Future Unfolding: Wie das Wandern durch ein Gemälde User-Artikel

Keine Erklärung – einige Eindrücke

Der Marian / 28. April 2017 - 11:45
Steckbrief
LinuxMacOSPCPS4
2D-Actionadventure
7
Spaces of Play
Spaces of Play
15.03.2017
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Das Indie-Studio Spaces of Play hat mit Future Unfolding einen Titel veröffentlicht, der euch ohne weitere Hinweise direkt ins Geschehen wirft. Das führt zum freien Ausprobieren der Wechselwirkungen und trägt sich über die Erkundung der Spielwelt. Ersteindrücke aus Spielersicht werden euch in diesem User-Artikel präsentiert.
Der Indie-Titel Future Unfolding holt euch nicht mit Erklärungen, einer Anleitung oder gar Tutorials ab – nein, ihr müsst euch dieses Spiel selbst erschließen. Die abstrakte Grafik in Draufsicht, einem Gemälde ähnlich, tut ihr übriges. Der Zugang zu diesem Adventure ist nicht gewöhnlich. Insofern ist auch ein klassischer Artikel wohl nicht sehr passend. Stattdessen lasse ich euch im Folgenden an meinen Gedanken teilhaben, die mir beim Anspielen durch den Kopf gingen – so spoilerfrei wie möglich, so dass dieser Artikel schon wieder zu Ende sein wird, wo das Spiel anfängt Fahrt aufzunehmen.
 

Wo bin ich?

Da stehe ich nun, als einsame Kreatur. Menschlich wie es scheint, die Kontur ist grob. Um mich herum Lichtung, dann Wald. Ein Hinweis – und ein Hase! Ich tue, was der Hinweis mir mitteilt und schon folgt mir der Hase. Der Wald ist schwierig zu durchqueren. Das Unterholz ist dicht. Ich schlage mich durch den Wald. Ringsum sind Felsen. Wo geht es weiter? Ich folge einem Bachlauf.
Dank der Karte weiß ich, wo ich bin.
 

Wie weit bin ich gelaufen? Ich erinnere mich an einen Teil des Wegs nicht mehr. Hier sieht die Welt plötzlich etwas anders aus. Oh, ich zeichne immerhin eine Landkarte nebenbei. So bin ich nicht ganz verloren. Noch ein Hase – auch den bringe ich dazu, mir zu folgen. Aber, was ist das? Rote Wesen! Schmerz! Der Tod? Für immer?
 
Nein, hier bin ich wieder. Nicht am letzten Ort, aber nah. Ich finde einen blauen Kristall. Er ändert die Farbe, als ich ihn berühre. Bald erkenne ich: Der Hase lässt Sträucher wachsen, blitzschnell, wenn ich es denn will. Und schon finde ich noch einen Hasen. Ein treuer Begleiter mehr. Schön.

Irgendetwas ist anders. Die Klänge und Geräusche? Bewegt sich dort etwas? Ich fühle Gefahr! Die Hasen, die mich begleiten wirken nervös, aufgeregt. Was soll ich tun? Ich verstehe noch nicht genug von dieser Welt, um mich zu fürchten.
Ich entdecke einen Teich und eine Art Kristall.
 

Ich bin nicht allein

Es sind nicht nur die Hasen, die mir in dieser verlassenen Welt Gesellschaft leisten. Manchmal steigen aus den Bäumen Vögel auf. Kreisen kurz, ziehen dann davon. Das ist schön. Schlimm sind die Raubtiere. Große Raubtiere! Ich habe keine Chance. Sie erwischen mich. Ich komme wieder. Aber meine Hasenfreunde, die sind weg.
Die Bestie, sie schläft.
 
Ich treffe auf große Kreaturen, friedlich, mit Geweih. Ich nähere mich und springe hinauf. Sie tragen mich, aber ich habe kaum Kontrolle. Ein wenig. Kann ich eines zähmen? Ich lasse das kräftige Tier springen. Bald wirft es mich wieder ab.
 
Die großen Raubtiere: ich muss an ihnen vorbei, um weiter zu kommen. Sie schlafen. Glück oder Plan? Ein größerer Plan, den ich noch längst nicht durchschaue. Der Weg vorbei führt mich in eine Sackgasse. Ich muss einen anderen Weg finden. Diese Richtung sieht vielversprechend aus.
 

Und nun?

Ich erkenne ein Muster.
Diese Welt ist groß. Es zeigen sich mir mehr und mehr wunderbare Dinge: Bäche, Schluchten, Felsen. Manchmal sind die Wege schmal, die Vegetation dicht. Ein anderes Mal öffnen sich mir weite, blühende Ebenen. Es gibt noch so viel zu entdecken. Nicht nur die Welt des Tages, auch die der Nacht. Und die Hasen sind mir auch nicht dauerhaft so treue Begleiter. Sie verlassen mich wieder und manche, in anderen Farben, wollen erst gar nichts mit mir zu tun haben.

Ich finde Zeichen in der Umgebung! Auf was weisen sie hin? Ich denke, ich muss meine begrenzten Fähighkeiten hier einsetzen. Diese Welt scheint viele Geheimnisse zu verbergen. Nun denn, ich sollte wohl versuchen, diese zu entschlüsseln...

An dieser Stelle soll dieser Bericht auch schon zu Ende sein. Mehr Text würde euch zu viel verraten. Future Unfolding ist ein Spiel, auf das ihr euch selbst einlassen solltet, sofern euch das Genre der Walking-Simulatoren mit Umgebungsrätseln ohne viel Erläuterung nicht abschreckt. Diese Rätsel nach und nach zu lösen macht den eigentlichen Reiz aus. Zur Belohnung wird euch dann auch mehr und mehr die Geschichte hinter der Spielwelt eröffnet. Die Atmosphäre ist jedenfalls sehr gelungen und macht zumindest mich neugierig, diese Welt vollständig zu erkunden. Zudem sei euch noch ein Blick auf den Titel in Bewegung in Form des offiziellen Trailers empfohlen (mit Spoilergefahr für einige der Rätsel).
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So weit ich blicke: Blumenwiese.
Der Marian 28. April 2017 - 11:45
MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4881 - 28. April 2017 - 12:52 #

Sehr interessantes Konzept. So spielen kleine Kinder. Sie starren auf eine Blackbox und probieren einfach aus, was passiert. Die Neugierde ist der Antrieb.

Steffi Wegener 16 Übertalent - 4196 - 28. April 2017 - 14:40 #

Auch ich habe vor kurzem reingeschaut. Versinke ich doch gerne in solchen Welten. Aber scheinbar braucht es bei mir die Ego-Perspektive, dieses Mittendrin-Gefühl. Ich habe durchaus die Eindrücke gehabt wie oben beschrieben, aber gepackt hat es mich leider nicht.

immerwütend 22 AAA-Gamer - 31895 - 28. April 2017 - 16:29 #

Hab mir mal die Lesebrille aufgesetzt - wurde aber nicht besser...^^

Der Marian 20 Gold-Gamer - P - 22282 - 1. Mai 2017 - 17:55 #

Noch als Nachtrag eine Anmerkung von mir als Autor:
Der Text in dieser Form ist ein Experiment, die Spieleindrücke mal anders zu beschreiben. Dieses Spiel lebt vom Entdecken und Experimentieren, daher schien mir ein klassischer Indie-Check dem nicht angemessen. Ich würde mich insofern über weiteres Feedback freuen.

immerwütend 22 AAA-Gamer - 31895 - 2. Mai 2017 - 14:10 #

Der Text ist ja durchaus angemessen... aber das Spiel (?) juckt mich noch immer nicht.^^

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