Diktatoren-Simulator, die Fünfte

Tropico 5 Test

Steckbrief
LinuxMacOSPCPS4360XOne
Strategie
16
Haemimont Games
Kalypso Media
23.05.2014
Link
Amazon (€): 22,99 (PS4), 24,95 (xbox 360), 12,99 (PC), 39,99 (Xbox One)
GMG (€): 9,99 (STEAM), 8,99 (Premium), 14,99 (STEAM), 13,49 (Premium), 49,99 (STEAM), 44,99 (Premium), 2,99 (STEAM), 2,69 (Premium), 2,99 (STEAM), 2,69 (Premium), 7,99 (STEAM), 7,19 (Premium), 2,99 (STEAM), 2,69 (Premium), 2,99 (STEAM), 2,69 (Premium), 19,99 (STEAM), 17,99 (Premium), 2,99 (STEAM), 2,69 (Premium), 7,99 (STEAM), 7,19 (Premium), 2,99 (STEAM), 2,69 (Premium), 2,99 (STEAM), 2,69 (Premium), 2,99 (STEAM), 2,69 (Premium), 39,99 (STEAM), 35,99 (Premium), 2,99 (STEAM), 2,69 (Premium), 2,99 (STEAM), 2,69 (Premium)
El Presidente ist zurück. In seinem fünften Abenteuer wandelt unser Lieblings-Diktator auf altbekannten Pfaden. Er hat aber auch einige Neuerungen im Gepäck, um seine Herrschaft in den Tropen weiter auszubauen.
Stephan Petersen 23. Mai 2014 - 0:00 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Seit 2001 erfreut die Tropico-Serie Hobby-Despoten. Insbesondere Tropico 4 (GG-Test) bot zusammen mit seiner Erweiterung Modern Times ein fast rundes Spielvergnügen. Wenn da neben einigen kleineren Mängeln nicht die nicht ganz so runde Spielbalance gewesen wäre. Mit einer einfachen Taktik konnte man zu oft zum Maximo Lider werden: zunächst rücksichtslos Ressourcen abbauen und anschließend mit der Kohle eine florierende Industrie aufbauen.

Im Kern ein echter El PresidenteKnapp drei Jahre nach seinem letzten Auftritt kehrt El Presidente nun im fünften Teil der Diktatoren-Simulation zurück. Mit im Gepäck hat er nicht nur wieder Berater Penultimo, sondern auch einige spielerische Neuerungen. Im Kern, so viel sei vorab schon verraten, spielt sich Tropico 5 wie sein Vorgänger. Als Diktator einer karibischen Bananenrepublik ist euer oberstes Ziel der eigene Machterhalt. Dazu beutet ihr die Ressourcen eures Inselparadieses aus, baut Industriezweige auf und lockt wandelnde Geldbörsen in Form von westlichen Touristen ins Land. Zudem müsst ihr die Bedürfnisse nach Nahrung, Wohnraum, Sicherheit, Unterhaltung, Religion und so weiter befriedigen, die eure Untertanen haben. Leider handelt es sich bei ihnen überwiegend um einfältige Kreaturen, die regelmäßig den unermesslich weisen Ratschluss von El Presidente, also euch, in Frage stellen und Wahlen fordern. Stellt ihr eure Untertanen nicht zufrieden, werdet ihr abgewählt. In ganz schlimmen Fällen droht sogar eine Rebellion.

Die Missionen warten mit einigen witzigen Ideen auf.
Bevor wir uns in den machtpolitischen Kampf stürzen, steht die Wahl des Spielmodus an. Beim "Sandkasten" handelt es sich um ein offenes Spiel, bei dem ihr vor Beginn die Parameter wie etwa Siegbedingung oder Startkapital festlegt. Zwölf Inseln stehen zur Auswahl, hinzu kommen weitere zufallsgenerierte. Darüber hinaus bietet Tropico zum ersten Mal einen Mehrspieler-Modus. Bis zu vier Spieler siedeln mit ihrer Nation gleichzeitig auf einer Insel und können entweder zusammenspielen oder miteinander konkurrieren und sich sogar den Krieg erklären. Bisher hatten wir aber noch keine Möglichkeit, diesen Modus auszuprobieren. Zu guter Letzt bleibt noch der Kampagnen-Modus, den wir gleich näher vorstellen. Dann wählen wir noch den Schwierigkeitsgrad, der aus drei Elementen besteht (Politische Stabilität, Wirtschaft und Katastrophen). Erfahrene Hobby-Diktatoren greifen übrigens gleich zu den höchsten Schwierigkeitsgraden. Dann ist Tropico 5 auch für sie eine Herausforderung.
Gelegentlich kommt es in Tropico 5 zu militärischen Auseinandersetzungen, die selbstständig ablaufen.

Krieg, Krieg ist immer gleichDer Kampagnen-Modus schickt uns abermals durch eine mehrere Missionen umspannende Handlung, bei der es gewohnt humorvoll zugeht. Satirische Seitenhiebe auf politische Gruppierungen, Großmächte und historische Figuren fehlen ebenso wenig wie die ein oder andere Hommage an bekannte Filme und Games („Krieg, Krieg bleibt immer gleich“ – "War never changes" aus Fallout). Klasse sind in diesem Zusammenhang wieder die von sehr guten Sprechern vorgetragenen Radionachrichten, die zum aktuellen Spielgeschehen passen. Errichtet ihr beispielsweise eine Polizeistation, folgt hierzu ein entsprechender Radiobeitrag. Genauso werden Verordnungen (hießen in Tropico 4 noch Erlasse) kommentiert. Das sorgt für Abwechslung und zieht uns in die Spielwelt.

Allerdings erreicht der fünfte Teil bezüglich Karibik-Soundtrack, schwarzem Humor und Satire nicht ganz die Güte des Vorgängers, der noch wit
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ziger und tiefsinniger war. Das macht sich auch an den Charakteren bemerkbar, die wie gewohnt in Form von Ereignisfenstern und Karikaturen daherkommen. Von ihnen gibt es erheblich weniger als im Vorgänger, wo noch jede ausländische Macht und jede innenpolitische Fraktion einen eigenen Vertreter samt Karikatur hatte. Kurzum: Atmosphärisch erreicht Tropico 5 nicht die Klasse des Vorgängers. Abstriche müsst ihr auch bei der Missionsstruktur hinnehmen. Zwar gibt es wieder zahlreiche Haupt- und Nebenmissionen (gelegentlich mit einer gehörigen Prise Humor gewürzt), in denen ihr ein bestimmtes Gebäude oder eine konkrete Menge einer Ressource exportieren sollt. Im vierten Teil war die Missionsstruktur allerdings noch abwechslungsreicher und sorgte für mehr Wendungen im Spielverlauf. Hier wird mehrmals ein eingeschlagener Weg nicht mehr verlassen, Überraschungen sind Mangelware. Wenn wir zu Missionsbeginn die Aufgabe „Erwirtschafte eine Million, um die Mission zu gewinnen“ erhalten und zwischendurch fast nichts mehr passiert und kaum neue Aufgaben hinzukommen, dann zeugt das nicht von allzu hoher Kreativität. Immerhin sind Missionen wie die beschriebene der Extremfall.
Die wichtigsten Neuerungen
Tropico 5 bietet einige Verbesserungen und Neuerungen zum Vorgänger. Die wichtigsten möchten wir euch an dieser Stelle vorstellen. 1 Manager geben Boni auf Gebäude. In diesem Fall steigt die Effizienz, die Arbeitsqualität sinkt jedoch. 2 Handelsrouten sind lukrativ, haben meistens aber auch Auswirkungen auf die Beziehungen zu ausländischen Großmächten. 3 Dank der Verfassung könnt ihr die politischen Rahmenbedingungen eurem Spielstil beziehungsweise der jeweiligen Spielsituation anpassen. 4 Familienmitglieder haben individuelle Fähigkeiten und können als Manager in Gebäuden eingesetzt werden, siehe oben. 5 Mit erforschten Technologien schaltet ihr neue Gebäude und weitere Spielelemente frei. 6 Das Budget hat Einfluss auf Faktoren wie die Effizienz und die Arbeitsqualität eines Gebäudes.
 
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