Karsten Scholz 25. September 2012 - 19:27 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Alle Screenhots stammen von GamersGlobal.
 
World of Warcraft – kein anderes Online-Rollenspiel fesselte in den westlichen Gefilden derart viele Spieler über einen Zeitraum von so vielen Jahren. Auch der Autor dieses Artikels tummelt sich bereits seit Anfang 2005 in Azeroth, gönnte in den letzten sieben Jahren seinem Account keine einzige Pause und erlebte dadurch am eigenen Leib den Angriff der brennenden Legion, den Sieg über den Lichkönig und die Auswirkungen des Kataklysmus. Und jetzt, am 25.9.2012, wird die vierte Runde eingeläutet: Die Erweiterung Mists of Pandaria lässt die geheimnisvolle namensgebende Insel aus den bisher schützenden Nebelschwaden auftauchen, wodurch der Konflikt zwischen Horde und Allianz neu geschürt wird: Beide Fraktionen wollen ihre Herrschaftsflagge auf Pandaria wehen sehen.
 
Bereits seit Monaten lässt Blizzard die Beta-Server der neuesten WoW-Erweiterung heiß laufen und ermöglichte es uns so, ausgiebig die meisten Neuerungen von Mists of Pandaria auf Herz und Nieren zu prüfen. Wir levelten mit mehreren Charakteren durch die neuen Zonen, spielten ausgiebig die neue Klasse, den Mönch, und erkundeten zudem das Startgebiet des neuen Pandaren-Volkes. Mit unseren Stufe-90-Helden besuchten wir zudem die verschiedenen heroischen Instanzen, spielten die offenen Szenarien und schlugen uns mit einigen Bossen der neuen Raid-Herausforderungen. Abseits der Kämpfe testeten wir außerdem den neuen Begleiterkampf und tauschten Dolch und Schwert gegen Rechen und Schippe, um unsere eigenen Farmflächen zu beackern. All diese Features wirkten in den letzten Wochen der Beta-Phase bereits sehr rund, zusätzlich haben wir nun im Akkord seit Mitternacht die finale Release-Version (die wie bei jedem MMO natürlich nicht final bleiben wird…) dauergespielt.
 
Wie lief der Release?
Erstmalig dürft ihr euch im laufenden Spiel für eine Fraktion entscheiden. Dafür müsst ihr euren Pandaren nur durch das Startgebiet des neuen Volkes spielen.
Bereits einige Minuten vor Mitternacht wurde die Erweiterung Mists of Pandaria am Montag auf den Live-Servern von World of Warcraft aktiviert. Die erste Aufgabe ploppte in der Mitte des Bildschirms auf und navigierte die Spieler in Richtung Pandaria. Wie zuvor bei Burning Crusade, Wrath of the Lichking und Cataclysm warteten auch dieses Mal unzählige Spieler auf ihr "Go", wodurch es gerade auf stark bevölkerten Servern teils zu extremen Verzögerungen und häufigen Spielabstürzen kam. Ebenfalls fast schon normal: Aufgrund des großen Andrangs kam es zu Problemen beim Einloggen auf die Server. Je länger die Nacht, desto besser wurde die Performance aber – und in den letzten Stunden unseres Tests bemerkten wir auf unserem Server Blackhand nur noch selten Lags.
 
Dafür gibt es die üblichen kleinen Kinderkrankheiten, die man bei größeren Inhalts-Updates von MMOs erwarten muss. So ließen sich einige, wenige Quests nicht lösen, die noch auf dem Beta-Server funktionierten. Einige andere Aufgaben konnten wir nicht abschließen, weil wir uns durch andere abgeschlossene Quests bereits in der nächsten Phase der Geschichte befanden. Probleme gibt es aktuell zudem mit dem Chat: Jeder Satz im Allgemein-Channel taucht gleich mehrfach auf, wodurch ein vernünftiges Kommunizieren mit anderen Spielern kaum möglich ist. Ansonsten spielt sich der erste Tag bisher sehr rund, einzig die Respawn-Zeit der Feinde kann an den Nerven zehren, da sich nicht selten auf kleinstem Raum Gegner an Gegner reiht.
 
In den Schlachtzügen findet ihr wie gehabt die schwierigsten PvE-Herausforderungen im Spiel. Hier zu sehen: Die zweite Phase von Tsulong, dem zweiten Boss der Terrasse des endlosen Frühlings.
 
Panda-Bären und der Asia-Style
Bereits die Reaktionen auf der Blizzcon 2011 zeigten: Das neue, asiatisch angehauchte Setting von Mists of Pandaria mit seinen knuffig-kuscheligen Pandabären spaltet die Community. Mit Pagoden und chinesischen Drachen können einige Spieler einfach nichts anfangen und die süßen Fellbacken des neuen Volkes stören gerade viele ältere Veteranen. Dabei sind Pandas seit dem Braumeister in Warcraft 3 ein fester Bestandteil der WoW-Lore. Und: Blizzard hat es erneut geschafft, das neue Setting passend in die Welt von Warcraft einzubauen. Der neue Kontinent wirkt in keiner Weise wie ein Fremdkörper; die acht neuen Zonen, das Startgebiet der Pandas mit eingerechnet, sind absolut stimmig und mit vielen liebevollen Details gestaltet. Die, wieder einmal, sehr tolle Hintergrundmusik der neuen Erweiterung verstärkt den asiatischen Flair der Insel, sodass es unheimlich viel Spaß macht, die sehr unterschiedlichen Gebiete Pandarias zu entdecken...wenn man denn mit dem Setting etwas anfangen kann.
 
Auch die Pandaren selbst erfreuen das Auge mit schönen Animationen und fügen sich ohne Probleme in die Welt ein, ohne dabei zu den befürchteten „Süßifizierungs-Störfaktoren“ zu werden. Störend wirkt eher, dass die alten Völker der Classic-Version bisher noch nicht überarbeitet wurden. Bereits die Goblins und Worgen der Cataclysm-Ära waren deutlich detaillierter und hübscher gestaltet als Zwerge, Trolle und Untote. Die Pandaren setzen noch einmal eins drauf und erhöhen den Effekt einer optischen Zweiklassen-Gesellschaft unter den Völkern.

Wenig Neues gibt es bezüglich des Grafikgerüsts von World of Warcraft zu erzählen. Einige neue Lichtspielereien ermöglichen es WoW nicht, mit der aktuellen Konkurrenz mitzuhalten. Um es mal ganz klar zu sagen und so objektiv, wie das bei der Beurteilung von Grafik möglich ist: Ein Tera oder auch Guild Wars 2 ist um ein Vielfaches schöner anzusehen!
 
Der Mönch und die Level-Phase
Wenn euch die hochstufigen Inhalte nur wenig reizen oder ihr sogar ganz neu in World of Warcraft seid, könnt ihr natürlich auch einen neuen Helden erstellen und diesen einmal durch ganz Azeroth leveln. Gerade Spieler, die einen Mönch austesten wollen, haben gar keine andere Wahl. Wenn ihr bereits alle zehn Charakterplätze mit euren Recken gefüllt habt, müsst ihr euch nicht ärgern. Extra für Mists of Pandaria gibt es einen neuen elften Slot, sodass ihr auf jeden Fall Platz für euer Alter Ego habt.
 
Aber zurück zur Level-Phase. Je nach Volkswahl startet euer neuer Held im jeweiligen Startgebiet der gewählten Rasse – eine besondere Zone wie beim Todesritter gibt es für den Mönch nicht. Dank der Cataclysm-Überarbeitung der alten Zonen fällt das Leveln bis Stufe 60 sehr leicht. Negativ ist nur, dass ihr so schnell aufsteigt, dass ihr zu schnell aus den Gebieten „herauswachst“, sodass nur die wenigsten Spieler die zum Teil sehr guten Geschichten der Zonen vollständig erleben werden. Zudem wird es ab Stufe 60 etwas anstrengender, weil die Gebiete der Burning Crusade-Erweiterung mittlerweile doch sehr altbacken wirken. Dank dem Gruppensuch-Tool findet ihr aber auch heute noch auf jedem Level-Bereich ausreichend Spieler, um
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die unzähligen Instanzen mit eurem angehenden Helden unsicher machen zu können.

Falls ihr diesen Weg mit dem Mönch gehen wollt, erwartet euch eine der flexibelsten Klassen in World of Warcraft. Neben Druiden und Paladinen ist der Mönch erst die dritte Klasse, die jede der möglichen Aufgaben, also Tank, Heiler oder Schadenausteiler, einnehmen kann. Dank seines Ressourcen-Mischmaschs aus Chi-Punkten und Energie respektive Mana und dem großen Schwerpunkt auf Martial Arts-Künste spielt sich die neue Klasse anders als die altbekannten Spielweisen. So stürzt sich der Nebelwirker-Mönch zum Beispiel in den Nahkampf, sehr ungewöhnlich für eine heilende Ausrichtung, um via Eminenz mit seinen Spezialangriffen das am schwersten verletzte Ziel zu heilen oder per Blackout-Tritt und Tigerklaue wichtige Effekte auszulösen, dank denen er deutlich effizienter seiner Aufgabe nachkommen kann. Das Braumeister-Pendant setzt wiederum auf starkes Gebräu, mit dem er je nach Situation seine Gesundheit erhöht und den erlittenen Schaden senkt oder die Ausweichchance kurzzeitig steigert. Ein Schlückchen in Ehren...
Instanz-Bosse in Mists of Pandaria

In Mists of Pandaria erwarten euch die unterschiedlichsten Boss-Kämpfe. So kämpft ihr in der Instanz Tempel der Jadeschlange zum Beispiel gegen den 1 Weisen Mari, in dessen letzter Phase ihr einem tödlichen Wasserstrahl ausweichen müsst, ohne dabei in das verdorbene Wasser im Raum zu treten. Kurz danach wartet bei Lehrensucher Steinschritt einer von zwei möglichen Boss-Begegnungen auf euch.  2 Hier kloppen wir uns mit Zwietracht und Streit und müssen unsere Angriffe abwechselnd auf je einen der beiden Widersacher fokussieren. 3  Am Ende der Instanz wartet schließlich das Sha des Zweifels auf euren Helden, das euch immer wieder mit Halluzinationen zusetzt.  4 Die vier Bereiche des Scharlachroten Klosters wurden in zwei überarbeitete Instanzen zusammengefasst. In den scharlachroten Hallen trefft ihr auf den Waffenmeister Harlan, dessen Wirbelangriff absolut tödlich ist. Hier hilft nur ausweichen.  5 Flammenwirker Koegler setzt euch am Ende der Hallen mit einem optisch sehr schönen Drachenodem zu.  6 Es gibt aber auch richtig große Brocken wie Raigonn, den Endboss vom Tor der untergehenden Sonne. Mit einem Katapult schleudert ihr euch zur Schwachstelle des Mantis, bevor ihr ihm im Bodenkampf Schaden zufügen könnt.

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