Test: Flotte Action

´Splosion Man Test

Microsoft läutet den Arcade Sommer ein und präsentiert euch fünf ausgewählte XBLA-Spiele, die besonders viel Spielspaß bieten sollen. Den Start macht der explosive 2D-Titel ´Splosion Man, der seinem Namen alle Ehre macht und ein Feuerwerk auf eurem Fernseher veranstaltet.
Tim Gross 22. Juli 2009 - 21:39 — vor 10 Jahren aktualisiert
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Das noch sehr junge Entwicklerstudio Twisted Pixel setzt mit seinem neuen Spiel ´Splosion Man auf typische Jump-and-run-Action. Nur springt ihr nicht, ihr explodiert. Und dieses Explodieren könnt ihr mannigfaltig mit Gegenständen kombinieren, oder die bis zu drei Explosionen hintereinander dazu nutzen, euch immer weiter nach oben katapultieren zu lassen, um so auch große Höhen überwinden zu können. Spielmechanisch aber ist ein Plattformer, in dem ihr vordergründig nicht mehr macht als Laufen und, nun ja, hüpfen. Aber nicht nur der verrückte Grafik- und Soundstil (irres Lachen, Affenlauf-Einlagen mit zugehörigen Lauten und vieles mehr) macht den Arcade-Titel zu etwas Besonderem: ´Splosion Man fordert stellenweise auch eine gute Portion Hirnschmalz, um durch die vielen Levels zu gelangen.

Eure Aufgabe: Entkommen

Solche Geschicklichkeitseinlagen sind allgegenwärtig.
Jedes Spiel braucht ein Setting und eine Story, die dem Spieler ein Ziel vorgibt. Nun sind Plattformspiele nicht unbedingt für ihre profunde Handlung bekannt. Der Klassiker schlechthin, Super Mario, setzt seit jeher auf das gleiche Prinzip: Die Prinzessin wurde entführt und ihr müsstsie befreien. ´Splosion Man ist da nicht wesentlich einfallsreicher. In einem geheimen Labor ist ein genauso geheimes Experiment gründlich schief gegangen, und der Spieler verfügt über das erwähnte Explosionstalent. Durch eure Fähigkeit stellt ihr natürlich eine Gefahr für die Wissenschaftler dar, die euch mit allerhand Erfindungen aufhalten wollen. Und damit steht auch schon eure Aufgabe: Ihr müsst aus dem Labor entkommen. Dabei zerstört ihr alles, was nicht niet- und nagelfest ist, sprengt zahlreiche böse weißberockte Wissenschaftler in die Luft, betätigt Schalter und lernt neue Fähigkeiten. Obwohl das Spielprinzip denkbar einfach ist, glänzt ´Splosion Man mit vielen Ideen und abwechslungsreichen Aufgaben. 

Dieses Video zeigt euch einen Level aus dem Singleplayer Spiel und gibt das Spielgefühl gut wieder.


Die Schwierigkeit: Hindernisse

Da euch die Wissenschaftler nicht einfach davonkommen lassen wollen, werfen sie euch viele Stolpersteine in den Weg, die während des Spielverlaufs immer fieser werden. So laufen eure hilflosen Gegner zu Beginn nur vor euch weg und blockieren euren Weg mit einer unzerstörbaren Tür, die ihr per Schalter öffnen müsst. Später kommen Laserkanonen und Raketen dazu, die schnell zu eurem Bildschirmtod führen. Auch wehrhafte Roboter werden euch auf den Leib gehetzt, die ihr besser umgehen solltet. Und selbstverständlich gibt es auch diverse Aufgaben auf Zeit, wo ihr etwa vor tödlichem Wasser fliehen und kleinere Hindernisse überwinden müsst. Dabei helfen euch auch besondere Gegenstände wie explosive Fässer, die euch, durch eine eigene Detonation gezündet, besonders hoch und weit in die Luft schleudern.


Ein Beispiel für die abwechslungsreichen Aufgaben: Wir müssen an eine eigentlich unerreichbare Plattform weit über uns gelangen. Netterweise sehen wir direkt über uns verschiedene Explosivfässer, jeweils in Zweierreihen angeordnet, die uns den Weg nach oben ebnen sollen. Da gibt es aber noch ein Problem, und zwar drei Laserstrahlen, die euch bei Berührung sofort grillen. Nach kurzem Überlegen und Ausprobieren erkennen wir, dass die Fässer für verschiedene Aktionen stehen; das Linke lässt uns in die Höhe schnellen, das rechte zerstört den jeweils darüber liegenden Laserstrahl. Ein paar Anläufe später haben wir auch diese Geschicklichkeitsphase gemeistert.

Frustpotential: Gering

Eine Sache gehört zu so ziemlich jedem 2D-Plattformer wie Ketchup zu Pommes: Nervige Stellen, die man zig Mal spielen muss, um sie zu schaffen. Solche Frustpassagen existieren auch in ´Splosion Man, aber die Entwickler haben an ungeduldige Spieler gedacht: Solltet ihr in einem Level besonders häufig sterben, informiert euch das Spiel, dass ihr im Menüpunkt ab sofort die Option "Ausweg für Feiglinge" auswählen könnt. Diese lässt euch sofort in den nächsten Level springen, aber ihr erhaltet eine grausige Punktzahl auf den aktuellen Level. So geht zwar das tolle Erfolgsgefühl flöten, wenn ihr nach dem gefühlten tausendsten Versuch eine Stelle im Spiel meistert, aber dafür legt ihr auch den Controller nicht so schnell aus der Hand. Doch selbst ohne diese Hilfe ist ´Splosion Man nicht unfair, gibt es doch genügend Checkpoints, die in den Levels verteilt sind. Nur gelegentlich sind sie nicht ganz optimal platziert. Ein nettes Detail am Rande: Wenn ihr nach eurem Ableben an einem früheren Checkpoint neustartet, zeigen die Wände die vorher hinterlassenen Explosionskrater noch an. 

Unten links seht ihr einen der vielen, meist fair verteilten Checkpoints.

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