Trover Saves the Universe

Trover Saves the Universe Test+

Asozial-spaßiger VR-Trip

Dennis Hilla / 4. Juni 2019 - 17:44 — vor 2 Jahren aktualisiert
Steckbrief
PCPS4SwitchXOne
Action
Jump-and-run
16
Squanch Games
31.05.2019
Link
Amazon (€): 39,89 ( )

Teaser

Das Abenteuer von Rick-and-Morty-Erfinder Justin Roiland setzt auf derben Humor und regen Gebrauch von Schimpfwörtern. Zudem könnt ihr das Universum wahlweise in VR oder ohne retten.
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal

Rick and Morty ist nicht nur eine der beliebteren Cartoon-Serien der vergangenen Zeit, sondern auch eine, an der sich die Geister scheiden. Während die Fans den derben Humor und die teils extrem ekelhaften Bilder schätzen, haben Kritiker eben genau damit ein Problem. Mit Trover Saves the Universe von Squanch Games, dem Studio von Justin Roiland, der auch die TV-Serie mit entwickelt hat, ist nun ein Plattformer erschienen, der Rick and Morty in Sachen asozialem Humor in nichts nachsteht.

Das Spiel könnt ihr wahlweise in VR oder ohne angehen. In meinem Test erkläre ich nicht nur, warum sich das Aufsetzen einer Virtual-Reality-Brille lohnt, sondern auch, wie gut das Gameplay gelungen ist. Denn nur auf Basis von derben Witzen und der inflationären Nutzung des bösen F-Wortes fußt noch keine Spielspaßgranate.
Gorkon scheint Probleme zu haben. Warum sonst sollte man sich Hunde in die Augenhöhlen stecken?
 

Hunde in den Augen

Die Story von Trover Saves the Universe ist so herrlich bescheuert, dass sie ohne weiteres als Rick-and-Morty-Spin-Off durchgehen würde. Das böse, auf zwei Beinen laufende Hühnermonster Gorkon klaut euch eure zwei Hunde und steckt sie in seine Augenhöhlen. Dadurch erhält er unfassbare Macht und legt mal kurzerhand ganze Planeten in Schutt und Asche. Weil ihr ja der Besitzer der Vierbeiner seid, steht kurze Zeit später das lila Wesen Trover vor eurer Tür. Sein Boss hat ihm den Auftrag gegeben, euch auszuliefern.

Doch weil Trover müde ist und nicht selbst laufen mag, übernehmt ihr die Kontrolle über den Zeitgenossen. Praktisch, dass ihr ohnehin ein Stuhltopianer seid und euch dementsprechend nicht aus eurem Sessel erheben könnt oder wollt. Also fungiert ihr als eine Art übergeordnete Entität, wie beispielsweise in Astro Bot – Rescue Mission (im Test, Note: 9.0) oder Moss (im Test, Note: 7.0). Um Trover hinterher zu kommen teleportiert ihr euch zu Beampunkten, allerdings muss euer Partner dazu auf ihnen stehen.
Kann ja mal passieren, dass ein schlecht gelaunter NPC mit Fäkalien schmeißt. Solche Elemente sind bei Trover Saves the Universe an der Tagesordnung. (VR-Screenshot)
 

Gelungene, nicht übermäßig kreative VR-Nutzung

Trover Saves the Universe ist ganz klar auf Virtual Reality ausgelegt und ich würde euch unbedingt empfehlen, nur mit aufgezogener Brille zu spielen. Denn ansonsten müsst ihr eure Kopfbewegungen mit dem rechten Analogstick simulieren, was sich unkomfortabel spielt und viele Situationen erschwert. Beispielsweise wird so etwas Simples, wie einen Steinblock von A nach B zu heben, schon einmal zu einer nervigen Geduldsprobe.

Ganz allgemein nutzt das Spiel die Möglichkeiten der virtuellen Realität gut, aber nicht übermäßig kreativ. So antwortet ihr in Dialogen durch Nicken oder Kopfschütteln mit ja oder nein, sucht nach Power Babys, indem ihr euch umseht, oder arbeitet auch mal Hand in Hand mit Trover. Das sieht dann beispielsweise so aus, dass ihr mit seinem Schwert schneckenähnliche Monster in die Luft schleudert, sie als Stuhltopianer auffangt, per Kopfbewegung eine Zielscheibe anvisiert und das Biest darauf schleudert. Einen Kreativitätspreis gewinnt diese Mechanik nicht, bringt aber zumindest in VR durchaus Spaß. Im Fernsehmodus ist sie aber schlecht zu steuern und auch einfach eher öde.
Je nach Gegnertyp reicht bloßes Draufhauen nicht immer aus. Bei den Schildklonen beispielsweise müsst ihr warten, bis sie zuschlagen, um dann endlich von hinten draufhauen zu können. (VR-Screenshot)
 

Fantastische Synchronisation

Justin Roiland hat es sich wie schon bei Rick and Morty nicht nehmen lassen, die Hauptcharaktere selbst zu sprechen. So leiht er Trover und Gorkon seine Stimme, was Fans des Cartoons sicherlich freuen dürfte. Den wie schon in der Serie macht er seine Arbeit auch hier sehr gut und seine maulig-nölige Betonung hat einfach einen gewissen Wiedererkennungswert. Doch auch die anderen Sprecher machen durch die Bank einen ausgezeichneten Job, so dass es gar nicht schlimm ist, dass eine deutsche Vertonung fehlt.

Auch die Optik trägt die Handschrift von Roiland. Zwar sind die Modelle in 3D-Cel-Shading-Grafik gerendert, der Zeichenstil ist aber immer wieder erkennbar. Zudem warten die Levels durch kleine und große Details auf und der Cartoonlook ist super für einen VR-Plattformer geeignet. Im Fernsehmodus wirkt er hingegen teilweise doch etwas arg reduziert. Wie Squanch Games angibt, wird Trover Saves the Universe nach dem Release stückweise mit kostenfreien DLCs erweitert werden.

Autor: Dennis Hilla (GamersGlobal)

 
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Meinung: Dennis Hilla

Als Fan von Rick and Morty habe ich mich von der ersten Sekunde an fantastisch unterhalten gefühlt. Die teils minutenlangen Dialoge versprühen eben diesen weit unter der Gürtellinie angesiedelten Humor, den ich an dem Cartoon so schätze und haben mir immer wieder ein lautes Lachen entlockt. Die Synchronsprecherarbeit von Justin Roiland ist einfach nur fantastisch und das Spielprinzip nutzt die Möglichkeiten einer VR-Brille an vielen Stellen sinnvoll aus. So muss ich in Dialogen nicken oder den Kopf schütteln, um ja oder nein zu antworten, schleudere per Kopf Objekte durch die Welt oder sehe mich nach Power-Babys um.

Doch bei all der VR-Angepasstheit und dem fiesen Humor, im Kern ist Trover Saves the Universe doch ein eher simples Spiel. Die Rätsel und Mechaniken funktionieren gut, fordern aber weder meine grauen Zellen, noch mein Reaktionsvermögen sonderlich oder nutzen die virtuelle Realität annähernd so kreativ wie ein Astro Bot. Und ohne VR-Brille geht ein großer Teil des Charmes verloren und es bleibt ein einfacher Plattformer, der kaum für den Fernseher geeignet ist, übrig, der aber durch seine Derbheit und die schrulligen Nebencharaktere punkten kann – sofern man denn für diese Art des Klamauks empfänglich ist.
 
Trover Saves the Universe PS4
Einstieg/Bedienung
  • Tutorial als Fernsehshow
  • Problemlose VR-Steuerung mit Headset und Controller
  • Steuerung ohne VR unkomfortabel
Spieltiefe/Balance
  • Herrlich bescheuerte Story
  • Derber, teils asozialer Humor...
  • Nette Nutzung von VR-Elementen
  • Witzige Dialoge
  • Abwechslungsreiche Schauplätze
  • Suche nach Power-Babys motiviert
  • Sehr faire Rücksetzpunkte
  • Ohne VR deutlich schlechter spielbar
  • ...der nicht jedem schmecken dürfte
  • Insgesamt zu leicht
  • Relativ kurz (circa vier Stunden)
Grafik/Technik
  • Passender Cel-Shading-Look
  • Grandios abgefahrene Charakterdesigns
  • Für VR verhältnismäßig scharfe Optik
  • Ohne VR zu trist
Sound/Sprache
  • Fantastische englische Synchronisation
  • Deutsche Textübersetzung nicht "Wort für Wort"
  • Passende, leicht alberne Musik
  • Deutsche Texte teilweise fehlerhaft
Multiplayer

Nicht vorhanden
7.5
Note für Ohne VR : 6.0
Userwertung0.0
Mikrotransaktionen
Hardware-Info
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
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  • uPlay
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Dennis Hilla 4. Juni 2019 - 17:44 — vor 2 Jahren aktualisiert
Dennis Hilla Redakteur - P - 151523 - 4. Juni 2019 - 17:44 #

Viel Spaß beim Lesen, Sehen, Hören!

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 150520 - 4. Juni 2019 - 18:30 #

Hat was. Mangels VR lass ich aber die Finger davon.

blobblond 20 Gold-Gamer - P - 23338 - 4. Juni 2019 - 19:26 #

Man kann es auch ohne VR spielen.

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 150520 - 4. Juni 2019 - 20:06 #

Ich weiß, ist laut Dennis aber nicht so empfehlenswert.

Flammuss 21 AAA-Gamer - - 25399 - 5. Juni 2019 - 8:26 #

Ab Freitag gibts die VR Brille sehr günstig im Days of Play Sale;)

vgamer85 21 AAA-Gamer - - 27439 - 5. Juni 2019 - 14:48 #

Na da müssen alle PS4 Besitzer zugreifen :-)

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 150520 - 5. Juni 2019 - 15:57 #

Das Problem ist, dass ich so ein Ding noch nie aufgehabt habe. Ich habe kein Saturn/Media Markt oder ähnliches in der Nähe, wo ich so etwas mal testen könnte. Und blind kaufen wäre ungeschickt. Kann ja sein, dass ich damit nicht klar komme (Motionsickness und so).

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 30766 - 6. Juni 2019 - 2:44 #

Wird echt Zeit für mehr Ausprobiermöglichkeiten. Ich überlege schon ob man nicht sowas wie VR-Partys veranstalten könnte. Wo man Leute einlädt, den Kram zu testen. VR konvertiert bei Kontakt ;) .

Rohrkrepierer 16 Übertalent - - 5658 - 4. Juni 2019 - 19:35 #

"Note für ohne VR" find ich schrullig schön!

Faerwynn 19 Megatalent - P - 15832 - 4. Juni 2019 - 19:47 #

Der Humor von Rick und Morty ist überhaupt nicht unter der Gürtellinie finde ich. Man muss nur mal schauen, wieviel Themen dort intelligent verarbeitet wurden (z.B. Existenzialismus) und wie konsistent die gesamte Serie ist.

Get schwifty.

ZockerVater 23 Langzeituser - - 38984 - 4. Juni 2019 - 20:23 #

Die Frage ist was die Wertung für "Nicht-Rick-und-Morty-Fans" wäre?

Dennis Hilla Redakteur - P - 151523 - 4. Juni 2019 - 20:45 #

Eine klare „lieber nicht spielen außer du kannst mit dem Humor umgehen“ ;)

Ole Vakram Nie 17 Shapeshifter - P - 6874 - 4. Juni 2019 - 21:12 #

Nix für mich. Selbst wenn ich noch die VR hätte

TheRaffer 22 Motivator - P - 32672 - 5. Juni 2019 - 22:24 #

Okay, ist mir eindeutig zu durchgeknallt. :P

Sausi 19 Megatalent - P - 17201 - 6. Juni 2019 - 7:28 #

Danke für den Test. Das Spiel werde ich mir auf jeden Fall irgendwann kaufen, da es zu der Art Spiel zählt, bei der mir in der Regel kein bisschen schlecht wird (VR) ;-)