Naja, jedenfalls alles besser als die effektiv 160x200 Pixel in 16 Farben, die man dem C64 ohne Tricks entlocken konnte ^^ Mit dem Amiga wurde dann ja schon der Begriff "Fotorealismus" geboren. Höhö :D

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 11. Februar 2020 - 11:26 #

Beim C64 gibt es noch den HiRes-Modus mit 320x200 Pixeln und 16 Farben, der damals aufgrund der Beschränkung auf 2 Farben je 8x8 Pixel nur selten genutzt wurde.
Das Bild hatte ich vor ein paar Jahren in dem Modus gepixelt:
https://www.deviantart.com/oliverlindau/art/The-Mill-670453724

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 11. Februar 2020 - 13:13 #

Nice :)

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 11. Februar 2020 - 23:07 #

Thx :)

Danywilde 24 Trolljäger - - 79318 - 11. Februar 2020 - 20:33 #

Cooles Bild, erinnert mich irgendwie ein bischen an Kings Quest 5.

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 11. Februar 2020 - 23:02 #

Danke. Das muss an der Wassermühle liegen ;)

Grinder 11 Forenversteher - P - 807 - 11. Februar 2020 - 22:30 #

War das mal in der Return abgebildet?

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 11. Februar 2020 - 23:01 #

Gerade geschaut. Ja, in Ausgabe 25.

Ganon 24 Trolljäger - P - 57664 - 11. Februar 2020 - 10:20 #

Ja, so habe ich das auch in Erinnerung, deswegen ist mir die Stelle im Text auch gleich aufgefallen. ;-)
Macht aber nichts, ich fand die Kolumne echt super!

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 11. Februar 2020 - 10:51 #

CGA hat 16 Farben, von denen 4 vordefiniert genutzt werden können. Die Farben waren bei EGA erst in der Gesamtheit nutzbar. In Deluxe Paint wurde der niedrig aufgelöste VGA-Standard als MCGA bezeichnet, weil der wohl eindeutiger war.

Bzw CGA hatte noch einen Composite-Mode, für den nur kaum ein Computer damals einen Anschluss vorsah, der auch von manchen Spielen unterstützt wurde (zb Maniac Mansion). 2015 erschien eine Szenedemo für diesen Modus:
https://www.youtube.com/watch?v=yHXx3orN35Y

TSH-Lightning 22 AAA-Gamer - - 31947 - 8. Februar 2020 - 17:30 #

Das war etwas vor meiner Zeit. Meine Tools waren eher Clone CD, Alcohol 120%, AnyDVD, DAEMON Tools usw.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 8. Februar 2020 - 19:16 #

Elender Pirat! ;)

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 8. Februar 2020 - 19:59 #

Sind die 10 Jahre da auch schon um, verjährt? :D

Admiral Anger 26 Spiele-Kenner - P - 68351 - 8. Februar 2020 - 20:07 #

Ach, Daemon Tools – da kommen Erinnerungen hoch. "Muss'de Image mounten!!1!" hat sich damals auf unseren Keller-LAN-Partys zum Geflügelten Wort entwickelt. ^^

LRod 17 Shapeshifter - - 8702 - 8. Februar 2020 - 20:44 #

Ja, die sagen mir auch noch, aber in der Zeit endete die Ära der Sicherheitskopie bei mir schon weitgehend. Ich denke, die WoW-Zeit war die endgültige Zäsur, danach habe ich nur noch gekauft, was wohl auch an den da aufkommenden Steam-Sales lag.

Punisher 20 Gold-Gamer - - 25653 - 8. Februar 2020 - 21:50 #

Boah das war damals ein Elend. Und dann noch NoCD-Keys aus irgendwelchen dubiosen Quellen... aber gefühlt auch schon ne Ewigkeit her. Müssen locker... 15, 16 Jahre sein?

TSH-Lightning 22 AAA-Gamer - - 31947 - 9. Februar 2020 - 7:43 #

Jup ist alles schon ewig her. Wir hatten für die LAN Multi-Key-Generatoren die für viele Spiele z.B. Company of Heroes problemlos funktioniert habe.

Bluff Eversmoking 16 Übertalent - P - 4796 - 9. Februar 2020 - 1:32 #

Pah! Turbo-Nibbler / Turbo-Copy und Copy 190! Bevorzugt eingesetzt auf Vorführgeraten in Kaufhäusern, wo man sich in den Ferien zum geselligen Raubkopieren traf.

Noodles 24 Trolljäger - P - 59213 - 9. Februar 2020 - 15:52 #

Ja, bei mir auch. :D Wobei ich ziemlich wenig raubkopiert hab, die allermeisten Spiele hab ich mir zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenken lassen oder zusammen mit meinem Bruder Taschengeld gespart und davon gekauft. Und später haben wir uns mit Zeitung austragen selber Geld verdient. Hab damals auch viel mehr Zeit mit einem Spiel verbracht, deswegen brauchte ich nicht so oft ein neues. ;)

Jac 18 Doppel-Voter - P - 10524 - 8. Februar 2020 - 17:35 #

Ja, das war in den Achtzigern üblich und hat sicher am Ende auch zum Erfolg der Heimcomputer beigetragen. Gleichzeitig darf nicht vergessen werden, dass es auch konkrete Jobs gekostet hat, was ich selbst wenig glorreich finde.
Ich bin als ITler froh, dass das Kopieren von und ohne Lizenz genutzte Software fast ausgestorben sind, das gilt auch im beruflichen Umfeld. Da war es in den Neunzigern tatsächlich auch im Gewerbe üblich, oftmals sehr unterlizensiert zu sein. Die ehrlichen Käufer haben da für die schwarzen Schafe letztlich mitbezahlt.
Rückblickend nachvollziehbar, wenn auch nicht ehrenhaft.
Trotzdem ein lesenswerter Text, danke dafür!

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 8. Februar 2020 - 17:58 #

In Deutschland zumindest, laut BSA beträgt der Anteil an Schwarzkopien hier (natürlich geschätzte!) 22%. In anderen Teilen der Welt geht es hoch bis zu 60-70%.

Es gab neulich ein Interview in der Gamestar über die russische Indie-Szene, selbst dort ist der Anteil an illegalen (Spiele-)Kopien auf unter 50% gesunken. Der Ehrencodex "if you love it, buy it" scheint sich durchzusetzen. Für mich als Indie-Kuschler ist es heute eh Pflicht, weil wer soll solche Nischentitel kaufen, wenn nicht Leute wie ich? ^^

Ganon 24 Trolljäger - P - 57664 - 11. Februar 2020 - 10:30 #

Sind in Russland nicht PC-Spiele spottbillig, damit sie überhaupt jemand kauft und nicht nur kopiert wird?

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 11. Februar 2020 - 13:22 #

Da bin ich nicht tief im Thema drin, hab aber mal nen Mitarbeiter gefragt mit russischen Wurzeln: Auf Steam kosten die Spiele in Russland umgerechnet etwa halb so viel bis ein Drittel wie hier. Gemessen am Durchschnittseinkommen von ca. 700 Dollar pro Monat also eher teuerer.

euph 27 Spiele-Experte - P - 88259 - 11. Februar 2020 - 16:29 #

Ist glaube ich nicht nur in Russland so. Die Preise werden wohl an die wirtschaftlichen Verhältnisse angepasst. War mal Thema in einem der vielen Podcasts, weil Keyseller ja desöfteren ihre Keys auch dort kaufen um sie hier teurer zu verkaufen,

Unregistrierbar 18 Doppel-Voter - P - 9142 - 8. Februar 2020 - 17:37 #

Nope. Das Urheberrecht ist der Grund, wieso die Spielebranche überlebt hat. Weil sonst wäre gleich alles kopiert worden.
Im Übrigen habe ich auf dem C64 auch kopiert. Nur rede ich mir nicht ein, es hätte eine moralische Begründung dafür gegeben und schon gar nicht im Nachhinein.

Harry67 18 Doppel-Voter - - 12890 - 8. Februar 2020 - 17:52 #

Komischerweise ist das allen Menschen, die Geld mit ihrer kreativen Leistung verdienen, sprich Urheberrechte haben, sonnenklar.

Aber vielleicht sollten wir einfach dankbar sein, wenn uns von Konsumentenseite im Nachhinein verklärte "Geschäftsmodelle" gegen unseren Willen übergestülpt werden. Sie wollten doch nur unser Bestes ...

Der Moment, wenn man zum Ayn Rand Sympathisant werden könnte ...

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 8. Februar 2020 - 18:04 #

Wieso "sonst wäre..."? Es WURDE alles sofort kopiert! ^^

Und ich hoffe, du hast den humoristischen Unterton rausgelesen. Wenn nicht, schau mal auf die Bildunterschrift des "Raubkopierer sind Verbrecher" Logos... ;)

Punisher 20 Gold-Gamer - - 25653 - 8. Februar 2020 - 19:49 #

Realistisch hat das Urheberrecht keinen interessiert. Zu Amiga/C64-Zeiten hatte quasi die ganze Schule alle Spiele, Originale konntest du aber mit der Lupe suchen (und hättest trotzdem keine gefunden).

euph 27 Spiele-Experte - P - 88259 - 9. Februar 2020 - 12:05 #

Ist wie mit dem Internet, da hat das anfangs auch keinen Interessiert. Oder in den Anfangszeiten der Konsolen - da wurden doch auch munter Spielprinzipe geklaut.

Unregistrierbar 18 Doppel-Voter - P - 9142 - 10. Februar 2020 - 22:06 #

Wie ich schon schrieb, ich war Schüler. Das ist natürlich trotzdem keine Rechtfertigung. Aber ich habe mir da so ne Theorie zurechtgelegt, dass die Industrie einerseits abzielt auf eben diese jugendliche Zielgruppe, andererseits aber sträflich vergisst, dass deren finanzielle Mittel naturgegebenermaßen stark begrenzt sind. D.h. eigentlich leben die in einer Traumwelt ganz so wie Dealer: antriggern bei Leuten, die es sich eigentlich gar nicht leisten können, deren Drogen zu kaufen - und sich dann wundern, wenn die Kunden zu Kriminellen werden, um an das Zeug zu kommen, auf das sie scharf gemacht worden sind.
Da fände ich gesetzlich konforme Wege doch viel besser, z.B ob Schüler weniger für Originale zahlen müssten. Bei Nicht-Spiele-Software ist das ja auch längst gang und gäbe, sogar bei MS mit Word Student usw. Da frage ich mich, was beim Spielemarkt so anders ist. Ist der Spiele-Markt einfach nur am Ende der Skala in Bezug auf extreme Vermarktlichung? Denke ich mal nicht. MS ist doch ein Paradebeispiel für ein erfolgreiches Mega-Unternehmen. Warum machen die sowas und warum können die großen Spiele-Publisher da nicht nachziehen?

Immerhin, selbst damals hatte ich nach 6 Jahren C64-Dasein zwei Handvoll Originale (alles Kassetten natürlich). Der größte Stolz war dann wohl die Kassettenversion von Antiriad. Die Hülle war in einem ungewöhnlichen Format - etwa doppelt so groß wie eine normale MC und darinnen gab es einen kleinen Comic (der aber sehr gut gezeichnet war) von Daniel Malone, der die Story erklärt hat.

Jürgen 24 Trolljäger - P - 53982 - 8. Februar 2020 - 17:49 #

Das Kopierprogramm meiner Wahl für den CPC war Oddjob. Geniales Teil! Ansonsten: weiter machen! Ich werde den Großteil des Textes übers Wochenende lesen. Danke schon mal :)

RoT 19 Megatalent - P - 14152 - 8. Februar 2020 - 18:13 #

Schöne reißerische Headline, geb ich mir nachher mal :D

Necromanus 18 Doppel-Voter - - 12779 - 8. Februar 2020 - 18:37 #

Lange Zeit wollte die Game-Industrie dich doch zum Kopieren der Spiele zwingen. Ich ärgere mich noch heute darüber Splinter Cell 3 (vielleicht war es auch 2, bin mir nicht mehr ganz sicher) legal gekauft zu haben. Der Kopierschutz verhinderte dass das Original! bei mir lief, weil ich böse Software auf meinem PC hatte (Nero! die böse Software des Teufels 666!!!). Ich hatte dann sogar mit dem Support telefoniert, die mir dann erklären wollten dass ich die Software löschen muss um es spielen zu können. Irgendwie habe ich sie dann dazu bekommen mir eine Exe ohne den Kopierschutz zu schicken. Ich glaube ich habe gedroht nie wieder ein Spiel von ihnen zu kaufen (was ich dann lange Zeit auch wirklich gemacht hatte) und mir einen Crack bei Gamecopyworld zu ziehen (der besser lief als der vom Hersteller des Spiels).
Ich glaube es war eine der ersten Versionen von SecuRom die mir da das Leben als ehrlicher Käufer schwer gemacht hatten. Dieses Ereignis hatte mich damals öfters zur bösen Kopie greifen lassen...

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 8. Februar 2020 - 19:18 #

Securom ging ja noch. Das mieseste war Starforce 3.Der Mist hat mir gar mal den ganzen Rechner geschrottet.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 8. Februar 2020 - 22:18 #

Eine Zeitlang war es wirklich unfassbar, wie unverschämt und dumm manche Spielehersteller mit ihren Kunden umgingen. Da war man (endlich) ehrlich und hat ne Stange Geld bezahlt, um dann doch kriminalisiert zu werden.

Inzwischen hat die Branche aber denke ich verstanden, dass Bequemlichkeit der wichtigste Faktor ist. Menschen sind einfach faul. Also mach es ihnen so einfach wie möglich, dann zahlen sie irgendwann auch. Wäre es anderes, würde es den ganzen F2P-Sektor und Lootboxquatsch nicht geben.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - P - 9658 - 8. Februar 2020 - 23:20 #

Hat Jobs das nicht mit ITunes schon für Musik gemacht? Später dann Spotify.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 9. Februar 2020 - 0:28 #

Jupp, das hat er.

iTunes, Spotify, Amazon, Netflix, Steam ... mach es den Leuten richtig bequem und der faule, innere Schweinehund siegt über das Portemonnaie.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - P - 9658 - 9. Februar 2020 - 0:44 #

Bei Netflix bricht es so langsam auseinander. Weil in dieser Industrie lieber jeder sein eignes Küchlein haben will.
Getippt werden wohl Disney+, weil too big, Amazon Prime, weil durchlaufender Post für Prime und ein Dritter überleben. Abgesehen von einigen Nischen.

Harry67 18 Doppel-Voter - - 12890 - 9. Februar 2020 - 9:56 #

Spotify würde ich nicht außen vor lassen. Ob Disney auf Dauer mit der Fragmentierung wirklich glücklich wird?

CharlieDerRunkle 14 Komm-Experte - 2595 - 10. Februar 2020 - 17:23 #

*same. American Conquest: Divided Nation unter WIndows 7 installiert... großer Fehler... durfte den ganzen Rechner neu aufsetzen. Ich habe auch heute noch Original(!)-Spiele, die mit StarForce ausgerüstet sind, da klebt bei jedem so ein Zettel drin in roter Schrift "STARFORCE!" damit ich das nicht aus versehen installiere auf einem meiner neuren Systeme...

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - P - 9658 - 8. Februar 2020 - 19:43 #

Zwei Gründe für Raubkopien
1) Die Abwesenheit von Demos. Ich will meine Spiele gerne auf gog haben und auf Steam kaufen, dort Refund beantragen und auf gog kaufen ist da wohl eher umständlicher.
2) Nicht Verfügbarkeit einer legalen physischen Version und mieses Handling digitaler Versionen ( Nintendo ich meine ich euch beim 3DS)
3) (Auch Grund für einen Crack) Nicht Vorhandensein eines Laufwerks oder eines lautens, sofern die Box im Regal steht. Braucht AoE3 eigentlich die Disc im LW?

Danke für die Kolumne!

Player One 14 Komm-Experte - P - 2677 - 8. Februar 2020 - 19:59 #

Schöne Kolumne. Mir war zum Anfang meiner C64-Zeit gar nicht bewusst, dass man Software kaufen kann. Aber dann habe ich relativ früh auch die Spiele gekauft, die mir gefielen. Bis dato hatte ich auch prall gefüllte Diskettenboxen mit haufenweise Müll drauf. Mein erstes gekauftes Spiel dürfte Mercenary: Escape from Targ gewesen sein. Das hatte mir ein Arbeitskollege vorgeführt und ich war absolut begeistert, was im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar ist. War ˋne aufregende Zeit.

Claus 30 Pro-Gamer - - 272728 - 8. Februar 2020 - 19:59 #

Schöner Artikel.
:)

Kleiner Typo: Bluemax statt Blue Max.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 8. Februar 2020 - 21:58 #

Check, dangö. :)

Bantadur 15 Kenner - P - 2845 - 8. Februar 2020 - 20:24 #

Sehr sehr interessant sowie unterhaltsam. Danke für diese wiederwinmal rundum gelungene Q-lummne!

Edelstoffl 15 Kenner - P - 3929 - 8. Februar 2020 - 20:35 #

So geil! Wir waren Helden!
Äh..."Champ Cracking" fehlt in der Aufzählung - aber wir waren wohl schlicht und ergreifend mehr Möchtergerns, als erst zunehmende Cracks wie die oben genannten :)

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 8. Februar 2020 - 22:37 #

Zeig her, euer Intro! Gibts das auf YT? :)

Ich hab nie Spiele gecrackt, nur Grafik und Code für Demos gemacht und dann vor Spiele gepackt, die vorher von anderen Groups geknackt wurden ... da hab ich also nur das Intro gegen meins ausgetauscht. Voll fies! :P Aber ich war so weit am Ende der Nahrungskette, dass es vielleicht 3-4 Leute gab, die je ein Spiel mit "Silver Overkill" Intro hatten.

Edelstoffl 15 Kenner - P - 3929 - 9. Februar 2020 - 11:26 #

Sicher nicht mehr - wir haben wirklich auf sehr einfachen Niveau die paar Originale, deren wir habhaft werden konnten, "bearbeitet". Meist Spiele, deren "Kopierschutz" wohl meine Oma geknackt hätte. Ich erinnere mich z.B. an "Arkanoid" - da musste man nur die Boot-Datei austauschen. Wir haben dann unser Intro (in Basic!) vorgeschalten: Eine Krone mit "CC", welche von oben in's Bild und dann hin und her flog - war ein Sprite, den ich programmiert hattee. Leuchtende Laufschrift mit den üblichen Greetings und Gepose. Das ganze hinterlegt mit einer SID-Version des Yankee-Doodle - hat mein Kumpel zusammengeschustert. Eher peinlich - Wir waren 14-15 Jahre alt und wollten halt auch "dazu gehören"
Da wir ein großes Faible für Rollenspiele u.ä. hatten, haben wir eher die In-Game-Kopierschutz-Maßnahmen durch Anhängen entsprechender Info-Dateien unterlaufen; z.B. Codewheel-Dateien oder die Daten der Treasure-Fleet und des Silver-Trains bei "Pirates!" oder Bei "Fairy Tale Adventure" die anfangs geforderten Reimwörter.
War wohl nur in unserem Umfeld in Süd-Ost-Bayern verbreitet - ich hab leider nichts aufgehoben, als ich meinen Cevi verramscht habe...
Aber mit der oben genannten Champions-League hatten wir nichts gemein - wir waren eher Kreisliga :)

Ganon 24 Trolljäger - P - 57664 - 11. Februar 2020 - 10:42 #

Nicht nur raubkopieren, sondern sich auch noch mit fremden Federn schmücken. Pfui Teufel, schäm dich! ;P

Elfant 24 Trolljäger - P - 48211 - 8. Februar 2020 - 21:03 #

Ich habe da wieder ein paar Anmerkungen:
1. Das Urheberrecht sieht bei dieser Art von Verstößen eine Verjährungsfrist von 30 Jahre vor, wenn der Urheber bis dahin noch nichts über den Verstoß wusste.
2. Privatkopien waren bis in die 90 - iger noch erlaubt. Im Freundes und Bekanntenkreis munter zu "tauschen" war also kein rechtliches Problem. Im Zweifel wäre die Frage wo dieser endet. Und danke Musikindustrie!
3. Es gab QUACK. Es nannte sich nur Fuzzy Bit und wurde meines Wissens nur von Dungeon Master verwendet. Der Kopierschutz wurde erst ein Jahr später geknackt in dem die überall versteckten Abfragen ausgehebelt wurden. (https://youtu.be/VheNpiSZxf0)
4. Nichts zu danken.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 8. Februar 2020 - 22:07 #

QUACK ist unknackbar, auch in 100 Jahren nicht! Aber ich gebe dir Recht, es war eine großartige Leistung der Cracker, dass sie Dungeon Master bzw. Fuzzy Bit "besiegt" haben. :)

Elfant 24 Trolljäger - P - 48211 - 8. Februar 2020 - 22:49 #

Es war ein Sieg für FTL Games gegen uns die Cracker.
Es gib zur Quantenverschlüsselung eine nette These: Sie ist solange unknackbar bis sie existiert.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 9. Februar 2020 - 0:21 #

Hehe, klasse. Darauf ein Q-Bit :)

Das mit den 30 Jahren Verjährung kapiere ich nicht. Strafrechtlich ist das alles nach 3 Jahren verjährt, zivilrechtlicher Schadenersatz / Anspruch auf Unterlassung nach 10 Jahren - die Frist beginnt am Ende des Jahres, wo die "Tat" begangen wurde UND der Rechteinhaber Kenntnis erhalten konnte. Nun fällt beides ja nicht zwingend zusammen in ein Jahr, d.h. die Tat kann 20 Jahre her sein, nun erhält der Rechteinhaber Kenntnis davon und hat dann nochmal 10 Jahre Zeit, seine Ansprüche geltend zu machen, weil nach 30 Jahren die generelle Verjährung eintritt? So in etwa?

Elfant 24 Trolljäger - P - 48211 - 9. Februar 2020 - 1:36 #

Ja so in etwa. Das Problem ist halt, wann der Rechte Inhaber Kenntnis haben konnte.
Beispiel: Deine gecrackten Versionen haben ja laut Dir nur 3 oder 4 Leute gesehen und der Rechteinhaber (Arschfant) hat es jetzt gerade erst aus dem Beitrag erfahren. Jetzt hätte er ja drei Jahre beziehungsweise zehn Jahre Zeit die Abertausende von Mark samt Inflation und Zins in €uro einzufordern (Es gilt altes Recht also gilt nicht die Decklung und die Schätzungsgrundlage steht ja im Artikel). Durch die 30 Jahre - Generalverjährungs - Regel schaut Arschfant jetzt aber in die Röhre.

Elfant 24 Trolljäger - P - 48211 - 9. Februar 2020 - 18:03 #

Auch ja 5. fällt mir gerade noch ein:
Der Absturz von 1983 war schon der Zweite. Der erste
Absturz war 1977 durch die Überflutung des Marktes mit Pong - Konsolen.

TheRaffer 20 Gold-Gamer - P - 24054 - 8. Februar 2020 - 21:23 #

*schnüff* Danke, dass du mir nach all diesen Jahren endlich die Absolution erteilt hast. Heute Nacht werde ich sehr beruhigt schlafen ;)

Schöne Zahlenspiele übrigens, gefällt mir. :)

CharlieDerRunkle 14 Komm-Experte - 2595 - 9. Februar 2020 - 0:57 #

An sich sehr interessant, aber ich möchte mal auf einen Punkt eingehen:

"Also: Wenn dir ein Spiel gefällt, dann kauf es dir gefälligst, du Verbrecher!"

Gern, wenn mir jemand verrät, wie ich (ohne gegen irgendwelche Regeln zu verstoßen und ohne es zu umständlich werden zu lassen) Spiele online kaufen kann wie Dying Light, Sniper Elite: Nazi Zombie Army, Postal 2: Paradise Lost, Rune Classic, Singularity, ...

Ich könnte die Liste noch ewig weiterführen, hinzu kommen die Spiele, die zwar nicht indiziert aber dennoch in Dtl. zensiert sind, was ich verabscheue weil ich wenn dann die unzensierte Version haben will... Nicht, dass ich Raubkopieren (ja ich benutze mal den Begriff, ich sage auch Dinge wie Killerspiele und Walking Simulator, obwohl das ja auch eher abfällige Begriffe sind) in irgendeiner Form unterstütze oder rechtfertige, aber ich meine ja bloß...

Elfant 24 Trolljäger - P - 48211 - 9. Februar 2020 - 1:53 #

Interessanterweise ist Dein Problem ja auf einen Regelverstoß seitens Steam zu beziehen und deren Unverständnis des deutschen Rechts. Wenn die Hegemonie des europäischen Binnenmarktes endlich greift. Dann könntest du zumindest die aktuelleren Titel beispielsweise in Österreich bestellen.

CharlieDerRunkle 14 Komm-Experte - 2595 - 9. Februar 2020 - 8:35 #

ich könnte jedes mal kotzen wenn es heißt "[...] darf nur unter dem Ladentisch verkauft werden[...]" - wo ist bitte bei Steam & Co. der Ladentisch? ... Das Problem ist dies beschi**ene Geolocking, vor ein paar Jahren habe ich mir Sniper Elite: Nazi Zombie Army 1 + 2 aus GB bestellt, nur um dann gesagt zu bekommen, dass ich das in meinem Land nicht freischalten kann...

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 9. Februar 2020 - 17:19 #

In so einen Fall geht eine Raubkopie als Notwehr durch... ;)

CharlieDerRunkle 14 Komm-Experte - 2595 - 9. Februar 2020 - 23:04 #

vielen Dank ^^ wobei ja im Laufe der letzten Jahre viele Spiele dann doch in Dtl. erschienen sind oder es die dann doch bei gog und Co. gab/gibt... ist aber schon übel wenn man 15 Jahre oder so darauf warten darf, dass man das endlich für 2€ kaufen darf wie zum Beispiel das erste DOOM... danke liebe Jugendschützer, ihr macht einen tollen Job! Zynismus aus.

Elfant 24 Trolljäger - P - 48211 - 9. Februar 2020 - 18:09 #

Das Geoblocking ist ja gerade der Punkt bei dem Steam gegen die regeln des europäischen Binnenmarktes verstößt. Dafür hat Valve eine Strafe von 10% des Umsatzes aufgebrummt bekommen, gegen welche sie Einspruch erhoben haben.
Ganz einfach: Es gibt keine Bewerbung des Spiels, aber über die Suche ist es jeder Zeit auffindbar und kaufbar.

Und falls jetzt jemand nach der Altersüberprüfung schreit: Diese bräuchte Steam sowieso schon.

Ganon 24 Trolljäger - P - 57664 - 11. Februar 2020 - 11:05 #

Singularity habe ich ganz normal im deutschen Steam gekauft und gespielt. Ist das indiziert?
Zombie Army 4 gibt's ja jetzt auch unzensiert in Deutschland. :-)

CharlieDerRunkle 14 Komm-Experte - 2595 - 11. Februar 2020 - 11:13 #

Singularity ist angeblich (habs nicht überprüft) bei deutscher Spracheinstellung zensiert...

und was Zombie Army angeht: Das heißt eigentlich NAZI Zombie Army, weil man da Nazi-Zombies killt... sind in Zombie Army 4 eigentlich Hakenkreuze enthalten? In den ersten Teilen sind Hakenkreuze, und das ist einer der Gründe warum die sich nicht freischalten lassen/ließen unter Steam

Ganon 24 Trolljäger - P - 57664 - 11. Februar 2020 - 11:50 #

Ok, ich hab's auf englisch gespielt und nichts gemerkt...
Zombie Army 4 ist wie gesagt unzensiert, das beinhaltet die Hakenkreuze etc. Siehe den aktuellen Test von Benjamin.

Bluff Eversmoking 16 Übertalent - P - 4796 - 9. Februar 2020 - 1:24 #

Jede Raubkopie entspricht einem Schaden in Höhe der Lizenzkosten, bei klassisch verpackter Software in Höhe des Verkaufspreises. Da muß man nichts schätzen, da kann man den zu ersetzenden Schaden recht einfach berechnen.

Zum Glück für alle Raubkopierer wurde die regelmäßige Verjährungsfrist vor einiger Zeit von 30 Jahren auf drei Jahre reduziert. Ansonsten könnte die Beschaffung von Rainbow Islands, Lemmings und Doom heute noch zu bezahlen sein.

De Vloek 15 Kenner - 3239 - 9. Februar 2020 - 2:15 #

Und wie willste rausfinden, wer wann welches Spiel kopiert hat? Mit Berechnen kommste da nicht weit.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 9. Februar 2020 - 2:36 #

Soso, also macht es gar keinen Unterschied, ob ich in den Laden gehe und eine physische Schachtel aus dem Regal klaue oder mir eine Kopie von nem Freund ziehe - der Schaden ist immer der gleiche? ;)

Aber ich gebe dir insofern Recht, dass der Schaden im Einzelfall noch relativ exakt zu bestimmen ist. Schwierig wird es, wenn du das ganze volkswirtschaftlich betrachtest! Wenn ich 100 digitale Kopien an Leute weitergebe, die niemals im Leben diese Software gekauft hätten (weil sie diese z.B. gar nicht kennen), dann ist die Weitergabe zwar illegal, ein Schaden ist aber erstmal nicht entstanden. Nicht gekaufte Software bleibt nicht gekaufte Software. Stattdessen ist jetzt aber eine Chance entstanden! Eine Chance darauf, dass ein paar von denen, den ich eine Kopie gegeben habe, das Programm später kaufen werden - weil sie es jetzt kennen und toll finden.

Es ist das alte Rockefeller-Prinzip: Verschenke etwas, mache die Leute "abhängig" und kassiere dann erst im 2. Schritt von den Leuten, die sich an den neuen Komfort gewöhnt haben.

Bluff Eversmoking 16 Übertalent - P - 4796 - 9. Februar 2020 - 10:44 #

Es spielt für den Schaden keine Rolle, wer möglicherweise etwas gekauft oder bezahlt hätte. Das Zivilrecht ist kein Wunschkonzert.

LRod 17 Shapeshifter - - 8702 - 9. Februar 2020 - 11:23 #

Ihr sprecht über zwei verschiedene Schadensbrechnungen. Das eine ist der nach BGB, wo bei jeder unerlaubten Kopie ein Schaden entsteht.

Das andere ist Q-Berts "volkswirtschaftlicher" Schaden, bei dem er fragt, wie wohl die hypothetischen Verkäufe ohne die Kopien gewesen wären. Und da kann man ihm nur Recht geben, dass nur ein sehr kleiner Teil der kopierten Titel sonst auch gekauft worden wären (bei Schülern schon, weil 100 DM das Taschengeld deutlich überstiegen hat) und entsprechend der "echte" Schaden - die entfallenen Verkäufe - ein deutlich geringerer ist.

Harry67 18 Doppel-Voter - - 12890 - 9. Februar 2020 - 11:16 #

Wenigstens durfte Rockefeller noch selber entscheiden, wem er was warum schenkt. Diese Mentalität, andere zu entrechten, zu enteignen und ihnen dann auch noch zu erzählen, was man ihnen damit Gutes tut ist eine ganz besondere menschliche Qualität, über die schon Bücher geschrieben wurden :)

Bei mir sind letztens bei einem Einbruch für 500 Euro Gartengeräte gestohlen worden. Aber hey, haben die Jungs damit nicht nur ein wenig dazu beigetragen um unsere Wirtschaft anzukurbeln? Da verdient der Schreiner einen 1000er an der Reparatur der Tür, der Baumarkt freut sich, und ich hätte doch eh irgendwann neue Geräte kaufen müssen. Wer sich einen Garten leisten kann, hat eh zu viel Geld. Danke, Ihr Einbrecher! Endlich ein belebendes Geschäftsmodell, kann man ja auch einfach mal sportlich sehen ;)

Die Entrechtung ist der kritische Kern, um den sich das Thema dreht.

Raubkopiert haben die meisten von uns - in jungen Jahren, mit fehlendem Rechtsbewußtsein, aus der Subkultur heraus, aus Protest, zu wenig Geld und was weiß ich. Aber moralisch verbrämen würde ich es nie.

Aber mal rein praktisch:
Letztlich haben wir Raubkopierer uns Steam, Epic, Netflix und die Abodienste beschert. Also beschweren wir uns nicht ;)

SupArai 20 Gold-Gamer - - 23464 - 9. Februar 2020 - 11:21 #

Thumps Up! :-)

Splatter 11 Forenversteher - P - 590 - 9. Februar 2020 - 2:55 #

Uff, gleich 2 mal Unsinn in einem Beitrag, Respekt. ^^

Zum Ersten wird niemand, der auch nur 2 gesunde Gehirnzellen hat, ernsthaft behaupten, daß jeder, der sich eine illegale Kopie von einem Spiel gezogen hat, dieses auch gekauft hätte. Und exakt da fängt die Milchmädchenrechnung schon an. Wieviel Prozent genau es am Ende wären, kann niemand so genau sagen. Fakt ist wohl nur, daß es mit Sicherheit mehr wären, aber sicher nicht die von der Industrie gerne postulierte 1:1-Rechnung.

Und zum Zweiten betrifft das mit den 3 Jahren nur den Anspruch auf Unterlassung durch eine Abmahnung. Schadensersatzforderungen (Lizenzschaden) können bis zu 10 Jahre später noch erhoben werden.
https://www.urheberrecht.de/verjaehrung/

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 9. Februar 2020 - 2:12 #

Es ist sicher zu kurzgegriffen, wenn man Piraterie undifferenziert in die Schwarze-Schaf-Ecke stellt, aber ich habe ein Problem damit, wenn man das Thema romantisiert.

Eine Sache, die irgendwo meist hinten rüberfällt, sind die allgemeinen Marktbedingungen zu der Zeit. Als ich Anfang der 90er Spiele entwickelte, gab es einen Spektrum zwischen 10000 und 20000 Einheiten, den man an Verkäufen erwartete. Darüber galt es als Erfolg, darunter als Flop. So - nun kann jeder für sich ausrechnen, wie weit ein Unternehmen kommt, wenn pro verkauften Spiel beim Hersteller 10 bis 15 DM ankamen und davon alle beteiligten Kosten begleichen muss. Es ist eine knappe Rechnung, zumal der Umsatz idr aus dem Weihnachtsgeschäft kommen musste.

Nun waren da noch ein paar Erfahrungswerte, dass sich bestimmte Genres zuverlässig gut verkauften oder auch, was passiert, wenn ein Crack zu früh den Umlauf machte. Es gab jetzt zwar keine nachhaltigen Zahlen, aber da in der Branche hierzulande auch mit auf ehemaligen Crackern aufgebaut wurde, gab es immer Informationsaustausch mit der Szene. Die Beziehung zwischen Release des Cracks und den Verkäufen war schon deutlich sichtber. Egal ob man die Dimensionen nun kannte oder nicht, bei der knapp kalkulierten Basis ist man schnell im kritischen Bereich.

Eine weitere Sache, an die ich mich erinnere, war die etwas seltsame Situation beim Amiga. 1991 (selbst noch 1992) war der Amiga bei den meisten Projekten aus meinem Umfeld noch die Leitplattform bei der Entwicklung, hob sich aber bei Spieleverkäufen nicht unbedingt ab. Einige Genres wie WiSims mal ausgenommen, konnte selbst der C64 noch gut mithalten (und der war im Handel bereits im Rückzug). Gemäß der Popularität des Systems hätte das eigentlich nicht sein dürfen.

Das Argument mit dem hohen Preis für Spiele lasse ich btw nicht gelten, so lange Jugendliche mit Anschaffung von Markenklamotten, Swatch-Uhren, Zigaretten und 2000 DM für den Amiga mit Monitor kein Problem hatten.

Es wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird, aber Raubkopien hatten damals schon massiven Einfluss auf die Unternehmen. Auf der anderen Seite hatten Cracker wie gesagt auch zum Teil die Branche mit aufgebaut. Es gab auch Firmen, welche direkt aus der Szene gegründet wurden. Das Verhältnis zwischen Kopien und kaufwilligen Spielern geriet eine Zeit komplett aus dem Ruder, doch die Probleme waren mMn vielschichter: Der Handel, der die Branche nicht ernst nahm, Unternehmer, welche Entwickler prellten, eine Gesellschaft, welche das Medium überwiegend ächtete. Mir tut es in der Seele weh, wenn ich solche Erfolgsgeschichten wie von Richard Garriot in den USA oder etwas näher gelegen aus GB lese und das nicht, weil ich da jemanden etwas neide. Nach meinem Eindruck rannte die deutsche Spieleindustrie zu meiner Zeit immer nur Hypes hinterher und verheizte dabei reihenweise Talente.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 9. Februar 2020 - 3:53 #

Die 90er wären sicher eine eigene Betrachtung wert. Der Markt hatte seine "Inflationsphase" hinter sich, die Infrastruktur in Form von Millionen Zockern, Spielezeitschriften, günstiger Hardware etc. war nun alles da. Wer damals in den Markt neu eintrat, legte sich in ein gemachtes Bett mit Gamern, die es nie "gelernt" hatten, Spiele zu kaufen. Der Lernprozess kam erst im Laufe der folgenden Jahre - auch begünstigt durch immer hübschere Verpackungen, Beilagen und Handbücher und die CD als Datenträger.

Für Spielehersteller war 88-92 glaub ich die härteste Zeit überhaupt. Der Produktionsaufwand für Spiele wuchs immens (hallo Cinemaware), lauter neue Anbieter drängten auf den Markt, aber der Kuchen wuchs nicht mehr so schnell. Da blieben einige auf der Strecke.

ALDI hat 1988/89 den C64G nochmal in ordentlichen Stückzahlen billigst verrammscht, viel davon ging schon "vorwendig" in den Osten. Dazu kam der Gebrauchtmarkt von Leuten, die ihre C64 weitergaben. Da entstand eine "zweite Generation" C64-Besitzer, aber die Raubkopierer-Szene war inzwischen weitergewandert zum Amiga bzw. zum PC, die alten Tausch-Strukturen brachen weg. Damit die Brotkästen nun nicht nutzlos rumstanden, wurden ein paar Spiele gekauft. So erklärt sich imho, warum die Verkäufe auf dem C64 bis 91/92 noch mithalten konnten. Ist glaub ich aber ein eher deutsches Phänomen, bedingt durch den Mauerfall.

Die Frage bleibt: Hättest du ohne die Raubkopierer der 80er in den 90ern überhaupt einen Job als Spieleprogrammierer gehabt? Und wenn ja, hättet ihr dann nicht mit noch weniger als 10-20k Einheiten auskommen müssen? Hätte, hätte, Spiel-Dublette... :)

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 9. Februar 2020 - 5:03 #

"Hättest du ohne die Raubkopierer der 80er in den 90ern überhaupt einen Job als Spieleprogrammierer gehabt?"

Ohne dir nahe treten zu wollen, aber die Frage halte ich für doppelzüngig. Ich war u.a. bei einer solchen Firma beschäftigt, welche von Leuten aus der Szene gegründet wurde. Der Umstand, dass das Marktumfeld schwierig war, ändert nichts daran, dass der Markt zumindest auf dem Amiga durch Ignoranz seiner Nutzer betoniert wurde und heute argumentiert, man habe den Markt geschaffen. Wir sind alle alt genug, dass man sich vielleicht auch das Fundament anschaut, auf dem Spiele entwickelt wurden und nicht einfach einzelne Seiten, wie es gerade passt (Tschuldige, mich bringen solche Kommentare auf die Palme).

Ich weiß nicht, ob du dir das vorstellen kannst, dass innerhalb der Unternehmen ganz entspannt mit Crackern umgegangen wurde. Es gab Freundschaften, ich selbst war eine Weile bei Genesis Project. Das war allen schon klar, dass die Popularität der Systeme durch Piraterie zustande kam und die auch zur Spielekultur gehörten. Es funktioniert auch, so lange genügend Leute noch Spiele kaufen.

Btw die Raubkopierszene war auf allen Systemen vertreten, bzw auf dem C64 hat sich die Crackerszene bis heute gehalten (ist aber wohl mehr eine Art E-Sport geworden). Der Markt für den C64 brach btw europaweit etwa zur gleichen Zeit ein, als der Handel Abnahmen nicht mehr garantierte. Wie gesagt, die Spieleverkäufe waren überwiegend auf Amiga-Niveau, wobei das eher schwachen Verkäufen auf dem Amiga zuzuschreiben war.

Was mich ärgert: Wenn der heimische Markt auf wackeligen Beinen stand, die Branche versuchte, sich mit der Szene zusammenzuraufen, dass dann immer jemand da steht und meint, dass es ja der Lauf der Dinge war. Es war jedenfalls nicht der natürliche Lauf der Dinge.

Du gibst Beispiele aus Übersee an. Dort herrschte eine ganz andere Kultur, sowohl was den Markt angeht als auch die Produktionen. Die deutsche Branche hatte sich mit der Situation irgendwo arrangiert, mit erheblich kleineren Teams als sonst üblich gearbeitet, es wurde gecruncht bis zum geht nicht mehr und es gab dazu noch bei einigen Firmen die Unart, Freelancer nach dem Projekt nicht zu bezahlen.

Raubkopien haben daran sicher keine Schuld, was ich mit meinem Ausgangspost auch meinte, waren aber in den 90ern schon mit Teil des Problems.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 9. Februar 2020 - 9:00 #

>>> "dass der Markt zumindest auf dem Amiga durch Ignoranz seiner Nutzer betoniert wurde und heute argumentiert, man habe den Markt geschaffen."

Beides ist aber richtig. Die Raubkopierer haben den Markt zweifelsfrei erschaffen, indem sie millionenfach Amigas gekauft haben. Wer denn sonst? Dieselben Leute haben den Amiga-Markt auch wieder kaputt gemacht. Das sage ich oben schon, dass der Lernprozess (zu) lange gedauert hat, bis ein Umdenken bei den Leuten eingesetzt hat und es deswegen eine sehr harte Zeit für Spielehersteller war. Ich sehe da keinen Widersprich zwischen deiner und meiner Aussage.

Die Welt ist nach dem Amiga aber nicht stehen geblieben, v3to. Die "Heuschrecken" sind weitergezogen. Zum PC. Haben dort wieder einen neuen Markt erschaffen. Und dort hat ein Umdenken stattgefunden! Spiele wurden nicht nur gespielt, sondern vermehrt auch gekauft. Es sind immernoch dieselben Leute, dieselben Raubkopierer! Sie sind zu zahlenden Kunden geworden, nur leider zu spät für euch.

Ich beschönige also gar nicht die Tatsache, dass Raubkopierer den Amiga (und Firmen, die für den Amiga programmiert haben) in den 90ern kaputt gemacht haben. Ich sage aber auch: Hätte es diese Raubkopierer erst garnie gegeben, wären sie anschließend keine zahlenden PC-Spiele-Kunden geworden.

Ich bin seit 1993 Geschäftsführer eines IT-Unternehmens, hab etliche schwierige Situationen selbst durchlebt. Hab miterlebt, wie 20.000 Systemhäuser und Computerhändler (70%) aufgrund der "Geiz-ist-Geil" Mentalität kaputt gingen. Insofern kann ich schon einigermaßen nachvollziehen, wie es Amiga-Spieleherstellern ging.

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 9. Februar 2020 - 14:27 #

"Beides ist aber richtig."

Es ist aber kein Todschlagargument, um nicht reflektieren zu müssen und eine Endlosspirale zu rechtfertigen. Genauso stimmt die Aussage nur halb, denn es war schon recht einzigartig, wie es sich hier im Lande abgespielt hat. Dass Piraterie den Markt geschaffen hat, war ein regionales Phänomen hier in Deutschland. In den USA und in GB wuchs der Markt über Verkäufe. Um auf den Punkt zurückzukommen, wie hier der Handel und die Gesellschaft mit dem Medium umging, war es ein Markt, der dadurch entstand, weil die etablierten Vertriebswege kaum bis wenig Interesse zeigten und die Nachfrage aber extrem wuchs.

Ich sträube mich gegen diesen Punkt, die Leute hätten zu spät gelernt. Das kann mir keiner erzählen, dass es nicht spätestens seit den Tanja-Anzeigen bewusst war, wie der Status quo ist. Nur das ist halt wie ein Sturm im Nachbarland - man begreift zwar die Auswirkung, aber es ist weit weg von einem selbst. Dass die Welt nach dem Amiga nicht stehengeblieben ist, stimmt. Es gab diese Konstellation ja auch noch ein weiteres mal bei der ersten Playstation, was für Firmen aufgrund der gewaltigen Größenordnung wieder lukrativ wurde.

Was mich ärgert, ist dieses Schwarz-Weiß-Argument und deshalb bleibe ich beim Amiga, denn auf die Zeit bist du im Artikel zurückgegangen. Es war auch nicht nicht alleine eine Plattform, sondern das betraf die Branche. Die Firmen, die damals hauptsächlich für den Amiga produziert haben - das waren in Deutschland sämtliche Hersteller (wobei ich hier nochmal relativieren muss, da es ja Spielegenres gab, welche irgendwie nicht betroffen waren. Was zu solch absurden Konstellationen führte, dass sich das von uns produzierte Transworld auf dem C64 besser verkaufte, als die Amiga-Fassung von Turrican 2).

Ich vermisse da, wie gesagt, schlicht Selbstreflektion. Die Zeit kann man nicht ändern, Raubkopieren waren sowas wie kulturelle Normalität. Das bitte ich nicht falsch zu verstehen, ich habe keine eindeutige Haltung gegenüber Raubkopien und sehe auch eine gewisse Relevanz darin, dass es sie als Gegengewicht zu wirtschaftlichen Interessen gibt. Denn ohne wäre ein großer Teil klassischer Spiele komplett von der Bildfläche verschwunden. Nur es ist auch eine toxische Beziehung und das gehört mMn immer dazu, wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzt.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 9. Februar 2020 - 17:51 #

>>> Es ist aber kein Todschlagargument, um nicht reflektieren zu müssen und eine Endlosspirale zu rechtfertigen.
>>> kann mir keiner erzählen, dass es nicht spätestens seit den Tanja-Anzeigen bewusst war
>>> Was mich ärgert, ist dieses Schwarz-Weiß-Argument
>>> Ich vermisse da, wie gesagt, schlicht Selbstreflektion.

Ich glaube fast, du hast gar nicht meine Kolumne gelesen, sondern irgendeine andere?!? In meiner Quintessenz, sprich: im Fazit, steht jedenfalls ganz deutlich:

1. dass uns allen völlig klar war, dass wir etwas Verbotenes tun! Ohne Wenn und Aber. Es kann mir auch keiner erzählen, dass er nicht wusste, was er tat.

2. Dass es "erst heute, 30 Jahre später, eine Rechtfertigung dafür gibt", weil daraus die genannten positiven Aspekte entstanden sind. Mit anderen Worten: Damals gab es KEINE Rechtfertigung, denn wir wussten ja nicht, was daraus werden würde.

3. Dass zukünftige Generationen diese "Ausreden" nicht haben werden. Ich rechtfertige keine Endlosspirale, sondern genau das Gegenteil! Und ich nenne meine eigenen Argumente sogar selbst "Ausreden", weil es das ist, was sie sind.

Fehlende Selbstreflexion? Schwarz-Weiß? Totschlagargumente? Den Vorwurf kann ich nicht nachvollziehen. Das hier ist ne Kolumne, keine Doktorarbeit. Da gehe ich pointiert auf einige (aus meiner Sicht bisher wenig beachtete) Aspekte ein.

Harry67 18 Doppel-Voter - - 12890 - 9. Februar 2020 - 18:28 #

Bliebe die Frage ob eine derartige Rationalisierung tatsächlich nachträglich eine legitime Rechtfertigung darstellt.

Aus der Perspektive kann man ja aus allem - im Nachhinein wohlgemerkt - was Tolles zusammen schustern.
Ich seh schon die AFDler vor mir: Unsere dunkleren Zeiten als Wegbereiter der Demokratie ... und überhaupt: Die Autobahnen.

Alleine die These, dass aus dem Raubkopieren was Positives entstanden sei, ist ja schon völlig fragwürdig. Du glaubst doch nicht im Ernst, dass die lawinenartige Entwicklung des Informationszeitalters auch nur annähernd beeinträchtigt geworden wäre, wenn es keine Raubkopien gegeben hätte ;)

Elfant 24 Trolljäger - P - 48211 - 9. Februar 2020 - 18:41 #

Hey irgendein Sender hatte kürzlich eine Sendung in dem man so tat als wären die USA gelöscht worden. Ergebnis: Es gäbe keine Computer, keine Glühlampen, keine Satelliten usw. Sagen wir mal, ich hätte da meine Zweifel und war froh als die Koffer gepackt waren und ich umschalten durfte.

Harry67 18 Doppel-Voter - - 12890 - 9. Februar 2020 - 19:06 #

Nachdem der moderne Reisekoffer in den USA erfunden wurde, kann man sagen: Du hast Glück gehabt, dass du überhaupt etwas zum Packen hattest ;)

Elfant 24 Trolljäger - P - 48211 - 9. Februar 2020 - 22:32 #

Erfuhr Rimowa davon nicht erst durch Patentklagen?

Harry67 18 Doppel-Voter - - 12890 - 10. Februar 2020 - 6:46 #

Moment, da muss ich mal die - amerikanische - Suchmaschine bemühen. Habe wohl den Erfinder des Trolleys gemeint. Also den modernen Rollkoffer, den du dem Sieg der Kolonialisten über die indigenen Ureinwohner zu verdanken hast.

Elfant 24 Trolljäger - P - 48211 - 10. Februar 2020 - 9:27 #

Ja ich meine schon den Trolley. Beim Internet und Suchmaschinen wird es schon schwierig, nicht amerikanischen Pendants zu finden.

Harry67 18 Doppel-Voter - - 12890 - 10. Februar 2020 - 16:35 #

Meine Achtelbildung erinnert sich an Amerikaner, Google sagt:Barnard Sadow. Aber hier noch der passende Spiegelartikel:
https://www.spiegel.de/geschichte/erfindung-des-rollkoffers-a-947400.html
Also wer weiß ...?

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 9. Februar 2020 - 19:11 #

Die Kolumne habe ich sehr wohl gelesen, habe in dem Bereich nur kein Verständnis für Schönmalerei. Was anderes sehe ich hier nicht, als die übliche Rechtfertigung, dass man der Industrie nicht geschadet habe. Das Thema der Raubkopien, und da bin ich mit dir auch einer Meinung, ist differenziert und ich sehe ebenfalls, dass Illegalität hier was bewirkt hat. Der Artikel verströmt so eine Haltung, dass es dem Medium und dem Markt genützt hat. In meinen Augen hat es der deutschen Spielebranche eher verbrannte Erde hinterlassen. Es ist ein Unterschied, ob Spiele in einem wirtschaftlich stabilen Umfeld hergestellt werden oder wie hierzulande, wo es üblich war, Spiele zu kopieren und tauschen.

Dein Punkt 2 ist an sich solch ein Argument, an dem ich mich reibe. Das ganze war kein Tauschgeschäft, sondern es hat Hardwarekäufe befeuert. In meiner Erinnerung gab es damals gefühlt auch keine Notwendigkeit, sich für Kopien zu rechtfertigen. Jedenfalls gab es in meinem Umfeld kein Unrechtsbewusstsein. Das war eher so ein: "Warum führen sie nicht einfach eine Gebühr auf Disketten ein, so ähnlich wie die Musikindustrie? Problem gelöst". Rechtfertigung erscheint mir eher, dass sowas erst mit zeitlicher Distanz und Reife einkehrt. Da erlebe ich aber eher und den Eindruck habe ich auch bei deinem Artikel, dass diese Zeit romantisiert wird, ironisch betrachtet oder so weit nötig verallgemeinert, dass Konsequenzen verwässern.

Ich hatte mal das zweifelhafte Vergnügen, Herrn von Gravenreuth persönlich kennenzulernen und das hat meinen Eindruck noch verstärkt. Das ging nicht um Recht oder Unrecht, für ihn war die Verfolgung von Raubkopierern recht offensichtlich reines Business, was dank einer unausgereiften Gesetzeslage für ihn lukrativ war. Ich bekomme die Aussagen nicht mehr beinander, sie ließen aber tief blicken.

Was grundsätzlich die Frage ist, ob sich der Markt in der Form auch entwickelt hätte, wenn es Programme wie Turbo Nibbler oder X-Copy nie gegeben hätte. Ich vermute, es wäre nicht viel anders gelaufen, dafür war die Rolle von Handel, Banken oder auch gesellschaftliche Tenor ja immer noch der gleiche. Gemäß der heutigen Spielelandschaft könnte ich auch nicht sagen, ob Deutschland bei den großen Sellern eine treibende Kraft gewesen sein könnte - bezogen auf Verbraucher. Insofern sehe ich auch eher Hardwarehersteller als Nutznießer und internationale Megahits. Die Orte, wo die Meilensteine des Mediums entstanden, waren idr nicht hier. Vermutlich hätte es wesentlich länger gedauert, bis PCs oder Konsolen zur Standardausstattung eines Haushalts gehörten.

LRod 17 Shapeshifter - - 8702 - 9. Februar 2020 - 19:55 #

"Insofern sehe ich auch eher Hardwarehersteller als Nutznießer" Auf jeden Fall, gerade als Schüler war das Budget sehr begrenzt und jedes zusätzliche gekaufte Spiel hat die nächste Hardware-Anschaffung, die gerade auf PC in den 90ern regelmäßig nötig war, weiter nach hinten geschoben. Ein kopierter Wunschtitel war umgekehrt mehr Budget für neue Hardware.

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 9. Februar 2020 - 20:09 #

Ich glaube QBert meint es so: Das Kopieren wäre als Rabatt gegen Null zu sehen. Und Rabatte können dazu beitragen den Markt für ein Produkt zu bereiten, in Richtung einer Durchdringung. Das Ergebnis wäre in der Theorie der heutige verbreitete Markt für Spiele. Da kann man schon darüber nachdenken. Das der Rabatt dann auf Kosten Dritter gehen kann, wird ja hier auch angemerkt.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 9. Februar 2020 - 21:56 #

Jetzt sind wir fast d'accord. :)

Nur in einem Punkt muss ich noch widersprechen: Dass ich hier die "übliche Rechtfertigung" abliefere. Während der Recherche hab ich u.a. solche 300-seitigen Analysen gelesen:
https://core.ac.uk/download/pdf/56342306.pdf

Und natürlich dutzende Webseiten/Artikel zu Thema. Und habe dann versucht, eine Perspektive einzunehmen, die bisher nicht bzw. selten vertreten wird. Also eben nicht das typische "fehlendes Unrechtsbewusstsein, Unwissenheit, Freiheits-/Anarchiebestrebungen" als Rechtfertigung.

Sehr lesenswert fand ich übrigens das hier, auch wenn Microsoft in China sicher nicht vergleichbar ist mit Spieledeutschland in den 80ern:
https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/umsatzeinbussen-raubkopien-verhageln-microsoft-china-geschaeft-a-765248.html

Das hat mich zumindest in meine Arbeitsthese bestärkt, dass Raubkopierer maßgeblich einen neuen Markt erschaffen können - und dass der Wandel, hin zu zahlenden Kunden, dann aber sehr mühsam ist.

*edit*: 100 Kommentare, yeah :)

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 9. Februar 2020 - 22:24 #

Du erwartest jetzt hoffentlich nicht, dass ich den ganzen Kram lese :/ Hilfe.

Deine Perspektive scheint mir dennoch vertraut. Gerade beim C64 und an sich noch mehr bei der Playstation, fallen solche Aussagen, dass ohne Kopien die Systeme nie so groß geworden wären, doch immer mal wieder.

Der Gedankengang mit dem Wandel zu zahlenden Kunden... ich bin da eigentlich immer mehr auf dem Punkt, dass der Weg nicht unbedingt mühsam ist, sondern eine Folge von Notwendigkeit oder Bequemlichkeit. Den relativ verkaufsstabilen Genres war früher eigentlich gemein, dass man sich in diese Titel einarbeiten musste. Anders gesagt beste Kopierschutz war das 100-Seiten-Handbuch. In meiner Wahrnehmung waren auch Download-Games ein Wendepunkt. Das letzte mal, dass ich mich erinnern kann, dass im Bekanntenkreis noch Spiele getauscht wurden, waren die frühen 00er-Jahre. Etwa mit der Zeit, als Steam kam, wurde das schnell weniger. mEn weil der Kommerz genauso bequem wurde, wie der No-CD-Patch.

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 9. Februar 2020 - 22:36 #

Es sollte noch einbezogen werden, ob die Leute wirklich heute in der Anzahl zahlen würden, wenn Kopieren noch so einfach, anonym und unverbindlich wie damals wäre.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 9. Februar 2020 - 23:40 #

Den 300-Seiter muss man nicht gelesen haben - da hab ich mich nur geärgert, wenn positive Effekte zwar im Nebensatz erwähnt werden (Raubkopien als Hardwareseller, boomendes Verlagswesen), aber dann argumentiert wird, dass man das "nicht gegenrechen kann, da betriebswirtschaftlich nicht exakt messbar"... nachdem man zuvor seitenweise hahnebüchene Schadenschätzungen angestellt hat.

Der Spiegelartikel ist kurz und knackig :) Bill Gates 2007: Wenn Chinesen schon raubkopieren, dann aber bitte Microsoft-Produkte, weil das die beste Langzeitstrategie für uns ist, um den Markt zu erschließen. Steve Ballmer 2011: So, jetzt ist der chinesische Markt zu 90% erschlossen, ab sofort sind alle Chinesen Verbrecher, wenn die nichts bezahlen! Salopp gesagt.

Bequemlichkeit ist ja ein Kernargument in der Q-lumne: Mach es den Leuten so einfach wie möglich, dann öffnen viele die Brieftasche. Die Menschen sind imho heute nicht gerechter oder moralischer als früher, aber noch genauso faul :)

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - P - 9658 - 9. Februar 2020 - 23:42 #

Sky hat das noch nicht gelernt, siehe Sky Ticket.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 9. Februar 2020 - 23:54 #

Sky (Premiere) hab ich nicht mehr genutzt, seit sie mich bei LOST verarscht haben. Statt die erste Folge der 3. Staffel zu zeigen, lief eine Folge irgendwo aus der Mitte der neuen Staffel, was ich aber erst mittendrin gemerkt hab. Mega Spoiler... :[ Anzeige, äh, Kündigung ging noch am selben Abend raus.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - P - 9658 - 10. Februar 2020 - 0:04 #

Das ist doof.
Herr Langer (nicht der Golfer) hat sich da auch öfter drüber beschwert, also Ticket.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 406593 - 10. Februar 2020 - 1:21 #

Dann viel Erfolg mit der Kündigung.

Übrigens, die Kolumne ist nicht völlig schlecht!

euph 27 Spiele-Experte - P - 88259 - 10. Februar 2020 - 7:31 #

Ich hatte mich Anfang des Jahres wegen 4 Blocks auch wieder in fir Fänge von Sky Ticket begeben, aber mehr Glück als du. Sowohl die Freischaltung, als auch die Kündigung ging ohne Probleme.

Noodles 24 Trolljäger - P - 59213 - 10. Februar 2020 - 14:28 #

Hatte mit beidem glücklicherweise auch noch nie Probleme bei Sky Ticket. Sie haben nur immer Probleme, Angebote, die sie mir machen, auch umzusetzen. Wenn sie mir z.B. zwei Monate zum Preis von einem anbieten und ich annehme, klappt das fast nie direkt, sondern ich muss nochmal nachhaken. :D Hab da den Eindruck, dass die da alles manuell machen und ihr System nix automatisiert hinbekommt.

Necromanus 18 Doppel-Voter - - 12779 - 10. Februar 2020 - 7:53 #

Auch eine interessante Form des Lobes :-)

TheRaffer 20 Gold-Gamer - P - 24054 - 10. Februar 2020 - 10:07 #

Die Abwesenheit von Kritik ist als Lob zu betrachten... ;)

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 10. Februar 2020 - 11:14 #

Kleiner Insider :)

https://www.gamersglobal.de/news/169133/beendet-upgrade-auf-premium-gold-mit-dreifach-bonus#comment-2514167

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 10. Februar 2020 - 11:16 #

*Schnüff* Danke! Und das auf den Tag genau ein Jahr nach der Veröffentlichung von Q-lumne 1 am 10.02.2019. :)

*eine Kerze anzünd*

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 10. Februar 2020 - 16:15 #

Die positiven Effekte haben den Haken, dass sie sich nicht am Ort des Geschehens auswirkten, sondern um es salopp zu sagen, bei Parteien, bei denen Raubkopien nicht Teil des Warenkreislaufs waren. Das sehe ich selbst bei Herstellern aus den USA oder GB, denn dort baut der Unternehmer auf einem heimischen Markt auf, wo der Handel mit Spielen läuft.

Diese hanebüchenen Schadensschätzungen empfand ich auch noch nie als besonders ernstzunehmend. Das sind Hochrechnungen, welche menschliches Verhalten auf ein binäres Maximum reduzieren und funktionieren mMn eigentlich nur als Abschreckungswerkzeug der Industrie.

Nur mein Einwand war, dass es mit Budgets und Erfahrungswerten bei Verkäufen schon etwas griffiges gab, um Auswirkungen von Raubkopien zu erkennen, ohne dass man gleich den imaginär möglichen Umsatz hochrechnet. Vor allem merkt man dann auch, wenn es kritisch wird.

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 9. Februar 2020 - 17:03 #

Du schreibst von Spielen, die Du entwickelt hast, darf man fragen welche das sind?

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 9. Februar 2020 - 19:43 #

Anfang der 90er eine Zeitlang bei Firmen wie Magic Bytes und Starbyte, später noch als Freelancer unterwegs. Unser Team hat anfangs hauptsächlich WiSims entwickelt, wie Second World, Transworld auf dem C64 oder Invest für PC. Später kam dann Rolling Ronny, diverse Casual Games wie zb Think-X oder Neuronics. Iron Soldier war das einzige Konsolen-Game, mit dem ich zu tun hatte. Auf dem Kerbholz habe ich noch die gecancelten C64-Versionen von Rings of Medusa 2 und Lethal Xcess. Letzteres war auch der Grund, warum ich die Branche verließ, bzw danach ein paar Jahre noch sporadisch bei Projekten geholfen (meist irgendwelche Werbespiele).

Grinder 11 Forenversteher - P - 807 - 11. Februar 2020 - 22:42 #

Gehört Monster Business auf dem C64 auch mit dazu?

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 12. Februar 2020 - 16:31 #

Jep

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 12. Februar 2020 - 19:22 #

Interessant. Du müsstest da ja auch noch recht jung gewesen sein. Heute gibt es ja bereits GameDesign an der FH. Darf man mal um einen kurzen Schwenk aus dem Leben bitten, wie man berufstechnisch in den 80ern überhaupt in den Bereich Programmierung von Spielen gekommen ist? Wird wohl nicht die klassische Stellenanzeige in der Tageszeitung gewesen sein?

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 12. Februar 2020 - 22:24 #

An sich war es reine Hartnäckigkeit. Das fing damit an, dass ich bei der ASM den Uli Mühl kennen lernte (durch einen Kopfnuss-Artikel zu Zak McKracken), der mir ein paar Kontakte bei Programmierteams nannte, nachdem er ein paar Sachen von mir sah. Glücklicherweise war dabei eins in relativer Nähe (50km) von meinem Elternhaus, welches Second World auf dem Amiga entwickelte und mich mitmachen ließ. Damals war ich 17 Jahre alt, lebte aA der Welt und wollte eigentlich nur weg.

Die Gelegenheit ergab sich einige Monate später, als Magic Bytes Publisher des Spiels wurde und einen Grafiker für zwei Projekte brauchten. Dort lernte ich Mario Knezovic kennen, mit dem einige weitere Leute und ich das Dev-Team Bones Park bildeten. Ungefähr in der Art lief es auch weiter. Starbyte suchte für Transworld ein Team, welches die C64-Version in drei Wochen fertigstellen könnte. Haben wir gemacht und ich heuerte bei Starbyte an. Nun war Starbyte ein recht spezieller Fall, was den Umgang mit externen Entwicklern anging. Ich war zwar angestellt, aber auch Teil von Bones Park und bekam einiges an Drama mit. Daher verließ ich nach ein paar Projekten die Firma und arbeitete dann selbst als Freelancer weiter.

Btw ich habe hauptsächlich Grafik für die Spiele erstellt, auch wenn das gerade zu C64-Zeiten oft codenah stattfand und der Maschinensprachenmonitor zu den Standard-Tools zählte.

De Vloek 15 Kenner - 3239 - 9. Februar 2020 - 3:23 #

Klasse Kolumne, witzig wiedergegebenes Zeitzeugnis :)

Da fällt mir noch ne Anekdote aus der Zeit ein.

Ende der 90er hatte ich ne Klassenkameraden mit ner Kopierstation im Jugendzimmer, 4 CD-Brenner die den ganzen Tag liefen. Der hat die Nachfrage erkannt und sich ziemlich schnell gesteigert, irgendwann hat er Pakete in alle Welt verschickt, ein professionell und gewinnbringend aufgezogenes Geschäft. Dann wurde er auf dem Postamt hochgenommen. Wenn ich mich recht erinnere gab es ne Sammelklage diverser geschädigter Firmen, ne halbe Million wurde gefordert, ne Viertelmillion ist es geworden.

Vergehen, Verbrechen, vorbei.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 9. Februar 2020 - 4:17 #

Sag mal, was kennst DU denn für Leute, hömma?! ^^

Wenn die Kollegen der nächstgelegenen Polizeiwache in meiner Firma vorbei kamen, dann nur, um ne Runde AoE2 oder Counter Strike im LAN zu zocken. :)

Aber ich weiß, dass ich mal 92 oder 93 in nem Laden war, der "CD-Brennservice" angeboten hat. CD-Brenner waren da ja unbezahlbar, eine gebrannte CD hat schon ~100 DM gekostet. 600 MB Daten auf 400 Disketten zu kopieren war aber auch keine Option. Hab mir dort ne CD brennen lassen mit allem möglichen drauf: Spiele, Programme, Bilder (jepp, Porn ^^). Der Typ im Laden hat aber nur blind kopiert, die "Quell-CD" musste ich selbst bringen.

Aber irgendwie war die Luft da für mich raus. Das war einfach ZU viel Zeug auf einmal. Mich durch hunderte Progs und Games zu arbeiten, hat mir keinen Spaß mehr gemacht.

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 140544 - 9. Februar 2020 - 13:11 #

Schöne Kolumne! Hat ein paar nette Erinnerungen hervorgeholt. Dabei war ich schon damals einer der "Bekloppten" der sich vereinzelte Spiele gekauft hat, wenn ich sie unbedingt haben wollte. War auch der einzige im Freundeskreis und wurde müde belächelt.

euph 27 Spiele-Experte - P - 88259 - 9. Februar 2020 - 14:31 #

Kopiert wurde viel, wirklich gespielt eher weniger.Aber vielleicht auch weil ich erst einen 800XL hatte, habe ich auch viele Originale gekauft.

Slaytanic 24 Trolljäger - - 56112 - 9. Februar 2020 - 19:22 #

Ich hatte tatsächlich auch schon zu C64 Zeiten das eine oder andere Spiel gekauft (damals noch telefonisch bestellt), aber die getauschten Spiele waren doch deutlich in der Überzahl. ;)

EvilNobody 14 Komm-Experte - P - 2489 - 9. Februar 2020 - 16:16 #

Ich hab mir die Spiele meistens hart zusammengespart, weil ich die Boxen und Handbücher schon als kleiner Keksgnom geliebt habe.

TheRaffer 20 Gold-Gamer - P - 24054 - 9. Februar 2020 - 16:23 #

Keksgnom, wie niedlich :)
Das es Handbücher zu Spielen gibt, habe ich erst Jahre später erfahren...Steuerung etc. wurde hart selber erlernt oder per Mundpropaganda weitergegeben ;)

Harry67 18 Doppel-Voter - - 12890 - 9. Februar 2020 - 16:49 #

Sage mir, welche Probleme du nicht hattest und ich sage dir welches Spiel du nicht gespielt hast ;)

Mit Handbuchabfragen scheinst du nicht konfrontiert gewesen zu sein?

TheRaffer 20 Gold-Gamer - P - 24054 - 9. Februar 2020 - 16:56 #

Zu meinen C64-Zeiten eher seltener...

Elfant 24 Trolljäger - P - 48211 - 9. Februar 2020 - 18:11 #

Wenn ich bedanke, daß mein Vater deswegen einen Farbkopierer in den 80 - igern gekauft hat und dieser sich mehr als nur refinanzierte.

euph 27 Spiele-Experte - P - 88259 - 10. Februar 2020 - 7:34 #

Ich erinnere mich noch gut daran, wie der örtliche Kaufhof mal einen Haufen Infocom-Adventures aus dem Sortiment geschmissen hat und ich da fünf Stück 50 Mark gekauft habe. Das waren absolute Schätze, mit den vielen Goodies drin.

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 140544 - 10. Februar 2020 - 11:14 #

Infocom war nie so meins aber die Beilagen waren immer ein Highlight. Hast Du die noch? Dürften schöne Sammlerstücke mittlerweile sein.

euph 27 Spiele-Experte - P - 88259 - 10. Februar 2020 - 13:30 #

Nein, leider habe ich sie nicht mehr :-(

partykiller 17 Shapeshifter - 6938 - 18. März 2020 - 2:21 #

Ich habe mich von meinen bisher noch nicht getrennt, habe mittlerweile alle. Aber wirklich gespielt hatte ich erst einmal nur Moonmist und Seastalker, ein bisschen Hitchhiker vielleicht noch.

RoT 19 Megatalent - P - 14152 - 9. Februar 2020 - 17:08 #

So, jetzt gelesen, tolle Kolumne. Verteuflung von heutigen "Raubkopierern" halte ich allerdings auch für nicht zutreffend, nur kennen wir eben heute die relativierenden Argumente noch nicht ;).

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 10. Februar 2020 - 11:19 #

Reden wir in 30 Jahren nochmal... wenn Skynet erst an der Macht ist, werden wir alle dankbar sein, wenn noch ein paar Hacker und Cracker aus den guten alten Tagen überlebt haben :D

Danywilde 24 Trolljäger - - 79318 - 10. Februar 2020 - 12:41 #

Aber mit unseren C64ern oder Amigas kommen wir doch nicht ins Internet ... :(

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 10. Februar 2020 - 13:31 #

Für AmigaOS gibt es den Firefox Browser :D
Skynet hat keine Chance!

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 10. Februar 2020 - 14:32 #

Als ich den Amiga über Kabel mit dem PC verbunden habe, und die beiden Daten miteinander ausgetauscht haben, da ist mir schon irgendwie einer abgegangen.
Mein Ziel war es, die alten Original-Disketten, bzw. deren Image zu konservieren. Leider waren die Disketten zu 98% nicht mehr lesbar. Die Diskette mit der Workbench hat während der Aktion auch Ihren Geist aufgegeben.
Jedenfalls diese Verbindung herzustellen zwischen PC und Amiga, und auf dem PC zu sehen, was die Amiga Floppy gerade ausliest, das war sehr cool. Besser als Skynet :D
Hatte auch Fotos gemacht. Seufz.

Danywilde 24 Trolljäger - - 79318 - 10. Februar 2020 - 15:14 #

Hehe, damit habe ich damals auch viele Disketten übertragen. Das Kabel habe ich mir dafür zusammengelötet.

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 10. Februar 2020 - 15:21 #

Löten ist auch eine Lösung.
Da hast Du es selbst in der Hand gehabt, denn man musste bei der Bestellung des Kabels darauf achten, auch die Version zu nehmen, die für den Amiga-PC-Datentransfer geeignet ist. Die Belegung der PINS ist hier anders als "normal". Seufz II.

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - - 8566 - 10. Februar 2020 - 15:26 #

Es gibt eigentlich nur noch ein Argument für gecrackte oder illegal kopierte Spiele und das ist die Verfügbarkeit. Viele Spiele werden heute nach einer Weile abgeschaltet und dadurch unbrauchbar gemacht. Will man sie weiter spielen, ist man auf solche illegalen Methoden angewiesen um es überhaupt noch geniessen zu können. Lustigerweise hat man das Spiel ja sogar bereits ein oder mehrfach gekauft, muss aber dennoch auf die Schwarzkopie zurück greifen.

iYork 17 Shapeshifter - P - 8377 - 11. Februar 2020 - 4:37 #

Wo kriege ich das Zeug her, frage ich?

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 11. Februar 2020 - 12:54 #

Als ob ausgerechnet du C64-Spiele spielen würdest....
https://archive.org/details/softwarelibrary_c64

bluemax71 16 Übertalent - - 4339 - 11. Februar 2020 - 10:37 #

HA ich wußte es, durch meine mehrere Hundert Floppy-Disk umfassende Sicherheitskopie-Sammlung von Spielen habe ich die Branche erst möglich gemacht. Gedankt hat mir das bis heute keiner. Q-Bert hat die Wahrheit ans Licht gebracht. Dafür ein fettes Danke schön ;-)

Ganon 24 Trolljäger - P - 57664 - 11. Februar 2020 - 11:49 #

Die Kolumne war sehr spaßig zu lesen und die Diskussionen darunter sehr interessant. Ein voller Erfolg, würde ich sagen. :-)

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 11. Februar 2020 - 13:35 #

Ich habe zwar erst mit der PSX angefangen, aber auch ich habe natürlich reichlich raubkopiert, die erste PlayStation hat es einem da ja auch nicht sehr schwer gemacht. Dennoch kann ich von mir behaupten, im Rahmen meiner damaligen wirtschaftlichen Möglichkeiten gnadenlos Originale gekauft zu haben. Ein faktischer Schaden ist zumindest bei mir dadurch nicht entstanden, meine Raubkopien hätte ich nie als Original kaufen können, weil zu wenig Geld.
Und dennoch: Für Raubkopien gibt es keine moralische Argumentation, keine Entschuldigung, keine theoretischen Annahmen, wie sehr diese Kopien der Wirtschaft doch bestimmt genützt haben.
Eine Urheberrechtsverletzung bleibt eine, egal wie schön man sich das reden mag.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 11. Februar 2020 - 13:53 #

Du hast also "natürlich" reichlich kopiert? So natürlich ist das imo gar nicht... :D

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 11. Februar 2020 - 15:00 #

Zu der damaligen Zeit, in meinem Alter? Doch, das war ziemlich natürlich ;)

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 11. Februar 2020 - 15:18 #

Wie alt warst du da?

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 11. Februar 2020 - 15:53 #

Bestes Jugendalter, 15 - 18.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 11. Februar 2020 - 17:26 #

Hm, ich war 21 und hatte nur Originale. Allerdings kannte ich auch niemand der Kopien spielte.

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 11. Februar 2020 - 18:03 #

Mit 21 war das Thema Raubkopien für mich auch längst erledigt.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 11. Februar 2020 - 21:20 #

Mal eine frage, hast du damals viele Leute zusammengeschlagen um an Kopien zu kommen?

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 11. Februar 2020 - 21:55 #

Ich habe kein Problem mit dem Begriff Raubkopien und nein, ich habe trotzdem niemanden zusammen geschlagen.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 11. Februar 2020 - 22:41 #

Ich schon. Er ist einfach albern, dumm, und total falsch. Schade dass alle hier dieses Wort benutzen, nur weil es sich so eingebürgert hat.

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 11. Februar 2020 - 23:16 #

Es ist albern, dumm und total falsch ... das Wort abzulehnen, weil man sich nicht in die gleiche Ecke mit Leuten gedrängt sehen möchte, mit denen man keine gemeinsame Ecke teilen möchte. Aber so ist es nun einmal, wenn man geistiges Eigentum stiehlt bzw. vom Stehlenden in vollem Bewusstsein des Diebstahls annimmt.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - P - 9658 - 12. Februar 2020 - 7:58 #

Man stehlt nur nichts, da das „Objekt“ nicht existieret und sich das “Original“ noch dort befindet wo es vorher war.

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 12. Februar 2020 - 8:12 #

Und genau das ist nichts weiter als Wortklauberei, um sein eigenes Fehlverhalten zu relativieren. „Ich habe doch nichts gestohlen! Ist doch gar nicht so schlimm!“ Ich finde es wirklich lächerlich, wie man sich an so einem Begriff derart aufreiben kann, wie es unter vielen Gamern üblich ist.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - P - 9658 - 12. Februar 2020 - 8:26 #

Warum wurde dann noch kein „Raubkopierer“ wegen Diebstahls angeklagt?

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 12. Februar 2020 - 8:51 #

Weil es rechtlich aus gutem Grund Unterschiede gibt. Habe ich auch nicht abgestritten.
Moralisch hingegen sehe ich den Begriff völlig gerechtfertigt. Genau wie beim Diebstahl materieller Güter wird wirtschaftlicher Schaden hinzugefügt, denn am Ende werden eben doch materielle Güter (nämlich die Spiele, die in den Regalen liegen) illegal vervielfältigt und Konsumenten zugänglich gemacht, ohne dafür bezahlen zu müssen.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - P - 9658 - 12. Februar 2020 - 13:40 #

Nur ist der Schaden hier noch hypothetischer, anders als bei materiellen Gütern.
Dazu entsteht möglicherweise ebenso ein wirtschaftlicher Schaden beim Kauf über nicht autorisierte Keyseller.
Haben wir dann einen Raubkauf?

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 12. Februar 2020 - 19:31 #

Diebstahl ist begrifflich noch zu hoch gegriffen. Das Vergehen eines Privatusers, der unerlaubte Kopien nutzt und/oder unentgeltlich weitergibt, steht in Bezug auf die Schwere des Vergehens auf der Stufe von Sachbeschädigung. Beides wird auch in etwa gleich hart bestraft.

"Virtuelle Sachbeschädigung" finde ich daher als Begriff angemessen. Zum einen, weil man das Umgehen/Knacken eines Kopierschutzes durchaus ja als virtuelle Sachbeschädigung ansehen kann. Und zum anderen passt der Begriff unter das Motto: "Schlimm genug, aber ohne übertriebene Kriminalisierung".

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 12. Februar 2020 - 19:51 #

Da sind wir zwar weiterhin unterschiedlicher Meinung, aber Deine Begründung ist nachvollziehbar und nicht per se falsch.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 12. Februar 2020 - 8:50 #

Du verstehst es nicht. Mir ist es egal ob ich in der Ecke stehe. Aber wenn schon, stehe ich da als Besitzer illegaler bzw Schwarzkopien. Das Wort Raub ist im Duden eindeutig definiert als Diebstahl unter Bedrohung von Leib und Leben. Was hier nun eindeutig nicht zutrifft. Von daher weiss ich echt nicht warum Leute das auch noch verteidigen.

euph 27 Spiele-Experte - P - 88259 - 12. Februar 2020 - 9:03 #

Der Duden sagt aber ebenfalls, das Raubkopie eine widerrechtliche Reproduktion eines Films (3a), eines Videos oder eines anderen urheberrechtlich geschützten Daten- oder Tonträgers ist.

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 12. Februar 2020 - 9:03 #

Definition von „Raubkopie“ laut Duden:
„Widerrechtliche Reproduktion eines Films, eines Videos oder eines anderen urheberrechtlich geschützten Daten- oder Tonträgers.“
Eine Schwarzkopie ist ja auch nicht schwarz, nur weil „Schwarz“ für sich genommen als Farbe definiert wird.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 12. Februar 2020 - 10:17 #

OK, dann beenden wir das hier an der Stelle. Du weißt schon dass dieses Wort im Duden steht weil es umgangssprachlich so genannt wird, ne? Das macht es nicht richtiger. Und was schwarz angeht, auch ein Schwarzfahrer ist nicht zwingend schwarz. ;)

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 12. Februar 2020 - 10:31 #

Das ist doch lächerlich. Bei einem Wort findest Du die Duden-Definition ganz toll und treffend, beim Nächsten weigerst Du Dich, die Duden-Definition anzuerkennen :D
Wäre „Raubkopie“ aufgrund von Umgangssprache im Duden, wäre das auch genau so vermerkt und zwar unter dem Punkt Gebrauch (siehe z.B. das Wort „brettern“ im Vergleich zu „Raubkopie“).

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 12. Februar 2020 - 12:01 #

Raub ist ein Jahrhunderte altes Wort. Aber lassen wir das. Bringt eh nichts.

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 12. Februar 2020 - 12:57 #

Und Raubkopie ist es nicht, es hat aber auch nicht die Bedeutung wie Raub im wörtlichen Sinne. Das habe ich (und auch euph) Dir belegt. Da Du trotzdem nicht begreifen willst, sollten wir es tatsächlich dabei belassen.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 12. Februar 2020 - 13:36 #

Wer hier was nicht begreifen möchte sei mal dahingestellt....

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 12. Februar 2020 - 13:50 #

Im Gegensatz zu Dir habe ich meine Argumente zumindest belegt.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 12. Februar 2020 - 14:47 #

Spätestens jetzt wird es lächerlich.

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 12. Februar 2020 - 15:18 #

Raubkopie hat per Definition nichts mit damit zu tun, jemanden zu bedrohen, um etwas zu stehlen - belegt.
Raubkopie ist keine Umgangssprache - belegt.

Ja, es ist wirklich lächerlich von Dir, Dinge einfach nur zu behaupten und kaum werden sie widerlegt, nach neuen unbelegten Behauptungen zu suchen.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 12. Februar 2020 - 16:53 #

Is klar. Ok, du hast Recht. Verschwendete Zeit meinerseits.

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 12. Februar 2020 - 17:56 #

Alter, Hendrik. Wo ist es denn Bitteschön kein Beleg, wenn ich auf Dudeneinträge hinweise, auf denen klar und deutlich meine Argumente nachzulesen sind? Erklär das doch mal bitte, bevor Du den Beleidigten spielst :D

Edit:
Weißt Du, warum ich immer wieder nachlege? Weil ich möchte, dass Du endlich anfängst, richtig mit mir zu diskutieren. Das heißt, dass Du nicht nur Deine eigene Meinung kundtust, sondern diese auch unterfütterst. Mit Links, mit Hinweisen, wo ich nachlesen kann - so wie ich es auch oben mehrfach getan habe. Aber da kommt nix von Dir. Das ist schade.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 12. Februar 2020 - 18:10 #

Muss ich wirklich die Bedeutung des Wortes Raub, welches du sofort googeln kannst unterfüttert? Das ist doch nun wirklich albern.
Und es ist nun mal so, dass hier damals zu reisserischen Kampagnenzwecken zwei Wörter nämlich Raub und Kopie zu einem Wortkonstrukt wurden, welches null Sinn ergibt. Wennschon, wäre es eine illegale bzw Diebstahl Kopie. Aber das klang wohl nicht so gut in dem Verbrecher Slogan. Ich finde es einfach nur doof dass sich dieses Unwort auch noch eingebürgert hat. Die Leute sollten es besser wissen. Ich weiss auch gar nicht warum du dieses alberne Konstrukt so vehement verteidigst.

euph 27 Spiele-Experte - P - 88259 - 12. Februar 2020 - 18:25 #

Neben der von dir, zurecht ins Spiel gebrachten, Bedeutung von Raub (die beim illegalen kopieren nicht gegeben ist), gibt es doch noch eine weitere laut Duden: jemanden um etwas bringen. Wenn mir jemand den Schlaf oder den letzten Nerv geraubt hat, macht er das im Zweifel auch nicht mit Gewalt. Und mit einer Raubkopie bringst du den Rechteinhaber um etwas, sodass der Begriff jetzt nicht mehr ganz so weit hergeholt ist. Ändert aber natürlich nichts daran, dass es für dein Empfinden nicht stimmt

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 12. Februar 2020 - 18:30 #

Na endlich versucht mich mal einer zu verstehen. :)

euph 27 Spiele-Experte - P - 88259 - 12. Februar 2020 - 19:12 #

Ich glaub ich kann das, auch wenn ich nicht verstehe, wie einen das so triggern kann. Aber ich bin bei sowas auch nicht sonderlich anfällig.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 12. Februar 2020 - 20:01 #

Auch ein Imperator hat so seine Schwachstellen. :)

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 12. Februar 2020 - 19:24 #

Keine Sorge, verstehen tue ich Dein Empfinden auch, zumindest ist es für mich nachvollziehbar. Aber Empfinden ist was anderes als Fakten.

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 12. Februar 2020 - 18:59 #

Nein, die Bedeutung von „Raub“ musst Du nicht unterfüttern, die streite ich auch nicht ab. Aber was kam danach? Ich erkläre Dir anschaulich und nachweisbar, dass „Raub“ und „Raubkopie“ inhaltlich keine Parallelen haben - was Du aber suggeriert hast. Und anstatt Deinen Fehler ehrlich und mit Anstand einzugestehen, versuchst Du es weiter. „Raubkopie“ sei umgangssprachlich und stünde nur deswegen im Duden. Wieder falsch. Nachweisbar. Und weiter: „Raub“ ist ein jahrhunderte altes Wort. Stimmt auch, tut hier aber nichts zur Sache, weil es um „Raubkopie“ geht, welches eine ganz andere Bedeutung hat.
Habe ich irgendwas falsch zusammen gefasst?
Wie es zum Wort „Raubkopie“, ist wiederum etwas völlig anderes und hat nichts damit zu tun, was Du eingangs suggeriert hast. Nämlich, dass die Definition von „Raub“ identisch oder wenigstens ähnlich sein müsse wie bei „Raubkopie“, weil in beidem „Raub“ vorkommt.
Das ist Humbug.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 80805 - 12. Februar 2020 - 20:04 #

Dann haben wir die ganze Zeit aneinander vorbeigeredet. Was ich die ganze Zeit dir zu verklickern versuche, ist meine Sicht der Dinge wie im letzten Post beschrieben.

euph 27 Spiele-Experte - P - 88259 - 12. Februar 2020 - 7:48 #

Eben, wir hatten doch alle nur "Sicherheitskopien".....

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 12. Februar 2020 - 14:50 #

Von manchen Spielen hatte ich sogar Sicherheitskopien der Sicherheitskopie... ^^

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 140544 - 12. Februar 2020 - 20:20 #

Ich hatte nur extern gelagerte Sicherheitskopien. Haben meine Freunde mir zur Verwahrung gegeben. *flöt* ;)

euph 27 Spiele-Experte - P - 88259 - 12. Februar 2020 - 20:27 #

Ich kopiere Unterlagen auch immer zur Sicherheit, bevor ich sie wegschmeiße :-)

Harry67 18 Doppel-Voter - - 12890 - 11. Februar 2020 - 15:07 #

Wir waren jung und wir brauchten das Geld.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 11. Februar 2020 - 15:55 #

Da wirfst du Legalität und Moralität in einen Topf. Das sind aber zwei komplett verschiedene Dinge!

Wenn Frau Rackete im Mittelmeer Flüchtlinge rettet, dann handelt sie gesetzeswidrig (illegal), aber moralisch richtig. Wenn Trump Menschen per Drohnenangriff killt, handelt er im Rahmen seiner Gesetze zur Terrorabwehr völlig legal, aber moralisch komplett falsch. Das bitte nur als plakative Beispiele, dass das eine nichts zwingend mit dem anderen zu tun hat.

Aus genau diesem Grund zieht das Argument "es gibt keine moralische Rechtfertigung, weil es illegal ist" nicht. Dass Schwarzkopieren illegal ist, steht ja hier auch gar nicht zur Debatte und das hab ich hier ja hoffentlich deutlich genug gesagt.

Betrachten wir Schwarzkopieren im Hinblick auf Moralität, ist die Sache aber eben gerade NICHT so kategorisch Schwarz/Weiß, wie du oder die Software-Lobby BSA es gerne darstellen. Da gibt es Verlierer (Softwarehersteller) und klare Gewinner - und zwar nicht nur die Raubkopierer selbst, sondern die Hardware-Hersteller, Ladenketten, Verlage für Fachzeitschriften und Sachbücher, Kunst & Kultur, die IT-Branche insgesamt (durch Fachkräftenachwuchs) und zukünftige Generationen (durch Archivierung).

Meine These ist nun: Volkswirtschaftlich haben Raubkopierer einen sehr positiven Effekt gehabt - es wurden viel mehr Arbeitsplätze geschaffen als vernichtet und es hat den technischen Fortschritt massiv beschleunigt. Ja, es bleibt definitiv illegal! Trotzdem ist die IT- und Gamer-Welt heute besser dran, weil es in den 80ern Raubkopierer gab.

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 11. Februar 2020 - 16:18 #

Das sind natürlich hochtragende Argumente.
Dieses "Erwachsen" der heutigen Games-Industrie wie der Schmetterling aus der Raupe, bzw. aus der Historie:
Also ich finde den Gedankengang in jedem Fall interessant, ob er nun wirklich in der Art deutlich ist, und der tasächlich prägende Einfluss, ich weiss es nicht.
Ich frage mich auch, ob es heute nicht genau so wäre mit den Raubkopien, wenn es weiter entsprechend einfach und anonym wäre, wie in den 80ern.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 11. Februar 2020 - 16:40 #

Ich weiss es auch nicht mit Sicherheit - es ist ja nur ne Arbeitsthese... :)

Dass es heute noch genauso wäre, glaube ich nicht. Weil Verdrängung statt Wachstum, naja, alles, was ich im Abschnitt "und was jetzt?" schreibe. Aber wer weiss, vielleicht sehe ich das in 30 Jahren anders ^^

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 11. Februar 2020 - 16:52 #

Du machst aber auf jeden Fall bereits heute lesenswerte Texte. :D

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 11. Februar 2020 - 17:19 #

Die These ähnelt dem Bild, dass Brandrodung fruchtbaren Acker hinterlassen, worauf Pflanzen erheblich schneller wachsen. Was mir auch nach der Diskussion immer noch wackelig erscheint, da dieses massive Ausmaß an Raubkopien gegenüber Verkäufen ein regionales Phänomen war. Was diese Zeit sicher hinterlassen hat, war eine enorme Hardwarebasis, welche es sonst vermutlich nicht in dem Tempo entstanden wäre.

So eine übliche Phrase ist ja, dass Deutschland als einer der größten Märkte für Spiele gilt. Aber ich sehe hier über die letzten 30 Jahre keine stabile deutsche Gamesbranche. Der Lokalcolorit, welche in den 90ern bei Spielen noch stark präsent war, ist weitgehend verschwunden. Banken nehmen die Branche immer noch nicht ernst, die Politik bemüht sich zaghaft, der lokale Einzelhandel verliert bei Medien allgemein an Bedeutung und die großen Online-Händler und digitalen Märkte sind ebenfalls keine deutsche Unternehmen. AAA findet nur mit ausländischen Investitionen statt und es gibt auch keine Leuchtturm-Marken, wie in den Niederlanden, Schweden oder Polen.

Wenn am Ort des Geschehens erstaunlich wenig produktives passiert, bzw. der Markt einseitig läuft, sehe ich erstmal keinen Zusammenhang mit den Raubkopien von damals. 30 Jahre seit Anfang der 90er sind eine lange Zeit und da stellt sich mir eher die Frage, ob es einen Unterschied gemacht hätte, wenn über die Zeit nichts kopiert worden wäre. Gab es damals zu Zeiten der 16Bit-Konsolen.

Wo die These mEn ohne Zweifel stimmt, dass Piraterie den technischen Fortschritt befeuert hat und das nicht zu knapp.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 11. Februar 2020 - 17:56 #

Zu "Deutschland = Spieleland" hatte ich einen Lesetipp aus dem ZEIT Magazin: https://www.gamersglobal.de/news/170083/wochenend-lesetipps-52020-warcraft-3-100er-wertungen-raytracing

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, warum wir da keinen richtigen Fuss auf den Boden kriegen. Ansätze wären mit Farcry, Anno und X (Egosoft) ja da. Wir tun uns in Sachen IT generell sehr, sehr schwer. Von den Wurzeln her, müsste es ja auch mindestens eine erfolgreiche, deutsche Computermarke geben. Siemens(-Nixdorf) ist aber zu Recht zugrunde gegangen, die Produkte waren schlechter. Und als Handy-Hersteller war Siemens auch das mit Abstand bedienerunfreundlichste Gerät, was ich je hatte.

Wenn ich es an einem Punkt festmachen sollte, dann den: Bis auf ganz wenige Ausnahmen fehlt den deutschen Produkten sowas wie "souveräne Coolness", die Technikfirmen wie Braun in den 80ern noch hatten und dt. Autobauer ja bis heute haben. Aber das führt zu nem Thema für eine eigene Q-lumne :)

v3to 16 Übertalent - P - 4892 - 11. Februar 2020 - 18:42 #

So, das kann ich dir sagen. Momentan sind wir bei Nitpicking angekommen:
Farcry - Investitionen von Ubisoft Frankreich
Anno - die rare Ausnahme von "weitgehend verschwundenen Lokalcolorit", welche ebenfalls von Ubisoft gestützt wird.

X ist ein Phänomen, welches ich mir wünschen würde, dass es mehr Schule macht. Das ist so ähnlich wie mit Flugsimulatoren oder dem Landwirtschaftssimulator. Alles Games, welche sich aufgrund der langlebigen Community entwickelt haben. Nur ich weiß nicht, ob du die Diskussion zwischen Mick Schnelle und Herstellerseite auf Facebook vor ein paar Jahren mitbekommen hast. Der Tenor war, dass man sich gleich insolvent melden könne, wenn man in den Bereich Richtung Mainstream gehen wolle. Was der Landwirtschaftssimulator erstaunlicherweise trotzdem erfolgreich geschafft hat. Aber hat ja nie jemand behauptet, dass es dafür keinen Markt gibt. Man sieht ihn halt nicht.

Diese "souveräne Coolness" würde ich auch sagen, dass die fehlt, allerdings ist mein Punkt, dass dafür die deutsche Spielebranche nicht genug Luft zum Atmen hatte, diese zu entwickeln. In meinen Augen auch kein Argument, dass man einfach so wegwischen kann, blos weil es keine entsprechenden Produkte gibt oder weil deutsche Vorzeige-Tech-Unternehmen kein Händchen für UI haben. Wenn die Branche nicht nur von der Hand in den Mund leben würde, bzw sonst anscheinend nur mit Hypes (Werbespiele, Browserspiele, Free2Play) Geld verdienen konnte, was alles nicht nachhaltig war (der F2P-Hype war bei hiesigen Herstellern offensichtlich auch nicht von Dauer), wo soll sich denn da was entwickeln? Die Gründung von Ubisoft Berlin feiere ich, nur da sehe ich keinen Zusammenhang mit deinem Thema.

Harry67 18 Doppel-Voter - - 12890 - 11. Februar 2020 - 17:23 #

tl;dr
Illegales Verhalten wird im Nachhinein durch einen volkswirtschaftlichen Nutzen moralisch akzeptabel, sprich legitim.

Was man damit alles Schönes begründen könnte ...

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 11. Februar 2020 - 19:08 #

Ich glaub richtig üble Dinge...

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 11. Februar 2020 - 19:57 #

Ganz. sicher. nicht.

Das Kant'sche Prinzip, dass "legitim" eben NICHT das Gleiche wie "moralisch" ist, lässt ja eben gerade keine Handlungen zu, die im Ergebnis schädlich sind. Wenn es um Moral geht, geht es immer um die Frage: Rechtfertigt der Nutzen für einige Menschen den Schaden anderer? Und würdest du, mit dem Wissen von heute, wieder genauso handeln?

Wer sich diesen Fragen stellt, kann zu Ergebnissen kommen, dass auch eine illegale Handlung moralisch vertretbar sein kann, wenn der Nutzen für die Allgemeinheit deutlich überwiegt.

"Richtig üble Dinge..." passieren dann, wenn man diese Fragen NICHT stellt und sich auf Regeln und Paragraphen versteift. Denn damit kann man sehr viel besser Böses rechtfertigen ("ich hab ja nur auf Befehl gehandelt...") als mit dem Kant'schen Prinzip.

Deswegen sind die Argumente, die v3to vorbringt, richtig klasse: Sie treffen den Kern des Themas (was überwiegt? Nutzen oder Schaden?). Die Argumente von Harry sind dagegen strunzdoof, denn ein minimaler Nutzen (Autobahn) kann niemals ein Unrecht (3. Reich) rechtfertigen. Sowas wie das Naziregime kann sogar NUR auf einer Ideologie gedeihen, wo Moral und Legitimität untrennbar sind.

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 11. Februar 2020 - 20:03 #

Ist das nicht die Standard Begründung von schlimmen Taten von diversen Despoten in der Menscheitsgeschichte?

"Wer sich diesen Fragen stellt, kann zu Ergebnissen kommen, dass auch eine illegale Handlung moralisch vertretbar sein kann, wenn der Nutzen für die Allgemeinheit deutlich überwiegt." z. B. Ureinwohner "verdrängen"?

Bin ich froh, dass wir das GG immer noch haben.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 11. Februar 2020 - 20:20 #

Was Despoten tun ist, zu behaupten, dass ein bisschen Wohlstand einige Menschen die Ausrottung von Millionen rechtfertigt ... und dann machen sie ein Gesetz, die diese Ideologie legalisiert. Damit der Einzelne sagen kann "ich habe aber gesetzestreu gehandelt" und sich die Moralfrage eben nicht mehr selbst stellen muss, weil die Antwort darauf ja schon vom Führer, per Gesetz, gegeben wurde.

Die Frage ist also weder falsch, noch gefährlich. Die vorgegebene Antwort darauf ist es! Gesetz = Moral ist der Wesenszug des Faschismus. Wunderbar in Orwells 1984 beschrieben: Die "Gedankenpolizei", die nicht nur das Gesetz überwacht, sondern auch das Denken.

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 11. Februar 2020 - 20:26 #

Ich glaub du verrennst dich gerade in krassen Aussagen. Wenn du schon selbst vom Faschismus sprichst, solltest du wissen, dass die schlimmsten Verbrechen genau so begründet wurden.

"Wer sich diesen Fragen stellt, kann zu Ergebnissen kommen, dass auch eine illegale Handlung moralisch vertretbar sein kann, wenn der Nutzen für die Allgemeinheit deutlich überwiegt."

Nochmal. Gut, dass es das GG gibt. Die Würde jedes Einzelnen.
Da wird nix gewichtet.

Das ist leider echt daneben geschrieben.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 11. Februar 2020 - 20:43 #

Du willst also in einer Welt leben, wo die folgenden Fragen nicht gestellt werden dürfen...

Wenn Frau Rackete Flüchtlinge rettet, handelt sie illegal. Aber handelt sie moralisch richtig?
Wenn ich bei Rot über die Straße renne, um ein Kind vor einem Auto zu retten, verstoße ich gegen das Gesetz. Handele ich moralisch richtig?
Wenn ich geheime Verbrechen einer Regierung als "Whisteblower" aufdecke, dann verstoße ich das Gesetz. Handle aber moralisch richtig?

OK, sei dir belassen, aber das ist dann nicht meine Welt...

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 11. Februar 2020 - 20:49 #

Es geht leider nicht krasse Sachen zu schreiben, und dann mit etwas Anderem es abändern zu wollen.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 11. Februar 2020 - 21:10 #

Ich ändere kein einziges Wort. Das Beispiel mit Frau Rackete habe ich weiter oben schon gegeben. Ausserdem haben ich geschrieben "Das Kant'sche Prinzip, lässt ja eben gerade KEINE Handlungen zu, die im Ergebnis schädlich sind." Das ist die Prämisse, die über allem steht, insbesondere über dem Satz, den du so krass findest. Blendest du jetzt aber einfach mal so aus, um ein bisschen zu trollen, gell?

Im übrigen gilt natürlich auch das Kant'sche Prinzip, dass in Art. 1 des GG verewigt wurde: Der Wert eines Menschenlebens ist unendlich hoch und kann nie gegen andere Menschenleben aufgerechnet werden. Du bist also derjenige, der so tut, als könne irgendwer per Nützlichkeitsprinzip auch Menschenopfer rechtfertigen... ICH tue das ganz sicher nicht.

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 11. Februar 2020 - 22:02 #

Für mich hast du die Situation soeben gerettet.
Kann dir zwar nicht sagen, was nun persönliche Beleidigungen, Stichwort trollen, sollen. Jedoch, der Zusatz "keinen Schaden dabei auszüben", hatte mir vorher gefehlt oder ich hab ihn überlesen.
Für mich passt es dann wieder.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 12. Februar 2020 - 1:35 #

Sollte keine Beleidigung sein, thoohl.

Wer sagt "Was man mit der Argumentation alles Schönreden kann... sogar schlimmste Verbrechen", der unterstellt mir aber damit, dass ich glauben würde, dass es überhaupt eine Rechtfertigung für schlimmste Verbrechen geben könnte. Für die Verbrechen der Nazis und andere übelste Dinge gibt es aber keine Rechtfertigung. Keine Relativierung. Niemals. Nicht mit meiner Raubkopierer-Argumentation und auch mit keiner anderen. Da sind wir uns zu 100% einig, und deswegen hab ich es als ein bisschen trollig empfunden.

Aber alles gut. Ich schreibe ja die Kolumne, um zu diskutieren :)

Harry67 18 Doppel-Voter - - 12890 - 12. Februar 2020 - 7:08 #

Damit wird dir gar nichts unterstellt, sondern die Argumentationstruktur selber ist nun mal ungeeignet.

a) Die Behauptung, dass es sich "nur" um ein problematisches Verhältnis zur Legalität handelt, weil ja keiner zu Schaden kommt, ist schon defizitär. Den Aspekt, dass da konkret Menschen ihrer grundlegenden Rechte beraubt werden, lässt du unter den Tisch fallen.

b) Volkswirtschaftliche Vorteile, boomende Branchenzweige und ähnliche unbeabsichtigte Nutzeffekte sind garantiert nicht geeignet, um auch nur im Ansatz einem "sittlichen Empfinden" in Kants Sinne gerecht zu werden. Und im Nachhinein schon gar nicht. Da geht es um Maximen, die man sich willentlich setzt.

"Moralität" und Wirtschaftswachstum spielen schlicht in unterschiedlichen Kategorien.

c) Eine solche lückenhafte Argumentation ist nun mal anfällig für Missbrauch und wird ja auch häufiger mal, nicht nur in Breitbart-Kreisen sondern auch in der linken Ecke bemüht. Da geht es ganz fix um vertretbare Kollateralschaden für die gute Sache.

d) Mit dir persönlich hat das insofern nichts zu tun, weil damit in keinster Weise Rückschlüsse auf dein persönliches Verhältnis zu welchen finsteren Handlungen auch immer gemacht werden könnten.

e) Mit dir persönlich hat das Ganze insofern zu tun, als du eine Arbeitshypothese zur öffentlichen Diskussion stellst und man natürlich erwarten kann, dass eine inhaltliche Diskussion geführt werden kann.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - P - 9658 - 12. Februar 2020 - 7:29 #

A) Welchen Rechts wurden sie beraubt? Und wer wurde beraubt?

Harry67 18 Doppel-Voter - - 12890 - 12. Februar 2020 - 7:50 #

Das Recht auf Eigentum. Also das was in Art. 14 GG vorgezeichnet wird und in § 903 ausgeführt wird.

https://www.planet-schule.de/wissenspool/grundgesetz/inhalt/sendung-gg-19-19-gute-gruende-fuer-die-demokratie/hintergrund-artikel-14.html

Der Link ist nicht anzüglich gemeint ;)
Ist aber gut zusammengefasst.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - P - 9658 - 12. Februar 2020 - 8:06 #

Am Recht auf Eigentum wird nichts geraubt, da es hier nicht um einen physischen Gegenstand geht.

Harry67 18 Doppel-Voter - - 12890 - 12. Februar 2020 - 9:11 #

Deshalb der Link: Urheberrecht, Recht am geistigen Eigentum etc.

Dann: Wenn dir dein Recht weggenommen wird, dein Produkt so zu veräußern, wie du es willst und an wen du es willst, dann wirst du deines Rechtes beraubt. Jemand anderes nimmt sich dann das Recht, dein Produkt, gegen deinen Willen zu veräußern wie es ihm passt.

Bei "Freiheitsberaubung" scheint es ja dann plötzlich wieder allen klar zu sein. Auch wenn Freiheit kein physischer Gegenstand ist.

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 12. Februar 2020 - 9:47 #

Danke für die kleine Aussprache im Rahmen der Q-lumne. Ich kann Dir versichern, ich versuche die Sachen schon vernünftig einzuordnen. Die Ebene der Q-lumne finde ich mit den gegebenen "Denkansätzen" interessant und es macht Spaß darüber zu diskutieren.
Ich bin in der Regel keiner, der dann Verallgemeinert. Das hatte sich dann irgendwo weiter oben so ergeben, und da ist mir dann ein Diskussionspunkt sehr übel aufgestoßen, was sich aber noch zum "Guten" -jedenfalls für mich- gedreht hat.
Ich lese auch Deinen Text nicht mit der Zielsetzung, die dortigen Ideen dann sofort auf andere Lebensbereiche zu übertragen, um dann evtl. auch noch Rückschlüsse auf den Verfasser zu ziehen - keine Sorge. Alles gut.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 12. Februar 2020 - 14:45 #

Womit wir mal wieder bewiesen haben, warum GamersGlobal die beste Internet-Community "von die ganze Welt" hat :)

Harry67 18 Doppel-Voter - - 12890 - 11. Februar 2020 - 20:14 #

Verwechselst du da "legitim" mit "legal"? "Legitim" heißt nichts anderes als "moralisch gerechtfertigt"

Hier für dich:https://de.wikipedia.org/wiki/Moralische_Rechtfertigung

Wenn du schon ein Beispiel von oben an dieser Stelle anbringen willst, dann reiße es bitte nicht so aus dem Kontext, wie es dir gerade passt. Da ging es um die Argumentationsstruktur, das dritte Reich im Nachhinein als Wegbereiter für die heutige Nachkriegsordnung schönzureden. Das mit den "Autobahnen" war nur ein Verweis auf geläufige Sprüche, die in so einem Zusammenhang gerne mal stellvertretend auftauchen.

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 11. Februar 2020 - 17:50 #

Äh, nur weil ein Argument in anderen Beispielen nicht zieht, gilt dies nicht automatisch überall.
Für Raubkopierei gibt es keine moralische Rechtfertigung. Schon alleine deshalb nicht, weil es hier nicht um Entscheidungen von Leben und Tod oder anderen wichtigen Dingen geht. Raubkopiere ich, begehe ich Rechtsbruch und dieser lässt sich in keinem Fall soweit relativieren, dass man damit eine moralisch einwandfreie Tat begeht.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 11. Februar 2020 - 18:06 #

Den Rechtsbruch streitet niemand ab.
Der Rechtsbruch wird nicht relativiert - auch nicht nachträglich.

Du findest hier im gesamten Kontext keinen Satz, kein Wort von mir, wo ich das tue.

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 11. Februar 2020 - 18:27 #

Es entsteht der Eindruck.

thoohl 16 Übertalent - - 4243 - 11. Februar 2020 - 19:13 #

Darf ich fragen wieviele Amiga und C64 Spiele du eigentlich damals hattest?

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 11. Februar 2020 - 21:59 #

Amiga und C64 gar keine, bin ja erst mit der ersten PlayStation ins Hobby eingestiegen. Wie viele Kopien ich hatte weiß ich nicht mehr genau, aber an die 50 waren es bestimmt.

euph 27 Spiele-Experte - P - 88259 - 11. Februar 2020 - 16:31 #

Playstation war schon die Zeit, wo ich tatsächlich nur Originale gekauft habe. Hatte nie eine umgebaute PSX und es auch nicht wirklich vermisst.

partykiller 17 Shapeshifter - 6938 - 22. März 2020 - 22:51 #

Ich habe eine umgebaute PSX gehabt, aber die war tatsächlich für Import-Originale, davon hatte ich ziemlich viele. Ich wollte definitv keine zweite Konsole, aber damals gab es so viele Importe bei Händlern und Videotheken, die wollte ich nicht missen. Ganz wenige Games als Copy, Thrill Kill z.B. oder maximal eine Kopie, weil mein Original zu zerkratzt war. Nein, bei der PSX habe ich einfach säckeweise Originale im Schrank (319, davon 64 US oder Japan Importe)

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - - 8566 - 11. Februar 2020 - 17:49 #

Was ist mit: ich hab das originale Spiel gekauft, kann es aber wegen des kaputten Kopierschutzes nicht spielen und spiele deshalb die Schwarzkopie mit Crack? So geschehen bei Spore damals...

Das ist zwar illegal gewesen, aber Moralisch fühlte ich mich durchaus im Recht.

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34794 - 11. Februar 2020 - 17:53 #

Überzeugt mich nicht. Da hättest Du auch mit Händler oder Vertrieb oder wen auch immer in Kontakt treten können um die Sache zu klären (hat ein anderer User hier in den Kommentaren sogar mal genau so gehandhabt).

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 172705 - 17. Februar 2020 - 23:57 #

Ein wunderbarer Text! Danke!

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Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 20950 - 18. Februar 2020 - 0:26 #

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euph 27 Spiele-Experte - P - 88259 - 18. Februar 2020 - 7:39 #

Fan-Art, wie schön :-)