Grün mit unbekannten Schwächen

Yoshi's New Island Test

Yoshi ist die wohl beliebteste Ex-Nebenfigur von Nintendo, die längst ihre eigene Spieleserie hat. Wir haben das neueste Abenteuer des grünen Dinos auf 3DS gespielt und verraten euch, ob Yoshis Rückkehr auf dem Handheld ähnlich begeistern kann wie Donkey Kongs letzter Auftritt auf WiiU.
Christoph Vent 18. März 2014 - 21:27 — vor 5 Jahren aktualisiert
Yoshi's New Island ab 19,57 € bei Green Man Gaming kaufen.
Yoshi's New Island ab 28,49 € bei Amazon.de kaufen.
Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Seit seinem ersten Auftritt in Super Mario World ist Yoshi der heimliche Star unter den Nintendo-eigenen Charakteren. Trat er anfangs nur als Unterstützer des Klempners und wenig später schon als Rennfahrer in Mario Kart auf, kam er noch auf der 16-Bit-Hardware von Nintendo zu seiner ersten Hauptrolle. Vermarktet wurde Yoshi's Island noch als Nachfolger zu Super Mario World, doch ist das Hüpfspiel in den Augen einiger Spieler sogar das beste Jump-and-run der SNES-Ära. Aber nicht nur spielerisch machte der Titel einiges her – seine ungewöhnliche Optik mit ihrem Wachsmalstift-Look holte im Jahr 1995 sogar noch mal alles aus der betagten Hardware heraus. Nach einer Neuauflage für den Game Boy Advance und Yoshi's Island DS ist nun der dritte Ableger erschienen. Doch kann Yoshi's New Island für den 3DS die hohe Qualität seiner zwei Vorgänger halten?

Die Story von Yoshi's New Island entspricht fast Eins zu Eins der des ersten Serienteils: Baby Mario sowie sein Bruder Baby Luigi sollen von einem Storch an ihre Eltern ausgeliefert werden. Die Lieferung wird jedoch von Kamek, einem Untertanen von Baby-Bowser, abgefangen. Bevor die zwei Säuglinge aber bei Bowser ankommen, fällt Mario über Ei-Eiland herab – und zwar direkt vor den Füßen einiger Yoshis. Die wollen Mario nun natürlich helfen. Mit dem Baby auf dem Rücken eines Dinos kann die Suche nach Baby-Luigi losgehen.

Die lebende Eierkanone
Mit seiner Eierkanone erreicht Yoshi auch fliegende Gegner.
Yoshi's New Island ist ein 2D-Jump-and-run, wie es klassischer kaum hätte ausfallen können. Auf Experimente jeglicher Art, etwa 2,5D-Abschnitte wie in Donkey Kong Country - Tropical Freeze (GG-Test: 9.0), verzichtet der Titel komplett. Munter hüpft ihr über diverse Plattformen und Abgründe hinweg und weicht auf dem Weg zum Levelausgang unzähligen Gegnern aus. Wer Yoshi kennt, wird es bereits wissen: Eure Feinde besiegt ihr nicht nur, indem ihr auf sie drauf springt – stattdessen schnappt ihr sie optional mit eurer Zunge. Anders als in den Mario-Spielen, in denen der Dino nur als temporärer Begleiter dient, könnt ihr eure Gegner hier aber auch zu einem Ei weiterverarbeiten. Dieses Ei – ihr dürft übrigens bis zu sechs von ihnen hinter euch herziehen – setzt ihr anschließend als Waffe gegen eure Feinde ein. Hierfür blendet ihr auf Knopfdruck ein Fadenkreuz ein, das hin und her pendelt. Auf einen weiteren Tastendruck hin schießt ihr das Ei ab, wobei ihr das Fadenkreuz zunächst auch einlocken dürft, um Fehlschüsse zu vermeiden.

Die Eier benötigt ihr sowohl, um euren Feinden zuzusetzen, als auch, um Steinwände im Level zu zerstören und damit quasi euren Weg freizuschießen. Sorgen machen, dass euch die Geschosse ausgehen, müsst ihr euch aber nie. Solltet ihr sie zwingend benötigen, befinden sich in der direkten Umgebung meist Röhren, die für unbegrenzten Gegnernachschub sorgen.
Schluckt Yoshi einen steinernen Riesen, darf er sich seinen Weg danach mit einem nicht weniger großen Ei freischießen.

Dino mit Engelsflügeln
Auch wenn der Nachschub an Gegnern an den meisten Stellen theoretisch unerschöpflich ist, solltet ihr immer dafür sorgen, ausreichend "Munition" im Schlepptau zu haben – denn die Eier sind häufig die einzige Möglichkeit, an bestimmte Sammelgegenstände zu gelangen. Da diese aber nicht zwingend zum Erreichen des Levelziels benötigt werden, könnt ihr hier auch nicht davon ausgehen, überall Nachschub zu bekommen. Drei Arten von Gegenständen gibt es: Sterne, Blumen und rote Münzen. Letztere sind besonders schwer zu erreichen, da sie häufig an Bedingungen wie das vorherige Sammeln bestimmter normaler Münzen geknüpft sind. Da ihr aber nicht seht, wo genau sich die roten Taler verstecken, werdet ihr hier um das Ausprobieren nicht herum kommen. Die Blumen hingegen sind oft schon von Weitem zu sehen – hier besteht die Schwierigkeit darin, sie zu erreichen. Das gelingt euch in den meisten Fällen entweder über kunstvolle Sprünge oder aber, indem ihr eins eurer Eier "über Bande" spielt. Die kleinen Sterne findet ihr meist in normalen Blöcken, wobei es bei ihnen darauf ankommt, sie so schnell wie möglich einzusammeln, bevor sie nach kurzer Zeit wieder verschwinden.

Das Einsammeln aller Gegenstände in Yoshi's New Island wird euch vermutlich nur selten im ersten Durchgang eines Levels gelingen. Mal werdet ihr ein Versteck nur übersehen, ein anderes Mal wird euch einer der Sterne durch die Lappen gehen. Wer seine Spiele gerne komplettiert, wird hier sicher genug Gründe finden, die Levels mehrmals zu durchlaufen. So motivierend wie das Sammeln aller Gegenstände in den Donkey Kong Country-Titeln oder gar aller Sterne in Super Mario Galaxy 2 (GG-Test: 10.0) ist die Suche nach den Münzen, Blumen und Sternen aber nicht. Das liegt vor allem daran, dass es für euer Weiterkommen
Anzeige
keinerlei Rolle spielt, ob ihr sie beachtet. In den Mario-Spielen oder Rayman Legends (GG-Test: 9.5) benötigen wir die Sammelobjekte hingegen, um weitere Levels freizuschalten.

Der gelegentliche Sammelzwang hätte zudem für einen höheren Schwierigkeitsgrad sorgen können. Yoshi's New Island richtet sich diesbezüglich nämlich vor allem an Genre-Einsteiger – wirklich brenzlig wird es so gut wie nie. Extraleben gibt es in Hülle und Fülle, doch werdet ihr gerade in den ersten Welten sowieso nur selten vom letzten Checkpoint neustarten müssen. Lediglich wenn ihr in einen Abgrund fallt, sterbt ihr sofort. Habt ihr Kontakt mit einem Feind, fällt Baby-Mario von eurem Rücken und fliegt in einer Luftblase langsam davon. Fangt ihr ihn nun nicht innerhalb eines Zeitlimits ein, das im Übrigen der Zahl eurer bis hierhin gesammelten Sterne in Sekunden entspricht, wird Baby-Mario von Kameks Schergen entführt. Scheitert ihr zudem zu häufig in einem Level, dürft ihr euch Flügel anlegen, die euch einen unbegrenzt langen Flatterflug ermöglichen – spätestens jetzt werden die meisten Levels zum Selbstläufer.
Nicht alle Feinde lassen sich zum Ei verarbeiten. Der Geselle hier ist aber nur von vorne immun gegen die Zungenattacke.

Kommentare nicht sichtbar (31)