Test: Gears of Warhammer

Space Marine Test

Mit Warhammer 40.000 - Space Marine starten THQ und Relic Entertainment den Versuch, das für seine Strategie- und Rollenspiele bekannte Universum in einen Shooter zu verpacken. Bislang waren solche Experimente nicht gerade mit Erfolg gekrönt. Ob es dieses Mal anders ist? Wir haben den Kampf um die Schmiedewelt Graia... überlebt.
Christoph Licht 10. September 2011 - 15:39 — vor 8 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots wurden von uns selbst erstellt.

Wir befinden uns im 41. Jahrtausend. Das Imperium der Menschheit erstreckt sich über Millionen von Planeten -- sehr zum Unmut der anderen Rassen im Universum. Egal ob Eldar, Necrons oder Tau, viele Völker hegen einen Groll gegen den Gott-Imperator und seine aggressiven Untertanen. Am meisten Hass empfinden jedoch die Orks auf die Menschen. Seit Ewigkeiten setzen sie alles daran, sie auszulöschen. Ihr neuster Coup: Eine Invasion der imperialen Schmiedewelt Graia. In diesem militärindustriellen Zentrum werden unter anderem die mächtigen Titanen gebaut. Das sind riesige, kirchturmhohe Mechs, die im Alleingang ganze Armeen auslöschen können. Entsprechend wichtig ist es dem Imperium, die Orks wieder vom Planeten zu verscheuchen. Doch die nächste Flotte ist mehrere Tage entfernt, nur ein Squad Ultramarines unter der Führung von Captain Titus ist in Reichweite.

Im  neusten Werk der kanadischen Entwicklerschmiede Relic Entertainment schlüpft ihr in die Rolle eines Captains der Space-Marines-Elitetruppe. Aber nicht aus der isometrischen Perspektive, losgelöst vom Geschehen, wie schon des öfteren in RTS- und Taktikspielen zum Warhammer 40K-Universum. Im Third-Person-Actiontitel Space Marine seid ihr mittendrin und stellt euch höchstpersönlich den grünhäutigen Horden. Statt Befehle zu erteilen, schwingt ihr das Kettensägenschwert und hinterlasst buchstäblich eine Schneise toter Orks auf eurer Reise über den Schmiedeplaneten. Kompromisslose Action ist garantiert, aber hat der Titel auch noch mehr zu bieten? Wir haben die Grünhäute von Graia vertrieben und den wahren Drahtzieher hinter dem Angriff besiegt.

Der Titan Invicitus ist eine der größten Kampfmaschinen des Universums. Wenn er naht, fliehen ganze Armeen.


Epische Bauten

Nicht nur die riesigen Bauten wissen zu beeindrucken, im Hintergrund ist auch ständig etwas los.
Durch unser augmentiertes Helmvisier blicken wir einen langen Gang entlang. Das diffuse Licht der Scheinwerfer weit oben im Gebälk erhellt ihn nur sporadisch. Auf dem Boden ist das Siegel des Gott-Imperators zu erkennen, über uns hängen tonnenschwere Ketten. An den Seiten, in tiefen Schatten eingehüllt, blaue Flaggen. Der Raum ist so hoch, dass wir kaum die Decke sehen können. Ein imposantes Werk der imperialen Architekten, doch nichts im Vergleich zu dem, was uns wenige Momente später erwartet: Während wir mit dem Aufzug des Manufactorum langsam nach oben fahren, wechselt die Musik ins Hochdramatische. Stück für Stück taucht vor uns Invictus auf, der riesige Titan. Hunderte Servitoren und Piloten sind nötig, um ihn zu bemannen, und selbst Captain Titus mit seinen weit über zwei Meter Körpergröße ist nicht einmal eine Ameise im Vergleich zu diesem Ungetüm. Da können wir gar nicht anders, als kurz innezuhalten und den Anblick aufzusaugen.

Keine Frage, Warhammer-40K-Fans fühlen sich in Space Marine sofort wie zu Hause. Technisch ist der Titel zwar nicht auf dem neusten Stand -- verwaschene und teils detailarme Texturen bestimmen das Gesamtbild --, doch der Warhammer-Stil wurde sehr gut eingefangen. Alles fügt sich nahtlos in den Look der Tabletop-Vorlage ein. Dank der schicken und dynamischen Ausleuchtung der Umgebung und dem geschickten Wechsel zwischen düsteren Innen- und nur leicht helleren Außenbereichen schaff

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t es Relic gar, uns meist davon abzulenken, dass wir das gesamte Spiel in einer einzigen riesigen Industrieanlage verbringen. Unterstützt wird das Mittendrin-Gefühl durch bombastische Soundeffekte. Bei jedem eurer (dank Kampfpanzerung: tonnenschweren) Schritte kommt der Bass zum Einsatz, untermalt von der sehr passenden, gravitätischen Musik von Cris Velasco (Clive Barker’s Jericho) und Sascha Dikiciyan (Quake 3 Arena). Mehr dazu in unserem Infokasten auf der nächsten Seite.

Anders als im Vorfeld angekündigt, spielt Space Marine übrigens nicht vor den Ereignissen in der Dawn of War-Strategieserie, sondern danach. Genauer zeitlich einordnen lässt sich das Spiel nicht, zumal die Entwickler Wert darauf legen, dass auch WH40K-Neulinge sofort los legen können. Das ist ihnen auch größtenteils gelungen, nur vereinzelt wirken erklärende Dialoge künstlich und unpassend. Dennoch: Kenner der Vorlage, seien es die Tabletop-Spiele, die Computer-Umsetzungen oder die subjektiv geschätzt 40.000 Romane zu Warhammer 40K, werden mit Space Marine definitiv den meisten Spaß haben.

Space Marine: Gegnertypen

Space Marine bietet nur wenige, sich aber deutlich unterscheidende Gegnertypen. Sechs davon stellen wir euch hier vor:  1 Grots treten ausschließlich in größeren Herden auf, verursachen so gut wie keinen Schaden und sind einfach nur lästig.  2 Die Nobz halten sehr viel aus und sind euch fast ebenbürtig in Sachen Stärke, gehen aber ausschließlich im Nahkampf auf euch los.  3 Der Orkschamane ist ein fieser Geselle, da er weitere Truppen auf das Schlachtfeld teleportieren kann. Schaltet ihr ihn nicht aus, endet auch die Schlacht nicht.  4 Panzaboys gehen mit zwei Kettensägen-Schwertern auf euch los und verfallen in einen Berserkermodus, wenn sie dem Tode nah sind.  5 Gegen Ende des Spiels trefft ihr regelmäßig auf die roten Dämonen des Chaos.  6 Und wo die Chaos-Dämonen sind, sind auch die Chaos Marines nicht weit, die den Space Marines ebenbürtig sind. Im Bild seht ihr eine mit Plasmawerfer bewaffnete Variante.

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