Test: Abwrackprämie? Von wegen!

Transformers - War for Cybertron Test

Roboter, die sich in Autos, Trucks und Kampfjets verwandeln können, finden normalerweise nur achtjährige Jungs cool. Nachdem schon zahlreiche Spielzeug-Umsetzungen massiv schief gegangen sind (wir denken da etwa an G.I. Joe), war unsere Erwartungshaltung bei dieser neuen gering. Zu Unrecht, wie sich im Test herausstellte!
Philipp Spilker 2. Juli 2010 - 19:44 — vor 9 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3
Transformers - Kampf um Cybertron ab 9,90 € bei Amazon.de kaufen.
Versionsunterschiede im Überblick


Transformers - War For Cybertron ist ein Multiplattform-Release und wurde zeitgleich auf PC, 360, PS3, Wii und DS veröffentlicht. Wir testen hier die PC-Version, die deckungsgleich mit den Versionen für 360 und PS3 ist, die wir kurz in Händen hatten.

Die Transformers-Spiele für die Wii und den DS hingegen haben mit ihren größeren Brüdern jedoch verschwindend wenig gemeinsam. Auf der Wii heisst das Spiel Transformers - Cybertron Adventures und kommt als Rail-Shooter daher. Die Story konzentriert sich auf Nebenereignisse der Geschichte der Next-Gen-Versionen und ist daher, gerade für Nicht-Serienkenner, nur schwer verständlich.

Auf dem DS gibt es gleich zwei Spiele - eine Autobots und eine Decepticon-Variante. Ansonsten ähnelt das Spiel seinen großen Brüdern, nutzt aber das Touchscreen-Feature des DS. Oben zu sehen ist ein Screenshot der Wii-Version des Spiels.
Die Vorgeschichte des Testers mit den Transformers ist schnell erzählt, denn sie existiert quasi nicht. Zwar beobachtete der kleine Philipp schon früh erstaunt, dass ein Großteil seines jugendlichen Freundeskreises mit größter Begeisterung Spielzeugroboter in Kampfstationen, pfeilschnelle Düsenjets oder PS-starke Autos verwandelte, aber dessen ungeachtet ging die Merchandisingwelle an ihm vorbei. Er hatte keinen Lieblingstransformer, las keine Transformer-Comics und kannte den Namen Megatron auch wirklich nur deswegen, weil der sich irgendwie witzig anhörte. Als Michael Bay den Robotern dann 2007 zu einem Comeback auf der großen Leinwand verhalf, schaute Herr Spilker zu und bewunderte ausgiebig Megan Fox... äh... die Transformers dabei, wie sie ganze Städte in Schutt und Asche legten. Und dann vergaß er das alles ganz schnell wieder.

Wieso wir euch diese Vorgeschichte erzählen? Damit ihr nicht glaubt, dieser Test sei von einem sabbernden Fan geschrieben, der seine Transformers-Bettwäsche nur alle zwölf Monate wäscht, weil er einfach nicht ohne sie sein kann! Kommen wir also zum von den High Moon Studios entwickelten Spiel Transformers - War for Cybertron. Und gleich zur guten Nachricht: Falls ihr Transformers-Fans seid, könnt ihr mit dem Lesen aufhören, euch das Spiel kaufen und glücklich damit werden. Wenn ihr aber keine Fans seid, dann werden wir euch im Folgenden erklären, wieso diese Spielzeug-Umsetzung sowohl in ihren beiden Kampagnen als auch mit ihren zahlreichen Multiplayermodi auch euch höllischen Spaß machen könnte.

Der Anfang vom Ende

Transformers - WFC stellt in seinen beiden Kampagnen den Exodus der Transformers von ihrem Heimatplaneten Cybertron nach. Im Lauf der Geschichte werden Fans viele Aha-Momente erleben. Wir wollen uns hier nicht in Spoiler-Territorium begeben, sagen aber zumindest soviel: Ihr erlebt mit, wie Starscream zu den Decepticons überläuft, werdet Zeuge von Optimus' Ernennung zu Optimus Prime und erlebt außerdem den sagenumwobenen Mega-Transformer Omega Supreme in Aktion. Und falls euch diese Namen nichts sagen, werdet ihr die Story dennoch immer verstehen. Denn Transformers - WFC gelingt der Spagat zwischen Fans und Serienneulingen sehr gut.

Angenehm ist dabei auch der hohe Sprechanteil der Transformers, immer mal wieder verwickeln sie sich während der Missionen in launige Wortgefechte. Wer jedoch die englische Sprachausgabe und somit Peter Cullen als Optimus Prime genießen möchte, muss entweder im Ausland bestellen oder sich die PS3-Version besorgen: Die deutschen Versionen für 360 und PC enthalten beide ausschließlich die deutsche Sprachausgabe. Vom grauenhaften Erzähler (der glücklicherweise nur selten zu hören ist) und einigen Nebenrollen einmal abgesehen, waren wir mit der deutschen Synchronisation der Blechbüchsen jedoch insgesamt recht zufrieden.

Auch Nichtkenner der Serie werden schnell verstehen, dass Megatron (hier auf der Leinwand) eher böse ist.
Transformers - WFC beginnt zwar verhältnismäßig langsam, steigert sich aber bereits ab der zweiten Mission stark und ist spätestens ab dem Ende des ersten Drittels ein Actionfeuerwerk ohne Verschnaufpause. Vergleiche mit Gears of War 2 drängen sich nicht nur aufgrund der verwendeten Unreal Engine 3 auf, sondern auch vom Spieltempo her. Und das, obwohl High Moon Studios das bestimmendste Feature von Gears of War nicht übernommen haben: Die nun mal recht großen Transformers müssen ohne Deckungssystem auskommen. Dadurch seid ihr ständig in Bewegung, um nicht in die Schusslinie der Feinde zu gelangen. Das ist jedoch gerade bei den Endgegnern ein recht hoffnungsloses Unterfangen, denn sie kommen ab und zu locker auf das 50-fache eurer eigenen Größe...

Aber wozu sind wir im Spiel schließlich Transformers? Ein einfacher Druck auf die F-Taste, und wir verwandeln uns in Sekundenbruchteilen in unsere zweite Form. Das sieht dann in der Praxis wie folgt aus: Gegner mit euren Handwaffen beharken, ihm dann als Auto mit einem beherzten Sprung über eine Rampe aus der Schusslinie fahren, noch mitten im Sprung wieder eure normale Gestalt annehmen und dem Gegner mit erneutem Beschuss in den Rücken fallen. Das ist nur eine von mehreren sinnvollen Kombinationen. So simpel dieses Konzept auch klingen mag: Es ist im Single- und erst recht im Multiplayer-Modus eine der ganz großen Stärken des Spiels. Falls ihr euch also denkt, dass sich das schon auf dem Papier spaßig anhört, garantieren wir euch: Ist es im Spiel erst recht!

Optimus, Bumblebee und Sideswipe lassen sich in der Autobotkampagne in ein Decepticon-Gefängnis schmeissen, um dort Zeta Prime zu befreien. Die Story des Spiels ist überdurchschnittlich gut und besonders für Fans interessant.
Um über diesen Inhalt mitzudiskutieren (aktuell 24 Kommentare), benötigst du ein Fairness- oder Premium-Abo.