Ein Erfahrungsbericht

Dungeon of the Endless: Die Lernkurve des Genremix' User-Artikel

Der Marian 30. September 2016 - 11:11
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Dunkle, mit Gift befüllte Räume machen es einem nicht leichter.
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Partie 3 bis 6: Rasantes Lernen

Die folgenden Partien fühlen sich dann nach und nach deutlich flüssiger an, nachdem sich nun die ersten harten Lerneffekte für mich eingestellt haben. Ich trenne nun die Helden, schicke einen vor zum Kundschaften neuer Räume und locke die Gegner zu gut verteidigten Engpässen zurück. Trotz allem ist mein Verständnis noch nicht tiefgreifend genug, um einige Anfängerfehler zu vermeiden. So suche ich den kürzesten Weg zum Ausgang, wodurch mir dann Ressourcen durch nicht geöffnete Türen fehlen – ein ganz klassischer Tradeoff in Roguelikes zwischen dem Risiko etwas Gefährliches und der Chance etwas Wertvolles zu finden.

Durch die Kombination von bedächtlichem, rundenbasiertem Vorgehen und den Echtzeitkämpfen schleicht sich in der Echtzeit-Hektik auch immer noch der ein oder andere fatale Verklicker ein, der mich einige Partien kostet. Dafür komme ich wenigstens konstant bis auf Ebene 3 in diesen Spielen. Immerhin. Meine Strategien zur Verteidigung werden ausgefallener und ich gehe weitsichtiger mit den knappen Ressourcen um. Es wird aber erst nach der sechsten Partie so weit sein, dass mir eine wirklich wichtige Spielmechanik ins Auge fällt.

Partie 7 bis 11: Ach, es gibt Stufenaufstiege?

Ja, sechs Partien lang übersehen und dann begeistert als entscheidendes Spielelement entdeckt. Die Helden können also mittels Nahrung eine Stufe aufsteigen, dabei besser werden und neue Fähigkeiten erhalten. Das macht insofern einen großen Unterschied, da ich nun deutlich besser mit den späteren Gegnern mithalten kann. Leider birgt diese Mechanik auch einen Entscheidungskonflikt zwischen Stufenaufstieg und dem Heilen nach Kämpfen, die die gleiche Ressource verbrauchen. Hier zeigt sich schnell, dass es Erfahrungssache ist, dabei die richtige Balance zu finden.

Im achten Spiel treffen ich dann auch erstmals auf einen rekrutierbaren Helden, einen Koch. Auch das macht das Ganze noch einmal einfacher, habe ich doch nun durch mehrere unterschiedliche Helden auch mehr taktische Optionen. Interessanterweise erkenne ich auch dadurch erst den Mehrwert, das Spiel in den Echtzeitgefechten pausieren und neue Befehle verteilen zu können.

Da die im Spiel neu rekrutierten Helden drei Ebenen im Team überleben müssen, um dauerhaft verfügbar zu sein, braucht es noch bis Partie Nummer Elf, dass ich erstmals einen neuen Helden vom Start weg auswählen kann. Dadurch bieten sich mir noch mehr strategische Optionen. Nun stellt sich ein wirklich erfahreneres Spielgefühl ein und ich schaffe es bis auf Ebene 7. Ein großer Sprung zu den vorherigen Partien und ein echtes Erfolgserlebnis.
Eine Unachtsamkeit und schon eine weniger.
immerwütend 22 AAA-Gamer - 31895 - 30. September 2016 - 11:20 #

Respekt für den gelungenen Versuch, aber meinem Geschmack entspricht dieses Spiel nur so überhaupt nicht.

Faerwynn 19 Megatalent - - 15681 - 30. September 2016 - 11:27 #

Was genau denn nicht? Würde mich mal interessieren, da es für mich eins der Spiele aus den letzten Jahren ist, die ich mit am längsten noch in meiner Steam-Library halte und immer wieder spiele.

immerwütend 22 AAA-Gamer - 31895 - 30. September 2016 - 11:33 #

Ich baue gerne Dinge auf, die sich dann stetig verbessern - dieses Spiel kommt mir eher vor wie ein SimCity, über das regelmäßig Katastrophen hereinbrechen. ;-)

Faerwynn 19 Megatalent - - 15681 - 30. September 2016 - 12:35 #

Zumindest für mich fühlt es sich nicht so an, es ist ja kein Aufbauspiel, du versuchst von Punkt A zu Punkt B zu kommen und den Weg abzusichern, mit Verteidigung, die du dir dafür erstellst und umbaust.

Aber es ist eben ein Roguelike, sterben gehört zum Spaß und es ist Teil des Spiels von vorne anzufangen - du schaltest ja aber immer wieder Sachen frei, für weitere Durchgänge.

McSpain 21 Motivator - 29181 - 30. September 2016 - 12:42 #

Bin da ähnlich gestrickt wie immerwütend. Mich demotivieren aber Roguelikes immer schon. Einfach nicht meine Art von Spiel(system).

Drugh 16 Übertalent - P - 5483 - 30. September 2016 - 19:54 #

Dito. Ich ziehe immer speichern-scheitern-laden-nochmal Runden bei fast allen Spielen dem versuchen-sterben-etwas besser verstanden-nocheinmalvonvorne Ansatz vor. Aber danke für die Erklärung, wie man sich immer weiter in die Tiefe vorarbeiten kann.

Ich frage mich nur, ob das Ganze ein Selbstzweck ist oder man auch das Spiel "gewinnen" kann?
Bei einem wirklich endlosen Dungeon würde ich mit Sicherheit demotiviert das Spiel beenden. Ähnlich Endless Runner Spielen, die mochte ich auch noch nie...

Der Marian 21 Motivator - - 27174 - 30. September 2016 - 20:00 #

Man kann hier das Spiel beenden nach einer fixen Anzahl an Ebenen. Es gibt aber inzwischen auch einen (ich glaube freischaltbaren) Endlosmodus.

Noodles 24 Trolljäger - P - 66480 - 4. Oktober 2016 - 0:02 #

Geht mir genauso. Nur FTL konnte mich irgendwie total begeistern.

Faerwynn 19 Megatalent - - 15681 - 30. September 2016 - 11:20 #

Sehr guter Artikel - ganz genau die Punkte weswegen ich dieses Spiel für außergewöhnlich gut halte und es seit langer Zeit immer wieder für eine Partie spiele. Oder zwei... oder drei... :)

doom-o-matic 17 Shapeshifter - P - 8322 - 30. September 2016 - 11:33 #

Hmmm, is in meiner Steam Library aber hab ich noch nichtmal runtergeladen. Sollt ich mir mal anschauen.

Can1s 15 Kenner - 3455 - 30. September 2016 - 12:49 #

Noch ein kleiner Hinweis.
Durch die Kombination von bestimmten Helden kann man noch zusätzliche Boni frei schalten.

Der Marian 21 Motivator - - 27174 - 30. September 2016 - 13:01 #

Nicht nur Boni, kann auch Nachteile zum Bonus bringen.

Fingorn (unregistriert) 30. September 2016 - 13:17 #

Super Artikel. War auch so ähnlich meine Erfahrung in den ersten Runden.

Michel07 (unregistriert) 30. September 2016 - 14:37 #

Dieses Spiel wirkt optisch auf mich abstossend.Das sieht einfach grauenhaft aus.

keimschleim (unregistriert) 30. September 2016 - 18:51 #

Sieht auf den Screenshots wirklich nicht hübsch aus. In Bewegung ists dann aber auszuhalten ;)

bluemax71 16 Übertalent - - 5734 - 30. September 2016 - 15:35 #

Danke für den interessanten Bericht. Du hast es geschafft mich neugierig auf das Spiel zu machen. Mal sehen vielleicht probiere ich es mal aus.

Der Marian 21 Motivator - - 27174 - 1. Oktober 2016 - 14:25 #

Sehr gerne. Einen Versuch ist es Wert, wenn man dem gelegentlichen Frust durch den Zufallsgenerator nicht abgeneigt ist ;)

Claus 30 Pro-Gamer - - 314587 - 30. September 2016 - 17:32 #

Vielen Dank für diesen schönen Artikel!
:)

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 149470 - 30. September 2016 - 18:06 #

Schöner Artikel. Definitiv nicht mein Spiel. :)

CBR 20 Gold-Gamer - P - 24858 - 30. September 2016 - 22:26 #

Danke für den schönen Erfahrungsbericht, der das Spiel für mich sehr gut greifbar macht.

Slaytanic 24 Trolljäger - - 59462 - 30. September 2016 - 22:42 #

Gelungener Artikel zu einem von mir verschmähten Genre.

De Vloek 15 Kenner - 3300 - 1. Oktober 2016 - 2:04 #

Hm, das Spiel hatte ich garnicht auf dem Schirm. Daher erstmal danke für den gelungenen Artikel.
Da FTL eins meiner Lieblingsspiele ist, und anscheinend recht ähnlich ist, vermute ich mal dass DOTE mir auch zusagen könnte.

Der Marian 21 Motivator - - 27174 - 1. Oktober 2016 - 14:27 #

Würde ich auch vermuten. Den gelegentlichen Frust, dass eine Partie durch Zufall mies wird, hat man ja in FTL auch.

John of Gaunt 27 Spiele-Experte - 78100 - 1. Oktober 2016 - 13:48 #

Hab das mal in einem Free Weekend bei Steam ausprobiert, und war und bin irgendwie hin und hergerissen. Sehr faszinierend ist es in jedem Fall, und es ist toll, dass man mit jeder Partie, die man angeht, einen Fortschritt bei sich feststellen kann, weil man immer was neues lernt oder Möglichkeiten zur Verbesserung findet. Mich hat das damals motiviert, es immer wieder zu probieren. Gleichzeit fand ich es aber auch wahnsinnig frustrierend, da es wie ich fand sehr stark vom Zufall abhängt, ob man weit kommt oder nicht, und man manchmal absolut keine Chance hat, auch wenn man keinen Fehler macht. Hat dann der Motivation gerne mal einen Schlag versetzt. In meinen Augen auf jeden Fall ein besonderes Spiel.

Danke für den schönen Artikel!

Der Marian 21 Motivator - - 27174 - 1. Oktober 2016 - 14:28 #

Der Zufall lässt sich nur durch bewusste Risikoeinschätzung und -minimerung bekämpfen. Bar Pech mit einer Partie kann man immer mal haben.

John of Gaunt 27 Spiele-Experte - 78100 - 1. Oktober 2016 - 15:46 #

Ja, das stimmt vermutlich. Aber da war ich dann sicher nicht vertraut genug mit den Mechaniken in der relativ kurzen Zeit, die ich es probiert habe, um das korrekt abschätzen zu können ^^ Waren glaube ich nur drei Stunden oder so.

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 68232 - 2. Oktober 2016 - 0:25 #

Ja, ich denke, 3 Stunden reichen da nicht, man braucht schon mehr. Es gibt viele kleine Kniffe, dazu braucht man bestimmte Erfahrungswerte (welche und wieviele Produktionsgeneratoren, welche Forschung bringt mir was, und lohnt sie sich? usw.).

Ich glaube, ein sehr erfahrener Spieler wird in 9 von 10 Partien sehr weit kommen. Der Zufallsfaktor ist imho auch geringer als bei FTL, wo Laserwaffen sehr entscheidend sein können, wann kriegt man sie usw.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 40589 - 1. Oktober 2016 - 14:59 #

Der bisher am Besten geschriebene Artikel. Auch der Ansatz gefällt mir. Klasse!

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 68232 - 2. Oktober 2016 - 10:09 #

Klasse Artikel/Erfahrungsbericht, vielen Dank! Mir einigen Abweichungen ging es mir ähnlich. Habe direkt auf dem höchsten SG gespielt und sozusagen nicht mehr aufgehört bis ich durch war. Am Endless Day habe ich es dann auf normal gespielt für die Belohnungen, das War dann total easy. Risikomanagenent und Positionierung sind das A und O.

Für mich eines der besten Spiele der letzten Jahre. Imho setzen die Designer alles, was sie wollten, ziemlich perfekt um. Absoluter Toptitel.

Freue mich sehr, dass er es in den Wettbewerb geschafft hat und danke auch auchfür den Link :)

Maverick 30 Pro-Gamer - - 668396 - 2. Oktober 2016 - 19:02 #

Gut geschriebener Artikel, hat Spass gemacht zu lesen. ;)