Test-Update mit Instanz und PVP

WoW: Warlords of Draenor Test

Die fünfte WoW-Erweiterung ist mittlerweile einen Monat alt. Nach unserem Test kurz nach Release haben wir uns nun viele weitere Stunden in Draenor herumgetrieben. Macht WoW mit dem neuen Addon und trotz der Reise in die Vergangenheit einen Schritt nach vorn – oder verliert der stolze Genrekönig langsam den Kampf gegen die Zeit?
Karsten Scholz 14. November 2014 - 23:02 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Test-Update 12.12.: Unsere WoD-Review vom 14.11. basierte auf etwa 20 Stunden auf dem Live- und über 200 Stunden auf den Beta-Servern. Mittlerweile hat unser Tester auch in der Release-Version mehrere Helden auf Stufe 100 gebracht, die erste Raid-Instanz Hochfels von Kaiser Mar´gok befreit und sich in Ashran mit der verfeindeten Allianz angelegt. Aus diesem Grund haben wir den Test auf der vierten Seite um zwei Abschnitte und zwei neue Screenshots erweitert. Die neuen Passagen haben wir kursiv hervorgehoben.

World of Warcraft feierte vor kurzem seinen zehnten Geburtstag. Und was für zehn Jahre das waren! Mit WoW machte Blizzard ein bis dahin sperriges Genre dem Massenmarkt zugänglich. Seitdem erfreut sich der Entwickler an zahlenden Spielerzahlen, von denen andere MMO-Betreiber nachts feuchte Träume bekommen. Erstaunlich ist aber vor allem, dass sie heute überhaupt noch lockerflockig eine monatliche Gebühr aus ihren Spielern kitzeln können, während alle zwischenzeitlich aufgetauchten "WoW-Killer" zum Free-to-play-Modell übergingen oder sich sogar vollkommen vom Markt zurückgezogen haben.

Gründe für Erfolg und Misserfolg haben wir bereits Anfang 2013 in unserem großen Report Die Zukunft der MMOs erörtert. Vieles, was dort steht, gilt auch heute noch. Doch ist WoW kein einfacher Selbstläufer, der bis ans Ende aller Tage die Kasse klingeln lassen wird. Die Entwickler müssen ständig neue Inhalte nachliefern, die nicht nur für Wochen, sondern für Monate begeistern. Trotz aller Unkenrufe gelang ihnen das mit Mists of Pandaria (GG-Test: 9.0) sehr gut, weil es Gelegenheitsspieler und Profis gleichermaßen bediente und mit den Haustierkämpfen eine zwar viel belächelte, aber auch sehr erfolgreiche neue Meta-Ebene ins Spiel integrierte.

Dennoch hörten die Verantwortlichen bei Blizzard auf die Kritik, dass Pandaren und der asiatische Stil nur bedingt ins Warcraft-Universum passen würden. Mit der kostenpflichtigen Inhaltserweiterung Warlords of Draenor geht es zurück zu den Wurzeln; in eine vergangene Version der Scherbenwelt – und damit in eine Region, an die viele WoW-Veteranen gerne zurückdenken. Dort bekommt ihr es mit Orks und Ogern statt Pandas und Flugdrachen zu tun und trefft nebenbei einen ganzen Batzen bekannter WoW-Persönlichkeiten wie Gul´dan, Blackhand oder den Propheten Velen. Doch besinnt sich WoD auch inhaltlich auf die alten Stärken? Fallen bereits Level-Phase und Instanzen knackig schwer wie in Burning Crusade aus? Und wie gut schlägt sich die Garnison, das Haupt-Feature der Erweiterung? Bevor wir euch in unserem Test die Antworten verraten, werfen wir zuerst einen Blick auf den holprigen Beginn des Addons.

Holpriger Start
Erneut geht es durch das Dunkle Portal, doch werdet ihr dieses Mal von einer Armee begrüßt.
Wenn ihr zwei Spieler von unterschiedlichen Servern fragt, wie geschmeidig der Release von Warlords of Draenor in den ersten Tagen lief, stehen die Chancen gut, dass ihr zwei völlig unterschiedliche Antworten erhaltet. Bei beiden poppte zwar Punkt Mitternacht die erste Quest auf, die euch nach Draenor schickt, doch während Spieler auf wenig bevölkerten Welten problemlos den Tanaandschungel unsicher machen konnten, gab es auf stark frequentierten Servern wie Blackhand viele Probleme. So wurden einige Charaktere, die das dunkle Portal betraten, zu ihrem Schrein nach Pandaria statt auf den neuen Kontinent teleportiert. Zudem gab und gibt es neben Anmeldeproblemen auch im Spiel Verzögerungen von teils einer halben Minute sowie Verbindungsabbrüche, die besonders ärgerlich sind, weil die Warteschlangen auf diesen Servern teils im vierstelligen Bereich liegen.

Technische Probleme dieser Art sind aufgrund des hohen Spielerandrangs in den ersten Tagen eines WoW-Addons zwar nie auszuschließen, anscheinend wurde die Situation aber durch eine DDoS-Attacke weiter verschärft (wir berichteten). Unverständlich ist jedoch, dass die Entwickler trotz ihrer Erfahrung einige unnötige Frustquellen eingebaut haben. So gibt es etwa Quest-Gegenstände, die ihr über mehrere Sekunden aktivieren sollt. Das kann jedoch immer nur ein Spieler tun, alle anderen stehen sich die Beine in den Bauch. So dauert es teils mehrere Minuten, bis ihr mit Glück euer Missionsziel erfüllen könnt – das nervt. Ein kleiner Tipp, falls ihr euch in den nächsten Tagen in Draenor tummelt: Lasst euch von einem Spieler eines kleinen Servers in eine Gruppe einladen. Die Phasing-Technologie ist mittlerweile derart ausgereift, dass ihr auf diese Art automatisch auf seine Welt transferiert werdet. Ihr könnt es uns glauben: Das Spielgefühl ist gleich ein ganz anderes!

Ganz großes Kino
Da wir euch bereits in unserer Vorschau die Ausgangslage von WoD beschrieben haben, nur nochmal in aller Kürze: Der gefallene Kriegshäuptling Garrosh Höllschrei konnte nach seiner Verhaftung fliehen und durch ein Dunkles Portal in die Vergangenheit zurückreisen. Dort will er die Eiserne Horde als unbesiegbare Armee mobilisieren und mit ihr in die Gegenwart einfallen, um sich bei Thrall und Konsorten für seine Niederlage in Mists of Pandaria zu rächen. Die Invasion von Azeroth begann bereits mit dem Einführungspatch 6.0.2 vor einigen Wochen, seit dem Start von WoD dürft ihr jetzt eurerseit
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s in die Vergangenheit reisen, um dort zum Gegenschlag auszuholen.

Wie in Burning Crusade betretet ihr also erneut ein Dunkles Portal und landet auf der Scherbenwelt, nur heißt sie dieses Mal Draenor und ist noch nicht in die namensgebenden Scherben zerfallen. Das klingt im ersten Moment nach einer einfallslosen Kopie, doch könnten die beiden Erweiterungen kaum unterschiedlicher sein – und das fängt bereits bei der Präsentation der Geschichte an. Wie schon in Mists of Pandaria wird die Handlung von WoD mit kleinen Ingame-Zwischensequenzen vorangetrieben, in denen etwa ein fieser Bösewicht vorgestellt oder eine ganze Armee feindlicher Orcs mit einem mächtigen Zauber zerschmettert wird. Immer wieder zieht ihr mit bekannten WoW-Persönlichkeiten wie Khadgar oder Durotan um die Häuser, die mit spektakulären Kampfeinlagen für einige klasse inszenierte Momente sorgen. Die Geschichte mag in einem MMO nicht ganz so wichtig sein wie in einem Offline-RPG, doch hatten wir während des Levelns in WoW noch nie so viel Spaß wie in Warlords of Draenor, allein weil der rote Handlungsfaden, der euch von der ersten bis zur letzten Zone begleitet, so gut unterhält.
In Gorgrond haltet ihr besser eure Augen offen, denn solche Ungetüme gibt es dort haufenweise.

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