Test: Endlich ein tolles Addon

Sims 3: Lebensfreude Test

In schöner Regelmäßigkeit erscheinen neue Erweiterungen für die beliebte Lebenssimulation Die Sims 3. Doch deren Qualität war wechselhaft. Mit dem mittlerweile vierten Addon will euch EA mehr dramatische Ereignisse und neue Wege bieten, eurer Kreativität Ausdruck zu verleihen. Und siehe da: Das ist den Entwicklern auch gelungen!
Bernd Wener 25. Mai 2011 - 17:30 — vor 8 Jahren aktualisiert
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von Carsten Rogowski

Ein Wort der Warnung: Wer von Die Sims 3: Lebensfreude neue Nachbarschaften, viele frische Objekte und Berufe oder komplett neue Spielmechanismen erwartet, wird enttäuscht sein. Das Zusatzpaket bietet euch gerade mal 50 neue Gegenstände und lediglich einen zusätzlichen Beruf. Seinen Schwerpunkt setzt es vielmehr auf die soziale Interaktion der Sims. Fast jede Generation bekommt neue, ihrem Alter entsprechende Aktionen mit echten Konsequenzen: Jede Tat eines Sims wird von seinen Nachbarn genau beobachtet, daraus resultiert sein Ruf.

Hat euer Sim erstmal einen Ruf als "Treuer Ehemann", "Betrüger" oder "Casanova" weg, wird er ihn nur schwer wieder los, wie halt im echten Leben. Natürlich kann ein notorischer Fremdgänger dauerhaften Stress mit seiner Ehefrau bekommen. Sie könnte beschließen, gegen ihn eine "Probezeit" auszusprechen. Im schlimmsten Fall droht gar die Scheidung. Wie unangenehm in diesem Zusammenhang (aber spielerisch angenehm), dass die Sims ab sofort über Erinnerungsvermögen verfügen. Das heißt, dass eine Ehefrau auch Tage später von einem Seitensprung erfahren kann, wenn sie mit der entsprechenden Nachbarschaftspetze spricht.

Viel Neues für die Kleinen
Noch nie war es so einfach, eine Großfamilie zu verwalten: Verfügt ihr über das nötige Kleingeld, könnt ihr locker eine achtköpfige Schar betreuen, ohne dabei ins Schwitzen zu geraten. Wachsen euch die Kleinen über den Kopf, schickt ihr sie einfach in eines von fünf Internaten. Ein künstlerisch begabtes Kind schließt ihr am besten auf einer Kunstschule weg, der rebellische Teenager kommt, hihi, in die Militärakademie. Wollt ihr die ungeliebten Kleinen doch mal wieder sehen, nehmt ihr sie jederzeit wieder zu euch. Wer sich aber die teure Privatschule nicht leisten kann, kann auch der heimischen Schule vertrauen: Die bietet mehrere außerschulische Aktivitäten an, die einen positiven Effekt auf die Kleinen haben. Gewinnt die kleine Nervensäge dann beispielsweise im Debattierklub einen Wettbewerb, trägt sie stolz einen Pokal nach Hause.

Zurückgekehrt ist die soziale Interaktion über die Hand, mit der ihr euer Kind maßregeln dürft. Damit eure Sims während der Erziehung nicht mehr so an das Haus gebunden sind, dürfen sie ihre Kinder in einen Kinderwagen setzen und einen Spaziergang machen. So sind Shoppingtouren oder ein Besuch im Park kein Problem mehr. Sobald die Kleinen ihre Windeln abgelegt haben, dürft ihr euch über viele neue Interaktionsmöglichkeiten freuen. So können Eltern ihren Kindern Gute-Nacht-Geschichten erzählen oder sie am Lagerfeuer mit Gruselgeschichten ängstigen. Dank dem neuen Objekt Schlafsack kann jetzt jedes Kind eine Pyjamaparty schmeißen, ohne dass es Probleme mit der Bettenkapazität gibt. Auch Stockbetten für die Großfamilie von heute sind neu integriert worden, dazu kommen diverse Spielsachen wie Puppen und Verkleidungen. Bald stapfen Dinosaurier durch euer Haus oder wilde 1-Meter-Prinzen fechten wüste Kämpfe aus. Und für die Outdoor-Spiele gibt's neuerdings Wippen, Sandkästen und Trampoline sowie drei Baumhaus-Typen zur Wahl. Je nach Typ verhalten sich die Kinder dann im Spiel auch anders. Im Schloss sitzt beispielsweise Rapunzel, während im Science-Fiction-Szenario fremde Galaxien erforscht werden. Ein weiteres Highlight ist die Wasserrutsche, die nicht nur Kindern Spaß bereitet.

Wird während des Spiels ein Kind geboren, kann es sein, dass ihr nach der Geburt ein Paket mit einer entsprechenden Puppe im Briefkasten findet. Gibt ihr das Kind einen Namen und spielt ausreichend oft mit ihr, wird sie nach einiger Zeit zum Leben erweckt. Mit diesem imaginären Freund kann das Kind dann ebenfalls spielen oder ihn gar dazu überreden, das Zimmer aufzuräumen. Da andere Sims die Fantasie-Gestalt nicht wahrnehmen, freuen sich die Eltern oft einfach über die Ordnungsliebe ihrer Kinder. Die Lebensdauer des imaginären Freundes ist abhängig vom Beziehungswert. Wird er vom Kind längere Zeit ignoriert, verschwindet er für immer. Oder auch nicht: Dank des neu eingeführten Chemielabors kann ein Sim seinen imaginären Freund, wie beispielsweise Pinocchio, in ein echtes Kind verwandeln.

Die wilden Teenager-Jahre
Ein Campingausflug eignet sich hervorragend, um den Nachwuchs mit Geistergeschichten zu erschrecken.
Kommen Kinder in die Pubertät, leiden sie im Addon Die Sims: Lebensfreude verstärkt unter Stimmungsschwankungen. Es kann passieren, dass ein Teenager morgens aufsteht und extrem schlecht gelaunt ist. Schule? Nein, danke! Lieber einen der Streiche ausprobieren, die neu hinzugekommen sind: eine Farbbombe in der Dusche, explodierende Toiletten oder Computerviren, die dem nächsten Benutzer einen riesigen Schreck einjagen, sind nur ein paar der Möglichkeiten. Viele Objekte im Haushalt lassen sich auf verschiedenste Art manipulieren, um andere Sims zu ärgern. Aber auch außerhalb der eigenen vier Wände sind Streiche möglich. So darf das Haus des Nachbarn mit Eiern beworfen werden oder eine brennende Papiertüte mit zweifelhaftem Inhalt vor seiner Haustür abgelegt werden.

Wie andere Sims auf den Schabernack reagieren, hängt vom jeweiligen Charakter des Opfers ab. Ein scharfsinniger Sim entdeckt schon vorher eine Falle und ist schwer reinzulegen. Ein humorvoller Sim findet es witzig und bekommt durch einen gelungenen Scherz sogar gute Laune. Sensible Sims hingegen fühlen sich gedemütigt und werden sauer. Wird ein Teenager beim Platzieren einer Falle erwischt, gibt es eine Strafe für den Übeltäter. Kleine Fehltritte werden nur mit einer kurzen Auszeit in der Wohnzimmerecke bestraft, während schwerwiegende Schandtaten unter anderem mit Entzug des Lieblingsgegenstandes oder Stubenarrest geahndet werden. Ob die Entwickler sich wohl von Amy Chuas "Battle Hymn of the Tiger Mother" haben inspirieren lassen? Hat ein Teenager die neue Charaktereigenschaft "rebellisch", ist es für ihn ein besonderes Hochgefühl, sich trotz Hausarrest aus dem Haus zu schleichen. Was "verständnisvolle" Eltern (ebenfalls eine neue Eigenschaft) dann wohl weise nickend erdulden.

Fahrstunden und Ego-Perspektive
Benötigen die elterlichen Raubtierbändiger mal eine Auszeit, fahren sie in den Kurzurlaub. Die perfekte Chance für eine Teenagerparty! Ein Anruf genügt, und die halbe Schule stürmt das elterliche Anwesen. Ist die Party vorbei -- mit oder ohne Polizeihilfe -- heißt es den Putzeimer schwingen. Denn gelingt es dem Jugendlichen nicht, die Spuren der Verwüstung vor der Heimkehr der Eltern zu beseitigen, ist der nächste Hausarrest gewiss. Und damit vielleicht die nächste Fahrstunde in Gefahr: Denn Heranwachsende müssen in Die Sims 3: Lebensfreude zunächst Fahrstunden bei einem Erwachsenen nehmen, b
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evor sie sich allein hinters Steuer klemmen dürfen. Schön zu sehen ist dabei die Entwicklung der Fahrkünste. Während ein Anfänger noch recht ruppig unterwegs ist, geht das Fahren mit zunehmender Erfahrung deutlich besser von der Hand.

Im Laufe der Highschool-Zeit findet hin und wieder ein Ball statt. Ein Teenager kann dort entweder allein hingehen oder seinen Schwarm um eine Verabredung bitten. Am Ende der Veranstaltung steht selbstverständlich die Wahl von Ballkönig und -königin auf dem Programm. Ausschlaggebend für einen Erfolg ist dabei der Beziehungswert zu den Mitschülern. Am Ende seiner Schullaufbahn
darf der heranwachsende Sim sich schließlich mit einer Abschlussfeier im Rathaus aus dem Schulalltag verabschieden. Stolze Sim-Eltern halten diesen denkwürdigen Augenblick selbstverständlich auf Video fest. Generell kann ein Sim mit Videokamera im Inventar seine Umgebung aufnehmen und sich später auf dem heimischen Fernseher ansehen. Diese Funktion ermöglicht es euch erstmals, die Welt mit den Augen eurer Sims zu sehen. Während der Aufnahme steuert ihr den Sim aus der Egoperspektive -- eine wirklich lustige Neuerung.
Ihr könnt euch sicherlich denken, was ein fieser, streichespielender Jugendlicher da in die Tüte gepackt hat...
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