Test: Keine Angst vor Spielzeug!

Transformers – Untergang von Cybertron Test

Benjamin Braun 23. August 2012 - 19:17 — vor 7 Jahren aktualisiert
Nicht überall sieht das Spiel so gut aus wie am Anfang, aber überwiegend geht die Grafik voll in Ordnung.
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Unreal-Engine mit allen Stärken und SchwächenDass die Spielwelt von Transformers als Heimatplanet von Maschinen nicht unbedingt menschliche Idyllen zu bieten hat, ist klar. Dennoch gelingt es den Entwicklern, für eine gewisse Vielfalt zu sorgen. Mal befinden wir uns in dungeonartigen Umgebungen, mal als Flugzeug hoch über den Wolken. Die großen Kreaturen, mit denen sich Optimus Prime anlegen muss, sind imposant. Zum Einsatz kommt einmal mehr die aktuelle Unreal-Engine mit all ihren Stärken und Schwächen. Generell steht sie dem metallischen Look des Spiels gut, die vielen hübschen Effekte sorgen für ein stimmiges Gesamtbild. Bei genauerem Hinsehen tun sich jedoch einige der üblichen Schwächen auf, zum Beispiel Texturnachlader beim Levelstart. Auch an anderen Stellen kommt das Spiel nicht immer mit dem Nachladen der höher aufgelösten Texturen für Nahansichten nach, was besonders den Transformers störend anzusehen ist.

Beim Übergang in einen neuen Ladeabschnitt, den die Entwickler gerne mal mit einer Fahrstuhl-Fahrt, einer Cutscene oder auch einem längeren Fußmarsch durch einen Gang übertünchen, kommt es auch immer wieder vor, dass das Spiel für einen Moment auffällig ruckelt. Manche der Effekte wirken zudem veraltet. Die Rauchwolke eines explodierten Bots sah bei entsprechenden Starttiteln der Xbox 360 nicht wirklich schlechter aus. Aber das klingt jetzt alles schlimmer, als es ist: Tranformers – Fall of Cybertron sieht alles in allem gut aus. Gerade die Animationen beim Wechsel der Gestalt von Roboter zu Fahrzeug sind exzellent. Da sind kleinere Probleme bei der Kollisionsabfrage oder die teilweise etwas sonderbare Fahrzeugsteuerung vernachlässigbar. Auffällig ist aber eines: Die ersten paar Kapitel sehen insgesamt wertiger aus als spätere Spielabschnitte. Aber so ist das wohl, wenn man in der letzten Produktionsphase von vorne nach hinten nochmals drüber geht und irgendwann die Zeit knapp wird.

Mehrspielermodus und Langzeitmotivation
Alternativen
Spiele auf Basis von Comic-Lizenzen gibt es viele, etwa The Amazing Spider-Man (GG-Test: 7.0). Zu den guten Umsetzungen zählen zweifellos die beiden Teile von The Darkness (Test zu Teil 2: 8.0). Transformers - Untergang von Cybertron steht, von der gestrichenen Koop-Kampagne einmal abgesehen, in so ziemlich jeder Hinsicht in der Tradition des guten direkten Vorgängers Kampf um Cybertron (GG-Test: 8.0) und hat nichts mit dem eher kläglichen Transformers 3 (GG-Test: 6.0) zu tun.
Eines vorweg: Anders als beim Vorgänger Kampf um Cybertron gibt es in Untergang von Cybertron keinen Koop-Modus, in dem ihr die Kampagne mit Freunden erleben könnt. Ihr habt zwar hier und dort einen Begleiter an eurer Seite, der wird aber grundsätzlich, meist mehr schlecht als recht, von der KI gesteuert. Gemeinsam mit euren Freunden könnt ihr lediglich in mehreren Online-Modi mit- oder gegeneinander antreten. In Eskalation tretet ihr generell im Team gegen bis zu 15 Gegnerwellen an. Euer einziges Ziel lautet Überleben. In "Kopfjäger" lassen alle getöteten Kämpfer ihre Sparks fallen, die ihr dann aufsammeln und zur Basis zurückbringen müsst, um Punkte zu sammeln. Im Eroberungsmodus müsst ihr strategische Punkte einnehmen und halten, Team-Deathmatch und Capture the Flag erklären sich von selbst. Neuerdings dürft ihr euren Online-Charakter, den ihr wie gehabt aus vier Klassen bestimmt, auch umfangreich euren eigenen Vorstellungen anpassen, also etwa die Farben seiner Panzerung und anderes bestimmen.

Die 13 Kapitel der Kampagne könnt ihr später beliebig anspringen und nochmals spielen, um Energon für sämtliche Waffenupgrades zu sammeln, die Missionen auf einem höheren Schwierigkeitsgrad zu bewältigen oder Sammelobjekte wie die Audiologs einzusacken. Außer den Achievements gibt es also keinen besonderen Anreiz, die Kampagne ein weiteres Mal zu absolvieren. Die sechs bis acht Stunden, die ihr in Abhängigkeit vom Schwierigkeitsgrad für einen Durchgang benötigen werdet, sind in Ordnung.

Autor: Benjamin Braun (GamersGlobal)

Benjamin Braun
Ich bin kein alteingesessener Transformers-Fan und Michael Bays Kinofilme hätten mir nach dem ersten Teil offen gestanden gestohlen bleiben können. Aber das liegt nicht an den Transformers selbst. Untergang von Cybertron hat mir nämlich gut gefallen. Es ist (fast) immer was los und ständig darf ich in die Haut eines neuen Charakters schlüpfen. Von der Story selbst habe ich nicht viel erwartet, sodass ich vielleicht die Erzählstruktur und die Charakterwechsel etwas besser fand, als sie tatsächlich sind. Aber das Spiel liegt erzählerisch eindeutig über dem, was die meisten anderen Actionspiele zu bieten haben.

Spielerisch liefert das neue Transformers solide Kost. Es erhebt sich zwar in seltenen Momenten in die Regionen eines Actionkrachers, meistens sind es aber vergleichsweise plumpe Feuergefechte gegen grenzdebile Gegner, die mich mehr mit Masse als mit Klasse fordern. Die Spielmechanik bietet aufgrund der Spezialfähigkeiten und der namensgebenden Besonderheit der Transformer viel Abwechslung. Innerhalb der einzelnen Kapitel musste ich aber oft mehrfach hintereinander dieselben Dinge tun. Gerade dort sind die Zeitstrecker in der gut siebenstündigen Kampagne am auffälligsten. Ein bisschen mehr Auswirkungen der Waffenwahl auf die Spielbalance hätte ich mir auch gewünscht. Trotzdem: Mir hat's Spaß gemacht, und wer nach einem guten Actionspiel sucht, um die Lücke bis zu den Weihnachtshighlights zu überbrücken, der findet in Transformers einen geeigneten Titel.

 Transformers - Untergang von Cybertron
Einstieg/Bedienung
  • Gut integriertes Tutorial
  • Intuitive Gamepadbedienung
  • Fahrzeugsteuerung etwas gewöhnungsbedürftig
Spieltiefe/Balance
  • Großes Waffenarsenal...
  • Regelmäßiger Charakterwechsel sorgt für Abwechslung
  • Vergleichsweise spannende, wendungsreiche Story
  • Schnelle Feuergefechte ohne Stillstand
  • Einige nette Offensiv- und Defensiv-Gadgets
  • Fast jeder Charakter besitzt eine Spezialfähigkeit
  • Auch auf der "bösen" Seite spielen
  • ... das sich relativ wenig auf Spielweise und Balance auswirkt
  • Äußerst schwache KI
  • Nur selten wirkliche Taktik nötig, selbst gegen einige Bossgegner nicht
  • Einige Mission durch generische Massen- und Abwehrschlachten gestreckt
Grafik/Technik
  • Viele sehr schöne Effekte...
  • Insgesamt stimmige Grafik
  • Meist sehr gute Animationen (besonders beim Transformieren)
  • Teilweise zerstörbare Umgebung
  • ... aber auch einige veraltete
  • Texturnachlader
  • Spätere Levels oft mit merklichen Schwachpunkten (Texturen u.a.)
Sound/Sprache
  • Sehr gute englische Sprecher
  • Bombastischer Soundtrack
  • Gute Effekte
  • Nur deutsche Untertitel
Multiplayer
  • 5 Spielmodi (unter anderem Team-Deathmatch)...
  • ... die sich überwiegend am Standard orientieren
  • Keine Koop-Kampagne mehr
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8.3
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Action
12
High Moon Studios
Activision
24.08.2012
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