Path of Exile - Kein Einsteigerguide User-Artikel

Dieser Pfad wird kein leichter sein

SupArai / 4. Oktober 2020 - 9:40 — vor 3 Wochen aktualisiert

Teaser

Manche sagen, Path of Exile sei der wahre Nachfolger des genialen Hack and Slays Diablo 2. Ich sage, Path of Exile ist Path of Exile, mit vielen eigenen Stärken aber auch Schwächen.
Nun also doch und endlich, nach Jahren mit vielen Anläufen ist es geschafft: Ich habe Path of Exile durchgespielt und es bis ins Endgame geschafft. Die ersten Stunden in der Harvest-Erweiterung levelte ich zusammen mit meinem Bruder, einem sehr erfahrenen "Exile", der mir mit stoischer Ruhe und Gelassenheit die Spielsysteme kleinteilig erklärt und mir immer wieder die selben Fragen beantwortet hat. Ohne ihn hätte ich diesen Meilenstein in meinem Spielerleben bis heute nicht erreicht. Lange Zeit spielten wir zusammen, dann verlor ich aber doch den Anschluss und zollte seinem hohen Tempo Tribut. Aber trotzdem: Für den unermüdlichen Support durch den Feature-Dschungel verdient er mindestens den Friedensnobelpreis. Danke dafür!
 

Ohne Blizzard wär' ich gar nich' hier

Mit den Hack and Slays ist das so eine Sache. "Kennste eins, kennste alle!" ruft der Genrenoob leichtfertig. Dass dem nicht so ist, kann ich nach vierstelligen Spielstunden in diversen Vertretern mit gutem Gewissen behaupten. Ascaron's Sacred-Reihe oder auch die beiden Torchlights habe ich gespielt, aber längerfristig begeistern konnten sie mich definitiv nicht: Vor allem Blizzard's Diablo-Reihe verdanke ich meine Leidenschaft für das Genre.

Am Anfang standen Diablo 2 (Koop-Classic Stunde der Kritiker) und das Add-on Lord of Destruction (LoD). Ich bin erst mehrere Jahre nach dem Release zufällig auf dem Rechner meiner damaligen Freundin auf diesen Titel gestoßen. Das Sammelprinzip, welches mir bis dato in dieser exzessiven Form neu war, zog mich direkt in seinen Bann. Diablo 2 LoD habe ich unzählige Mal mit allen Charakteren durchgespielt, bin in unzählbaren Gräfinnen-, Mephisto- und Baal-Runs auf Itemjagd gegangen um anschließend die diversen offenen Handels-Spiele im Battle.net abzuklappern - stundenlang, immer wieder und wieder. Diablo 2 war der erste Titel, in dem ich unglaublich viel Zeit mit dem "reinen" Spielen verbrachte, zusätzlich aber auch immens viel "Overhead"-Zeit investierte: In einschlägigen Foren "bildete ich mich fort" und lernte das Spielen zu planen.

Den Nachfolger Diablo 3 (Wertung im Test: 9.0) habe ich sehnsüchtig erwartet und trotz der anfänglichen, hausgemachten Startschwierigkeiten - ich sage nur Auktionshaus - ist der Titel für mich spätestens seit der Erweiterung Reaper of Souls (Wertung im Test: 9.5) ein absolutes Hack-and-Slay-Meisterwerk. Kein anderes Spiel in diesem Genre verbindet für mich Einsteigerfreundlichkeit, eingängiges Gameplay, atmosphärisches Setting und Top-Präsentation so gut. Aber ich bin nach vielen hundert Spielstunden, vornehmlich im Hardcore-Modus, des Spiels überdrüssig und vermisse neue Inhalte.
 
Aller Anfang ist schwer: An diesem Strand wacht ihr auf, lediglich ein rostiges Schwert liegt in greifbarer Nähe. Wird euch der sterbende Exile berichten, was hier vor sich geht?
 

Dann probier ich mal Path of Exile

Path of Exile begleitet mich seit Jahren und ich weiß nicht, wie oft ich das Spiel installiert und deinstalliert habe. Wie viele Charaktere ich neu erschaffen, mich aber nach kurzer Spielzeit einem anderen Titel zugewendet habe. Wie oft ich mich Freunden oder meinem Bruder bei einem Neustart angeschlossen habe, nach kurzer Zeit aber nicht mehr "aufgetaucht" bin. Path of Exile müsste MEIN Spiel sein. Warum, Herrgott-nochmal, tue ich mich so schwer es zu mögen?
 
Path of Building
Der Einstieg in Path of Exile ist nicht leicht, da das Spiel sehr viele Mechaniken besitzt. Eine Einstiegshilfe stellt das Programm Path of Building (zur Homepage) dar. Es handelt sich hierbei um einen Offline-Build-Planer, in dem ihr die Wege im Talentbaum, die Wirkung verschiedener Skills und Gegenstände simulieren könnt. Theorycrafting at its best!

Einige der Builds, die ihr zum Beispiel im offiziellen Forum, bei Youtube oder anderen Stellen findet, beinhalten sogenannte "Pastebins", die ihr in Path of Building einfügen könnt.
Mein erster Erklärungsansatz ist, dass mir Path of Exile optisch nicht gefällt, ich finde es scheußlich. Nicht Artstyle-scheußlich, sondern scheußlich im Sinne von altbacken und matschig. Die grafische Präsentation ist aus meiner Sicht die große Hürde für Ästheten und der Titel sieht wie ein Relikt vergangener Zeiten aus. Vor allem das Startgebiet und der Großteil des ersten Aktes laden nicht zum Verweilen in dem Titel ein. Ich halte Path of Exile allerdings zugute, dass es seine zehn Akte durchweg thematisch sehr unterschiedlich ausarbeitet und euch auch in abwechslungsreiche und stimmige Gegenden entlässt. Der anfänglichen Matschlandschaft folgen Dschungel, Wüsten und verlassene Städte. Mit der Zeit habe ich mich an die ausbleibende Grafikpracht gewöhnt und sehe über die Schwächen in diesem Bereich hinweg.

Die Optik lässt sich meiner Erfahrung nach auch durch das Maximieren der Grafikeinstellungen nur minimal verbessern. Die sichtbaren Verschönerungen stehen für mich vor allem nicht in angemessener Relation zu dem aufkommenden Propeller-Verhalten meiner Grafikkarte. Die Lüfter drehen bei den höchsten Einstellungen derart auf, als wollten sie meiner Playstation 4 Pro Konkurrenz machen - ein aussichtsloses Duell, Sonys Last-Gen-Flaggschiff behält natürlich locker die Nase vorn! Optisch bleibt sich Path of Exile treu, trink es dir schön, oder verlasse die Party. Wer sich bis jetzt noch nicht hat abschrecken lassen, wird noch viele weitere Gelegenheiten haben, das Spiel zu hassen.

Die zweite folgt sogleich, denn habt ihr das erste Gebiet erfolgreich abgeschlossen und als erste Questbelohnung einen Talentpunkt im sicheren Hub-Gebiet Löwenauges Wacht erhalten, breitet sich der Passive-Fertigkeiten-Baum vor euch aus. Der wirkt auf den ersten Blick eher wie eine Zeichnung des kompletten Sternenbildes aus prähistorischer Zeit - und selbst die folgenden fünf Blicke werden den Neuling erschlagen, eher entdeckt er in ihm den großen Wagen als den tieferen Sinn hinter diesem Gebilde. Der ambitionierte Zocker frohlockt natürlich sofort, da er alle sich bietenden Buildvarianten erkennt. Ich verorte mich in der ersten Gruppe. Ich fühl(t)e mich wie eine Maus im Kölner Dom, mickrig klein, auch heute noch, nach vielen Stunden Ingame. Und unter uns: Ich weiß in Path of Exile nur was ich tue, weil ich mich bei der Talentpunktvergabe und der Skillauswahl nahezu sklavisch an Builds aus dem Internet orientiere.
 
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Ein Blick in "den Sternenhimmel"? Nein, dies ist euer Talentbaum. Zentriert seht ihr den Startpunkt der Adelstochter. Darüber, wohin die weitere Reise eures Charakters geht, könnt ihr euch ab jetzt ausgiebig den Kopf zerbrechen.
ChrisL Unendliches Abo - P - 188452 - 4. Oktober 2020 - 9:05 #

Vielen Dank für diesen sehr interessanten Artikel! Path of Exile hatte ich vor einer ganzen Weile mal probiert, bin jedoch nicht warm damit geworden, da mich -- wie du auch erwähnst -- die Features und Möglichkeiten irgendwann zu viel wurden. Gleichzeitig überlege ich immer wieder mal, es doch mal wieder zu versuchen ...

SupArai 21 Motivator - P - 29079 - 4. Oktober 2020 - 11:14 #

Gerne!

Ich könnte jetzt schreiben, "Probier es doch einfach nochmal!"... aber einfach ist der Versuch nie. Gerade der Anfang ist doch sehr zäh. Und wenn sich ein Hack and Slay zäh anfühlt, tut ihm das nicht gut. Ich kann den Punkt, an dem es mit meinem Juggernaut einigermaßen lief auch nicht mehr richtig nachvollziehen. Vor allem weil ich ja dieses Mirror of Kalandra gefunden habe, das mir im Handelshaus 125 Exalted Orbs eingebracht hat, jeder davon war wieder so um die 40, 50 Chaos Orbs wert. Sparsam wie ich bin habe ich mir dann für 10 Exalted ne bessere Waffe gekauft und war seitdem für meinen Fortschritt overpowered.

Nächstes Jahr kommt Path of Exile 2 und ich habe für mich überlegt, dass ich lieber dann von vorne einsteige, als mich nun noch sehr in den ersten Teil zu vertiefen. Ich habe immer noch das Gefühl, die Hälfte überhaupt nicht verstanden zu haben... oder anders: Das Spiel hat sich vorgenommen, weiter möglichst kryptisch zu bleiben! ... kann einfach nich' an mir liegen...

Goremageddon 15 Kenner - P - 3243 - 4. Oktober 2020 - 9:30 #

Schöner Artikel zu einem tollen Spiel. Dem Negativpunkt Grafik kann ich allerdings nicht beipflichten. Gerade nach D3 das mich, wie oft genug erwähnt, total enttäuscht hat empfand ich die Grafik von PoE als wirklich toll. Nicht von der reinen Qualität her sondern weil alles schön düster ist und für mein Empfinden viel näher an D2 dran war als es bei D3 der Fall war. Gut, Geschmackssache. Spätestens nach dem ersten öffnen des Skilltrees in PoE war ich jedenfalls hin und weg. ;)

SupArai 21 Motivator - P - 29079 - 4. Oktober 2020 - 11:28 #

Den Grafikstil von Path of Exile möche ich auch nicht kritisieren, der gefällt mir gut.

Mir geht es eher um den technischen Aspekt. Der wirkt mir stellenweise einfach sehr billig, matschig, grisselig. Wenn ich mir die Gegner genauer anschaue, finde ich die schon teilweise erschreckend schlecht modelliert. Das fällt nicht so sehr auf, weil sich die Gegnermassen schnell wegfrühstücken lassen, bzw. das zügige Hacken and Slayen das Spielprinzip ist. Auch viele der Effekte und Bewegungen wirken auf mich bei genauerer Betrachtung echt unausgegoren, als würden die Entwickler irgendwie "tricksen".

Und teilweise läuft es einfach nicht rund. Erst seit Path of Exile weiß ich zum Beispielaus eigener Erfahrung was Rubberbanding bedeutet, das ist teilweise echt extrem.

Ich bin aber technisch nicht der Experte und weiß nicht, wie man das, was dort stellenweise merkwürdiges auf dem Bildschirm passiert, nennt. Deshalb möchte ich mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Ich möchte kein Diablo 3 (D3) vs. Path of Exile-Fass aufmachen - dazu gefällt mir D3 einfach zu gut und halte es für das wesentlich ausgereiftere, technisch stimmigere Produkt. Inhaltlich hat Blizzard D3 allerdings schon lange aufgegeben und meine Meiung zu den Seasons ist: *Gääähn*

Genial zu lesen, wie du den Skilltree wahrnimmst. Kann ich mir so richtig vostellen, wie unterschiedlich Reaktionen sein können. Ich so: "Ähhh was, Hilfeee!" mit heruntergezogenen Mundwinkeln. Du so: "Yeah geilo! Let's goooo!" mit strahlenden Augen. ;-)

Goremageddon 15 Kenner - P - 3243 - 4. Oktober 2020 - 12:12 #

Da hast du sicherlich recht, technisch ist D3 PoE um Welten vorraus.
Mir gefiel halt der "comichafte" Look in D3 überhaupt nicht und der fehlende Skilltree hat mich schwer enttäuscht. Irgendwie war der Titel damit unten durch. So unterschiedlich kann es sein ;) In dem Zusammenhang war es dann bei PoE wirklich so das ich mit strahlenden Augen vor dem Skillbaum saß und mir ziemlich genau das dachte: "Geilo!" xD

Maverick 30 Pro-Gamer - - 559046 - 4. Oktober 2020 - 9:46 #

Schön umfangreicher Artikel, SupArai. :) Als Hack&Slay-Anhänger aufgrund von Sessons mit D1-3, Sacred 1+2 oder der Torchlight-Serie war er interessant zu lesen, aber gleichzeitig wurde ich von dem beschriebenen "Gigantismus" eines Path of Exiles abgeschreckt. Bevor ich da wirklich massive Stunden investiere oder gar Build nachlese im Internet, versuche ich mich eher am Abbau meines viel zu hohen PoS (wobei das aufgrund meines Kaufverhaltens und des Interesses an neuen Games eh ein aussichtsloses Unterfangen ist). ;-)

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 143516 - 4. Oktober 2020 - 9:45 #

Toller Artikel! Als Hack'n'Slay-Fan habe ich es zweimal probiert aber nach ein paar Stunden wieder abgebrochen. Es ist mir zu komplex und macht (mir) keinen Spaß. Schade eigentlich. Freu mich auf Deinen nächsten Artikel. :)

Berndor 15 Kenner - P - 3058 - 4. Oktober 2020 - 9:51 #

Danke für den schönen Artikel, aber mir war der Titel schon vor mehreren Jahren zu sperrig. Ausserdem benötigt er vor allem die Ressource "Zeit", da blieben in meinem Fall zuviele andere gute Titel ungespielt liegen. ;-)

Claus 30 Pro-Gamer - - 289530 - 4. Oktober 2020 - 10:25 #

Schöner User-Artikel, danke dass du dir dafür deine Zeit genommen und uns damit spendiert hast.

Wuslon 19 Megatalent - - 14396 - 4. Oktober 2020 - 10:36 #

Ein super Artikel, der für mich mit reltiv perfektem Timing kommt. Ich hatte PoE vor einigen Wochen auf meiner PS4 installiert, mich bis Mitte des 2. Akts durchgekämpft und dann entnervt aufgegeben. Das Spiel erschlägt mit seiner Komplexität und hat auch so einige andere Probleme.

Was mich am Ende rausgeworfen hat (nach Problemen mit Skill Gems, die plötzlich und ohne offensichtlichen Grund nicht mehr funktioniert haben, einer nicht wirklich erklärten Harvest-Erweiterung, die ich irgendwann habe links liegen lassen, und dem nagenden Gefühl, dass die PS4 nicht das ideale System für PoE ist), war der/die/das Loot. Ich bin das Spiel angegangen wie Diablo 3 und musste dann gefühlt alle 2 Bildschirm in die Stadt - was nicht geht, weil zumindest zu Beginn Town Portal Spells sehr rar sind. Um die zu kaufen, brauche ich aber Indentifikationsschriftrollen, die man in der Stadt für weiße Gegenstände bekommt. Die mir aber so schnell das Inventar verstopfen, dass ich gefühlt alle zwei Bildschirme in die Stadt muss, was ... ein Teufelskreis. Dieses "Inventarmanagement" hat das Spiel so sehr verlangsamt, dass ich teilweise das Gefühl hatte stillzustehen.

Da halfen auch die Guides nicht, die ich mir angeschaut habe. Und ehrlich: Wenn ich für den Spieleinstieg in ein Hack and Slay einen Guide anschauen muss (nicht für das Endgame, für den Spieleinstieg!), dann läuft da designtechnisch irgendwas falsch. Ich wollte PoE wirklich mögen, aber ...

SupArai 21 Motivator - P - 29079 - 4. Oktober 2020 - 11:56 #

Joa, kenne ich. Akt 2 ist einer von mehreren Orten, an denen sich gut aufhören lässt.

Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, Path of Exile (PoE) auf der Konsole zu spielen. Hatte mal überlegt, das auszuprobieren, aber immer wieder verworfen. PoE ist doch das Paradebeispiel für frickelei, das mit dem Controller zu managen stelle ich mir dann als Meta-Game vor.

Nicht funktionierende Skill-Gems sind gut zu erklären, bzw. ich kenne nur die eine Erklärung: Jedes Mal wenn du den Gem manuell im Level steigerst, erhöhen sich seine Anforderungen bei den Werten Stärke, Geschicklichkeit und/oder Intelligenz. Wenn du nun leichtfertig ein Item, zum Beispiel Schuhe mit einem hohen Stärke-Wert gegen andere Schuhe ohne Stärke-Wert austauschst, fehlt dir logischerweise der benötigte Stärke-Wert. Die ersten Level spielt dieses System ja keine Rolle, aber später kann das richtig nerven. Da schlägt dann die Stunde des Crafting-Systems oder Handelshauses.

Harvest hat mir ganz gut gefallen, weil es ein witziges Spiel im Spiel war. Aber auch hier muss sich PoE natürlich mal wieder übertrumpfen, bzw. verkomplizieren. Während ich anfangs noch ganz gut mit den Möglichkeiten des Systems zurechtkam weil ich die Features wirklich verstand und nutzen konnte, wurden mit zunehmendem Spielverlauf die Optionen so abstrus und ohne Bezug zu meiner "Spielrealität". Es gibt später einfach immer mehr Optionen, Items massiv zu verändern und sie nach seinen Vorstellungen zu formen. Etwas, auf das ich überhaupt keine Lust hatte. Na ja, aber da ich im High-Lvl-Bereich (80+) die für mich verständlichen, nützlichen Samen nicht mehr gefunden habe, war die Gartenarbeit aus.

Die Problematik mit den Town Portals und Identifikationsrollen beschreibst du gut, aber: Man spielt PoE nicht wie D3, dieser Reflex muss als erstes raus aus dem Kopf ;-)
Wenn man einfach weiterspielt, findet man später genug von den vorgenannten Rollen, wie man auch immer GENUG Items findet. Gerade am Anfang geht es nur darum, möglichst schnell durch die Akte zu kommen. Ich wurde, wenn ich mal wieder am Maulen über dieses besch....te Spiel war, (meistens) freundlich auf die Händler hingewiesen.

Das schöne an PoE ist, dass es überhaupt nicht gemocht werden möchte, ist mein Eindruck, son bisschen wie der komische Onkel, der sich bei jeder Geburtstagsfeier durch das Kuchenbüffet fräst und danach grußlos wieder geht... ;-)

Wuslon 19 Megatalent - - 14396 - 4. Oktober 2020 - 12:31 #

"Man spielt PoE nicht wie D3, dieser Reflex muss als erstes raus aus dem Kopf ;-)"

I know, I know, stand ja auch in den Guides drin :-) Trotzdem hab ich das nur schwer umgesetzt bekommen, ich fand es einfach unbefriedigend, so viel Zeug liegen zu lassen. Und dass ich in einem Loot-Hack-&-Slay schon zu Beginn des Spiel fast alles an Loot liegen lassen muss (!), scheint mir kein optimales Spieldesign zu sein.

Und zu den Skill Gems: Ich hatte ein Skill Gem, bei dem ich den Eindruck hatte, dass es nicht mehr funktionierte, weil ich die falsche Waffe ausgerüstet hatte. Wie gesagt, ich hab aber nicht durchschaut, warum es nicht mehr aktivierbar war. Die fehlenden Werte könnten sein (hatte ich auch bei einem anderen Gem), sicher bin ich aber nicht.

Player One 15 Kenner - P - 3016 - 4. Oktober 2020 - 15:15 #

Damit hast du mir einen ähnlichen Kommentar erspart; alles gesagt, inklusive dass dies ein toller Artikel ist.

antares 14 Komm-Experte - P - 1986 - 4. Oktober 2020 - 11:30 #

Das größte Manko von Path of Exile ist meiner Meinung nach der enorm erhöhte Zufallsfaktor für brauchbaren Loot durch die Wichtigkeit der vorhandenen Sockel und deren Verlinkungen auf Items. So kann ich mich selten über raren oder legendären Loot freuen, der zwar von den Werten weitaus besser als der momentan getragene magische Gegenstand ist, aber weder die Anzahl, Farbe und Verlinkungen aufweist, die ich für meine Skillung benötigen würde.

Das Skillsystem ist deswegen wesentlicher restriktiver und weit weniger flexibel als das der Konkurrenz, was auf den ersten Blick anders erscheinen mag.

Loard 14 Komm-Experte - P - 2057 - 4. Oktober 2020 - 12:07 #

Mit bestimmten Orbs kann man die Anzahl, Farbe und Verlinkungen der Slots neu auswürfeln, bis endlich alles stimmt.
Oder die Orbs alle sind ;-)

SupArai 21 Motivator - P - 29079 - 5. Oktober 2020 - 7:21 #

Das lohnt sich ja am Anfang des Spiels nicht, zumal man zu dem Zeitpunkt die Materialien natürlich noch gar nicht in den Mengen hat hat.

Gerade der Einstieg kann halt ziemlich zäh sein, gerade für normale Spieler, die neu dazukommen.

SupArai 21 Motivator - P - 29079 - 4. Oktober 2020 - 11:35 #

Mein Dank geht auch diesmal wieder an die User-Artikel-Crew! Ich danke euch für das Ausbessern der Tippfehler, aufspüren und rausfiltern meiner ungelenken Formulierungskonstruktionen und das Ideen-Feedback!

Und der Genitiv bedankt sich auch noch mal, ich glaube ihn aus der untersten Schublade rufen zu hören... ;-)

bluemax71 16 Übertalent - - 4375 - 4. Oktober 2020 - 11:41 #

Toller Artikel. Aber das Spiel klingt für mich viel zu kompliziert. Das ist mir zu anstrengend. Ich habe schon bei Pathfinder Kingmaker keinen Bock mehr gehabt auf den Wust von Skills den ich nicht verstehe. Da mußte auch ein Build aus dem Internet her sonst wäre ich komplett verzweifelt. Aber das ist aus meiner Sicht ein klares no go. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich Pathfinder nicht gekauft. Obwohl zum Teil wirklich klasse ist. Aber so ein Skillsystem schreckt mich nur noch ab.

Easy_Frag 15 Kenner - P - 3072 - 4. Oktober 2020 - 12:10 #

Ja das trifft teilweise auch meine Erfahrungen :-)
Ein sehr gutes Spiel wenn man such vom Sternenhimmeltalentbaum nicht entmutigen lässt.

Macht mir mehr spaß als Diablo 3 da immer wieder neue Sonderevents mit zeitlich begrenzen neuen Mechaniken laufen wo man mit nichts neu anfängt.

TheRaffer 21 Motivator - P - 26086 - 4. Oktober 2020 - 12:28 #

Vielen Dank für die Einblicke :)
Sehr schön geschriebener Artikel!

Faerwynn 18 Doppel-Voter - - 11382 - 4. Oktober 2020 - 12:40 #

Ich hatte es auch mal mit meiner Frau zusammen angespielt, aber irgendwie sind wir nicht warmgeworden. Ich mag ja komplexe Spiele, aber hier wirkte es auf mich einfach nicht zugänglich. Genau wie du schreibst, am Ende ist es dann ein Hack and Slay und kein komplexes Rollenspiel. Die Diablo Teile waren für ihre Zeit eben auch unglaublich poliert und zugänglich.

Hannes Herrmann Community-Moderator - - 19492 - 4. Oktober 2020 - 14:49 #

Danke für den Artikel. Ich selbst hab auch schon >2000h reingesteckt (habe mit der Talisman-Liga angefangen. Hier noch ein paar Tipps für den Einstieg:

Spielt, wenn geht auf Englisch - wenn ihr etwas googlen oder im Wiki nachschauen wollt, ist es so viel einfacher.

Ihr entschlackt viel vom Spiel, wenn ihr für die erste Kampagne (bis zum Endgame) erstmal das Crafting ignoriert - nehmt lieber die Hürde die Items von anderen Spielern zu kaufen.

Stellt Fragen, am besten eurer Gilde, gerne aber auch im Chat oder fragt Spieler hier im Forum.

Wenn ihr keinen Bock auf die harte Lernkurve habt sucht einen guten Einsteigerguide zur Charaktererstellung und folgt diesem Guide. Die Erfolgserlebnisse belohnen euch und richtig gute Guides erklären euch auch jede dort getroffene Entscheidung.

Seit auf Tode eingestellt. Die sind (solange man nicht "ganz oben" mitmischen möchte gar nicht schlimm. Leider lernt man im PoE leider selten, was einen genau getötet hat.

Wenn ihr nach X Stunden GGG etwas Geld geben möchtet:
1. Premium-Tab zum Verkauf von Items
2. Währungs-Tab (spart viel Management)
optional, wenn ihr im Endgame seid:
3. Map-Tab

SupArai 21 Motivator - P - 29079 - 4. Oktober 2020 - 17:23 #

Gerne, Hannes.

Kann ich fast genau so unterschreiben, deine Tipps. Aaaber...

Ja, spielt auf Englisch, das hilft natürlich nur, wenn das Englisch gut genug ist, bzw. man die besonderen Begriffe kennt. Alle gut wirkenden Guides und Builds die ich gelesen habe, sind auf Englisch, was adäquates in Deutsch habe ich bislang nicht gefunden. Ich habe auf Englisch leider nur die Hälfte von den, zum Beispiel Skill-Beschreibungen, verstanden. Ne ganze Zeit habe ich deshalb immer hin- und hergeswitcht. Extremst nervig! ;-)

Meine Kaufreihenfolge im Echtgeld-Shop war auch genau wie von dir empfohlen.

Necromanus 19 Megatalent - - 13571 - 4. Oktober 2020 - 17:55 #

Ich habe auch schon ein paar mal versucht mit dem Titel warm zu werden. Bin aber meistens an der Komplexität oder Grafik wieder gescheitert. Hatte aber auch nie jemanden der mich "an der Hand genommen" hat. Das verändert da oft viel...

Currypuff 11 Forenversteher - P - 824 - 5. Oktober 2020 - 10:27 #

Wir haben es mal zu viert angespielt, weil wir gute Erinnerungen an Diablo 2 LAN-Parties hatten. Tja, keine so gute Idee: Zum einen muss man sich erst einmal finden, weil die Maps Instanzen mit begrenzter Spielerzahl sind. Zum anderen war das zur Party hinzufügen relativ umständlich (oder wir einfach zu blöd!).
Zuguterletzt wartet man alle paar Minuten darauf, dass einer der Mitspieler die Epen, die anderswo Itembeschreibung heißen, für seinen neuen Loot zuende gelesen und begriffen hat - teilweise fühlt man sich an Wikipediasitzungen erinnert, bei denen man sich in den Kaninchenbau begeben hat und irgendwann beim Artikel zur Entropie angekommen ist, obwohl man bei der EnEV angefangen hat.
Für ein Hack&Slay war mir das eindeutig zuviel Arbeit; lieber Diablo.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 8438 - 5. Oktober 2020 - 11:33 #

Danke für den sehr schönen Artikel! Ich habe Path of Exile auch zweimal installiert, jeweils 10-20 Stunden oder so mit zwei, drei Charakteren angespielt und fand es immer sehr gut - und versuche mich gerade zu erinnern, WARUM eigentlich es dann immer im Sand verlaufen ist... vielleicht muß ich's doch nochmal...?! ;-)

Nein, im Ernst: Der Skilltree hat mich von Anfang an nie abgeschreckt, sondern amüsiert bis begeistert ("mal was anderes/schön umfangreich"), und nachdem ich auch zum Beispiel in Titan Quest nahezu ALLE Mastery-Kombinationen ausprobiert und es mit ca. 20 Charakteren durchgespielt habe, hätte ich auch kein Problem, hier ein bisschen rumzutüfteln.

Maßgeblich ist für mich, ob man beim ersten Ausprobieren vom Spiel ständig auf die Schnauze bekommt, oder ob man sich auch quasi beim ersten/zweiten Charakter "verskillen" darf, ohne ständig nur zu sterben. Wenn ich das Hineinfuchsen nur für den optimierten Ultra-Charakter brauche, aber auf "normal" auch mit intuitiv gewählten Skills irgendwie durchkomme, dann finde ich das Balancing richtig. Und ich hatte bei PoE - zugegeben als Einsteiger - schon das Gefühl, ein, zwei Dutzend Stunden sehr gut weiterzukommen, ohne zu viel planen und recherchieren zu müssen. - Klar, wo dann in Richtung Endgame die unsichtbare Mauer/"gläserne Decke" ist, wo es ohne zeitaufwendiges Detailwissen nicht mehr geht, weiß ich nicht.

SupArai 21 Motivator - P - 29079 - 5. Oktober 2020 - 18:27 #

Gerne und danke für dein ausführliches Feedback.

Deine offene Herangehensweise bietet natürlich viel mehr Optionen, als meine Suche nach dem roten Faden. Vor allem stehe ich mir mit meiner Idee möglichst viel schon zu Beginn erfassen zu wollen, eher im Weg. Klar, Path of Exile lädt mich ein, es zu probieren statt zu studieren.

Ich wäge da mittlerweile bei vielen Spielen "knallhart" ab, einfach weil ich die Zeit nicht mehr in dem Maße investieren kann, wie noch vor ein paar Jahren.

Vergleichbar für mich mit Paradox-Titeln, die haben auch nicht den Fokus auf Einsteigerfreundlichkeit, wie ich das so wahrnehme, gespielt habe ich nämlich immer noch keinen.

Und der andere Punkt ist, dass es mir schon so vorkommt, dass sich Path of Exile künstlich immer weiter aufbläht, um im Gespräch zu bleiben.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 8438 - 5. Oktober 2020 - 20:04 #

Paradox ist GENAU der Unterschied: Path of Exile mag sehr komplex sein, aber man kann sehr leicht anfangen und steigt dann halt so tief ein, wie man will.
Bei Paradox ist der Einstieg OHNE viel Arbeit praktisch unmöglich. Das sind Spiele, die würde ich gerne können, aber schaff es einfach nicht, (mit vertretbarem Zeitaufwand) so hineinzukommen, dass ich das Gefühl habe, ich "kann es spielen".
Im Ergebnis spiele ich dann langfristig normalerweise lieber die simplen Sachen wie Grim Dawn oder (früher) Diablo oder Titan Quest.

PS: Aber Crusader Kings II - das ich soeben bei GG gewonnen habe - probiere ich jetzt doch ein zweites mal aus... irgendwie MUSS es doch klappen! ;-)

Hannes Herrmann Community-Moderator - - 19492 - 5. Oktober 2020 - 20:12 #

Ich kam in CK3 besser rein als in PoE.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 8438 - 7. Oktober 2020 - 9:47 #

...echt? sollte es zugänglicher sein als die bisherigen Paradox'? Dann behalte ich das mal für später im Auge ;-)

Ansonsten warte ich auf Knights of Honor 2, weil der Vorgänger von vor irgendwelchen 10+ Jahren super war, mit Diplomatie, Politik, Vatikan, Attentaten usw. - auch komplex genug und sehr abwechslungsreich, aber sehr zugänglich.

SupArai 21 Motivator - P - 29079 - 7. Oktober 2020 - 7:28 #

Nun, da sitze ich wohl einem Irrglauben auf, habe ja auch noch keinen Paradox Titel richtig gespielt - die paar Stunden Battletech zähle ich mal nicht dazu...

Da ist auf jeden Fall was dran, man kann Path of Exile einfach spielen und wird auch vorankommen, muss sich aber auf den Mut zur Lücke einlassen können und sich aufs Kern-Gameplay konzentrieren: Hack and Slay.

Und vielleicht bin ich durch mehrere Jahre Diablo 3 und viele Spielstunden an verschiedenen Konsolen etwas verdorben, oder erwarte eine andere Zugänglichkeit von Titeln. Das zu erfüllen, ist aber gerade nicht das Ziel eines Path of Exile, die Entwickler wollen ja einen Gegenentwurf zu anderen Konzepten anbieten.