Adventure mit Pfiff

The Book of Unwritten Tales Test

Eine intelligente Elfe, ein vorlauter Vogel, ein selbstfokussierter Abenteurer, ein Gnom mit Hang zur Magie und Das Vieh. Ob und wie all diese Figuren in ein einziges Adventure passen, lest ihr im folgenden Test.
Tim Gross 19. April 2009 - 16:26 — vor 6 Jahren aktualisiert
PC
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Gnom Wilbur Wetterquarz wünscht sich nichts mehr als ein echter Magier zu werden - entgegen der Familientradition. Da trifft es sich gut, dass eines Tages ein zur Dramatik neigender Gremlin vom Himmel fällt und Wilbur den Auftrag erteilt, eine wichtige Botschaft zum Erzmagier zu bringen. Und schon findet sich der immer positiv denkende Gnom in einer wendungsreichen Geschichte voller Abenteuer wieder. Doch bevor Wilbur den Erzmagier zu Gesicht bekommt und das vom Krieg zerrüttete Land Aventásia vor einer schlimmen Bedrohung rettet, muss er genretypisch viele Hindernisse und Rätsel überwinden.
Gemeinsam unterwegs

Glücklicherweise ist Wilbur im PC-Adventure The Book of Unwritten Tales ("Das Buch der ungeschriebenen Sagen") von HMH nicht allein. Ihm zur Seite gesellen sich nach und nach die hübsche Elfe Ivo (mitsamt ihrem nutzlosen Vogel Tschiep-Tschiep), der sarkastische Abenteurer Nate und Das Vieh. Jeder von ihnen bringt unterschiedliche Fähigkeiten mit. Die Charaktere sind oft gemeinsam unterwegs; ihr könnt dann zwischen den gerade präsenten Figuren hin und her wechseln. Ihr steuert sie mit der Maus. Per Druck auf die Leertaste lasst ihr euch alle verwendbaren Gegenstände anzeigen (Hotspots), per Doppelklick auf einen Levelausgang überspringt ihr den Laufweg dorthin. Zuweilen habt ihr auch eine praktische Karte im Inventar, mit der ihr schnell von einem Ort zum anderen reist. Lediglich die teils langatmigen Charakteranimationen lassen sich nicht abbrechen. Eine moderne Hilfefunktion wie in den letzten Simon the Sorcerer-Spielen, die Tipps in drei Stufen zur Lösung eines Rätsels anbietet, fehlt auch. Die braucht ihr aber vermutlich gar nicht, denn die Rätsel sind durchweg gut durchdacht und logisch aufgebaut.
Alle Schauplätze strotzen nur so vor Details. Besonders die Beleuchtung ist immer wieder ein Hingucker.

Zauberhafte Präsentation

Wenn es um die Präsentation geht, muss sich The Book of Unwritten Tales vor keinem anderen Genrevertreter verstecken. Die Charaktere sind ebenso wunderschön animiert wie die sehr detailreichen Hintergründe. Letztere wirken teilweise richtig organisch, da sie ständig in Bewegung sind. Eine tropfende Kerze sieht verblüffend echt aus, und ein Lavasee bewegt sich so geschmeidig, dass es sogar vor dem Computerbildschirm wesentlich wärmer zu werden scheint. Auch der Echtzeitschatten der Figuren sieht ungemein realitätsnah aus, besonders wenn er sich über Objekte wie Kürbisse legt. Lediglich die Zwischensequenzen, gezeigt in Spielgrafik, kommen unscharf daher. Einige Charaktere sind auch sehr zweifelhaft animiert. Aber das Gesamtbild ist mehr als positiv zu bewerten. Umso erstaunlicher, dass diese opulente Optik nicht auf Kosten der Performance geht. Selbst auf einem zwei Jahre alten Rechner lief das Spiel im Test auf der höchsten Detailstufe und aktivierter Kantenglättung niemals unter 90 Frames.
Vielfältige Schauplätze
Es gibt nicht überbordend viele Locations in The Book of Unwritten Tales, aber die vorhandenen sind extrem liebevoll gestaltet: 1 MacGuffins Hütte von außen. 2 Wilbur als Gnom im Gnomenbau. 3 Eine geheimnisvolle Festung. 4 MacGuffins (siehe oben) von innen. 5 Im Kerker mit dem Vieh. 6 Nahansicht einer vorwitzigen Mumie.

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