Sniper - Ghost Warrior - Contracts

Sniper - Ghost Warrior - Contracts Test+

Taktikshooter verfehlt sein Ziel

Dennis Hilla / 21. November 2019 - 18:00 — vor 2 Jahren aktualisiert
Steckbrief
PCPS4XOne
Action
Egoshooter
ab 18
18
CI Games
CI Games
22.11.2019
Link
Amazon (€): 39,90 (Xbox One), 22,08 (Playstation 4), 19,99 (PC)

Teaser

Im neuen Serienableger entfernt sich CI Games wieder vom Open-World-Ansatz des dritten Teils. Es finden sich aber genug alte Schwächen wieder und verhindern den Treffer ins Spielspaß-Schwarze.
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal

In vielen Ego-Shootern ist das Hantieren mit einem Scharfschützengewehr optional oder auf bestimmte Missionen beschränkt. Eine kleine Handvoll Titel dreht diesen Spieß jedoch um und lässt die Spieler fast ausschließlich lautlos und aus der Ferne vorgehen. So beispielsweise die Sniper Elite-Serie von Rebellion oder eben auch die Sniper - Ghost Warrior-Teile von CI Games. Letzere wurden nun mit Contracts um einen neuen Ableger erweitert, der den größten Kritikpunkt an Sniper - Ghost Warrior 3 (im Test, Note: 5.5) ausgemerzt hat: die belanglose Pseudo-Open-World.

Doch reicht diese Kürzung wirklich aus, um das Spiel zurück auf einen soliden Pfad zu führen? Schließlich kam ein Großteil der Probleme des Vorgängers eben aus dieser Richtung. Für diesen Test habe ich mich nach Sibirien aufgemacht, das als neuer Schauplatz fungiert, und zahlreiche Gegner mit blauen Bohnen gefüttert. Doch auch wenn ich mitunter spannende Momente mit Sniper - Ghost Warrior - Contracts hatte, so wollte der Funke nicht ganz überspringen.
Darf in keinem Scharfschützenspiel fehlen: die Bulletcam. Ivan wird gleich nichts mehr zu lachen haben.
 

Luft anhalten, entspannen, abdrücken

In welchem Punkt sich auch Contracts wieder sehr gut schlägt ist das eigentliche Scharfschützen-Erlebnis. Ihr bahnt euch euren Weg durch die fünf Auftragsgebiete, euer Ziel lautet stets mindestens eine Person zu erschießen. Ihr müsst aber auch Laptops hacken oder C4-Ladungen platzieren. Wenn ihr dann am Zielort angekommen seid, gilt es noch einen günstigen Beobachtungspunkt zu finden. Zu diesem Zweck klettert ihr Felsvorsprünge hinauf oder kriecht durch Abflussrohre.

Anschließend ist es ratsam, dass ihr das Gebiet per Fernglas oder Drohne auskundschaftet und euer Ziel ausfindig macht. Beachten solltet ihr, ob ein bloßer Abschuss reicht oder ihr auch etwas bei der Leiche bergen müsst. Ist letzteres der Fall kann Contracts bisweilen schon stark nerven, da sich nach einem erfolgreichen Abschuss direkt fünf bis zehn Feinde um den frisch Verblichenen sammeln. Aber zurück zum Scharfschützen-Spielen: Habt ihr den bemitleidenswerten Tropf erblickt, dann packt ihr das Gewehr aus und müsst auf Faktoren wie Wind und Kugelabfall achten. Damit die Waffe nicht wackelt, hält euer „Jäger“ genannter Charakter den Atem an, ich habe es ihm oft gleichgetan. Denn auch wenn euer Zielfernrohr viele optische Hilfen bietet, so ist der Moment Millisekunden vor dem Betätigen des Abzugs doch immens spannend: Wird die Kugeln ihr Ziel finden oder daneben gehen?
Eure Hightech-Maske färbt nicht nur alles in schickes Orange, sie hebt auch wichtige Objekte hervor und markiert Gegner.
 

Schau mir in die Maske, Kleines

Der Jäger trägt auch eine neue, todschicke Hightech-Maske. Per Knopfdruck scannt ihr eure Umgebung nach interessanten Objekten, Munition, Missionszielen und später dank Upgrades im Skilltree auch Gegnern ab. In Kombination mit der Tatsache, dass einmal markierte Feinde ständig in eurem HUD sichtbar sind (ähnlich wie in neueren Teilen von Assassin’s Creed), macht euch Sniper - Ghost Warrior - Contracts das Leben oftmals sehr leicht und wirkt in manchen Punkten auch einfach unrealistisch.

Ebenfalls ein ziemlicher Killer der Immersion sind die strohdoofen KI-Gegner. Zwar scheinen sie alle einen Aimbot zu haben und entdecken euch dazu aus den unmöglichsten Winkeln. Wenn aber eine Kugel direkt neben ihrem Kopf einschlägt, dann ist ihnen das nicht mehr als ein müdes Schulterzucken wert.

Abgesehen von diesen spieltechnischen Problemen leidet Ghost Warrior - Contracts auch noch unter einigen Bugs. Abgesehen von der nicht sonderlich stabilen Framerate trotz der nicht wirklich hübschen Optik bin ich auch mehr als einmal durch eine Wand geglitcht, an einer Stelle besonders unschön: Ich schlich durch einen Lüftungsschacht und wollte ein Haus gar hinterlistig infiltrieren, rutschte aber zwischen die Wände und konnte den Bereich durch etwas hin und her hüpfen wieder verlassen. Blöd nur, dass ich mich danach im Wohnzimmer wiederfand, direkt vor den darin befindlichen Gegnern.
Ich schwör's, ich habe keinen Wallhack benutzt um schneller voran zu kommen!
 

Story auf Sparflamme

In Sachen Handlung gibt sich CI Games auch nicht wirklich Mühe. Sibirien hat sich von der russischen Föderation gelöst, wird nun vom Premierminister Kurtschatow angeführt und ist allgemein ganz böse. Irgendwie spielt die Rebellengruppierung der sibirischen Wölfe auch noch mit rein aber ganz ehrlich, das interessiert letztlich wohl niemanden. Denn auch wenn die Cutscenes nett gemacht sind, fungieren sie doch nur als Mittel zum Zweck. Sie sollen euch letztlich einfach zeigen, welcher Person ihr als nächstes die Kartoffel vom Kopf schießen sollt. Was aber interessant ist: CI Games scheint so stolz auf die Zwischensequenzen zu sein, dass ihr die zu einer bestimmten Mission gehörige jedes Mal erneut ansehen müsst, wenn ihr einen Spielstand ladet. Der Clou daran: Ihr dürft sie noch nicht einmal überspringen!

Autor: Dennis Hilla (GamersGlobal)

 
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Meinung: Dennis Hilla

Auch wenn ich mit Sniper – Ghost Warrior - Contracts durchaus spannende Momente hatte, so überwiegen doch an vielen Stellen der Frust und die Wut über unausgegorene Konzepte und die teils katastrophale Technik. Ein Missionsziel bei starkem Wind auf knapp 200 Meter Entfernung ausschalten, während nur ein Teil seines Kopfes sichtbar war, das sorgt durchaus für einen Endorphinschub. Wenn ich dann aber noch zu seiner Leiche muss, um ein Smartphone zu bergen, sich an dessen Todesstelle aber bereits zehn Gegner gesammelt haben, dann flauen die Glücksgefühle schneller ab als meine Stimmung zur Wiesn-Zeit in der Münchner Innenstadt.

Problematisch ist für ein Scharfschützenspiel zudem die brothohle KI. Wenn ich einen Gegner verfehle, die Kugel einen Mückenfurz entfernt neben seinem Kopf in eine Tür einschlägt und er nur kurz mit den Schultern zuckt, dann zerstört das einfach die Immersion. Stimmungskiller sind zudem die dämlichen Speicherpunkte, die mich nach dem Tod gerne mal ganze 20 Minuten zurückwerfen. Kurzum, wenn ihr Hardcore-Fans von Schleichspielen seid, dann werft einen vorsichtigen Blick auf Contracts – sofern ihr mit der Sniper-Elite-Reihe schon durch seid.
 
Sniper - Ghost Warrior - Contracts XOne
Einstieg/Bedienung
  • Ausführliche Tutorial-Mission
  • Drei Schwierigkeitsgrade (jederzeit änderbar)
  • Controller nicht immer sinnvoll belegt
Spieltiefe/Balance
  • Packende Scharfschützen-Mechanik
  • Keine Open World, sondern abgeschlossene, große Gebiete
  • Skilltree lässt Anpassungen an eigenen Spielstil zu
  • Einige Gadgets und Waffen kaufbar
  • Schleichen funktioniert größtenteils gut
  • Maske als sinnvoller, wenn auch leicht übermächtiger Begleiter
  • Stockdumme KI
  • Nebenaufgaben reizen zu keinem Zeitpunkt
  • Geschichte, die niemanden interessiert
  • Markierung der Gegner bleibt dauerhaft und macht vieles zu leicht
  • Oftmals wird man aus dem Nichts entdeckt
  • Bescheuerte Speichermechanik, die gerne viel Fortschritt zunichte macht
  • Beim Spielstand-Laden Zwang zum Cutscene-Ansehen
Grafik/Technik
  • Nette Licht-und-Schatten-Spiele
  • Animationen sind ok
  • Framerate sackt immer wieder ab
  • Schwache Charakteranimationen und -Mimik
  • Zahlreiche Bugs, die auch das Spielgeschehen stören
Sound/Sprache
  • Brauchbare Soundeffekte
  • Nur (mittelmäßig) englisch vertont
  • Immer wieder Soundbugs und -Glitches
Multiplayer

Nicht vorhanden
 
5.5
Userwertung0.0
Mikrotransaktionen
Hardware-Info
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • Kopierschutzlose GoG-Version
  • Epic Games Store
  • uPlay
  • Origin
  • Hersteller-Kontoanbindung
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Dennis Hilla 21. November 2019 - 18:00 — vor 2 Jahren aktualisiert
Benjamin Braun Freier Redakteur - 423451 - 21. November 2019 - 18:11 #

Hätte mich nach den Vorgängern auch gewundert, wenn der neue Teil besser abgeschnitten hätte. City Interactive hat bislang ein wirklich gutes Spiel rausgebracht, und nach Lords of the Fallen haben sie die Macher (scheinbar) verarscht und werden (vielleicht) irgendwann einen kläsglichen Nachfolger bringen. Bin froh, dass Deck13 mit Focus für The Surge 1 + 2 und vielleicht auch weitere Projekte zwar immer noch einen eher kleinen, aber erheblich sympathischeren Partner gefunden hat.

Altior 16 Übertalent - - 4314 - 21. November 2019 - 20:06 #

Das sieht ja grauenhaft aus, ich nehme Abstand...

Wunderheiler 21 AAA-Gamer - 30246 - 22. November 2019 - 5:56 #

Interessant finde ich, Test der PC Fassung (u.a.), aber laut Wertungskasten weder Steam, noch Epic, Gog, Origin oder uPlay. Kann man das nur Retail oder direkt beim Hersteller kaufen?

Dennis Hilla Redakteur - P - 151523 - 22. November 2019 - 11:12 #

Haken war falsch gesetzt, getestet wurde auf Xbox. Shops sind nachgetragen.

rammmses 21 AAA-Gamer - - 27509 - 22. November 2019 - 11:21 #

Hatte ich eigentlich Hoffnungen, den neuen Ansatz im Stil von Hitman finde ich gut. Vielleicht nach einigen Patches im Sale mal. Oder halt nicht.

vgamer85 21 AAA-Gamer - - 27439 - 22. November 2019 - 18:23 #

Ganz schön viele Bugs. Nicht gut.

Tasmanius 21 AAA-Gamer - - 26740 - 23. November 2019 - 0:48 #

In einem Starship Toopers Spiels wärs super! (Sorry, nach müd kommt blöd.)

vgamer85 21 AAA-Gamer - - 27439 - 23. November 2019 - 7:51 #

War ja auch schon 1 Uhr Nachts!

Hoelscher33 14 Komm-Experte - 1990 - 28. November 2019 - 17:41 #

Och, ich fand ihn ganz gut :-)

TheRaffer 22 Motivator - P - 32672 - 1. Dezember 2019 - 15:23 #

So mit einigem Abstand ist der echt nicht schlecht :)

Maverick 32 User-Veteran - - 717746 - 2. Dezember 2019 - 14:46 #

Er hat definitiv so seine Szenen. ;)

Tasmanius 21 AAA-Gamer - - 26740 - 2. Dezember 2019 - 16:36 #

Aber nur Teil 1 :-)

Maverick 32 User-Veteran - - 717746 - 2. Dezember 2019 - 16:46 #

Von weiteren Teilen ist mir nichts bekannt. ^^

TheRaffer 22 Motivator - P - 32672 - 3. Dezember 2019 - 18:08 #

Hehe, sehr gut :)

Maverick 32 User-Veteran - - 717746 - 23. November 2019 - 19:46 #

Die bisherigen Serienteile von Ghost Warrior fand ich schon immer etwas schlechter im Vergleich mit der Sniper Elite-Reihe.

Hoelscher33 14 Komm-Experte - 1990 - 28. November 2019 - 17:42 #

... und selbst die hat so ihre nicht ganz unerheblichen Schwierigkeiten...

Harry67 20 Gold-Gamer - - 20686 - 29. November 2019 - 10:14 #

Teil 4 fand ich durchgängig einwandfrei. Mal vom Protagonisten abgesehen. Mit dem hab ich gerne etwas gefremdelt.

zfpru 18 Doppel-Voter - 10841 - 23. November 2019 - 20:08 #

Wichtig ist das der Mensch im Mittelpunkt bleibt.

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 68716 - 1. Dezember 2019 - 11:37 #

"Ich hab neulich Premierminister Kurtschatow getroffen."
"Ach, wo denn?"
"Genau zwischen die Augen."

Tasmanius 21 AAA-Gamer - - 26740 - 1. Dezember 2019 - 12:37 #

Und aus welchem Film ist das?

TheRaffer 22 Motivator - P - 32672 - 1. Dezember 2019 - 15:24 #

Ich hätte auf Spiel getippt...

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 68716 - 2. Dezember 2019 - 9:53 #

Einfach nur ein dummer Spruch... Den Namen habe ich aus dem Spiel bzw. diesem Text genommen. ;-)

TheRaffer 22 Motivator - P - 32672 - 3. Dezember 2019 - 18:08 #

Danke für die Erklärung :)

TheRaffer 22 Motivator - P - 32672 - 26. November 2019 - 14:47 #

Sehr witzig auf einmal ins Wohnzimmer zu fallen...ich glaube ich warte, bis das Spiel fertig ist.