Kleines Display, große Prügelei

Super Smash Bros. 3DS Test

Da kann es im Pilz-Königreich sonst noch so idyllisch sein – in den Arenen von Super Smash Bros. ist selbst die größte Freundschaft zwischen den Brüdern Mario und Luigi schnell vergessen. Doch auch viele andere Stars geben sich ein Stelldichein im 3DS-Ableger...
Christoph Vent 10. Oktober 2014 - 6:15 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Ein Prügelspiel mit Mario und anderen friedlich-liebevollen Nintendo-Charakteren – bis Ende der 90er war das für die meisten Spieler noch undenkbar. Doch dann kam Smash Bros. für das N64 und bewies das Unmögliche. Anstatt aber einfach Fighting Games wie Street Fighter oder einen der 3D-Vertreter wie Tekken zu kopieren, vereinfachte Nintendo das Genre in Sachen Steuerung und baute zusätzlich Jump-and-run-Elemente ein. Auch bei der Gewaltdarstellung ging der Hersteller andere Wege. Keine realistischen Kampfanimationen, sondern eine hübsche Comicgrafik, die sich stark an anderen Nintendo-Titeln seiner Zeit orientierte. Mittlerweile geht die Serie in die vierte Runde – und mit Super Smash Bros. 3DS wird sich zum ersten Mal auch auf einem Handheld geprügelt.

Unverwüstliches SpielprinzipAm Spielprinzip hat sich auch in der 3DS-Version nichts geändert. Mit bis zu vier Spielern vermöbelt ihr euch, was das Zeug hält. Gewinner ist nach Ablauf eines Zeitlimits der Kämpfer mit der höchsten Punktedifferenz aus gelandeten KOs auf der einen und eingesteckten sowie selbstverschuldeten KOs auf der anderen Seite. Um einen KO aber überhaupt zu erzielen, müsst ihr euren Gegner so weit über die Plattformen eines Levels hinaus bugsieren, dass er es nicht mehr zurück schafft.

Dank Feuerblume-Item brutzelt Pikachu Diddy Kong.
Da jeder Teilnehmer aber über einen Doppelsprung verfügt, klingt das zunächst leichter, als es sich in der Praxis darstellt. Zunächst müsst ihr eure Feinde nämlich schwächen und ihren Prozentzähler mit normalen und Spezialangriffen in die Höhe treiben. Je höher die Anzeige, desto weiter lässt er sich über den Levelrand hinweg katapultieren.

Habt ihr einmal begriffen, wofür der Prozentzähler steht und wie ihr KOs sammelt, feiert ihr auch schon die ersten Erfolge. Super Smash Bros. richtet sich somit auch an Einsteiger. Zudem klärt euch ein kurzes Video über die grundlegenden Spielmechaniken auf. Allerdings ist dieses Video ein wenig versteckt: Fordert euch der Startbildschirm auf, eine beliebige Taste zu drücken, müsst ihr nämlich ein paar Sekunden warten, bis das Tutorial eingeblendet wird.

Quantität und Qualität
Bei der Charakterauswahl bleibt kaum ein Wunsch offen.
Die Kämpfe spielen sich annähernd perfekt. Großen Anteil daran trägt die Einfachheit der Steuerung. Große Komboketten wie in Fighting Games müsst ihr hier nicht erlernen, auch wird nicht zwischen Schlägen und Tritten unterschieden. Für Angriffe benötigt ihr lediglich zwei Tasten: Einen normale und eine Spezialattacke. Bei Letzterer spielt es zusätzlich eine Rolle, ob ihr das Circle Pad gerade nach oben, nach unten, seitwärts oder gar nicht gedrückt haltet. Zusätzlich dürft ihr Feinde in der Nähe noch greifen, gegnerische Attacken blocken oder – ganz wichtig – natürlich springen.

Obwohl die Steuerung nicht zu komplex ausfällt, ermöglicht Super Smash Bros. diverse Spielweisen, die auch Kennern der Reihe ausreichend Taktiken bieten. Gewährleistet wird das neben dem einstellbaren Schwierigkeitsgrad vor allem durch die Hauptdarsteller. Bereits zu Beginn stehen euch 36 Kämpfer zur Verfügung, darunter natürlich Mario, Donkey Kong und andere VIPs, aber auch ungewöhnlichere Charaktere wie der Dorfbewohner aus Animal Crossing oder die Trainerin aus Wii Fit. Auch Stars aus Spielen anderer Hersteller erweisen euch die Ehre, wie zum Beispiel die Neuzugänge Pac-Man oder Mega Man. Erstmals dürft ihr auch einen eigenen Mii antreten lassen. Und je länger ihr spielt, desto mehr wächst die Kämpferriege an, bis sie am Ende bei 49 steht – über fehlende Auswahl kann sich hier wahrlich keiner beklagen.

Jeder der Recken spielt sich ein wenig anders. Dicke Brocken wie Bowser sind besonders langsam, dafür aber umso stärker. Mit dem wieselflinken Pikachu können wir Bowsers Angriffen relativ leicht ausweichen, aber selber auch nur wenig Schaden austeilen. Auch bei den Spezialattacken unterscheiden sich die spielbaren Charaktere voneinander. Luigi wirft Feuerbälle oder Granaten, Link greift auf einen Bumerang, eine Wirbelattacke oder eine Bombe zurück, und Sonic setzt auf einen Wirbelsprint und kann sich per Sprungfeder in die Luft katapultieren. Mit anderen Worten: Die Charaktere sind nicht nur op
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tisch, sondern auch in ihren Fähigkeiten wiedererkennbar.

Abenteuerliche Arenen
Wer möchte, darf seine Helden nun auch spezialisieren und sie sowohl bei Rüstung als auch Spezialangriffen komplett den eigenen Bedürfnissen anpassen. Bei eurem Mii kommt ihr gar nicht drum herum, selber Hand anzulegen und euch auf einen Kampfstil (Boxer, Schwertkämpfer, Schütze) festzulegen.

Ein weiteres Lob haben die überaus einfallsreichen Arenen verdient. Ob nun eine Stage aus Mario 3D Land, die Rainbow Road aus Mario Kart, Corneria aus Star Fox, ein Haus aus Tomodachi Life oder die Green Hill Zone aus Sonic: Abwechslung ist bei den Kämpfen garantiert – auch weil es sich nur selten um starre Levels auf einem Einzelbildschirm handelt. Einige wie der Münz-Parcours scrollen stetig, auf dem Zug der Götter aus The Legend of Zelda - Spirit Tracks bekämpft ihr euch auf rollenden Waggons. Richtig gut gefallen hat uns auch das Wohnzimmer aus Nintendogs, da hier immer wieder Bauklötzchen herabfallen, denen wir ausweichen müssen.
Eines der Highlights unter den Arenen ist der (fahrende) Zug der Götter. Wer hier wie Link den Anschluss verliert, geht KO.

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