Deep Rock Galactic User-Artikel

Die 7 Zwerge auf Steroiden

Johannes / 20. Februar 2021 - 11:46 — vor 4 Tagen aktualisiert
Steckbrief
PCXOne
Action
Egoshooter
16
Ghost Ship Games
28.02.2018
Link

Teaser

Muskelbepackte Männer, die Rockmusik hören, Bier trinken, im Bergwerk Mineralien abbauen und riesige Spinnen töten. Hört sich nach Spaß an – und das mit Recht.
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Wenn das Wetter über der Erde zu deprimierend und draußen dank erneut verlängertem Lockdown ohnehin nichts los ist, möchte man manchmal am liebsten den Kopf in den Sand stecken. Oder man eskaliert das Vorhaben ein paar Stufen weiter nach oben und begibt sich gleich unter Tage, denn dort wartet eine gehörige Ladung Action – wie etwa im Mehrspieler-Shooter Deep Rock Galactic (im Spiele-Check), den ich in den vergangenen Tagen für ein paar Abende ausprobiert habe.
 

Hey ho, hey ho, wir sind vergnügt und froh!

Als Schneewittchen auf der Flucht vor ihrer bösen Stiefmutter in einer Hütte Unterschlupf suchte und es sich in den dortigen Betten gemütlich machte, waren die Bewohner gerade nicht anwesend. Sie waren bei ihrer Arbeit im Tagebau – die nach Darstellung von Deep Rock etwas brutaler war als im Märchen beschrieben. Statt sieben steuern wir hier bis zu vier Zwerge durch eine Reihe unterschiedlicher Missionsarten. Wir müssen dabei auch nicht bloß Gestein abbauen. In den computergenerierten Höhlen wimmelt es von mörderischen Riesenspinnen und anderen Insekten, die sich uns in die Quere stellen. Dementsprechend sind unsere Zwerge nicht bloß mit Spitzhacken und Grubenhelmen ausgerüstet, sondern haben auch noch eine Reihe an Waffen und Ausrüstung dabei.

Zunächst können wir uns für eine von vier Klassen entscheiden und bekommen dementsprechende Ausrüstung und Fähigkeiten verliehen. Der Scout ist zum Beispiel etwas schneller als die anderen unterwegs und kann sich per Enterhaken durch die Welt bewegen. Der Engineer hat die Möglichkeit, Plattformen zu bauen. Wer gerne nicht lange fackeln will, kann sich direkt mit einem riesigen Bohrer durch die Wände graben. Ich bin normalerweise als Schütze unterwegs und als solcher mit Gatling-Gun und Pistole ausgestattet. Zudem habe ich die Möglichkeit, Ziplines zu spannen, an denen meine Mitspieler und ich runter, aber auch hochfahren können (zweiteres ungefähr im Tempo eines Treppenlifts).
 

Die Arbeit und das Vergnügen

Es gibt mehrere verschiedene Arten von Biomen, die wir uns für unsere Mission aussuchen können. Die Palette erstreckt sich von klassischen Höhlen über Eiswüsten bis hin zu mit Dornenranken überwucherten Pflanzenwelten. Jedes Biom hat bestimmte Eigenheiten und Tücken. In den Eiswelten kommt zum Beispiel zwischendurch mal ein Schneesturm auf, sodass wir uns in heiße Quellen verziehen müssen, um nicht zu erfrieren. Gerade dadurch lohnt es sich, alle verschiedenen Welten zumindest einmal auszuprobieren. Haben wir uns für ein Biom entschieden, müssen wir noch eine Missionsart auswählen. So können wir zum Beispiel einfach die Höhle erkunden und dort bestimmte Objekte einsammeln, unterirdische Pipelines verlegen und instand halten, während die Gegner über sie herfallen oder einen motorisierten Bohrer (den „Drilldozer“) eskortieren und beschützen. Ist das erledigt, geht es in die Transportkapsel und ab unter die Erde.

Unter Tage angekommen, müssen wir natürlich unsere Missionsziele im Blick behalten. Aber auch die tatsächliche Arbeit im Bergbau darf nicht vernachlässigt werden, denn in den Höhlen gibt es eine Menge verschiedener Materialien abzubauen. Für mitgebrachtes Gold lassen sich nach der Mission unsere Waffen und Ausrüstung upgraden, Galactic Red Sugar (rot leuchtende Kristalle) stellt unsere Lebensenergie wieder her und für genug mitgebrachtes Nitra lässt sich Munitionsnachschub ordern. Teamwork ist essenziell: einmal, um bestimmte Orte innerhalb der Höhlen zu erreichen, aber auch, um den immer wieder aufkommenden Gegnerwellen Herr zu werden. Hat es doch mal einen von uns erwischt (und mit „einen von uns“ meine ich im Großteil der Fälle mich selbst), können seine Mitspieler*innen ihm wieder auf die Beine helfen. Erst wenn alle vier am Boden sind, gilt die Mission als gescheitert und wir müssen von vorne beginnen, eventuell auf einem niedrigeren Schwierigkeitsgrad. Wenn wir unsere Missionsziele dagegen erfüllt haben, holt das Management zunächst das eigene Equipment ab. Für das Personal gibt es dann eine gesonderte Rettungskapsel, die sich auch gerne mal am anderen Ende der Map befindet und sprintend innerhalb von ein paar Minuten erreicht werden muss. Für erfolgreich absolvierte Missionen gibt es erstens Skills und zweitens mittelfristig auch neue Waffen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich persönlich finde, mit einem Flammenwerfer ist einer Horde mörderischer Spinnen schon ganz gut beizukommen.
 

Glück auf!

Was mir an Deep Rock Galactic besonders gefallen hat, ist seine liebevolle Gestaltung. So können wir in der Kommandozentrale zusammen Bier trinken (was uns einen Buff für die nächste Mission gibt) und dann gibt es da noch die Jukebox. Wenn die nämlich eingeschaltet ist, müssen unsere Zwerge in ihrer Nähe automatisch das Tanzbein schwingen. Und der Anblick von Bergarbeitern, die entweder Squaredance tanzen oder Luftgitarre spielen, ist schon sehr erheiternd, kann ich Euch sagen. Die Sprüche, die unsere Zwerge mit Tom DeLonge-Gedächtnisdialekt raushauen, werten die Spielerfahrung weiter auf. Gerade dadurch bin ich persönlich bereit, dem Spiel bestimmte Bugs und hin und wieder vorkommende Glitches oder das Fehlen einer tiefgehenden Story zu verzeihen. Deep Rock Galactic ist kein Meisterwerk oder auch nur ein Meilenstein, aber für ein paar unterhaltsame Abende mit Freunden kann ich es doch empfehlen.
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Bei Left 4 Dead hätte man gesagt: „Sie kommen!“
Johannes 20. Februar 2021 - 11:46 — vor 4 Tagen aktualisiert
Easy_Frag 15 Kenner - P - 3151 - 20. Februar 2021 - 13:08 #

Macht echt Laune!

Man brauch nur ein Paar Kollegen zum zocken dann macht es noch mehr Spaß. Ähnlich wie in Borderlands.

Moriarty1779 16 Übertalent - P - 5427 - 20. Februar 2021 - 14:44 #

Ich würde sogar sagen: grundsätzlich macht zocken am meisten Spaß in der geselligen Runde. Schade, dass es immer weniger Couch Co-op gibt...

Faerwynn 18 Doppel-Voter - - 11897 - 20. Februar 2021 - 16:04 #

Woran machst du das fest? Ich behaupte das Gegenteil. :)

Toxoplasmaa 19 Megatalent - - 13114 - 20. Februar 2021 - 19:47 #

Ich würde sagen, dass hängt aber sehr stark am Spiel, meiner Laune und der Laune der Mitspieler ab. Vielleicht will ich ja einsam und allein durch die Weiten der Galaxie in Elite Dangerous reisen und bloß keine Immersions killenden Voice over IP Kontakte haben, oder hab keine Lust auf kompetitive Age of Empires Matches sondern will mutterseelenallein in Anno vor mich hin bauen. Es gibt natürlich Spiele die geradezu gemacht sind um sie mit Mehreren zu daddeln.

Goremageddon 15 Kenner - P - 3428 - 23. Februar 2021 - 7:59 #

Wohl war. Leider ist es aber gar nicht mehr so einfach mehrere Leute zusammenzubekommen die gleichzeitig Zeit und Lust haben. Immerhin auf meine Frau ist Verlass aber wirklich mit mehreren klappt es eher selten.

Q-Bert 21 Motivator - - 25391 - 20. Februar 2021 - 16:30 #

Knackiger Spielecheck! Danke :]

Muffinmann 17 Shapeshifter - - 7046 - 20. Februar 2021 - 19:13 #

Sehr gut Danke :)

rangerbbg 06 Bewerter - P - 76 - 21. Februar 2021 - 17:50 #

Ich kann das Spiel tatsächlich auch nur empfehlen...es hält einen lange bei Laune und gerade mit Freunden macht das echt Spaß.
Einziger Wermutstropfen, Missionen sind meist unterschiedlich obwohl man mit den gleich Leuten in einer Gruppe spielt...das heißt Fortschritte in den einzelnen Kategorien dauern echt lang...

SupArai 22 AAA-Gamer - P - 35978 - 21. Februar 2021 - 23:25 #

Ich habe Deep Rock Galactic nach meinem Check auch noch (ich weiß nicht mehr wie viele) Stunden weitergespielt.

Aber dann hat es mir ganz plötzlich gereicht. Das Spiel wurde mir echt schlagartig zu langweilig und die Zufälligkeit der Drops und Events hat mich tierisch genervt. Ich habe schon alle Zwerge hochgelevelt um die Upgrades auch nutzen zu können, Beförderungen durchgeführt, das Ausrüsten kostet dann aber echt Unmengen an Ressourcen. Das fühlte sich nicht mehr nach spannendem Progress sondern Tretmühle an.

Ein gutes Koop-Spiel, dem es an einem übergeordneten Konzept und inhaltlicher Vielseitigkeit mangelt. Selbst neue Biome oder Missionen, die bald kommen sollen, reizen mich nicht. Aber viele Stunden einfachen Spaß hatte ich bis zum "Burnout" definitiv! :-)

Edit: Meine Erfahrungen im Random-Multiplayer (ich habe es auf PC im Game Pass gespielt) sind übrigens sehr gut. Selbst haarige Missionen wurden durchgezogen, Wiederbelebungen an ungünstigsten Stellen vorgenommen und auch bei verlorenen Partien wurde das Spiel nicht einfach beendet.

Bisschen mehr Abstimmung per Text-Kommunikation (Chat) hätte ich mir gewünscht, aber mein Eindruck war, dass die meisten Spieler keine Lust aufs tippen haben oder wahrscheinlich mit Controller an der Xbox gespielt haben.

Easy_Frag 15 Kenner - P - 3151 - 22. Februar 2021 - 10:02 #

Ja so ging es mir auch. Da fehlt etwas mehr Kontent im Endgame bzw dauert es teilweise zu lange. Aber positiv ist das immer neue Updates kommen.

SupArai 22 AAA-Gamer - P - 35978 - 22. Februar 2021 - 19:23 #

Die Updates müssen das Hauptspiel aber auch unbedingt um neue spielerische Inhalte erweitern, neue Mission oder Biome reichen mir da wahrscheinlich nicht.

Es braucht mehr Quests, die zu absolvieren sich lohnt. Derzeit gibt's zum Beispiel (falls sie das nicht geändert haben) nur die wöchentliche Questreihe. Warum gibt es keine Dailies? Die Tiefenexpedition fand ich nun auch nicht so prickelnd wie erhofft - eigentlich dasselbe in Grün, nur kostet es mehr Zeit am Stück.

Ich habe die Roadmap spontan nicht im Kopf, aber ich erinnere mich an nichts umwerfendes. Wobei die Station noch einiges an Platz hergibt, den DLCs nutzen können.

Vielleicht ist die Erweiterung, wie ich sie für mehr Spielspaß bräuchte, aber auch garnicht möglich für das Studio und Depp Rock Garantie ist derzeit genau das, was der Titel sein möchte: Ein kleiner, launiger und kultiger kooperativer Multiplayershooter.

jqy01 15 Kenner - 3702 - 22. Februar 2021 - 17:07 #

Also bzgl. des Multiplayers kann ich nur zustimmen: Um das Spiel gibt es einen absolut nette Community. Ich habe ja nun auch ein paar Stunden auf dem Buckel und die negativen Erlebnisse kann ich wirklich an einer Hand abzählen.

In der Regel hilft man sich gegenseitig und hilft auch Neulingen. Das ist wirklich positiv.

Dass das Spiel nach einer Zeit ein wenig monoton wird ist wohl so. Für mich ist das aber so ein klassisches "Zwischendurchspiel" das spielt man mal ein paar Tage um es dann ein paar Monate liegen zu lassen.