Pen & Paper Rollenspiele User-Artikel

Langer Vorlauf zu Verliesen und Drachen

StefanH / 21. Februar 2021 - 11:18 — vor 3 Tagen aktualisiert

Teaser

„Computerspiele machen einsam!“, hieß es früher oft. In den 90ern hat StefanH über Computerspiele den Zugang zu geselligen Pen-&-Paper-Rollenspielen gefunden und möchte euch davon berichten.
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In den 1990er Jahren spielte ich hauptsächlich am Amiga 500 meiner Mutter. Eines Tages hielt ich im Woolworth die deutsche, in rot-schwarzem Karton verpackte Budget Ausgabe von Death Knights of Krynn in meinen Händen. In der Power Play hatte das Spiel respektable 76 Prozent erhalten. Andere Vertreter des Genres wie das großartige The Bard's Tale hatte ich bereits sehr gerne gespielt. Daher kaufte ich das Spiel und begann bereits im Bus nach Hause das Handbuch zu lesen. Das Spiel und seine Beilagen weckten das erste Interesse für das System dieser Spiele in mir.
 
Das Cover hat bis heute Eindruck bei mir hinterlassen. Leider war meine Version nicht golden.

Die erste Dosis Regeln

Die Handbücher von Death Knights of Krynn habe ich mehrfach äußerst genau gelesen. Ich habe mich dabei über die Tabellen im Anhang gewundert. Darin standen Wahrscheinlichkeiten und Tabellen mit seltsam anmutenden Würfeln wie dem zwanzigseitigen Würfel (1W20) oder zwei achtseitigen Würfeln (2W8). Das weckte meine Neugier. In einer Play Time las ich, was es mit dem System Advanced Dungeons & Dragons (AD&D) auf sich hatte. Es handelt sich dabei um ein Rollenspiel, das die Spieler ähnlich wie ein Brettspiel spielen. Der Spielleiter spielte quasi die Spielwelt und die Spieler repräsentierten Charaktere in einer vom Spielleiter gesteuerten Geschichte. Das Spielprinzip fand ich spannend und ich versuchte mir dieses ominöse Brettspiel zu kaufen, was leider an den damaligen Gegebenheiten scheiterte. Ich kannte einfach keinen Laden mit entsprechendem Angebot. Das Internet war noch nicht verfügbar und somit eine Online-Suche unmöglich. Also begann ich, erst einmal die Gold-Box-Serie für den Amiga zu sammeln und begeistert und vom Spieleabend mit Freunden träumend zu spielen.
 

Zwischenspiele mit der Gold-Box-Serie

Die Firma Strategic Simulations Inc. (SSI) durfte damals basierend auf dem AD&D-Regelwerk und deren Welten Spiele veröffentlichen. Das Erstlingswerk Pool of Radiance war der Start einer ganzen Reihe von rundenbasierten Rollenspielen in den ehrwürdigen Forgotten Realms, die heute als die wichtigste Spielwelt für Dungeons & Dragons (D&D) gelten. D&D bietet ein Regelgerüst, welches Spielen in verschiedenen Welten erlaubt. Damals lag der Schwerpunkt allerdings auf Fantasy-Szenarios. SSI konzentrierte sich wiederum nur auf die Forgotten Realms und die Welt der Drachenlanze mit dem Namen Krynn. Mehr Informationen zu Pool of Radiance bekommt ihr im User-Artikel von Henning Lindhoff.
 
Die erste Saga in den Forgotten Realms erhielt mit Curse of the Azure Bonds und Secrets of the Silver Blades Fortsetzungen und mit Pools of Darkness ein wirklich glorreiches Finale. Die Qualität der Titel schwankte zwischen okay bis absolut großartig. Technisch gab es nur schrittweise Verbesserungen zwischen den einzelnen Titeln. Die Drachenlanze-Saga erschien parallel und bestand aus den Titeln Champions of Krynn, Death Knights of Krynn und schließlich Dark Queen of Krynn. Es folgte noch eine weitere Saga in den Forgotten Realms mit den beiden Spielen Gateway to the Savage Frontier und Treasures of the Savage Frontier. Die jeweils letzten Teile dieser drei Serien habe ich nicht mehr auf dem Amiga gespielt. Erst Jahre später habe ich dank GOG diese Bildungslücken geschlossen. Die Buck-Rogers-Serie mit der gleichen Engine, aber eben einem Science-Fiction Szenario, habe ich erst sehr viel später auf dem PC gespielt. So wirklich gefallen hat mir das Szenario aber nicht.
 
Die oben genannten Spiele haben alle die Regeln der ersten Edition von AD&D umgesetzt. Alle späteren Spiele wechselten auf die schon seit 1989 verfügbare zweite Edition. In meiner Sammlung hatten sie daher auch nichts mehr verloren, wenn sie denn überhaupt noch für den Amiga erschienen. Interessanterweise waren die Veränderungen im Pen-&-Paper-Rollenspiel zwischen der ersten und zweiten Edition eher gering. Die Computerspiele der zweiten Edition hatten allerdings komplett andere Spielmechaniken als die Gold-Box-Serie. Eye of the Beholder war zum Beispiel eine Kopie von oder Hommage an Dungeon Master mit dem AD&D-Regelwerk. Ich mochte dieses Spiel zwar auch, aber rundenbasierte Spiele lagen mir schon immer mehr. In Mavericks User-Artikel zur Eye-of-the-Beholder-Serie könnt ihr da schon etwas mehr Begeisterung herauslesen.
 

Die erste Rollenspiel-Begeisterung

Etwa drei Jahre später habe ich an der Pen-&-Paper-Rollenspielrunde bei Freunden teilgenommen, in der wir das Cyberpunk-trifft-Magie-Rollenspiel Shadowrun in der zweiten Edition gespielt haben. Der Spielleiter war noch sehr unerfahren, aber für mich war es ein großartiges Erlebnis und ich war total begeistert von dem Spiel. Das Beste an diesem Ausflug: Ich bekam die Telefonnummer des FanPro-Shops, einem Versandhaus der Firma Fantasy Productions. Die Firma produzierte die deutschen Shadowrun-Regelbücher und hatte ein großes Angebot an Rollenspielen im Programm. Ich hatte also endlich eine Quelle gefunden, wenn ich mich auch erst einmal nur mit Shadowrun beschäftigt habe. Mein Taschengeld hätte mir kaum zwei Rollenspielsysteme parallel erlaubt. In den folgenden Jahren begann ich das Tauschkartenspiel Magic: The Gathering zu spielen – keine Sorge, heute bin ich clean! Über Freunde fand ich dabei den Laden Fantasy Encounter in Essen, womit ich dann in unmittelbarer Nähe eine Quelle für meinen Spielebedarf gefunden hatte. Dort gab es ein so ziemlich jedes Strategie- oder Rollenspiel. Nach etwa drei Jahren hatte ich meine Shadowrun-Sammlung vervollständigt und bis heute besitze ich alle Shadowrun-Quellen- und Regelbücher wenigstens als lizenziertes PDF oder Printausgabe.
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Pools of Darkness war das Finale der ersten Saga und ein absolutes Highlight. Auch optisch wurde hier mehr geboten.
Maverick 30 Pro-Gamer - - 594575 - 21. Februar 2021 - 11:22 #

Schöner Artikel, StefanH. :)

Als seinerzeit begeisterter DSA & D&D-Spieler (später auch AD&D 2nd Edition) war ich richtig happy darüber, dass SSI mit Pool of Radiance einen grandiosen Start der Gold-Box-Serie hingelegt hatte, der mich förmlich vor dem Spiel kleben lies. Die selbst gezeichneten Karten auf Karo-Papier (samt notierter Gefechte mit Monstern, Beute und EXP) habe ich hier noch zuhause im Ordner, zusammen mit meinen handschriftlichen Reise-"Journals" diverser Ultima-Teile und Eye of the Beholder-Dungeon Maps. :-)

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 12:05 #

Freut mich, dass dir der Artikel gefällt. Dein Weg vom Brett zum Computer wäre mir vermutlich nicht ganz so gut runtergegangen. Zumindest heute vermisse ich in Computer-Rollenspielen vieles, was am Spieltisch komplett normal ist. Aber vielleicht bin ich auch einfach ein Grumpy Old RPG Gamer? ;)

euph 28 Endgamer - P - 102304 - 21. Februar 2021 - 22:10 #

Meine Gold-Box von PoR vermisse ich leider. Verkauft habe ich es nicht, aber finden kann ich es auch nicht mehr :-(

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 145766 - 21. Februar 2021 - 11:22 #

Interessanter Artikel! So faszinierend ich immer die Gold-Box-Spiele fand (hab sie alle auf GoG), warm bin ich nie damit geworden. Eye of the Beholder & Co. liegen mir einfach mehr, bis heute.

BruderSamedi 18 Doppel-Voter - P - 9122 - 21. Februar 2021 - 11:41 #

Mir waren Rollenspiele bis zum Kauf des ersten DVD-Brenners gänzlich unbekannt. Diesem jedoch lag neben dem Akte-X-Adventure auch ein Spiel namens Baldur's Gate bei, bei dem wir eigentlich auch ein Adventurespiel erwartet hätten. Da erst habe ich das Genre entdeckt. Und mir ist bis heute unbegreiflich, wie jemand zwar sämtliche Baldur's-Gate-Teile durchspielen kann, aber nie etwas von THAC0 bzw. ETW0 gehört hat (gab mal eine heftige Diskussion mit einem Freund).

Aktuell bin ich seit fast 20 Jahren P&P-Rollenspieler, zu 90% DSA mit kleinen Ausflügen in Shadowrun und D&D. Aber besonders bei D&D ist es schwer, sich an die Welt und den Spielstil zu gewöhnen, wenn man aus Aventurien so viel mehr gewohnt ist, das spielt sich wirklich teils wie ein Computerspiel.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 12:07 #

Also DSA habe ich im Laufe der Jahre immer wieder Mal gespielt. Das Erlebnis war aber nie wirklich positiv. Das Regelsystem ist mir da einfach zu schwerfällig und gerade Kämpfe dauern einfach viel zu lange... Aber das ist halt meine persönliche Präferenz. Es kann ja nicht jeder das beste RPG aller Zeiten erkennen und spielen :D ;)

BruderSamedi 18 Doppel-Voter - P - 9122 - 21. Februar 2021 - 12:49 #

Und da gebe ich dir völlig recht: das Kampfregelsystem (insbesondere bei DSA 4(.1)) ist schwerfällig und die Kämpfe dauern zu lange, insbesondere, wenn man sich an die niedergeschriebenen Regeln mit doppeltem Durchlaufen der Initiativephasen hält. Nach dem Umstieg von DSA 3 auf DSA 4 hatten wir rund 5 Jahre gespielt und in der Zeit vielleicht 3 Kämpfe gehabt - keiner hatte Lust, sich in hinreichendem Maße auf die Kampfregeln einzulassen. Danach haben wir das zum Fokus einer Splittergruppe gemacht und umfangreiche Hausregeln eingeführt, das machte es dann spielbarer. DSA 5 macht da schon von Haus aus vieles besser, kommt aber längst nicht an D&D ran. Hingegen habe ich bei D&D eher das Gefühl, dass vieles einfach Dungeon Crawl ist; der Schwierigkeitsgrad ist hoch und die Spieler müssen wirklich alle Fähigkeiten ihrer Helden kennen und richtig und sinnvoll einsetzen, um im Kampf gute Chancen zu haben - zumindest wenn man den Encountern in offiziellem Abenteuern folgt und als Meister hier keine Würfelgnade walten lässt.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 13:57 #

Mir gefällt persönlich der hohe Schwierigkeitsgrad von AD&D sehr gut. Da habe ich arge Probleme mit der 5th Edition, wie ich ja geschrieben habe. Aber Cleverness wird ja vom Spielleiter schon belohnt - Aber bloß nicht mit Gnade bei den Würfelergebnissen! Wo kommen wir denn da hin??? :D

BruderSamedi 18 Doppel-Voter - P - 9122 - 21. Februar 2021 - 15:27 #

Dann hast du anscheinend aufmerksamere Spieler - ist wahrscheinlich eine Erziehungssache. Bei meinen Spielern heißt es im Kampf meist "Einfach draufschlagen" und damit kommt man bei D&D nicht weit; in DSA hingegen, vor allem beim Spiel ohne Battlemap, gibt es gar nicht viele andere Optionen. Dazu trägt auch bei, dass D&D immer noch ein Level-System hat, das den Charakteren bei Aufstieg meist neue, klassenabhängige Fähigkeiten verleiht, die dann halt "einfach da sind", während bei DSA die Spieler sich Dinge gezielt zulegen und sich dadurch vielleicht besser informieren.

Anekdote: Bei einem der letzten "Boss"-Kämpfe dort waren die zwei Hauptkämpfer der Gruppe nackt und unbewaffnet, weil sie aus Fluffgründen so halt tauchen gegangen waren (und keiner mit nem Kampf gerechnet hat). Trotzdem wurde es noch nicht mal knapp. Kampf steht bei uns in DSA echt nicht im Mittelpunkt.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 16:25 #

Also in AD&D 1st Edition muss man noch mindestens 1 Woche lang trainieren, um den Levelaufstieg zu machen - schlechtes Rollenspiel verlängert die Trainingszeit und die Kosten für den Lehrer entsprechend. Das geht natürlich nur zwischen den Abenteuern und da kann sich dann jeder auch mit den neuen Fähigkeiten einigermaßen beschäftigen. Zauberer und Kleriker lernen dann ja auch ihre Zauber und gerade der Zauberer muss sich einen neuen Zauber für sein Zauberbuch aussuchen und diese Wahl will gut sein. Also da bleibt auf jeden Fall Raum für Überlegungen.

Claus 30 Pro-Gamer - - 299261 - 21. Februar 2021 - 12:03 #

Super Artikel, danke StefanH!
Pen & Paper Rollenspiele habe ich erstmals Mitte der 80er in einem Laden in Freiburg entdeckt, wo AD&D Packungen im Angebot auslagen. Kauf war damals mangels eigener Gelder aber nicht möglich, und mein Vater wollte ob der Monster-Cover da kein Geld für hinlegen.
Später dann das Schwarze Auge, was ich mit Bruderherz anfangs begeistert starteten, aber doch eher schnell (5 oder 6 Abenteuer gekauft, 2-3 gespielt) wieder liegen gelassen haben ("Flimm-Flamm-Flunkel, bring Licht ins Dunkel" AUFSAGEN zu müssen, um im Spiel in einem Verließ Licht werden zu lassen, war uns dann doch zu dämlich). Später dann zu Bundeswehr-Zeiten mit 2-3 ebenfalls interessieren Kameraden gab es dann spannende Warhammer Rollenspiele (die nix mit dem 40.000er-Mumpitz zu tun hatten, zumindest nicht inhaltlich), und da hatte ich dann auch den ersten wirklich guten Spielleiter dabei, der das A und O eine jeden Runde ist. Unvergessen, wie ein Uffz nach der Ankündigung, dass dies wirklich die Höhle des Drachens war, vor der wir als Gruppe standen, mit einem "mein Zwerg rennt als erster in die Höhle und greift den Drachen an" Charaktergerecht durch Loot-gier getrieben vom Spielleiter informiert wurde, dass ihn der Drache nach betreten der Höhle sofort und ohne Chance auf Gegenwehr getötet hatte (Details dazu habe vergessen). Der Rest der Gruppe hatte nach dem "ich stürme in der Höhle" bereits wie Stirn in Falten gelegt, und grinste nach dem Endergebnis der Aktion zufrienden, als der restliche Abend dann ohne den guten Mann zu Ende gespielt werden konnt.
Wer das mal selber gemacht hat, hat eine Ahnung, wieviel eigene Vorarbeit vor dem eigentlichen Spieltermin dazu notwendig ist. Wer dort nicht weiß, was alles kommt oder kommen soll, und keine gute Geschichte erzählen kann, der tut den Mitspielenden keinen Gefallen.
Unvergessen auch das eine Wochenende in Münster, als sich eine Postspielgemeinschaft zum ersten Mal live traf, umd das Wochenende ein Rollenspiel anzugehen, aufgeteilt in zwei Gruppen. In der Gruppe, in der ich nicht teilnahm, hatte ein Spieler die Regeln falsch verstanden (und sein Spielleiter eben auch), und daher mit seinem Minotauren-Charakter alle, aber wirklich alle Kämpfe praktisch alleine gewonnnen, was in der Gruppe ebenfalls den Spielspaß final tötete ("schönes Wochenende ist gestorben"), insbesondere da der Spieler durch seine selbstgefälligen Kommentare dabei "Ich habe alle mit diesem Wurf besiegt, höh!höh!höh!" ohnehin auch in einem normalen Ablauf arg strapaziert hätte.

Danach war es dann vorbei (Mitte der 90er) mit Pen & Paper.
Als Trost blieb aber die Gold Box (und da sticht eigentlich Pool of Radiance heraus, was für mich das einzig echte RPG ist, was noch an eine Pen & Paper Runde erinnnerte. Baldurs Gate und seine Nachfahren waren aber auch noch schöne Titel.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 12:12 #

Danke für das Lob! Deine Erfahrungsgeschichte liest sich auch interessant. Im Laufe der Zeit habe ich auch einige echt öde oder einfach gescheiterte Sitzungen mitgemacht. Aber ich lerne aus Fehlern und gebe den Spielleitern aber auch Spielern immer wieder eine Chance mich zu überraschen. So weit lief das immer sehr gut und ich bin bis heute dabei geblieben.

Sermon 16 Übertalent - - 5253 - 21. Februar 2021 - 12:32 #

Sehr, sehr schöner Artikel! Gratulation! Gefällt mir ausnehmend gut! Ich habe in den 80ern wie Du die Pen&Paper-Phase mangels entsprechender Kontakte "ausgelassen" und bin auch erst über den Computer (Bard's Tale 1 auf dem C64) zum Rollenspiel gekommen bin. Im Gegensatz zu Dir habe ich jedoch die Pen&Paper-Phase nie nachgeholt, weshalb der Artikel für mich doppelt interessant ist.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 13:58 #

Vielen Dank! Ich kann es dir jedenfalls sehr empfehlen, das mal mit ein paar Freunden auszuprobieren. Heutzutage hat ja fast jedes Rollenspiel "Einsteiger Sets" oder "Probierabenteuer". Wenn man die Spielwelt aus Romanen schon etwas kennt, wird so ein Anspielen um so leichter.

Sermon 16 Übertalent - - 5253 - 21. Februar 2021 - 16:49 #

Ich habe mich Ende der 90er (aus Interesse, aber auch meinem damaligen Job geschuldet) in das AD&D-Regelwerk (2nd Edition) eingelesen, aber mein Bekanntenkreis war und ist nicht wirklich für Pen & Paper zu begeistern, da beiß' ich auf Granit. Mittlerweile komme ich sowieso, wenn überhaupt, nur mehr an Wochenenden ein paar Stunden zum Spielen und da ist's zu 99.999 % die PS4. Ich befürchte, das wird in diesem Leben beim mir nix mehr werden ;)

Gucky 22 AAA-Gamer - - 36218 - 21. Februar 2021 - 17:16 #

Hmmm, ich habe mit dem englischsprachigen D&D angefangen zu spielen, weil ein Freund von mir mich dafür begeistern konnte. Er hat sich tolle Szenarien und Kampagnen ausgedacht und nach einer kurzen Zeit Anfang der achtziger Jahre sind wir auf AD&D umgestigen. Witzigerweise haben wir bei AD&D immer von Second Edition gesprochen, weswegen, lieber Stefan, ich ersteinmal verwundert war, als du von AD&D First Edition gesprochen hast. Wir hatten alle Spielbücher auf englisch und ich habe sie regelmäßig regelrecht verschlungen und mein Vokabular mit Fantasy- und Mittelalterenglisch aufgebessert. Durch AD&D habe ich auch Bards Tale auf dem C64 gespielt. In den neunziger Jahren hatte ich noch eine Phase mit einer anderen Spielgruppe mit dem Mittelalterrollenspiel Ars Magica, was auch Spaß gemacht hat. Jetzt spiele ich privat kaum noch, weil sich meine Interessen etwas verlagert haben, aber in der Schule spiele ich noch ab und zu mit Schülern und Pen&Paper kommt gerade bei den Gamern sehr gut an.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 17:31 #

Vor AD&D gab es ja wirklich noch D&D und ein Spiel, das parallel zu AD&D weiter existierte, das auch nur D&D hieß. Also damals hat man wohl noch nicht von erster oder zweiter Edition gesprochen - die Bücher haben das jedenfalls nie getan. Der Betriff erste Edition ist nur aus heutiger Perspektive verständlich, aber mit deiner damaligen Benennung schon leicht verwirrend :D Ab der dritten Edition wurde ja dieses parallele Spiel eingestellt und das A für Advanced fallen gelassen... Ich habe auch nie so ganz verstanden, wieso das alte D&D so lange weiter gepflegt wurde. Aber selbst gespielt habe ich diese Ausgabe nie.

Gucky 22 AAA-Gamer - - 36218 - 21. Februar 2021 - 18:22 #

Interessante Anmwerkung, danke. AD&D war dem alten D&D in allen Belangen überlegen, aber es legte die Basis.

CBR 20 Gold-Gamer - P - 24619 - 21. Februar 2021 - 13:09 #

Bei mir war der Werdegang genau anders herum:
Ich hatte in geselliger Runde das ein oder andere Rollenspielsystem gespielt. Allerdings wurden die Treffen immer seltener. Parallel dazu hatte ich mir meinen ersten Rechner zugelegt und mir dann - völlig auf Entzug - die Schicksalsklinge zugelegt. Damit war es um mich geschehen und für eine ziemlich lange Zeit ist kein gutes Rollenspiel ungespielt an mir vorbei gekommen.

Heute fehlen immer noch die Leute für ersteres und mittlerweile die Zeit für zweiteres.

Makariel 19 Megatalent - P - 18048 - 21. Februar 2021 - 13:39 #

Mein erstes RPG war Das schwarze Auge von FanPro, allerdings hatte mich zu dem Zeitpunkt das ebenfalls von FanPro im deutschsprachigen Raum vertriebene Battletech mehr in seinen Bann gezogen. Shadowrun (in der 3. Edition ;)) habe ich dann auch ausreichend gespielt, mit ein paar Runden AD&D und D&D hie und da. Battletech spiele ich nach wie vor, derzeit via Roll20.net eine Kampagne zur Zeit des mythischen Sternenbundes, von dem man im "normalen" Battetech nur in Geschichtsbuchern liest.

Faerwynn 18 Doppel-Voter - - 11897 - 21. Februar 2021 - 13:44 #

Ich habe 1992 mit DSA angefangen und spiele es inzwischen wieder, nach längeren Unterbrechungen durch AD&D, Shadowrun und Changeling. Nach einigen Erfahrungen hatte ich recht schnell für mich festgestellt, dass ich (A)D&D für Computer-RPGs liebe, DSA hingegen für P&P. :)

In der Jugend war ein großes Problem die im Artikel erwähnte Sterblichkeit der Charaktere, in diesem Alter ist es noch nicht wirklich ein Wert, dass 5 Leute sich gemeinsam Zeit nehmen und dazu kommen noch pubertätsinduzierte Profilneurosen und Leute, die irgendwelche Schulhofquerelen dann im Spiel weiter ausleben wollen ("Mein Krieger schlägt seinen Dieb tot. Los, würfel. Haha, tot, gib deinen Charakterbogen zum Zerreißen her." oder auch sadistische Spielleiter). Vielleicht hatte ich da auch nur mehrfach Pech mit den AD&D Gruppen, aber bei DSA ist mir das so in der Form nicht passiert.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 14:04 #

Gerade bei AD&D dauert es halt auch nicht so lange neue Charaktere zu erschaffen. Neuere Regelwerke haben da ja Baukästen noch und nöcher und da geht halt schon allein dafür richtig viel Zeit verloren. Inzwischen kann ich einen AD&D Charakter locker in unter 30 Minuten erschaffen... Vermutlich sogar noch schneller, wenn ich weiß, was ich will :D
Aber destruktive Spieler können dir natürlich JEDES Spiel verhageln. Solche kamen mir aber auch enorm selten unter.

BruderSamedi 18 Doppel-Voter - P - 9122 - 21. Februar 2021 - 15:43 #

Aber vergeht nicht die meiste Zeit dafür abseits des Regelwerkes? Die Spielwerte sind ja schnell hingeschrieben, insbesondere in D&D, und mindestens auf Stufe 1 gibt es ja noch nicht so viel zu beachten oder zu optimieren. Aber die ganze Hintergrundgeschichte - warum ist er Abenteurer, was motiviert ihn, wo sind seine moralischen Grenzen, was ist sein Kryptonit,... all das dauert systemunabhängig ja ne ganze Weile, jedenfalls bei mir in DSA. Vielleicht lässt man das in D&D ja alles weg, gut möglich.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 16:29 #

AD&D und heute auch D&D haben ja das sogenannte Gesinnungs-System. Das beantwortet schon mal SOFORT einige grundlegende, philosophische Fragen, die der Charakter sich stellen könnte. Von da aus wird halt vieles nachträglich eingefügt - sowohl spontan im Spiel als auch kurz nach der Erschaffung. Als Hilfe hat man da auch viele Dinge wie den Ehestand der Eltern, die soziale Klasse der Familie, Anzahl der Geschwister usw. Beim Auswürfeln vieler dieser Dinge formt sich auch "spontan" ein Bild des Charakters. Denke allein über die Möglichkeiten eines "Magiers, der auf der Straße aufgewachsen ist"... Das erste Zauberbuch in seiner Ausrüstung war teuer. Wem schuldet er Geld? Oder wer fördert ihn? Da kann man natürlich eine Weile drüber nachdenken, aber das kann auch später kommen. Das sind jetzt auch nur meine Antworten... Da antwortet jeder ein wenig anders drauf, würde ich vermuten. Es geht also recht flott... Oder ich habe zu viel Übung :D

Faerwynn 18 Doppel-Voter - - 11897 - 21. Februar 2021 - 19:32 #

Es geht doch nicht nur um die Zeit, die man zur Charaktergenerierung braucht, es verbindet einen viel mit dem Charakter. Dazu kommen noch je nach Spielgruppe teils hunderte Stunden, die man damit verbracht hat. Ich hab wenig auf Cons gespielt, weil ich finde, dass sich die Chemie in einer Gruppe meist erst mal einpendeln muss, aber die seltenen Spielleiter, die der Meinung waren, dass sie irgendwelche Macht über mich oder meinen Charakter haben, habe ich dann eben sitzen lassen. Mit den Menschen, die sich mit mir zusammen viel Zeit für das Hobby genommen haben, hatte ich diese Probleme (nach der Schulzeit/Pubertät) eigentlich nie.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 19:47 #

Deine Sichtweise ist tatsächlich etwas anders als meine. Denn so ewig alt werden Charaktere ja nicht, wenn die Wahrscheinlichkeit zu sterben sehr hoch ist. Es passiert halt irgendwann einfach... Das ist dann auch oft Teil seiner (epischen?) Geschichte.

Ich erinnere mich noch daran, wie einer meiner Spieler in der letzten Sitzung einer Kampagne den Obergegner von einem Turm stieß und dabei wusste, dass er auch fallen würde. Nur durch sehr viel Glück wurde er dann doch noch im Fall gerettet. Das war aber ein einmaliges Ereignis und blieb uns lange im Gedächtnis.

Ein anderes mal ging ein Charakter in Shadowrun durch Magie unsichtbar gemacht in ein besetztes Gebäude vor. Ein anderer Magier war ungeduldig und wusste, wo im Eingangsbereich die Gegner ungefähr standen. Er warf einen Napalm-Zauber durch den Gang, was dummerweise auch den unsichtbaren Charakter erwischte. Brennend und brüllend stand der nun da und die anderen Gegner sahen ihn, brüllten "FEUER-ELEMENTAR!!!" und eröffneten vollautomatisch das Feuer um den "Elementar" auszuschalten :D

Charaktere sind nach all den Jahren recht flüchtige Erscheinungen für mich geworden, die sich mir kaum eingeprägt haben. Die Geschichten, die ihre Erschaffung, ihre Erlebnisse im Spiel und ihren Tod erzählen, sind da für mich sehr viel erinnerungswürdiger gewesen...

CBR 20 Gold-Gamer - P - 24619 - 21. Februar 2021 - 20:02 #

Für Sadisten gab es Paranoia.

Gucky 22 AAA-Gamer - - 36218 - 21. Februar 2021 - 21:57 #

Ja, das ist ein übles Spiel ;).

marcw11 14 Komm-Experte - - 2649 - 22. Februar 2021 - 11:22 #

Kann man ja mit PP&P abwechseln, das gleicht es dann mit Knuffigkeit aus.

Hermann Nasenweier 19 Megatalent - P - 19562 - 22. Februar 2021 - 11:27 #

PP&P ist super genial. Seitdem wasche ich Plüschtiere auch nur noch mit schlechtem Gewissen ;)

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 191231 - 21. Februar 2021 - 15:43 #

Sehr schöner Artikel und ein wunderbarer Rückblick in eine andere Zeit. In meiner Kindheit der 80er, naja eher schon Jugend, fehlten mir damals schlicht die Mitspieler für Pen&Paper, auch wenn mit meinem C64 sich eh alles änderte und mein Interesse stark in Richtung Computerspiel tendierte. Ich verlor aber nie die Faszination für D&D. DSA habe ich erst sehr spät kennengelernt und auch da Mangels Gleichgesinnter eher die CRPGs gespielt. Würde mir aber heutzutage tatsächlich mal wünschen, einige Pen&Paper-Sitzungen zu machen. Wer weiss, vielleicht ergibt es sich ja irgendwann, irgendwie, irgendwo. Hab die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Getriggert hat es mich bereits in den frühen 80ern, als ich in einem großen Spielebuch erstmals über Rollenspiele gelesen habe. Mich hat es richtig verblüfft, dass es so etwas gibt, etwas, was ich ganz intuitiv bereits als Kind gemeinsam mit meinem Bruder auf eine naiv unschuldige Art schon so oft gespielt habe, mit Hilfe der eigenen Fantasie und Vorstellungskraft, und dazu gibt es sogar Regeln und Bücher und Geschichten? Wahnsinn, ich war hin und weg. So richtig ausleben konnte ich es nur leider bis heute nicht wirklich.

Hermann Nasenweier 19 Megatalent - P - 19562 - 21. Februar 2021 - 15:52 #

Schöner Artikel, da erinnere ich mich wehmütig an meine Rollenspielzeit.

Damals, so 1989/90 mit DSA angefangen dass ich in einem kleinem Spielwarenladen gekauft hatte. Dachte beim Kauf es wäre ein ganz normales Brettspiel und war dann doch sehr überrascht. Nach einigen eher schlecht funktionierenden Versuchen hab ich dann eine super Gruppe gefunden und grad beim Zivi extrem viel gespielt. Unvergessen sind die durchgemachten Wochenenden, wovon ich witzigerweise noch die Storyzusammenfassungen auf den Charakterbögen habe.

Während der Uni habe ich dann dank diverser Cons fast alles ausprobiert was angeboten wurde. Da bin ich auch in halb Deutschland rumgefahren um auf Cons zu gehen, die Heimat war aber immer N.U.R.D (falls den jemand kennt :). Selbst 2-3 Jahre Vampire Live waren da mit drin, meistens aber als NSC.

Irgendwann im Wechsel zwischen Uni und Arbeitsleben wurde es dann immer schwieriger Leute zusammenzubringen und ich habe mich mehr auf Computer RPG und Regelbücher sammeln/lesen verändert. Schade eigentlich.

Meine Lieblingssysteme sind immer noch DSA (Uraltregeln, nicht das neue Zeugs), Deadlands (Pokerkartenregeln) Cthulhu und Wraith/Werewolf aus der World of Darkness. Unvergessen auch das Kult Rollenspiel nachts auf einer Burgruine mitten im Wald.

Prinzipiell spiele ich aber jedes System. Wenn die Leute passen, sind die Regeln eh egal.

Danke für die schönen Erinnerungen :)

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 16:32 #

Danke für diesen Einblick!
Ich selbst spiele auch gerne mal bei jedem Spiel mit, wenn ich mit dem Szenario ein bisschen was anfangen kann. DSA hat mich aber schon lange vertrieben... Allein die Regeln... Uff... Ich habe wohl die 1. & 3. Edition sowie Myranor ausprobiert. Hat alles nicht so meinen Geschmack getroffen und die Welt war halt auch nie meine. Aber gut... Geschmackssache eben.

Faerwynn 18 Doppel-Voter - - 11897 - 21. Februar 2021 - 17:23 #

Die beste DSA Edition ist für mich die 4., die hat die Sachen ausgebessert, die im Vergleich zu anderen großen Rollenspielen gefehlt hatten. Die Welt ist für uns immer ein großer Vorteil gewesen, zum einen weil sie von detailliert beschrieben bis Platz für eigene Fantasien alles hat, und weil viele Spiele sie schon kennen, das hatte oft so einen Effekt von "gemeinsam besuchen" oder "gemeinsam heimkehren".

Hermann Nasenweier 19 Megatalent - P - 19562 - 21. Februar 2021 - 20:42 #

Ich denke das hängt auch stark damit zusammen was man zuerst gespielt hat und vermutlich auch mit wem. Bei uns war die Welt immer nur Kulisse für unsere Abenteuer, die hätten genauso auch in einer AD&D Welt spielen können.

Mit diesem ganzen politischen Gedöns dass DSA da auch mit dem Aventurischen Boten abgefeiert hat, konnten wir auch nie was anfangen.

Persönlich finde ich die AD&D Welten da auch deutlich besser ausgearbeitet als DSA. Wobei mir beim letzteren der Flair ziemlich gut gefällt. Z.b. Drakensang konnte das dann auch am PC relativ gut rüberbringen.

Bei DSA waren die Regeln halt ziemlich vernachlässigbar, deswegen konnte man das recht locker spielen. Wir haben uns da aber nie sklavisch an die Regelhefte gehalten. Wenn wir gewürfelt haben, war es meistens nur um etwas Spannung reinzubringen und als Meister hat man dann notfalls auch mal gecheatet wenn die Gruppe sich zu dumm angestellt hat.

marcw11 14 Komm-Experte - - 2649 - 22. Februar 2021 - 11:26 #

Yep,

wenns mehr Rollen spielen wird, werden die Regeln zunehmend unwichtiger. Mag daher das Doctor Who System sehr. Ist schnell erklärt, super flexibel (bei dem Background auch notwendig) und die Vermeidung von Kämpfen wird belohnt.

marcw11 14 Komm-Experte - - 2649 - 22. Februar 2021 - 11:26 #

Yep,

wenns mehr Rollen spielen wird, werden die Regeln zunehmend unwichtiger. Mag daher das Doctor Who System sehr. Ist schnell erklärt, super flexibel (bei dem Background auch notwendig) und die Vermeidung von Kämpfen wird belohnt.

Player One 15 Kenner - P - 3255 - 21. Februar 2021 - 16:24 #

Schöner Artikel, danke. Ich wurde damals von einem Kumpel mit Champions of Krynn angefixt und seitdem sind Rollenspiele mein Lieblingsgenre. Für Pen&Paper gab es in meinem Freundeskreis leider nie die richtigen Leute.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 20:32 #

Wie du aus dem Artikel weißt, habe ich ja erst den Nachfolger Death Knights of Krynn gespielt und das war gut so! Im Vergleich zu Champions war der echt ein Rückschritt. Aber die Spielwelt hatte es mir so sehr angetan, dass ich anfing auch die Drachenlanze-Romane zu lesen. Aus heutiger Perspektive finde ich die stellenweise EXTREM kitschig, aber Spaß zu lesen haben sie mir damals auf jeden Fall gemacht.
Dark Queen of Krynn fand ich dann wieder extrem gut, vor allem da ich nochmal Champions und Death Knights mit der gleichen Party durchgespielt hatte und die Charaktere in den letzten Teil importiert habe. Dieses Feature fehlt mir heute bei Rollenspielen immer wieder... Dass Pillars of Eternity 2 das erlaubt hat, fand ich richtig gut. Dummerweise habe ich mich an fast nichts mehr aus dem 1. Teil erinnert, als ich das anfing :D

timeagent 19 Megatalent - - 14797 - 21. Februar 2021 - 17:58 #

Sehr interessanter Artikel. Ich habe diese Titel damals in den Magazinen immer mit großen Augen angeschaut, hatte in meiner Amiga-Zeit aber nie das Vergnügen. Dafür habe ich sie jetzt nach all den Jahren in der GoG-Edition.

Mein erstes Erlebnis mit AD&D dürfte Baldurs Gate oder Icewind Dale gewesen sein, nur Jahre später ebenfalls als GoG-Version. Da hatte mich sehr schnell gestört, dass ich nach dem Zaubern erst wieder rasten muss, um wieder zaubern zu können. Mit diesem System komme ich nicht klar, ich hab lieber normale Cooldowns oder halt das Mana-System. Bin halt eher mit The Bards Tale aufgewachsen.

Zu klassischen Pen&Paper habe ich allerdings keinen Zugang.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 18:05 #

Danke für das Lob!
Dein User-Name scheint ja echt Programm zu sein :) Das System zum "Rasten um zu Lernen" hat Gygax damals aus den Jack Vance Romanen übernommen (ich weiß leider gerade nicht, ob das eine Serie oder Autorenname war/ist). Dort hat Magie wohl so funktioniert. Im Spiel hat sich das dann auch so offenbart, dass die Zauber extrem mächtig sind und diese Vorbereitung unbedingt nötig war, um wenigstens etwas Spielbalance zu erhalten. Die Magic Missile des Magiers trifft zum Beispiel immer, außer wenn man einen bestimmten magischen Schutzgegenstand gegen Magic Missiles hat :D Da wäre Mana oder ein Cooldown einfach zu gefährlich gewesen. Der Druide kann zum Beispiel auf Zauber-Level 7 "Creeping Doom" wirken, der 500 bis 1.000 Schaden (4+1W6 dann multipliziert mit 100) verursacht und sich dann mit langsamer Geschwindigkeit und unter Verlust seiner Insekten und damit Schaden über das Schlachtfeld bewegt... Ein Manasystem würde bedeuten, dass ein Druide den Zauber direkt mehrfach wirken könnte. Cooldowns wären okay, aber dann wird eben jeder Kampf in einem Dungeon sofort mit diesem Zauber beendet. Balance ist alles ;)

BruderSamedi 18 Doppel-Voter - P - 9122 - 21. Februar 2021 - 19:54 #

Wenn ich das richtig weiß hat D&D4 das ja so drin gehabt, gewisse Sprüche "at will", gewisse Sprüche alle 5min bzw. "per encounter" und andere dann nur täglich. Ich meine auch in D&D5 sind die "at will"-Sprüche noch geblieben, da haben Magier halt ein 1W4-Standardgeschoss und brauchen für ein bisschen Fernkampfschaden nicht extra eine Schleuder zu schwingen (wie in Baldur's Gate, weiß nicht wie das im echten Rollenspiel dann gemacht wird). Ich bin mal gespannt, wie BG3 das Rast-System aus den D&D5-Regeln mit kurzen und langen Pausen dann genau umsetzt.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 20:03 #

Ich habe die 4th Edition übersprungen, aber in der 5th sind tatsächlich ähnliche Elemente vorhanden: Die Zauberer bereiten bestimmte Zauber bei einer "Long Rest" (= mind. 8 Stunden) vor und können diese dann in der Summe so oft anwenden, wie sie Zauber auf diesem Zauberlevel anwenden dürfen (abhängig von Erfahrungsstufe und Bonus durch hohes Attribut ihrer Tradition). Der Cooldown von Einer/Long Rest ist aber abstrakt betrachtet fast gleichbedeutend mit dem alten System. Nur halt mit dem Unterschied, das man keine Vorauswahl mehr braucht.
Die Standardkampfzauber müssen aber auch einen Schwellenwert überwinden, der vom Ziel des Zaubers abhängt... 10 + Modifikator durch Weisheit oder andere Boni zum Beispiel, WENN ich das richtig verstanden habe - erst mein nächster Charakter in der 5th wird ein Magier sein. So richtig fühlt sich das dann für mich nicht mehr "magisch" an, weil es im Endeffekt ein Angriff gegen eine andere Rüstungsklasse als sonst üblich ist. Aber das ist eh der Trend moderner Rollenspiele: Alles vereinfachen bis ein durchgehend einheitliches System übrig bleibt. Das kann gut funktionieren, aber manchmal nimmt es da auch etwas Flair raus.

timeagent 19 Megatalent - - 14797 - 21. Februar 2021 - 22:09 #

Ist das bei den Spielen mit den mächtigen Zaubern auch so? Bin deswegen nicht lange dabei geblieben. Ich kenne da nur den "handelsüblichen" Feuerball aus Bards Tale und Co.

Bei einem Pen&Paper Abend kann ich mir das durchaus vorstellen, dass es gut funktioniert. Bei einem Computerspiel nimmt mir das Kampf/Rast/Kampf/Rast-Prinzip den Spielfluss.

Was ich von der Goldbox aber wirklich gern spielen würde, wäre Buck Rogers. Da würde ich auch so ein Konzept in Kauf nehmen.
Es sollten mal Remakes zu den Goldbox Spielen kommen, so in der Art von dem Bards Tale Remake mit vielen Komfort-Funkionen. Dann würde ich sicher auch reinschauen.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 22:45 #

Die Anzahl der Kämpfe ist in den Computerspielen MASSIV höher als ich es aus echten Pen & Paper Runden kenne. Die Anzahl der Zauber war aber genau die gleiche... Das war dann schon etwas nervig immer wieder rasten zu müssen. Aber da konnte man ja auch gut mit Zaubern wieder heilen. Der Feuerball in AD&D machte 1W6 Schaden pro Level des Zauberers auf einer Fläche - ohne Limitierung nach oben (die wurde erst mit der 2nd Edition auf 8W6 gelegt, wenn ich das noch richtig weiß). Wenn man den Rettungswurf schafft, wird der Schaden halbiert, aber das haute ordentlich rein, wenn man das mit einem ein Pfeil vergleicht, der nur 1W6 Schaden bei einem einzelnen Ziel macht. Da war also schon richtig Wumms bei diesen Zaubern dabei :D

Buck Rogers habe ich nur angespielt. Aber da gibt es ja keine Magie. Keine Ahnung, wofür man da rasten musste...

Admiral Anger 26 Spiele-Kenner - P - 73094 - 21. Februar 2021 - 20:03 #

P&P ist so eine Sache, auf die ich eigentlich total Lust hätte, aber nie dazu gekommen bin. Hab damals im Studium für ein paar Abende mit ein paar Kumpels so 'ne Art "D&D-Light"-Variante als Brettspiel gespielt, kann mich aber nicht mehr an den Namen erinnern. Hat allerdings nicht so viel Spaß gemacht...
Durch die Rocket-Beans-Sachen hätte ich ja mal Interesse am "How to be a Hero"-Regelwerk, aber da müsste ich auch erstmal Leute dafür finden.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 20:04 #

Ich glaube dieses Regelwerk der Rocket-Beans hat sogar mal einer meiner Spieler angeschleppt und für uns geleitet. Lief eher so semi-gut, aber es war eine nette Story, was viel wichtiger als das System ist.

Claus 30 Pro-Gamer - - 299261 - 21. Februar 2021 - 20:19 #

Du meinst aber nicht MBs Hero Quest, oder?

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 21. Februar 2021 - 20:26 #

Das war auch mein Gedanke. Er könnte aber auch die D&D Kopie von Hero Quest meinen: https://boardgamegeek.com/image/681985/dungeons-dragons-fantasy-adventure-board-game

Es gab auch mal ein "Diablo" Brettspiel mit D&D Regeln... Aber manche Dinge schweigt man besser tot! ;)

Admiral Anger 26 Spiele-Kenner - P - 73094 - 21. Februar 2021 - 20:35 #

Das könnte es tatsächlich gewesen sein, zumindest kommt mir das Cover bekannt vor.

Faerwynn 18 Doppel-Voter - - 11897 - 22. Februar 2021 - 11:58 #

Hero Quest ist die abgespeckte Brettspielversion von Warhammer Quest, als Import könnte es auch das gewesen sein.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 8821 - 22. Februar 2021 - 6:50 #

Danke für diesen schönen Artikel und Rückblick! Witziger Zufall, dass ich das gerade jetzt hier finde: denn gerade jetzt am Wochenende sind mein Sohn (8) und ich (48) über meine alten Rollenspielwürfel gestolpert und ich habe ihm erklärt, was 2W10 oder 1W20 bedeutet, anhand meines uralten AD&D-Spieler-Handbuchs, das wir auch, neben MERS für Einsteiger und sehr, sehr peinlichen selbstgemalten/-geschriebenen Einzel-Abenteuern - irgendwas mit Frostriesen in einer Bergfestung, worüber ich jetzt Schweigen bewahren möchte... - die wir jedenfalls auch sehr vertaubt hinten unten im alten Bücherregal gefunden haben.

Und dann haben wir das nicht mehr aufgelegte Brettspiel "König Artus und die Ritter der Tafelrunde" angeschaut, das zwar mehr Brettspiel als Pen & Paper ist, aber doch immerhin einen Charakterbogen aus Papier hat, in dem man ein paar Werte mit Bleistift aktualisieren muss.

Und mit 8 Jahren alt genug ist man auf jeden Fall, um Dominion in der Basisversion zu spielen, und das Mittelalter ("HEXE!! hahaha!") geht ja auch ein bisschen in Richtung Fantasy. ...und aus Lego-Dinos kann man auch sehr schön Lego-Drachen bauen...

Fairerweise muss ich zugeben, dass ich vor 30 Jahren fast eher über die Brett- und Buch-Spiele zu den PC-Rollenspielen gekommen bin anstatt umgekehrt. Aber die ganze Thematik macht letztlich in jeder Form Spaß. Heute mag ich aus praktischen Gründen Brettspiele, die nicht ein ganzes Wochenende pro Partie dauern, und am PC genieße ich die Möglichkeit, auch ohne echte Mitspieler nächtelang in fremde Welten eintauchen zu können.

Danke für die "Zeitreise"!

Gorkon 18 Doppel-Voter - - 10865 - 22. Februar 2021 - 8:57 #

Sehr schöner Artikel und Danke für die schöne Zeitreise. :-) Ich habe mit den CRPs angefangen, da es bei uns in der Gegend keine Leute gab, welche Interesse an Pen&Paper hatten. So habe ich eher die Romane als die Regelwerke verschlungen und eben die CRPGs. In den 90ern war es in der Nähe von Hamburg auch gar kein Problem, sich mit dem nötigen Material einzudecken. Erst viel später im Studium habe ich Anschluss an eine P&P Gruppe gefunden: Rule-Master statt D&D und das Planescape Universum. Leider war dies auch meine einzige Berührung mit P&P. :-(

Jürgen 25 Platin-Gamer - P - 58065 - 22. Februar 2021 - 11:00 #

Sehr schöner Artikel! Schön zu lesen und interessante Geschichten. Danke!
Mein erstes Rollenspiel-Erlebnis war sehr ernüchternd: Ich durfte mal zu Schulzeiten in einer Gruppe fortgeschrittener Spieler mitwurschteln und stand wie der Ochs vorm Berg, weil keiner irgendetwas Einleitendes erklärt hat. Schade, aber so hat das gar keinen Spaß gemacht. Der Spielleiter dieser Runde hat ein Jahr später seine riesige Sammlung DSA und D&D (hauptsächlich zusammenkopiert) auf einem rituellen Scheiterhaufen verbrannt, weil er zum Glauben gefunden hatte und diese gottlosen Dinge aus der Welt schaffen wollte. Jaja, das katholische Schwabenland der 80er...
Letztes Jahr haben mein ältester Sohn und ich sowohl das Einsteigerset D&D als auch das von DSA gekauft. Mag ja sein, dass D&D das bessere System ist, aber den Einstieg bekommt DSA in diesem Set viiiiiel besser hin. Schade nur, dass wir niemanden dazu bewegen konnten, mit uns zusammen zu spielen. Nach den Einsteiger-Abenteuern mit einem Solo-Helden war für uns also schon Schluss und wir hoffen, dass wir nach der Pandemie endlich eine Runde finden, mit der wir richtig einsteigen können.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 22. Februar 2021 - 13:13 #

Also die Story ist ja mal echt abgefahren! So was habe ich persönlich zum Glück nicht erlebt, aber bei mir ging es ja auch erst Mitte/Ende der 90er mit P&P wirklich los... Krass!

Das ist wirklich ein trauriges Schicksal, wenn man niemandem zum Spielen findet :( Kannst mir ja mal per PN oder hier schreiben, was die nächste größere Stadt in deinem Umkreis ist - bei mir ist es Karlsruhe. Das Angebot gilt natürlich auch für andere...
Während der Pandemie sind wir auf Roll20 ausgewichen. Da kann man online spielen und auch Würfel simulieren lassen.

Jürgen 25 Platin-Gamer - P - 58065 - 22. Februar 2021 - 15:11 #

Oh, Lott-Land :)
Bei mir ist die nächste Stadt Koblenz. In dem ortsansässigen Rollenspiel-Laden hatte ich auch schon mal nach einer Gruppe gefragt, aber die war wohl überfüllt :(

euph 28 Endgamer - P - 102304 - 22. Februar 2021 - 15:09 #

Im Freundeskreis hatten wir eine kurze, intensive AD&D-Zeit. So 2-3 Monate wollten alle spielen, wir hatten da eine ganz schöne Truppe zusammen und ein paar nette Runden gespielt. Aber von jetzt auf gleich hatte ein Großteil keine Lust mehr - Alkohol, Mädchen und Rollbretter wurden wichtiger. Hab dann auch nie wieder Anschluss an eine Gruppe gefunden - allerdings auch nicht sonderlich intensiv danach gesucht :-)

MicBass 19 Megatalent - P - 17763 - 22. Februar 2021 - 12:50 #

Danke für den schönen Artikel! Mich hat damals als Kind die Fernsehwerbung von DSA in den 80ern total fasziniert. Ich wusste irgendwie das ist was. Richtig eingetaucht bin ich dann aber erst im Studium, da hatten wir einige Runden in Aventurien und so manches tolle Erlebnis als Spielleiter und auch als Streuner Refur Rotfuchs. :) Mit AD&D bin ich nie so richtig warm geworden, alleine das vorherige auswendig lernen der Zaubersprüche fand ich immer extrem unbefriedigend.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 22. Februar 2021 - 13:14 #

Die TV Werbung für DSA habe ich leider nie gesehen. Aber TV-Werbung war ja in den 80ern eh echte Mangelware... Außer bei den privaten und die hatten wir erst ab 1989 oder 1990 bei uns.

xan 18 Doppel-Voter - P - 10259 - 22. Februar 2021 - 13:49 #

Hui, interessant das zu lesen, wo ich persönlich nie einen Zugang zu D&D gefunden habe.

Mein Pen and Paper Werdegang begann als Jugendlicher mit Freunden durch HeroQuest, dem Brettspiel. Falls es dem einen oder anderen hier etwas sagt. Dadurch angefixt in DSA reingeschaut, wo wir zwar diverse Abende durchgehalten haben, aber das Auswürfeln der Charaktere und anderer Regelunsinn uns längerfristig abgehalten hat.

Zu späteren Schulzeiten gab es eine sporadische Shadow Run Gruppe und eine relativ ausdauerende Vampire The Masquerade Runde ehe ich jetzt nach jahrelanger, wenn auch unfreiwilliger Pause wieder wöchentlich DSA-Spiele und die Welt und dessen Detail liebe. Wir halten uns natürlich nicht im Ansatz an die Metavorgaben, sondern nutzen sie als riesige Spielwiese.

Die Runde existiert immerhin seit zwei Jahren mit wöchentlichem Rhythmus wirklich ein Fest.

Henning Lindhoff 18 Doppel-Voter - P - 10210 - 22. Februar 2021 - 18:31 #

Danke für den interessanten Artikel, Stefan! Und natürlich für die Verlinkung. Bei mir ging es 1992 los mit DSA. AD&D habe ich nie gespielt. Dementsprechend habe ich auch öfter die Nordlandtrilogie gezockt. In den 90ern lief nur ab und zu mal Hillsfar und Dragon Strike auf meinem Amiga. Das waren aber keine RPGs. Die Goldbox-Serie habe ich erst vor wenigen Jahren entdeckt.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 22. Februar 2021 - 18:41 #

Vermutlich bist du auch ein weiterer GOG Gold Box Besitzer wie ich heute auch, oder? :D Über den Release habe ich mich richtig gefreut... Da fehlen aber auch noch die Buck Rogers Teile.
Hillsfar und Dragon Strike habe ich auch mal gespielt. Action-Titel waren mit der Lizenz wohl auch möglich. Dragon Strike spielte sich aber schon arg schlecht... Immerhin war es nett in die Drachenlanze-Saga eingebunden.

Henning Lindhoff 18 Doppel-Voter - P - 10210 - 22. Februar 2021 - 18:47 #

Richtig, auch ich habe via GOG einige Titel erstanden... Ich muss sagen, dass ich Dragon Strike damals überhaupt nicht verstanden habe, weder Story noch Gameplay... Hillsfar war ein schönes Spiel. Ich erinnere mich noch gerne an die Kämpfe in der Arena und vor allem an die nervenaufreibenden Diebestouren in den Häusern. Für den Amiga gab es 1990 auch mal eine Art Plattformer: Dragons of Flame. Ist mir vor kurzem erst über den Weg gelaufen.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 22. Februar 2021 - 19:02 #

Ich erinnere mich dunkel, dass ich auch mal "Heroes of the Lance" gekauft und gespielt habe. Unheimlich kaputtes und schwer steuerbares Spiel, aber auch ein Stückchen AD&D steckte darin. Steuerungen in alten Titeln waren aber auch oft ziemlich verkorkst. Wenn ich so zurückdenke, wie sehr ich die Joysticks damals quälen musste :D Heute ist das schon sehr viel komfortabler.

Michael D. 19 Megatalent - P - 14012 - 22. Februar 2021 - 18:31 #

Schöner Artikel, vielen Dank dafür!
Ich bin früher mit Schulfreunden gemeinsam über D&D, dann AD&D 2nd Ed. eingestiegen in die Welt der PnP. Zuerst Dragonlance, dann Forgotten Realms und Dark Sun. Ich habe mir dann noch Ravenloft gekauft, das haben wir aber doch nur selten gespielt, weil uns die klassischeren Welten besser gefielen.
Wir haben dann in leicht wechselnden Zusammensetzungen auch Shadowrun, Vampire, Paranoia, PPnP und noch ein, zwei andere Systeme gespielt. Allerdings (leider?) nie DSA.
In Köln haben wir die Regelwerke, Romane, Fuguren usw. damals (Ende der 80er, Anfang der 90er) immer im Laden Spielbrett (gibt es immer noch) und einem zweiten Laden auf den Ringen Nähe Barbarossaplatz (Name fällt mir nicht mehr ein; Fantasy Welt o.ä.?) gekauft. Dort gab es auch die Zeitschrift Dragon immer usw.
Alles noch auf Englisch, weil es selbst die Regelwerke erst auf deutsch gab nachdem wir diese schon alle hatten; die Zusatz(detail)bücher gab es ja oft ohnehin nicht übersetzt. Dadurch (und durch Lucasfilm Games Adventures u.ä.) haben wir mit viel Spaß eine Menge Englisch gelernt.
War schon toll, wir hatten viel Spaß.
Allerdings hörte das im Verlauf der Oberstufe auf bzw. wurde zumindest extrem selten.
Danach habe ich sehr lange nicht mehr PnP gespielt, leider.
Letztes Jahr habe ich entschieden, dass meine Kinder langsam in ein Alter kommen, wo man an PnP denken kann, denn sie lieben z.B. "Die Legenden von Andor" mit den phantastischen Wesen usw. Leider hatte ich dann zuerst meine ganzen Regelwerke, Würfel, Figuren usw. nicht mehr wiedergefunden und deshalb kurzentschlossen das D&D 5e Starter Set gekauft. Ein paar Monate später habe ich dann zum Glück doch eine große Kiste mit meinen alten PnP-Sachen gefunden :-)
Außerdem habe ich mit einem Freund gemeinsam das Crowdfunding von Little Wizards unterstützt und warte gerade auf die physische Version davon (die digitale ist schon gekommen). Mal schauen, ob ich mit meinem Kumpel (der auch damals schon in dere Schulgruppe mit dabei war) und unseren Kindern vielleicht wieder ein wenig in PnP einsteigen kann oder nicht...

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 22. Februar 2021 - 18:42 #

Danke für das Lob und ich wünsche dir natürlich richtig viel Erfolg beim Wieder-Einstieg in PnP-Spielwelten :)

Henning Lindhoff 18 Doppel-Voter - P - 10210 - 22. Februar 2021 - 18:50 #

Meine Kinder lesen und spielen zurzeit sehr gerne die D&D-Spielbücher von Rose Estes :-)

Michael D. 19 Megatalent - P - 14012 - 22. Februar 2021 - 19:25 #

Die kenne ich gar nicht. Wollte gerade direkt mal eins kaufen, aber das könnte schwer zu finden sein für bezahlbaren Preis befürchte ich nach ein paar Minuten Suche. Gebe aber noch nicht auf, danke für den Tipp.

Funatic 18 Doppel-Voter - - 11649 - 22. Februar 2021 - 19:41 #

Immer witzig zu lesen, dass die Nerds von damals doch sehr ähnliche Werdegänge hatten. Ich bin auch durch Shadowrun und Magic the Gathering in die Pen&Paper und Kartenwelt eingetaucht. Danach kam eine exzessive D&D und Vampire the Maskerade Phase ehe das Pen&Paper dank Warhammer und Warhammer 40k durch Tabletop abgelöst wurde. War ne coole Zeit!

Derrick 08 Versteher - 181 - 22. Februar 2021 - 19:49 #

Danke für diesen tollen Artikel! Habe mich zur damaligen Zeit,ich hatte keinen Computer,mit den Rollenspielbüchern "Einsamer Wolf" über Wasser gehalten.P&P Rollenspiele habe ich bisher noch nicht gespielt,als Ersatz haben wir in unserem Freundeskreis das Talisman/Brettspiel gespielt.Und dies wird immer noch dank der vielen neuen Erweitungen von uns gespielt.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 22. Februar 2021 - 19:56 #

An die "Einsamer Wolf" Serie erinnere ich mich auch noch. Die hatten mein Gastgeber der Shadowrun-Runde und ich irgendwann mal in der Bibliothek entdeckt. Dooferweise fehlte meist GENAU der nächste Band, um weiterspielen zu können. Zum Kaufen waren die mir aber auch VIEL zu teuer, weil ich in manchen echt nur wenige Seiten lesen musste, um sie abzuschließen... Da gab es auch die Steve Jackson Fighting Fantasy-Bücher... Hach... Das waren ja keine echten Rollenspiele, aber die fand ich damals echt großartig.

Claus 30 Pro-Gamer - - 299261 - 22. Februar 2021 - 20:14 #

Davon (Einsamer Wolf & Fighting Fantasy) gibt es ja eine Legion von Umsetzungen auf den diversen Systemen.
Einsamer Wolf hatte ich mir mit zeitlichem Abstand auch noch mal gekauft, wenn auch nicht vollständig, 3-4 Bände gab es nicht mehr.
Aber gespielt habe ich die dann doch nicht mehr, und auch bei Nichten und Neffen habe ich beim späteren Verschenken damit keine Ooohs und Aaahs mehr provozieren können. Die lebten von der dunklen Vor-Computer-Zeit, bzw. von deren Anfangstagen.
Btw.:
SSI hatte ja auch noch die Dungeon Masters Assistance Bücher im Computer-Format aufgelegt.
Da keine Spiele hier auch ohne Steckbrief oder Cover-Bild.
Findet man aber mit etwas Googlen wieder:
Dungeon Masters Assistance Vol. I: Encounters
Dungeon Masters Assistance Vol. II: Characters & Treasures.
inkl. Warnhinweis auf der Verpackung: "This is not a Game"

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 22. Februar 2021 - 20:23 #

Inzwischen wird "Einsamer Wolf" auch wieder neu veröffentlicht mit neuen Covern und seltsamen "Mehrspieler-Büchern"... Die habe ich gerade erst beim Suchen entdeckt und keine Ahnung, was das sein soll.

Die Dungeon Masters Assistance habe ich mir auch mal angesehen. Da sind tatsächlich viele Inhalte aus den ersten drei Büchern vereint worden. Sehr praktisch war der Generator für Juwelen (deren Wert man sonst immer einzeln auswürfelt) oder Begegnungen drin. Aber damals nicht all zu nützlich außerhalb der Vorbereitungsphase: Den PC wollte man ja nicht am Spieltisch laufen lassen :D

paschalis 28 Endgamer - - 136134 - 22. Februar 2021 - 20:35 #

Leg sie als Kreativ-Baukasten an ;-)

Claus 30 Pro-Gamer - - 299261 - 22. Februar 2021 - 20:50 #

Sehr gut, junger Paschaliswan, sehr gut!
:D

Henning Lindhoff 18 Doppel-Voter - P - 10210 - 22. Februar 2021 - 21:53 #

Einsamer Wolf habe ich auch verschlungen. Heute empfehle ich das Project Aon.

Derrick 08 Versteher - 181 - 22. Februar 2021 - 23:08 #

Das sind doch die Kai Chronicles,oder? Hatte ich mir auch für die tägliche Bahnfahrt installiert,um dann die Erkenntnis zu erlangen daß ich dafür doch etwas mehr Ruhe brauche.

Henning Lindhoff 18 Doppel-Voter - P - 10210 - 23. Februar 2021 - 8:01 #

Richtig :-) Im Browser sind jedoch deutlich mehr Bücher verfügbar als nur die ersten 12 in der App.

Michael D. 19 Megatalent - P - 14012 - 23. Februar 2021 - 18:20 #

Danke für diesen Tipp.
Lone Wolf habe ich nie gelesen leider, aber ich werde mir das jetzt mal anschauen.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 8821 - 23. Februar 2021 - 9:42 #

Gamersglobal ist und bleibt immer wieder super für coole Tips, egal ob zum Computerspielen, Brettspielen oder Lesen... danke GG :-D

Danywilde 24 Trolljäger - - 105391 - 24. Februar 2021 - 9:27 #

Ein wirklich wunderbarer Artikel, hat mir sehr viel Freude bereitet.

Ach ja, die guten alten Goldbox RPGs. 1991-93 war so meine Rollenspielhochphase. Da habe ich die Dragonlancebücher gelesen, die Goldbox-SSI Klassiker, Beholder, Lands of Lore, Ultima, Bards Tale 2-3 etc. gespielt. Parallel dazu haben wir eine kurzlebige DSA Pen & Paper Runde eröffnet, bevor wir dann zu AD&D gewechselt sind.

Champions of Krynn habe ich geliebt, von Death Knight war ich dann etwas enttäuscht, Dark Queen habe ich dann bereits auf dem PC gezockt, da hatte sich das Spielsystem für mich mittlerweile aber überholt. Die Pool of Radiance habe ich vorher auf dem 64er eines Kumpels gezockt, Secrets of the Silverblade war soo einfach, danach habe ich die Reihe liegen lassen und habe leider damit auch Pools of Darkness verpasst.

Das müsste ich mal nachholen, am besten alle vier Forgotten Realms Titel. Mal schauen, ob ich noch savegames habe.

Gorkon 18 Doppel-Voter - - 10865 - 24. Februar 2021 - 13:33 #

Du kannst ja auch die entsprechenden Bücher zu den Pools-Spielen lesen, dann (er)sparst Du Dir die Grafik. ;-)

Danywilde 24 Trolljäger - - 105391 - 24. Februar 2021 - 13:38 #

Mit der Grafik habe ich da wirklich keine Probleme, auf dem Amiga gehen die ersten drei Teile durchaus.

Ich muss mal schauen, ob ich die ersten drei auf dem Amiga spielen kann und dann die Charaktere für Pools of Darkness auf den PC übernehmen kann.

Gorkon 18 Doppel-Voter - - 10865 - 24. Februar 2021 - 14:13 #

Ich persönlich würde die originale gar nicht mehr spielen. Ich habe vor Jahren mal das Modul von Pools of Radiance für Neverwinter Nights 1 gespielt und fand das ganz gut umgesetzt. Gibt ja alle vier Module der Reihe.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 24. Februar 2021 - 14:28 #

Hey, das ist ja cool! Das schaue ich mir auch mal an... Auf GOG müsste ich noch Neverwinter Nights Diamond Edition (oder wie die hieß) haben. Das Regelsystem ist zwar nicht mehr so gut (3rd Edition halt, na ja), aber vielleicht macht es ja nochmal Spaß.

Gorkon 18 Doppel-Voter - - 10865 - 24. Februar 2021 - 19:06 #

Ich bin mal gespannt auf Deinen vergleich zum Original. Soweit ich mich erinnere wurden die Modules sehr getreu umgesetzt. Aber das soll ja nichts heissen. Bochschwer sind die Module allemale. ;-)

Henning Lindhoff 18 Doppel-Voter - P - 10210 - 24. Februar 2021 - 16:58 #

Das ist ein sehr guter Hinweis. Werde ich bei Gelegenheit auch mal testen. Danke

Gorkon 18 Doppel-Voter - - 10865 - 24. Februar 2021 - 19:07 #

Bitte. :-)

Danywilde 24 Trolljäger - - 105391 - 24. Februar 2021 - 19:40 #

Danke für den Hinweis, das schaue ich mir mal an.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 24. Februar 2021 - 14:31 #

Die Romane zur Pools Serie habe ich mir als Hörbücher angehört, als ich noch sehr viel auf Dienstreisen war. Die haben von der Story her aber nur MINIMAL etwas mit den Computerspielen zu tun. Was total strange ist: Die ersten beiden Spiele "Pool of Radiance" und "Curse of the Azure Bonds" gab es auch als Module für Pen & Paper AD&D 1st Edition (und das zweite gleichzeitig auch für die 2nd Edition). Die Story des ersten Moduls war TOTAL lückenhaft und enthielt viele Referenzen auf das Buch und das Computerspiel... Da waren zum Beispiel MASSIV viele Ion Stones in Phlan verteilt, die der Bösewicht im Roman sucht. Die spielen aber im Modul und Computerspiel außer ihrer Nützlichkeit keine Rolle - Ion Stones zirkulieren um ihren Träger und geben ihm einen Bonus. So oder so hat das erste Modul auch viel Spaß gemacht, aber das zweite habe ich bisher nicht angefangen... Mal schauen, ob und wann das dran kommt. Die Story um Alias ist jedenfalls auch sehr interessant gewesen.

Gorkon 18 Doppel-Voter - - 10865 - 24. Februar 2021 - 19:04 #

Die Bücher wurden sicher künstlich aufgebläht. So viel Story hat das SSI Spiel ja nicht wirklich gehabt, wenn ich mich recht erinnere. Aber gerade von Curse fand ich das Buch ziemlich gut. Und mangels PC und Gruppe, waren die Bücher auch eine gute alternative auf dem Weg zum P&P für mich.

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 24. Februar 2021 - 21:36 #

Die Bücher haben sich ja hauptsächlich mit der Heldin Alias beschäftigt, die man im Computerspiel für einige Zeit als NPC bekam. Ihre Story war jedenfalls spannender, aber lief tatsächlich ähnlich wie die der Gruppe im Computerspiel ab. Alias an sich ist ein interessanter Charakter, der auch noch ein paar andere Romanauftritte bekam, die außerhalb dieser Serie spielten...

Gorkon 18 Doppel-Voter - - 10865 - 25. Februar 2021 - 10:42 #

Da kannst Du Dich noch dran erinnern? O_o Die Bücher habe ich vor über 20 Jahren gelesen. Ich bekomme mit mühe und Not den groben Inhalt, nicht aber das Ende, zusammen. Vielleicht sollte ich die Spiele noch mal im NWN Modul spielen.

Du weisst nicht zufällig die Bücher, wo Alias noch mal auftrat?

StefanH 19 Megatalent - - 13467 - 25. Februar 2021 - 11:36 #

Der Trick ist, dass ich sie erst im Jahre 2017 als Hörbücher gehört habe :D

Die Story rund um Alias kann man als Bundle bei Amazon kaufen. Wenn man sie einzeln kauft, kann man für einen kleinen Aufpreis jedes auch als Audible Hörbuch bekommen, wie ich das gemacht habe:
https://www.amazon.de/gp/kindle/series/B00WTJECLS?ie=UTF8&ref_=series_rw_dp_sw