Dank Patch ein Muss für RPG-Fans

Venetica 1.02 Test

Rollenspiel statt Adventure, Venedig statt Kairo: Das Team von Deck13 benutzt für seinen RPG-Erstling das bislang völlig unverbrauchte Venedig als Szenario. Im Releasezustand war Venetica jedoch von zahlreichen Bugs und Fehlern geplagt. Philipp Spilker hat das Spiel mit installiertem Patch 1.02 nun erneut geprüft - und ist begeistert.
Mick Schnelle 8. September 2009 - 19:05 — vor 9 Jahren aktualisiert
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Update: Mick Schnelle bewertete das von Fehlern geplagte Venetica auf Grundlage von Patch 1.01 in seinem Test vom 07.09.09 mit 7.0. Wir haben Test und Wertung nun auf Grundlage von Patch 1.02 überarbeitet, da durch ihn viele der damaligen Kritikpunkte nicht mehr aktuell sind.

Mit einem breiten Grinsen erleben wir den Beginn unseres Abenteuers im Rollenspiel Venetica. San Pasquale, das Heimatdorf der schnuckelig süßen Scarlett, wird von Assassinen überfallen, die ihr junges Leben beenden wollen – stattdessen stirbt ihr geliebter Benedict und Scarlett muss fliehen. Ja, genau so muss ein spannendes Rollenspiel anfangen. Keine epischen Abhandlungen über irgendwelche Götter oder Artefakte! Keine langwierigen Trainingsmissionen! Nein, hier geht es gleich zur Sache, wie in einem guten Actionfilm. Also fliehen wir mit Scarlett über eine Hängebrücke. Doch oh je, die stürzt ein. Scarlett schafft es dennoch hinüber, und das Abenteuer nimmt seinen Lauf. Ein Rollenspiel-Abenteuer übrigens, das von einer gewissen deutschen Spieleschmiede namens Deck 13 stammt, die bislang nur mit der dreiteiligen und sehr humorigen Adventure-Serie Ankh große Erfolge feierte.

Schon bald erfahrt ihr gemeinsam mit der süßen Brünetten, dass die Assassinen wohl hinter ihr her waren. Und noch während ihr so durch die Gegend streift -- wird Scarlett getötet! Ein Bug? Das vorzeitige Ende? Nein, ein raffinierter Storykniff, denn der Tod ist nicht das Ende. Stattdessen begegnet ihr dem Tod  höchstpersönlich, der Scarlett ihre wahre Bestimmung … nun, sagen wir zumindest andeutet. Wir schweigen uns mal aus Spoiler-Vermeidungsgründen vornehm über weitere Details aus, nur soviel sei verraten: Ihr müsst -- welch Wunder angesichts des Spieletitels -- nach Venedig reisen. Das jedoch war im Releasezustand nur für Frustresistente ein Genuß. Venetica geizte nicht mit Grafikfehlern, recht schwerwiegenden Bugs und Performance-Problemen. Patch 1.02 sollte für Besserung sorgen und wir untersuchen in diesem Test-Update (zugegebenermaßen: mit einiger Verspätung), ob ihm das auch gelingt.

Zum Greifen nah, und doch noch ein paar Spielstunden entfernt: Bevor Scarlett endlich ins schmucke Venedig hinein darf, muss sie noch einige Aufträge erledigen. So hält man die Spannung direkt zu Beginn am Anschlag!

Schönheitsschlaf durch Patch 1.02

Raffinierter Story-Kniff: Schon kurz nach dem Start sind wir tot --  und doch geht das Abenteuer gerade erst los.

„Bis hierhin ist alles eitel Sonnenschein in der Welt von Venetica – wenn man blind wäre.“ Dieser Satz stand in der Zeitrechnung vor Patch 1.02 als Einleitung zu diesem Absatz. Im Folgenden beschwerten wir uns anno dazumal über zahlreiche Grafik- und Clippingfehler, ineinander ragende Texturen, Teile des Menüs und Untertitel verdeckende Schatten sowie auch über starkes Ruckeln und eine fehlende Quicksave-Funktion. Man könnte fast den Eindruck haben, dass sich die Entwickler unsere damaligen Beschwerden als Checkliste für Patch 1.02 auf den Schreibtisch gelegt haben, denn: kein wesentlicher unserer Kritikpunkte ist inzwischen mehr vorzufinden.
 
So verfügt das Spiel nun über eine Quicksavefunktion mit zwei Slots, die zahlreichen grafischen Unstimmigkeiten gehören der Vergangenheit an und für die Konfiguration des Spiels steht ein externes Tool zur Verfügung, mit dem sich unter anderem die vertikale Bildsynchronisation (Vsync) komfortabel an- und ausschalten lässt. Auch die Performance hat sich enorm verbessert. Während wir mit der Releaseversion noch ständig durch Ruckeln aus der (schon damals) sehr gelungen inszenierten Spielwelt gerissen wurden, laufen und kämpfen wir uns nun selbst unter Verwendung der hohen Settings butterweich durch das Umland von Venedig und Venedig selbst.

Diebe aus dem Jenseits

Die Verbesserungen an Venetica also sind nicht zu übersehen und so kommt mit Patch 1.02 die spielerische Substanz des Spiels, die bereits ohne Patch vorhanden war, noch besser zum Tragen. Denn Venetica hat, was Missionen und Story betrifft, viel zu bieten. So begegnet ihr beispielsweise einem diebischen Brüderpaar, dem ihr bei ihrem Familienstreit helft. Zum Dank bieten sie an, euch (also Scarlett) nach Venedig zu begleiten. Doch auf dem Weg dahin -- sterben auch sie. Aber die beiden sind nicht wirklich fort. Sie erscheinen fortan, sobald Scarlett ein Schloss knacken muss. Die Brüder geben dann eine Kombination aus vier Farben vor, die ihr euch merken und danach wiederholen müsst. Erst dann öffnen sich einige Kisten und Türen.

Dumm nur, dass die Codes für jedes Schloss immer gleich bleiben. Hier hätte etwas mehr Abwechslung dem netten Schlösserknacken gut getan. Und auch die Actionkämpfe erledigt ihr mit etwas Übung routiniert, wobei nervigerweise an einigen Ecken immer wieder dieselben Gegner auftauchen, egal, wie oft ihr sie schon ins Jenseits befördert habt. Positiv hingegen: Die Zwischengegner (den ersten erlebt ihr, kurz bevor ihr Venedig betretet) sind nur trickreich zu besiegen. Etwa, indem ihr zunächst eine tragende Konstruktion zum Einsturz bringen müsst, bevor ihr auch nur in Reichweite des Feindes kommen könnt.

Dieser Vergleichs-Screenshot zeigt einige der grafischen Verbesserungen durch Patch 1.02. Besonders an Lichteffekten, Texturschärfe und Performance wurde gearbeitet. Grafikfehler gehören der Vergangenheit an.

 

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