Gaming-In-Ears „Easy Up“ von Hörluchs User-Artikel

Gaming-In-Ears im User-Test

Daniel Gast / 15. Juli 2018 - 11:06 — vor 14 Wochen aktualisiert
Anfang 2018 startete der Ohrschutz-Hersteller Hörluchs unter dem Slogan „Hear the Game“ mit den Gaming-In-Ears „Easy Up“ in einen noch wenig eroberten Nischenmarkt. Können In-Ears beim Gaming wirklich gegen die großen Over-Ears bestehen? Das erfahrt ihr im User-Test von Daniel Gast.
Bislang gibt es nur sehr wenige In-Ear-Kopfhörer, die sich das Label „Gaming“ anheften. Zu nennen wären hier beispielsweise die Razer Hammerhead Pro V2, die Roccat Aluma und die Creative Sound BlasterX P5. Glaubt man den Rezensionen bei Amazon konnten diese Modelle bislang die Gamer nicht überzeugen. Als Hersteller von Ohrschutz und Hörgeräten sollte sich die Firma Hörluchs mit Hörakustik und den idealen Passformen gut auskennen. Mit insgesamt fünf In-Ear-Modellen versucht der Hörakustiker sich nun auf dem Gaming-Markt zu behaupten.
Technische Details
  • dynamischer 8-mm-Treiber mit Bass-Boost
  • ergonomisch geformtes Gehäuse
  • Empfindlichkeit bei 1mW: 119 dBSPL
  • Impedanz bei 1 kHz: 16 Ohm
  • Übertragungsbereich: 20 - 25.000 Hz
  • abnehmbares Kabel mit 1,2 m Länge
  • Farbe: Schwarz
 

Individuell sollen sie sein

Abheben möchte sich der bayerische Hersteller vor allem durch die individuelle Anpassung der In-Ears. Bei den höherpreisigen Modellen „Adventure“, „Evolution“ und „Pro“ lässt Hörluchs gegen einen Aufpreis von 200 Euro einen Ohrabdruck von euch anfertigen. Dafür produziere man die Ohrhörer passgenau. Dabei stehen euch sieben verschiedene Farbvarianten zur Auswahl. Laut der Hersteller-Website werden alle Modelle erst nach Bestellung produziert und befinden sich nicht auf Lager. Die Grundpreise ohne Anpassung reichen von 398 Euro bis 699 Euro und sind damit durchaus dem High-End-Preissegment zuzuordnen. Günstiger dagegen sind die nicht individualisierbaren Modelle „Easy“ und „Easy Up“ mit 89 Euro bzw. 119 Euro. Vorteile des „Easy Up“-Modells sind laut Produktbeschreibung die bessere Passform und ein kleiner Bass-Boost.
Damit eure In-Ears auch mobil geschützt bleiben, ist eine schwarze Tasche aus Jeansstoff im Lieferumfang enthalten.
 

Hoher Tragekomfort nach langen Gaming-Sessions

Hörluchs gibt vor, aus vielen verschiedenen Ohrabdrücken eine universelle Passform ermittelt zu haben. In meinem Test konnte sich die ergonomische Passform der „Easy Up“-In-Ears auch tatsächlich beweisen. Sie sind merklich nicht für die eigenen Ohren angepasst, jedoch sitzen sie recht gut in der Ohrmuschel. Die beiliegenden Ohrstöpsel aus Silikon in verschiedenen Formen und Größen ermöglichen Anpassungsmöglichkeiten für verschiedene Ohrformen. Die Kabel legt ihr hinter den Ohren entlang. So sitzen die Ohrhörer wirklich fest und trotzdem angenehm. Der Tragekomfort nach langen Gaming-Sessions ist mit den richtigen Ohrstöpseln immer noch sehr gut. Gerade am Anfang solltet ihr den In-Ears jedoch eine ein- bis zweiwöchige Eingewöhnungsphase geben, bis ihr auch nach langem Tragen keinen unangenehmen Druck mehr spürt. Ob diese benötigt wird, hängt allerdings immer individuell von eurer Ohrform und den gewählten Ohrstöpseln ab.
 

Gute Verarbeitung mit kurzem Kabel

Die aus schwarzem und leicht durchsichtigem Acryl gefertigten Ohrhörer fühlen sich nicht nur hochwertig an, sondern geben auch optisch ein schönes Bild ab. Das recht leichte  Kabel ist durchsichtig ummantelt. Die eingesetzten Kevlarfasern sollen das dünne Kabel vor Brüchen schützen. Sollte es euch doch einmal passieren, kann das Kabel abgenommen und getauscht werden ohne die Ohrhörer selbst neu kaufen zu müssen. Da Hörluchs auf ein MMCX-Kabel setzt, kann dieses auch bei Drittherstellern günstig erworben werden.

Mit einem guten Meter Kabellänge ist das Original-Kabel recht kurz und für den mobilen Einsatz komfortabel gehalten. Steht der PC neben euch und nutzt ihr den Frontanschluss des 3,5-mm-Klinkensteckers sollte die Länge ausreichend sein. Mehr Bewegungsfreiheit und Flexibilität würde das Kabel mit einem halben oder ganzen Meter mehr bieten. Momentan hilft hier nur eine separate Verlängerung.
 
Die beiden Ohrhörer sind aus Acryl gefertigt und mit ihrer universellen, ergonomischen Passform sehr passgenau für fast alle Ohren.
 

Klares Klangbild, ausreichend Bass und präziser Raumklang

Neben einer guten Verarbeitung und einem schicken Design ist der Klang im Spiel natürlich der wichtigste Punkt für Gaming-In-Ears. Im Test beweisen sich die „Easy Up“ klanglich sehr ausgeglichen zwischen den Höhen, Mitten und Tiefen und bieten euch somit ein klares Klangbild. Bei dialogreichen Spielen wie Skyrim oder Life is Strange konnte der unverzierte Klang punkten. Trotz des Bass-Boosts gegenüber dem Modell „Easy“ ist der Bass immer noch recht zurückhaltend. Für actionreiche Spiele wie beispielsweise Just Cause 3 boten die Kopfhörer allerdings ausreichend Bass, um sich von den explodierenden Autos und einstürzenden Bauten umgeben zu fühlen.

So richtig interessant wird es im Test bei Shootern wie Counter-Strike Global Offensive. Hier sind exakte Umgebungsgeräusche und ein perfekter Raumklang spielentscheidend. Selbst im Vergleich mit Over-Ear-Kopfhörern wie den Beyerdynamic „MMX 300“ oder den Teufel „Cage“ können die In-Ears von Hörluchs hier mithalten. Schritte oder das Zoomen und Wechseln von Waffen waren hier sehr exakt zu orten. Einzig die Abschirmung gegen Außengeräusche konnte es nicht mit den „MMX 300“ aufnehmen. Während ihr ein leises Rauschen eures PCs wohl nicht hören werdet, ist das vorbeifliegende Flugzeug oder das Läuten der Kirchenglocken deutlich hörbar. Je fester die Ohrstöpsel sitzen, desto besser schirmen diese auch nach außen ab. Das kann von Ohr zu Ohr jedoch zu einem schlechteren Tragekomfort führen. Ebenfalls können die Ohrstöpsel aus Memory Foam Abhilfe schaffen. Diese sind allerdings erst bei den höherpreisigen Modellen im Lieferumfang enthalten, können jedoch in drei verschiedenen Größen zu je 9,80 Euro pro 10 Stück nachbestellt werden.
 

Fazit

Mit den Gaming-In-Ears „Easy Up“ dürfte Hörluchs der Einstieg in einen noch wenig umkämpften Markt gelungen sein. Mit einem unverzerrten, klaren Klang, ausreichend Bass und einem punktgenauen Raumklang sind die In-Ears ein guter Gaming-Allrounder. Einzig die Außengeräuschisolierung kann mit manchen Over-Ears nicht mithalten. Ebenso könnte das Kabel für manche PC-Setups etwas kurz sein, weshalb fast alle Gaming-Over-Ears über längere Kabel verfügen.

Auch wenn es sich bei diesem Modell um die abgespeckte Version der Profi-Modelle handelt, wird hier für den Preis von 119 Euro eine hohe Qualität geboten, die dem Anspruch von guten Gaming-Kopfhörern meiner Ansicht nach absolut gerecht wird. Für jene unter euch, die nach einer qualitativ gleichwertigen Alternative zu den großen, schweren Over-Ears-Kopfhörern suchen, könnten die „Easy Up“ eine Überlegung wert sein.

Titelbild-Foto: © Hörluchs

Hinweis zur Transparenz: Die „Easy Up“-In-Ears wurden für diesen Produkttest kostenlos von Hörluchs zur Verfügung gestellt.
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Das abnehmbare MMCX-Kabel ist dünn, leicht und durch die Kevlar-Ummantelung  stabil genug für den Gaming-Alltag.
Daniel Gast 15. Juli 2018 - 11:06 — vor 14 Wochen aktualisiert
Drapondur 29 Meinungsführer - - 121080 - 15. Juli 2018 - 11:22 #

Interessanter Artikel! Die Kabellänge könnte wirklich länger sein.

Jac 17 Shapeshifter - P - 7782 - 15. Juli 2018 - 11:37 #

Schöner Artikel und ein spannendes Produkt. Ein Mikro war aber nicht dabei oder habe ich es überlesen?

Daniel Gast 12 Trollwächter - 1042 - 15. Juli 2018 - 17:11 #

Ist leider nicht integriert. Für Gaming würde ich auch immer eher ein separates Standmikro verwenden. Ansonsten gibt’s auch Clipmikros, die auch nur so 10-15 € kosten.

Jac 17 Shapeshifter - P - 7782 - 15. Juli 2018 - 22:57 #

Danke für die Info. Ein zusätzliches Mikro ist für mich immer eine Notlösung, schade, dass keins dabei ist.

Maverick 30 Pro-Gamer - P - 363725 - 15. Juli 2018 - 11:45 #

Danke für den kurzweiligen User-Artikel. :)

euph 25 Platin-Gamer - P - 63791 - 15. Juli 2018 - 11:53 #

Interessanter Test.

Aladan 24 Trolljäger - P - 48781 - 15. Juli 2018 - 15:48 #

Meine HyperX Cloud Flight sind ja selbst nach Stunden noch super bequem und haben einen hervorragenden Spiele-Sound, von daher bleibe ich erst einmal dabei, InEars nur für draußen und den Sport zu nehmen.

Aber danke für den Test, mal gespannt was da noch so kommt.

BruderSamedi 16 Übertalent - P - 5144 - 15. Juli 2018 - 13:30 #

Gibt es gar keine "Fehler melden"-Funktion bei User-Artikeln? "Leuten"->"Läuten"

Maverick 30 Pro-Gamer - P - 363725 - 15. Juli 2018 - 13:40 #

Nein, eine "Fehler melden"-Funktion gibt bei es den User-Artikeln nicht. ;)

ChrisL Unendliches Abo - P - 153325 - 15. Juli 2018 - 15:59 #

Danke für den Hinweis, ist korrigiert.

justFaked 16 Übertalent - 4519 - 15. Juli 2018 - 16:09 #

Soundchip/-Karte des Testsystems wäre noch interessant.

Slaytanic 24 Trolljäger - P - 49048 - 15. Juli 2018 - 17:06 #

Schönen Dank für den Test.

Pro4you 19 Megatalent - 14264 - 15. Juli 2018 - 20:43 #

Was ist denn mit einem unverzerrten Klang gemeint? Und der Punktgenaue Raumklang müsste eigentlich als akkurate Bühnendarstellung umbenannt werden. Nur so nebenbei. Was mich nur wirklich am Test stört ist der Begriff Gaming-InEars. Ein Beyerdynamic DT 990 ist auch kein Gaming-Kopfhörer und wird trotzdem oft fürs spielen empfohlen.

Was mich zudem verwundert ist, wieso nicht auf Geräuschdemmung eingegangen wird - einer der Hauptfaktoren von InEars und dsmit auch Hauptgründe überhaupt so einen, neben dem in der Regel besseren Preis Leistungsfaktor zu nutzen.

Ansonsten seh ich hier nur einen Hersteller der mit dem Branding Gaming paar Euros an Unwissenden dazu verdienen will.

Daniel Gast 12 Trollwächter - 1042 - 15. Juli 2018 - 21:04 #

Ich finde kritisches Feedback immer gut und will da gern drauf eingehen:

Zur Dämmung habe ich sogar einen recht langen Passus geschrieben: „Einzig die Abschirmung gegen Außengeräusche konnte es nicht mit den „MMX 300“ aufnehmen. Während ihr ein leises Rauschen eures PCs wohl nicht hören werdet, ist das vorbeifliegende Flugzeug oder das Läuten der Kirchenglocken deutlich hörbar. Je fester die Ohrstöpsel sitzen, desto besser schirmen diese auch nach außen ab. Das kann von Ohr zu Ohr jedoch zu einem schlechteren Tragekomfort führen. Ebenfalls können die Ohrstöpsel aus Memory Foam Abhilfe schaffen. Diese sind allerdings erst bei den höherpreisigen Modellen im Lieferumfang enthalten, können jedoch in drei verschiedenen Größen zu je 9,80 Euro pro 10 Stück nachbestellt werden.“

Unverziert bedeutet dasselbe wie klarer Klang. Nicht sehr basslastig, nicht zu hoch oder niedrig. Eben so wie sich eine Stimme tatsächlich anhören würde. Nenn es also von mir aus auch realistischer Klang.

Das Label Gaming heften sich viele an, die dafür nicht taugen. Siehe meine Beispiele am Anfang. Sicher wären auch die Hörluchs-Modelle ohne Gaming Branding gut, aber solange sie grundsätzlich geeignet sind, kann man einem Hersteller diesen Zusatz ja nicht vorwerfen. Bisher wurde ich und laut Amazon auch sehr viele andere von diesen Gaming-Modellen eher enttäuscht. Hörluchs war eine Empfehlung von einem Freund, der es wiederum von einem CSGO Streamer weiß. So hab ich mir das angesehen und wollte es testen und sehen, ob das auch nur wieder jemand ist, der 10 € China Kopfhörer mit dem Label Gaming dann teuer verkauft. Ich denke der Test zeigt, dass ich Schwierigkeiten damit hatte hier Kritikpunkte zu finden. Selbst den Preis finde ich verglichen mit anderen guten In Ears normal.

Für die Easy UP sind meine beiden genannten Kopfhörer in der Schublade gelandet und die waren beide teurer als die In Ears. ;) Natürlich stellt so ein Artikel nur meine Sicht dar.

Labrador Nelson 29 Meinungsführer - P - 125285 - 18. Juli 2018 - 15:36 #

Klingt durchaus interessant. Danke für den Test.

Goremageddon 14 Komm-Experte - P - 2350 - 8. August 2018 - 15:07 #

Wirklich schön verfasster Test. Danke dafür. Schon ein Interessantes Produkt muss ich sagen. Mein Headset löst sich allmählich auf und ich überlege schon was es als nächstes werden soll. Da ich in jedem Fall Kopfhörer und Mikro getrennt voneinander haben möchte könnte es testweise vlt ein Hörluchs werden. Interessant finde ich das Konzept in jedem Fall.

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