Drei Freunde auf Abenteuerreise

Trine 2 Test

Das 2009 erschienene Trine war ein echter Überraschungshit. Es überzeugte mit cleveren Rätseln, nachvollziehbarer Physik und spannenden Kämpfen. Und obwohl das Spiel wie ein 2D-Sidescroller aufgebaut war, sah das alles auch noch wunderschön aus. Ob Teil 2 ohne Überraschungsbonus dem kritischen Testerblick standhält, verraten wir euch.
Tim Gross 11. Dezember 2011 - 22:15 — vor 7 Jahren aktualisiert
Trine 2 ab 29,95 € bei Amazon.de kaufen.
Was haben ein schmächtiger Zauberer, ein stämmiger Krieger und eine hübsche Bogenschützin gemeinsam? Auf den ersten Blick gar nichts. Und doch steckt dieses Trio gemeinsam in einem Zauberartefakt, das sich Trine nennt. Gut für uns, denn so können wir jederzeit bestimmen, welchen der drei Genossen wir spielen wollen. Ein Tastendruck genügt, und wir wechseln von Nahkämpfer Pontius zu Zauberer Amadeus oder Diebin Zoya. Das ist auch bitter nötig, denn wir benötigen die unterschiedlichen Fähigkeiten der drei, um uns durch die Welt von Trine 2 zu kämpfen und zu rätseln. 
 
Moment, was ist denn ein Trine? Wir spulen zurück auf Anfang. Im Vorgänger waren die drei zunächst getrennt unterwegs. Zoya suchte nach einem legendären Schatz, während Amadeus den Nachthimmel studierte und Ritter Pontius die örtliche Zauberakademie beschützen wollte. Alle drei erreichten zufällig zur gleichen Zeit eine große Kammer, in der Zoya ihren Schatz vermutete. Anstelle von Gold und Silber fanden sie jedoch das Trine-Artefakt und verschwanden darin, denn der Trine hat die Macht, Seelen an sich zu binden. Das ist der Grund, warum immer nur einer der drei Hauptdarsteller in der physischen Welt existieren kann, während die anderen beiden im Trine gefangen bleiben.
  
Aller Anfang ist leicht
Ihr steuert also im von der Seite dargestellten Rätsel-Action-Adventure gleich drei Charakterklassen, die alle ihre Eigenheiten haben. Da überrascht es nicht, dass euch Trine 2 einiges abverlangt. Ihr müsst Rätsel lösen, euch dabei die hauseigene Physikengine zunutze machen, diverse Geschicklichkeitseinlagen meistern und nebenbei allerhand Gegner verdreschen. Klingt erstmal nach ziemlich viel. Doch Trine-Neulinge werden im gelungenen Tutorial sehr gut an das Spielprinzip herangeführt.  
 
Zu Beginn des Spiels lernt ihr zunächst die Fähigkeiten der Charaktere kennen. Dazu spielt ihr jeden der drei einzeln.
Das Spiel beginnt mit Amadeus, der von einem mysteriösen Licht geweckt wird. Mehr oder weniger unerschrocken folgt er diesem und muss auf seinem Weg erste Hindernisse überwinden. Dazu müssen wir Kisten beschwören und Dinge schweben lassen. Als wir das Licht – das sich als Trine herausstellt – erreichen, treffen wir auf Pontius, der uns erklärt, dass wir das Königreich retten müssen. Um den nicht sonderlich begeisterten Zauberer zu überzeugen, ihn auf seiner Reise zu begleiten, erzählt er Amadeus, wie genau er den Trine wiedergefunden hat. Im folgenden Rückblick erlernen wir den Umgang mit Schwert, Schild und Hammer. Zu guter Letzt spielen wir Diebin Zoya, die Feinde dank Pfeil und Bogen auf Distanz hält und mit ihrem Enterhaken in Levelecken gelangt, die für Zauberer und Kämpfer unerreichbar sind. Am Ende des Tutorials ist das Trio durch den Trine wieder vereint, ihr wisst alles Grundlegende, und das Abenteuer kann beginnen. 
 
Die Mauer muss weg
Einen großen Teil des Spiels werdet ihr mit Denken verbringen, denn Trine 2 hält unzählige Rätsel parat, die fast immer auf die sehr gute Physikengine aufbauen. Zu Beginn sind die Denkaufgaben noch schnell gemeistert; beispielsweise müsst ihr euer Gewicht auf einer Wippe verlagern, um höher gelegene Ebenen zu erreichen. Doch der Schwierigkeitsgrad zieht schnell an, schon bald müsst ihr die unterschiedlichen Fähigkeiten der Charaktere miteinander kombinieren, um im Level voran zu kommen. Wenn ihr mal länger an einer Rätselnuss knackt, geben euch die Spielcharaktere zudem Tipps... die leider nicht sonderlich hilfreich sind. Wenn euch etwa ein großer Eisklumpen den Weg versperrt und ihr nach fünf Minuten von Zoya erfahrt, dass ihr das Eis vermutlich schmelzen müsst, werdet ihr wohl kaum vor Dankbarkeit auf die Knie fallen. 
 
Die Rätsel sind dabei sehr abwechslungsreich. Ihr müsst unter anderem Wasser umleiten, Schalter betätigen, Feuer löschen oder Rohre miteinander verbin
Anzeige
den. Auch gibt es geheimnisvolle Spiegelportale; was hier auf der einen Seite reingeht, portalt, Verzeihung, kommt sofort an anderer Stelle beim Gegenstück wieder heraus.
 
Ein kurzes Beispiel für eines der vielen gelungenen Rätsel: Wir stehen vor einer großen Wassergrube und müssen eine Mauer überspringen. Die ist leider zu hoch, als dass wir sie mit einem beherzten Sprung aus dem Wasser überwinden könnten. Was wir brauchen, ist eine Holzplattform, die auf dem Wasser schwimmt. Von hier aus hätten wir sicher genug Sprungkraft, um lässig über die Mauer zu kommen. Wir tauchen ab und finden ein paar Fässer, die nicht weit entfernt unter einer Decke festhängen. Mit ein wenig Schieberei bringen wir die Fässer zum Auftauchen, und mit der so kreierten Plattform springen wir gekonnt über das Hindernis hinweg. So viel Spaß mit Physikrätseln hatten wir seit Half-Life 2 und Portal 2 nicht mehr! Später werden ähnliche Passagen dank mehrerer Wasserkammern und uns wegstoßender Druckluftelemente deutlich komplizierter. Einige Rätsel lassen sich sogar auf unterschiedliche Art und Weise lösen.  
Die Rätsel sind den Entwicklern hervorragend gelungen. Hier müssen wir ein altes Schaltersystem reparieren und dazu Rohre miteinander verbinden.
 
Um über diesen Inhalt mitzudiskutieren (aktuell 49 Kommentare), benötigst du ein Fairness- oder Premium-Abo.