LabyMod - die „All-In-One-Mod“ für Minecraft User-Artikel

Wirklich nützlich oder unnötig?

Daniel Gast / 20. Juni 2020 - 18:24
Steckbrief
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Kreativ-Baukasten
7
18.11.2011
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Teaser

Die „Labymod“ verspricht viele Komfortfunktionen und unzähligen Erweiterungsmöglichkeiten für Minecraft. Doch wie nützlich ist die „All-In-One-Mod“ wirklich? GG-User Daniel Gast verrät es euch.
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Viele Minecraft-Spieler unter euch werden wissen: In diesem Spiel kann man sehr schnell dutzende oder gar hunderte Stunden verbringen. Umso wichtiger ist also ein möglichst komfortables Spielerlebnis. Für die Versionen 1.8.9 und 1.12.2, die immer noch von einigen großen Community-Servern verwendet werden, soll nach eigener Aussage die Minecraft-Modifikation „LabyMod“ helfen. Laut offizieller Website konnte das Team, das aktuell aus 44 Mitgliedern besteht, bereits gut 3,2 Millionen Nutzer zu einer Registrierung bewegen, wovon mehr als 200.000 aktuell aktiv mit der Mod spielen.

Über einen Monat in etwa 150 Spielstunden wurde die Mod für diesen Test auf die Probe gestellt. Als Server wurde GrieferGames.net  gewählt, da dieser Server auch offizieller Partner von LabyMod ist und seinen Spielern für das beste Spielerlebnis die Minecraft-Version 1.8.9 empfiehlt.


Installation und erste Eindrücke

Die Installation von LabyMod ist durch den Installer in weniger als einer Minute erledigt. Ihr könnt anfangs wählen, ob ihr die Vanilla-Version oder die kompatible Forge-Version installieren wollt, um zusätzlich weitere Mods einfach integrieren zu können. Solltet ihr Forge beziehungsweise die empfohlene Version noch nicht besitzen, lädt und installiert der Installer diese ebenfalls selbstständig. Im Installationsverlauf könnt ihr dann direkt einige beliebte Addons für LabyMod hinzufügen.

Beim ersten Start und einem Blick in die LabyMod-Optionen werden die vielen Einstellmöglichkeiten vermutlich den ein oder anderen unter euch erst einmal erschlagen: Beim Drüberfahren mit der Maus seht ihr einen kleinen Info-Text zur jeweiligen Einstellung, da die Bezeichnungen nicht immer selbsterklärend sind.
 
Ein Beispiel für eine simple GUI-Einstellung mit möglichst freiem Sichtfeld.


Drag & Drop GUI Editor und eigener Chat

Aufgrund der Komplexität werden sicher einige unter euch, selbst nach eingehender Beschäftigung mit den Optionen, immer wieder neue Einstellmöglichkeiten entdecken. Eine große Erweiterung mit sehr vielen Optionen ist beispielsweise der „Drag & Drop GUI Editor“. Mit diesem könnt ihr ganz verschiedene Informationen wie FPS, Koordinaten, die Haltbarkeit eurer Rüstung und Waffen, das aktuelle Biom, eure Arbeitsspeicherauslastung und vieles mehr anzeigen lassen. Wie der Name erahnen lässt, könnt ihr diese mit gedrückter Maustaste einfach beliebig verschieben. Zudem könnt ihr das gesamte GUI beziehungsweise einzelne Komponenten nach eurem Bedarf skalieren und individuell anpassen.

Auf dem getesteten Server wird beispielsweise rechts durchgängig eine Anzeigetafel mit Informationen wie der Spielzeit, dem Ingame-Geld, Serveradresse et cetera eingeblendet, die einen nicht unbedeutenden Teil des Sichtfelds einschränkt. Diese ist über LabyMod skalierbar, verschiebbar und kann sogar vollständig ausgeblendet werden, was euch freie Sicht gewährt.

Aber auch die Kommunikation mit Freunden könnt ihr euch erleichtern, denn LabyMod verfügt über ein eigenes Chat-Netzwerk. So könnt ihr sehen, auf welchem Server eure LabyMod-Freunde derzeit spielen und jederzeit mit ihnen kommunizieren. Hinzu kommt die Integration eines Voice-Chats via Addon. Habt ihr und der andere Spieler in eurer Umgebung dieses aktiviert, so könnt ihr euch hören. Für alle Roleplay-Fans unter euch sicher eine Erwähnung wert.
 
Mit dem GUI-Editor könnt ihr viele verschiedene Informationen anzeigen lassen, skalieren und per Drag & Drop platzieren.


Zurechtfinden im Schilderdschungel

Im Test ist vor allem die „Schildersuche“ positiv aufgefallen. So könnt ihr einfach einen Suchbegriff eingeben und euch werden dann alle Schilder mit diesem Begriff grün angezeigt und die anderen rot. Wenn ihr selbst ein großes Lager habt und mal wieder vergessen habt, wo ihr nur diese Tintenbeutel-Truhe hingestellt habt, kann das sehr hilfreich sein. Ebenso nützlich ist es auch für den Handel, denn ihr könnt so leicht prüfen, ob ein Spieler den Gegenstand in seinem Lager besitzt, den ihr benötigt. Natürlich muss dieser dafür auch alles gut sortiert und beschriftet haben.

Viele Community-Server haben zudem verschiedenste Befehle, die sehr häufig eingetippt werden. Um das zu vereinfachen, könnt ihr euch mit vielen gängigen Tastaturen bereits Makros schreiben. Noch einfacher und mit jeder Tastatur funktioniert es allerdings mit dem „Autotext“. Hier gebt ihr einfach kurz ein, was ihr in den Chat schreiben oder welchen Befehl ihr eingeben wollt und hinterlegt dafür einen Shortcut.
 
Mit der Schildersuche findet ihr eure beschrifteten Truhen schneller, solltet ihr mal den Wald vor lauter Schildern nicht sehen.


So wird Minecraft schöner und schneller

Was sicher auch schon viele unter euch gestört hat, ist der angezeigte Fensterrand in der Java-Version. LabyMod ermöglicht hier das randlose Vollbild. Aber auch die beliebte Mod für verschiedenste Grafik- und Performance-Verbesserungen „Optifine“ lässt sich bereits bei der Installation als Addon hinzufügen. Hinzu kommen weitere Optionen wie das Chunk-Caching, mit dem ihr bereits geladene Bereiche nicht erneut laden müsst. Im Test gab es spürbare Unterschiede zwischen dem ersten Laden eines Bereichs und dem Laden zu einem späteren Zeitpunkt. Eine weitere Option soll ebenfalls das Laden der Welt beschleunigen. Der Infotext verweist hier auf den sogenannten „Respawncode“, der damit integriert wird. Im Netz finden sich hierzu viele positive Rückmeldungen, dass dieser Code bei einigen Spielern die Lags verringert.


Addons: Die Entwickler-Community rund um LabyMod

Nicht wenige nützliche Funktionen der Mod stammen von Addons. Auf der Website findet sich hierzu eine Anleitung mit allen Informationen für Entwickler, wie sie ihr eigenes Addon der Community zur Verfügung stellen können.

Für die großen Community-Server GrieferGames, GommeHD und Rewinside gibt es bereits eigene Addons, die die Besonderheiten der jeweiligen Server berücksichtigen und das Spielerlebnis verbessern. Ein Beispiel hierfür ist das sogenannte „Fake-Money“ auf Griefergames. Erhaltet ihr Geld von einem anderen Spieler, so wird dies grün im Chat angezeigt. Manche Spieler schreiben diesen Text jedoch selbst grün in den Allgemeinchat und versuchen so beim Handeln zu betrügen. Das Griefergames-Addon kennzeichnet echte Zahlungen als „Real-Money“, sodass ihr sicher sein könnt, das Geld wirklich erhalten zu haben.

Des Weiteren könnt ihr mit dem Addon CustomTime die Nacht umgehen (nur Helligkeit), mit Damageindicator die Lebensleiste anderer Spieler einblenden und mit Laby’s Minimap eine Minimap in Minecraft anzeigen lassen. Allerdings solltet ihr auf eurem Lieblings-Server vorher nachfragen, ob LabyMod, insbesondere das Minimap-Addon, erlaubt ist.
 
Mit dem Addon „Damageindicator“ könnt ihr euch die Lebensleiste anderer Spieler anzeigen lassen.


Finanzierung über kosmetische Gegenstände

Trotz des Umfangs dieser Mod und des großen Teams der inzwischen seit 2016 bestehenden LabyMedia UG (seit Ende 2017 GmbH) ist LabyMod uneingeschränkt kostenfrei nutzbar. Wie auch viele bekannte Free-to-Play-Spieletitel der heutigen Zeit finanziert sich auch LabyMod durch kosmetische Gegenstände. Günstig sind diese allerdings nicht: Beispielsweise zahlt ihr für die recht beliebten Flügelchen bereits 25 Euro, wenn ihr diese lebenslang zur Verfügung haben wollt. Günstiger dagegen sind die Emotes mit jeweils zwei bis drei Euro.

Im Cosmetics-Shop gibt es neben kleinen Accessoires wie einem Schwert auf dem Rücken, Mützen, Schuhen und Headsets auch einen Umhang. Diesen kennen viele sicher bereits von Optifine. Der LabyMod-Umhang hat jedoch den Vorteil, dass ihr auch hochauflösende Bilder verwenden könnt. Neben Bildern und Illustrationen gibt es beispielsweise auch Capes mit Rucksack-Optik zum Download. Um den Umhang lebenslang nutzen zu können, werden knapp 15 Euro fällig. Alle Cosmetics sind zudem farblich anpassbar, sodass es am Ende auch ideal zu eurem Skin passt.
 
Das LabyMod-Cape  könnt ihr mit euren hochauflösenden Bildern und Illustrationen gestalten.


Lohnt sich das Abo-Modell „LabyMod+“?

Das Abo-Modell „LabyMod+“ schaltet euch für 5 Euro pro Monat oder 40 Euro im Jahr eine Krone frei und gewährt euch einige Vorteile wie zum Beispiel unbegrenzte Emote-Slots und LabyMod-Chatfreunde. Für Vielspieler, die zusätzlich die Entwicklung von LabyMod unterstützen wollen, kann dies durchaus interessant sein. Für diejenigen unter euch, die wenig Minecraft spielen oder auf ein Krönchen und goldenes LabyMod-Symbol in der Tab-Leiste verzichten können, lohnt das sich Abo-Modell nicht. Vor allem solltet ihr beachten, dass nur LabyMod-Nutzer eure Emotes, den Umhang und andere Accessoires sehen können. Schaut also zunächst, ob auf eurem Server überhaupt viele LabyMod-Nutzer vertreten sind. Ihr erkennt diese an dem blauen oder goldenen Symbol in der Tab-Anzeige.

Kostenfrei könnt ihr euch Emotes und Cosmetics über Labycoins verdienen. Aktuell erhaltet ihr diese über den täglichen Login in Minecraft (mit LabyMod). Extra-Coins verdient ihr über längere Login-Serien. Während ihr am Anfang mit einer Zehner-Serie gerade einmal einen Gegenwert von 5 Cent erhaltet, steigert sich das auf bis zu 10 Euro bei einer 300-fachen Serie. Es ist also ohne Geldeinsatz ein weiter Weg bis zum kostenlosen kosmetischen Gegenstand.


Fazit

Wenn ihr Minecraft auf der Version 1.8.9 oder 1.12.2 spielt, lohnt es sich, LabyMod zu installieren. Die Installation ist leicht und integriert Forge und Optifine mit wenigen Mausklicks. Gerade auf großen Community-Servern bietet die Mod viele nützliche Funktionen und Anpassungsmöglichkeiten, was durch zahlreiche Addons noch erweiterbar ist. Für kosmetische Gegenstände müsst ihr zwar etwas tiefer in eure Tasche greifen, jedoch könnt ihr eure Optik online für andere LabyMod-Nutzer und natürlich euch selbst aufwerten. Das Abo-Modell LabyMod+ ist vor allem für Vielspieler und überzeugte LabyMod-Nutzer empfehlenswert. Möchtet ihr kein Geld ausgeben, könnt ihr euch mit Login-Serien über relativ lange Zeit auch kostenfrei Cosmetics erarbeiten.
 
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Die Krone erhaltet ihr nur während der Premium-Mitgliedschaft. Gürtel, Flügel, Hörner und leuchtende Augen sind dagegen auch lebenslang erhältlich.
Daniel Gast 20. Juni 2020 - 18:24
Jörg Langer Chefredakteur - P - 407477 - 20. Juni 2020 - 13:10 #

Schöner Artikel. Dachte aber erst an Nintendo Labo...

crux 16 Übertalent - P - 5245 - 20. Juni 2020 - 13:42 #

Sonderbar, nie davon gehoert, und es klingt fuer mich irgendwie nicht, als ob es besonders viel Interessantes macht - verglichen mit richtigen Modpacks wie Enigmatica oder Project Ozone. Informationen wie Koordinaten gibt's auch im Grundspiel wenn man F3 drueckt, halt ohne GUI. Vollbild ist im Grundspiel auch schon enthalten.

Und dann ein Abo-Modell? Wozu?

Daniel Gast 14 Komm-Experte - 1842 - 20. Juni 2020 - 14:28 #

Hey, das Abo-Modell ist völlig optional, so wie alles andere, was man erwerben muss / kann. Grundsätzlich ist die Mod kostenlos.

Und ja, für den Singleplayer gibt es natürlich starke Modpacks, die grundlegende Spielinhalte verbessern oder erweitern, aber das will Labymod ja überhaupt nicht sein, sondern es soll den Komfort bei Online-Spielen verbessern ohne dabei Mods zu verwenden, die als Cheating von Online-Servern gesehen werden würden oder von vornherein schon blockiert werden.

Der GUI Editor überlässt dem Nutzer die Gestaltung und darin liegt der Mehrwert. Über F3 bekomme ich fast den ganzen Bildschirm voll mit Daten, die ich größtenteils nicht brauche und sehe vom eigentlich Spiel kaum noch etwas. Und mal ehrlich: Hat man wirklich immer die Übersicht via F3 gerade aktiviert, wenn man stirbt und wissen will, wo man hin muss, um die Sachen zu holen? Wenn man bereits tot ist, funktioniert F3 nämlich nicht mehr.

Aber auch zusätzliche Addons und andere kleine Funktionen, die über F3 nicht ersichtlich sind, können so nach Belieben platziert und skaliert werden, sodass man nur das sieht, was einen interessiert und die Übersicht im Spiel behält.

firstdeathmaker 18 Doppel-Voter - - 9080 - 20. Juni 2020 - 19:42 #

"für den Singleplayer gibt es natürlich starke Modpacks" die meisten Modpacks laufen doch auch als Server, wo es dann so richtig cool abgeht. Witchcraft macht z.B. erst im Multiplayer so richtig Sinn.

Daniel Gast 14 Komm-Experte - 1842 - 20. Juni 2020 - 20:07 #

Stimmt, aber das entscheidest ja dann nicht du, sondern der Serverbesitzer. Labymod hat „Komfort-Mods“ dort, wo du quasi nichts auf dem Server zu sagen hast ;) Wenn’s dein eigener ist, hast du natürlich mehr Optionen.

firstdeathmaker 18 Doppel-Voter - - 9080 - 20. Juni 2020 - 20:15 #

Ach so, es handelt sich also um so eine art Client-Mod Framework mit dem man dann auf Vanilla-Servern spielen kann. Ich hab das Anfangs verwechselt, weil ich mit "All in one" jetzt eher die Modpacks assoziiert habe die ja Gui, Convenience aber auch Inhaltsmods zusammen packen und bequem installierbar machen.

euph 27 Spiele-Experte - P - 88974 - 20. Juni 2020 - 17:14 #

Schöner Gast-Beitrag :-)

Player One 15 Kenner - P - 2744 - 20. Juni 2020 - 17:48 #

Ich freue mich über jeden Userartikel aber Minecraft ist für mich leider etwas, dass ich nicht verstehe. Trotzdem danke für die Mühe.

firstdeathmaker 18 Doppel-Voter - - 9080 - 20. Juni 2020 - 19:40 #

Ich hab vor ein paar Wochen wieder mit Modded-Minecraft angefangen, aber nach der Beschreibung hier verstehe ich nicht, was das tolle an der labymod sein soll. Die ganzen "Mods" bringen doch kaum Neue Spielmechaniken rein, aber dafür kostenpflichtige kosmetische Anpassungen??? Wtf. Da finde ich die Modpacks bei Feed the Beast viel interessanter. Momentan spiele ich "Revelation", nettes Pack mit vielen schönen Mods, vielleicht ein wenig viel für den Anfang aber genug zu entdecken. Und dabei alles kostenlos.

Daniel Gast 14 Komm-Experte - 1842 - 20. Juni 2020 - 20:10 #

Es geht um Spielkomfort und nicht um „große Veränderung des Spiels“. Das steht schon im ersten Absatz. ;) Die meisten Multiplayer-Spieler spielen ja nicht auf eigenen Servern, wo sie modden können, wie sie wollen.

TheRaffer 20 Gold-Gamer - P - 24335 - 20. Juni 2020 - 22:18 #

Vielen Dank für den Gastbeitrag. Bin selber kein Minecraftspieler, aber interessant zu lesen, was dort doch alles möglich ist :)

Alain 19 Megatalent - P - 13113 - 20. Juni 2020 - 22:40 #

Ich habe die Minecraft Faszination bisher nur von außen betrachtet... Aber immer wieder interessant.

MrFawlty 18 Doppel-Voter - 9553 - 21. Juni 2020 - 21:48 #

Ich habe es ein paar mal angespielt, kann aber selbst als Lego-Fan den Hype nicht verstehen.

RoT 19 Megatalent - P - 14348 - 20. Juni 2020 - 23:38 #

Danke für den Artikel :)

Henning Lindhoff 18 Doppel-Voter - P - 9509 - 21. Juni 2020 - 13:40 #

Danke für den informativen Text. Meine Minecraft-Zeit währte nur kurz. Doch von außen beobachte ich jetzt interessiert, was alles möglich ist.