Curse of the Dead Gods User-Artikel

Früher Spielspaß

ChrisL / 5. Juli 2020 - 13:38 — vor 16 Wochen aktualisiert

Teaser

Im März startete der Early Access von Curse of the Dead Gods. Die frühe Version des Roguelikes ist bereits jetzt gut spielbar und bietet viel Inhalt – Grund genug, den Titel näher zu betrachten.
Das Spielprinzip von Curse of the Dead Gods des französischen Entwicklerstudios Passtech Games ist schnell erklärt und ähnelt vergleichbaren Vertretern des Roguelike-Genres wie zum Beispiel Hades (in der Preview): Ihr betretet einen Tempel und versucht, möglichst weit in dessen Innerstes vorzudringen. Neben unterschiedlichen Arten von (Elite-)Gegnern und Bossen, verfügen die Umgebungen über Fallen, die euch einerseits das Leben schwer machen, andererseits jedoch auch gegen die Feinde eingesetzt werden können.

Je weiter ihr während einer Partie vorankommt, desto stärker werden nicht nur die Widersacher, sondern auch ihr selbst. So warten zum Beispiel in Truhen bessere Waffen auf euch, darüber hinaus könnt ihr an Schreinen das gesammelte Gold investieren, um beispielsweise eure Gesundheit, euren Schaden oder die Wahrnehmung, durch die ihr mehr Gold erhaltet, zu erhöhen.

Wie üblich für das Genre geht der Großteil eures Fortschritts verloren, sobald die Spielfigur stirbt, was sehr schnell passieren kann, da euch jeder Treffer zusetzt. Einzig die bis dahin gesammelten Kristallschädel behaltet ihr, die ihr wiederum in dauerhafte Boni investieren könnt. Auch das ist nichts Neues oder Besonderes, da nahezu jedes Spiel dieser Art diese Funktion bietet.

Nach jedem Raum könnt ihr euch entscheiden, wie es weitergeht: Soll euch nach der nächsten Auseinandersetzung ein Relikt als Belohnung erwarten, möchtet ihr Gold für Verbesserungen einsammeln oder Zugriff auf eine (vielleicht bessere) Waffe erhalten? Allerdings solltet ihr nicht ausschließlich auf die kommende Kammer achten, da sich eure Entscheidung auch auf den weiteren Weg auswirkt. So kann es passieren, dass ihr im nächsten Raum zwar eine Waffe erhaltet, euch dafür jedoch auf dem noch zu absolvierenden Abenteuer die Räume mit Relikten oder Gold verwehrt bleiben.

Unterteilt sind eure Abenteuer in kurze, mittlere, lange und schwere Erkundungen. Die jeweils Folgende könnt ihr erst angehen, nachdem ihr die Stufe davor erfolgreich abgeschlossen habt, was das Bezwingen des jeweiligen Bosses bedeutet. Wer möchte, kann auch Modifikatoren anwenden.
before
after
Die Fackel ist ein wichtiger Gegenstand. Neben der Möglichkeit, Widersacher in Brand zu stecken und erloschene Feuerstellen zu aktivieren, deckt ihr Lichtschein vor euch liegende Fallen auf.
 

Atmosphärische Umgebungen

Tempel oder -Ruinen sind in der Spielelandschaft nichts Besonderes, dienen sie doch immer wieder aufs Neue als Schauplätze. Verwunderlich ist das nicht, schließlich ermöglichen diese Orte den Entwicklern, etwas Mysteriöses und Mystisches zu implementieren.

In Curse of the Dead Gods gelingt das sehr gut: Die Tempel verfügen im Großen und Ganzen über jene Atmosphäre und Gestaltung, die ich mir beim Betreten und Erkunden solcher Anlagen für ein Spiel wünsche. Mit Stand vom Anfang Juli existieren zwei Tempelanlagen: Der Jaguar-Tempel, der von Beginn an spielbar war, und der Schlangen-Tempel, der einige Monate später folgte. Während euch im Erstgenannten unter anderem Boden-, Feuer- und Sprengfallen erwarten, müsst ihr im Zweitgenannten auf Speere, die aus den Wänden schießen, und Flächen mit giftigen Dämpfen achtgeben.

Überall sind uralte Vasen und Steinplatten zu sehen, es gibt geheime Räume, Statuen, Opfer-Altare und vieles mehr. Kurz, was man halt „in geheimnisvollen Tempeln so erwartet“ – Indiana Jones würde sich bestimmt wohlfühlen.

Nicht überraschend fallen auch die Gegnertypen unterschiedlich aus, die wohlklingende Namen wie Gemahlinnen des Todes, Gruftschrecken, Kopflose Wächter, Schlangenkultisten oder Titanenschädel tragen. Jeder Feind verfügt über ein oder mehrere Angriffsmuster, die euch sowohl aus der Ferne als auch in der direkten Konfrontation (ordentlich) zusetzen können.
Truhen könnt ihr nicht nur nach einem Kampf öffnen, sondern auch währenddessen. Die enthaltenen Waffen oder Relikte könnt ihr inspizieren und gegebenenfalls anlegen, wofür das Spiel pausiert.
 
Gameplay-Trailer
Im offiziellen YouTube-Kanal des Publishers Focus Home Interactive könnt ihr euch mehrere Videos zu Curse of the Dead Gods anschauen und euch so einen Eindruck vom Gameplay oder der Grafik verschaffen. Unter anderem stehen zur Verfügung:

Gelungen: Kämpfen, Ausweichen, Parieren

Während die Scharmützel im Götter-Roguelike Hades in der Regel sehr schnell und hin und wieder auch hektisch ablaufen – ihr seid ständig auf der Flucht, da die Gegner meist flink und aggressiv sind –, geht es in Curse of the Dead Gods etwas gemächlicher zu, was ich als angenehm empfinde. Zwar bewegen sich die Tempel-Bewohner natürlich auch auf euch zu, aber – Ausnahmen bestätigen die Regel – eher langsam, sodass euch mehr Zeit für Angriffe und die weitere Vorgehensweise zur Verfügung bleibt.

Im Auge behalten solltet ihr zudem stets die Ausdauerpunkte, die zum Beispiel für die immens wichtige Ausweichrolle benötigt werden. Ebenso äußerst hilfreich ist das Parieren, für das wie auch in anderen Spielen ein nur kurzes Zeitfenster zur Verfügung steht und das ihr von Beginn an üben solltet.

Habe ich in den höherstufigen Levels von Hades eher das Gefühl, während meiner ständigen Flucht vor den Gegnern nur „irgendwie“ reagieren zu können – was nicht sehr effektiv ist – läuft es beim hier vorgestellten Roguelike anders ab: Ich habe jederzeit die Kontrolle über die Kämpfe und kann entscheiden, wen und wie ich angreife. Gehetzt fühlte ich mich bislang zu keinem Zeitpunkt.

Die Bossbegegnungen verdienen diese Bezeichnung, sowohl hinsichtlich ihres Designs als auch auf die Kämpfe selbst bezogen. Hervorzuheben ist hierbei, dass auch diese Auseinandersetzungen – so wie auch im restlichen Spiel – nie unfair sind. Wenn ihr Schaden erleidet oder sterbt, dann deshalb, weil ihr Fehler gemacht habt oder schlicht unachtsam gewesen seid. Generell ist mein Eindruck, dass sich die Schwierigkeit der Bosse dem fortlaufenden Anspruch gut anpasst.

Am Ende eines jeden Runs wird euch eine Statistik präsentiert, die zum Beispiel die Anzahl der „perfekten Räume“ (jene, die ihr ohne Schaden überstanden habt), die Summe des gesammelten Goldes oder auch die Spielzeit und den Fortschritt in Prozent enthält.
Auswahlbildschirm für eine gefundene Waffe. Um problemlos vergleichen zu können, wird jeweils rechts daneben das aktuell ausgerüstete Item angezeigt.
 

Mit Flüchen kämpfen

Werdet ihr von den Bewohnern der Katakomben im Kampf verletzt, wird der Grad der Verderbtheit erhöht. Da das für geübte Spieler, die sich nicht treffen lassen, jedoch zu einfach wäre, geschieht Selbiges auch bei jeder Tür, die ihr durchschreitet, um in den nächsten Raum zu gelangen. Zwar könnt ihr die erhaltene Verderbtheit durch gewisse Hilfsmittel reduzieren, eine gänzliche Herabsetzung ist jedoch nicht möglich.

Übersteigt die Verderbtheit früher oder später einen bestimmten Wert, kommt – wie es der Name schon mehr als deutlich macht – eines der Hauptmerkmale von Curse of the Dead Gods zum Tragen, denn in diesem Fall werdet ihr mit einem Fluch belegt. Je näher ihr dem Endboss kommt oder je mehr Schaden ihr erleidet, desto mehr Flüche lasten auf euch (pro besiegtem Boss könnt ihr einen Fluch eurer Wahl entfernen).

Keiner dieser Nachteile wirkt sich derart ungünstig aus, dass ein Weiterkommen deutlich erschwert wird. Darüber hinaus bieten die Flüche auch „Vorteile“. Dennoch müsst ihr vorsichtiger werden, wenn ihr erfolgreich sein wollt. So existiert zum Beispiel der Fluch, dass sich in Truhen mehr Gold befindet, ihr jedoch gleichzeitig auch Verderbtheit erhaltet. Auch können getötete Gegner explodieren, was natürlich sehr hilfreich sein kann, in kleineren Räumen jedoch zur großen Gefahr wird. Momentan existieren 25 Flüche sowie ein „finaler Fluch“, den ihr erhaltet, wenn alle vier „Fluch-Plätze“ belegt sind.
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Hin und wieder stoßt ihr auf Räume, die zum Beispiel besonders viel Gold enthalten, jedoch durch eine brüchige Wand versperrt sind. Ohne eine schwere Zweihandwaffe könnt ihr diese nicht zerstören, sodass ihr auf die Feinde angewiesen seid.
 
Drapondur 30 Pro-Gamer - - 143486 - 5. Juli 2020 - 11:32 #

Klingt extrem interessant aber Roguelike ist nicht so meins. In einem Sale würde ich mir das vielleicht mal anschauen. Danke für den informativen Artikel!

ChrisL Unendliches Abo - P - 188452 - 5. Juli 2020 - 17:52 #

Aktuell ist es im Sale ... ;)
11,99 Euro: https://store.steampowered.com/app/1123770/Curse_of_the_Dead_Gods/

bsinned 17 Shapeshifter - 8074 - 5. Juli 2020 - 12:36 #

Hab mir das erst letztens im Steam-Sale gekauft und es ist tatsächlich das erste Spiel, das ich bei Steam auch zurückgegeben hab.

War mir einfach rundum zu stressig. Hab da gleich von Anfang an so beknackte Flüche abbekommen (zB Türen öffnen sich nur für je 300g - und das nach dem allerersten Spielstart?), dass es mir nach kürzester Zeit vergangen ist.

Technisch lief das alles sehr rund und bot keinen Grund zur Klage. Für den Rest fehlt mir einfach die Muße.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10187 - 5. Juli 2020 - 13:02 #

War ist wohl RNG-Pech.

ChrisL Unendliches Abo - P - 188452 - 5. Juli 2020 - 17:17 #

Hmm, von solch einem Fluch lese ich zum ersten Mal; seit März ist mir dieses Merkmal noch nie untergekommen.

Generell gibt es meines Wissens keine Flüche, die das *Öffnen* von Türen betreffen. Oder anders formuliert: Alle Flüche wirken sich auf den Spielcharakter oder das Gameplay in Bezug auf Treffer oder Räume auf -- ganz konkret das Öffnen der Türen wird nicht beeinträchtigt.

bsinned 17 Shapeshifter - 8074 - 5. Juli 2020 - 17:33 #

Ich find´ das tatsächlich auch nicht in der Game-Wiki. *shrug.

Neben dem Deaktivieren aller "normaler" Heilmöglichkeiten gleich im zweiten Run war sowas der Auslöser für meinen Refund.

Allgemein kann sowas ja schön fordernd wirken. Ich empfand das nur gleich zu Beginn eines Spiels, wenn man sich noch mit Mechaniken und Steuerung vertraut macht, als völligen Bull$hit. Auch wenn das Spiel ansonsten wertig aussah.

ChrisL Unendliches Abo - P - 188452 - 5. Juli 2020 - 17:35 #

Kann ja durchaus sein, dass es ein Bug war (der aber wahrscheinlich längst entfernt worden ist). Wie geschrieben: Die von dir genannten Flüche habe ich selbst noch nicht gesehen und auch noch nicht darüber gelesen. Grundsätzlich -- siehe Artikel -- empfinde ich alle bisherigen Flüche als gut balanciert.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 558866 - 5. Juli 2020 - 13:41 #

Danke für den interessanten Artikel, Chris. :) Auf der Wishlist steht Curse of the Dead Gods schon eine Weile bei mir, ich wollte aber (wie bei Hades) auf die fertige Version warten und dann entscheiden, welchem Titel ich den Vorzug geben. Vom Art-Design sprechen mich ja beide an. :)

ChrisL Unendliches Abo - P - 188452 - 5. Juli 2020 - 18:35 #

Kommt vielleicht auch ein bisschen darauf an, wie "flott" du das Spielgeschehen magst. Bei Hades geht es -- mehr oder weniger von Beginn an -- schon sehr zur Sache, nicht nur die generelle Geschwindigkeit, sondern auch die Anzahl und Aggressivität der Gegner betreffend. Curse of the Dead Gods ist in dieser Hinsicht (aktuell) deutlich "langsamer" und somit viiiel stressfreier ... was aber nicht automatisch heißt, dass es einfacher ist. :)

Drugh 16 Übertalent - P - 5164 - 5. Juli 2020 - 15:36 #

Ach, warum nur als Roguelike. Warum nicht als Kampagne, mal mit Story und einem RPG Hochskillen. So wie Eye of the Beholder? Gerne auch nach einem Durchgang dann mit Zufallsräumen wie bei Diablo.

Sermon 15 Kenner - - 3945 - 5. Juli 2020 - 18:29 #

Ui, das hatte ich gar nicht auf dem Schirm! Sieht extrem interessant aus - das werde ich mir auf der PS4 definitiv anschauen, sobald's erschienen ist. Danke für den wirklich guten Artikel und für's aufmerksam machen!

firstdeathmaker 18 Doppel-Voter - - 9123 - 6. Juli 2020 - 10:18 #

Danke für den Tipp, sieht vom Grafikstil her erfrischend Neuartig aus und das Konzept klingt auch gut. Und danke für den ausführlichen Artikel!

Ganon 24 Trolljäger - P - 60542 - 6. Juli 2020 - 12:10 #

Schöner Artikel, aber überhaupt nicht meine Art von Spiel.

paschalis 28 Endgamer - - 122354 - 6. Juli 2020 - 12:46 #

Ganon hat mit beidem recht :-)

SupArai 21 Motivator - P - 29027 - 6. Juli 2020 - 13:08 #

Warum habt ihr "alle" "immer" nur "so einen Hass" auf Roguelites? ;-)

Ganon 24 Trolljäger - P - 60542 - 6. Juli 2020 - 14:30 #

Weil die doof sind. :P

Drugh 16 Übertalent - P - 5164 - 7. Juli 2020 - 4:10 #

Ich sehe bei roguelikes immer den schönen Fortschritt dahin schwinden.

Horselover Fat 11 Forenversteher - 576 - 7. Juli 2020 - 11:52 #

Wie schon erwähnt, fehlt mir das Gefühl von Fortschritt. Roguelikes ähneln Automatenspielen: Man investiert, kommt so und so weit und irgendwann ist Schluss. Und dann geht's nur wieder von vorn los. Wie Tetris zum Beispiel oder Bubble Bobble. Natürlich kann es auch Fortschritt sein, beim nächsten Mal weiterzukommen, aber das ist mir nicht Ansporn genug. Vielleicht gibt's auf Reisen mal Momente, wo mich sowas unterhalten könnte.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10187 - 7. Juli 2020 - 12:11 #

Es gibt schon Fortschritt, aber abgesehen von Unlocks findet der im Kopf des Spielers statt. Oder bei den Archievments.

SupArai 21 Motivator - P - 29027 - 6. Juli 2020 - 12:21 #

Danke für den Einblick in Curse of the Dead Gods, der Titel steht natürlich schon lange auf der Wunschliste oder habe ich mir ihn bei GG gemerkt? Wahrscheinlich beides! :-)

Ich bin auf jeden Fall gespannt, habe den Titel aber bereits ein bisschen als Hades-Klon abgespeichert, das wurde dank deinem User-Artikel entkräftet. Gegen ein gemütliches Roguelite habe ich nichts einzuwenden... ;-)

Leider ist das Timen beim Parieren einer meiner Hauptdefizite in eigentlich allen modernen Videospielen - lediglich bei Hellblade ist mir das Parieren nahezu blind gelungen, aber dieser Titel ist eh... ach, lassen wir das.

Ich warte bei Curse of the Dead Gods erstmal den Early Access ab und schlage mich dahin durch Hades.

ChrisL Unendliches Abo - P - 188452 - 6. Juli 2020 - 15:07 #

"Leider ist das Timen beim Parieren einer meiner Hauptdefizite ..."
Das kenne ich sehr gut. Aber selbst ich -- als durchschnittlich guter Spieler -- habe das Parieren hinbekommen. Sei daher versichert, dass es machbar ist. :)

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 22506 - 6. Juli 2020 - 20:59 #

Toll gemachter Artikel! Ich warte aber auf die Finalversion und höre dann mal in mich hinein, ob ich das spielen mag.

Orgonon 13 Koop-Gamer - P - 1209 - 7. Juli 2020 - 8:17 #

Schöner Artikel! Habe es gekauft. Kostet im Early Access nur 11,99. Die lohnen sich aber auch. Macht jetzt schon richtig Spaß. Ab und zu stürzt es mal ab. Kann man aber verschmerzen. Dank Roguelike fängt man nach dem Ableben eh immer wieder von Vorne an.

ChrisL Unendliches Abo - P - 188452 - 7. Juli 2020 - 10:30 #

Die 11,99 Euro sind glaub ich nur der momentane Summer-Sale-Preis.

Von Abstürzen bin ich bislang glücklicherweise verschont geblieben. Gerade vor oder mitten in einem Bosskampf wäre das schon sehr ärgerlich ... ;)

Al3xanderD 09 Triple-Talent - P - 335 - 12. Juli 2020 - 15:11 #

Sehr interessant