Nachtest: SF-Strategie mit Addon

Stellaris Utopia Test

Vampiro 24. Juni 2017 - 19:25 — vor 1 Jahr aktualisiert
Die Traditionen helfen euch bei der Spezialisierung eurer Rasse und stehen seit 1.5 allen Spielern zur Verfügung.
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Traditionen: Besser gut geklaut

Ihr kennt Civilization 5? Der 4X-Titel aus dem Hause Firaxis von Designer Jon Shafer (der kürzlich erst bei Paradox anheuerte) war ganz offensichtlich die Inspirationsquelle für eine neue Spielmechanik: Was in Civilization Kultur heißt, ist in Stellaris die neue Ressource Einigkeit. Damit schaltet ihr Sozialpolitiken respektive Traditionen frei. Diese ermöglichen es, eure Rasse im Spielverlauf weiter zu spezialisieren.

Insgesamt gibt es sieben Traditionsbäume wie Expansion (optimierte Kolonisation) oder Wohlstand (Wirtschaftswachstum, Kostensenkung). Habt ihr genug Einigkeit, könnt ihr den ersten Traditionsbaum eröffnen, was auch bereits einen Bonus bringt. Beispiel: Die Baukosten für Forschungsstationen sinken um 33 Prozent. Die Kosten für weitere Traditionen steigen, wie die Technologiekosten, mit der Anzahl der kolonisierten Planeten. Reichen eure Punkte für den nächsten "Kauf", könnt ihr einen weiteren Traditionsbaum eröffnen oder innerhalb eines Baumes eine von jeweils fünf Traditionen auswählen. Dabei sind wegen der Baumstruktur jedoch nicht alle direkt auswählbar. Habt ihr alle Traditionen einer Kategorie aktiviert, erhaltet ihr zudem einen Finisher-Bonus.

Einigkeit erhaltet ihr insbesondere über Hauptgebäude auf Planeten sowie von Spezialgebäuden.  Im Rahmen neu eingeführter Spezialisierungen eurer Rasse basierend auf der Regierungsform, gibt es noch eine weitere Möglichkeit. Im Rahmen dessen schaltet ihr bestimmte Traditionen oder Staatselemente frei, durch die auch normale Gebäude Einigkeit abwerfen können. Im Endgame dürftet ihr problemlos alle Traditionen freischalten können. Dabei gilt es aber zu berücksichtigen, dass sich manche nur in der ersten Spielphase wirklich lohnen, etwa wenn es um Boni bei der Kolonisierung, zusätzliche Forschungspunkte durch Exploration oder reduzierte Kosten für den Bau von Raumstationen geht.
Zugriff auf die mächtigen Aufstiegsperks erhaltet ihr nur mit dem Utopia-DLC.

Als Käufer von Utopia erhaltet ihr einen weiteren handfesten Vorteil durch den Abschluss jedes Traditionsbaums. Ihr könnt dann nämlich jeweils einen von 20 Aufstiegsperks freischalten, die euch teils drastische Vorteile bringen. Anders als bei den Traditionen ist es allerdings nicht möglich, alle freischalten, da ihr lediglich Zugriff auf acht Slots für Perks habt. Den letzten davon füllt ihr mittels einer zu erforschenden Technologie. Teilweise bauen die Perks aufeinander auf.

Auch die Evolution eurer Rasse könnt ihr vorantreiben und ihre psionischen Kräfte wecken. Genetische Verbesserungen sind genauso möglich wie die Verwandlung eurer Population zu Cyborgs und schließlich zum Robotervolk. Das hat letztlich alles Auswirkungen in Zahlenwerten, etwa gesenkte Roboterkosten oder eine längere Lebensspanne der Anführer. Euer Robotervolk konsumiert auch keine Nahrung mehr, sondern zehrt von Energie-Credits. Andere Perks bringen euch Vorteile wie einen Bonus von 10 Prozent auf Forschung, einen erhöhten Einflussbereich oder eine erhöhte Flottenkapazität. Ein Perk erlaubt euch auch die direkte Kontrolle über fünf weitere Systeme. Schließlich erhaltet ihr über die Perks auch Zugriff auf die Megastrukturen.
Megastrukturen bringen euch dicke Boni und helfen, die Lücke zum Endgame zu schließen.


Megastrukturen gegen Langeweile

Utopia bringt mit den Megastrukturen kostenintensive Bauten mit langen Konstruktionsphasen ins Spiel. Anders als gewisse Flughäfen werden sie aber wie geplant fertig. Am einfachsten kommt ihr an das um Planeten kreisende Habitat, das auf zwölf Feldern Platz zur Besiedlung bietet. Die Gebäudeauswahl ist beschränkt, Ressourcen produzierende Gebäude bietet das Habitat in nur einer Ausbaustufe, ein paar Spezialgebäude stehen aber ebenfalls zur Verfügung. Jedes Habitat zählt für die Siegbedingungen als kolonisierte Welt und beschert euch bei Forschung und Einigkeit-Produktion die entsprechenden Mali.

Die anderen Megastrukturen müsst ihr in verschiedenen Stufen auf- und ausbauen. Die um die Sonne eines Systems gebaute Ringwelt bringt euch bis zu vier Segmente, die jeweils eine Gaia-Welt darstellen. Durch den Bau der Ringwelt werden alle herkömmlichen Planeten im System zerstört. Beim Forschungsnexus baut ihr erst ein Gerüst und erhaltet dann in drei Ausbaustufen Forschungspunkte für alle Bereiche. Die Wachmatrix ermöglicht einen Blick über die komplette Galaxiekarte. Die Dyson-Sphäre baut ihr um einen Stern, sie liefert in der finalen Ausbaustufe satte 400 Energie-Credits pro Monat.
In Stellaris-Utopia könnt ihr mit einer Dyson-Sphäre nicht nur theoretisch sondern ganz praktisch die Energie von Sternen abzapfen.

Die Megastrukturen kosten Unsummen und die Bauzeit ist lang. Letztere könnt ihr beispielsweise durch eine strategische Ressource oder einen weiteren Aufstiegs-Perk reduzieren. Die Stärke der Megastrukturen ist es, die Zeit zwischen dem auslaufenden Midgame und den Endgame-Krisen mit sinnvollen Aktivitäten zu überbrücken, beginnend mit dem Hinarbeiten auf die entsprechenden Technologien und Aufstiegs-Perks. Das gilt umso mehr, wenn ihr eher friedlich unterwegs seid und gar nicht mehr wisst, was ihr überhaupt mit euren Ressourcen tun sollt. Zu Ressourcen-Knappheit führen die Bauprojekte zumindest in Friedenszeiten dennoch nicht, denn ihr könnt nur an einem Projekt gleichzeitig arbeiten.

Für die Megastrukturen gibt es darüber hinaus neue Event-Ketten. Manche davon sind ganz nett, so wird zum Beispiel eine Forscherin entführt und kommt leicht verändert wieder. Andere sind lächerlich geraten. Da wird auch mal ein Bauprojekt für 20 Tage unterbrochen, um im Ergebnis 500 Mineralien zu erhalten. Das war bei uns deutlich weniger als unsere Monatsproduktion; hier sollte die Belohnung besser skalieren. Inwieweit die Megastrukturen eure Kampagne entscheidend beeinflussen, hängt vom Spielstil ab. Die Boni sind aber zumindest hilfreich und durch die Schaffung neuer kolonisierbarer Welten kommt ihr endlich auch friedlich der Siegbedingung Domination und dem Föderationssieg näher.
Jede gebaute Sektion der Ringwelt ist spielmechanisch ein Gaia-Planet, den wir besiedeln können.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 375795 - 24. Juni 2017 - 19:26 #

Viel Spaß beim Lesen!

Faith 16 Übertalent - - 4673 - 24. Juni 2017 - 19:39 #

Danke für den Nachtest :-)

Wobei mir die Wertung immer noch deutlich zu gering ist - ich habe trotz vieler Bugs und Unstimmigkeiten bisher extrem viel positives in diesem Spiel gefunden, und anders als im Test geschrieben spielt sich jedes Spiel anders. Durch Ereignisse (und vor allem die Endgame-Krisen) können die Machtverhältnisse komplett auf den Kopf gestellt werden.

Am schlimmsten finde ich nach wie vor die Sektoren. Ich spiele immer mit einem Mod, der mir unendlich viele selbst verwaltete Planeten gewährt. Leider wird Paradox diesen Unsinn wohl nie ändern :(

Vampiro 23 Langzeituser - P - 42229 - 24. Juni 2017 - 20:26 #

Sehr gerne :-)

Mit der Wertung ist es natürlich immer so eine Sache. Und gerade bei Stellaris ist eine gewisse Bandbreite möglich. Tom Chick von Qt3 gab z.B. eine (ebenfalls nachvollziehbare!) 20, wir eine 6.5.

Allerdings habe ich ja nicht geschrieben, dass sich nicht jedes Spiel anders spielt (sonst würde ich auch keine Lust zum Weiterspielen haben, z.B. eine zweite Schwarmkampagne möchte ich machen, weil ich mich im Midgame verzockt habe in einem Konflikt und vermutlich nicht erholen kann ;) ). Sondern repetitiv, Ereignisse, Spielelemente. Und davon einige. Mit dem auf den Kopf stellen hast du natürlich recht, habe das erwachende fallen empire deshalb extra gelobt :) Und fließt natürlich auch in das "immer was interessantes zu tun" ein :)

Stellaris muss sich aber auch der Konkurrenz stellen, auch aus dem eigenen Hause, und da sehen wir schon deutliche Unterschiede, sehr viele Kritikpunkte sind auch im (Nach-)Test.

Außerdem testen wir ja die ungemoddete Version, und die findest du ja in einem Teilbereich selbst schlecht genug, dass du dir eine elementare Designentscheidung wegmoddest ;) Ich glaube auch, dass Paradox daran nichts ändern wird. Und den Outliner werden sie auch nicht ändern *seufz*. Da braucht man eigentlich noch dringender eine UI Mod, wenn man alle Planeten selbst verwaltet ;)

Q-Bert 16 Übertalent - 5773 - 25. Juni 2017 - 1:26 #

Erstmal danke für deinen tollen Test!

Wertungen sind so eine Sache, ja... aber es tut mir ein bisschen leid für S:U, wenn MoO, ES2 und S:U jetzt alle exakt gleich bewertet sind :) Für mich spielen die drei Games nicht alle in der selben Liga.

Und ich finde generell 4X-Games krass unterbewertet im Vergleich zu Spielen wie Town of Light (3 Stunden Adventure mit anspruchslosen Rätseln) oder Long Journey Home (frustrierend schwere Mini-Spiel-Sammlung). Da stimmt für mich das genreübergreifende Verhältnis nicht... aber das sage ich halt aus Sicht als 4X Fan :)

Drugh 15 Kenner - P - 3254 - 25. Juni 2017 - 6:48 #

Als 4X Fan seit vielen Jahren schwebe ich zurzeit im siebten Himmel. Alleine, dass es drei gute 4X Weltraumspiele mit deutlich anderem Gameplay gibt, die mich alle pro Partie mindestens 20 Stunden bis teilweise 70 Stunden für einen Durchgang beschäftigen, ist ein super Preis-/Leistungsverhältnis.

Die drei genannten sind für mich tatsächlich alle in etwa gleich stark, Stellaris leicht führend, MoO leicht abfallend. Ob die nun bei 60 70 oder 95 bewertet sind, ist mir egal, ich habe Spaß mit allen Dreien. Einen Walkingsimulator oder ein Hardcore Jump and Run fasse ich auch nicht an, selbst wenn sie mit einer 100 bewertet worden sind.

Red Dox 16 Übertalent - 4503 - 25. Juni 2017 - 8:58 #

Und was ist Nr.3? Stars in Shadow? Endless Space2? Was anderes?

Otto 12 Trollwächter - 853 - 25. Juni 2017 - 9:19 #

Die glasklare Nr 1 ist Distant Worlds. Danach Galactic Civ. 3 und dann der rest...
Stellaris ist übrigens eines der wenigen Spiele die auf Metacritic einen höheren Userscore haben als den Metascore.

Hanseat 13 Koop-Gamer - 1727 - 25. Juni 2017 - 20:52 #

Ist Galactic Civ wirklich so gut? Ich überlege gerade es im Sale zu holen. Die Tests vom Release sind ja alle sehr ernüchternd

Otto 12 Trollwächter - 853 - 26. Juni 2017 - 11:05 #

Ich finde ja. Ist wie bei dem normalen civ auch. Am Anfang war die Ki sehr schlecht. Das Spiel ziemlich buglastig. Und ab dem midgame langweilig. Nach zig Patches. Kleineren dlcs und addons ist daraus ein richtig gutes Spiel geworden. Mmn. Nur die deutsche Übersetzung sollte man meiden. Die wurde zuletzt nur noch durch den Google-übersetzer gejagt...
Ist jedenfalls besser als die 3 neueren 4x Weltraum Strategie spiele. Aber auch ziemlich old school.

Drugh 15 Kenner - P - 3254 - 25. Juni 2017 - 17:37 #

Endless Space 2.

DocRock 13 Koop-Gamer - 1379 - 25. Juni 2017 - 11:01 #

Jap, absolut. Eine Edith Finch Minispielsammlung bekommt quasi eine 100 und sowas ES2 geht leider im Vergleich komplett unter. Mir kommt der Spielejournalismus auch langsam vor wie der Filmbereich. Es gibt die AAA Produktionen, die alle gut bewerten (*marketingbudget hust*) und dann gibt es die Kritikerlieblinge. Das sind im Gamesbereich im Moment die Adventures und Denkspiele und vielleicht noch die Spiele, die eine tolle emotionale Story bieten.

Spiele (gerade 4x, aber auch RTS) "nur" mit guten Gameplay sind im Moment leider weder AAA noch Feuilleton Liebling. Das spiegelt sich leider in den Wertungen und Verkaufszahlen wieder.

Arno Nühm 15 Kenner - - 3521 - 24. Juni 2017 - 19:54 #

Schöner Test :-)

Vampiro 23 Langzeituser - P - 42229 - 24. Juni 2017 - 20:17 #

Vielen Dank :-)

timeagent 17 Shapeshifter - P - 7599 - 24. Juni 2017 - 20:12 #

Wow, danke für den Nachtest. Hilft mir doch direkt weiter, da mich Stellaris beim aktuellen Summer Sale irgendwie anlächelt.

Vampiro 23 Langzeituser - P - 42229 - 24. Juni 2017 - 20:18 #

Sehr gerne :-) Hat sich auf jeden Fall gemausert und kann jetzt eine Überlegung wert sein :) Passt zum Steam-Sale tatsächlich durch Zufall sehr gut :D

TwentY3 16 Übertalent - P - 4089 - 24. Juni 2017 - 20:26 #

Vielen Dank für den ausführlichen Nachtest, Vampiro. Ich habe nach Utopia auch einige Stunden versenkt. Derzeit ist grad Endless Space 2 das häufiger gespielte Spiel der Wahl. Ich freue mich aber schon auf die nächste, lange Partie von Stellaris.

Scando 24 Trolljäger - 50881 - 24. Juni 2017 - 20:47 #

Vielen Dank für den Nachtest. Habe lange gezögert mir Utopia zu kaufen, jetzt kann ich ohne Bedenken nachholen.

Hohlfrucht 15 Kenner - 3060 - 24. Juni 2017 - 21:21 #

Danke für den interessanten Nachtest.
Ich besitze das Hauptspiel, bin aber in letzter Zeit leider nur wenig zum Spielen gekommen. Daher habe ich darüber nachgedacht mir das Addon zuzulegen und noch mal tiefer in Stellaris einzutauchen. Da dein Test aber eher ernüchternd ausfällt, werde ich das wohl doch nicht tun.

Du hast nicht zufällig Endless Space 2 gespielt, oder? Ich habe das erste Endless Space unheimlich gerne gespielt und mich würde ein direkter Vergleich zwischen Stellaris und Endless Space 2 oder auch nur eine ehrlich Einschätzung zu Endless Space 2 interessieren.

Vampiro 23 Langzeituser - P - 42229 - 24. Juni 2017 - 22:53 #

Gerne :-)

Endless Space 2 habe ich aus Zeitgründen leider noch nicht geschafft :( Habe es auch noch gar nicht. Der Vergleich wäre natürlich ideal und vielleicht kann jemand anderes was beisteuern, ich hoffentlich auch demnächst mal :)

Wenn die Zeit reicht kannst du aber einfach in deine normale Stellaris-Version reinschnuppern ob (danke der Patches) überhaupt ein guter Flow aufkommt. Wenn ja, kann Utopia auf den Einkaufszettel (manches macht sich ja erst früher (Perks) oder später (Structures) bemerkbar). Allerdings auch den Leviathan-DLC nicht vergessen. Da hatte ich zum Beispiel die Dreadnought her und auch die Enklaven, also z.B. Händler, gibt es nur mit dem DLC.

Q-Bert 16 Übertalent - 5773 - 25. Juni 2017 - 1:29 #

Ich hab im letzten halben Jahr erst Master of Orion, dann Stellaris:Utopia und zuletzt Endless Space 2 gespielt.

MoO:
Fällt im direkten Vergleich zu S:U und ES2 deutlich ab, für mich der schwächste Titel von den Dreien. Das liegt vor allem daran, dass es praktisch keine neuen Ideen gibt und die KI ein Witz ist. Ich habe in der Mitte der Partie abgebrochen und es seitdem nicht mehr angefasst.

S:U
Ist ein ordentliches 4X, womit ich 80 Stunden Spaß hatte. Es befindet sich in Utopia ganz viel Zeug, was sich letztlich (zumindest in meinen Partien) als völlig unwesentlich herausgestellt hat - aber zumindest hat man viel zum "rumprobieren". Die Diplomatie hab ich letztlich nur dazu gebraucht, meinen Technologievorsprung zu vergolden. Die Perks hatten bei mir kaum relevante Auswirkungen, denn es dauert imho zu lange, die Boni freizuschalten. Zum Beispiel konnte ich die MegaStrukturen erst bauen, als das Endgame praktisch schon gewonnen war, ich in Ressourcen ertrank und eh schon die ganze Galaxy erforscht hatte. Die ganzen vielen Waffentechnologien sind ab einem bestimmten Punkt (eine ganz bestimmte Waffe) irrelevant, ab da baut man dann nur noch Schiffe mit dieser Waffe, die alles in Sekunden zerbröseln.
Was ich aber S:U wirklich sehr, sehr positiv anrechne ist der Twist im Endgame. Damit werden die Karten nochmal komplett neu gemischt und statt nur stumpf ein wehrloses System nach dem anderen zu erobern, bis die Siegvorgabe erfüllt ist, steht man vor mächtigen neuen Herausforderungen. S:U ist "nach hinten raus" das spannenste Spiel!

ES2:
User Interface und Optik gefallen mir bei ES2 am besten. Und in den ersten 20 Stunden macht es mir auch am meisten Spaß! Aber es bleibt vieles abstrakt, so gibt es z.B. nur Laser- oder Projektilwaffen, jeweils mit langer oder kurzer Reichweite. Das steigert man Stufe um Stufe, aber Photonentorpedo oder Gausskanone klingt natürlich spannender als Laser 4 oder Projektilwaffe 2. Auch bei ES2 gibt es diverse Spielmechaniken, die kaum relevanten Einfluss auf das Geschehen haben. So wird ein riesen Gewese um Schlachtaufstellungen, Schlachttaktiken etc. gemacht, aber in der Praxis kämpfen sehr selten gleichwertige Flotten gegeneinander - Aufstellung/Taktik sind völlig egal, wenn 8 Schlachtschiffe gegen 3 Shuttles antreten. Man kann Helden rekrutieren, alle mit eigenem Talentbaum, aber ich hab mich selbst nach 50 Stunden Spielzeit kein einziges Mal dafür interessiert, welcher Held in welchem System eingesetzt war. Die vielen schönen Alienrassen, alle mit Spezialeigenschaften, letztlich alles Wurscht! Selbst auf der höchsten Schwierigkeitsstufe ist Mikromanagement totale Zeitverschwendung. ES2 läuft voll in die Endgamefalle... es gibt ab der Mitte des Spiels einfach nix mehr zu tun! Man klickt sich von Runde zu Runde, Spannung Fehlanzeige. Diplomatie ist ein Totalausfall, genau wie die Bodenkämpfe.

Fazit:
ES2 und S:U dürfen sich gerne paaren, das Kind was dabei rauskommt, könnte ein super Spiel werden :) In den ersten 20 Stunden hatte ich mit ES2 ganz klar am meisten Spaß, ab dem Mid- und Endgame gewinnt S:U. Wer schon viel Erfahrung mit 4X-in-Space hat, wird mit S:U glücklicher! Anfänger könnten ES2 mehr lieben.

Ardrianer 19 Megatalent - 19539 - 25. Juni 2017 - 2:13 #

Langfristig sehe ich in Stellaris das meiste Potenzial, da dort über Jahre noch einiges kommen dürfte an neuen Inhalten, sowie die Optimierung der vorhandenen Features. Man kann der DLC Politik von Paradox kritisch gegenüberstehen, aber ihre Spiele werden über die Jahre immer besser, sofern die Fanbasis zufrieden gestellt wird. Positives Beispiel ist da Crusader Kings 2, was selbst jetzt noch Erweiterungen und Patches bekommt. Schwierig wird es da nur für Neueinsteiger, für die das Komplettpaket selbst bei einem Sale sehr teuer wird. Aus dem Grund liegt bei mir EU 4 auf Eis, da ich bei den Erweiterungen (und ich will nun mal ein komplettes Spiel) hoffnungslos hinterher hinke.
Mich würde mal interessieren, wie es bei Modifikationen für Endless Space 2 aussieht. Gibt es eine große Mod-Community? Gibt es umfangreiche und kleine Mods, die das Spiel enorm erweitern oder verändern können? Ich vermute, da hat Stellaris ebenfalls einen enormen Pluspunkt, der aktuelle Schwächen kaschieren kann.

zz-80 13 Koop-Gamer - 1485 - 25. Juni 2017 - 6:39 #

Danke für die Zusammenfassung und dein Fazit! :)

Drugh 15 Kenner - P - 3254 - 25. Juni 2017 - 6:54 #

Ich habe auch alle drei gespielt, ziemlich gleicher Zeitansatz und kann diese Bewertung zu 90% unterstreichen. MoO ist jetzt ein wenig hart weggekommen, wenn man es mal nur 20 Stunden und hübsch bunt angehen lassen will, liefert es soliden, aber seichten, Spielspaß. Endless Space 2 hat für mich das größte Spielspaßpotenzial, da es schöne Quests bietet, die Mechanismen solide sind. Dafür sind die Kämpfe imho noch unspannender als bei Stellaris.

Hohlfrucht 15 Kenner - 3060 - 25. Juni 2017 - 8:12 #

Danke für den Vergleich. Da kommt Endless Space 2 ja nicht besonders gut weg. Schade.
Dann bleibe ich wohl erstmal beim Stellaris Grundspiel und versuche mich da reinzufuchsen. Nur Zeit finden muss ich mal :o)

Q-Bert 16 Übertalent - 5773 - 25. Juni 2017 - 18:50 #

Hm, besonders schlecht sollte ES2 aber auch nicht wegkommen :)

Das Spiel macht schon sehr viel Spaß bis zur "Mitte", und es etwickelt sich wirklich ein toller Flow. Nur ab ca. Runde 100 konnte ich mir dann aussuchen, welche der 6 Siegbedinungen ich nun erfülle - in allen Belangen waren meine Sophons die Nr. 1 im gesamten Universum. Höchster Schwierigkeitsgrad! Und da stimmt dann was nicht im Endgame. Wenn man militärisch oder forschungsmäßig führt, sollten andere Rassen zumindest in anderen Bereichen (Wirtschaft, Weltwunder etc.) führend sein, so dass eine Art "Wettrennen" entsteht.

Ich denke aber, mit DLCs für den Endgame-Content kann man hier noch ne Menge fixen.

Hanseat 13 Koop-Gamer - 1727 - 25. Juni 2017 - 10:29 #

Also erstmal danke für den tollen Nachtest Vampiro. Wünsche mir sowas viel häufiger auf GG. Gerade ein Nachtesten von 4X-Spielen ist für mich wesentlich interessanter als einige Indie oder Adventuretests. Mir geht es dabei auch weniger um eine Kaufberatung, sondern um die Frage, ob es sich lohnt Zeit in das Spiel zu stecken oder ob die KI nach 20 Stunden einfach lächerlich agiert.

Ich sehe in ES2 das größte Potential auch bei Endless Legend hat Amplitude über die Jahr viel am Design getan und Stellaris scheint mir doch ein größeres grundsätzlicheres Gameplayproblem zu besitzen.

Was aber im Moment einfach nur nervt, ist, dass sich keiner mehr Mühe gibt ein Spiel zu programmieren, dass eine KI auch bewältigen kann. Da werden zig Features eingebaut und sich nicht gefragt, ob man überhaupt in der Lage ist eine KI zu programmieren, die auch nur die Hälfte dieser sinnvoll einsetzen kann.

DocRock 13 Koop-Gamer - 1379 - 25. Juni 2017 - 10:56 #

Gute Zusammenfassung, wobei ich sagen muss das ich bei ES2 schon bei 40 Stunden angekommen bin und immer noch viel Spaß habe. Jetzt flaut es allerdings etwas ab. Wo ich nicht mit einverstanden bin ist deine Einschätzung, dass die Rassen sich nicht unterschiedlich spielen. Gerade da bietet ES2 viel, die Vodyani spielen sich deutlich anders als die Craver oder die Riftborn.

Aber du liegst definitiv richtig damit, dass das Spiel nach einem grandiosen Early Game im Mid- und Lategame deutlich abflaut. Man landet in der klassischen "Next turn" Klickorgie, die schon bei Civ 5 massiv nerven konnte (bei friedlichen Spielen). Ich lasse es jetzt erstmal liegen, bis relevante Patches oder Mods Neuerungen bringen. Man muss ja auch sagen, dass das Spiel relativ frisch ist. Da kann noch einiges kommen! Bedauern tu ich den Kauf auf keinen Fall.

Ich werde dann auch mal Stellaris testen, seit dem Humble Bundle liegt es auf meinem PoS. Aber erst die Fabrik in Factorio optimieren.. ;)

Q-Bert 16 Übertalent - 5773 - 25. Juni 2017 - 19:14 #

Stimmt, die Rassen spielen sich unterschiedlich. Grandios finde ich die Unfallen "I am GROOT" Rasse, die ihre Wurzeln von System zu System schlagen. Das sind so Ideen, für die man ES2 echt lieben kann! :)

Was ich meinte waren die Minors (Pulsos, Niris...), diese kleinen Völker die man in seine eigene Hauptbevölkerung assimilieren kann. Da hat ja jedes Völkchen verschiedene Boni bei Forschung, Produktion, Zufriedenheit etc... und am Anfang hab ich auch schön fleissig optimiert, dass jede Bevölkerungseinheit auf passende Planeten/Systeme umgesiedelt werden. Aber letztlich ist die Zeit, die man in dieses Micromanagement steckt, nicht wirklich nötig.

Ich spiele halt gern 4X mit den Tech-Nerd Rassen, bei ES2 eben den Sophons (modifiziert). Da müssten die Designer eigentlich auch radikal den Techtree variieren! Denn wenn ich alles erforschen kann, was die anderen Rassen auch können, nur halt viel schneller, dann bin ich nach kurzer Zeit in allem vorn. Ein Zerg-vs-Protos-Gefühl kommt dabei nie auf. Eigentlich müsste nur mal jemand Starcraft als Vorlage nehmen und darauf ein 4X designen... <3 :)

zombi 13 Koop-Gamer - P - 1237 - 25. Juni 2017 - 12:45 #

Hab es auch in der Reihenfolge gespielt bzw. bin noch dran. MoO sehe ich allerdings weniger kritisch, es hat auch viele gute Aspekte. Bei 200h stellaris bin ich noch nicht am Ende und Es2 fuchse ich mich noch rein. Alle haben interessante Aspekte und sind erheblich anspruchsvoller als ein Shooter oder ähnliches. Vorher hatte ich noch nie 4x Spiele probiert und bin im allgemeinen begeistert.

Der Marian 20 Gold-Gamer - P - 22564 - 24. Juni 2017 - 22:11 #

Boah, danke für die Mühe, Vampiro. Ich bin aber immmer noch unschlüssig, ob ich daran Spaß hätte.

Vampiro 23 Langzeituser - P - 42229 - 24. Juni 2017 - 22:44 #

Vielen Dank, ich freue mich, dass nach dem großen Zeitaufwand was gescheites rausgekommen ist :-)

Wenn unschlüssig, dann lieber eine weitere Runde Battle Brothers spielen ;-)

Ardrianer 19 Megatalent - 19539 - 24. Juni 2017 - 22:27 #

Also ich hatte im Endgame sehr wohl Mineralienprobleme und dass trotz ein Plus von 700 bis 1000/Monat, da Endgamekrisen und erwachte Reiche enorme Flottenkapazitäten benötigen. Dazu die Bauten wie Dysonssphäre und Co. Da kann man nie genug haben. Im Midgame sammelt es sich allerdings, das stimmt. Brauchst du auch für später. Insgesamt hat sich meiner Meinung nach einiges getan, sodass es Spaß macht bis zum Ende und was Modifikationen angeht, gibt es so mannigfaltige Möglichkeiten für unzählige zusätzliche Stunden. :)

Vampiro 23 Langzeituser - P - 42229 - 24. Juni 2017 - 22:43 #

Das stimmt, man braucht sehr hohe Kapazitäten und muss gegebenenfalls auch drüber gehen, das war bei mir auch so. Mit dem Nachbauen hätte es vielleicht einen Tick schneller gehen können, aber Probleme hatte ich da noch nicht. Was das Nachbauen angeht. Das lag zum Teil aber auch an der KI, da die immer dieselben 2, 3 Planeten erobert hat und ich die dann einfach jeweils wieder rückerobert habe usw. Eine Art halbkalter Krieg der genug Luft zum Aufbauen ließ.

Letztlich muss man, damit sich die hohen Überschüsse wirklich lohnen, auch stärker in den Ausbau von Lagern investieren. Und da ist es dann cool, dass man Systeme statt Planeten kontrolliert. In den weniger coolen Welten kann man einfach auf Lager setzen usw. Und gebaute Lager, auch auf wichtigen Welten, später wieder umbauen, Ressourcentiles macht man ja auch nicht mehr kaputt. Sobald man aber Überschuss hat (also Lagerkapazität voll) ist das doof. Zumindest bei den Mineralien (Megastructures, Flotte) kann man IMMER was anfangen. Und dank der DLC-Händler kann man dann Credits in Mineralien wandeln. Es gibt schon so einige Möglichkeiten, das ist echt cool.

Denke auch, dass es spürbar besser ist als zu Release :) Auf die full conversion mod mit Star Trek schiele ich ja schon ;-) Habe selbst sonst noch keine Mods genutzt und würde nur welche nehmen, die die Achievements nicht verhindern.

Ardrianer 19 Megatalent - 19539 - 24. Juni 2017 - 23:51 #

Die Achievements waren in der letzten Version bei mir irgendwie verbugt, sodass ich trotz Ironman keine Erfolge bekommen habe. War für mich das Zeichen, auf Achievements zu verzichten, zumindest bis auf weiteres. Probiere verschiedene Mods aus, welche die das Universum vielfältiger und realer machen, welche die auf neue Schiffstypen und die Kampfbalance zielen oder einfach mehr Techs, Rohstoffe und Gebäude einbauen. Der Star Trek Mod steht bei mir auch noch auf der Liste. :)

Red Dox 16 Übertalent - 4503 - 25. Juni 2017 - 11:55 #

Ach das Achievement Drama. Goldene Regeln
1.)Man muss Ironman spielen.
2.)Die checksum des Spiels darf nicht geändert sein, aka keine Mods die dies tun (was 99% der mods tun. Ergo besser ohne Mods spielen)
3.)Achievements funktionieren praktisch niemals retroaktiv für "alte" Spielstände. Also ein 14 Spielstand wird keine 1.5 Achievements liefern und ein 15. Spielstand ohne Utopia wird keine Utopia Achievements geben wenn man eine Woche nach Spielstart die Expansion dazu kauft. Selbst als 1.5 die Achievements zerschrottet und 1.5.1 sie wieder aktiviert hat, musste man ein neues 1.5.1 Spiel starten.

Außerdem kommt hinzu das abonnierte und/oder aktive Mods halt Spieldateien verändern und damit die Checksum (Regel 2) was aber durchaus auch so bleibt nachdem man die mods deaktiviert/unsubscribed hat. Für Achievement Jäger empfiehlt sich hier nur die Tabula Rasa Lösung.
-Workshop öffnen, überprüpfen ob Mods dort abboniert sind ->abo aufgeben.
-Spiel deinstallieren
-Stellaris hat 2 Ordner auf dem Rechner. 1x den Steam Ordner der jetzt recht leer sein dürfte und auf c:\ einen Save Ordner. Beide manuell komplett löschen um alle eventuell korrupten Dateien zu entsorgen.

Wenn man jetzt das Spiel neu installiert sollte man eine frische vanilla Version haben und bräuchte nur noch ein Ironman Spiel für die Achievement Hatz starten.
http://steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?id=858760095
Mein Rat: Wer Achievements will sollte auch jetzt die Finger von mods lassen, selbst wenn einige wenige das Siegel "Achievement kompatibel" tragen.

Ardrianer 19 Megatalent - 19539 - 25. Juni 2017 - 22:43 #

Ja, ich hab Ironman ohne Mods gespielt. Achievements kamen trotzdem nicht. War damals mit aktuellem Patch. Bin ja nicht doof. ;)

Red Dox 16 Übertalent - 4503 - 26. Juni 2017 - 8:01 #

Aber hattest du auch eine 100% frische Installation mit neu gestarteten Spielstand (zu einem Zeitpunkt wo garantiert war das achievements funktionieren) oder haste einfach nur die 50 Mods die du vorher durchgetestet hast deaktiviert und den alten Spielstand weitergespielt? ;)

Ich hatte schon diverse Gespräche die mit Sätzen endeteten wie "Oh, ich hatte tatsächlich noch eine Mod im workshop abonniert und als ich die weggeklickt hatte gings" oder "Jetzt wo ich den save order gepurged und frisch installiert habe gehts auf einmal". Wobei es natürlich auch immernoch Stimmen gibt die Stein und Bein schwören alles richtig zu machen und trotzdem keine achievements zu bekommen. Ob die wirklich alles richtig gemacht haben und zu den 1% der Pechvögel gehören oder ob sie halt doch nicht richtig purgen oder an anderer Stelle wieder Mist bauen ist schwer zu sagen wenn man ihnen nicht über die Schulter gucken kann.

Ganesh 16 Übertalent - 5041 - 26. Juni 2017 - 14:50 #

Das ist zwar ein netter Workaround, aber irgendwie immer noch Mist.

Paradox soll einfach diese Kopplung von Achivements und Ironman aufgeben, die hat häufig genug Probleme bereitet und bringt wenig wirklichen Nutzen.

Karsten Scholz Freier Redakteur - 12763 - 24. Juni 2017 - 22:43 #

Stellaris selbst interessiert mich eigentlich nur wenig (der Test ist dennoch gelungen, Vampiro!), doch hab ich gehört, dass es eine ziemlich gute Star-Trek-Mod für das Spiel geben soll - faszinierender Gedanke! Hat mit der vielleicht schon jemand Erfahrungen gemacht?

Vampiro 23 Langzeituser - P - 42229 - 24. Juni 2017 - 22:48 #

Würde mich auch interessieren. Hatte bislang nur in LPs reingeschaut.

Angeschaut hatte ich mir die Mod Star Trek: New Horizons

https://www.rockpapershotgun.com/2017/02/22/stellaris-star-trek-new-horizons-mod/

Welat 15 Kenner - 3463 - 25. Juni 2017 - 9:30 #

Spiele aktuell die Mod und die ist wirklich sehr zu empfehlen.

Red Dox 16 Übertalent - 4503 - 25. Juni 2017 - 9:42 #

Star Trek:Horizons
steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?id=688086068
war das letzte mal als ich reingeguckt habe ein funktionierender und guter Mod. Der Haken an der Sache waren viele fehlende Beschreibungen und die daraus resultierenden Fragezeichen wenn man mit neu eingeführten Technologien/Spielmechaniken konfrontiert wurde. Was es dann auch deutlich schwerer für Leute werden lassen dürfte, welche die vanilla Version des Spiels erst garnicht gespielt haben. Mein Rat wäre also wirklich erst einige normale Stellaris Partien zu spielen bevor man sich Star Trek Horizons installiert.
Der Mod ist dann halt entsprechend auch eine Dauerbaustelle und kriegt immer wieder updates eingeschoben die irgendwas ausbessern/ändern aber so ist das halt. Ich hab zumindest als ich gespielt hatte mit einem Update alle 2 Tage keine ingame Probleme mitbekommen ;)

Für mich an der Stelle interessanter und frustrierender ist allerdings "Star Trek:Infinities".
http://www.moddb.com/mods/star-trek-infinities
Das "Armada III" Team hat schon bei "Sins of a Solar Empire" gezeigt das sie exzellente Arbeit abliefern,
http://www.moddb.com/mods/star-trek-armada-3
da kribbelts einen dann natürlich in den Fingern für einen Stellaris mod der Truppe. Leider werkeln die dafür "im Geheimen". Spielbare erste Version zur Weihnachtszeit 2016 war mal angedacht hat sich aber dann auf unbestimmte Zeit verzögert und so schreiben wir bald Juli und haben immer noch nichts spielbares. Da Stellaris selbst ja andauernd Spielmechaniken überarbeitet oder neuen Kram einfügt (wie z.b. mit Utopia die Cyber-Ascension, was ja z.b. für die Borg ideal klingt) durchaus klar das die modder ggf. mal ihre Arbeit komplett umändern dürfen. Also bleibt uns nur weiter abzuwarten auf den Tag wo sie endlich ihre erste Version des Mods auf den Markt werfen.

Welat 15 Kenner - 3463 - 25. Juni 2017 - 9:31 #

Vielen Dank für den Nachtest und die damit verbundene Arbeit. Auch wenn ich persönlich Stellaris eine bessere Note gegeben hatte, sind deine "Kritikpunkte" nicht von der Hand zu weisen.
Trotz aller Kritik ist es eine der wenigen Spiele, die ich mehr als 200 Stunden gespielt habe.
Gerade die Vielfalt der "erlebten" Geschichten ist faszinierend :-) mal als Mensch, mal als Schwarm... :-) oder gerne mit einer Mod als Vereinigte Föderation der Planeten :)

Vampiro 23 Langzeituser - P - 42229 - 26. Juni 2017 - 22:15 #

Danke :-) Auf jeden Fall kann man gut viele Spielspaßstunden in Stellaris versenken, und jetzt auch mehr als vorher! Die Schwächen sind aber imho doch auch (teilweise) stark nervend, was sich dann letztlich auch in einer viele Aspekte abdeckenden Wertung widerspiegelt.

Wer viel macht, kann halt auch viel falsch/schlecht machen, dazu einige fragwürdige Designentscheidungen. Wenn alles super wäre, braucht man ja auch noch Notenluft nach oben ;)

Macht man weniger, das dann aber dafür RICHTIG gut (--> Battle Brothers), ist das Spielerlebnis (mit seinem engeren Fokus) für mich weniger getrübt als wenn ich mich immer wieder ärgern muss (und trotzdem, anders als zum Release!) länger Spaß haben kann.

doom-o-matic 16 Übertalent - P - 5679 - 25. Juni 2017 - 11:40 #

Dieses Spiel hat mich allen Unkenrufen zum Trotz doch in seinen Bann gezogen. Klar, viele der erwaehnten Schwachstellen sind nicht von der Hand zu weisen, aber trotzdem schafft Stellaris bei mir etwas, dass nicht viele Strategiespiele vorher geschafft haben, und zwar dass ich mich tatsaechlich so fuehle als wuerde ich mich um mein Volk kuemmern. Das schafft nichtmal Civilization. Lustigerweise, das andere Spiel dass das gut macht ist Tropico.

Vampiro 23 Langzeituser - P - 42229 - 26. Juni 2017 - 22:12 #

Da hast du recht, ein gewisses Gefühl für sein Volk bzw. seine Rassen kriegt man schon. Ich hatte mich z.B. sehr gefreut als ich irgendwann so süße Pickachus hatte, die sind zu mir migriert, als Imperium wurden sie aber ausgelöscht. Traurig. Aber bei mir hatten sie es gut ;-)

Bei Civ fehlen denke ich die emotionalen Bezugspunkte, die hat man denke ich am ehesten zu einer Stadt oder einer Veteraneneinheit. Stimmt, Tropico macht das auch sehr gut.

Slaytanic 24 Trolljäger - P - 49039 - 25. Juni 2017 - 13:46 #

Schöner Nachtest, mir ist Utopia im Moment aber noch zu teuer, für das was geboten wird und meiner doch relativ kurzen Spielzeit. ;)

Vampiro 23 Langzeituser - P - 42229 - 26. Juni 2017 - 22:11 #

Danke :-) Oh ja, die Spielzeit ist echt die Krux! Spätestens für den durchschnittlichen Gamer, und der ist in den USA ja 35 ;)

Ganesh 16 Übertalent - 5041 - 25. Juni 2017 - 15:01 #

Vielen Dank für den Nachtest. Ich hatte einigen Spaß mit Utopia, sehe aber insgesamt das Konzept bisher nicht als gelungen an. Paradox wollte klassisches 4X (Civ oder MoO) mit emergent Storytelling (CK2) vermählen. Für mich bedeutet das, dass Stellaris viel zu viel Wiederholungen hinsichtlich der Texte bietet und der klassische Flow eines 4X nicht aufkommt. Gleichzeitig sind all die Belohnungsmechanismen eines 4X vorhanden. Mein Rollenspiel wird also immer wieder unterbrochen dadurch, dass ich dem Forschungsschiff ein neues Zeil zu geben habe.

Vor allem aber respektiert das Spiel meine Zeit nicht. Wenn irgendwas nicht läuft, darf man dem quasi erzwungenen Iron Man sei Dank, neu starten, was wieder immens viel Zeit kostet.

Vampiro 23 Langzeituser - P - 42229 - 25. Juni 2017 - 16:31 #

Gerne :-)

Ja, genau so sehe ich das im Großen und Ganzen auch. Vor allem die Wiederholungen (teils Immersionszerstörend, siehe Randbild Seite 1) stören beim Storrytelling. Einen Bezug zu den Leadern bekommt man kaum (da ist er spätestens seit RoM in EU4 größer) und wenn man die Gouverneure verschiebt und das angeblich 10 Tage dauert man aber trotzdem gleich die Vorteile (reduzierte Clearingkosten z.B.) hat, ist das einer von vielen kleinen Kopfschüttelmomente. In CK2 wird die Bindung zu den Figuren schon deutlich größer. Was aber trotzdem halbwegs klappt ist das emergent storytelling auf ich sage mal Empire Ebene, zumindest als ich mit viel Migration spielte setzte das etwas ein.

Es ist eigentlich witzig, dass Stellaris dem Spieler so viel abnehmen will, aber gleichzeitig keine aotomatisierbare Erforschung direkt (mittlerweile nach Erforschung einer Tech) möglich ist. Kleiner Trick am Rande: Man kann ziele einfügen (z.B. Anomalie erforschen) indem man STRG + LMC macht meine ich.

Den Zeitaspekt kann ich bestätigen. Ein Comeback ist in Stellaris schon deutlich schwerer als in EU4 oder CK2. Ist quasi ein bisschen roguelike ;)

Ganesh 16 Übertalent - 5041 - 25. Juni 2017 - 18:09 #

Na ja, das Spiel will dem Spieler ja nicht wirklich was abnehmen. Viel mehr will es dann doch eine Simulation sein, die Mikro-Management erfordert. Vielleicht schränkt man die Möglichkeiten zur Kontrolle der Simulation ein (Sektoren), aber im Kern bist du damit beschäftigt Ressourcen in Forschung, Kriegsschiffe oder noch mehr Ressourcen zu konvertieren.

Das mit den Befehlsketten war mir bewusst. Besonders elegant finde ich das aber nicht. Vielmehr hätte man die Einheiten autonomer machen müssen. Aber das hätte halt eine andere KI erfordert.

Vampiro 23 Langzeituser - P - 42229 - 25. Juni 2017 - 22:34 #

Mhm, also ich denke, die wollen schon einiges abnehmen. Vor allem dass man nur einen Bruchteil seiner Planeten/Systeme selbst kontrolliert. Dazu das auf "große Bilder, wenig Infos" getrimmte Interface. Auch Mikro-Aufgaben wie "Leute von einem Planeten verschieben" sind beschränkt/kosten (Vergleiche MoO2). Die Kämpfe laufen automatisch ab, man kann nur fliehen. Da wird schon vieles abgenommen.

Wenn man dann nicht die Forschungsfelder selbst bestimmen würde usw., bleibe ja gar nichts mehr zu tun. Aber auch beim Schiffbau kann man sich vieles abnehmen, z.B. Autoupgrade des Disigns (Laster 1 auf Laser 2 usw.) und dann auch der eigentlichen Schiffe. Das in Ressourcen konvertieren nimmt später auch ab, weil neue Systeme zum Großteil in Sektoren wandern und die baut autonom Stationen usw.

Die survey-ki habe ich nicht ausprobiert, mit einer Tech geht das ja mittlerweile. Die KI ist also sozusagen dafür vorhanden. Und die Bau KI innerhalb der Sektoren auch. Es ist also denke ich eine Design-Entscheidung dass nicht von Anfang an automatisch scouten und außerhalb von Sektoren bauen kann. Freilich ist das eine fragwürdige Designentscheidung.

Ganesh 16 Übertalent - 5041 - 26. Juni 2017 - 14:47 #

Na ja, das meinte ich ja mit Abnehmen, die Simulation ist halt da. Anders hätte man die Mechaniken, die der Spieler nicht kontrollieren soll, einfach abstrahieren können.

Harry67 17 Shapeshifter - P - 6639 - 25. Juni 2017 - 20:32 #

Danke für den ausführlichen Nachtest. Ich finde es toll, dass es sowas hier in dieser Form und mit einer solchen Userinitiative gibt.

Ich werde aber wohl auch weiterhin noch zögern, mal sehen in welche Richtung Stellaris weiter optimiert wird.

Kirkegard 19 Megatalent - 16896 - 26. Juni 2017 - 8:18 #

Danke für deine Mühe Vampiro. Ich denk mal nach deinem Nachtest wieder drüber nach ;-)

TheRaffer 18 Doppel-Voter - - 11209 - 26. Juni 2017 - 19:00 #

Hmmm...ist mir das zuviel des Guten an Möglichkeiten oder nicht? Schwere Frage!

Labolg Sremag 13 Koop-Gamer - 1638 - 29. Juni 2017 - 7:29 #

Für mich zwar kein Master of Orion 2 dafür spielt es ja auch in Echtzeit aber zusammen mit CK2/EUIV eines der geilen Paradox Spiele für Global Strategie Fetischisten welche sonst wo kaum ihre Neigungen ungestraft ausleben können.

Sothi 13 Koop-Gamer - P - 1212 - 1. Juli 2017 - 22:50 #

Ahhh, da isses ja endlich, das gute Stück :)

Sehr gute Arbeit, Benni!

Vampiro 23 Langzeituser - P - 42229 - 2. Juli 2017 - 9:19 #

Vielen Dank :-) Jetzt kann ich mich auch wieder den Rollenspielen widmen ;-)

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