Prall gefülltes Fantasy-RPG

Two Worlds 2 Test

Divinity 2, Risen, Gothic 4, Fable 3 -- fehlt eigentlich nur noch Two Worlds 2 im Reigen der großen Fantasy-Rollenspiele mit Einzelheld. Eine riesige Welt, eine epische Handlung, sowie massig Quests und Abenteuer wurden im Vorfeld versprochen. Wir haben den Titel ausführlich gespielt... und uns trotz einiger Schwächen in ihn verliebt.
Rechen 9. November 2010 - 3:04 — vor 9 Jahren aktualisiert
PC 360
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Drei Jahre ist es her, seit Reality Pump mit Two Worlds ihren Angriff auf den Rollenspiel-Thron startete. Damals hießen die stärksten Rivalen Gothic 3 und Elder Scrolls 4: Oblivion. Mit den beiden Schwergewichten konnte es der Rollenspiel-Erstling des Entwicklers zwar nicht aufnehmen, dennoch bescherte er vielen Spielern etliche schöne Stunden im Fantasy-Reich Antaloor. Das lag vor allem an den hervorragenden Nebenquests und dem markig-sympathischen Helden. Mängel in der Haupthandlung und im Balancing verwehrten Two Worlds jedoch die höchsten Rollenspielweihen. Seit heute steht der Nachfolger auf der Matte, um es mit ähnlich gestrickten Titeln wie Fable 3, Gothic 4 und immer noch Risen aufzunehmen. Unser ausführlicher Test verrät euch, was Two Worlds 2 bei dieser Meta-Quest erreicht hat...
 
Die Knute des Tyrannen
 
Unsere Schwester wird von dem finsteren Gandohar gefangen gehalten.
Nach dem eigentlich glorreichen Ende des ersten Teils ist unser Held dem finsteren Gandohar ins Netz gegangen. Der ein wenig auf "Sauron" gestylte Bösewicht hat sich zum Herrscher von ganz Antaloor aufgeschwungen und sorgt sich weniger um ein ausgeklügeltes Gesundheitssystem als darum, wie er seine Untertanen bestmöglich drangsalieren kann. Als die Handlung von Two Worlds 2 einsetzt, befinden wir uns schon mehrere Jahre in seiner Gefangenschaft -- wir dienen dazu, unsere Schwester auf magische Weise am Leben zu erhalten, damit Gandohar sie für seine finsteren Zwecke missbrauchen kann. Die Story beginnt mit einem kleinen Paukenschlag: Auf dem Rückweg zu unserer Zelle fallen einige Unbekannte über unsere Wachen her -- sie haben den Auftrag, uns zu befreien. Dass der Rettungstrupp aus einem ehemaligen Ork-General, einer (nach gängigen Fantasy-Klischees ungewohnt wohlgeformten und kessen) Ork-Diebin und einem brummigen Ork-Magier besteht, schreckt uns mangels Alternativen nicht ab.
 
Diesen Auftakt (der eigentliche Prolog folgt noch) hat Reality Pump sehr rasant inszeniert, bringt euch währenddessen aber schon mal die ersten Essentials bei, protzt ein wenig mit der Grafikengine, führt euch auch als Neueinsteiger ganz grob in die Welt ein. Hinter dem mehrfach verschobenen Two Worlds 2 steckt ein enormer Entwicklungsaufwand; das merkt man schon in den ersten Minuten.

Bevor wir gegen diese mächtigen Reptilien kämpfen dürfen, müssen wir erst etliche Levels aufsteigen.

Effektvoller Auftakt
 
Nach etwa einer halben Stunde haben wir es geschafft, uns per Teleporter in Sicherheit zu bringen. Wir freuen uns, trinken einige Andaloor-Schnäpse und setzen uns für immer zur Ruhe -- Pustekuchen, unsere Schwester ist ja immer noch in den Klauen Gandohars! Natürlich werden wir sie befreien -- was zwar als Motivationsquell für die Haupthandlung von Two Worlds 2 nicht gerade Innovationspreise gewinnt, aber doch glaubhaft rüberkommt. Glaubwürdigkeit ist sowieso ein Gut, mit dem das Spiel spendabel umgeht: Seien es die realistische Weltdarstellung, die überwiegend lebensnahen Gespräche (während derer ihr sogar in einem sehr engen Radius herumlaufen könnt) oder die eine oder andere feine Regelmechanik. Und auch die Cutscenes sind sehr gelungen -- wenngleich sie insbesondere bei den Gesichtsanimationen nicht an Mass Effect 2 oder Dragon Age heranreichen.

Noch etwas ist in Two Worlds 2 gut gelungen: Die langsame, aber stetige Einführung in das doch recht komplexe Spielsystem, das stark auf das Crafting von Gegenständen und Zaubern baut. An den geschilderten Auftakt schließt sich ein knapp einstündiger Prolog an, doch auch noch weit ins folgende erste Kapitel hinein erstrecken sich in die Handlung eingebaute "Tutorials", die uns neue Sachverhalte klar machen.

Die Orkin Dar Pha lernt ihr bereits am Anfang des Spiels kennen. Von da an versucht unser Held, sie rumzukriegen.
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