Super Meat Boy Forever

Super Meat Boy Forever Test+

Ein Pfund gemischter Spielspaß

Dennis Hilla / 16. April 2021 - 19:10 — vor 1 Jahr aktualisiert
Steckbrief
AndroidiOSPCPS4SwitchXOne
Action
Jump-and-run
Team Meat
Team Meat
23.12.2020
Link

Teaser

Nach etlichen Verschiebungen ist das neue Abenteuer des Fleischklopses im Dezember 2020 final erschienen. Nun sind die Konsolen-Versionen da und bieten erwartungsgemäß dieselben Stärken und Schwächen.
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal

Wir schreiben das Jahr 2010. Xbox Live Arcade entwickelt sich langsam aber sicher zu einem Tummelplatz für fantastische Indie-Titel. Und so kommt das Duo Edmund McMillen und Tommy Refenes auf die Idee, ein Jump-and-Run für die Plattform zu entwickeln. Sie gründen das Indie-Label Team Meat und produzieren in Eigenregie Super Meat Boy, für das Refenes sogar eine eigene Engine schreibt. Neben knackiger Steuerung und einem Fleischwürfel als Hauptcharakter hebt sich das Spiel vor allem durch einen Punkt von der Genre-Konkurrenz ab: einen brutal hohen Schwierigkeitsgrad.

Einige Portierungen und Preise später finden wir uns im Jahr 2015 wieder. Team Meat kündigt auf der PAX in Seattle Super Meat Boy Forever an, einen Autorunner für Smartphones und den PC. Was nun folgt ist eine Myriade an Verschiebungen und Plattformwechseln. Plötzlich wird das neue Abenteuer des Fleischklopses für die Nintendo Switch, PS4 und Xbox One entwickelt, die Smartphone-Versionen bleiben unerwähnt. Und im Dezember 2020 ist es dann tatsächlich soweit, Super Meat Boy Forever erscheint, zunächst exklusiv im Epic Games Store und auf Nintendos Hybrid-Konsole. Damit kommen wir zum letzten Zeitsprung, ins Hier und Jetzt. Ab sofort dürft ihr nämlich auch auf der PS4 und Xbox One (via Abwärtskompatibilität auch auf PS5 und Series X/S) um euer Leben rennen. Für mich ist es also höchste Zeit geworden, für diesen Test einmal mehr tausend Tode zu sterben. Als ob mein Nemesis-Video nicht ausgereicht hätte.
An den Anblick eines zerplatzenden Fleischjungen müsst ihr euch gewöhnen.
 

So ein Zufall!

Neben dem Autorunner-Prinzip hebt sich Super Meat Boy Forever vor allem durch einen Punkt von seinem Vorgänger ab: Die Levels werden allesamt zufallsgeneriert. Ähnlich wie bei The Binding of Isaac - Rebirth, ebenfalls von Edmund McMillen, gibt es vorgefertigte Bausteine, die aneinandergekettet werden. Auf der Nintendo Switch hatte ich das Spiel bereits beendet und bekam in der getesteten Xbox-One-X-Fassung entsprechend andere Segmente zu sehen, allerdings musste ich mich auch immer wieder durch Stellen sterben, die ich aus meinem ersten Durchlauf bereits kannte.

Was mir aber auf beiden Plattformen aufgefallen ist: Die Entwickler haben einen verdammt guten Job bei der Umsetzung der zufällig generierten Levels gemacht. Auf mich wirken sie trotz der Baustein-Zusammensetzung wie aus einem Guss, jeder Abschnitt ist perfekt an die zugrunde liegende Steuerungsmechanik angepasst und kann mit kleinen und großen Ideen aufwarten. Zwar merkt man teilweise durch längere Abschnitte, in denen ihr einfach nur geradeaus rennt, dass der Übergang zwischen zwei Segmenten stattfindet. Wirklich störend ist das aber nie.
Nein, bei diesem Boss handelt es sich nicht um Krang. Was er aber genau darstellen soll wissen wir auch nicht genau.
 

Vorwärts immer

Wie schon erwähnt, handelt es sich bei Super Meat Boy Forever um einen Autorunner. Euer gewählter Held rennt also automatisch von links nach rechts, ähnlich wie in Rayman Fiesta Run. Ihr könnt nur auf zwei Arten eingreifen: springen und rutschen. Drückt ihr die Sprungtaste in der Luft, schlägt der Fleischjunge zu und fliegt dadurch etwas nach vorne, was sonst unüberwindbare Abgründe plötzlich nicht mehr so gruselig macht. Wenn ihr in der Luft das Steuerkreuz oder den Analogstick nach unten drückt, taucht der Meat Boy ab, was auch direkt Gegner treffen kann.

Diese Möglichkeiten mögen jetzt sehr simpel klingen und das sind sie auch. Das ist aber keinesfalls damit gleichzusetzen, dass sich Super Meat Boy Forever langweilig oder abwechslungsarm spielt. Der Grund dafür sind die Levelelemente, die sich die Entwickler ausgedacht haben. Ihr lasst euch an Greifhaken nach oben ziehen, boxt Schiffscontainer quer durch die Levels, müsst schnell durch medizinische Abfälle rennen oder Schlüssel sammeln. Oft werden diese Mechaniken miteinander kombiniert und so entstehen kleine Plattforming-Puzzles.
Es gibt viele Geheimnisse, wie beispielsweise diese Warpzone.
 

Erwartungsgemäß flüssig

Keinerlei Abstriche machen müsst ihr in einem offensichtlichen Punkt: der Technik. Schon auf der vergleichsweise schwachen Nintendo Switch lief Super Meat Boy Forever mit stabilen 60 Bildern pro Sekunde, was bei einem solchen Plattformer ein riesiger Gewinn ist. Die Bildrate ist auch auf Playstation und Xbox gegeben, zudem dürft ihr euch über knackscharfe 4K-Grafik freuen. Natürlich nur, wenn ihr eine Playstation 4 Pro oder Xbox One X nutzt oder bereits auf der Nextgen spielt.

Doch egal, auf welcher Plattform ihr unterwegs seid, Super Meat Boy Forever ist in jedem Fall schön anzusehen. Die Cartoon-Grafik passt perfekt zu dem abgedrehten Humor und hat ein Problem nicht, dass ich bei vielen verwandten Spielen beobachten konnte. Die Hintergründe sind vergleichsweise simpel, dadurch ist aber immer zu erkennen, welche Objekte zum Level gehören. So passiert es sehr selten bis gar nicht, dass ihr versehentlich in den Tod springt, weil ihr eine Linie im Hintergrund für eine Plattform gehalten habt.

Autor: Dennis Hilla (GamersGlobal)

 
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Meinung: Dennis Hilla

Es dürfte keine Überraschung sein, dass Super Meat Boy Forever eine Menge Wutpotenzial bietet. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich nie übermäßigen Frust hatte, den Fehler musste ich in den meisten Fällen bei mir selbst suchen. Teilweise reagiert das Gamepad nicht direkt genug, ein Problem, das ich schon aus der Switch-Fassung kenne. Abgesehen davon ist die Steuerung aber knackig und präzise.

Die meiste Sorge hatte ich bei Super Meat Boy Forever wegen den zufallsgenerierten Levels. Dadurch, dass die Entwickler nur Bausteine verwenden und mit irgendeinem technischen Voodoo aneinanderkleben, hätte ich aber wohl gar nicht gemerkt, dass die Abschnitte sich je nach Seed ändern. Zwar gibt es immer wieder Spitzen im Schwierigkeitsgrad, die fallen aber nie unerträglich schlimm aus. Auch das Autorunner-Prinzip funktioniert deutlich besser als erwartet, hier macht sich wohl auch die lange Entwicklungszeit bemerkbar. Das Team hat jedes Element perfekt auf die Mechanik ausgelegt und sichergestellt, dass es viel Abwechslung gibt.

Allerdings muss ich dann doch meckern, wenn es um die Bosse geht. Nicht, dass die Kämpfe gegen riesige Sägemaschinen oder einen undefinierbaren Haufen aus medizinischen Abfällen nicht packend wären. Aber sie sind halt doch immer dieselben, was für mich etwas auf den Wiederspielwert drückt. Hier wäre ein Pool aus drei, vier Bossen pro Welt schöner gewesen. Drehe ich also alle positiven und negativen Aspekte von Super Meat Boy Forever durch den Fleischwolf, kommt ein guter Spielspaßburger heraus. Die Klasse des Vorgängers kann er aber nicht ganz erreichen, dafür gibt es zu viele kleine Defizite bei Steuerung und Spielbalance. Solltet ihr aber Fans knallharter Plattformer sein und aufgrund von PC- oder Switch-Mangel noch keine Chance zum Spielen gehabt haben, könnt ihr auf Playstation und Xbox ebenfalls bedenkenlos zugreifen.
 
Super Meat Boy Forever PCSwitchXOnePS4iOSAndroid
Einstieg/Bedienung
  • Simpelste Steuerung
  • Ingame-Tutorials für alle (überschaubar vielen) Funktionen
  • Schwierigkeitsgrad zieht immens schnell an
Spieltiefe/Balance
  • Trotz Zufallsgenerierung stimmige Levels
  • Hoher Wiederspielwert
  • Viele Zusatzmechaniken
  • Coole Bosse...
  • Zahlreiche versteckte Inhalte
  • Knobelfaktor sorgt für Spaß
  • Gelegentliche Spitzen im Schwierigkeitsgrad
  • Reine "Story"-Spielzeit kurz (3-4 Stunden)
  • ...von denen es nur wenige gibt
Grafik/Technik
  • Passende, sympathische Cartoon-Grafik
  • Immer flüssige 60 Bilder pro Sekunde
  • Nicht alle Steuerungseingaben werden zuverlässig erkannt
Sound/Sprache
  • Stimmiger Soundtrack...
  • ...der dank zahlreicher Tode und verbundener Wiederholungen nerven kann 
Multiplayer

Nicht vorhanden
 
8.0
Userwertung0.0
Mikrotransaktionen
Hardware-Info
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • Kopierschutzlose GoG-Version
  • Epic Games Store
  • uPlay
  • Origin
  • Hersteller-Kontoanbindung
  • Ständige Internetverbindung
  • Internetverbindung beim Start
Dennis Hilla 16. April 2021 - 19:10 — vor 1 Jahr aktualisiert
Dennis Hilla Redakteur - P - 162960 - 16. April 2021 - 19:10 #

Viel Spaß beim Lesen und Sehen.

Alain 21 AAA-Gamer - P - 27905 - 16. April 2021 - 19:36 #

Ich war enttäuscht. Ich finde es zwar nicht schlecht, aber es ist weit vom meiner Sucht zum Erstling entfernt...

JensJuchzer 21 AAA-Gamer - P - 25572 - 16. April 2021 - 19:52 #

Den spaß bei deinen vielen Toden im Video hatte ich :)

Admiral Anger Freier Redakteur - P - 78726 - 16. April 2021 - 20:06 #

Ich mochte den ersten Teil, aber ein zufallsgenerierter Autorunner ist nix für mich.

StefanH 22 Motivator - - 31864 - 17. April 2021 - 8:30 #

Schöner Test. Das Spiel hat einige sehr schöne Ideen. Vor allem mochte ich die Metal Gear Referenzen :D

CptnKewl 21 AAA-Gamer - 26591 - 17. April 2021 - 14:18 #

Ich mag die beiden Sonderlinge immer noch, auch wenn Sie nicht mehr zusammen Arbeiten. Die Motivation und das Fiebern am Releasetag waren wirklich schön in Indigame the movie

Robokopp 17 Shapeshifter - - 7195 - 17. April 2021 - 15:44 #

mmmh, Spielspaßburger. Seit Overcooked hat mich das Lesen eines Spieletests nicht mehr hungrig gemacht.

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 72990 - 17. April 2021 - 15:47 #

Fleisch geht halt immer.

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 72990 - 17. April 2021 - 15:47 #

Schöner Test. Denke, über kurz oder lang hole ich mir das.

soulflasher 15 Kenner - P - 3024 - 17. April 2021 - 18:08 #

Wie kommt das Spiel eigentlich bei Vegetariern an?

Cyd 20 Gold-Gamer - P - 21048 - 17. April 2021 - 18:10 #

die spielen weiterhin Tofu Boy.

soulflasher 15 Kenner - P - 3024 - 17. April 2021 - 18:23 #

"A Cleverle".

Dennis Hilla Redakteur - P - 162960 - 17. April 2021 - 18:25 #

Siehe Test.

soulflasher 15 Kenner - P - 3024 - 17. April 2021 - 18:33 #

Herr Hilla...
Der Test ist leider "positiv".
Ich hoffe sie können damit umgehen.
Wünsche ihnen noch ein schönes Wochenende.
Dr. Robotnik.

Cyd 20 Gold-Gamer - P - 21048 - 17. April 2021 - 19:08 #

Ist bei Tests das Positive nicht das neue Negative?