The Climb 2

The Climb 2 Test+

Intensive Crytek-Kletterei

Hagen Gehritz / 4. März 2021 - 22:04 — vor 1 Jahr aktualisiert
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Crytek
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04.03.2021
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Teaser

Crytek lässt euch in VR ohne Sicherheitsnetz steile Wände erklimmen. Und die Geschicklichkeitsparcours in Canyons, Buchten und Häuserschluchten machen Laune!
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Alle Screenshots & Videoszenen stammen von GamersGlobal.

In The Climb ist der Name Programm: Ihr klettert in der Ego-Perspektive. Und zwar "Free Solo", also ohne Seil, Netz und doppelten Boden! Während der erste Teil euch Kurse in je drei Schwierigkeitsstufen in drei Naturgebieten vorsetzte, könnt ihr in The Climb 2 nun durch insgesamt 15 Levels kraxeln. Dabei kriegt ihr wieder schöne mit der CryEngine gerenderte Naturpanoramen zu sehen, aber auch ein städtisches Gebiet ist dabei und ihr erlebt die fünf Zonen zu verschiedenen Tageszeiten. Was bleibt: Es gibt keine Story, es geht um das pure Erkunden der Kletterwege und Geheimnisse im ersten Schritt. Der nächste Schritt ist die Highscore-Jagd.

Während der Vorgänger auch für die Oculus Rift erhältlich war, ist die frisch veröffentlichte Fortsetzung exklusiv für Oculus Quest erschienen. Gerade beim Klettern um Ecken oder Sprünge in die entgegengesetzte Blickrichtung ist die Kabelfreiheit der Quest auch bei diesem Titel ein klarer Vorteil. Hierzulande besteht aber weiter das Problem, dass Facebook die Quest 2 nicht vertreibt und auch allgemein keine neuen Oculus-Geräte in Deutschland verkauft, da der Konzern mit den hiesigen Behörden wegen der zwingenden Verknüpfung von Oculus-Konto und Facebook-Konto Probleme hat. Daher haben wir The Climb 2 mit dem ersten Quest-Modell getestet.
Das Tutorial führt euch schnell in alle grundlegenden Funktionen ein.
 

Entspannter Extremsport?

In The Climb 2 wählt ihr bei einer Strecke zwischen Casual- und Profi-Modus. Beim Casual-Spiel greift einfach mit den Touch-Controllern nach Kanten und zieht euch nach oben, ohne euch um Ausdauer Gedanken zu machen. Das erlaubt relativ entspanntes Auskundschaften der Kurse. Crytek gibt dabei einige Anreize zum Erkunden: Jede Strecke bietet alternative Routen, dazu finden sich Geheimnisse wie Sammelobjekte und Punktejäger scouten potentielle Abkürzungen.

Die Betonung liegt auf „relativ“ entspannt: Ihr könnt jederzeit abstürzen und die Kurse bieten einige böse Überraschungen. Als ich eine schiefe Leiter auf einem Hochhaus hochkletterte, dachte  ich die kracht hinter mir zusammen, doch sie gab fast sofort den Geist auf und stürzte mit mir ab! Da fühlte ich mich glatt wie Nathan Drake und wollte „Nein nein nein nein!“ schreien, während ich panisch versuchte, irgendetwas zu fassen zu bekommen.

Auch kommt ihr selbst auf den Anfängerkursen nicht weiter, ohne euch für Sprünge kräftig von Kanten zu stoßen. Bis ihr dabei ein Gefühl für den virtuellen Raum entwickelt habt, werdet ihr ein paar Mal in die Tiefe segeln und beim letzten Checkpoint wieder aufwachen. Auch, weil die Kollisionsabfrage bei Sprüngen vereinzelt aussetzt. Da passiert es auch schonmal, dass ihr plötzlich mit dem Kopf in einem Objekt steckt, was eine nicht gerade der Immersion förderliche Hinweisanzeige auf den Plan ruft. Spätestens wenn ihr aus großer Höhe an die frei schwingende Ladung eines Krans springt, ist jedem klar: The Climb 2 ist nichts für Leute mit nervösem Magen. Es gibt jedoch auch keine zusätzlichen Motion-Sickness-Einstellungen wie Vignetten im Optionsmenü.
Die Leiter sieht nicht stabil aus und das ist sie auch nicht!
 

Nur nicht loslassen

Der Profi-Modus ist der eigentliche Kern des Spiels: Haltet ihr euch darin mit beiden Händen fest, regeneriert ihr die Ausdaueranzeigen an euren Handgelenken, doch hängt ihr nur an einer Hand, verliert ihr Ausdauer. Viele Features erschweren das simple Grundkonzept vom Haushalten mit der Ausdauer und so wird aus der VR-Erfahrung ein arcadiges Geschicklichkeitsspiel.

Indem ihr regelmäßig die Hände mit Magnesia einreibt, reduziert ihr den Energieverbrauch. Manche Vorsprünge müsst ihr erst mit einer Hand von Steinchen befreien, ehe ihr sie fassen könnt, andere sind spitz und reduzieren eure Ausdauer, auch wenn ihr beide Hände benutzt. Der Trick, um dennoch schnell voranzukommen ist der Griff mit halber Kraft, bei dem ihr die Trigger der Touch-Controller nur halb durchdrückt und so keine Ausdauer verbraucht. Wenn man drauf achtet ist das eigentlich leicht zu lernen. Das immer cool umzusetzen, während unter meinen Händen Griffe abbrechen ist eine andere Sache...
The Climb 2 bietet  auch auf der ersten Quest schöne Naturpanoramen, doch würde beim Blick auf das Meer auffallen, dass die Wellen wie in der Zeit eingefroren stillstehen. Nur nahe Gewässer wie Wasserfälle sind wirklich animiert.
 

Schöner Ausblick mit Detailschwächen

Beim Weg zur Spitze begleitet euch selten Musik, aber eine stimmige Soundkulisse. Grafisch belohnen schöne Panoramen und Naturerlebnisse wie Begegnungen mit Wildtieren. Kommt nur nicht auf so bekloppte Ideen wie ich und versucht eine aggressive Schlange zu streicheln…

Auf dem ersten Quest-Modell macht die Grafik merkliche Kompromisse, so sind so einige Texturen und auch manche Modelle aus der Nähe betrachtet recht grob. Auch gibt es zwar viele dynamische Elemente in der Welt, doch weiter entfernte Gewässer bewegen sich beispiesweise gar nicht, sondern wirken wie in der Zeit eingefroren. Mit der Quest auf den Kopf empfand ich selten Dinge als wirklich hässlich, aber manches sticht doch so ins Auge, dass ich beim Klettern innehielt und mich fragte, was das für seltsame Blumen in den Blumenkästen sind, deren Stengel aussehen wie ein aus einem radioaktiven Versuchslabor ausgebrochener Mutanten-Brokkoli.

Autor: Hagen Gehritz (GamersGlobal)

 
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Meinung: Hagen Gehritz

The Climb 2 erklettert gekonnt die VR-Spielspaßhöhen und ist dank der Features rund ums Ausdauer-Management wie schon der erste Teil ein waschechtes Geschiklichkeitsspiel und nicht nur eine Kletterurlaub-Experience. Beim ersten Erkunden der Routen im Profi-Modus braucht ihr je nach Spielstil bis zu 30 Minuten. Alternative Wege und Geheimnisse setzen wie im Vorgänger Erkundungsreize. Für längerfristige Motvation müsst ihr Spaß an der Jagd nach Highscores mitbringen – schnellere Bestzeiten, Flow-Kombos und Herausforderungen bieten viele Stellschrauben, um sich stetig zu verbessern. Als Belohnungen winken aber lediglich kosmetische Items wie neue Uhren und Handschuhe. Dazu könnt ihr die Geister anderer Spieler für indirekte Wettrennen herunterladen – einen direkten Multiplayer gibt es dagegen nicht.

Die Schauwerte von The Climb 2 werden auf dem ersten Oculus-Quest-Modell etwas von merklichen Grafik-Kompromissen getrübt. Auch ist es ärgerlich, wenn einem Aussetzer der Kollisionsabfrage bei Sprüngen vereinzelt die Tour versauen.

Im Vergleich zum Vorgänger trumpft The Climb 2 mit mehr Levels, dynamischen Elemente wie Seilen und kreativen wenn auch sehr unrealistischen Ideen auf. Zum Beispiel umklappende Werbetafeln, die auf jeder Seite die Klettergriffe woanders haben. Der fehlende Realismus stört mich aber nicht. Dank der gelungenen Immersion entsteht gerade beim Kraxeln auf bekannten Abschnitten ein arcadiger Flow – so müssen sich die Helden aus Assassin’s Creed fühlen, wenn sie Fassaden und Steilwände hochsausen!
THE CLIMB 2 andere
Einstieg/Bedienung
  • Überschaubare Steuerung
  • Ausdauersparender Halbkraft-Griff leicht zu lernen aber schwer zu meistern
  • Casual-Modus erlaubt entspannteres Klettern und Erkunden
  • Hin und wieder Kollisionsabfragen-Aussetzer bei Sprüngen
  • Allgemein nichts für empfindliche Mägen, dazu gibt es keine Motion-Sickness-Optionen
Spieltiefe/Balance
  • Sehr gelungene Immersion
  • Kreative Kletter-Parcours
  • Herausforderung durch brüchige Griffe, dynamische Kletterelemente und mehr
  • Fünf Gebiete mit je drei halbstündigen Levels mit alternativen Routen und Geheimnissen
  • Wiederspielmotivation durch Highscores, Erfolge und kosmetische Belohnungen
  • Ohne Interesse an Verbesserung der Bestzeiten geringerer Wiederspielwert
  • Schwingende Objekte verhalten sich nicht immer realistisch
  • Hochziehen nur an vorgegeben Plattformen, ansonsten stoßt ihr auf unsichtbare Wände
Grafik/Technik
  • Schöne Naturmomente
  • Viele Details
  • Gut lesbare Markierung von Kletterkanten
  • Aus der nähe erscheinen Texturen und Modelle grob (Quest 1)
  • Teils Clipping in der Ferne (Quest 1)
  • Weiter entfernte dynamische Elemente wie Gewässer "eingefroren" (Quest 1)
Sound/Sprache
  • Atmosphärische Naturgeräusche
  • Musik hört ihr nur selten
Multiplayer
 
 Asynchrone Zeitrennen gegen Geister anderer Spieler nicht getestet
8.0
Note für Hauptwertung : 8.0
Userwertung0.0
Mikrotransaktionen
Hardware-Info
Getestet mit Oculus Quest, da Quest 2 zum Erscheinen des Tests nicht in Dtl. verfügbar
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Quest
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • Kopierschutzlose GoG-Version
  • Epic Games Store
  • uPlay
  • Origin
  • Hersteller-Kontoanbindung
  • Ständige Internetverbindung
  • Internetverbindung beim Start
Hagen Gehritz 4. März 2021 - 22:04 — vor 1 Jahr aktualisiert
Hagen Gehritz Redakteur - P - 97182 - 4. März 2021 - 22:05 #

Viel Freude mit dem Test!

the_korben 15 Kenner - P - 3612 - 4. März 2021 - 22:50 #

Werde es mir am Wochenende für die Quest 2 holen und bin schon sehr gespannt. Sieht jedenfalls toll aus. Danke für den informativen Test!

Nivek242 31 Gamer-Veteran - P - 425434 - 5. März 2021 - 7:03 #

Ist dir bekannt ob es auf der Quest 2 Verbesserungen gibt wie bessere Grafik?

the_korben 15 Kenner - P - 3612 - 5. März 2021 - 9:59 #

Ja, bessere Grafik auf jeden Fall. Hab's gestern Abend doch gleich gekauft und reingeschaut und es schaut schon ganz schick aus, ist aber definitiv noch immer ein Quest-Spiel und kein PCVR-Titel. Aber das stört finde ich überhaupt nicht, solange ein gewisser Mindestlevel an Grafik erreicht wird. Und das tolle an Quest-Titeln ist ja, dass eine flüssige Grafik immer garantiert ist, wohingegen bei PCVR auch die Settings immer passen müssen. Und bei VR Performanceprobleme zu kriegen ist ja doch ein wesentlich größeres Problem als bei einem Paradox-Strategiespiel. :)

Die Immersion ist ja der springende Punkt, und solange es nicht hässlich ist, kommt das bei Spielen wie eben The Climb 2 oder Walking Dead noch immer sehr gut rüber.

Nivek242 31 Gamer-Veteran - P - 425434 - 5. März 2021 - 20:45 #

Danke für die Infos, dann muss ich meine Quest 2 mal am Wochenende aus dem Schrank hohlen.

JensJuchzer 21 AAA-Gamer - P - 25572 - 5. März 2021 - 0:02 #

Sieht schmissig aus :) Danke für den TEst.

advfreak 20 Gold-Gamer - - 20955 - 5. März 2021 - 0:18 #

Erinnerte mich irgendwie an das herum geklettere bei Vader Immortal. :)))

xan 18 Doppel-Voter - P - 11410 - 5. März 2021 - 1:09 #

Uh, Teil 1 habe ich auf der Digility in Köln ausprobiert. Der Clou war die passende Kletterwand. Diese Kombination aus VR-Umgebung zu realer haptischer Kletterwand war Immersion sondergleichen.

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 132877 - 5. März 2021 - 2:18 #

Eine interessante Erfahrung, das würde ich gerne mal ausprobieren.

Hagen, im Video hängen in manchen Wänden Expressschlingen herum, kann man diese zum sichern verwenden oder sind sie reine Deko?

Hagen Gehritz Redakteur - P - 97182 - 5. März 2021 - 8:25 #

Die sind tatsächlich die Checkpoints.

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 132877 - 5. März 2021 - 9:02 #

Danke, dann dienen sie in echt und im Spiel gleichermaßen zur Sicherung, witzige Idee.

Larnak 22 Motivator - P - 37516 - 5. März 2021 - 2:27 #

Dass es dafür einen Nachfolger geben würde, hätte ich wirklich nicht gedacht.

Akki 17 Shapeshifter - 7367 - 5. März 2021 - 7:45 #

Juhu, das wird definitiv mit einer Quest 2 zusammen gekauft, sobald das Problem mit Facebook gelöst ist (oder ein funktionierender Hack existiert).

Spiele den ersten Teil auch heute immer wieder gerne zur Entspannung, ein tolles Gefühl mit den Touch-Controllern.

euph 29 Meinungsführer - P - 114813 - 5. März 2021 - 8:02 #

Hab Teil 1 ein bisschen gespielt und war quasi meine erste echte VR-Erfahrung. Schön, dass es einen zweiten Teil gibt - dann gerne auch auf PSVR2 :-)

Green Yoshi 22 Motivator - P - 32106 - 5. März 2021 - 8:53 #

Lohnt sich das Spiel auch auf der Quest 1? Oder trüben die Grafikschwächen zu sehr das Erlebnis? Hab die Brille erst letztes Jahr gekauft und werde mir wohl erst in zwei oder drei Jahren ein neueres Modell holen.

Wunderheiler 21 AAA-Gamer - 30415 - 5. März 2021 - 9:41 #

Warum auch? Der Test basiert doch auf der Quest 1?!

MicBass 20 Gold-Gamer - P - 22051 - 5. März 2021 - 10:20 #

Mit The Climb haben wir hier zuhause viel Spaß, das ist wirklich gut gemacht. Eine Quest hab ich nicht aber das Video macht Lust den ersten Teil mal wieder auszuprobieren.

vgamer85 21 AAA-Gamer - P - 28211 - 5. März 2021 - 15:00 #

Einer meiner Favoriten wenn ich mir PSVR hole für PS4 PRo :-)

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 71370 - 7. März 2021 - 23:48 #

Das gibt es nicht für PSVR.

Player One 16 Übertalent - P - 4371 - 5. März 2021 - 15:57 #

Frage an die Community, wenn man zähneknirschend Facebook akzeptiert, wäre dann die Rift S oder die Quest 2 die bessere Wahl?

Akki 17 Shapeshifter - 7367 - 5. März 2021 - 22:50 #

Korrigiert mich, aber ich glaube die S läuft ohne FB-Konto. Technisch ist die Quest 2 mit Link-Kabel das Nonplusultra, wenn man die kabellose Freiheit will ohnehin. Mit besserem Headstrap oder ggf. FrankenQuest-Umbau imho die bessere Wahl.

Player One 16 Übertalent - P - 4371 - 5. März 2021 - 23:02 #

Danke für die Info. Ohne FB soll es aber mittlerweile nicht mehr gehen, soviel habe ich mir jetzt an Infos aneignen können.

Akki 17 Shapeshifter - 7367 - 5. März 2021 - 23:33 #

Wenn Du bereit bist, diesen Tod zu sterben ist die Q2 sicher das Gerät mit dem besten Preis/Leistungsverhältnis am Markt. Die HP Reverb G2 ist auch interessant, aber die Controller und der Preis sind so naja. Die Index punktet mit Lighthouse und den Knuckles, aber Preis/Aufwand/Technik sind genau abzuwägen.

Player One 16 Übertalent - P - 4371 - 6. März 2021 - 18:13 #

Ich komme bei der Auswahl seit einem halben Jahr nicht auf einen Nenner, da jedes System irgend eine Schwachstelle hat.

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28122 - 5. März 2021 - 16:04 #

Hat jemand die Oculus Quest 2? Ist ja recht problemlos als Import zu bekommen. Sind die Titel da grafisch gut? Bei der Quest 1 waren mir das zu viele Kompromisse.

Sokar 20 Gold-Gamer - - 21388 - 6. März 2021 - 19:23 #

Würde sowie ich das sehe auch auf meiner Rift S laufen, aber bei meiner Höhenangst mache ich da einen ganz großen Bogen drum.

TheRaffer 22 Motivator - - 33870 - 7. März 2021 - 9:40 #

Die Murmeltiere am Ende sind ja niedlich. Also bis auf den Brokkoli ist das grafisch durchaus ok. :)