Schnell wie ein Sonic

Sonic Lost World Test

Sonic ist schon immer für seine pfeilschnellen Jump-and-Runs bekannt. Nach einer Schwächephase scheint sich der blaue Igel seit ein, zwei Jahren wieder gefangen zu haben. Zuletzt war der Flow wieder da, die Spiele in einem Rutsch durchrollen und -hüpfen zu wollen. Ob das auch beim neuesten Teil so ist, verraten wir euch gern.
BiGLo0seR 18. Oktober 2013 - 11:15 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Dieses Jahr gibt es Sonic the Hedgehog seit 22 Jahren. Der blaue Igel hat mittlerweile eine bewegte Geschichte hinter sich: Das Maskottchen wurde von Sega als Pendant zu Klempner Mario von Konkurrent Nintendo ins Leben gerufen. Schnell fand Sonic viele Fans, da er im Gegensatz zum Schnauzbartträger mit Schallgeschwindigkeit durch die 2D-Levels flitzte – natürlich exklusiv auf Segas eigenen Plattformen. Doch als das Unternehmen sich notgedrungen aus dem Kreis der Konsolenhersteller zurückzog, änderte sich für den rasenden Igel viel: Seine neue Lieblingsplattformen stammten von Nintendo und vor allem folgten einige missglückte Experimente abseits des klassischen 2D-Scrollers; gerade die ersten Ausflüge in 3D erwiesen sich als Reinfälle.
 
Inzwischen fühlt sich der blaue Igel aber auch in diesen Gefilden wohl. Spätestens seit seinen zwei letzten Spielen Sonic Colours (GG-Test: 8.5) und Sonic Generations (GG-Test: 8.5) dürfte das jedem klar sein. In Sonic Lost World will er das erneut beweisen, verzichtet allerdings nicht auf klassische 2D-Abschnitte. Sie wechseln sich nämlich munter mit 3D-Passagen ab. Doch bevor wir näher darauf eingehen stellt sich natürlich die Frage, warum er überhaupt schwindelerregend schnell durch die Levels rast.
Der blaue Igel ist nicht nur zu Fuß unterwegs, manchmal müssen auch andere Körperpartien zur Fortbewegung herhalten.

Der Feind meines FeindesNatürlich zeichnet für die Malaise einmal mehr Dr. Eggman (ehemals als Dr. Robotnik bekannt) verantwortlich. Er entführt zahlreiche Tiere, um sie in Roboter zu stecken und für sich kämpfen zu lassen. Und zu allem Überfluss will er der Welt mithilfe des „Hexaglobus“ auch noch Energie entziehen, um mächtiger zu werden. Selbstredend kann das Sonic nicht zulassen und macht sich auf, die Tiere zu befreien und dem Bösewicht das Handwerk zu legen. Unterstützung erhält er vom flinken Fuchs Tails, der MacGyver in Nichts nachsteht. Allerdings greift der Doktor auf die "Schrecklichen Sechs“ zurück, um das Unterfangen des gestachelten Helden zu verhindern. Nach dem ersten Aufeinandertreffen mit Sonic verliert Dr. Eggman jedoch die Kontrolle über die sechs Ungeheuer. Fortan arbeiten die beiden Erzfeinde widerwillig zusammen, weil die Schrecklichen Sechs die Welt vernichten wollen und ihnen dabei Eggmans Armee zur Seite steht – Gedankenkontrolle sei Dank!
 
Die Geschichte wird in gerenderten Zwischensequenzen erzählt, die erstaunlicherweise deutlich schlechter aussehen als das eigentliche Spiel. Sie warten mit dem für Sonic-Spiele typischen, kindertauglichen Humor auf. So sind die Schrecklichen Sechs ausschließlich überzeichnete Stereotypen, vom nur an das Essen denkenden Kugel-Ungeheuer über die aufgetakelte Schickimicki-Dame bis hin zu einem Emo, wie er im Buche steht. Auch die Dialoge zwischen Eggman und Sonic laufen vergleichbar einer Kinderserie ab und bedienen jegliche Klischees. Wir haben über diesen Humor mal geschmunzelt und mal den Kopf geschüttelt, aber ganz ehrlich: Welche Rolle spielt schon die Handlung in einem Jump-and-run? Sie dient sowieso nur als Entschuldigung dafür, den Spieler durch abwechslungsreiche Schauplätze mit herausfordernden Geschicklichkeitspassagen zu jagen. Und diesen Zweck erfüllt sie.
 
Sieben Gebiete musst du übersteh'n
Das Geschwindigkeitsgefühl in Sonic Lost World ist wieder großartig. Uns wurde regelmäßig schier schwindelig.
Sonic Lost World enthält die sieben Gebiete „Windy Hill“, „Desert Ruins“, “Tropical Coast”, “Frozen Factory”, “Silent Forest”, “Sky Road” und “Lava Mountain”. Jedes davon ist in vier Zonen aufgeteilt, die die Levels darstellen. Folglich müsst ihr im Eiltempo 28 Levels bewältigen, um die Welt vor dem Untergang zu bewahren. Dabei wechseln sich 2D- und 3D-Abschnitte ab. Manchmal sind ganze Levels in der klassischen oder neumodischen Perspektive gehalten, dann wiederum wird innerhalb eines Levels per Kameraschwenk oder Schwarzblende zwischen beiden umgeschaltet. Aber egal, ob 2D- oder 3D-Passage: Immer rast ihr wie der Blitz in Richtung Ziellinie, vorbei an allerlei Hindernissen, Loopings, Gegnern und jeder Menge goldener Ringe und zu befreienden Tieren. Berührt ihr ein Hindernis oder einen Widersacher, verliert ihr alle Ringe – ein neues Leben wird erst fällig, wenn ihr keinen Ring mehr habt oder in einen Abgrund stürzt. Dankenswerterweise werdet ihr sofort zurückgesetzt, sobald Sonic unten aus dem Bildschirm fliegt.
 
Die genretypische Steuerung geht gut von der Hand. Wie für Sonic-Spiele üblich, gibt es jedoch ein paar Besonderheiten: Rennt ihr auf einen Gegner zu, erscheint ein Fadenkreuz, mit der A-Taste greift ihr nun an. Oder ihr kickt ihn im Sprung per Y-Taste auf seine Kollegen. Manche Gegnertypen könnt ihr nur mit einer der beiden Varianten besiegen. Haltet ihr den linken Trigger gedrückt, rollt sich Sonic zusammen. Lasst ihr ihn los, flitzt der blaue Igel kurzzeitig besonders schnell durch den Level. Zudem rollt ihr bei gedrückter Y-Taste in gemütlichem Tempo. In den 2D-Abschnitten gibt es an der präzisen Steuerung nichts auszusetzen, mit einer Ausnahme: Wiederum müsst ihr am Ende von Loopings oder Rampen den Stick in d
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ie Laufrichtung drücken, sonst bremst ihr an deren Ende massiv. In den 3D-Passagen funktioniert zudem die automatische Zielerfassung nicht immer richtig, sodass ihr unverschuldet ein Leben oder eure Ringe verliert. Zusätzlich gibt es aufgrund der Verfolgerperspektive (seltene) Übersichtsprobleme. Beispielsweise wird die Landschaft um Sonic transparent, wenn sie ihn verdecken würde, was doof aussieht und euch nicht genug von der Umgebung zeigt.
 
Apropos Überblick: Selbigen verliert ihr im Rausch des Rasens schnell einmal, aber das gehört zu Sonic dazu wie die Stacheln zum Igel. Gelegentlich tauchen aus dem Nichts besonders fiese Hindernisse auf, denen auch die Reaktionsschnellsten beim ersten Anlauf kaum werden ausweichen können. Da solche Passagen aber selten vorkommen, bleibt Sonic Lost World insgesamt fair. Wer eine Highscore-taugliche Zeit hinlegen möchte, muss den Level natürlich weitestgehend auswendig kennen, das ist im Genre üblich. Als kleine Faustregel für Einsteiger: Je weiter oben ihr seid, desto schneller überschreitet ihr die Ziellinie. Übrigens erhöhen die vielen möglichen Routen durch die Levels den Wiederspielwert merklich.
In den von wilden Kamerafahrten begleiteten Abschnitten werden wir ohne Einwirkung wild herumkatapultiert.

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