Größer ist halt doch besser

Super Smash Bros. WiiU Test

Nach einem Ausflug auf den Handheld wird sich nun auch wieder im Großformat geprügelt – und das sogar erstmals mit bis zu acht Spielern, neuem Brettspiel-Modus und in hübscher HD-Grafik. Wir haben Mario ein blaues Auge verpasst und sagen euch, ob das Prügelspiel der erhoffte Pflichtkauf für die WiiU ist.
Christoph Vent 25. November 2014 - 21:06 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Mit Super Smash Bros. für den 3DS (GG-Test: 8.0) feierte Nintendos Prügelspiel-Reihe im Oktober ein gelungenes, wenngleich nicht fulminantes Comeback. Der japanische Hersteller spendierte dem Handheld-Ableger zahlreiche Spielmodi, garnierte sie mit einer sehr hohen Spielbarkeit, und brachte das unverwüstliche Spielprinzip damit gekonnt auf den kleinen Bildschirm. Doch gerade Letzterer sorgte für Probleme – die eh schon nicht gerade übersichtlichen Kämpfe sind im Kleinformat nochmals chaotischer. Mit knapp zweimonatiger Verspätung findet nun auch Super Smash Bros. WiiU in die Händlerregale, das dank neuer Spielmodi aber mehr als nur ein Port ist. Soviel können wir euch schon jetzt verraten: Auf dem großen Bildschirm machen die Rangeleien zwischen Mario, Bowser und Co. noch mehr Spaß!

Einsteigerfreundlich trotz TiefgangDas Spielprinzip von Super Smash Bros. fasst Nintendo selbstverständlich auch in der neuesten Version nicht an. Noch immer müsst ihr eure Kontrahenten möglichst häufig im hohen Bogen aus dem Spielfeld heraus bugsieren. Anders als bei der Konkurrenz geht es nämlich nicht vorrangig darum, den Gegnern einen Knockout zu verpassen. Zwar zeigt ein Prozentzähler am unteren Bildschirmrand, wie stark ein Charakter angeschlagen ist, doch dieser Wert bestimmt lediglich, wie weit ihr nach Treffern Richtung digitalem Bildschirmtod fliegt. Erschwert wird das Punkten dadurch, dass jeder Charakter einen Doppelsprung beherrscht und dadurch oft selbst im letzten Moment noch auf eine rettende Plattform flüchten kann.

Serienveteranen dürften von der ersten Sekunde an wissen, wo es lang geht, aber auch Einsteiger finden schnell ins Spiel. Wie in der 3DS-Fassung hätten wir uns dennoch ein echtes Tutorial gewünscht. Das spielerklärende Video zu Beginn ist zwar hilfreich, aber doch sehr versteckt: Nur wer nach dem Intro mehrere Sekunden wartet, ohne direkt ins Menü zu gehen, bekommt es zu Gesicht.

Zuerst bearbeitet ihr eure Gegner, danach schleudert ihr sie mit Karacho aus dem Spielbereich.
Die Einsteigerfreundlichkeit von Super Smash Bros. WiiU liegt nicht nur im Spielprinzip begründet, sondern vor allem auch in der Steuerung. Lange Komboketten wie in einem Street Fighter müsst ihr hier nicht auswendig lernen, stattdessen gibt es nur einen normalen und einen Spezialangriff. Letzteren kombiniert ihr zudem mit dem linken Stick beziehungsweise dem Steuerkreuz, sodass jeder Kämpfer auf vier Sonderattacken zurückgreift. Mit den Schultertasten aktiviert ihr zudem euer Schild oder greift euren Feind, um ihn im Würgegriff zu bearbeiten.

Zahlreiche alte Bekannte
Auf Marios Piste rasen Shy Guys um die Wette. Steht ihr im Weg, mähen sie euch ohne Rücksicht auf Verluste um.
Was sich simpel anhört, ist es im Grunde auch – jedoch durch und durch im positiven Sinne. Nur wer die Spezialangriffe seines Kämpfers beherrscht und stets die Übersicht bewahrt, kann in den flotten Rangeleien aus dem Vollen schöpfen. Yoshi etwa schluckt seine Feinde und scheidet sie danach als Ei aus, während Mega Man mit Sägeblättern um sich wirft und seinen Hund Rush als Sprungplattform einsetzt. Ihr merkt schon: Alle der über 40 spielbaren Charaktere orientieren sich an ihren bekannten Eigenschaften aus den jeweiligen "Hauptspielen". So verschießt Mario Feuerbälle,  Kirby saugt Kontrahenten an sich heran. Die Helden unterscheiden sich nicht nur bei den Spezialattacken, sondern auch in ihren Grundeigenschaften. Donkey Kong beispielsweise ist langsam, teilt dafür kräftig aus. Toon Link ist das genaue Gegenteil, auch wenn er vom Tempo nicht an den wieselflinken Sonic heranreicht.

Bis ihr den für euren favorisierten Spielstil idealen Charakter gefunden habt, dürfte einige Zeit vergehen. Zum Glück ist Super Smash Bros. WiiU sehr gut ausbalanciert – in unserer Testphase ist uns kein einziger Kämpfer aufgefallen, der uns zu stark oder zu schwach erschien. Solltet ihr an den Protagonisten dennoch kleinere Anpassungen vornehmen wollen: Kein Problem! Rüstung und Spezialangriffe lassen sich individualisieren und dem eigenen Geschmack anpassen. Wer möchte, bastelt sich mit seinem Mii sogar seinen komplett eigenen Raufbold.

Schon zu Beginn stehen mehr als 40 Kämpfer bereit. Jeder bringt seine eigenen Fähigkeiten und Spezialangriffe mit sich.

Tolle Arenen plus Editor
Schon in der 3DS-Version lobten wir die tollen Kampfarenen. Die WiiU-Fassung von Super Smash Bros. setzt hier tatsächlich noch mal einen oben drauf. Einige der über 40 Stages wie Luigis Mansion sind bereits aus Vorgängern bekannt, andere wie ein Abschnitt aus Pilot Wings sind neu. Stilecht prügelt ihr euch dort auf der Tragfläche eines Flugzeugs – während eines Flugs über das Meer hinweg. Solch dynamische Situationen erwarten euch in fast jeder Arena. Mal bricht unter euch eine Brücke ein, mal prügelt ihr euch auf Marios Piste aus Mario Kart, während dort Shy Guys um den Sieg fahren und euch wegrammen, falls ihr im Weg steht. Im Vergleich zum Handheld-Ableger fallen die Karten auch größer au
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s, wobei die Kamera immer noch nicht perfekt funktioniert und manchmal zu nah an das Geschehen heran zoomt.

13 Arenen fallen sogar besonders groß aus, denn erstmals in der Reihe erlaubt Super Smash Bros. nicht nur vier, sondern bis zu acht Spieler. Ihr könnt es euch schon denken: Das koordinierte Chaos steigt in diesem Spielmodus nochmals an – mit ihm aber auch der Spielspaß. Allerdings funktioniert die Acht-Spieler-Variante lediglich gegen Bots oder im lokalen Multiplayer. Da aber kaum jemand neben seinem WiiU-Gamepad sieben Pro Controller besitzen wird, dürft ihr so gut wie jedes Nintendo-Eingabegerät des letzten Jahrzehnts für Super Smash Bros WiiU verwenden. Dazu zählen neben Wii-Fernbedienungen und Nunchuk auch der Gamecube-Controller oder sogar der 3DS – vorbildlich! Reichen euch die enthaltenen Arenen nicht aus, bastelt ihr im Editor kurzerhand eure eigenen. Das geht dank Touchpad des Controllers locker von der Hand, und schon nach wenigen Minuten habt ihr ein halbwegs ansehnliches Ergebnis. Nicht nachvollziehen können wir jedoch, dass Nintendo scheinbar keine Möglichkeit bietet, die Arenen online anderen Spielern zur Verfügung zu stellen.
Der neue Acht-Spieler-Modus verspricht noch mehr Chaos, ist aber alles in allem eine riesige Gaudi.

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