Badespaß mit Tiefseeungeheuer

Surviving the Abyss Test+

Ramona Kiuntke 18. Januar 2023 - 21:01 — vor 6 Tagen aktualisiert
Dieser Inhalt wäre ohne die Premium-User nicht finanzierbar. Doch wir brauchen dringend mehr Unterstützer: Hilf auch du mit!
Aus Fisch wird Mensch. Noch sind die Klone nicht besonders gut oder haben eine lange Lebenserwartung.
Anzeige


Experimente mit Fisch-DNA

Eure Forschungsstation im Meer hat genauer genommen den Zweck Menschen zu klonen. Die bisherige Forschung hat das Klonen von Menschen zwar möglich gemacht, jedoch nur entfernt humanoide Wesen hervorgebracht, die nicht lange überlebensfähig waren. Weil das in den Augen der Öffentlichkeit für Furore und ethische Bedenken sorgt, ist eure Mission streng geheim. Der Narrativ selbst hat allerdings keine Auswirkung auf das Spielgeschehen, da Journalisten eher keine Möglichkeit haben aus der Tiefsee über die brisante Forschung zu berichten.

Das nötige Genmaterial um die Klonforschung voranzutreiben findet ihr in Habitaten, die verschiedene Spezies beheimaten. Habitate sind Ansammlungen von Pflanzen, in denen sich die Tiefseebewohner tummeln. Um sie zu fangen, baut ihr eine Fauna-Falle und wartet einfach. Jedes Habitat hat allerdings nur begrenzte Ressourcen und sind die Meereslebewesen erst einmal eingefangen, ist der Lebensraum fortan nutzlos. Zumindest sollte es das laut Tooltip sein, denn kaum hatte ich das Spiel neu geladen, war das Habitat wieder nutzbar, die Anzahl an Lebewesen aber weiterhin Null. Unabhängig davon hilft aber ein Habitat Stabilisator, die Population wieder zu regenerieren. Vorausgesetzt ihr könnt euch den Strom-Luxus leisten.

Der Erfolg des Klonens wird von den genutzten Genmaterialien bestimmt. Zugegeben, es ist ein wenig seltsam, dass aus einem Fischgenom ein Mensch gemacht wird, der einen Allerweltsnamen bekommt und scheinbar sogar Erinnerungen an ein Leben besitzt. Surviving the Abyss nutzt das allerdings um direkt Events in das Spiel zu bringen, die sich mit den Nachteilen des Klonens auseinandersetzen. Ein Bewohner mit Identitätskrise ist das Resultat, auf das ich gestoßen bin.
Hier greifen Tentakel und Hände mein Spinnenkrabben-Habitat an.


Der Schrecken der Tiefe?

Unter der Meeresoberfläche sind Umweltereignisse und Unwetterkatastrophen eher selten und der Effekt eben dieser sekundär. Deswegen arbeitet Surviving the Abyss auch nicht mit Stürmen oder Hitzewellen, sondern mit einer unbekannten Entität, die von Zeit zu Zeit die Kolonie heimsucht und Gebäude zerstört. Tentakel und Hände kommen aus der Schwärze und greifen zufällig an und sorgen für Chaos. Vertrieben werden kann das unbekannte Wesen durch UV-Licht und bis zum nächsten Angriff seid ihr so erst einmal geschützt. Natürlich kommt die violette Wunderwaffe mit einem Preis: Euer Energieverbrauch verdoppelt sich. Das kann ins knappe Budget ein ordentliches Loch reißen.
Ansonsten war das Wesen in meinen beiden Runden aber eher etwas langweilig.

Was zum Exitus meiner Stationen geführt hat, war letztlich das Ressourcenmanagement. Ich stand sehr oft da und mir fehlte genau ein Stück Beton oder Stahl um ein Gebäude zu bauen, dass essenziell für mein Vorankommen war und in der darauf folgenden Kettenreaktion ist meine erste Station schließlich kollabiert. Das zwischendrin ein paar schwarze Patschehändchen an meinen Generatoren rumfummeln war in der Hektik, die Ressourcen zu managen, dann eher weniger spannend.

Autor: Ramona Kiuntke, Redaktion: Jörg Langer (GamersGlobal)

 

Meinung: Ramona Kiuntke

Paradox Interactive hat mit den verschiedenen Surviving-Titeln viel Erfahrung gesammelt und Paradox Arc setzt mit Surviving the Abyss den Trend der sich ähnelnden Aufbauspiele fort. War in Surviving Mars noch die Kolonisierung des gleichnamigen Planeten angesagt, gab es in Surviving the Aftermath den Wiederaufbau nach der Apokalypse. Das Setting beider Spiele ist weder unbekannt noch neu. In Planetbase aus dem Jahr 2015 und Offworld Trading Company aus dem Jahr 2016 wird ebenfalls der Aufbau einer Kolonie auf einem fremden Planeten thematisiert und zeigt Analogien zu Surviving Mars. Gleiches gilt für Endzone - A World Apart, dass 2020 in den Early Access gestartet ist. Also im gleichen Jahr wie Surviving the Aftermath. Die Spielmechaniken unterscheiden sich in kleinen Details und Gewichtungen voneinander, behandeln aber letztlich das gleiche Thema.

Gerne würde ich jetzt sagen, dass Surviving the Abyss endlich ein frischer Ansatz für das Genre ist, aber auch hier gibt es Parallelen zum vor wenigen Tagen veröffentlichten Aquatico.

Ich finde es gut, dass junge Entwickler Unterstützung von Paradox Arc erhalten, die Parallelen zu anderen Entwicklungen machen mich aber skeptisch. Auch Stardeus ist in seiner Position als Spaceship-Builder nicht allein. Space Haven und Cosmoteer haben ähnliche Ansätze. Bei so viel Angebot stellt sich für mich eher Überforderung und Übersättigung ein, anstelle von Lust auf Setting und Genre. Ich kann mich letztlich nicht entscheiden, was ich davon nun spielen oder kaufen möchte. Vertraue ich der Erfahrung von Paradox Arc, die auf der Suche nach Entwicklungen mit Paradox DNA sind, oder gebe ich kleinen Studios eine Chance und werde womöglich davon überrascht, dass es nicht die Paradox DNA ist, die mir Spaß macht? Natürlich können derartige Überschneidungen auch immer Zufall sein oder die Verhandlungen und Vorstellungen so weit auseinander gehen, dass zwei oder mehr Studios am gleichen Konzept arbeiten.

Unabhängig davon sehe ich in Surviving the Abyss aber grundlegend Potential. Mir macht es Spaß, auch weil die Ähnlichkeiten zu den anderen Surviving-Titeln gegeben sind und es mir so einfacher fällt, die Spielmechanik zu verstehen und umzusetzen. Die Erfahrung hat Paradox den anderen Studios in Aufbau-Genre einfach voraus und das zeigt sich trotz Early Access auch in Surviving the Abyss. Trotzdem hat es mich etwas weniger gepackt.
 
Surviving the Abyss PC
Einstieg/Bedienung
  • Interessantes Setting
  • Tutorial erklärt einige Grundlagen...
  • Kein Glossar um nachzuschlagen
  • ... aber leider nicht alle wichtigen
  • Ressourcen-Symbole teilweise unklar
Spieltiefe/Balance
  • Ressourcen-Haushalt ist anspruchsvoll
  • Bereits interessante Kolonie-Events verfügbar
  • Interessante Aufbereitung der Klonthematiken und -Probleme
  • Tiefseemonster ein bisschen langweilig
  • Keine anderen Katastrophen-Events
Grafik/Technik
  • Interface ist gut verständlich...
  • Sichtmodi zeigen sofort alle Details
  • Lichteffekte sehr gut eingebracht
  • Kamerasteuerung leichtgängig
  • ... aber auch etwas langweilig
  • Weiße Schrift auf schwarzem Grund nach einer Weile etwas anstrengend
  • Warnungen weisen nicht auf den Ort des Problems hin
Sound/Sprache
  • Stimmige Soundeffekte und Hintergrundmusik
  • Alarm bei potentiell tödlichen Problemen
  • Nervt leider nach einer Weile
  • Keine deutsche Sprachausgabe
Multiplayer

Nicht vorhanden
6.5
Userwertung0.0
Mikrotransaktionen
Nicht vorhanden
Hardware-Info
Minimum: -
Maximum: -
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • Kopierschutzlose GoG-Version
  • Epic Games Store
  • uPlay
  • Origin
  • Hersteller-Kontoanbindung
  • Ständige Internetverbindung
  • Internetverbindung beim Start
Ramona Kiuntke 18. Januar 2023 - 21:01 — vor 6 Tagen aktualisiert
Jörg Langer Chefredakteur - P - 451710 - 18. Januar 2023 - 21:06 #

Viel Spaß beim Lesen und vor allem Ansehen!

rofen 15 Kenner - P - 3072 - 18. Januar 2023 - 22:33 #

Interessant, aber wohl nicht mein Spiel.

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 143903 - 18. Januar 2023 - 23:01 #

Das klingt wirklich interessant, fordert aber wohl leider mehr Zeit, als ich aktuell aufbringen kann. Schade, aber ich setze es mal auf meine Liste!

rammmses 22 Motivator - P - 31279 - 19. Januar 2023 - 7:31 #

Das mit den "sich ähnelnden Spielen" ist doch eher Zufall? Also die kommen ja immer ziemlich gleichzeitig, müssten also parallel entwickelt worden sein. Und man springt ja auch auf keinen Zug auf, wenn die vermeintliche Vorlage noch gar kein Hit ist. Aber finde es auch seltsam und gerade Endzone und Aftermath verwechsele ich bis heute (beide mal angespielt).

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 74059 - 28. Januar 2023 - 11:12 #

Das ist wie damals, als Armageddon und Deep Impact im gleichen Jahr ins Kino kamen. Oder Volcano und Dante's Peak. ;-)

Grombart 18 Doppel-Voter - P - 10968 - 19. Januar 2023 - 7:36 #

Nachdem ich letztens mal wieder in Surviving Mars reingeschaut habe und dadurch gesehen hab, was für ein verbugtes DLC-Desaster Paradox dort hinterlassen hat (hatte damals nur bis zum echt guten Green Planet Addon gespielt), bin ich ja eher skeptisch, was den "Vorteil" der Erfahrung von Paradox bei gepublishten Titeln angeht...

Sokar 20 Gold-Gamer - - 23547 - 19. Januar 2023 - 8:41 #

Ein größerer Publisher hat Erfahrung was Marketing, QA und Producing angeht. Das kann kleinen, unabhängigen Teams sehr helfen, weil sie anders darauf gar keine Zugriff hätten. Das garantiert zwar keine problemfreien Spiele, aber vermindert zumindest die Wahrscheinlichkeit.

Sokar 20 Gold-Gamer - - 23547 - 19. Januar 2023 - 8:40 #

Schöner Test, der kleine Ausflug bzw. Vergleich zu verwandten Spielen würde fast ein eigenes Video rechtfertigen - so eine Art Überblick über aktuelle Survival-Aufbauspiele.

doom-o-matic 17 Shapeshifter - P - 8525 - 19. Januar 2023 - 9:13 #

Pfuh, das Interface hat was von "ich bin unity beginner"...

Ramona Kiuntke Redakteur - P - 6688 - 20. Januar 2023 - 11:21 #

Ja, leider. Sie versuchen es an die Zeit, in der Surviving the Abyss spielt, anzupassen. Es passt so im Ansatz zu 1970 bis 1980, aber es wirkt auf mich trotzdem eher alt und klobig statt alt und stylisch.

Alter Hase 17 Shapeshifter - - 6250 - 19. Januar 2023 - 10:13 #

Schöner Test! Aber nicht so meins... Ich habe mir jetzt mal die Demo von Aquatico heruntergeladen, da es weniger düster ist und ausserdem ohne Probleme auf dem Steam-Deck läuft.

Leser 16 Übertalent - P - 5382 - 19. Januar 2023 - 16:13 #

Kein Kritik am Test, sondern am Video: Wenn Ramone das Video "anmoderiert" ist der Ton spürbar schlechter und es wirkt, als wurde sie "von unten" gefilmt.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 22559 - 21. Januar 2023 - 9:26 #

Eigentlich ein faszinierendes Szenario. Welches Spiel in der Richtung ist denn ein Empfehlung wert?

TheRaffer 22 Motivator - - 36313 - 28. Januar 2023 - 10:37 #

Also wieder mal mehr Frust als Lust. Schade drum.

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 74059 - 28. Januar 2023 - 11:13 #

Abyss wird auf der zweiten Silbe betont, mimimimimi. :P