Online-Weltraumschlachten mit Potenzial

Star Wars - Squadrons (Multiplayer) Test

Dennis Hilla 8. Oktober 2020 - 16:28 — vor 3 Jahren aktualisiert
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Die Maps dürften euch bekannt vorkommen, wenn ihr die Kampagne schon gespielt habt.
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Weltraumgefecht ist gleich Team-Deathmatch

Der andere der beiden Spielmodi hört auf den klangvollen Namen "Weltraumgefecht", doch handelt es sich dabei um ein klassisches Team-Deathmatch. Zwei Schwadronen zu je fünf Spielern treten in flotten Dogfights gegeneinander an, natürlich Rebellen gegen Imperium. Das Team, das als erstes 30 Abschüsse erreicht, gewinnt.

Änderungen an der bewährten TDM-Formel gibt es nicht, immerhin laufen die Gefechte etwas taktischer ab als in vielen anderen Titeln. Das hängt mit den Anpassungsmöglichkeiten und ganz allgemein auch den Schiffstypen zusammen. Wenn ihr (mit viel Glück) gute Teamkameraden habt oder gemeinsam mit fähigen Freunden spielt, ist geschicktes Teamplay möglich. Beispielsweise, wenn euch ein verbündeter U-Flügler unter die Arme greift, indem er per Traktorstrahl ein feindliches Schiff verlangsamt, das ihr dann aus eurem X-Flügler heraus mit Lasern und Raketen zerballert. Im normalen Matchmaking hatte ich solche positiven Erlebnisse nur selten.

Eine Sache ist mir jedoch positiv aufgefallen: Viele Spieler nutzen ihr Mikrofon. Was jetzt für die Call of Duty-Geschädigten unter euch ein Grund zum Zusammenzucken sein dürfte, bedeutet in Star Wars - Squadrons in vielen Fällen, dass ihr euch mit eurem zufällig zusammengewürfelten Team absprechen könnt. Ich bin gemeinsam mit Randoms (mehr oder weniger) in Formation geflogen, wir haben uns mit Schilden unterstützt und uns verfolgende Jäger abgewehrt.
Jetzt heißt es noch einmal aus allen Rohren feuern: Der gegnerische Sternenzerstörer pfeift auf dem letzten Loch!
 

Jagd auf Flaggschiffe im Flottenkampf

Deutlich interessanter als die Weltraumgefechte ist der bereits erwähnte Spielmodus "Flottenkampf". Darin ist euer übergeordnetes Ziel, ein gegnerisches Flaggschiff wie einen Sternenzerstörer zu sprengen. Allerdings reicht es nicht, einfach auf den Kreuzer zuzufliegen und dabei aus allen Rohren zu feuern, ihr müsst schon etwas taktischer vorgehen. Zunächst wollen nämlich noch zwei Fregatten und zahlreiche KI-gesteuerte Gleiter aus dem All geschossen werden. Ganz allgemein gibt es ziemlich viele CPU-gelenkte Einheiten im Flottenkampf, lediglich fünf echte Spieler agieren pro Seite. Hier wäre meine Empfehlung an EA, mehr Schlachtteilnehmer von Menschen steuern zu lassen.

Die wichtigste Ressource im Flottenkampf ist die Moral. Für jeden Abschuss einer gegnerischen Einheit steigt die Stimmung eurer Truppe. Habt ihr genug Moralpunkte, dürft ihr zunächst einen Angriff auf die Fregatten starten, und danach irgendwann auf das Schlachtschiff. Wie viel Moral ihr pro erledigtem Gegner erhaltet, bestimmt die Art des eliminierten Schiffs. KI-gesteuerte Jäger bringen am wenigsten, echte Spieler schon etwas mehr und am meisten natürlich die großen Kreuzer.

Partien in Flottenkampf könnt ihr erst nach dem Erreichen von Stufe 5 spielen. Zudem werden sie gewertet, ihr werdet also per Matchmaking mit etwa gleich guten Fliegern zusammengesteckt. Alternativ könnt ihr den Modus auch komplett gegen die KI angehen, dann bleiben die Auseinandersetzungen natürlich ungewertet.
Bevor ihr die großen Pötte zerstören dürft müsst ihr zunächst zusehen, dass ihr die kleinen Schiffe erledigt.
 

Netzcode, Crossplay und Ingame-Währung

In meinem Testzeitraum auf den Live-Servern hatte ich erfreulicherweise nie Probleme, in ein Match zu kommen. Innerhalb weniger Sekunden war eine Lobby gefunden und Lags konnte ich auch keine wahrnehmen. Auch die aus Shootern bekannten "Bullet stacks" (im Falle von Squadrons wären es wohl Laser stacks) hatte ich nicht. Diese kommen zustande, wenn die Server Daten zu langsam verarbeiten – und nach Auflösung des Staus plötzlich mehrere Treffer gleichzeitig auf einen einprasseln.

Besonderes Lob hat EA dafür verdient, dass Star Wars - Squadrons Crossplay erlaubt. Egal ob PC, PS4 oder Xbox One, ihr könnt gemeinsam mit anderen Spielern auf anderen Plattformen fliegen. Allerdings ist dafür ein EA-Konto nötig. Auf Wunsch dürft ihr diese Option auch deaktivieren.

Für ein EA-Spiel nicht selbstverständlich ist der gänzliche Verzicht auf Mikrotransaktionen. Zwar gibt es zwei Ingame-Währungen, Requisition und Ruhm, diese erhaltet ihr aber wirklich nur für eure Handlungen, nicht durch Echtgeld. So bekommt ihr für absolvierte Matches Erfahrungspunkte, die euch nach und nach im Rang aufsteigen lassen. Für jedes Level-up gibt es Requisitionspunkte, mit denen ihr neue Loadouts und Raumschiffkomponenten erwerbt. Ruhmpunkte erhaltet ihr auf die selbe Art. Diese Punkte lassen sich ausschließlich in kosmetische Verzierungen wie eine (enorm wichtige...) Cockpit-Wackelpuppe eintauschen.
Das war knapp: Im allerletzten Moment konnte ich die feindliche Rakete abwehren!
Dennis Hilla 30 Pro-Gamer - P - 172475 - 8. Oktober 2020 - 16:28 #

Viel Spaß beim Lesen!

Jac 19 Megatalent - P - 15596 - 8. Oktober 2020 - 19:20 #

Die Basis des Multiplayers klingt wirklich gut. Die geringe Teilnehmerzahl hat mich aber von vornherein gewundert, da sollte in mindestens einem Modus mehr gehen.

firstdeathmaker 18 Doppel-Voter - 9333 - 8. Oktober 2020 - 22:57 #

Gut finde ich auch, dass die Zusatzteile die man freispielen kann nicht per se besser sind, sondern immer auch mit Nachteilen verbunden sind. D.h. ein Anfänger hat dadurch nicht automatisch einen Nachteil.

almay 13 Koop-Gamer - 1474 - 9. Oktober 2020 - 6:12 #

Nachdem ich die Solo-Kampagne durch habe, spiele ich jetzt den Multiplayer Modus. Noch bin ich gefesselt, aber es stimmt, dass der Umfang doch recht mau ist.

Die Grundlagen sind super. An die zunächst ungewohnte Steuerung habe ich mich längst gewöhnt. Die taktische Tiefe ist toll. Im Cockpit ist die Energieverteilung entscheidend, Auf dem Schlachtfeld das Teamwork, im Hangar den Richtigen Kompromiss bei der Ausrüstung zu finden. Ich persönlich setze stark auf Wendigkeit und opfere dafür etwas Hitpoints sowie Geschwindigkeit. Allerdings hilft es dann besonders auf Speed getrimmte Flügelmänner zu haben.

Was mich am Flottenkampf etwas stört ist, dass er etwas zu formelhaft ist. Er ist in drei Phasen gegliedert. Zunächst geht es darum die Moral zu steigern indem man gegnerische Jäger abschießt. Die KI Gegner kann man dabei getrost ignorieren. Sie stellen kaum eine Gefahr dar und bringen beim Abschuss auch nicht viel Moral. Also geht es wie im Dogfight zunächst fünf gegen fünf in den Jägern.

Hat eine Seite genügend Moral kann sie sich daran machen die beiden gegnerischen Fregatten zu „versenken“. Im Dunstkreis der Fregatten dreht sich dann normalerweise das Blatt und der Gegner kann mehr Moral aufbauen, dann wechselt die Initiative und man muss die eigenen Fregatten verteidigen. Hat eine Seite beide Fregatten vernichtet beginnt der Angriff auf das Mutterschiff. Zusätzlich kommen sich die beiden Flotten im Spielverlauf immer näher, sodass es immer gedrängter zugeht, das ist eine super Mechanik.

Kommt man den Fregatten oder dem Mutterschiff zu früh zu nahe machen sie kurzen Prozess mit einem. Erst wenn die Moralverteilung passt wird man nicht sofort platt gemacht. Diese Mechanik ist verständlich, so schafft man es das Spiel auf jeweils einen Punkt im Raum zu fokussieren und verhindert, dass ein Mutterschiff schnell zu Brei geschossen wird, es fühlt sich aber sehr künstlich an. Und es hat unschöne Konsequenzen. Da wechselt man z.B. auf einen langsamen Y-Wing um dem gegnerischen Sternenzerstörer ordentlich einzuheizen und ist dann erstmal eine Weile unterwegs in dem trägeren Schiff. Kaum ist man angekommen wendet sich das Blatt, der Gegner hat genügend Moral und man soll jetzt verteidigen. Der feindliche Sternenzerstörer wird sofort immens stark und schießt einen aus der Luft bevor man noch gewendet hat.

Eine Übergangsperiode wäre hier nett, sodass man wenigstens eine faire Chance hat wieder weg zu kommen.

Aber alles in allem gefällt mir der Multiplayer Modus sehr gut. Ich spiele auf der PSVR und fühle mich wie in einem echten Cockpit. Das HUD habe ich aus Gründen der Immersion ausgeschaltet, die Bordinstrumente liefern alle Informationen die man braucht. Vielleicht ein minimaler Nachteil im Miltiplayer Modus wo man dann vielleicht etwas öfter gegen einen Asteroiden fliegt weil man gerade versucht den Gegner per Blick auf den Radar wieder vors Korn zu bekommen. Aber das ist es eindeutig Wert. Die Cockpits sind so gut gestaltet, dass man ansonsten keine Nachteile hat und es fühlt sich gleich doppelt so gut an.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 472115 - 9. Oktober 2020 - 9:12 #

Danke für die gute, ausführliche Beschreibung!

firstdeathmaker 18 Doppel-Voter - 9333 - 9. Oktober 2020 - 7:11 #

Ich finde es garnicht so schlimm, dass es nur zwei Modi gibt. Dadurch verteilen sich die verfügbaren Spieler nicht so sehr und das Matchmaking funktioniert besser. Lieber wenige die gut funktionieren als viele die kaum jemand gleichzeitig spielen möchte.

euph 30 Pro-Gamer - P - 130771 - 9. Oktober 2020 - 11:11 #

Ich bin eh nur auf das Solospiel aus, daher ist der nicht so gute Multiplayer für mich nicht so schlimm.

TheRaffer 23 Langzeituser - P - 40512 - 9. Oktober 2020 - 12:29 #

Gut zu wissen, dass man den Multiplayer getrost ignorieren kann :)

almay 13 Koop-Gamer - 1474 - 11. Oktober 2020 - 14:21 #

Klar kann man ihn ignorieren, wäre aber schade. Und das sage ich als alter Multi-Player Muffel. Es ist eben ein ganz anderes Spielgefühl gegen gleichwertige Gegner anzutreten.

Die Solo-Kampagne hat dagegen eigene Vorzüge, sie muss nicht ausbalanciert sein, kann mehr gescriptet sein, ist abwechslungsreicher, etc. Idealerweise erzählt sie auch eine spannende Geschichte und führt interessante Charaktere ein (was hier leider nicht der Fall ist).

Beides hat seine Daseinsberechtigung uns ich finde man sollte beidem eine Chance geben.

Maverick 34 GG-Veteran - - 1334851 - 11. Oktober 2020 - 14:52 #

Wenn ich die Kampagne von Star War - Squadrons durchhabe, werde ich auch so einige MP-Schlachten schlagen.

MScheyda 16 Übertalent - P - 5758 - 9. Oktober 2020 - 22:13 #

Wenn ich mir die Screenshots so anschaue habe ich das Gefühl, dass man es mit Hintergründen auch übertreiben kann - war der Weltraum nicht mal schwarz?

Maverick 34 GG-Veteran - - 1334851 - 10. Oktober 2020 - 1:12 #

Den Multiplayer-Part werde ich als Bonus mitnehmen, ich hatte schon mit den Battlefront 1+2 Weltraumschlachten meinen Spaß, gerade das erste Battlefront hatte mit den DLCs zu Bespin und dem Death-Star ein paar coole Karten zu bieten. ;)