Test: RPG? Weltsim? Adventure?

Sims Mittelalter Test

Das Mittelalter war eine düstere und freudlose Zeit, in der die Menschen geknechtet wurden und oft früh an Krankheiten wie der Pest starben. Es sei denn, man ist ein Sim: Dann ist dieselbe Epoche plötzlich eine Periode voller Abenteuer, humoriger Questen und... elendlanger Wege. Mit Die Sims hat "Mittelalter" nur noch manches gemein.
Mick Schnelle 29. März 2011 - 21:28 — vor 9 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots im Artikel wurden von uns selbst erstellt, wie bei fast allen Tests und vielen Previews.
In unserem First15-Video seht ihr die erste Viertelstunde von Die Sims Mittelalter in bis zu 1920x1080.

Achtung, Achtung: Recyclingalarm. Electronic Arts verwurstet die hauseigene Lebenssimulation Die Sims 3 zu einem  (selbstablaufenden) Ableger. Und für den will man auch noch den vollen Spielpreis haben. Ist das ein Anflug von dreistem Größenwahn? Oder bekommt man für sein Geld mit Die Sims Mittelalter ein eigenständiges Spiel, das es mit dem großen Bruder aufnehmen kann? Wir haben uns mit den nach wie vor völlig unverständlich brabbelnden Festplattenbewohnern ins Mittelalter gewagt und können die beiden Fragen oben mit Ja und Nein beantworten. Wo jedoch das Ja hinkommt, und wo das Nein, das müsst ihr euch schon selber erlesen -- seht es als eure gerade zu Sims-Mittelalter-typische Quest...
 
Sieht deutlich spannender aus, als es sich spielt. Die Kämpfe laufen wertebasiert, aber komplett automatisch ab.

Aller Anfang ist leicht

 
»Es ist toll, König zu sein« erscheint in einer Textblase am rechten Bildschirmrand. Damit drückt der von uns gesteuerte Herrscher seine Zufriedenheit darüber aus, dass er völlig ungestraft Leute an den Pranger stellen lassen kann und den armen Tropf danach sogar noch mit Eiern und Tomaten bewirft. Und gerade erst hat er eine flotte Jungfer gefragt, ob sie nicht den königlichen Erben austragen will. Den ganzen Tag Bären jagen und böse Buben verdreschen. Ja, es ist toll dieses mittelalterliche Königreich zu regieren. Denn wir können eigentlich gar nichts falsch machen. Nach der ausführlichen, von Thomas Fritsch exzellent vertonten Einleitung befinden wir uns in der allerersten Quest, die gleichzeitig auch als sehr ausführliches Tutorial dient.

Sims-Veteranen finden sich gleich zurecht. Statt einer Siedlung befinden wir uns in der heimischen Burg, die schon vollständig eingerichtet ist. Sofort bekommen wir die erste von unzähligen Missionen, die uns gleich mächtig in der Spielwelt herumkommen lässt. So geht es in den Wald, wo Holz gesammelt wird und gleich der erste Kampf mit einem Strolch auf uns wartet. Keine Panik: Niemand muss selber das Schwert führen. Auch in Sims Mittelalter geht alles über die indirekte Befehlssteuerung. Schnell die richtige Aktion aus dem Radialmenü ausgewählt, und schon greift unser König den dreisten Burschen an und trägt wenige Sekunden später den Sieg davon.
 
Weniger ist… weniger

Schnell lernt man so die Unterschiede zwischen dem gewohnten Sims 3 und der neuen mittelalterlichen Welt. Denn Electronic Arts hat ein wenig am Spielkonzept herumgeschraubt. Herausgekommen ist eine Art Sims-light mit ein paar spielerischen Erweiterungen. So hat unser König, später auch die von uns gesteuerten Helden, nur zwei Bedürfnisse. Essen und Energie, die sich durch Nahrungsaufnahme beziehungsweise Schlafen wieder in den grünen Bereich schieben lassen. Wünsche haben die Sims keine mehr, dafür müssen/sollen sie pro Tag zwei Aufgaben erfüllen. Denn ansonsten geht der Motivationsbalken in den Keller. Das sind sich schnell wiederholende Tätigkeiten, wie auf Bärenjagd gehen, neue Edikte erlassen oder Bittsteller empfangen. Werden diese Aufgaben innerhalb eines großzügigen Zeitlimits erfüllt, steigt die Motivation des Sims, wodurch die Wahrscheinlichkeit, die Questen zu lösen, deutlich steigt.

Sämtliche Aktionen werden wie gewohnt über das altbekannte Radialmenü ausgelöst
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