Test: GTA auf Japanisch

Yakuza 3 Test

Macht, Geld, Korruption und jede Menge Gangster: Rund ein Jahr nach dem Erscheinen der japanischen Version von Yakuza 3 gibt nun endlich auch eine westliche Fassung des Gangsterreigens. Ob uns der Open-World-Actiontitel mit seinen, je nach Vorgehensweise, 15 bis 100 Stunden Spielzeit überzeugen konnte, erfahrt ihr in unserem Test.
Jörg Langer 28. März 2010 - 1:09 — vor 9 Jahren aktualisiert
PS3
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Bereits im Februar 2009 erschien Yakuza 3 in Japan, und wenn man als Europäer die japanische Version zu spielen versuchte, war man ohne größere Kenntnisse in der Landessprache eher aufgeschmissen: Dem Spielverlauf folgen? Die Handlung kapieren? Wissen, was man machen muss, um weiter zu kommen? Alles Fehlanzeige, auch wenn Yakuza "nur" ein Open-World-Actionspiel ist. Jetzt können alle Gaijins aufatmen, denn ab sofort gibt es auch eine Fassung mit englischen Untertiteln zu kaufen.

Unser unkommentiertes Video zeigt euch einen heftigen Kampf und eine längere Verfolgungsjagd.


Von Tokio nach Okinawa... und zurück

In Yakuza 3 gibt es zahlreiche Minispiele wie etwa Golf.
Die Geschichte schließt an die Ereignisse von Yakuza 2 an. Kazuma Kiryu verlässt gemeinsam mit seiner Adoptivtochter Haruka die Stadt Tokio, um in Okinawa (eine kleine Insel im Süden Japans) ein Waisenhaus zu errichten. Ein erstaunlich friedvoller Beginn für ein Gangsterspiel! Tatsächlich habt ihr euch in den ersten Spielstunden ausschließlich um die Probleme eurer Waisenkinder zu kümmern. Zum Beispiel hat eines der Kinder Probleme mit Mobbing in der Schule und ein anderes ist drüber traurig, dass es keine richtige Familie hat. Kazuma hat also viel zu tun, ist aber mit seinem neuen Leben sehr zufrieden.

Kampfeinlagen gegen Gangster fallen erst einmal gänzlich flach. Diese Idylle soll aber schon bald ein jähes Ende finden. Zwei Politiker möchten auf Okinawa genau dort eine Militärbasis errichten, wo sich das Waisenhaus von Kazuma befindet. Als dieser davon Wind bekommt, packt er natürlich nicht die Umzugkartons, sondern schreitet mutig ein -- und wird dadurch schon bald wieder mit der Yakuza, dem organisierten Verbrechen in Japan, konfrontiert. Als wäre das noch nicht genug, ist auch ein ausländischer Geheimdienst in die Sache verstrickt. Und so befindet ihr euch mitten in einem üblen Machtkampf zwischen mehreren Fraktionen -- bei dem es nur vordergründig um die Militärbasis geht.

Was sich im ersten Moment nach einer recht bescheidenen Story anhört, wird im Laufe der Zeit durch einige größere und überraschende Wendungen in der Handlung ziemlich interessant und trägt dazu bei, den anfangs recht langweiligen Spielverlauf doch noch in ein großes Actionspektakel zu verwandeln.

Wenn wir gerade nicht gegen Yakuza oder Punks kämpfen, nehmen wir uns Zeit für unsere Waisenkinder.

Ansehnliche, lange Cutscenes

Mit einem kräftigen Tritt zeigen wir dem Yakuza, wer hier der Boss ist.
Wie bei den ersten beiden Teilen der Serie, wird auch in Yakuza 3 die Story über lange und sehr ansehnliche Zwischensequenzen (in der Spielgrafik) erzählt und vorangetrieben. Die Story ist in mehrere Kapitel aufgeteilt, die unterschiedlich lang ausfallen. Wenn ihr ausschließlich der zentralen Handlung folgt, werdet ihr mindestens 15 bis 20 Stunden mit dem Spiel beschäftigt sein. Das ist für heutige Verhältnisse schon sehr ansehnlich, zumal bei einem Actionspiel. Das ist aber noch nicht alles: Abseits der Haupthandlung gibt es zahlreiche Nebenmissionen, die ihr erfüllen könnt, aber nicht müsst. Ihr solltet es auf jeden Fall tun, denn zum einen habt ihr so mehr vom Spiel, zum anderen schenkt euch das zusätzliche Erfahrungspunkte, die ihr anschließend zum Verbessern eurer Kampffähigkeiten verwendet.

Falls ihr übrigens keinen der vorherigen Teile gespielt oder Teile der Story vergessen haben solltet, dann könnt ihr euch über das Hauptmenü eine Zusammenfassung von Teil 1 und 2 ansehen, die euch das wichtigste der bisherigen Handlung erläutert. Dies geschieht mit Hilfe von Filmsequenzen -- eine gute Idee, da so für Kenner das eigentliche Spiel frei bleibt von aufgesetzten, übertrieben häufigen Rückblenden.

Ein Großteil der Handlung wird über Ingame-Cutscenes erzählt. Die Sprachausgabe ist japanisch.

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