Beyond Blue User-Artikel

Nichtschwimmer-kompatibel

SupArai / 19. Juli 2020 - 15:47
Steckbrief
iOSLinuxMacOSPCPS4SwitchXOne
Sonstige
7
E-Line Media
E-Line Media
17.04.2020
Link

Teaser

Das Tauchen wird in Videospielen eingesetzt, um Schätze zu bergen oder geheime Areale zu entdecken. Aber die Bewohner stehen nie im Mittelpunkt eures Schaffens. Wählt Beyond Blue einen anderen Fokus?
Beyond Blue wird bei GamersGlobal vorsorglich in das Genre Casual Game, Unterkategorie Sonstige eingeordnet. Wie ist das zu erklären? Verspricht die Produktseite im Epic Games Store dem potentiellen Käufer doch ein "erzählerisches Einzelspieler-Abenteuer, das dich tief in das pulsierende blaue Herz unseres Planeten führt". Damit nicht genug, wird das Lüften von Geheimnissen und eine Interaktion "mit dem Ozean wie nie zuvor" angekündigt. Da die Story in der nahen Zukunft spielt, kann ich auf "revolutionäre Technologien" zurückgreifen. Klingt für mich nicht nach einem Sonstigen-Casual-Game. Klingt nach etwas richtig Tollem. Aber Skepsis ist bei Werbetexten per se angebracht. Und dann habe ich begonnen "Zeit mit Beyond Blue zu verbringen" - diese unverfängliche Beschreibung habe ich mir unter mühsamer Gedankenverrenkung zurechtgequetscht.
 
Hier hat Mirai das Missionsziel erreicht und es bleibt nur noch, den Babywal Andrea zu "zoomscannen".
 

Ab ins feuchte Nass!

Nach einem kurzen Intro, das mir den Hintergrund meines Alter Ego Mirai näherbringt, begrüßt mich die Protagonistin in der Third-Person-Ansicht unter Wasser. Behutsam werde ich in die Steuerung eingeführt und das Tauchen geht gut von der Hand. Die ersten Minuten machen wirklich Lust auf Meer: Stressfrei durch den Ozean gleiten, neben und mit den Meeresbewohnern schwimmen. Aber nach wenigen Minuten freitauchen gewinnt der Gedanke, dass es nun losgehen könnte, die Überhand: "Lasst mich was machen, lasst mich dem Ozean und seinen Tieren helfen. Ich bin bereit!".

"Machen" bedeutet in Beyond Blue folgendes: Ihr sucht euch im HUD die gewünschte Koordinate und taucht dorthin. Die dortigen Lebewesen werden auf Anweisung der zwei erfahrenen Wissenschaftshasen André und Irina untersucht, mit denen ihr per Funk verbunden seid. Die Untersuchungs-Mechanik gleicht dem Absuchen von Personen nach Hinweisen in Sherlock Holmes - Crimes and Punishments (Wertung im Test: 6.0). In Beyond Blue nähert ihr euch für diese Prozedur den Tieren mit einer Unterwasser-"Drohne" und fahrt das Tier damit ab, bis ihr die geforderten Merkmale entdeckt. Sobald ihr diese gefunden habt, haltet ihr eine Taste gedrückt und "zoomscannt": Job erledigt.

Es existiert aber noch ein zweites "Machen": Auf euren Tauchgängen begegnet ihr einzelnen Fischen, Fischschwärmen, Haien, Mondfischen, Walen und anderen Unterwasserlebewesen. Diese könnt ihr scannen. Drückt ihr die linke Schultertaste - ich habe ausnahmslos mit dem Controller gespielt - wechselt ihr in den Scan-Modus. Seid ihr nah genug am Scanobjekt, wird durch Drücken der rechten Schultertaste der Scanvorgang gestartet. Um dieser Aktion die nötige Ernsthaftigkeit zu verleihen, müsst ihr die Schultertaste während des Vorgangs gedrückt halten. Also, nicht loslassen, fokussiert bleiben, sonst müsst ihr diesen anspruchslosen Vorgang wiederholen! "Warum mache ich mir die Mühe, aberdutzende Male einzelne Tiere zu scannen?" fragt sich der interessierte Leser vielleicht. Nun, zum einen wird ein Lebewesen nach dem erfolgreichen Erst-Scan einer Enzyklopädie hinzugefügt. Je mehr Exemplare ihr einer Gattung scannt, um so mehr Informationen schaltet ihr zu den Tieren frei. Außerdem gibt es in Beyond Blue nicht mehr zu tun - außer natürlich einsam ziellos durch einen kleinen Teil Weltmeer zu tauchen. Habe ich etwas vergessen? Mmmhhh, ja ... da ist ja noch euer Forschungs-U-Boot!
 
Ein Blick in euren Hub. Hier könnt ihr Musik hören, die Enzyklopädie oder einen Videoclip anschauen, mit der Außenwelt kommunizieren und wechselnde Objekte anklicken (aber wirklich nur anklicken).
 

Meine Familie, meine Kollegen - Mein Forschungs-U-Boot!

Nach jeder Mission kehrt ihr in das Forschungs-U-Boot zurück - euer Unterwasserdomizil. Dort findet ihr die bereits erwähnte Enzyklopädie. Neugierig habe ich diese geöffnet, einige Exemplare angewählt, die wenigen Informationen gelesen, die 3D-Modelle der gescannten Tiere ein bisschen hin- und hergedreht und mich gefragt, was ich da tue. Anschließend sind es nur noch zwei, drei Schritte bis auf den Führersitz. Bewegen könnt ihr das Gefährt zwar nicht, aus dem Sitz lässt sich aber das Kommunikationsmenü öffnen, um die vergangene Mission mit euren Wissenschaftskollegen zu rekapitulieren oder ein Missionsbriefing für den kommenden Ausflug abzuhalten. Ruft ihr eure Kollegen an, erscheinen Porträts eurer Gesprächspartner und man hört abwechselnd ihre Stimmen. Teilweise könnt ihr zwischen verschiedenen Antworten wählen, dies soll wohl das Gefühl eines echten Gespräch vermitteln. Die Gespräche beschreibe ich allerdings wohlwollend als pseudowissenschaftlichen Small-Talk, stets schwankend zwischen bedeutungsschwangerem Gelaber und trivialem, oberflächlichen Gesülze á la "Gib ihm noch Zeit. Er meint es nicht so." Die Unterhaltungen mit André und Irina sind zwar komplett vertont, versprühen trotzdem ungefähr so viel Esprit wie ein Murmeltier im Winterschlaf. Ein inszenatorisches Drama, aus dem es kein entrinnen gibt.

Hat man Nach- und Vorbesprechung mit den beiden Schnarchnasen überstanden, könnte man sich zurück auf den Weg ins offene Meer machen (wohin man die Beiden "dank" des Funks leider mitnimmt!). Aber gemach, denn es steht nach jeder Mission noch ein Gespräch mit eurer Schwester Ren an. Diese nimmt das Leben nicht leicht, sie weiß nicht genau, wo sie hin will, gleichzeitig kümmert sie sich um die demente Großmutter. Miraj sorgt sich um ihre Schwester, möchte aber auch keinen Druck ausüben, hat ein schlechtes Gewissen, weil sie sich ihrer großen Leidenschaft, den Walen, widmet und keine Zeit für Schwester und Oma hat. Ernsthaft: Aus diesem Plot lässt sich meines Erachtens wenig Großes machen, aber eine einigermaßen glaubhafte Coming-of-Age- oder Familiengeschichte wäre drin gewesen. Aber auch hier bietet der Entwickler lediglich eine dümmlich-dröge-inszenierte Klischee-Handlung an. Wenn man offenkundig kein Interesse an dem Erzählen einer Rahmenhandlung hat: Hey, dann lasst es doch einfach!

In eurem Unterwasserdomizil findet ihr außerdem wechselnde Gegenstände, zum Beispiel Bücher oder ein Bild, die ihr durch Anklicken heranzoomen könnt - mehr Interaktion ist aber nicht! Nicht unerwähnt bleiben soll der MP3-Player, "ein packender, unterhaltsamer Soundtrack mit originalen Kompositionen und Musik von Miles Davis, The Flaming Lips und anderen" erwartet euch hier. Nettes Gimmick, aber wer verweilt länger als nötig in einem Hub, in dem es fast nichts zu tun gibt und hört Miles Davis?
 
In diesem Bildschirm erfolgt das Missionsbriefing. Außerdem könnt ihr je nach Spielfortschritt mit euren Kollegen oder eurer Schwester quatschen und chatten.
 

Das "Story"-Fünkchen erlischt unter Wasser

Meine Einschätzung zur Qualität der Story habe ich schon durchblicken lassen. Aber es ist in Wahrheit noch viel schlimmer. Zum einen deutet das Intro meiner Meinung nach eine Art Geheimnis in der Familie von Mirai an. Deren Großmutter war früher eine Apnoe-Taucherin, die Mirai oft mitgenommen hat. Deshalb entwickelt sie ihre Leidenschaft zum Ozean und den Walen. Auf das Geheimnis oder ein tragisches Ereignis deuten auch zwei Bücher im U-Boot hin - die Familiengeschichte wird zu diesem (von mir vermuteten) Punkt aber leider nicht weitererzählt. Oder habe ich vor lauter Apathie einen Teil der Erzählung schlicht verpasst?

Die insgesamt acht Story-Missionen greifen lose ineinander und im Mittelpunkt steht das Begleiten und Erforschen des Verhaltens einer Walfamilie, am Rande werden aber auch andere Themen wie zum Beispiel bedrohte Schildkröten behandelt. Eingebettet sind einige der Tauchgänge zusätzlich in ein Livestream-Konzept. Der Livestream soll, wahrscheinlich, ein "peppiges" Element darstellen. Dieser Ansatz gepaart mit den inszenatorischen Qualitäten von Beyond Blue: Ich habe mich selten so alt gefühlt.

Ich gehe davon aus, dass ursprünglich weitere Story-Stränge geplant waren, denn es werden zwei weitere Themen angeschnitten: Einmal der Raubbau in der Tiefsee durch ein Unternehmen, dessen lärmende Gerätschaften die Wale stören. Sowie das Auftauchen einer gefährlichen Pilzerkrankung, an der auch ein Wal stirbt ... doch dann erfolgt ratzfatz die Auflösung aller Fragen und Probleme, ein Abspann flimmert über den Bildschirm und Beyond Blue ist vorbei. Laut Epic-Launcher habe ich vier Stunden im Spiel verbracht und da ich während dem Spielen bereits fleißig Screenshots für diesen User-Artikel "geschossen" habe, gehe ich von einer reinen Spielzeit um die dreieinhalb Stunden aus. Im ersten Moment war ich durchaus perplex: "Wie jetzt, vorbei?" Auf der anderen Seite war ich froh, diesen Schmu hinter mir zu lassen. Das abrupte Ende hat mich aber noch weiter frustriert, weil Beyond Blue somit selbst mein letztes klitzekleines Fünkchen Hoffnung auf eine, zumindest nette, Erzählung einfach ertränkt hat.

Nach jeder Mission werden übrigens zwei kurze (90 bis 150 Sekunden lange) Videos freigeschaltet, die ihr euch im U-Boot anschauen könnt. In den Clips äußern sich echte Wissenschaftler zu Themen aus den Missionen oder Persönlichkeiten werden vorgestellt. Die Videos sind eine nette Idee, aber wie der Rest des Titels weder Fisch noch Fleisch: Wen möchte man mit derart kurzen, oberflächlichen Clips abholen? Wenn ich YouTube-Niveau möchte, nehme ich das Original! Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ihr anschließend alle Gebiete in einem "Freispiel"-Modus erneut betauchen könnt.
 
Es gibt in Beyond Blue durchaus beeindruckende Momente, die Begegnungen mit den Walen gehören für mich definitiv dazu.
 

Fazit

Beyond Blue lässt mich fassungslos zurück. Wie kann ein Spiel auf der Erzählebene so scheitern? Wie kann ein Titel auf spielerischer Ebene so wenig bieten? Am Anfang ist es wirklich cool neben einem Wal zu schwimmen, Riffhaie und Delfine zu beobachten. Aber schnell wird deutlich, dass Beyond Blue nur an der Oberfläche bleibt. Vor allem erzeugt es nie eine Bindung zu der Unterwasserwelt, da es sich um keine simulierte Welt handelt, trotz der Tierbewegungen bleibt sie als spielerisches Element statisch und leblos. Die vorhandenen Lebewesen führen auch kein Eigenleben: Sie jagen nicht, sie schwimmen lediglich ihre Bahnen, jedes Ereignis ist stets für die Mission inszeniert. Zudem gibt in den Gebieten abseits des Skripts nichts zu entdecken oder zu bestaunen - und ich habe wirklich danach gesucht. Der beeindruckenden Schönheit der Unterwasserwelt, wie ich sie aus vielen Dokumentationen kenne, fügt Beyond Blue kein eigenes Kapitel hinzu.

Der Titel hat durchaus erhabene Momente, er ist und bleibt gewaltfrei, er setzt euch nie unter Druck. Aber er bietet außer (wenigen) Schauwerten nichts an. Schade, dass sowohl Story-Telling wie auch die Wissensvermittlung nur inkonsequent und halbgar angegangen wurden. Im Nachgang würde ich mir wünschen, dass sich die Entwickler viel stärker, ernsthafter und dokumentarischer auf das Kernthema konzentriert hätten: Das Leben der Wale und ihrer Familien, die Besonderheiten dieser Gattung. Dass sie deutlicher auf die menschgemachten Probleme und Gefahren für die Tiere hinweisen. Aber so ist Beyond Blue nur ein weichgespültes, nicht fertig wirkendes Stück Software, das aus meiner Sicht inhaltlich überflüssig ist. Inszenatorisch dazu auf dem Niveau einer Daily Soap, versehen mit rudimentärsten Spiel-Elementen aus dem Langeweile-Baukasten. Wem empfehle ich Beyond Blue? Ganz ehrlich, ich bin ratlos. Vielleicht haben andere Spaß mit dem Titel, probiert es aus. Ich werfe lieber einen Blick in die BBC-Dokumentation Planet Erde oder schaue mir Unsere Ozeane an - leider habe ich schon dreieinhalb Stunden mit Beyond Blue verschwendet und kann das nicht mehr rückgängig machen.
Anzeige
Im Spiel besucht ihr verschiedene Gebiete des Meeres, mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen und neuen Bewohnern. Eine Konstante bleibt: Der Zoomscan!
SupArai 19. Juli 2020 - 15:47
AlexCartman 19 Megatalent - - 15272 - 19. Juli 2020 - 14:43 #

Monster Hunter unter Wasser ohne Monster und ohne Jagd. Was will man mehr? :)

Unregistrierbar 18 Doppel-Voter - P - 9264 - 19. Juli 2020 - 22:45 #

Wenn sie es jetzt noch ohne Wasser machen... wow, was wäre das für ein Hammer Spiel!

v3to 16 Übertalent - P - 4964 - 19. Juli 2020 - 14:50 #

Wie es der Zufall will, habe ich gerade das Spiel auch einmal durch. An sich kam meine Erwartungshaltung aus einer etwas anderen Ecke: Ich bin ein großer Fan der Endless-Ocean-Spiele auf der WII, welche im Kern schon ähnlich sind. An sich hatte ich an anderer Stelle schon gelesen, dass das Spiel eher sowas wie eine Light-Version der Reihe von Arika daherkommt. Tatsächlich ist das Spiel inhaltlich sehr dünn und ich kann mich SupArai im Großen und Ganzen nur anschließen.

Nunja, mir hat das Tauchen schon durchaus Spaß gemacht, aber irgendwie wird keiner der spielerischen Ansätze so richtig zu Ende gebracht.

Nun waren Endless Ocean 1 und 2 auch keine Gameplay-Schwergewichte, das glich dafür Exploration, die unterschiedlichen und teils farbenprächtigen Biotope und der Umfang sehr gut aus. Dort gab auch interessante Orte wie versunkene antike Bauwerke zu entdecken und man konnte mit diversen Tieren interagieren. Wenn man alle Arten entdeckt hatte, war das Ergebnis mit einem Panini-Album vergleichbar.

All das gibt es in Deep Blue nicht. Die Tauchmechanik ist ähnlich, das Scannen der Meeresbewohner ebenfalls. Sonst ist es halt strikt linear, die Umgebung ist feiner modelliert - bleibt aber immer etwas steril. Man klappert eigentlich nur Hotspots ab. Die Idee mit der Story nebenbei finde ich an sich sehr nett. Nur wird sie stinklangweilig erzählt, so dass ich etwa die Hälfte des Spiels die Dialoge weggeklickt habe.

Das Einzige, was ich tatsächlich richtig gut finde, sind die freizuspielenden Filmschnipsel.

An sich bin ich trotz der Kritik dem Spiel gegenüber recht wohlwollend eingestellt. Das liegt aber nicht an dessen Qualitäten, sondern weil seit Endless Ocean nichts so wirklich Vergleichbares mehr rauskam. Subnautica schafft zB zwar eine ähnliche Atmosphäre, ist aber ein völlig anderes Spielerlebnis.

SupArai 21 Motivator - - 26547 - 19. Juli 2020 - 18:14 #

Schönes, ausführliches Feedback, danke dafür.

Ich kenne die Endless-Ocean-Reihe überhaupt nicht, da ich nie eine Wii besessen habe. Deshalb kann ich keine Vergleiche ziehen. Mehr als ein "nettes" Spiel mit Schauwerten hatte ich auch bei Beyond Blue nicht erwartet - diese Erwartungen hat es gnadenlos unterboten. Mir fallen nur noch Schimpfworte ein, deshalb: Neuer Absatz!

Die Unterwasserwelt ist wirklich gut modelliert, die technischen Voraussetzungen für einen "Aquarium-Tauchgang" an PC oder Kosole sind meiner Meinung definitiv auch vorhanden - erst wenn man genauer hinguckt, sieht man, wie gruselig teilweise die Modelle und Texturen sind, in einer lebendigen Welt würde man darüber aber lediglich "hinwegstaunen". Ein schön modelliertes, lebhaftes Korallenriff hätte ich mir gwünscht. Wo ich als Spieler etwas betrachten kann - hier wäre auch das Livestream-Konzept anders zum Tragen gekommen, wenn man das Erkunden dieser Gegend dann mit "richtigen" Infos begleitend unterfüttert hätte.

Ich habe nicht den Anspruch an Spiele, dass sie mich komplett "durchentertainen" oder mit Story-kniffen umhauen. An ein What Remains of Edith Finch (wobei das erzählerisch dann doch umwerfend ist) oder ein Adr1ft (zu dem "Außer schweben nichts gewesen" passt) erinnere ich mich gerne zurück. (Mehr fallen mir gerade spontan nicht ein.)

Beyond Blue scheitert für mich neben der sterilen Spielwelt vor allen an seiner "Viertelgarheit". Wie schon geschrieben, ich glaube der Entwickler durfte den Titel nicht fertigprogrammieren. Dazu passt auch, dass du manche Gimmicks (zum Beispiel diese "Farb-Taschenlampe) nur einmal benutzt. Oder es wird mir erklärt, wie ich durch Engstellen tauche (indem ich die X-Taste oder so drücke, also nichts wildes) und mache ich das danach noch einmal? Ich kann mich nicht daran erinnern...

Im Endeffekt hätte man hier ein interessantes, schönes Entertainmentspiel mit "fettem" DLC-Potential (andere Meeresgebiete, andere Tiere) entwickeln können.

Aber so? Mich errinnert der Titel an einen Burger bei einer Fast-Food-Kette: Auf dem Bild sieht du einen bildschönen Burger, mit frischem Gemüse, saftigen Fleisch und formfesten "Brötchen", der dir das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Wenn man das Papier entfernt hat, liegt eine runzlige, in Soße ertränkte Fleichbulette in einem Pappbrötchen, mit Gemüse aus dem Gutes-von-vorletzer-Woche-Angebot vor einem, das dazu auch noch aussieht als hätte sich der Burgermacher vor der Ausgabe aus Versehen draufgesetzt.

v3to 16 Übertalent - P - 4964 - 19. Juli 2020 - 19:59 #

... oh. Es gibt wohl ein HD-Projekt zu Endless Ocean 2 für den Dolphin Emulator.
https://www.youtube.com/watch?v=F3za9iP_JTk

SupArai 21 Motivator - - 26547 - 19. Juli 2020 - 23:28 #

Öh, könnte es sein, dass Beyond Blue eine Art Endless Ocean werden sollte?

v3to 16 Übertalent - P - 4964 - 19. Juli 2020 - 23:34 #

Das war auch mein Gedanke

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 81246 - 19. Juli 2020 - 16:25 #

Schade. Hab das Spiel eigentlich spielen wollen, aber das hier schreckt ja einfach nur ab.

Hannes Herrmann Community-Moderator - - 13926 - 19. Juli 2020 - 17:44 #

Uhh, ich bleibe bei Subnautica. Dennoch danke für die abschreckenden Einblicke.

Admiral Anger 26 Spiele-Kenner - P - 69961 - 19. Juli 2020 - 19:29 #

Endlich mal ein Spiel, wo ich in Ruhe Miles Davis hören kann. ;)
Danke für den Einblick. Habe gerade gesehen, dass es zuerst auf iOS veröffentlicht wurde. Das zeugt ja schon von Qualität...

mrkhfloppy 22 AAA-Gamer - 34043 - 19. Juli 2020 - 19:40 #

Beim Anblick des Trailers vor Release ploppten lauter Fragezeichen in meinem Kopf auf. Allen voran, was das nun sein soll. Jetzt weiß ich es.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 19. Juli 2020 - 20:23 #

Meine Freundin hat Endless Ocean endlos gespielt, aber das hier scheint ja eher ein Schlag ins Wasser gewesen zu sein. Schade.

P.S.: Zoomscan! ^^

Ganon 24 Trolljäger - P - 59272 - 24. Juli 2020 - 9:25 #

Zoomscan! Welch wunderschönes Wort...

Robokopp 14 Komm-Experte - P - 2039 - 19. Juli 2020 - 22:49 #

Da spiele ich wohl besser nochmal Abzu.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 81246 - 19. Juli 2020 - 23:00 #

Das war ein sehr schönes Spiel.

PraetorCreech 18 Doppel-Voter - P - 10582 - 20. Juli 2020 - 6:50 #

Bin auch so ein Endless Ocean Freund aus alten Tagen. Wäre hier also durchaus Zielgruppe. Danke für die Warnung :)

Harry67 19 Megatalent - - 15863 - 20. Juli 2020 - 7:04 #

Danke für den gut geschriebenen Einblick. Schade ums Potenzial. BTW gerade für VR könnte man da wirklich schöne Szenarien machen.

FantasticNerd Freier Redakteur - - 33128 - 20. Juli 2020 - 9:11 #

Danke für den Check. Weiß ich was ich nicht spielen muss.

TheRaffer 20 Gold-Gamer - P - 24600 - 20. Juli 2020 - 12:56 #

Schade, da wurde wohl einiges verschenkt. Danke fürs Checken!

Erazerhead77 14 Komm-Experte - P - 2045 - 20. Juli 2020 - 15:04 #

Danke für den Test!

Hab damals auf der Wii auch die beiden Teile von Endless Ocean gespielt und deshalb mit Beyond Blue geliebäugelt, aber so wie es aussieht kann ich mir das ja jetzt sparen.

paschalis 27 Spiele-Experte - - 94762 - 20. Juli 2020 - 16:09 #

Schöner Verriss, vielen Dank fürs Durchleiden. Darf es denn bei der Einstufung Casual/Sonstige bleiben oder muß hier die Höchststrafe in Form der Berufssimulation gezückt werden ;-)

v3to 16 Übertalent - P - 4964 - 20. Juli 2020 - 16:25 #

Casual trifft es recht genau.

SupArai 21 Motivator - - 26547 - 20. Juli 2020 - 16:51 #

Passt schon, ja.

Wobei ich ansonsten nur noch zwei Sonstige-Casual-Titel in meiner GamersGlobal-Spiele-Liste gefunden habe, von denen ich nur eins für ca. 30 Minuten gespielt habe. Ich habe in diesem Feld also nicht wirklich ernsthafte Erfahrungen gesammelt. Und nach dem letzten Erlebnis werde ich weitere Feld- und Wiesenforschungen einstellen... ;-)

Ganon 24 Trolljäger - P - 59272 - 24. Juli 2020 - 9:26 #

Ein wirklich unerhaltsam geschriebener Verriss. Danke, dass du dich da durchgequält hast, um uns zu unterhalten. ;-)

SupArai 21 Motivator - - 26547 - 26. Juli 2020 - 0:52 #

Durchgequält ist nicht der passende Begriff. Das Erlebnis der Qual ist im gewissen Sinne das Produkt einer Anstrengung, wenn ich spontan drüber nachdenke. Positiv, wenn man sich nach einer sportlichen Betätigung mit letzter Kraft ins Ziel quält, oder im eher nicht positiven Sinne, wenn man ein Spiel abschließt obwohl man diese letzten drei Stunden schon keinen Spaß mehr damit hatte - was dann ja im Endeffekt auch wieder positiv ist (Hellblade kommt mir in den Sinn) ... ;-)

Beyond Blue ist einfach nur total langweilig, bietet kein spannendes spielerisches Element und liefert dazu eine Erzählung auf Daily Soap-Niveau und ist dann halt einfach nur unvermittelt vorbei. Ich glaube, ich würde versöhnlicher zurückbleiben, wenn es mich "Qualen" hätte erleiden lassen.

Nach rund drei Stunden war ich zwar nicht begeistert, aber noch nicht hoffnungslos und habe bei Dennis erfragt, ob die Redaktion etwas zu dem Titel plant, da ich einen User-Artikel schreiben könnte. Kurz darauf habe ich das Spiel noch nochmal angeworfen... Tja, dreißig Minuten später war Ende mit tauchen...

Maverick 30 Pro-Gamer - - 520234 - 24. Juli 2020 - 12:16 #

Schön umgesetzter kritischer Artikel zu Beyond Blue, SupArai und Kudos :) Liest sich so, als dass es wieder ein Spiel der ungenutzten Möglichkeiten ist. Sollte es mal im GamePass auftauchen oder in einem Bundle dabei sein, würde ich es mir vielleicht doch mal anschauen, das Szenario an sich finde ich schon reizvoll. ;)

SupArai 21 Motivator - - 26547 - 26. Juli 2020 - 0:57 #

Ja, ich habe es schon weiter oben geschrieben, definitiv wurden bei Beyond Blue sämtliche Potentiale liegen gelassen. Ich wäre auch gespannt, wie andere Spieler den Titel finden.

René Werner 06 Bewerter - 69 - 25. Juli 2020 - 22:06 #

Beim Thema Story hätte man sich bei dem Spiel ruhig mehr Mühe geben kann, dann wäre vielleicht was gutes draus geworden. So ist es leider verschenktes Potential. Sehr schade. Gute Unterwasserspiele gibt es viel zu wenige.

SupArai 21 Motivator - - 26547 - 26. Juli 2020 - 1:07 #

Ich denke, dass die Entwickler sich in vielen Punkten mehr Mühe hätten geben müssen.

Mit dem Erzählen einer (interessanten) Geschichte hätten sie mich auch kriegen können. Aber, die Geschichte hätte ja nicht einfach so erzählt werden können, ich denke, dafür hätte es noch weitere Locations geben müssen. Aber zum Beispiel Rückblenden in Mirais Kindheit und Jugend, mehr über die Großmutter erzählen. Da wäre echt was drin gewesen.

Hast du Beyond Blue gespielt?