User-Test

Pokémon X und Pokémon Y User-Artikel

Die Megaentwicklung wird immer durch eine kurze Zwischensequenz inszeniert.

Stagnation oder Innovation?

Doch was genau machen die neuen Spiele nun anders? Das beschriebene Kern-Gameplay bleibt auch diesmal wieder bestehen, wurde aber erneut erweitert. Die größte Änderung dürften die Mega-Evolutionen darstellen. Im Verlauf der Geschichte kommt ihr in den Besitz eines Mega-Bandes und dazugehörigen Megasteinen. Diese sind auf bestimmte Pokémon zugeschnitten. Verzichtet ihr darauf, eurem Monster ein normales Item wie eine Beere oder ähnliches zu geben und gebt ihm stattdessen den entsprechenden Megastein, dann könnt ihr euer Pokémon im Kampf auf eine neue Evolutionsstufe bringen. Die kommt mit allen Vor- und Nachteilen einer normalen Evolution daher: So steigern sich nicht nur die Statuswerte, es können sich auch die Typenzugehörigkeit und die passive Fähigkeit ändern.

Hinzu kommt der neue Typ Fee, der besonders viel Schaden gegen Drachen-, Kampf- und Unlicht-Pokémon anrichtet. Gegen Erstere ist er sogar immun, hat aber Probleme gegen Gift, Stahl und Feuer. Neben neuen Pokémon wurden auch viele alte diesem Typ zugeordnet, wodurch sich eingefleischte Spieler unter euch umstellen müssen. Pantimos und Trasla waren bisher beispielsweise anfällig gegen Unlicht-Attacken. Da sie jetzt jedoch auch den Typ Fee besitzen, nehmen sie fortan statt doppeltem nur noch normalen Schaden von entsprechenden Angriffen.

Die Kämpfe werden zusätzlich noch durch zwei neue Kampfarten erweitert: Bei den Massenbegegnung trefft ihr auf fünf wilde Pokémon gleichzeitig, könnt selbst aber nur eins aufs Feld schicken. Wohl dem, der seiner Kreatur Flächendeckende Angriffe beigebracht hat. Zum anderem gibt es die Luftkämpfe. Diese könnt ihr gegen bestimmte in der Spielwelt verteilte Trainer bestreiten. Dem Namen entsprechend finden diese Auseinandersetzungen in der Luft statt und es dürfen nur fliegende Pokémon eingesetzt werden. Bis auf diesen Punkt spielen sie sich jedoch genauso wie die normalen Eins-gegen-Eins-Kämpfe. Außerdem ist "fliegende Pokémon" wörtlich zu nehmen. Nur wenn die Monster auch im normalen Kampf eine Fluganimation haben, könnt ihr sie in dieser neuen Kampfart einsetzen. Taubsi oder Porenta beispielsweise sind, obwohl sie vom Typ Flug sind, von den Luftkämpfen ausgeschlossen, weil ihre Animation im Kampf sie als stehend darstellt. Zudem sind diese Kämpfe niemals Pflicht und ihr könnt sie ablehnen, wenn ihr herausgefordert werdet. Damit wirken sie mehr wie ein Gimmick als wie ein durchdachtes neues Kampfsystem.

Weniger Gameplay-relevant, aber dennoch eine willkommene Neuerung ist die Möglichkeit, euren Charakter gestalten zu können. Im Spielverlauf findet ihr immer wieder Boutiquen, in denen ihr euch neue Kleidungsstücke kaufen und auch beliebig miteinander kombinieren könnt. Zudem könnt ihr auch einen Friseur ausfindig machen und eure Haare färben sowie eure Frisur ändern. Besonders wenn ihr mit anderen Spielern interagiert, hat euer Charakter somit eine gewisse persönliche Note. Ganz im Gegensatz zu den älteren Teilen, in denen ihr ausschließlich euer Geschlecht auswählen konntet. Apropo Geschlecht: Die verfügbare Kleidung ist an dieses gebunden. Spielt ihr einen Jungen bleiben euch die Kleidungsstücke einer weiblichen Spielfigur verwehrt. Genauso kann der weibliche Charakter keine Herrenkleidung tragen. Wenn ihr euren Protagonisten eingekleidet habt, könnt ihr übrigens auch zehnsekündige Videos aufnehmen und gestalten, die sich andere Spieler über euer Profil ansehen können. Ebenso könnt ihr an bestimmten Punkten in der Spielwelt Bilder von eurem Charakter vor den Wahrzeichen Kalos' erstellen und im Internet hochladen.

Enttäuschend ist jedoch, dass andere Features aus den Vorgängern wegfallen. Dazu zählen zum einen die Jahreszeiten. Anstatt wie bisher die Jahreszeiten der echten Welt entsprechend anzupassen, gibt es nun nur noch vorgegebene Gebiete, in denen jeweils eine entsprechende Jahreszeit existiert – die sich jedoch nicht ändert. Ebenfalls ist die Einklangspassage ersatzlos gestrichen worden. In dieser konntet ihr NPC-Abbilder von Spielern, mit denen ihr Kontakt hattet, treffen und diese dazu bringen, eigene Läden zu eröffnen.

Einfacher Einstieg in komplexe Systeme
Das Supertraining erleichtert den Einstieg in den kompetitiven Multiplayer.

Im Storymodus weniger interessant, umso wichtiger aber für den Mehrspielerpart ist das neue Supertraining. Dies vereinfacht das Fleißpunkt-Training aus den bisherigen Spielen und macht es zugänglicher. Die Fleißpunkte wurden bisher vom Spiel zum Großteil verschwiegen und nie erklärt, weshalb es nicht verwunderlich ist, solltet ihr bisher noch nicht davon gehört haben. Ein Pokémon kann insgesamt 510 Fleißpunkte erhalten, die sich auf die einzelnen Statuswerte wie Angriff, Verteidigung oder Initiative verteilen. Hat euer Begleiter Level 100 erreicht, entsprechen vier Fleißpunkte in einem Wert einer Erhöhung um einen Punkt des Wertes. Fleißpunkte erhält das Pokémon immer dann, wenn es Erfahrungspunkte erhält. In welchem Wert es sie erhält, ist wiederum davon abhängig, gegen welches Pokémon es gekämpft hat. Das Besiegen eines Sandamer beschert so zwei Fleißpunkte im Wert Verteidigung. Triumphiert ihr hingegen gegen ein Riolu, dann gibt das einen Fleißpunkt auf Angriff. Dieses Training ist auch in X und Y noch möglich. Als Alternative könnt ihr jedoch auch das Supertraining betreiben. Hier wählt ihr einfach den gewünschten Wert aus und absolviert dann ein Minispiel, bei dem ihr Bälle in Tore schießen müsst und gleichzeitig den Schüssen einer Trainingspuppe ausweicht. Habt ihr die vorgegebene Punktzahl erreicht, dann gilt das Minispiel als bestanden und euer Pokémon erhält Fleißpunkte. Durch das neue Training müsst ihr nun auch nicht mehr manuell mitzählen, wenn ihr einen Wert maximieren wollt. Konntet ihr bisher nämlich 255 Punkte in einen Wert investieren, wodurch drei Punkte verschwendet gewesen wären, ist nun bei 252 Punkten Schluss. Zusätzlich erhaltet ihr eine grafische Anzeige, auf der ihr zwar keinen genauen Wert ablesen, aber immerhin einschätzen könnt wie stark ihr diesen bereits trainiert habt. Das erleichtert Neueinsteigern den Zugang zum kompetitiven Multiplayermodus.

Nach wie vor verschwiegen wird jedoch die "Determinant Values" (DV), auch "Individual Values" (IV) genannt. Diese werden ebenfalls zur Errechnung der Werte eines Pokémon verwendet. Wenn ihr ein Pokémon ausbrütet oder in der Wildnis trefft, dann wird für jeden einzelnen Statuswert eine Zahl zwischen 0 und 31 generiert. Je höher dieser Wert, umso besser das dazugehörige Attribut. Beeinflussen lässt sich das nur mit Pokémon-Zucht und bestimmten Gegenständen. Darüber werdet ihr vom Spiel aber nach wie vor im Dunkeln gelassen.

Ebenfalls interessant hinsichtlich der Kämpfe gegen andere Spieler ist, dass stark am Balancing gefeilt wurde. Viele der Spezialattacken wurden abgeschwächt, wodurch physische Attacken mehr an Bedeutung gewinnen. Auch die Pokémon-Typen blieben nicht unangetastet. Neben dem bereits erwähnten Feen-Typ, durch den Drachen nicht mehr so stark sind, wurde auch Stahl in seiner Nützlichkeit eingeschränkt, da dieser Typ seine Resistenz gegen Geist- und Unlicht-Pokémon verloren hat.

Vom Tauschen und Kämpfen

Ein wichtiges Merkmal der Serie ist der Multiplayer-Modus. In diesem könnt ihr nicht nur gegen andere Spieler antreten, auch eure Pokémon könnt ihr hier tauschen. Aufgrund der genannten Versionsunterschiede ist das besonders wichtig, da ihr nur so euren Pokedex vervollständigen könnt. Seiner Wichtigkeit entsprechend wurde dieses Feature auch sehr sinnvoll erweitert.

Den Anfang macht die Global Trade Stations, die GTS. In dieser könnt ihr anonym mit Spielern aus aller Welt Pokémon tauschen. Das läuft folgendermaßen ab: Ihr bietet eines eurer Monster an und teilt mir, welches ihr dafür haben wollt. Andere Spieler können dieses Angebot einsehen und gegebenenfalls akzeptieren. Loggt ihr euch das nächste Mal in die GTS ein, erhaltet ihr das getauschte Pokémon. Dieses System existiert bereits seit den Edition Perl und Diamant, hatte da aber noch mit Problemen zu kämpfen. Zum einen konntet ihr nie alle Angebote einsehen, sondern immer nur einen kleinen Teil. Zudem boten viele Spieler absurde Tauschs an, die teilweise nicht einmal erfüllt werden konnten. Besonders beliebt war es außerdem, sehr häufig auftretende Pokémon gegen legendäre tauschen zu wollen. X und Y erlauben es euch nun, wirklich sämtliche Tauschangebote einzusehen. Darüber hinaus wurde eine Filterfunktion eingebaut, sodass ihr Angebote mit legendären Pokémon herausfiltern könnt. Dies erleichtert euch ernst gemeintes Tauschen ungemein, und es ist problemlos möglich, alle Pokémon mit dem Kauf einer einzigen Edition zu erhalten. Zusätzlich zur GTS gibt es nun auch den sogenannten "Wundertausch". Dieser läuft ähnlich ab wie die GTS, mit einem Unterschied: Ihr wisst nicht, was ihr erhalten werdet. Hier bietet ihr euer Pokémon an und das Spiel sucht jemanden, der das gerade auch versucht. Dann werden eure Pokémon getauscht und ihr lasst euch überraschen, was ihr erhaltet.

Wenn ihr es doch lieber etwas persönlicher haben möchtet, dann wird euch das neue "Player Search System" gefallen. Mit diesem werden nicht nur eure Freunde aufgelistet, die ebenfalls Pokémon spielen, sondern es wird auch im Internet nach wildfremden Menschen gesucht, die das gerade tun. Diese werden euch angezeugt und mit nur wenigen Klicks könnt ihr diese zu einem Tausch oder Kampf einladen. Unterhalten könnt ihr euch über das eingebaute Mikrofon des 3DS. Da ihr jedoch häufig auf Personen treffen werdet, die weder Deutsch noch Englisch sprechen, könnte sich die Kommunikation problematisch gestalten.

Das neue Player-Search-System sucht pausenlos andere Spieler, solange ihr mit dem Internet verbunden seid. Mit nur wenigen Klicks könnt ihr diese dann zum Tausch oder Kampf auffordern.
Keksus 21 Motivator - 25149 - 19. Oktober 2013 - 17:25 #

Viel Spaß beim Lesen, Fehler bitte als Antwortkommentar posten.

CptnKewl 21 Motivator - - 25741 - 19. Oktober 2013 - 17:35 #

Meine Frage: Ich kenne Pokemon selbst nicht, möchte mich jedoch der Versuch mal hingeben. Vor Mystery Dungeon bin ich "gewarnt" worden. Sind X/Y gute Einstiegsspiele für nicht Kenner oder empfehlt ihr was anderes (DS/3DS Gerät vorhanden - kein GBA/GB mehr)

mblmg 12 Trollwächter - 853 - 19. Oktober 2013 - 17:51 #

X/Y sind super Spiele zum Einsteigen. Wie in jedem (richtigen) Pokemon-Spiel wird am Anfang alles ausführlich erklärt. Und gerade jetzt, wo einige neue Mechaniken eingeführt wurden, ist ein guter Zeitpunkt um unvoreingenommen einzusteigen!

Vor Mystery Dungeon hat man dich zu Recht gewarnt; das ist nämlich kein echtes Pokemon-Spiel sondern nur ein Spinoff.

Anonhans (unregistriert) 19. Oktober 2013 - 17:52 #

Ich glaube jedes "normale" Pokemon-Spiel ist für Einsteiger geeignet. Mystery Dungeon ist ja eher nen Ableger. Die richtigen Teile spielen sich eigentlich alle ähnlich. Klar sind die Spiele der ersten Generation (Rot und Blau?) etwas übersichtlicher, weil man es mit nem fünftel der Pokemon zu tun hat, die teilweise vielleicht noch aus der Anime-Serie kennt (wenn man da denn mal reinegschaut hat) und "catch 'em all" da auch wirklich noch möglich ist :D Aber an den grundlegenden Spielkonzepten hat sich nach den ersten Teilen nicht wirklich viel getan. Ne fortlaufende Story oder so gibt es auch nicht. Und ich glaube die paar zu lernenden Konzepte werden inzwischen auch ganz gut erklärt. Sollte also meiner Meinung nach nichts dagegen sprechen, mit X/Y einzusteigen.

Larnak 21 Motivator - P - 29250 - 19. Oktober 2013 - 21:55 #

Dafür sind rot und blau aus heutiger Sicht mit einer Bedienung direkt aus der Hölle ausgestattet :D

John of Gaunt 27 Spiele-Experte - 76969 - 19. Oktober 2013 - 17:51 #

Ich bin ehrlich gesagt froh, dass es die Jahreszeiten nicht mehr gibt. Unter Umständen drei Monate warten zu müssen, um bestimmt Pokemon zu erhalten oder Gebiete betreten zu können fand ich eher nervig als Spielspaß fördernd.

Aber Keksus, du scheinst dich ja ein wenig auszukennen, und ich finde nirgends ein Wort dazu. Ich hatte jetzt schon mehrfach am Anfang eines Kampfes (vor der ersten Attackenwahl) eine Nachricht stehen wie "x ist rastlos". Weißt du was das bedeutet, von was das beeinflusst wird, was es bewirkt? Oder gerne auch andere Kenner :)

Keksus 21 Motivator - 25149 - 19. Oktober 2013 - 17:59 #

Ich glaub das hat was mit dem Pokémonami zu tun, beziehungsweise mit der Fähigkeit. Rastlose Pokémon können glaube nicht eingeschläfert werden.

Sancta 15 Kenner - 3295 - 19. Oktober 2013 - 17:51 #

Klasse Test. Es wurden für mich als jemand, der noch nie ein Pokemon gespielt hat, alle wichtigen Fragen beantwortet. Sogar, was es mit x und y auf sich hat.

Hohlfrucht (unregistriert) 19. Oktober 2013 - 19:39 #

Danke für den Test, der sehr ausführlich auf das Gameplay des Spiels eingeht. Für mich als Pokemon Neuling wurden dadurch viele Fragen beantwortet.
Da ich rundenbasierte Kämpfe mag und schon in Ni no Kuni das Begleitersystem mochte (das restliche Kampfsystem ist hingegen Müll), habe ich mir mal Pokemon Y zugelegt. Scheint mir genau das richtige für langweilige Bahnfahrten zu sein.

CptnKewl 21 Motivator - - 25741 - 20. Oktober 2013 - 17:51 #

Ich hoffe es guckt noch einer hier rein:

Ich habe mir Pokémon Y gekauft, bisher 2h gespielt und es noch nicht bereut, wenngleich die Kaugummifarben zum Teil noch Reflexhafte Zuckungen auf meiner Netzhaut bewirken.

tvnel 16 Übertalent - 5672 - 26. November 2013 - 13:54 #

Ich will es haben :D

Lukastastisch (unregistriert) 18. Dezember 2013 - 19:05 #

Ich habe wirklich lange mit mir gehadert, ob ich erneut in die Welt von Pokemon einsteigen soll. Ich habe zwar die Weiße-Edition gespielt, aber wirklich begeistert war ich nicht davon.
Jetzt habe ich mich vergangene Woche doch dazu durchgerungen und bin positiv überrascht. Die Kämpfe sind deutlich dynamischer, die neuen Pokemon wirken frisch und auch die Welt wirkt allgemein runder und lebendiger.

Ansonsten stimme ich mit dir überein. Pokemon hat wieder Wind in den Segeln und erreicht hoffentlich erneut festen Grund.