Stilvolle Neuauflage

Wipeout 2048 Test

Auch wenn Wipeout 2048 das Anti-Schwerkraft-Renngenre sicher nicht neu erfindet, kann es das Geschwindigkeitsgefühl dieses Playstation-Urgesteins erfolgreich auf die Vita übertragen. Mit diesem Launchtitel lässt Sony es so richtig krachen und brennt ein Feuerwerk aus Spitzengrafik und erstklassigem Sound ab. Prädikat: Turbo!
Florian Pfeffer 20. Februar 2012 - 14:00 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots im Artikel stammen von GamersGlobal; das Wasserzeichen entsteht durch die eingebaute Screengrab-Funktion.

Glaubt wirklich jemand ernsthaft daran, dass bereits in einem guten Dritteljahrhundert Sebastian Vettel junior nicht mehr auf vier Slicks seine Runden in Silverstone dreht, sondern mit einem Antigrav-Gleiter über den Wolkenkratzern von New York dahin düst? Die Game Designer von Sonys Studio in Liverpool auf alle Fälle, denn der neueste Wipeout-Streich spielt nicht mehr zur nächsten Jahrhundertwende, sondern wurde ins Jahr 2048 vorverlegt. Schon im Vorspann, der vorab bereits als Trailer zu sehen war, könnt ihr die Entwicklung der Rennteams Feisar, Auricom und Co. von ihren Anfängen mit silberpfeilähnlichen Rennzigarren über Formel 1-Boliden bis hin zu den bekannten aerodynamischen Gleitern nachvollziehen. Da Wipeout 2048 deutlich früher angesiedelt ist als die bereits erschienenen Serienteile, sind die Umgebungen und die Strecken im Allgemeinen nicht ganz so futuristisch wie in den Vorgängern. Die Häuserfassaden, Parks und anderen Bauwerke könnten direkt aus dem heutigen New York, Tokio oder Dubai entliehen sein. Was natürlich nicht heißen soll, dass die eigentlichen Rennstrecken sich nicht trotzdem in haarsträubenden Windungen durch die Häuserschluchten, über Brücken und durch U-Bahn-Tunnels schlängeln.
 
Das Einzige, was bei einem Wipeout wirklich zählt, ist das Geschwindigkeitsgefühl! Oder vielleicht noch die schadenfrohe Befriedigung, einen der lästigen Gegner mit einer Zielrakete endgültig zur Strecke gebracht zu haben. Davon werdet ihr im Vita-Wipeout reichlich erleben, denn auf den Kampf wird genauso großer Wert gelegt wie auf das Meistern der Strecken und das Erreichen der Ziellinie in der Führungsposition. Zu Beginn der Einzelspielerkampagne werdet ihr vom Spiel noch oft belohnt werden – die Streckenabschnitte sind dementsprechend kurz, einfach und die Gegner scheinen mit angezogenen Luftbremsen zu fahren. Der Storymodus erstreckt sich über die drei Saisons von 2048 bis 2050 und zieht schon ziemlich bald im Schwierigkeitsgrad deutlich an. Bereits im zweiten Jahr werdet ihr manchmal vor Wut in den Touchscreen beißen wollen, wenn durch eine minimale Bandenberührung mal wieder zwei bis drei Gegner an euch vorbeiziehen. Hier gilt die Devise: Üben, üben und nochmal üben. Ohne die wichtigsten Kurvenfolgen und die Positionen der Beschleunigungspads der jeweiligen Strecke auswendig zu kennen, werdet ihr über kurz oder lang auf derselben bleiben. Was sich jetzt vielleicht nach harter Arbeit anhört, macht aber in Wirklichkeit sogar einiges an Spaß, denn das Layout der Strecken ist äußerst abwechslungsreich und neben der Straße ist grafisch einiges fürs Auge geboten – falls denn mal in seltenen Momenten eine Zehntelsekunde bleibt, um die Landschaft zu genießen.
Gerade haben wir eine Plasmakugel abgefeuert, die nun über die Strecke rast. Eine behäbige, aber äußerst effektive Waffe.
Im Rausch der Geschwindigkeit
Apropos Rennstrecken: Diese lassen kaum Wünsche offen und sind so designt, dass für jeden Anspruch etwas dabei ist. Sei es die Downtown-Variante, wo ihr auf breiten Highways fast nur mit 90 Grad-Kurven zu kämpfen
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habt, die Subway-Strecke, bei der ihr euch immer wieder für eine von mehreren Verzweigungen entscheiden müsst oder der Klassiker Altima, der sich in steilen und engen Serpentinen durch eine Berglandschaft samt Abkürzungstunnels windet. Im "Rockway Stadium" werdet ihr sogar erst unten im Oval um die Kurve düsen, um dann später über die Ränge hinweg zu brettern, wobei sich, wie bei vielen anderen Strecken auch, immer wieder der Asphalt mit schicken, transparent-bläulichen Streckenabschnitten abwechselt.

Unsere klare Lieblingsstrecke ist aber "Sol", die mit Schlangenlinien, atemberaubenden Sprüngen und Steigungen zwischen den obersten Etagen von mehreren hundert Meter hohen Wolkenkratzen verlegt ist. Dabei fehlt während des Großteils der Strecke jegliche seitliche Begrenzung, so dass euer Gleiter bei einem Lenkfehler unweigerlich in den Abgrund stürzt. Das Spiel setzt euch in einem solchen Fall nach ein paar Sekunden wieder zurück auf die Strecke, mit dem Verlust mehrerer Plätze müsst ihr dann aber auf jeden Fall rechnen. Nachdem ihr ein paar Runden ins Üben gesteckt habt, werdet ihr aber auch mit diesem Kurs keine Schwierigkeiten mehr haben.

Die Strecke "Sol" schlängelt sich durch die Wolkenkratzer. Meist gibt es keinerlei seitliche Bande.
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