Surviving the Abyss

Surviving the Abyss Test+

Badespaß mit Tiefseeungeheuer

Ramona Kiuntke / 18. Januar 2023 - 21:01 — vor 1 Woche aktualisiert

Teaser

Hinab in die dunklen Tiefen des Meeres führt unser Test. In dem Early-Access-Titel mit dem vertrauenserweckenden Namen baut ihr eine eigene Forschungsstation, die vielen Gefahren ausgesetzt ist.
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal
 
Bei Paradox denke ich unweigerlich an Strategie- und Aufbauspiele, die in ihrer Komplexität schwer zu schlagen sind. Stellaris (Im Test 7.5), Crusader Kings 3 (Im Test 7.5) , Hearts of Iron 4 (Im Test 5.5) oder Victoria 3 (Im Test 8.5) zu meistern kostet den geneigten Spieler gerne einige graue Haare und Fehlversuche. Trotzdem hat ein Erfolg das Potential viel Spaß zu machen. Zumindest geht es mir so, wenn ich mal wieder einen dieser Titel in der Hand habe und mir stundenlang die Zähne ausbeiße.

Paradox Interactive ist aber nicht nur bekannt für seine komplexen Grand-Strategy-Titel. In den letzten Jahren war Paradox Publisher für die beiden Titel Surviving Mars (Im Test 7.5) und Surviving the Aftermath (Im Check). Mittlerweile ist ein kleiner Ableger des Publishers und Entwicklers fleißig auf dem Spiele-Markt unterwegs und sucht junge aufstrebende Entwickler, die insbesondere mit Strategie- und Aufbauspielen unbekanntes Terrain betreten wollen. Paradox Arc macht für Paradox Interactive damit weiter, diesen jungen Entwicklungen auf den Markt zu helfen, vorausgesetzt sie haben die Paradox DNA. Darunter sind bisher Stardeus (Im Spiele-Check) und Across the Obelisk (Im Spiele-Check).

Nun ging der Unterwasser-Aufbau-Titel von Paradox Arc in Kooperation mit dem Entwickler Rocket Flair Studios in den Early Access auf Steam. Surviving the Abyss heißt das neue Aufbauspiel und versetzt euch in den Kommando-Sessel einer Forschungsstation in tausend Metern Tiefe. Auf dem Meeresboden ist eure Aufgabe, dass Überleben eurer Crewmitglieder zu sichern und nebenbei Genmaterial zu finden, um eure Forschung voranzutreiben.
 
Der Sonarturm hilft, Ressourcenadern in der Dunkelheit zu finden.
 

Auf dem Meeresboden der Tatsachen

Die Tiefsee gehört zu den Gebieten der Erde, die kaum erforscht sind. Deswegen zündet das Setting von Surviving the Abyss bei mir nahezu sofort und ich habe direkt Erinnerungen an Subnautica, Soma oder die ersten Teile von Bioshock. Die Erzählungen von mystischen Wesen, Seeungeheuern und sagenumwobenen Städten mal außen vor gelassen, leben dort unten Meerestiere in völliger Dunkelheit. Angepasst an die Druckverhältnisse sehen die zum Teil auch völlig normal aus, vorausgesetzt man zerrt sie nicht an die Oberfläche.
 
Jedenfalls ist in Surviving the Abyss Licht ein wichtiger Faktor, wenn nicht sogar der wichtigste, denn ohne Licht geht gar nichts. Um eure Basis herum herrscht tiefste Schwärze und lediglich ein paar leuchtende Pflanzen und Umrisse von Steinen sind zu sehen. Ein spezieller Sonarturm, der auf verschiedene Ressourcen eingestellt werden kann, findet für euch angrenzende Ressourcenfelder. Die Hauptbasis gibt euch für den Anfang ein gut ausgeleuchtetes Areal zum Bauen, dass später durch separate Lichter erweitert wird. Die düstere Stimmung und nebelige Atmosphäre, sorgen zumindest am Anfang für ein wenig Gruselfaktor.

 
Das schwarz-weiße Interface wirkt klobig, kommuniziert dafür aber wichtige Informationen direkt.


Mikromanagement statt Forschungsreise

Untersee-Dronen helfen euch herumschwimmende Materialien aufzusammeln um neue Gebäude zu bauen. Alles beginnt dann klassisch mit einem Oxygen-Generator und einer Fabrik für Algenpaste. Strom braucht eure Forschungsstation auch. Hauptenergieträger sind Kohle und Öl, die natürlich die Luftqualität verringern. Gleich in den ersten Stunden der Spielrunde wurde es bei mir eng und ich musste einige Register ziehen, um meine Kolonie zu stabilisieren. Das passiert erfahrungsgemäß in Surviving the Abyss schneller als in anderen, ähnlichen Titeln.
Nicht alleine der Mangel an Ressourcen und der fehlende Zugang zu kleinen Vorkommen, die eure Dronen abbauen können, machen Probleme. Auch das Zusammenspiel der Produktionsgebäude ist essenziell. Nachdem ich die Stahlfabrik gebaut hatte, waren meine Eisenreserven in wenigen Tagen leer und um mich herum kein Eisenvorkommen, mit dem ich weiter arbeiten konnte. Es war mir auch nicht möglich, schnell ein kleines Vorkommen in der Nähe zu erschließen, weil zeitgleich mein Bedarf an Stahl enorm gestiegen ist um essenzielle Infrastruktur zu bauen oder Gebäude zu reparieren. Gleiches kann jederzeit mit Kohle, Beton oder Quarz passieren.
 
Ganz fatal ist das Micromanagement für Strom und Sauerstoff. Ich habe konstant Verbraucher ausgeschaltet, um Strom für andere Gebäude zu bekommen. Weder der Kohle-Extraktor noch meine Kohlekraftwerke konnten den Bedarf decken, was auch am Mangel von Arbeitskräften lag. Unterhaltet ihr zu viele Kraftwerke, baut ihr zu wenig Kohle ab, folglich geht eure Station in den Krisenmodus. Neue Arbeitskräfte könnt ihr zwar durch zweifelhafte Methoden erhalten, ohne ein zweites Kohlevorkommen schafft ihr aber immer noch nicht genug von dem Brennstoff ran. Also bleibt euch nichts anderes übrig, als große Stromverbraucher abzuschalten. Das sorgt aber wiederum dafür, dass andere Ressourcen nicht abgebaut werden können oder keine Arbeitskräfte nachkommen.
Gleiches gilt für den Sauerstoff: Manche Gebäude pumpen unsaubere Luft durch eure Systeme.

Mit einem Luftwäscher lässt sich das beheben, aber dadurch, dass die Ressourcen-Symbole nicht eindeutig sind, wurde mir nicht klar, was das Gebäude nun benötigt. Also habe ich irgendwann an jeden Verschmutzer direkt ein Sauerstoffkraftwerk angeschlossen und so Sauerstoff-Netzwerke gebildet. Die benötigen dann aber wieder Arbeitskräfte und Strom. Ihr bekommt zwar durch eine Mission mehr Menschen, für ein schnelles Wachstum sind es aber doch noch zu wenige, denn die meisten Gebäude werden von mindestens einer Person betrieben und gehen bei Unterbesetzung sogar kaputt. Weitere wichtige Arbeitskräfte zu bekommen ist nach den üblichen Überlebens-Ressourcen also essenziell und deswegen ist es praktisch, dass ihr sowieso einen wissenschaftlichen Auftrag habt.
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Arbeitskräfte müssen ständig herumgeschoben werden um den wechselnden Bedarf zu decken.
Jörg Langer Chefredakteur - P - 451764 - 18. Januar 2023 - 21:06 #

Viel Spaß beim Lesen und vor allem Ansehen!

rofen 15 Kenner - P - 3574 - 18. Januar 2023 - 22:33 #

Interessant, aber wohl nicht mein Spiel.

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 143910 - 18. Januar 2023 - 23:01 #

Das klingt wirklich interessant, fordert aber wohl leider mehr Zeit, als ich aktuell aufbringen kann. Schade, aber ich setze es mal auf meine Liste!

rammmses 22 Motivator - P - 31287 - 19. Januar 2023 - 7:31 #

Das mit den "sich ähnelnden Spielen" ist doch eher Zufall? Also die kommen ja immer ziemlich gleichzeitig, müssten also parallel entwickelt worden sein. Und man springt ja auch auf keinen Zug auf, wenn die vermeintliche Vorlage noch gar kein Hit ist. Aber finde es auch seltsam und gerade Endzone und Aftermath verwechsele ich bis heute (beide mal angespielt).

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 74071 - 28. Januar 2023 - 11:12 #

Das ist wie damals, als Armageddon und Deep Impact im gleichen Jahr ins Kino kamen. Oder Volcano und Dante's Peak. ;-)

Grombart 18 Doppel-Voter - P - 10968 - 19. Januar 2023 - 7:36 #

Nachdem ich letztens mal wieder in Surviving Mars reingeschaut habe und dadurch gesehen hab, was für ein verbugtes DLC-Desaster Paradox dort hinterlassen hat (hatte damals nur bis zum echt guten Green Planet Addon gespielt), bin ich ja eher skeptisch, was den "Vorteil" der Erfahrung von Paradox bei gepublishten Titeln angeht...

Sokar 21 AAA-Gamer - - 28565 - 19. Januar 2023 - 8:41 #

Ein größerer Publisher hat Erfahrung was Marketing, QA und Producing angeht. Das kann kleinen, unabhängigen Teams sehr helfen, weil sie anders darauf gar keine Zugriff hätten. Das garantiert zwar keine problemfreien Spiele, aber vermindert zumindest die Wahrscheinlichkeit.

Sokar 21 AAA-Gamer - - 28565 - 19. Januar 2023 - 8:40 #

Schöner Test, der kleine Ausflug bzw. Vergleich zu verwandten Spielen würde fast ein eigenes Video rechtfertigen - so eine Art Überblick über aktuelle Survival-Aufbauspiele.

doom-o-matic 17 Shapeshifter - P - 8526 - 19. Januar 2023 - 9:13 #

Pfuh, das Interface hat was von "ich bin unity beginner"...

Ramona Kiuntke Redakteur - P - 6871 - 20. Januar 2023 - 11:21 #

Ja, leider. Sie versuchen es an die Zeit, in der Surviving the Abyss spielt, anzupassen. Es passt so im Ansatz zu 1970 bis 1980, aber es wirkt auf mich trotzdem eher alt und klobig statt alt und stylisch.

Alter Hase 17 Shapeshifter - - 6253 - 19. Januar 2023 - 10:13 #

Schöner Test! Aber nicht so meins... Ich habe mir jetzt mal die Demo von Aquatico heruntergeladen, da es weniger düster ist und ausserdem ohne Probleme auf dem Steam-Deck läuft.

Leser 16 Übertalent - P - 5382 - 19. Januar 2023 - 16:13 #

Kein Kritik am Test, sondern am Video: Wenn Ramone das Video "anmoderiert" ist der Ton spürbar schlechter und es wirkt, als wurde sie "von unten" gefilmt.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 22559 - 21. Januar 2023 - 9:26 #

Eigentlich ein faszinierendes Szenario. Welches Spiel in der Richtung ist denn ein Empfehlung wert?

TheRaffer 22 Motivator - - 36375 - 28. Januar 2023 - 10:37 #

Also wieder mal mehr Frust als Lust. Schade drum.

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 74071 - 28. Januar 2023 - 11:13 #

Abyss wird auf der zweiten Silbe betont, mimimimimi. :P