Schnell wie ein Sonic

Sonic Lost World Test

BiGLo0seR 18. Oktober 2013 - 11:15 — vor 5 Jahren aktualisiert
In einem Level ist Sonic als Schneekugel unterwegs und steuert sich entsprechend träge; seinen Turbo kann er aber trotzdem noch einsetzen. Außerdem lochen wir so alle Billardkugeln ein, die sich uns in den Weg stellen.
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Sieben vielseitige ZonenDie sieben Zonen wählt ihr in einer Oberwelt aus. In ihnen spielt Sonic Lost World, neben der Geschwindigkeit, seine größte Stärke aus: die Abwechslung. Passend zu ihren Namen orientieren sie sich optisch unter anderem an Wüsten-, Eis und Lavalandschaften. Doch es gibt auch innerhalb der Zonen Variationen. So erwartet euch ein Kasino-Abschnitt mit Laserbarrieren, riesigen Würfeln und Chips – oder ein Level voller überdimensionierter Süßigkeiten. Dabei stimmt auch die spielerische Abwechslung. Denn neben den üblichen Geschicklichkeitspassagen skatet ihr mal auf Schienen, die euch je nach Farbe abbremsen oder beschleunigen, mal weicht ihr Loren aus, was stark an Donkey Kong erinnert. Oder ihr seid als riesiger Schneeball unterwegs und locht Billardkugeln ein. Auch eine kurze Flippereinlage ist mit an Bord, und es gibt Passagen im freien Fall. Ebenfalls bekommt ihr wieder wilde Kamerafahrten zu Gesicht, in denen Sonic größtenteils automatisiert läuft oder von Kanonen und Bumpern umherkatapultiert wird. Teilweise empfanden wir diese aber als zu lang. Gerade bei den Kanonen hätten sich die Entwickler von Donkey Kong Country Returns (GG-Test: 9.5) inspirieren lassen können – wo man nicht nur zum Zuschauen verdammt ist, sondern selbst eingreifen kann.
 
Durch die HD-Optik der WiiU sind die abwechslungsreichen Levels teilweise traumhaft schön – alles wird in kräftige Farben getaucht. Dank des hohen Tempos fallen auch die doch recht wenigen Details – gerade für eine HD-Konsole – und einige lustlos draufgeklebt wirkende Texturen nicht sofort auf. Letzteres fiel uns vor allem in den 3D-Abschnitten auf, in denen ihr auf kleinen Planeten im Stil der Super Mario Galaxy-Spiele unterwegs seid.

Auch die Musik trägt ihren Teil zur gelungenen Sonic-Atmosphäre bei, handelt es sich doch um einen Mix aus bekannten und neuen Melodien. Allerdings wiederholen sich die Stücke teils schnell. Insgesamt hinterlässt Sonic Lost World technisch einen guten Eindruck, auch wenn es keine Maßstäbe setzt und nicht die Klasse eines Rayman Legends (GG-Test: 9.5) erreicht. Ruckler haben wir keine bemerkt.


Die Zeit im Nacken
Die meiste Zeit rennt ihr im Eiltempo durch die Levels. Schließlich gibt es ein Zeitlimit, das zwar großzügig bemessen ist, aber gerade beim ersten Durchlauf und wenn ihr mehrere Versuche braucht pro Level, kann es knapp werden. Zusätzlich drängt euch in manchen Levels noch ein Sandsturm oder steigende Lava zur Eile. Es gibt jedoch einige ruhigere Passagen, die eine willkommene Abwechslung darstellen. Rechnet nicht damit, stundenlang an einem besonders schwierigen Rätsel festzuhängen. Es gibt aber auf jeden Fall auch noch anderes zu tun, als euren Stick permanent nach rechts zu drücken. Beispielsweise wartet die eine oder andere Hüpfpassage, die nur die wenigsten auf Anhieb im Eiltempo schaffen werden.
 
Die Bosskämpfe in Lost World sind zu einfach, uninspiriert und kaum spektakulär – nicht die erhofften Highlights.
Auch die „Farben“ sind wieder mit von der Partie. Ihr setzt sie per Touchscreen ein, wodurch Sonic sich zum Beispiel in einen Adler, Bohrer oder eine Musiknote verwandelt. Dann steuert ihr ihn fast immer mit dem Touchscreen des WiiU-Gamepads. So gebt ihr mit eurem Finger dem Bohrer den Weg vor oder gleitet durch Neigen des Gamepads als Adler durch die Lüfte.
 
Selbstverständlich dürfen auch Bosskämpfe gegen die Schrecklichen Sechs nicht fehlen. Die erwarten euch am Ende der zweiten und vierten Zone jedes Gebiets. Um die letzte (also vierte) Zone freizuschalten, müsst ihr jeweils eine bestimmte Anzahl von Tieren befreit haben (was euch zwingen kann, schon geschaffte Levels noch mal zu spielen). Meist müsst ihr in den Bosskämpfen Angriffen ausweichen, indem ihr im richtigen Moment springt oder euch einfach bewegt. Das Höchste der Gefühle ist erreicht, wenn ihr Objekte wie Bomben zum Absender zurückkickt. Habt ihr die Angriffsprozedur überstanden, attackiert ihr den Boss. Daraufhin beginnt dasselbe von vorne, wobei die Angriffe des Gegners schneller erfolgen oder mehr Geschosse in eure Richtung fliegen. Nachdem ihr den Boss zwei- oder dreimal erfolgreich getroffen habt, ist der Kampf zu Ende.

Insgesamt fanden wir die Bosskämpfe unbefriedigend inszeniert und spielerisch enttäuschend, zumal sie auch einen Ticken zu leicht sind – gerade im Vergleich zu den eigentlichen Levels. Auch diese schwanken übrigens stark in ihrem Schwierigkeitsgrad, mal kommt man auf Anhieb durch, dann wieder braucht man zig Versuche. Eine angenehme Lernkurve sucht ihr vergebens.
Die Levels sind sowohl optisch als auch spielerisch sehr abwechslungsreich. Zudem müssen wir uns immer mal wieder beeilen, da uns etwas im Nacken sitzt. Hier in Ägypten flüchten wir beispielsweise vor einem Sandsturm-Rüssel.

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