Star Wars - Squadrons (Multiplayer) Test

Online-Weltraumschlachten mit Potenzial

Dennis Hilla / 8. Oktober 2020 - 16:28 — vor 49 Wochen aktualisiert

Teaser

Der Online-Modus des Weltraum-Flugspiels punktet mit starkem Fluggefühl, gutem Balancing und dem Verzicht auf Mikrotransaktionen, lässt aber aufgrund von Content-Armut viele Spielspaßfedern.
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Dies ist der Multiplayer-Test zu Star Wars - Squadrons, zu unserem Solo-Test geht es hier.

Bei der Ankündigung im Juni 2020 wirkte es noch ganz so, als würde sich EA mit Star Wars - Squadrons ganz auf den Multiplayer-Modus konzentrieren. Die Rede war von epischen strategischen Weltraum-Schlachten, in denen zwei Geschwader im direkten Kampf gegeneinander antreten oder versuchen, ein gegnerisches Flaggschiff zu zerstören.

Viele Solo-Flieger befürchteten schon, dass man als Solopilot auf der Strecke bleiben würde. Wie ich in meinem Test zur Kampagne von Squadrons bereits aufgeschlüsselt habe, ist die Macht aber mit dem Story-Modus. Nach etlichen Runden im Online-Modus kann ich sagen, dass die Mehrspieler-Variante zwar auch gelungen ist, aber dringend mit mehr Inhalt bedacht werden sollte. Zumindest, wenn EA plant, die Spieler länger an Star Wars - Squadrons zu fesseln.
 

Qualität top, Quantität ausbaufähig

Denn mit nur zwei echten Spielmodi und ein paar Trainings-Gelegenheiten fühlt es sich eher so an, als wäre die Online-Variante eine Dreingabe zur Kampagne. Zwar ist mit "Flottenkampf" einer der beiden Modi ziemlich spannend, aber auch der hat Verbesserungspotenzial. Vor allem ist die aktuelle Zahl an Maps ist mit sechs Stück sehr überschaubar geraten. Und sie orientieren sich an der Kampagne.

Dafür punktet der Multiplayer-Part aber mit den Stärken, die schon die Kampagne so gut gemacht haben: gelungene Steuerung, detaillierte Cockpits, starkes Fluggefühl und volle VR-Kompatibilität. Positiv finde ich das Fehlen jeglicher Mikrotransaktionen. Und wie schon Call of Duty - Modern Warfare (im Multiplayer-Test, Note: 9.0) ist auch Squadrons Crossplay-tauglich, lässt also Spieler auf unterschiedlichen Plattformen gegeneinander antreten.
Wenn ein Mitspieler in der Klemme steckt, lautet das oberste Gebot, ihm sofort zur Hilfe zu eilen.
 

Bevor es ernst wird

Wenn ihr nicht zu Weltraumstaub verarbeitet werden wollt, weil ihr die Steuerung nicht draufhabt, empfehle ich euch dringend, vor der ersten Online-Partie zunächst die gelungene Kampagne anzugehen.

Falls ihr darauf aber keine Lust habt, solltet ihr zumindest dem Übungsmodus einen Besuch abstatten. Hier könnt ihr alle Raumgleiter ausprobieren, mit deren Setups experimentieren und Hindernisparcours absolvieren. Denn um die hitzigen Online-Dogfights einigermaßen unbeschadet zu überstehen, dürft ihr kein Cockpit-Frischling sein. Dinge wie Energieverteilung, Schubregulierung, Reparaturdrohnen und Zielerfassung gehören schließlich zum kleinen Einmaleins eines guten Piloten.
Neue Schiffsteile schaltet ihr mit Requisitionspunkten frei.


Die Schiffsanpassung läuft ähnlich wie in der Kampagne ab, mit einem entscheidenden Unterschied: Ihr müsst alle Extrateile wie Antriebe, Waffen und Störsysteme erst per Ingame-Währung (nicht durch Geld kaufbar!) freischalten. Ihr solltet euch wirklich die Zeit nehmen, die acht Schiffe (vier auf Rebellenseite, vier beim Imperium) kennenzulernen und für jedes ein Setup zu erstellen, mit dem ihr klarkommt. Ansonsten werden eure Mitspieler schnell euren Mangel an Hilfe beklagen und ihr habt auch nicht so recht Freude – verlieren macht niemandem Spaß.
 

Anpassung und Instandhaltung

In Sachen Anpassung könnt ihr zwischen diversen Lasern wählen, manche müssen sich erst aufladen, wieder andere feuern automatisch. Mit einer Ionenkanone macht ihr Feinstaub aus gegnerischen Schilden. Die Raketen sind zielsuchend oder auch nicht und haben unterschiedliche Reichweiten.

Ich persönlich würde jedem Spieler den Einbau einer Reparaturdrohne sehr stark empfehlen, allerdings gibt es im Online-Modus von Star Wars – Squadrons auch Punkte, an denen ihr euer Schiff wieder auf Vordermann bringen und eure Raketenvorräte aufstocken könnt. Doch Vorsicht, wurden sie einmal angeflogen, dann brauchen sie etwas Zeit, bis sie wieder "nachgeladen" sind.
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Dennis Hilla Redakteur - P - 142010 - 8. Oktober 2020 - 16:28 #

Viel Spaß beim Lesen!

Jac 19 Megatalent - P - 13309 - 8. Oktober 2020 - 19:20 #

Die Basis des Multiplayers klingt wirklich gut. Die geringe Teilnehmerzahl hat mich aber von vornherein gewundert, da sollte in mindestens einem Modus mehr gehen.

firstdeathmaker 18 Doppel-Voter - 9283 - 8. Oktober 2020 - 22:57 #

Gut finde ich auch, dass die Zusatzteile die man freispielen kann nicht per se besser sind, sondern immer auch mit Nachteilen verbunden sind. D.h. ein Anfänger hat dadurch nicht automatisch einen Nachteil.

almay 13 Koop-Gamer - P - 1474 - 9. Oktober 2020 - 6:12 #

Nachdem ich die Solo-Kampagne durch habe, spiele ich jetzt den Multiplayer Modus. Noch bin ich gefesselt, aber es stimmt, dass der Umfang doch recht mau ist.

Die Grundlagen sind super. An die zunächst ungewohnte Steuerung habe ich mich längst gewöhnt. Die taktische Tiefe ist toll. Im Cockpit ist die Energieverteilung entscheidend, Auf dem Schlachtfeld das Teamwork, im Hangar den Richtigen Kompromiss bei der Ausrüstung zu finden. Ich persönlich setze stark auf Wendigkeit und opfere dafür etwas Hitpoints sowie Geschwindigkeit. Allerdings hilft es dann besonders auf Speed getrimmte Flügelmänner zu haben.

Was mich am Flottenkampf etwas stört ist, dass er etwas zu formelhaft ist. Er ist in drei Phasen gegliedert. Zunächst geht es darum die Moral zu steigern indem man gegnerische Jäger abschießt. Die KI Gegner kann man dabei getrost ignorieren. Sie stellen kaum eine Gefahr dar und bringen beim Abschuss auch nicht viel Moral. Also geht es wie im Dogfight zunächst fünf gegen fünf in den Jägern.

Hat eine Seite genügend Moral kann sie sich daran machen die beiden gegnerischen Fregatten zu „versenken“. Im Dunstkreis der Fregatten dreht sich dann normalerweise das Blatt und der Gegner kann mehr Moral aufbauen, dann wechselt die Initiative und man muss die eigenen Fregatten verteidigen. Hat eine Seite beide Fregatten vernichtet beginnt der Angriff auf das Mutterschiff. Zusätzlich kommen sich die beiden Flotten im Spielverlauf immer näher, sodass es immer gedrängter zugeht, das ist eine super Mechanik.

Kommt man den Fregatten oder dem Mutterschiff zu früh zu nahe machen sie kurzen Prozess mit einem. Erst wenn die Moralverteilung passt wird man nicht sofort platt gemacht. Diese Mechanik ist verständlich, so schafft man es das Spiel auf jeweils einen Punkt im Raum zu fokussieren und verhindert, dass ein Mutterschiff schnell zu Brei geschossen wird, es fühlt sich aber sehr künstlich an. Und es hat unschöne Konsequenzen. Da wechselt man z.B. auf einen langsamen Y-Wing um dem gegnerischen Sternenzerstörer ordentlich einzuheizen und ist dann erstmal eine Weile unterwegs in dem trägeren Schiff. Kaum ist man angekommen wendet sich das Blatt, der Gegner hat genügend Moral und man soll jetzt verteidigen. Der feindliche Sternenzerstörer wird sofort immens stark und schießt einen aus der Luft bevor man noch gewendet hat.

Eine Übergangsperiode wäre hier nett, sodass man wenigstens eine faire Chance hat wieder weg zu kommen.

Aber alles in allem gefällt mir der Multiplayer Modus sehr gut. Ich spiele auf der PSVR und fühle mich wie in einem echten Cockpit. Das HUD habe ich aus Gründen der Immersion ausgeschaltet, die Bordinstrumente liefern alle Informationen die man braucht. Vielleicht ein minimaler Nachteil im Miltiplayer Modus wo man dann vielleicht etwas öfter gegen einen Asteroiden fliegt weil man gerade versucht den Gegner per Blick auf den Radar wieder vors Korn zu bekommen. Aber das ist es eindeutig Wert. Die Cockpits sind so gut gestaltet, dass man ansonsten keine Nachteile hat und es fühlt sich gleich doppelt so gut an.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 429088 - 9. Oktober 2020 - 9:12 #

Danke für die gute, ausführliche Beschreibung!

firstdeathmaker 18 Doppel-Voter - 9283 - 9. Oktober 2020 - 7:11 #

Ich finde es garnicht so schlimm, dass es nur zwei Modi gibt. Dadurch verteilen sich die verfügbaren Spieler nicht so sehr und das Matchmaking funktioniert besser. Lieber wenige die gut funktionieren als viele die kaum jemand gleichzeitig spielen möchte.

euph 28 Endgamer - P - 106674 - 9. Oktober 2020 - 11:11 #

Ich bin eh nur auf das Solospiel aus, daher ist der nicht so gute Multiplayer für mich nicht so schlimm.

TheRaffer 21 Motivator - - 30276 - 9. Oktober 2020 - 12:29 #

Gut zu wissen, dass man den Multiplayer getrost ignorieren kann :)

almay 13 Koop-Gamer - P - 1474 - 11. Oktober 2020 - 14:21 #

Klar kann man ihn ignorieren, wäre aber schade. Und das sage ich als alter Multi-Player Muffel. Es ist eben ein ganz anderes Spielgefühl gegen gleichwertige Gegner anzutreten.

Die Solo-Kampagne hat dagegen eigene Vorzüge, sie muss nicht ausbalanciert sein, kann mehr gescriptet sein, ist abwechslungsreicher, etc. Idealerweise erzählt sie auch eine spannende Geschichte und führt interessante Charaktere ein (was hier leider nicht der Fall ist).

Beides hat seine Daseinsberechtigung uns ich finde man sollte beidem eine Chance geben.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 649142 - 11. Oktober 2020 - 14:52 #

Wenn ich die Kampagne von Star War - Squadrons durchhabe, werde ich auch so einige MP-Schlachten schlagen.

MScheyda 16 Übertalent - - 4013 - 9. Oktober 2020 - 22:13 #

Wenn ich mir die Screenshots so anschaue habe ich das Gefühl, dass man es mit Hintergründen auch übertreiben kann - war der Weltraum nicht mal schwarz?

Maverick 30 Pro-Gamer - - 649142 - 10. Oktober 2020 - 1:12 #

Den Multiplayer-Part werde ich als Bonus mitnehmen, ich hatte schon mit den Battlefront 1+2 Weltraumschlachten meinen Spaß, gerade das erste Battlefront hatte mit den DLCs zu Bespin und dem Death-Star ein paar coole Karten zu bieten. ;)